spellbound. (earinor & akira)

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    • “Ich könnte dir zumindest ein paar Sachen zeigen, aber ein wirklicher Experte bin ich in wenigen davon, das wissen wir beide. Du müsstest wirklich mit jemandem reden, der sich gut in seinem Handwerk auskennt und der es dir zeigt - was würde dich denn überhaupt interessieren?”, harkte er nach, sein Auge noch immer überall aber nicht auf Rain. Es brachte keineswegs etwas, all diese Dinge verschmälert oder anderweitig dumm darzustellen - Nayantai wusste, worauf er sich da eigentlich einließ und Rain war derjenige, der nach seinen Ideen leben musste. All das ging, an irgendeinem Punkt, Hand in Hand. “Weil es mich nicht sonderlich gestört hat. Zum Einen liegt das vermutlich daran, dass es hier nichts anderes ist, zum Anderen auch irgendwo, dass ich ziemlich lang im Bett eures Königs war. Das nimmt dir so ziemlich alle Hemmungen.” Gerade jetzt schien es so leicht darüber zu reden, und doch wurde ihm verdammt schlecht bei dem Gedanken allein - Nayantai wollte beim besten Willen keinen Vergleich zwischen einem Lamm und dem missratenem Teufel ziehen, der ihm heute noch den ein oder anderen Albtraum bescherte. Das hatte sein Ehemann nicht verdient. “Huh? Was dann?”, wollte er von Rain wissen, auf den er verwirrter denn je blicken wollte, aber nicht konnte.

      Stattdessen spießte Nayantai noch einen Fisch auf, der sich zu seinem Artgenossen im Korb gesellte - die beiden würden früher oder später ersticken, da war er sich gänzlich sicher, auch, wenn das wohl noch eine ganz kurze Weile dauern durfte. Die Kälte zog spurlos an ihm vorbei; so, wie sich das Wasser um ihn herum einen Weg um ihn bahnte, ihn ignorierte und gleichzeitig in die vorherrschenden Tatsachen einbaute. “Rein theoretisch haben wir unsere Hochzeitsnacht nicht wirklich ausgekostet.”, warf er ein. Nayantai wusste, dass er sich selten dazu beflügelt fühlte, an solches Geplänkel zu denken und noch seltener wirklich mit Rain schlief - sie hatten es versucht, nicht? Rikiya hatte sie gehört und alles, was er sich dabei dachte, war nun einmal, dass er seinem alten Mann nicht noch mehr Kopfschmerzen bescheren wollte. “Bist du frustriert?”, fragte er, einfach so, nachdem Rain ihm einen ganzen Schwall an Dingen erklärte. Für ihn hörte es sich so an, als hätte sein Lamm keine Ahnung davon, wo vorne und hinten war - das war auch in Ordnung, immerhin wollte Nayantai gar nicht hier draußen sein; Rain machte die Freiheit, die er nicht mehr wollte, dennoch erträglicher. “Also hättest du gerne mehr als ein bisschen kuscheln und herumknutschen?” Wenn Rain ihm eine unterschwellige Botschaft vermitteln wollte, so zog sie gerade an dem Wolf vorbei, der einen dritten Fisch fing, ihn vom Speer abstreifte und diesen dann nebst dem Korb in den Schnee legte, bevor er selbst aus den Wogen heraus stieg und auf Rain zu stapfte. Vor ihm ließ er sich auf die Knie sinken, der Schnee gab mit einem Knirschen nach, und seine Hände wanderten an Rains Schultern, damit er ihn näher ziehen konnte - ungefragt küsste er ihn, knabberte an seiner Unterlippe und steckte dem Lamm seine eigene Zunge in den Hals; eine der ungeniert platzierten Hände wanderte zwischen zwei Schichten von Rains Kleidung, auf der Suche nach nichts bestimmten.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ich... weiß nicht. Kochen vielleicht? Das passiert nahe eines Feuers, also wäre mir wohl warm... Körbe flechten könnte ich auch in unserem Zelt und störe dabei niemanden..." Rain hatte nichts davon jemals probiert, also konnte er nicht sagen was ihm gefiel und was nicht. Er war auch nicht sicher, ob er überhaupt handwerklich begabt war. "Ich weiß... und ich weiß, dass es dich belastet hat und vermutlich noch tut." Rain verstand das, aber würde es besser werden, wenn Nayantai das ignorierte? Wohl kaum. Im Moment schien es ihm schlechter zu gehen als in Fhaergus, oder auf ihrer Reise hierher, wohl weil er Zeit hatte sich damit auseinanderzusetzen, es aber nicht tat. "Ich denke was ich meine ist... dass es sich anfühlt als wären wir uns in Fhaergus näher gewesen." Vielleicht lag es auch an Rain, der sich hier weniger wohl fühlte, wobei das nicht gänzlich stimmte. Nayantais Anwesenheit in Fhaergus war stressig gewesen, alle Augen klebten auf Rain und es gab genügend Leute die seine Entscheidungen anzweifelten. Er konnte ebenso wenig tun was er wollte, vielleicht war er hier sogar freier.

      "Nein haben wir nicht. Ich weiß aber auch nicht was ihr Wölfe typischerweise tut..." Nayantai war schon einmal verheiratet gewesen, er wusste es besser. "Nein!", erwiderte Rain schließlich schnell. Er war nicht frustriert, er erwartete auch nichts, viel mehr machte er sich einfach Sorgen um Nayantai, der seine Finger einst kaum von Rain lassen konnte, jetzt aber nichts weiter tat als ihn die Nacht über festzuhalten und sonst nichts. "Wie knutschen nie wirklich herum...", murmelte Rain. Nayantai schien nicht zu verstehen worauf er hinaus wollte und es wurde noch offensichtlicher, als er sich plötzlich vor ihm auf die Knie fallen ließ und Rain in einen Kuss zog, der ihnen beiden nicht ähnlich sah. Rain schob Nayantai schnell von sich. "Nayantai, ich will nicht, dass du tust was du denkst dass ich von dir verlange. Ich will nur mit dir reden und wissen was du denkst.", erklärte er ihm schnell, seine Hand auf Nayantais Brust, um ihn auf Abstand zu halten. Sein Herz schlug schneller, vermutlich aus mehreren Gründen; Nayantai hatte ihn überrascht und Rain fühlte sich nicht gerade wohl dabei. Im Moment konzentrierte er sich darauf sich zu beruhigen, bevor er ein Problem bekam.
    • Sein Augenmerk lag auf Rain, der ihn von sich abwies, als wäre es eine einfache Arbeit, die keiner von ihnen beiden wirklich übernehmen wollte. Etwas perplex starrte er ihm entgegen, seufzte und ließ es schließlich sein - er sank zurück auf seine Knie und sah zu Rain, dem er sich nicht aufzwingen wollte. Nayantai nahm seine Hand aus den Gefilden seiner Kleidung und drückte sie behutsam auf Rains Brust, der augenblicklich bleicher geworden war und in ein altbekanntes Muster verfiel. “In Ordnung.”, nuschelte er schlussendlich und wartete eine Weile, bevor er Rain und seinem Herzen noch mehr Schrecken einjagte. Was, wenn hier draußen wirklich etwas passierte? Er war ein Idiot - es frustrierte ihn selbst, dass er sich gerade dazu übermannt hatte, das zu tun, was er glaubte, dass Rain es wollte und schlussendlich hockte er nun hier, mit der Hand auf Rains Brust, in der Hoffnung, er würde sich wieder beruhigen. “Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, es … ich … bin ziemlich schlecht darin über meine Probleme zu reden.”, gab er zu, nicht, dass sie beide das nicht schon alles wussten und Rain ihm die Hälfte seiner Probleme nicht aus der Nase hatte ziehen müssen.

