spellbound. (earinor & akira)

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    • “Wieso sollte ich dich hassen? Du bist ungefähr so gefährlich wie ein Grashalm, zumindest wenn es darum gehen würde, dich mit mir in einem Kampf zu messen. Ich bin nur weder gut darin, jemanden wie meine Heulsuse von Bruder aufzumuntern, noch muss ich sagen, dass ich wirklich Lust auf euch hatte. Wir dachten, er wäre tot und dann taucht er mit einem Schaf auf.”, erklärte sie Rain ihr Verhalten, das damit nicht begründet war, aber vielleicht war es einfacher, sie zu verstehen. Dabei hingen noch ganz andere Dinge im Raum, die sich Rain erst recht denken konnte. “Eh, es stört mich ein wenig, aber seien wir uns ehrlich, besser du bist hier und frei, als du lässt sich wie eine Puppe behandeln, wie die ganzen anderen Frauen unter den Schafen. Das würde mir doch stinken.” Für Khojin war das, mitunter, auch ein Grund weswegen sie einsehen konnte, wie man sich in jemanden wie Nayantai verlieben konnte - die meisten adrestianischen Männer von denen sie gehört hatte klangen sowohl widerlich als auch unausstehlich. Wer hielt sich eine Frau im goldenen Käfig wenn sie meist besser für Arbeiten geeignet war, als ein Mann? Khojin konnte sich solch Verhalten nicht ausmalen, zumal ihre Farbpalette für Schafe begrenzt schien.

      Wirklich aufgeregt schien Rain nun auch nicht - das zierliche Lamm traute sich doch noch, den großen, bösen Wolf der sich Khojin nannte, einfach anzugreifen, ohne dabei Samthandschuhe finden zu müssen. War das nicht wenigstens etwas? Nicht einmal andere Wölfe trauten sich das immer. “Wieso sollte es das? Wie alt glaubst du, bin ich? Als Nayantai gehen gelernt hat, hab’ ich schon mehr Holz gesammelt als er jemals gestapelt hat. Der kriegt sich wieder ein. Ich habe ihn schon öfter wieder zusammengeflickt als er kaputt war.” Alt war sie dennoch, zumindest im Vergleich zu ihrem kleinen Bruder, der sie ungewollterweise beim Wachsen eingeholt hatte. All diese Dummheiten hatten sie damals verrückt gemacht, aber heute? Da würde es sich wohl selbst dann kalt lassen, wenn Nayantai eine klaffende Fleischwunde hatte. Khojin würde sie nähen und ihm gleichzeitig sagen, dass er der dümmste Mann dieses Landes war und Nayantai würde dumm darüber lachen. “Ach, hat sie das? Das hat sie mir gar nicht erzählt, aber das macht Sinn. Sie schwärmt die halbe Zeit darüber, wie niedlich ihre neue Helferin nicht ist - mich wundert es eigentlich, dass Nayantai sich dich ausgesucht hat. Ich dachte nicht, dass er so etwas süßes jemals ansehen würde.”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ich... schätze das stimmt." Und Rain wollte ihr nicht wirklich erklären, wer genau er war und dass Truppen wegen des Befehls seines Vaters jahr um jahr in dieses Land einfielen. Vielleicht war es besser sie wusste das nicht über ihn und vielleicht war es auch besser, sie wusste nicht wie viel Einfluss er eigentlich hatte. Dann aber sagte Khojin etwas das Rain verwirrte, oder vielleicht war er der Sprache der Wölfe doch noch nicht so mächtig wie er glaubte. "Warte..." Aber Khojin hatte andere Pläne und schob Rain endlich die heiße Tasse Tee in die Hände. Er trank als sie ihn erwartungsvoll und irgendwie streng anblickte und dann noch etwas mehr weil sie unzufrieden schien. Er behielt die warme Tasse in den kalten, steifen Fingern, auch wenn sein Kopf sich noch ziemlich warm anfühlte. Seine Stimme klang wohl auch etwas kratziger als sonst, aber zumindest konnte er sich weider unterhalten, obwohl Khojin es vielleicht lieber gehabt hätte, er wäre noch zu schwach dafür gewesen.

      "Ähm... ein paar Jahre älter als Nayantai?", fragte er und beließ es dabei. Was wenn nicht Nayantai derjenige war der zusammengeflickt gehörte? Khojin ritt oft aus um zu spähen und war mitunter Tagelang unterwegs, speziell als Rain ihnen zum ersten Mal von dem Hafenprojekt Adrestias erzählt hatte. Sie begab sich ständig in Gefahr, anders als ihr Bruder, der davon genug zu haben schien, was auf jeden Fall verständlich war. Aber da sagte sie es schon wieder. "Warte", hakte Rain ein. Dachte Mei etwa auch...? "Helferin? Ich... bin keine Frau, falls ihr das denkt." Wie viele der Wölfe dachten das über ihn? Nicht, dass daran irgendetwas schlimmes wäre und er hatte seine ganz eigenen Probleme mit seinem Aussehen, zumindest was die Größe und Muskelmasse betraf, aber sah er wirklich aus wie eine Frau? Er hatte wohl seine haare schon lange nicht mehr geschnitten, aber das hatte Nayantai auch nicht.
    • Nah siehst du?” Khojin unterließ es, Rain den Ellbogen in die Rippen zu drücken und dann darüber zu lachen, als wären sie alte Freunde. Manchmal war es einfach besser, sich nicht auf sie eigenen Dummheiten einzulassen, auch, wenn ihr gerade ein wenig danach war. Wer nicht gleich mit der Sprache herausrücken konnte, brauchte es gar nicht erst zu versuchen - Khojin ließ Rain damit in Ruhe, wusste, dass es keinen Sinn ergab sich einfach in alles einzumischen und auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen und doch wurde sie gerade etwas stutzig. Hatte das Lamm ein Problem mit dem Vergleich? Oder war es einfach komisch das so offen zu hören? Wiederum tat Rain ihr leid - das arme Ding musste sich sicher genug dumme Kommentare anhören, dort, wo es herkam und dann wurde es auch noch zum Einstauben auf irgendein Regal gesetzt, wo es haufenweise Personen beglotzen konnten, als wäre Rain ein Stück Fleisch - zumindest glaubte Khojin, dass die Welt hinter der Grenze so funktionierte, glaubte man den ganzen Schauergeschichten. Viel lieber saß sie hier, trank Tee und unterhielt sich über Trivialitäten mit jemanden, der diese Welt noch nicht ganz zu verstehen schien. “Nayantai meinte irgendwas von wegen du warst noch nicht oft draußen? Sperren sie euch in Adrestia ein, wie es ihnen passt?” Widerlich - wie konnte Rain sich so etwas gefallen lassen?

      Khojin trank ihren Tee so als ob nichts passiert wäre und die Welt heil bleiben würde, wenn sie die wichtigeren Dinge einfach für eine Weile ignorierte. War das hier nicht genau so wichtig? “Ja, also steinalt.”, witzelte sie trocken. Kam das überhaupt so an? Sie wusste es nicht, konnte aber getrost sagen, dass es sich ohnehin nicht schickte über solche Unterschiede zu diskutieren. Lebenserfahrung sammelte man nicht nur bis zu einem gewissen Alter - Khojin hatte nur haufenweise davon, weil sie sich beweisen konnte und wollte, dementsprechend war sie wohl auch diejenige, die sich für jeden Feldzug breitschlagen ließ, aber anders als so manch anderer mit Hirn an die Sache heranging. Gerade noch wollte sie Rain eine Geschichte auftischen, da brach ihr ein Zacken aus der imaginären Krone. “H..ah?” Verdutzt starrte sie das Schaf an und trank ihren Tee in einem Zug aus, bevor sie sich auf die Unterlippe biss. “… Ich hasse ihn so sehr.”, greinte die Kronprinzessin plötzlich, als sie Finger gegen ihr Nasenbein drückte. “Das Wort, das wir für Geliebter benutzen, ist das Gleiche für Männer und Frauen. Rikiya hat es einmal benutzt, als er über dich und Nayantai geredet hat und Nayantai hat es auch ein oder zweimal benutzt, als er mit mir geredet hat. Außerdem bist du so klein und so leicht … ugh. Mei ist auch schuld. Tut mir leid, ich dachte … Verdammt, ist das peinlich.” Gleichzeitig war es irgendwo absehbar und Khojin, die gerade noch in dem Fettnäpfchen, in das sie getreten war, schwelgte, sah Rain auch schon mit neuen Augen an. “Ich dachte, ich tue dir einen Gefallen weil du allein mit Rikiya und Nayantai bist und mir die beiden hin und wieder den Nerv geraubt haben, aber du bist auch ein Mann … das erklärt wohl, wieso du die beiden aushältst.”
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    • Khojin redete wirklich viel und Rain kam kaum zu Wort. Er wusste nicht genau warum sie das auf einmal tat, as hätte sie sich lediglich von Nayantai und Rikiya fernhalten wollen, nicht von Rain. Es schien sie außerdem zu stören, dass ihr Bruder ein Schaf mit nach Hause gebracht hatte, nicht aber, dass Rain eines war. "Nein, es ist... kompliziert.", erwiderte Rain, Nayantai war mindestens genauso empört gewesen. "Ich bin schon immer leicht krank geworden und zu viel Anstrengung, auch wenn ich nur die Stufen im...", das Wort Foyer gab es in Thria bestimmt nicht, "... in meinem Heim nach oben gelaufen bin, konnte es sein, dass ich keine Luft mehr bekam. Das ist immer noch so, auch wenn ich weitaus mehr geschafft habe, als man mir je zugetraut hat, nicht zuletzt wegen Nayantai. Ich war eingesperrt, ja, aber nur zu meiner Sicherheit.", versuchte er zu erklären. Jetzt, da er in Thria war und durch halb Adrestia gereist war schien es unsinnig und Rain konnte nicht behaupten, dass er nie darunter gelitten hatte, aber es geschah nicht aus Böswilligkeit.

      "Ich bin vielleicht jünger als ihr, aber wir sind alle noch jung.", widersprach Rain. Wenn hier jemand alt war dann Rikiya, aber das behielt Rain für sich. Als er sie allerdings auf ihren Fehler hinwies, schien Khojin einen Moment zu brauchen. Sie erklärte ihre Verwirrung und Rain fragte sich immer noch, ob er wirklich wie ein Mädchen aussah und klang. Zumindest an seiner stimme sollte man das doch erkennen? "Macht es denn einen Unterschied?", fragte er dennoch, auch wenn es einen für ihn machte. "Ich dachte immer ihr seht kaum einen Unterschied zwischen Mann und Frau, anders als wir in Adrestia. Ich meine... also, du bist eine der stärksten Krieger hier, kannst dich mit allen messen, in Adrestia haben wir keine Frauen in unseren Armeen." Und Menschen wie er ruhten sich ebenfalls zu Hause aus... "Rikiyas Gesellschaft ist jedenfalls angenehm und definitiv nicht mit Nayantais Art zu vergleichen." Rain lächelte. Rikiya erzählte ihm ständig von seiner Jugend und von seinen Kindern als sie noch Kinder waren. Er war ein sehr sentimentaler Mann und erzählte ebstimmt auch die ein oder andere Geschichte die Nayantai und Khojin peinlich wäre.
    • Rain erklärte Khojin schlussendlich ein wenig zu viel - war es das denn? - nur, damit sie sich schließlich selbst fragen musste ob sie das wohl alles so recht verstanden hatte. Gestört hätte es sie nie, hätte sie weiter mit der Einbildung gelebt, Rain wäre eine von ihnen, aber das war ihr wohl nicht vergönnt. “Hilft es denn nicht, wenn du zumindest ein wenig draußen gewesen wärst oder glaubst du, das hätte dich nur noch kränklicher gemacht?” Khojin kannte keinen Thrianer, dem es auch nur annähernd ähnlich ging wie Rain, wobei sie dabei bedenken musste, dass sie nicht wusste, wie andere Stämme ihre Kranken behandelte. Lebten sie unbescholtene Jahre an der Seite von anderen oder wurden sie so ausgesetzt wie in Nayantais Gehirngespinsten, welche allesamt auf alten Geschichten basierten? Wer wusste schon, ob Yayoi und ihre widerlichen Kannibalen nicht alles fraßen, was sie in die Finger bekamen - ein Kranker mehr würde sie schon nicht stören. “Nayantai würde vermutlich etwas dummes sagen, wie, ich kann dich ja eine Anhöhe hochjagen, das hilft bestimmt!”, sie gab dabei eine Nayantai Impression zum Besten, die ein wenig hohlköpfiger klang als es der Idiot wohl wirklich war. Gut so. “Ich denke, du hast wahrscheinlich schon alles probiert … wie gut ist deine Ausdauer? Du gehst spazieren?”