      “Ich fühle mich in Thria einfach unwohl?”, nuschelte der Wolf schließlich fragend in Rains Richtung. “In Fhaergus waren wir auch nicht alleine, ich weiß, aber wir konnten uns zurückziehen und hatten unsere Ruhe. In Thria ist das nicht wirklich so, selbst, wenn wir ein eigenes Zelt haben.” Vor ein paar Jahren hätte ihn das nicht gestört, das wusste er zu gut - ihm wäre es wohl egal gewesen, hätte man ihn inmitten des Akts erwischt, egal mit wem, sei es Muhan oder Tei, oder vielleicht sogar Rain, wenn er ihn bereits gekannt und geliebt hätte. “Es liegt aber nicht an dir, sondern an mir, bevor du denkst, du machst etwas falsch. Seit wir hier sind muss ich mich einfach auf nichts wirklich konzentrieren und jede Art von Arbeit wird mir stillschweigend abgenommen, also kann ich faul sein und dann muss ich mich wieder mit Gedanken auseinandersetzen, die ich eigentlich gar nicht haben will.” Unter den Tisch kehren hatte in letzter Zeit gut gepasst, das wusste Nayantai, das hatte er auch in Fhaergus so gelebt, außer, er fühlte sich sicher genug, Rain von sich selbst zu erzählen, ihm zu berichten, was denn gerade los war, oder was ihn plagte. Er rieb seine Hand ein wenig gegen Rains Brust, damit ihm vielleicht wärmer wurde und er einen guten Punkt hatte, auf den er sich konzentrieren konnte. “Es würde mir weniger ausmachen, wenn wir hier draußen herummachen, wenn du das willst, oder irgendetwas in die Richtung, aber in der Siedlung fühle ich mich einfach nach nichts. Aber ich bin auch nicht gerne hier draußen, weil mir die Einöde irgendwann Angst macht und … das alles ist mir viel zu kompliziert, ich wünschte einfach, mein Kopf würde normal funktionieren.”
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    • Nayantai machte sich, erneut, zu viele Sorgen. Rain ging es gut und es dauerte nicht lange, bis er sich selbst beruhigt hatte und normal atmete. Es ging hier auch nicht um ihn, sondern einzig und alleine um Nayantai. Rain hatte Grund selbst Angst zu haben, aber er kam eigentlich ganz gut zurecht, bis auf die Tatsache, dass er mehr tun wollte, als nur herumzusitzen, es alleine aber schwer konnte. "Nicht darüber zu reden hat bisher nicht geholfen. Vielleicht solltest du einfach anfangen über das zu sprechen, was du erlebt hast. Das muss ja nicht mit mir sein, wenn du dich bei jemand anderem wohler fühlst.", schlug Rain vor. Vielleicht wollte er es Rikiya erzählen, vielleicht sogar Khojin, damit sie ihn endlich besser verstand, oder einem alten Freund, den er erst noch wiederfinden musste. "Du könntest es auch aufschreiben, wenn das leichter ist. Es muss ja niemand lesen." Rain würde definitiv nicht versuchen etwas zu erfahren, das Nayantai lieber für sich behielt. Er musste seinen eigenen Weg finden sich mit dem Erlebten auseinanderzusetzen. Wäre er nicht so niedergeschlagen und demotiviert, könnte er es vermutlich sogar noch länger ignorieren, aber vielleicht hatte Nayantai sein Limit einfach erreicht.

      "Vielleicht musst du nur herausfinden warum das so ist. Dann können wir vielleicht etwas ändern, damit du dich wieder wohler fühlst.", schlug er weiter vor. "Bist du sicher, dass dieses spezielle Thema nicht auch an mir liegt? Ich weiß, dass sich niemand darüber freut, dass du gerade mich mitgebracht hast. Es ist schwer mich bei all den Reaktionen stolz zu präsentieren... du warst glücklicher, als es nur Rikiya war und er hat mich sofort akzeptiert." Wenn auch aus anderen Gründen, die Rain weiterhin für sich behalten musste. "Vielleicht ist es gut, dass du Zeit hast nachzudenken, aber du musst das ja nicht alleine tun. Ich höre dir gerne zu und wenn wir auf Adrestianisch sprechen, dann bin ich auch der Einzige der dich versteht, selbst wenn wir im Zelt darüber sprechen. Ich weiß, dass deine Gedanken nicht schöner Natur sind, aber vielleicht ist es einfach wichtig, alles aufzuarbeiten und dich zu erinnern, was passiert ist." Rain nahm Nayantais Hand die auf seiner Brust lag und hielt sie stattdessen in seinen Händen. "Darum geht es mir gar nicht. Du warst... ziemlich motiviert dafür auf dem Weg hierher und auch in Fhaergus. Ich habe mich nur gefragt was sich geändert hat." Rain drückte Nayantais Hand sanft. "Hast du Angst, dass du wieder gefangen genommen wirst, wenn du hier draußen bist?"
    • Eindringlich blickte er auf Rain nieder, als fehle ihm noch eine Antwort oder Bestätigung über den Gemütszustand des Lammes und über sein allgemeines Befinden, das er selbst nicht ganz deuten konnte. Nayantai wollte nicht mehr als zu wissen, ob es Rain denn gut ginge, ob er es sich denn erlauben konnte, von ihm endlich eine Antwort zu verlangen oder ob er lieber seinen Mund hielt. Was auch immer die Antwort darauf war, ließ sich nun einmal schwer sagen, aber er schwieg ohnehin wie ein Grab. “Ich weiß aber nicht, ob ich mich irgendwo wohler fühle, als bei dir. Außerdem komme ich mir so vor, als würde ich ihnen allen damit nur zur Last fallen.”, bestätigte er seine fragwürdigen Gefühle. Nayantai war alles andere als gewillt sich seinen Albträumen zu stellen, wohlwissend, dass sie ihn bis ans Ende der Welt verfolgen mussten, bevor er es erst aus sich herausquellen ließ. “Meinst du? Das würde Ewigkeiten dauern und wenn es dann doch wert findet und liest? … Ich würde mich unwohl fühlen. Es würde so sein, als … ach, als … wäre mein Brustkorb aufgerissen und ich würde jemandem jede einzelne meiner Innereien auf einem Silbertablett präsentieren, verstehst du? Und wenn ich es keinem beichte, dann bin ich noch immer damit alleine.”, beklagte er die eigentlich gute Idee. Nayantai wusste nicht, wohin mit sich selbst oder mit den Gedanken, die er einfach nicht hegen wollte oder gar konnte. Die Welt, die ihm zu Füßen lag, war schon lange nicht mehr existent.