      “Auf wen bezogen? Meinen Vater? Der besteht doch schon aus Staub.” Rikiya war jemand, der auf sie so wirkte, als wäre er oft nicht für die Ewigkeit gemacht - er war eine warme, einladende Präsenz, wenn ihn nicht gerade etwas aus den Spuren seines Lebens warf, dazu zwang, eine ernste Miene aufzusetzen, die keiner von ihnen so recht deuten konnte, nur, um schlussendlich nichts zurückzulassen. Khojin wünschte sich, dass es anders wäre, hoffte, dass nicht jeder Thrianer wie Sand in einer Uhr sein würde, dessen Zeit langsam ablief. “In der Hinsicht nicht.”, gab sie weiterhin beschämt zu und ließ sich auf Rains Bett nieder neben ihm. Also musste sie keine komischen Gespräche mit ihm führen, welche die zwei Pappnasen eventuell verabsäumt hatten. Sie räusperte sich. “Sagen wir einfach, wir hätten uns beide ziemlich geschämt, hättest du nichts gesagt.” Nicht auf die gute Art und Weise, weil es so offensichtlich war. Einen Arm um Rains Schulter später zog sie ihn plötzlich näher an sich heran. “Nayantai ist trotzdem nicht zu grob zu dir?”, flüsterte sie, bevor sie wieder losließ und gesunden Abstand von Rain nahm, so wie sich das auch gehörte. War Khojin mehr wir Nayantai oder Nayantai mehr wie Khojin? Sie konnte sich das auch selbst nicht beantworten. “Da hast du wohl recht. Vermisst du etwas? Brauchst du etwas?”
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    • "Ich weiß es nicht. Aber ganz offensichtlich werde ich so oder so krank.", antwortete Rain, dessen Körper seine Aussage mit einem leichten Hustenanfall unterstrich. Mindestens einmal im Jahr, wenn nicht öfter und es machte es nicht gerade einfacher, dass ihm so gut wie immer kalt war. Rain wusste eigentlich gar nicht mehr wie es sich anfühlte nicht irgendwo Schmerzen zu haben, das wenigste davon war seinen Verletzungen geschuldet. Als Kind war er definitiv auch herumgelaufen, selbst wenn er oft dafür ermahnt wurde, oder er doch nicht so weit kam wie er es sich vorgestellt hatte. Wenn er dumme Ideen bekam hatte man ihn meistens zu sich genommen und stattdessen gelesen, oder mit ihm Karten gespielt. "Berge und Stufen sind meine Erzfeinde...", versuchte Rain sich an einem Scherz, aber es stimmte, Nayantai hätte so etwas in der Art gesagt, aber mittlerweile machte er sich selbst viel zu viele Sorgen um Rain. "Ich gehe zu Mei und zurück, hole manchmal Essen,..." Auch wenn Khojin gerade freundlich war, es gab immer noch einige die lieber nicht daran erinnert wurden, dass ein Schaf in ihrer Mitte lebte und dementsprechend klang ein Spaziergang nach einer schlechten Idee. Die Kälte war eine andere Sache.

      "Er altert jedenfalls viel zu schnell, wenn er sich immer so viel auf die Schultern lädt.", antwortete Rain. Irgendwie hoffte er Khojin würde nicht, ähnlich wie Nayantai, anfangen Rain überall hinzuzerren weil sie nicht einsehen wollte, dass er niemals mit anderen mithalten konnte. Er fühlte sich wesentlich älter als Nayantai oder Khojin, oder sogar Rikiya und gemessen an der Zeit die ihnen auf dieser Welt vergönnt war, war das wohl gar nicht so verkehrt. Er hätte sich Nayantai nicht so annähern sollen, natürlich würde er Rain überleben und dann...? "Klinge ich wirklich wie eine Frau...?", wollte Rain wissen und seufzte. Khojin kam näher und obwohl sie eigentlich nur Frau zu Frau sprechen wollte und sich das nun erledigt hatte, schien sie trotzdem an Rains wohlergehen interessiert. "Nein. Wenn überhaupt beschützt er mich zu sehr." Rain löste das wohl in Menschen aus, aber dadurch wurde er auch seltener ernst genommen. "Nein, mir geht es gut." Natürlich vermisste er allerlei Dinge, aber daran konnte Khojin nichts ändern, oder sonst irgendjemand. Rain vermisste ein heißes Bad, ein weiches Bett, seine Bücher, das Essen in Fhaergus,... er vermisste die Menschen die er sein Leben lang um sich gehabt hatte und er machte sich Sorgen was aus ihnen und seinem Land geworden war.
    • "Und nichts hilft?", wollte sie sich erkundigen. Khojin wusste nicht, ob sie Rain eine bessere Lösung darbieten konnte, als es ein Heiler oder ihr Bruder tat, der den Wonnepropen besser kannte, als sie es jemals würde. Ihre Auffassung ergab zumindest, dass Rain keine Made war, die sich freute, von jemandem wie Nayantai einfach mitgerissen zu werden und sich an ihm zu nähren, seine Lorbeeren mit zu ernten, sondern dass er viel lieber eine eigenständige Person war, die sich um sich selbst kümmern konnte, wenn es denn von Nöten wäre. Wie lächerlich solch eine Existenz doch sein musste, allem voran für einen Mann der anscheinend nicht als solcher durchzugehen schien, zumindest nicht bei den Thrianern. "Dir geht die Luft aus?", riet Khojin auf die Aussage hin, wusste aber nicht, wie viele davon es waren, oder ob Rain es eine Anhöhe heraufschaffte, aber den Weg nach unten schon so ungemütlich finden würde, dass er lieber auf ungeradem Wege stehenblieb und hoffte, die Luft, die ihm gerade aus den Lungen stieß, würde wieder in sie zurückfinden. Wie kläglich so ein Leben sein musste. "Nimmt Nayantai dich nicht mit, wenn er die Siedlung verlässt? Worauf wartet er? Dass du schimmelst oder Moos auf dir wächst? Dich hier sitzen zu lassen wird deine Ausdauer auch nicht verbessen." Ganz im Gegenteil, Khojin verstand das wohl besser als so manch andere Person, mit welcher sie sich ihr Blut teilte.

      "Das hat mein Bruder auch von ihm. Die beiden stehen sich wohl in nichts nach, nur, dass unser Vater um einiges verbrauchter ist." Sie wusste, dass sie sich schlecht als Königin dieses Landes eignete, und doch war ihr in den letzten Jahren eigentlich nicht viel übrig geblieben. Khojin hatte sich von den Wellen treiben lassen, die sie aus der Kluft schwemmten, in der sie seit Nayantais Geburt festgesessen hatte. Wollte sie das? Eine Frage, die sie sich schon damals nicht sonderlich gut beantworten hatte können. "Hah? Ah, nein. Verunsichert dich was ich gesagt habe?" Jetzt fühlte sie sich fast schon schlecht, wohlgemerkt auch deswegen, weil sie dieses Fettnäpfchen hätte vermeiden können, hätte sie schlichtweg ihren Mund gehalten. Erpicht darauf, zumindest einen Fehler richtigzustellen, schüttelte sie den Kopf. "Das nicht, aber für einen typischen Thrianer wirkst du eher wie eine Frau, weißt du? Zierlich, klein, schüchtern ... ich kenne dich aber auch nicht wirklich gut, muss ich gestehen." Damit hatte sie wenigstens heute einmal recht, der Rest davon schien fragwürdig. Wie dem auch sei, es sollte sie nicht weiter stören. Wieso auch? Sie hatte das gesagt, was es zu sagen gab - Rain konnte es akzeptieren, ob er wollte, oder aber nicht. "Mhm, das ist wenigstens gut. Vermisst du ihn?"
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    • "Nichts was die Mediziner in meinem Land versucht haben und eure Heiler konnten mir bisher auch nicht viel helfen." Wie oft er diese Geschichte wohl schon erzählt hatte? Jeder fragte ihn ob man denn auch alles versucht hätte, ob es nicht noch irgendetwas gab das man tun konnte, aber die Antwort war schlicht und einfach, nein und Rain hatte genug von Hoffnungen die niemals Wirklichkeit werden würden. Dass er hier war bweiste zwar, dass es nicht so schlimm um ihn stand wie gedacht, aber es macht ihn nicht stärker, oder gesünder. Für einen Großteil der Reise hatte Rain auf einem Pferd gesessen, oder Nayantai musste ihn tragen. "Ich glaube die längste Strecke die ich je zurück gelegt habe, mit Pausen, war auf unserer Reise hier her... nachdem Nayantai, naja... mich verteidigt hat und sein Auge... Ich bin einen ganzen Tag lang durchgegangen um Medizin für ihn zu besorgen." Er hatte es beinahe nicht zurück geschafft, musste sogar irgendwo alleine übernachten, weil er so langsam gewesen war. "Einmal habe ich ihn zum Fischen begleitet, aber ich bin nun mal sehr langsam, mein Bein funktioniert auch immer noch nicht richtig und Nayantai wollte denke ich auch alleine sein... Einmal wollte ich gerne einen Ausflug machen, aber daraus hatte er damals auch nicht so wirklich Lust." Und viel mehr hatte Rain es dann auch nicht mehr versucht. Nayantai hatte genug mit sich selbst zu tun, Rikiya hatte selten Zeit und Rain war erwachsen, also sollte er auf sich selbst aufpassen können und nicht ständig jemandes Hilfe brauchen.

      "Du machst es ihm aber auch schwer im Kriegsrat.", erklärte Rain, obwohl er nur wenig davon mitbekam. Rain hörte zu und las was Rikiya mit in sein Zelt brachte, aber er war zu diesen Dingen verständlicherweise nicht eingeladen. "Als Nayantai in Fhaergus Interesse an mir gezeigt hat, dachte ich zuerst auch er hält mich für eine Frau... mehr aber weil es in Adrestia verboten ist, dass ein Mann eine Affaire mit einem anderen Mann hat.", erklärte er. Wie viele hier dachten dasselbe von ihm? "Ja, ich vermisse ihn sehr... es ging ihm gerade erst wieder etwas besser. Er war kaum er selbst, als wir hier angekommen sind, also... weder der den du kanntest, noch der den ich kennen gelernt habe, schätze ich. Er hat endlich mal wieder gelächelt und jetzt ist er fort." Rain blieb ständig alleine zurück...
    • "Dann kennst du deine Grenzen sowieso. Ich will dir keine falsche Hoffnung geben, oder dich dazu motivieren, dass es irgendwann besser wird - du weiß selbst wahrscheinlich gut genug, dass du mehr oder minder bald an das Ende deiner Kräfte kommst." Während Nayantai sich gerne selbst seinen eigenen Optimismus vorgaukelte, so schien Khojin diejenige zu sein, die den blanken Tatsachen einfach ins Gesicht blickte und entschied, dass es nicht mehr besser wurde. Diese Entscheidung konnte sie Rain zwar nicht abnehmen, sie hoffte allerdings, dass er zumindest so schlau war, sich selbst nur das anzumaßen, das er auch erreichen konnte. Wenigstens schien er nicht unvernünftig. "Einen ganzen Tag lag?" Also schien es doch noch so, als könne dieses kleine Häufchen Elend sich zumindest eine Sekunde lang mit sich selbst beschäftigen, auch, wenn er wohl oder übel gerade die Flinte ins Korn warf. Eine solche Tugend besaßen wohl auch eher weniger Menschen. "Verstehe. Ich denke, wenn du musst, dann kannst du, aber ich schätze dich nicht so ein, als würdest du dich unbedingt dazu foltern wollen. Wenn du sowieso nie lange unterwegs warst, dann hast du fast keine Ausdauer ... nur ein wenig spazieren wird dir nicht unbedingt die Möglichkeit geben, dich ausgerechnet mit Nayantai um Fische zu prügeln. Optimistisch gesehen, was ich eigentlich selten tue, wird es dir das Treppensteigen vielleicht ein wenig leichter machen? Wie dem auch sei, es hilft dir nicht wirklich, auf deinem Hintern zu sitzen, aber mit dem Bein kannst du nicht unbedingt Kräuter sammeln gehen."

      Was für ein Dilemma diese Thematik doch zu sein schien. Khojin glaubte weder, dass sie Rain helfen konnte, noch, dass dieser ausgerechnet Lust auf sie als Motivator hatte, wenn ihr Bruder die für das Schaf attraktiver Version war. "Ich muss ihn in Schach halten. Meine Mutter hat ihn auch nie zur Ruhe kommen lassen und seine meisten Generäle und was auch immer sie sein möchten bejahen zu viele seiner dummen Ideen.", stellte sie klar, als müsse sie sich vor Rain rechtfertigen. Was glaubte dieses ... nein, eigentlich war das gar nicht schlecht. Ob Rain irgendwelche hinterlistigen Schaftaktiken kannte? Sie würde ihm das ein oder andere Manöver vielleicht doch noch abluchsen können, schien es doch so als wäre er wenigstens an der Idee einer Taktik interessiert. "Pah, der?" Sie verzog ihr Gesicht, sah beinahe so aus, als würde sie in Tränen ausbrechen, weil sie belustigt war und doch glaubte sie nicht, dass Rain sie wirklich verstand oder überhaupt daran glaubte, sie würde ihn verstehen. "Dem ist vollkommen egal, was du bist. Mir eigentlich auch.", keifte sie, schien dabei aber doch amüsiert. "Ihr seid komisch, wieso sollte es irgendjemanden interessieren dürfen, wen ihr liebt? Aber das hast du dir wohl auch nicht ausgesucht." Manche Stämme in Thria schienen auch nicht gerade an der Narrenfreiheit interessiert, die unter ihnen eigentlich vorherrschte, und doch, was machte das schon aus? Khojin seufzte als Rain ihr schlussendlich erzählte, was oder wer es war, den er vermisste. Sie nickte. "Ich bin nicht hierhergekommen um mich über meine Gefühle auszulassen, nur denke ich mir, wenn ihn jemand versteht, dann du. Ich bin froh, dass es ihm wenigstens ein wenig besser geht ... ich wünschte ich könnte mehr für ihn tun." Senil und aufgeweicht war sie also auch schon, was für ein Reinfall.
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    • Rain fragte sich wie alt er wohl werden würde, aber er konnte sich nicht vorstellen irgendwann Rikiyas Alter zu erreichen. Er konnte nichts daran ändern, so war es eben und jedes Mal wenn er eine dieser Krankheiten bekämpfte, kam er geschwächt daraus hervor. Das Rasseln in seiner Lunge wurde ein ständiger Begleiter, ebenso wie die Steifheit in seinen Gliedern. "Es ist denke ich noch ein wenig komplizierter als das.", entgegnete Rain. Es war nicht so als müsse er einfach nur trainieren, so wie alle anderen auch. Das half ihm wenig, ebenso wie er noch so viel essen konnte, ohne auch nur irgendwie zuzunehmen, als würde alles an Energie einfach aus ihm heraus gesaugt werden. Bestimmt konnte auch er an sich arbeiten, aber er würde niemals so stark wie Nayantai, oder Khojin werden, oder wie jeder andere in seinem Alter. Er war eigentlich noch jung, aber er fühlte sich wie ein alter Mann und genau wie ein alter Mann, konnte auch er nichts daran ändern, dass er mit anderen nicht mithalten konnte.