      “Aber wo fängt man mit solchen Dingen an?”, wollte der Wolf wissen. Bis jetzt haderte es an ihm und seinen nicht vorhandenem Lösungsdrang, gleichermaßen war ihm aber doch irgendwo klar, dass er erst selbst auf die Idee kommen musste, überhaupt erst etwas lösen zu wollen. “Es liegt nicht an dir, nein. Ähm, wie erkläre ich das? Ich glaube einfach, einige Wölfe wären glücklicher, wenn ich schon tot wäre und nachdem sie mich das doch irgendwie spüren lassen, meide ich sie auch lieber, als mit ihnen zu interagieren. Deswegen tummele ich mich nicht mit dir in ihrer Nähe herum, sie sollen kein schlechtes Bild von dir haben, nur, weil sie mich nicht leiden können.” Das war eben auch Nayantais Empfinden gegenüber der Situation, die sich langsam aber sicher zog, wie Gummi. Was wollte er, wenn nicht einfach Ruhe? Es gab nichts, worüber er sich nicht ausdrücklich beschweren konnte, gleichermaßen brachte es ihm aber auch wenig, sich über derartige Dinge so aufzubauschen. Thrianer waren in gewisser Weise auch Eigenbrötler, so wie ihr Prinz. Rain war wiederum zu gut zu ihm und Nayantai seufzte tief, als er die Bestätigung für Dinge, die er gar noch nie ausgesprochen hatte, bekam. Es war fast kindisch von ihm. Seinen Blick wandte er obgleich der sanften Gestik ab, ließ Rain walten und schalten wie er wollte - er grummelte lediglich, fast schon zufrieden. “Du hast aber so angefangen, als wäre das das Problem. Es stört dich irgendwo ein wenig, nicht?” Es war beinahe beschämend. “Nein, ich habe Angst, dass ich mir zu viel erlaube. Wenn du es gewohnt bist, so lange in einem dunklen, stickigen Raum zu hocken und nur nach der Pfeife von jemand anderem zu tanzen, dann fühlt sich Freiheit falsch an. Ein Vogel, der seinen Käfig gewohnt ist, fliegt doch auch nicht davon, wenn du die Käfigtür offen lässt.”
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    • "Dann sprichst du eben mit mir, ich höre dir gerne zu, aber trotzdem denke ich, dass das genauso für Rikiya gilt. Du bist ihm sehr wichtig, wenn du also lieber mit ihm sprichst, dann helfe ich dir damit, ihm das zu sagen, damit er Zeit für dich finden kann." Hauptsache Nayantai sprach mit irgendjemandem und wenn es Rikiya war, selbst ein Wolf, der ihm bestätigte, dass er froh war, dass Nayantai lebte, dann würde er es vielleicht auch eher glauben und akzeptieren. Dasselbe galt für Khojin. "Naja, nachdem du eine Seite geschrieben hast, kannst du sie ja auch gleich wieder verbrennen, wenn du angst hast, dass es jemand lesen könnte. Es geht ja nicht darum es für irgendjemanden festzuhalten, nur darum, dass du es aus dir raus lässt. Du kannst es auch mit etwas anderem versuchen, wenn es mir schlecht ging, dann habe ich oft Klavier gespielt.", erklärte Rain mit einem Lächeln. Eigentlich wunderte er sich über sich selbst. Er hatte alles verloren und doch war er einigermaßen gefasst. Vielleicht lag es daran, dass er es gewohnt war, einfach weiter zu machen, aber er glaubte auch, dass er sich oft genug mit seinen eigenen Gefühlen auseinandersetzte, im Gegensatz zu Nayantai, der immer Rain brauchte der es aus ihm herauskitzelte.

      "Hm... wir könnten eine Liste an Orten machen an denen du dich wohl fühlst und eine mit Orten an denen du dich nicht wohl fühlst, dann finden wir vielleicht heraus woran es liegt. Oder wir könnten versuchen den Ort an dem du dich unwohl fühlst, einfach mit einer schönen Erinnerung zu füllen." Rain kannte sich ja selbst nicht aus, er warf nur Ideen in den Raum, vielleicht würde ja irgendetwas funktionieren. "Ich glaube kaum, dass deine Anwesenheit ihre Meinung über mich verschlechtern könnte.", gab Rain mit einem leisen Schnaufen von sich. "Aber warum denkst du, dass es ihnen lieber wäre du wärst tot? Ich weiß Khojin war hart zu dir, aber das hat sie bestimmt nicht so gemeint. Als sie erfahren hat, dass du zurück bist, ist sie sofort zu dir gestürmt, oder nicht? Sie hätte dich auch ignorieren können, als wärst du tot, aber das hat sie nicht, sie wollte bestimmt sicher gehen, dass du lebst." Vielleicht maßte Rain sich hier zu viel an, immerhin kannte er Khojin nicht und Rikiya konnte Nayantais da wohl eher aushelfen. Vielleicht musste Rain ihm einfach sagen, er solle mit Nayantai reden, weil die beiden anscheinend nicht selbst auf die Idee kamen. "Was mich stört ist mein ganz eigenes Problem, das hat nichts mit dir zu tun und ich erwarte auch nicht, dass du etwas tust, das du nicht tun willst, oder wofür du nicht bereit bist. Ich bin ja nicht einmal sicher, ob ich dazu bereit bin. Wir können ein andermal darüber sprechen." Rain lächelte Nayantai immer noch an, obwohl der Wolf sich wohl lieber versteckte. "Hm, also ich lasse mich nicht mehr einsperren, aber ich weiß, dass unsere Situationen nicht vergleichbar sind. Steh auf." Rain rappelte sich selbst auf und zog sanft an Nayantais Hand damit er es ihm gleich tat. "Wie wäre es, wenn du einfach etwas richtig dummes tust, oder etwas, das du im Kerker niemals hättest tun dürfen. Wie wäre es wenn du allen die dich verletzt haben einfach mal so richtig die Meinung sagst? Du musst dich meinetwegen nicht zurückhalten, ich kenne sowieso keine thrianischen Schimpfwörter."
    • "Mein Vater hat zu viel um die Ohren, als dass ich ihn auch noch mit meinen Problemen belasten will, oder kann. Ich ... sollte es zwar versuchen, sehen, ob er mir helfen kann, aber ich glaube nicht, dass es die beste Idee ist, dich darin zu involvieren, weißt du? So sehr ich mir auch wünschen würde, dass das die Lösung für meine Probleme ist.", gestand er Rain. Nayantai wusste, dass er oft zu kindlichen Ausreden und dummen Ideen neigte, dass er nicht gerade sanft mit sich selbst umging und dass er allem voran nicht alles selbst durchstehen konnte - trotzdem war er sich auch darüber im klaren, dass er es wenigstens versuchen musste, durfte und sollte. "Ich ... weiß nicht. Dann teile ich mich einem Stück Papier mit, das für uns anderen Nutzen haben könnte, weißt du? Ich verschwende Ressourcen, die wir sowieso nicht wirklich haben. Papier gibt es hier nicht im Überfluss." Nicht so wie in Adrestia. Thria war karg und wenn man Bäume sah, dann waren sie meist schon morsch, oder aber in Wälder verwuchert und dienten als Blickschutz - keiner wollte so wirklich Zeit damit verschwenden, Papier herzustellen und das sollte auch keiner müssen. "Instrumente liegen mir nicht." Tausend Fische zu fangen wäre aber auch weitaus unnützer, als ein paar liebvolle Melodeien von sich zu geben. Was konnte er stattdessen tun? Der Wolfsprinz grummelte, legte den Kopf kurz in den Nacken und ließ seinen Gedanken freien Lauf. "Jagen, vielleicht?" Also, großes Getier.