      "Sind seine Ideen so schlecht?", wollte Rain wissen. Die Wölfe verloren mehr und mehr an Land, aber das lag auch an ihrer Unterzahl. Rain wollte helfen und hatte Rikiya gesagt was er konnte und wenn er glaubte seine Späher gingen eine falsche Route, dann kritzelte er eine Notiz auf Rikiyas Pläne, aber am Ende hatte Rain nie gekämpft und wollte sich nicht mehr anmaßen als das. Ideen hatte er, manchmal hatte Rikiya Zeit zuzuhören, manchmal aber auch nicht. Rain war allerdings bewusst, dass Nayantai egal war was unter Rains Kleidung versteckt war, aus mehr als nur einem Grund. "Blut ist sehr wichtig in Adrestia. Wichtige Häuser verheiraten ihre Kinder und nur leibiche Kinder können erben sein und außerdem ist die Ehe ein wichtiger Vertrag, laut den Geistlichen.", erklärte Rain Khojin seine Welt. Das hieß nicht, dass er zustimmte, aber es war nun einmal so. Rain blickte Khojin an und seufzte leise. Er war nicht sicher wie viel er sich herausnehmen sollte, er wollte sie nicht verärgern. "Ich denke er hätte sich gefreut, wenn du ihn verabschiedet hättest... ich glaube er fühlte sich hier nicht willkommen."
    • Unterschied man wahr und falsch wie schwarz von weiß, wusste man erst, dass es in diesem Leben nicht mehr gab, als im Nächsten - Khojin glaubte nicht, dass sie passende Worte für Rain fand, der so offensichtlich lieber seine Flügel entfaltete als stillzusitzen und innezuhalten, die Arbeit die er nicht schaffte den Anderen zu überlassen und gleichzeitig wusste sie nicht, ob sie ihn nicht schon wieder falsch einschätzte. Alles, das sie über Rain zu wissen schien, wurde immer und immer auf den Kopf gestellt, oder schlug sie einfach Saltos ohne es zu merken? "Wahrscheinlich. Naja, über verschüttete Milch hast du vermutlich lange genug geweint?", wollte sie wissen, wusste aber wohl auch gleich, dass sie sich die Antwort eher denken konnte. Khojin war Niemand, der nicht glaubte, gesehen zu werden oder missverstanden zu werden, ohnehin nicht mit Absicht. Rain verstand sie, so wie sie ihn verstand und auch, wenn ihr der Akzent ein wenig auf den Nerv ging, so konnte sie nicht behaupten, dass sie sich mit der Schafsprache in so kurzer Zeit unbedingt besser anstellen würde. Viel Trubel um nichts war, was all das im Endeffekt darstellte.

      "Manchmal. Seitdem du hier bist sind sie weniger schlecht.", warf sie ein, unsicher, ob sie Rain gerade bei irgendetwas ertappte oder ob sich ihr Vater einfach besser konzentrieren konnte, weil er zumindest wusste, dass sein Sohn lebte, irgendwie, anstatt von endlosen Horrorszenarien zerfressen zu werden. Khojin konnte schlecht behaupten, dass sie nicht auch von den Gedanken geplagt wurde, die ihren Vater heimgesucht hatten, sich keine Vorwürfe machte, ihrem Bruder nicht zur Seite gestanden zu sein und sich immer öfter fragte, ob sie nicht mehr tun hätte können, bevor all das passiert war, worüber Nayantai einfach nicht sprechen konnte oder wollte. "Nicht anders als für manche Thrianer, schätze ich. Trotzdem ist es fast erbärmlich solche Dinge von seinem eigenen Fleisch und Blut zu verlangen, weil man glaubt, dass man noch ein Recht auf den Besitz davon hat." Khojin würde sich von Rikiya bestimmt nichts sagen lassen, kein einziges Wort. Die Schafe waren mehr als nur verrückt, so viel stand fest. "Meinst du? Ich weiß nicht. Auf mich wirkt er eher überfordert, als hätte er nie damit gerechnet, das hier alles wieder zu sehen." Wo auch immer die Winde Nayantai hin verweht hatten, das, was sie ihr nun wiederbrachten war bei weitem nicht alles von ihm. Jämmerlich, wenn man bedachte, dass sie selbst nicht wusste, wo sie seine Splitter fand.
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    • "Ich musste mein ganzes Leben damit zurecht kommen, daran wird sich auch nichts ändern." Aber jetzt hatte er Nayantai für den es sich zu kämpfen lohnte. Andernfalls hätte er wohl schon aufgegeben und ohne Nayantai wäre er vielleicht auch einfach umgebracht worden. Er glaubte nicht, dass Nayantais Anwesenheit der einzige Auslöser für den Angriff auf Fhaergus war und Nayantai war derjenige der ihn gerettet und bis hierher geschleppt hatte. Jedes Mal wenn Rain an Fhaergus dachte hatte er ein schlechtes Gewissen, weil er sein Land und sein Volk einfach so im Stich gelassen hatte. Sein Vater hätte bestimmt gekämpft, bis zum Ende, Rain war einfach davon gelaufen und drehte sich nicht einmal um, um zu sehen wie viel Schaden angerichtet wurde. Er saß einfach nur hier und tat gar nichts.

      Wenigstens konnte er hier helfen, ein wenig zumindest, wie es schien, aber es würde Thria auch nicht aus seiner misslichen Lage retten, stattdessen gewannen sie nur etwas Zeit. Thria hatte nicht genug Kämpfer, zumindest keine die sich zu einer größeren Front zusammenschließen würden und ihnen gingen die Ressourcen aus. Khojin sagte so in etwas dasselbe, das Nayantai auch gesagt hatte als Rain ihm seine Welt erklärte. Rain hätte sowieso nie Kinder gehabt und somit auch keine Erben, wäre Fhaergus also ohnehin veroren gewesen? "Ich denke er hat es gehofft, es sich aber anders ausgemalt als es war. Er hat mir viel erzählt, auch von Dingen die er mir zeigen wollte. Ich glaube er dachte alle seine probleme wären gelöst, sobald er zu Hause ist." Aber dem war nicht so.
    • "Außer wir finden einen Wunderheiler, aber seien wir uns ehrlich, dann wäre all das hier ein Ammenmärchen und nicht die Realität in der wir leben." Es war weder so, dass sie beide einander vertrauen mussten, noch wollte Khojin es wagen, Rain falsche Hoffnungen zu machen. Anfangs dachte sie wirklich noch, dass er jemand war, der sich lieber wie die Made im Speckmantel fühlte, sich für jemanden ausgab, der er nicht war, damit jemand wie Nayantai an ihm haften blieb, wie eine Klette die alles richtig machen musste. Jetzt fühlte sich eben jene Annahme falsch und verlogen an - Khojin glaubte beim besten Willen nicht, dass sie es schaffen würde, einen für sie beide passenden Wortlaut zu finden, oder jemals ein und dieselbe Sprache auf demselben Level zu sprechen. Sie hasste Rain nicht, das würde sie sich selbst nicht zutrauen, aber das, was er war, verabscheute sie noch immer abgrundtief, weil die Schafe es waren, die ihr schlussendlich alles genommen hatten. Was für ein widerliches Pack.