      "Meinst du, das funktioniert?" Nayantai wusste nicht, ob es denn überhaupt Orte in Thria gab, die er als solche ansah - das ganze Land war zerstreut, verwirrt und gespalten, da machte es wenig Sinn nach einem brauchbaren Platz oder fruchtbarer Erde zu suchen, wenn das Endergebnis doch nicht mehr als mehr Verwirrung war, die ihm noch im Knochenmark sitzen sollte. "Oh doch, glaub mir. Das siehst du zu naiv.", witzelte der sonst so abenteuerliche Wolf. Er kannte sein Umfeld, sein so gesehenes Königreich. Nichts, von dem, das er eigentlich machen wollte, juckte ihn so richtig in den Fingern und vieles, das er gewohnt war, blieb für immer so. Nayantai würde nicht behaupten, seine Menschenkenntnis war voreingenommen, oder gar schlecht - viel eher war sie oft richtig. "Khojin ist noch immer meine Schwester, Teil meiner Familie. Es wäre falsch, wenn sie mich nicht leiden könnte, weißt du? Nie würde sie mir den Tod wünschen, dafür hat sie zu viel verloren, aber sie ist nicht der einzige Mensch, der in Thria lebt." Selbst die Berater seines Vaters, von denen es wohl doch noch einige gab, schienen sich nicht unbedingt über seine Rückkehr zu freuen. Nayantai akzeptierte das, zumindest für den Moment und wenn er es dann nicht mehr konnte, naja, dann müsste er sich etwas anderes suchen, auf das er sich versteifte - in Adrestia war es Rain gewesen. "Wir können auch jetzt darüber reden, wenn wir schon dabei sind, also - was ist los?" Charmant wie eh und je, aber Nayantai war nun einmal so rau wie das thrianische Meer; er brauchte sich nicht zu verstellen. "Hm?" Mit einem Ruck ließ er sich nach oben helfen, oder tat zumindest so - er stand schon bald wieder auf seinen eigenen Beinen und blinzelte Rain an. Was? Huh, nein. "Ich ... finde deinen Enthusiasmus niedlich, keine Frage, aber ich denke nicht, dass mir das hilft. Rain, ich glaube eher, dass ich mir erst helfen kann, wenn ich jemandes Schädel einschlagen kann und allen, die daran beteiligt waren, den Gar ausmache. Glaub mir, ich will nichts lieber, als zu spüren wie ihre Knochen nachgeben oder meine Finger in Augen zu drücken. Gewalt ist die einzige Lösung, die mir einfällt."
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    • "Hör auf dir das einzureden. Ja, er hat viel zu tun, aber er nimmt sich gerne Zeit für dich. Wenn du mit ihm sprichst belastest du ihn sicher auch nicht mehr als er schon ist, wir machen uns beide Sorgen um dich. Du solltest nicht alles vor dich herschieben.", erklärte Rain vorsichtig. Manchmal fragte er sich ob Nayantai nur Ausflüchte suchte, damit er sich nicht mit seinen Problemen auseinandersetzen musste. "Du kannst es ja auch nur in deinem Kopf durchgehen.", schlug Rain vor. Ihm gingen auch langsam die Ideen aus, Nayantai schien auch nicht wirklich über alles nachdenken zu wollen, aber irgendetwas musste er tun, es würde nicht von selbst besser werden. "Jagen klingt doch nach einer guten Idee. Dann solltest du das vielleicht tun, du musst ja nicht alleine gehen." Es würde sich bestimmt jemand finden der ihn begleiten würde, vielleicht sogar Khojin. Rain glaubte nicht, dass jeder hier ihn hasste, Nayantai machte es sich zu einfach, zumal er mit keinem von ihnen redete. Der Rat, oder was sie waren, sprachen nicht für alle Wölfe.

      "Vielleicht? Es ist besser als darauf zu warten, dass alles von selbst besser wird." Das würde es nicht. "Was lässt dich glauben, dass dir Leute den Tod wünschen? Hast du mit ihnen gesprochen? Ich denke du siehst das alles viel Schwärzer als es ist." Rain kannte die Wölfe nicht, aber dennoch, er konnte sich nicht vorstellen, dass irgendjemand etwas dagegen haben konnte, dass Nayantai lebte. Rain seufzte leise. "Lenk nicht von dir ab.", erwiderte er. Es ging hier nicht um ihn und er brauchte Nayantai auch nicht, um mit seinen eigenen Problemen klarzukommen. Nayantai hatte genug zu tun und Rains Probleme waren irrelevant im Vergleich. "Ich glaube nicht, dass du dich besser fühlst, wenn du jemanden verletzt oder tötest. Danach würdest du dich auch nicht besser fühlen und du müsstest dich immer noch damit auseinandersetzen was dir passiert ist." Rain war sich sehr sicher was das betraf, auch wenn Nayantai das nicht hören wollte. "Wenn es dir hilft es irgendwie rauszulassen, ist das bestimmt nicht schlimm, aber darauf zu warten, dass du sie irgendwann alle tötest... das willst du doch gar nicht oder? Du willst doch nicht zurück nach Adrestia?"
    • "Das rede ich mir doch nicht ein!", spuckte er sofort aus, als wäre es eine Art von Selbstverteidigung, die einfach so aus ihm herausquoll, plötzlich und sprunghaft wie er nun einmal sein konnte. Nayantai wusste nicht, ob er jetzt schon innerlich bebte, aber er beruhigte sich bald wieder und grummelte. "Er hat eigene Dinge mit denen er klarkommen muss, ich will ihm meinen Ballast nicht aufhalsen. Das wollte ich nie. Es ist ... wie soll ich es beschreiben? Es macht keinen Sinn, ihn auch noch mit solchen Dingen verrückt zu machen.", erwiderte er schließlich in ruhigerem Ton, eindringlich und ohne wirkliche Essenz, als würde er auch noch versuchen, Rikiyas Sorgensack mit sich herumzuschleppen. Nayantai maßte sich zu viel an, das wusste er selbst. "Das habe ich oft genug getan." Gebracht hatte es nun wirklich nichts. Sein Kopf glich einem Schlachtfeld, zerfressen von Chaos und ungewohnten Geschehnissen, die sich wiederholten wie ein Mantra. "Besser, ich fange bald damit an, bevor ich ... egal. Ich mache das schon. Es hat bis jetzt auch funktioniert." Einen Moment noch, dann würde er die bittere Medizin auch schlucken wollen und endlich akzeptieren müssen, dass es nicht um ihn ging - nicht nur, zumindest. Rain war in Fhaergus seine Ausrede gewesen, aber nun? Er hatte feinen Sand zwischen den Fingern, aber auch nicht mehr als das.

      "Und was, wenn nicht? Dann habe ich wieder Zeit verschwendet.", beklagte er. Nayantai sagte sich von Rains Berührung los und starrte gen des Flusses, zu dem Korb mit den Fischen, zu dem Speer, den er abgelegt hatte. In der Stille rümpfte er die Nase, angewidert dessen, dass er selbst für solch einfache Dinge viel zu lange brauchte, dass die Sonne sank, dass er nichts mehr sehen würde, dass er versauerte, dass er ... "Ich muss nicht mit ihnen reden um zu wissen, wie sie schon immer funktioniert haben und auch jetzt noch sind. Vielleicht hast du auch recht und sie haben sich verändert, aber das kaufe ich ihnen nicht ab." Nie würde er das tun - ihnen zu glauben, dass sie sich verändert hatten, seine eigenen Leute, die er in- und auswendig kannte? "Wir haben doch damals, irgendwann am Anfang, über Götter und Religion geredet - ich meinte, ich glaube nicht an solche Dinge, aber sie alle tun es. Weißt du, was unser Glaube besagt? Wenn du liebst, dann ist man eines und wenn eine Hälfte von dir stirbt, dann sollte es die andere auch tun, weil ein halber Geist alleine nicht funktioniert. Aber was tue ich? Ich stehe hier. Ich atme, ich lebe!" Tief waren die Wunden eines geschundenen Tieres, eines Mannes der keine Bestie sein wollte und doch kannte Nayantai sich selbst zu genüge - er war nicht mehr als ein missratener Verräter, der sich besser wieder in Adrestia verkroch, wenn er schon leben wollte. "Wenn ich nur von mir ablenken könnte.", lachte er heiser auf. Nie hatte genau das funktioniert, jetzt auch nicht - Rain war daran Schuld, das Lamm, das er beschützte, als wäre er kein Wolf, dass sich an seinem Fleisch labte, sondern ein Hirtenhund, der dazu geschaffen worden war, ihn zu beschützen. "Woher willst du das wissen?" Ihm stockte der Atem, sein Herz fühlte sich gerade, als würde es ein Klumpen aus Stein und Schmerz sein, der sich tiefer in seine Brust grub. "Ist das nicht egal? Wenn das so weiter geht, dann habe ich kein Thria mehr, das ich meine Heimat nennen kann. Lieber sterbe ich bei dem Versuch, mir selbst zu helfen und alle von ihnen umzubringen, als mich zu verziehen und zu hoffen, dass jemand gütig genug ist, mich und mein Land zu retten." Unmutig trat er in den Schnee, der von seinen schweren, durchnässten Stiefeln in die Luft gewirbelt wurde - seine Zähne knirschten, seine Hände ballten sich zu Fäusten. Das wollte er doch alles nicht, oder? Was wusste Rain schon! "Das mit dem Jagen ist vielleicht keine schlechte Idee." Dann würde er eben Schafe jagen.
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    • "Es macht ihn bestimmt genauso verrückt, wenn er dir dabei zusieht, wie du dich selbst quälst. Er merkt das genauso wie ich. Er macht sich bereits Sorgen um dich, egal ob du nun mit ihm redest oder nicht.", erwiderte Rain. "Du hast versuchst selbst damit klarzukommen seid wir hier sind und jedes Mal, wenn ich mit dir sprechen will, suchst du Ausflüchte. Ich weiß es ist nicht einfach, aber es wird nicht besser, wenn du es ignorierst." Rain hatte bisher immer nachgegeben, aber vielleicht sollte er damit aufhören, wenn er wollte, dass Nayantai ihm zuhörte. "Und vielleicht möchte er dir auch ein paar Dinge erzählen die ihn plagen." Rikiya schien auch nicht gerade viele Freunde zu haben, er arbeitete den ganzen Tag und kam nach Hause um zu schlafen. Er konnte Nayantais Gesellschafft bestimmt auch gebrauchen, wollte sie sogar. Wieso war Nayantai so schwierig? "Du machst es dir selbst schwerer als du musst. Dich zu verkriechen hilft niemandem, erst recht nicht dir selbst."

      "Du hast gar keine Zeit verschwendet und was hättest du sonst mit deiner Zeit angefangen? Dich im Bett verkochen? Das ist nicht besser, oder?" Rain seufzte. Er wusste nicht wie er zu Nayantai durchdringen sollte und er schien auch genug von Rain zu haben. Vielleicht trieb er es zu weit und Nayantai hatte heute bereits Fortschritte gemacht, vielleicht war es besser ihn in Ruhe zu lassen. "Ach und du bist bestimmt der einzige Wolf, der von dieser Tradition nichts hält und nachdem Rikiya auch noch lebt, wünschen sie ihm auch den Tod? Nayantai ich bin sicher, dass nicht jeder so denkt." Nayantai versuchte sich auch nicht einzubringen, sich nützlich zu machen, er tat fast gar nichts, bis auf heute. "Noch mehr Gewalt und Wut wird dir nicht helfen.", Rain würde seine Meinung nicht ändern. "Dein Land zu verteidigen und Rache sind zwei komplett verschiedene Dinge. Der Grund aus dem du kämpfst sollte nicht sein andere zu töten."
    • Nayantai starrte Rain an, als hätte er ihm gerade eine Wand vorgesetzt, vor der er unmöglich davonkommen könnte - sie war massiv und fest in seinem Weg verankert, als wolle sie ihm alle Wege zur Flucht rauben. In die Enge fühlte er sich noch lange nicht getrieben, das musste er gar nicht, aber er schnaubte dennoch, wusste, dass er sich gerade für nichts und wieder nichts zur Weißglut bringen ließ und konnte kaum etwas damit anfangen, dass er nun all diese Tatsachen einfach an den Kopf geworfen bekam. "Er ist alt genug um sich selbst um seinen Dreck zu kümmern. Ich kann mit meinen eigenen Problemen haushalten, wie ich will und er soll sich um seinen Mist kümmern. Ich brauche keinen alten Mann, der mir zuhört und mir Ratschläge gibt, dafür war er vor all dem hier auch nicht gut!", beschwerte er sich zähneknirschend. Missraten war er, das war auch schon alles, und Nayantai wusste, dass er ehrlich gesagt keinerlei Beschwerden mehr hervorbringen musste, um diese Diskussion noch tiefer sinken zu lassen. Wieso redeten sie überhaupt über all das? "Dann gehe ich eben wieder Schafe jagen, Problem gelöst. Dann bin ich nützlich und wenn ich sterbe, dann sterbe ich wenigstens für etwas!"

      Seine Hände an Rain zu legen kam ihm nie in den Sinn - selbst jetzt nicht, obwohl das Lamm ihn zum Kochen brachte, ihm weiß machte, dass er gerade schlimmer mit seiner Situation umging, als er es zuvor getan hatte. Womöglich war das wahr. "Ist doch egal!", rief er aus. Aufgebracht war er ohnehin schon, aber eine normale Diskussion mit ihm zu führen schien fast unmöglich, zumindest über Themen, die ihn selbst betrafen - eigentlich schade, gleichzeitig wusste Nayantai aber, dass er keinen an sich heranlassen wollte, niemanden und dass keiner von ihm wissen musste, dass er nur für sich selbst leben sollte und dass es keinen Rain brauchte. "Bringst du deinen König im Krieg um, nachdem sie deine Königin schon umgebracht haben? Nein! Aber ich bin im Vergleich zu ihm nichts, ein Stück Dreck vielleicht!" Gut tun würde es ihm, wenn er endlich nachgab, endlich seinen eigenen Kopf auf dem Boden rollen sah, vielleicht würden dann seine Sorgen nachlassen, die Angespanntheit in seinem Körper und der Brechreiz in seinem Hals. "Woher weißt du das?" Wer war Rain auch, dass er sich solche Worte anmaßte? "Das ist das Gleiche. Wenn ich das eine tue, bekomme ich das andere und je mehr von ihnen dabei umbringe, desto größer ist die Genugtuung! Da! Du willst es ja nicht hören!" Im Endeffekt hatten die Schafe wohl nicht ganz Unrecht - Nayantai war ein Monster, wie so manch anderer Wolf auch.
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    • "Das meinst du nicht wirklich, du verhältst dich wie ein Kind und würde er dich hören, würde ihn das sehr verletzen.", erwiderte Rain enttäuscht. Er wusste, dass Nayantai einfach nur alles versuchte, um aus diesem Gespräch heraus zukommen und irgendwie vor all seinen Problemen zu fliehen. "Jedes Mal, wenn ich mit dir darüber sprechen will, sagst du absichtlich Dinge die mich oder andere verletzen sollen, aber ich habe genug davon immer kleinbei zu geben. Du musst dich um dich selbst kümmern, mit dir selbst ins Reine kommen. Was dir passiert ist ist nicht deine Schuld, aber es ist bestimmt auch nicht Rikiyas, oder meine. Du kannst noch so viele Schafe töten und es würde nicht ungeschehen machen was dur durchmachen musstest und wenn der König tot ist, dann stehst du immer noch mit denselben Narben da und es wäre nichts besser. Statt deine Energie darauf zu verwenden mich zum Schweigen zu bringen, oder einen Rachefeldzug zu starten, solltest du dich lieber um dich selbst kümmern, auch wenn es weh tut. Für Rache zu kämpfen und zu sterben ist der falsche Weg."