      Nayantai hatte sie wieder und doch war er nicht für die Ewigkeit bestimmt, glitt ihr durch die Finger und verschwand am ewigen Horizont, als wäre es seine Aufgabe ein wandelnder Geist zu sein, der glaubte, seine Sünden büßen zu können, indem er nach der Pfeife derjenigen tanzte, die ihn ohnehin nicht als lebendig akzeptieren konnten. Khojin hasste den Gedanken daran, ihren Bruder so zu sehen - hassten die Gegebenheiten, die diese Gedanken überhaupt auslösten und brachten sie dazu, sich zu fragen, ob es denn richtig war, ihn einfach so zu vergessen, käme er von einer seiner endlosen Reisen einmal nicht wieder. "Er wird bemerkt haben, dass es das nicht tut - und dann ist er in ein Loch gefallen, aus dem er sich nicht heraushelfen lassen wollte. Als wäre er in einen Brunnen gefallen und hatte Licht auf ihn herabstrahlen sehen, mitten in der Nacht, aber es war keine Laterne, sondern eine Mondfinsternis ... wie unsinnig." Ehe sie noch länger Zeit damit verbrachte, Rain die Ohren abzukauen, klatschte sie in die Hände, mit dem aufgebrauchten Leder der alten Handschuhe dazwischen. "Ich sollte mich wieder um meine Arbeit kümmern. Vergiss dein Essen nicht, sonst ist Mei sicher besorgt.", witzelte Khojin noch knapp, dann war sie auch schon wieder dabei, sich einzukleiden. Vom Zelteingang weg warf sie noch einen prüfenden Blick in Rains Richtung, hielt vier Finger hoch - der Daumen an die Handinnenseite gedrückt - und verabschiedete sich damit. Schnee rieselte erneut vom Himmel.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain konnte nur halbherzig lächeln. Die Hoffnung auf ein normales Leben bestand nicht. Egal ob Wolfs- oder Schafmedizin, niemand würde ihn gänzlich von seinem Leiden heilen können und vor einem Jahr war es ihm auch egal gewesen. Er hatte nichts wofür es sich noch zu leben lohnte und sein Vater war immer noch der Fürst von Fhaergus. Jetzt hatte er Nayantai udn war selbst der rechtmäßige Erbe, der mehr tun sollte als sich in Thria zu verstecken und allen hier nur zur Last zu fallen, sogar Khojin. Sie hatte ihre eigenen Probleme und sie sorgte sich um ihren Bruder. "Ich wünschte du wärst mit ihm gegangen. Dann wüsste ich, dass er heil wieder zurückkommen wird.", lächelte er, aber Khojin schien die Sentimentalität zu viel zu werden. Sie sprang auf und zog sich an. "Danke.", nickte Rain und versprach damit auch ein wenig zu Essen. Khojin war schnell verschwunden und Rain war wieder alleine.

      Er nahm sich noch einen Moment bevor er aufstand und sich dem Essen widmete. Er wollte nicht im Bett essen, also setzte er sich an den Tisch vor dem Feuer, alleine. Sonst hatte er doch auch immer alleine gegessen, weil seine Bediesnteten alle darauf bestanden hatten, dass es sich nicht gehörte mit ihm zu essen. Einzig und allein sein Arzt gesellte sich hin und wieder zu ihm. Rain fragte sich, warum er eigentlich nie mehr von ihm gelernt hatte. Er war doch so wissbegierig und trotzdem hatte er nie versucht einen Fuß in diese Richtung zu setzen. Mei mit den Kräutern zu helfen war einfach, aber sie brauchte seine Hilfe eigentlich gar nicht. Vielleicht konnte er mehr tun. Rain zog an den Plänen die Rikiya in seinem Zelt zurückgelassen hatte und die Rain nun schon viele Tage nicht mehr verfolgt hatte. Auch wenn sie besser auf die Bewegungen Adrestias vorbereitet waren, Verluste gab es immer wieder einmal, Späher, die einfach verschwanden und wenn es so war, war es wohl nur eine Frage der Zeit bis man diese Siedlung fand. Es musste doch einen besseren Weg geben als sich zu verstecken und ein paar Lagerhäuser auszurauben. Mehr Eisen hatten sie jetzt, sowie Öl und Holz. Rain vergaß sein Essen ein wenig, während er Rikiyas Notizen in Ordnung brachte und eine sauberere Auflistung aller Ressourcen, inklusive Kämpfer zusammenstellte und dannach ließ er seinen Ideen ein wenig freien Lauf, auch wenn er Mal um Mal gegen eine Wand, die sich Adrestia nannte, zu laufen schien.
    • Rikiya hatte seine Hände voll mit Dingen, die er liebend gerne an jemand anderen abgedrückt hätte, auch, wenn es ungemein klar war, dass das Kreuz des Königs ebenfalls von jemand getragen werden musste, selbst dann, wenn die Person, die es sich auf den Rücken band, gar nicht erst hier sein wollte. Eine Schande war es für manche, so zu denken und doch war ihm klar, dass seit Rain's Erscheinen, seit der Wiederkehr seines verschollenen Sohnes, so viel anders war, als Rikiya es eigentlich gewohnt war. Nachts, wenn er glaubte, er träumte tief und fest über die Nichtigkeiten in seinem Leben - die Verluste, die Schmach, den Hass - war es stattdessen eine Welt, aus der er sich vor einer halben Ewigkeit gewunden hatte. Allem voran zuerst Caelan, gefolgt von seiner ehemaligen Familie, seinem Bruder und Henry, der ihm ebenfalls nicht aus dem Kopf gehen wollte. Seine Nerven lagen manchmal blank, vor allem dann, wenn er zu wenig Schlaf bekam und glaubte, eines seiner Gehirngespinste irgendwo zwischen Zelteingang und neben seinem Bett stehen zu sehen - zurück blieb lediglich ein kalter Windstoß, der Schnee durch die Luft wirbelte und ihn zweimal blinzeln ließ.