      "Du bist der Einzige der dich so sieht und selbst wenn die anderen dich hassen, dann beweise ihnen wenigstens, dass dein Leben etwas wert ist. Es wäre leicht für mich so zu argumentieren wie du, dein Volk kann ein Schaf niemals akzeptieren und mein eigenes Volk, Adrestia, der König, meine Nachbarn, sie haben versucht mich zu töten. Sitze ich deswegen hier und akzeptiere jedermanns Hass, weil es so einfacher ist, mich selbst zu hassen? Nein, aber du tust das. Wenn ich es wäre, was würdest du mir dann sagen? Dass ich losgehen soll, nach Adrestia marschieren und alle zu töten, die versuchen mir mein Land wegzunehmen? So will ich nicht sein und mir würde es nicht besser gehen, wenn ich dort sterbe und dir auch nicht." Rain schluckte, es machte ihn traurig so mit Nayantai zu streiten, aber würde er ihn nur wieder den Schwanz einziehen lassen, dann würde sich erneut nichts ändern. "Dieser Krieg hat mit Hass und Rache begonnen, Rache wird ihn nicht beenden. Ich weiß, dass dein Volk kämpfen muss, ich weiß, dass Schafe sterben müssen, sonst sterbt ihr, aber das bedeutet nicht, dass es euch Spaß machen sollte, oder dass ihr irgendeine Genugtuung erfahrt. Wir alle sollten niemals vergessen, dass wir alle Menschen sind und dass der Krieg auf allen Seiten Opfer mit sich zieht. Dieser Krieg wird niemals enden, wenn ihr darauf besteht Adrestia alles heimzuzahlen. Das kann kaum die Zukunft sein, die du dir für dein Volk wünscht."
    • “Das ist mir egal.” Es war so viel einfacher, einfach abzustumpfen und die Welt so zu akzeptieren, wie sie nun einmal war. Grau meliert, durchwoben und durchzogen von Unwahrscheinlichkeiten die sich sowieso nie abspielten und doch war Nayantai sich nicht uneins mit sich selbst - er wollte nicht er sein, konnte sich selbst gestohlen bleiben, oder zumindest war er keineswegs so beflügelt, dass er sich willentlich auf diese Diskussion einlassen sollte und wollte. “Und? Kannst du mich meine Probleme nicht einfach so behandeln lassen wie ich möchte? Entweder, sie lösen sich in Luft auf oder ich benutze sie eben als Ansporn für etwas anderes!” Rain kannte ihn doch gar nicht, nicht wie er wirklich war und Nayantai biss seine Zähne zusammen, weil er wusste, dass er gerade nur Nonsens von sich geben würde, wenn er dem Lamm das auch noch an den Kopf warf. Nichts wusste Rain und wenn doch, dann eigentlich nur die halbe Wahrheit. Es machte ihn krank, so dumm es auch klang. Sanftmütig war er nie gewesen, das wollte er aber auch nie sein und bis jetzt hatte er gut damit leben können. “Es ist der Weg, den ich gehen will und werde.”, machte er Rain nochmals klar. Leiden sollten sie, diese verdammten Adrestianer.

      “Ich muss ihnen nichts beweisen!”, grummelte der große Wolf schließlich - er hatte genug von diesem Stunk und dieser dummen Diskussion, gleich wie er genug von Rains vogelfreier Idiotie hatte. Er knirschte mit den Zähnen, spuckte auf den Boden und wandte sich wieder zu Rain um; wenn Blicke töten könnten, dann wäre der Blonde wohl gerade bereitwillig in ein offenes Messer gelaufen. “Weißt du, was ich getan habe, bevor ich in Adrestia war? Ich habe Schafe getötet, haufenweise von ihnen. Sie waren mir egal, sie sind mir noch immer egal - alles, was ich jemals hatte, musste ich wegen Schafen hergeben, wurde mir von ihnen weggenommen und jetzt willst du von mir, dass ich es einfach so hinnehme weil es das, was schon passiert ist, nicht ungeschehen macht? Hast du den Verstand verloren?”, keifte er Rain schließlich an. Wäre er nicht so zerbrechlich, dann hätte er ihm vermutlich ins Gesicht geschlagen und eine Rangelei angezettelt, einfach, weil er gewusst hätte, dass er sofort auch einen Schlag zurückbekommen würde. Aber so blieb ihm nichts anderes übrig, als ihn eindringlich anzustarren. “Das ist mir egal, wann verstehst du das endlich? Rache, Genugtuung, sei es drum - ich bin kein Prinz, ich habe kein Volk, ich muss keinem dienlich sein. Alles, was ich will, ist Schafe leiden zu sehen, weil sie es verdient haben - und bevor du jetzt argumentierst, dass ich doch an ihre Familien und Kinder denken soll, spar es dir. An das hat auch keiner von ihnen gedacht, wenn sie ganze Siedlungen abfackeln oder Kinder umbringen, mir meine Mutter oder meinen Bruder nehmen, oder mich ewig lang in irgendwelchen Kerkern leiden lassen. Ich bin es leid.” Diese Konversation war er auch leid - Nayantai ließ Rain dort stehen, wo er war und wanderte auf den Fluss zu, an seinem Speer und den Fischen vorbei, und ließ sich mit einem lauten Platschen in das Wasser fallen.
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    • "Sie werden sich nicht in Luft auflösen.", erwiderte Rain unbeirrt, aber er wusste, dass Nayantai ihm gar nicht mehr zuhörte. Er wollte nicht, weil er lieber vergessen wollte, was geschehen war. Vielleicht musste Rain es aussprechen, aber er wusste nicht wie. Er war nicht stark genug dafür und er fühlte sich selbst nicht wohl dabei, er war nicht der Richtige, um mit Nayantai zu sprechen, aber er würde auch niemand anderen danach fragen. "Ich werde diesen Weg nicht mit dir gehen. Das musst du dann alleine machen.", machte er klar. Er würde keine Rache oder sinnloses Abschlachten unterstützen. Er wusste Menschen mussten sterben, wenn dieser Krieg enden sollte, aber nicht aus diesen Gründen. Was würde passieren, wenn wieder Frieden herrschen würde, aber jeder war nur darauf bedacht seine Verwandten und Geliebten Menschen zu rächen? Der Krieg würde von vorne los gehen, nichts würde sich ändern und Adrestia und Thria würden für immer im Streit liegen. Das konnte nicht der richtige Weg sein, wie man es auch drehte und wendete. Abgesehen davon waren Nayantais Worte wohl nicht mehr als heiße Luft. Er kam kaum aus dem Bett und jetzt wollte er sich in adrestianische Soldaten stürzen?