      Nachts verlangte er nicht nach viel. Nayantai schien ohnehin stiller geworden zu sein - kein gutes Zeichen - und doch fand er keine Zeit, sich alledem wirklich zu widmen ohne seinen Sohn in seiner Freiheit einzuschränken oder sich Sorgen darüber zu machen, wie er sich um alles in seinem Leben kümmern sollte und gleichzeitig noch ein Lächeln auf den Lippen trug. Manchmal zweifelte er daran, dass er so wirklich glücklich war, nur, damit ihm dann wieder einfiel, dass das eigentlich genau das war, was ihn an sich zweifeln ließ. Rikiya wusste am nächsten Morgen weder, wie lange er geschlafen hatte, noch, wie tief oder wie fest - seine Haare standen ihm zu Berge und sein Hals fühlte sich trocken an, ein Vorreiter dafür, dass er sich wohl angesteckt hatte, weil er sich dieses Zelt noch immer mit Rain teilte, der noch immer nicht wieder ganz auf den Beinen schien. Greinend kletterte der alte Mann aus seinem Bett, versuchte sich dabei so leise wie möglich selbst zu verfluchen und erspähte erst dann die Pläne, die er Rain so gut es ging wieder dorthin zurückgebracht hatte, wo Rikiya sie liegen ließ - dumm nur, dass er selbst jetzt noch ein feines Auge für jede Bewegung hatte und heute ausgerechnet nicht glaubte, dass er sich noch beeilen musste. Stattdessen sah er sich lieber an, von welchen Ideen sein Schwiegersohn wohl träumte.
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    • Die wenigen Wölfe die hier lebten waren nicht genug für einen Frontalangriff und selbst wenn sie es wären, Adrestia würde mit mehr Truppen zurückschlagen. Ein Schiff zu kapern würde sie auch nicht weit bringen, auch dort waren sie in der Unterzahl und selbst wenn sie einen Ort hätten, den man verteidigen konnte, anders als ein Zeltlager auf einem großen Feld, dann würde man sie dennoch schnell einkesseln und aushungern. Dementsprechend war diese Position vielleicht gar nicht so schlecht und Rain dachte über all dies nach wie ein Schaf, das es gewohnt war hinter einer steinernen Mauer zu sitzen. Nichts wollte so recht funktionieren und wenn er seine Gedankenexperimente durchspielte, verursachte alles nur noch mehr Leid. Sie brauchten mehr Truppen und eine bessere Basis, nichts davon würde ihnen einfach zufliegen und jede Menge Ideen wurden schnell wieder durchgestrichen. Irgendwann wurde Rain zu müde und er legte Rikiyas Pläne dorthin zurück wo er sie gefunden hatte. Seine eigenen Notizen wollte er eigentlich für sich behalten und beließ sie auf seiner Seite des Raumes bevor er ins Bett ging.

      Als er am nächsten Morgen aufwachte war er überrascht ein Rascheln zu hören. Die Siedlung war immer in Bewegung und nie sonderlich leise, aber das Geräusch kam vom Inneren des Zeltes. Als Rain die Augen aufschlug und sich umsah war er überrascht Rikiya zu sehen. Normalerweise begegneten sie sich kaum und eher Abends, er war immer so früh auf den Beinen. "Du bist noch hier?", fragte Rain während er sich aufsetzte und sich die Augen rieb. Rikiya brütete wohl über Rains aufgeräumten Notizen, wo nicht mehr alles in irgendein Eck gekritzelt war, sondern schön und leserlich aufgelistet, wenn auch auf Adrestianisch. Rikiya war der Einzige der all das lsen können musste, aber als Rain einen Blick auf sein Nachtkästchen warf, war dort alles leer. Er sprang regelrecht auf und beeilte sich zu Rikiya um zu sehen was er da las. "Ah... das war eigentlich nicht für dich bestimmt." Rain war zu höflich um ihm das Papier einfach aus der Hand zu reißen, aber er hätte es gerne getan.
    • Sich an den Dingen Anderer zu bedienen schickte sich eigentlich nicht, aber seine Laune war schon schlecht genug, als dass er lange darüber nachdachte. Hier und jetzt konnte er sich wohl auch selbst sagen, dass es Sinn machte, wenn er sich einfach nur auf das, was Rain zusammengeschrieben hatte, konzentrierte und, da es sich nicht unbedingt um einen Liebesbrief handelte, war Rikiya nicht gerade gewillt, einfach irgendwo in der Mitte aufzuhören. Seine ungebändigte Art ließ seinen Zeltgenossen aufschrecken, so schien es zumindest, und das verschmitzte Lächeln auf den Lippen des alten Mannes zeigte eine Spur von Reue, als er Rains raue Stimme hörte. "Dir auch einen guten Morgen.", belächelte er die Situation noch, so wusste er doch, dass sie beide sich wohl gerade am falschen Fuß erwischten. Bevor er sich noch großartig Gedanken zu Rains neuen Plänen machen konnte, hatte dieser sich wohl entschieden, dass er nicht unbedingt teilen wollte - er sah aus wie ein nasser Hund, nicht wahr? "Ja, ich habe anscheinend verschlafen. Außerdem fühle ich mich nicht gut, als hetze ich mich jetzt auch nicht. Das macht alles nur noch schlimmer." Im Bett zu bleiben war zwar keine Option, aber sich abzurackern und keine Luft zu bekommen noch viel weniger.

      Rikiya war alt, das konnte er sich selbst auch sagen - hier und da silberne Strähnen, die er sich anfangs noch frustriert herausgezupft hatte, als wolle er nicht, dass jemand dachte, er wäre viel älter, als er es eigentlich war. Heute kümmerte ihn das auch nicht mehr - viel eher interessierten ihn Rains Pläne, die ihn immer wieder amüsierten, weil sie neues Licht auf verbitterte Situationen warfen, an die wohl sonst keiner denken würde. "Eigentlich? Das sind gute Ideen." Dennoch würde er sich keine davon abkupfern. Kaum hatte er sich an ihnen satt gesehen, legte er sie Rain wieder in die Hand. "Tut mir leid. Ich wollte dich weder wecken, noch in deinen privaten Besitzen stöbern. Ich hoffe, du kannst mir noch einmal verzeihen? Ich mache es auch wieder gut.", suggerierte der König, der sich eine Freude daraus zu machen schien, seinen Schwiegersohn hin und wieder zu verhätscheln, mitunter aus gutem Grund. Zumal, wenn er den Worten Rains Glauben schenkte, dann war Caelan ungefähr so ein guter Vater gewesen, wie jeder zweite adrestianischer Adelige - abwesend. Wieso sollte Rain ihn auch anlügen?
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    • Rain hatte Rikiya nicht einmal einen guten morgen gewünscht und er hatte fast ein schlechtes Gewissen, mehr noch als Rikiya ihm sagte, dass er sich nicht so gut fühlte. "Ich hab dich doch nicht etwa angesteckt? Das tut mir Leid...", entschuldigte er sich schnell. Normalerweise war er derjenige der sich einfing was auch immer andere Leute plagte. Das Gute war, dass Rikiya diese Krankheit bestimmt besser wegstecken würde als Rain, er brauchte sich also keine allzu großen Sorgen zu machen. Viel wichtiger war, dass Rikiya Rains Kritzeleien immer noch begutachtete und nicht davon ablassen wollte, erst als er fertig war, reichte er Rain die Papiere und entschuldigte sich. "Ideen. Nichts weiter.", erklärte Rain schnell. "Ist schon in Ordnung. Das hier sind deine Notizen, ich habe nur etwas Ordnung hinein gebracht." Rain deutete auf die Papiere die sich bereits vor Rikiya befanden, vermutlich hatte er sich diese auch schon durchgesehen. Rain drehte sich um und brachte seine eigenen Notizen zurück zu seinem Bett, dann hing er etwas Wasser über das Feuer um ihnen beiden einen Tee zu machen. Er zog seine Kleidung enger, die er in der Eile gar nicht richtig festgebunden hatte.