      "Weißt du was ich getan habe, während ich noch in Fhaergus war? Ich habe den Krieg verfolgt, meinem Vater geholfen unsere Truppen auszurüsten und wäre ich der Fürst von Fhaergus gewesen, dann hätte auch ich weitere Soldaten an den König gestellt. Fang also am Besten mit mir an." Er konnte Nayantais Argumente nachvollziehen, aber gleichzeitig tat er immer so, als wäre Rain keiner von den Schafen, als wäre er der einzige Unschuldige unter ihnen, als hätte er es als einziger verdient zu leben. Rain verstand all den Hass den Khojin und die anderen Wölfe für ihn hegten, wenigstens machte es Sinn, aber Nayantai bog sich alles so wie es ihm am Besten passte. Nayantai wollte nicht mehr reden, das war Rain klar und er nahm seinen Gehstock, sowie den Korb mit den Fischen und wandte sich zum Gehen. Er würde den Weg nach Hause alleine finden, er konnte die Lichter der Siedlung von hier sehen und es dämmerte ohnehin schon. Er ließ Nayantai alleine, ohne zu wissen was er tun, oder wie er ihm helfen konnte. Wenn er nachgab versteckte er sich weiter, wenn er nachbohrte, dann wurde Nayantai wütend. Eines ums andere Mal erzählte er Rain, wie er sein ganzes Volk abschlachten wollte, wie er sie alle hasste und ihnen allen nur Leid wünschte. Wenn er diesen Weg wirklich verfolgen wollte, dann würde Rain ihm nicht folgen, auf keinen Fall.
    • Rain redete noch weiter und Nayantai hatte die Schnauze voll davon - er riss den Mund auf, obwohl er kaum etwas vom Krieg wusste, sich beim besten Willen nicht auskannte und auch seine Emotionen kaum nachvollziehen wollte. Natürlich war Nayantai gewillt dazu, alles zu tun, das er tun konnte, um das wiederzubekommen, das er verloren hatte - gleichzeitig wusste er doch auch, dass es sich wenig brachte, der Vergangenheit nachzurennen. Nun lag er da, irgendwo im Fluss, den Kopf zu den Sternen gerichtet als das eiskalte Wasser ihn umspielte und er nachdenken musste, was es denn war, das er wirklich wollte - Rache, das wäre seine Art von Ziel, seine Art von Genugtuung, nicht wahr? Tugenden besaß er schon lange keinerlei mehr, keine die irgendwie greifbar waren und Rain, naja, er war wohl bedacht darauf, endlich das Weite zu ergreifen. Rannten sie alle immer vor ihm davon? Es schien fast so. Vielleicht war er Rains Liebe auch gar nicht wert; vielleicht war es besser, er zog sich zurück und lebte sein Leben weiterhin so, wie es bis dato gewesen war und vergaß ihn einfach. Das wäre doch fein für Nayantai, dann hatte er keine quengelnde Stimme im Ohr, die ihm sagte, dass seine Ideen hirnrissig waren.

      Anstatt Rain zu folgen, oder ihm auch noch irgendwelche Dummheiten nachzurufen blieb er einfach liegen, versuchte sich zu beruhigen und verlangte sich selbst nicht mehr als die innere Ruhe ab. Bis es dazu kam, war Rain aber auch schon längst am Horizont verschwunden und seine Gedanken kreiselten noch immer im ein und denselben Punkt, fester und stetiger. Stattdessen tat sich wohl etwas anderes in seinem Kopf nicht auf und als Nayantai sich endlich halb erfroren rührte, war es sowieso schon stockfinster. Wollte er überhaupt nach Hause? Gute Frage. Rikiya hingegen hockte in seinem Zelt, als Rain plötzlich wieder auftauchte - allein, mit einem Korb voll mit Fischen. Der Wolf blickte das Schaf verwirrt an; irgendwas stimmte hier nicht. “Alles in Ordnung?”, fragte er Rain, gerade heraus, mit besorgter Miene. “Setz dich erstmal hin, ich ….” Das waren aber ein paar Lagen Kleidung, einige davon gehörten Nayantai und Rikiya starrte ihm recht forsch entgegen. “Willst du Tee?”
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    • Rain schaffte den Weg alleine zurück, langsam, in seinem eigenen Tempo, aber dennoch stetig. Niemand würde ihm abkaufen, dass er die Fische in seinem Korb besorgt hatte, aber es fragte auch niemand als er endlich die Siedlung erreichte und diese durchquerte. Er hielt seinen Kopf gesenkt, auch wenn er sich endlich mit anderen unterhalten wollte, heute war kaum der richtige Zeitpunkt. Stattdessen machte er sich schnurstracks zu Rikiyas Zelt auf, das er dann auch betrat. Die Wärme war angenehm und Rikiya war auch zu Hause wie es schien. Ob er nun nur verwirrt war, weil Rain alleine unterwegs war, oder weil man ihm ansah, dass er einen Streit gehabt hatte, wusste er nicht, aber er humpelte zu dem König hinüber und stellte den Korb erst einmal ab. "Nayantai hat die gefangen, wir wollten eigentlich für dich kochen.", erklärte er als er sich langsam zu Boden sinken ließ. Er seufzte erleichtert wieder hier zu sein und seinem Körper Ruhe und Wärme gönnen zu können. Er streckte seine Hände nach dem Feuer aus, um sie aufzuwärmen, nachdem er aus seinen Handschuhen geschlüpft war.

      "Ich hätte gerne einen Tee.", erwiderte er auf Rikiyas Frage. Das würde ihn schneller aufwärmen, aber Rikiya hatte wohl auch ganz andere Fragen. "Ich habe mich draußen mit Nayantai gestritten...", berichtete er. "Vielleicht hätte ich ihn einfach in Ruhe lassen sollen, immerhin hat er heute schon Fisch gegen Leder getauscht, von sich aus." Rain hatte heute wohl einiges falsch gemacht und Nayantai war in die entgegengesetzte Richtung abgehauen, als die in der Rain ihn haben wollte. Er wusste nicht was er tun sollte, wie er an Nayantai herankommen sollte. Seine Idee alle Schafe zu töten war so fest verankert und vielleicht fühlte er sich auch wie er einmal war, wenn er sich darauf konzentrierte, aber Rain konnte das einfach nicht gutheißen. Natürlich würde er nicht auf ein Schaf hören, das andere Schafe verteidigte, also vielleicht war Rikiya der bessere Ansprechpartner. "Vielleicht solltest du versuchen mit ihm zu sprechen..."
    • Noch bevor Rain überhaupt ankündigte, den Tee haben zu wollen, hatte Rikiya ihm schon einen bereitgemacht - er hatte selbst einen und zu viel heißes Wasser am Haken, als dass es eine Verschwendung wert war. Kräutertee bekam jedem ausnahmslos gut, dementsprechend wusste er auch, dass Rain keine Ausnahme für den Fakt war und selbst sollte er nicht schmecken, so hatte Rikiya noch ein paar andere Sorten parat - nicht, dass er glaubte, dass Rain sich überhaupt beschweren würde, ganz im Gegenteil, eigentlich. “Hier.”, gab er noch von sich, als er Rain die Tasse übergab. “Nayantai? Ich meine, das freut mich, aber er ist …?” Nicht hier? Irgendwo verloren gegangen? Allem Anschein nach zumindest war es so - Rikiya wollte nicht nachfragen, spürte er doch, dass es sich hierbei um einen wunden Punkt handelte, oder vielleicht aber auch um ein wenig zu viel des Guten. Wie dem auch sei, so glaubte er, war alles ein wenig zerrüttet und im Moment ziemlich unverständlich. Er starrte auf die massakrierten Fische und nahm sich vor, diese früher oder später auszunehmen, auch, wenn er gerade andere Probleme hatten, die ihn ein wenig belasteten - wie zum Beispiel die Tatsache, dass Nayantai sich vermutlich erneut mit Rain stritt.