      "Nichts davon würde funktionieren. Adrestias Streitmacht ist zu groß. Vielleicht ist es einfach besser auf einen Bürgerkrieg zu hoffen, der zeichnet sich sowieso ab.", erklärte Rain. Egal wie er es drehte und wendete, die Wölfe zogen den Kürzeren, zumindest wenn es nach seiner Auffassung ging. "Khojin war gestern hier.", teilte er ihm lieber mit, ein besseres Thema war sie auf jeden Fall. "Sie... hat ganz normal mit mir geredet und nach mir gesehen. Ich war etwas überrascht." Er untertrieb, sehr überrascht traf es eher, aber so schnell wie sie gekommen war, war sie auch wieder verschwunden. Rain hatte wohl etwas zu viel über Nayantai gesprochen, sie wollte wenn überhaupt eher eine lockere Unterhaltung. Rain blickte zu Rikiya und fragte sich, wie schlecht er sich wirklich fühlte. "Sie hat auch Kräuter von Mei gebracht. Die helfen dir bestimmt auch."
    • Entspannt wie sonst auch war Rikiya nicht, aber das bedeutete bei weitem noch nicht, dass er keine innere Ruhe besaß. Zu Rains Glück hatte er davon genug im Überschuss, manch anderer König hätte ihn wohl für alles belangt. “Mach dir nicht’s draus, erstens hin ich alt und zweitens teilen wir uns ein Zelt, das war so oder so voraussehbar.”, tröstete er ihn mit einem Kopfschütteln. Rikiya wollte sich nicht darum streiten, wer wem was antat, oder was besser gewesen wäre. Es war auch gar nicht weiter wichtig - alles, was er tun musste, war mit der Gesamtsituation ein wenig zufriedener zu sein, sich auf die Tugenden des Caelans zu berufen, den er in Erinnerung hatte und hoffen, dass die gute Laune nicht ausblieb. Einfacher gesagt als getan. “Ideen sind genau so wichtig wie konkrete Pläne. Ohne das Eine funktioniert das Andere erst recht nicht.”, stellte er klar. Damit sollte er recht behalten, komme was wolle. “Danke dafür.” Schicken würde es sich auch nicht, bedankte er sich nicht zumindest ein wenig für diese Art von Verhalten. Ob Rain Beschäftigung suchte? Oder einfach Lust auf solche Themen hatte? In der Theorie schien es so, als würde er Interesse daran hegen, ganz anders als Caelan … die Vergleiche würde er wohl nie wirklich loswerden.

      Verdutzt sah er Rain beim Aufsetzen des Tees zu. Sein Gast musste ihn nicht bedienen, schon gar nicht ungebeten, sich über die freundliche Geste zu beschweren schien eher so, als hätte er ein Problem, das sich nicht ergründen ließ. Rikiya seufzte sanft. “Ich hoffe einfach, dass wir genug Zeit haben um darauf zu warten … du musst mir außerdem keinen Tee kochen, aber ich bedanke mich.” Sie hatten Rain sei Dank mehr Ressourcen als zu vor, dennoch reichte das vielleicht noch eher dazu, einen Wald in Wezette auszudünnen und nichts weiter als das. Wie erbärmlich … “Ah, war sie das?” Facettenreich schienen ihre Gespräche immer - dieses, beispielsweise, hatte gerade eine neue Wendung angenommen die er so nie gedacht hätte. “Khojin und Nayantai sind sich nicht so unähnlich, oder?”, witzelte Rikiya noch. Seine Kinder waren sich manchmal zu ähnlich, weil sie sich Verhaltensweisen und allem voran Ausreden voneinander ausliehen und behielten. Scharlatane, beide von ihnen. “Insofern es angenehm war, glaube ich nicht, dass sie wiederkommt.” Heute? Morgen? Übermorgen? In drei Jahren? Rikiya fing schließlich damit an, sich zumindest die Haare zu kämmen und die Kleidung zu richten, damit er weniger aussah als wäre er wieder ausgespuckt worden. Ein Huste überkam ihn ohnehin. “Ja, apropos Mei, wie gefällt es dir dort eigentlich?” Irgendetwas fühlte sich falsch an, zu ruhig - das war Rain ohnehin, nur war er auch nicht das, was Rikiya meinte. Ironisch wäre es, wenn der einzige Tag in seinem Leben, an welchem er zu spät antanzte, der wäre, an dem man sie angriff, nicht wahr?
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    • Das letzte Mal als jemand anderes als er krank gewesen war, starben sowohl sein Großvater, als auch seine Mutter. Dementsprechend sollte er sich wohl nicht so sicher sein, dass Rikiya in Ordnung war, andererseits hatte er sich die Krankheit damals nicht eingefangen. "Ich... es tut mir trotzdem Leid...", erklärte Rain schnell. Das Wasser würde noch eine Weile brauchen bis es kochte, aber Rain konnte inzwischen die Kräuter vorbereiten. "Selbst wenn, meine Ideen sind nicht viel wert. Ich habe nie eine Armee angeführt, noch habe ich jemals selbst gekämpft. Mein Wissen stammt nur aus Büchern und den Berichten meines Vaters." Rain spielte sich selbst herunter, aber was er sagte war wahr. Er hatte keine echte Erfahrung, er war nicht sein Vater und auch nicht Rikiya der sich mit diesen Dingen schon viel länger beschäftigte als Rain. Am Ende war Rain wohl nur langweilig gewesen.

      "Es ist das Mindeste was ich tun kann.", erwiderte Rain und schüttelte seinen Kopf. Dann schenkte er Rikiya auch schon eine Tasse ein und fügte die Kräuter hinzu die Mei ihm ausgesucht hatte. "Sie sagte Mei hätte sie geschickt.", was Rain nicht so ganz glaubte, aber er ließ es auf sich beruhen. "Sie sind sich sehr ähnlich. Nayantai ist ein bisschen optimistischer, aber sie hat so ziemlich genau das wiederholt was Nayantai gesagt hat als wir uns kennengelernt haben." Außerdem war Nayantais Mauer schon niedergerissen worden, er war also empfänglicher für einen neuen Freund gewesen. "Ich unterhalte mich gerne mit Mei." Rain setzte sich und widmete sich seiner eigenen Tasse Tee. "Ich helfe auch gerne, aber ich glaube sie braucht meine Hilfe eigentlich gar nicht, sie kommt auch gut alleine zurecht." Es war nett von ihr, dass sie ihn nicht einfach davon schickte und Rain lernte einiges. Gerade wollte Rain noch etwas hinzufügen, da schlug jemand den Stoff des Zelteingang zurück. Er wirkte aufgebracht und es klebte etwas Blut an seiner Brust, das wohl nicht seines war. "Rikiya, ein Späher hat uns gerade berichtet, dass der Feind auf dem Weg ist. Khojin ist losgeritten um uns Zeit zu verschaffen!"