      Rikiya schlürfte von seinem Tee und ließ sich gegenüber von Rain, am Feuer, nieder - er streckte sich und überlegte für einen guten Moment. “Ihr beide streitet euch irgendwie die halbe Zeit, das war doch in Fhaergus auch nicht so.”, warf er grübelnd ein. Wann hatte er sich überhaupt mit seiner Frau in den Haaren? Tuya war umgänglich aber eigenbrötlerisch gewesen, so wie ihr Sohn, aber zumindest hatte sie immer wieder versucht, einzulenken - Nayantai hingegen schwankte in Extreme, so, wie er ihn kannte. “Das mit den Fischen und dem Leder ist ein Anfang, aber ich bezweifle, ihr habt euch darüber gestritten?”, wollte er wissen. Wenn es das war, dann würde Rikiya es zwar weniger verstehen, aber so, wie er seinen Sohn kannte, gab es da vielleicht ein ganz anderes Problem. Rain ließ es auch so wirken. “Ich kann, wenn er mich lässt. Wo hast du ihn gelassen?”, fragte er, trank einen Schluck Tee und schürte die wärmende Flamme des Zeltes ein wenig. Das konnte noch ziemlich lustig werden. “Kopf hoch, er kriegt sich wieder ein und entschuldigt sich sicher bei dir - das hat er noch immer getan.”
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    • Rain nahm den Tee entgegen und wartete noch, dass er auskühlte, wärmte seine Hände aber trotzdem daran und atmete den Dampf ein, das half ihm immer. "Er ist in den Fluss geflüchtet, als er des Gespräches leid wurde und ich bin alleine zurück gegangen.", berichtete er Rikiya weiter, der wohl noch einige Fragen mehr hätte. Rain wollte nicht alles ausplaudern, es war nicht sein Platz Nayantais Geschichte weiter zu erzählen, speziell nicht die Dinge, die er gegenüber Rain auch immer nur angedeutet hatte, statt sie direkt auszusprechen. Dass er in diesem Kerker schreckliches erlebt hatte, konnte ihm aber jeder ansehen, es war kein Geheimnis. "Wir haben uns in Fhaergus ein oder zweimal gestritten, dabei ging es aber meistens eher um mich. Die meiste Zeit dort haben wir einander aber auch nicht verstanden." Es ging meistens darum, dass Rain noch nie draußen war und dass er einverstanden damit war eingesperrt zu sein, oder sich bevormunden zu lassen, darum, dass er nie Rückgrat zeigte und auch zu Nayantai selten bestimmt nein sagte. Heute hatte er all das getan, aber Nayantai war einfach nur wütend geworden.

      "Ich weiß eigentlich gar nicht wie es dazu gekommen ist... er erzählte mir davon, dass er sich unwohl fühlt und ich wollte Lösungen anbieten, aber die einzige Lösung die er als solche betrachtet ist Rache. Er erzählt mir immer wie er alle Schafe auslöschen will, wie er die die ihn verletzt haben leiden lassen will und wenn ich ihn daran erinnere, dass auch ich ein Schaf bin, dann ignoriert er meine Aussage, oder sagt, ich wäre eine Ausnahme. Er ist stur und ich weiß, dass die Wut auf uns Schafe berechtigt ist, auch von Khojin und den anderen Wölfen, aber Rache kann nicht die Lösung sein... Rache ist der Grund, dass dieser Krieg überhaupt erst begonnen hat, aber von mir will er das nicht hören und ich verstehe, dass ich die falsche Person bin, um so etwas zu sagen. Ich hatte es immer einfach in meinem Anwesen, weitab vom Krieg." Rain seufzte und er war sich nicht einmal sicher ob Rikiya ihm in diesem Punkt zustimmte. "Er ist beim Fluss Richtung Süden.", teilte er Rikiya mit. Vielleicht hatte er ja eine Chance. "Ich brauche gar keine Entschuldigung von ihm, ich will nur, dass es ihm besser geht und dass er sich helfen lässt... ich hatte vorgeschlagen, dass er zu seiner Heimat reist, in den Westen, seine alten Freunde sucht, wenn sie noch leben. Er fühlt sich hier alleine, er sagt jeder hier wünscht ihm den Tod, weil seine Frau gestorben ist. Wenn ich ihm sage, dass das nicht stimmt, dann glaubt er mir nicht und ich schätze bei dir wäre es dasselbe."
    • Rikiya kannte seinen Sohn schon ein paar Jahre lang - dass er noch immer ein Sturkopf mit eigenem Weltbild war, würde er nie abstreiten. Das konnte er auch gar nicht, wieso denn auch? Für Nayantai war er nun ein alter, seniler Mann der alles verloren hatte, das er je liebte und jetzt, wo er nur noch Fetzen hatte, klammerte er sich eben an jene; nicht erst einmal hatte er sich solche Dinge anhören müssen. Wenn Nayantai etwas nicht gefiel, dann schlug er eben wie wild um sich und wurde bodenlos, beinahe frech - Rains Worte waren also nichts Neues, sie brachten ihn eher dazu, einen tiefen Seufzer loszulassen, der auch in den Flammen versank. "Das hört sich nach meinem Sohn an.", gestand er mit unzufriedenem Gesichtsausdruck - es wirkte wahrlich nicht so, als würde Rikiya sich über den Bericht freuen. "Also war er in Fhaergus anders? Ich kann mir vorstellen, dass er sich ein wenig mehr unter Kontrolle hat, aber ich muss dir ehrlich sagen, dass er schon immer ein wenig wie seine Mutter war - jähzornig und stur, nicht von seinem Ziel abzubringen und das war schon immer, irgendwo, den Krieg zu beenden. Seit seine Mutter und seine Brüder tot sind ist das allerdings ausgeartet und es scheint jetzt noch schlimmer zu sein, wenn du mir das schon so erzählst."

      Was sollte er nur mit ihm anstellen? Ihn fortzuschicken war vielleicht nicht die schlechteste Idee, aber Rikiya wollte diese Art von Problemen nicht von sich wegschieben, wenn er es vermeiden konnte - er wusste, dass sein Draht zu Nayantai nie der Beste gewesen war, allerdings wollte er nicht, dass er ihn verschlimmerte, weil er sich einfach nicht mit ihm auseinandersetzen konnte. "Ich weiß schon, was du meinst. Irgendwo ist das schon wieder alles meine Schuld, von Anfang bis Ende.", gab er zu. Wenn er einfach seinem Vater ... Rikiya rieb sich die Schläfen. Darragh sollte ihm mittlerweile egal sein und doch verfolgte ihn die groteske Hackfresse des alten Mannes noch immer in die tiefsten Ausflüchte seines Lebens, nicht? "In Ordnung, ich rede mit ihm, aber nicht dort. Er wird nach Hause kommen, irgendwann, wenn ihm kalt wird oder er endlich versteht, was du meinst. Wenn er schon im Fluss hockt, dann störe ich ihn nur und vielleicht, wenn er dir schon nicht hinterher ist, denkt er gerade über alles nach." Zumindest konnten sie beide hoffen, dass es so war. Wieso denn auch nicht? Nayantai würde nicht einfach so davonlaufen, auch, wenn Rikiya röchelte und in die Flammen sah, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder an Rain weiterschenkte. "Wenn es nicht hilft, dass ich mit ihm rede, dann hilft es vielleicht, wenn Khojin mit ihm redet ... sollte das auch nicht fruchten, dann können wir ihn noch immer in den Westen schicken, was meinst du?" Muhan würde das schon irgendwie gerade biegen, so dachte er sich das, aber eigentlich war Rikiya nicht gerade einverstanden damit - schlimmstenfalls bestärkte dieser Holzkopf den Anderen nur und sie zogen gemeinsam in den Krieg. Das konnte er sich sparen. "Das liegt nicht an dir, und ich hoffe, du machst dir nicht all zu viele Vorwürfe. Nayantai war noch nie einfach."
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    • "In Fhaergus... naja, es waren eigentlich fast immer Soldaten in der Nähe, also glaube ich, dass er sich nicht getraut hat mich anzubrüllen. Am Anfang, ja, aber auch nur weil er Angst hatte und das habe ich auch allen so erklärt. Er hatte dort aber ein Ziel, er wollte nach Hause, auch wenn er mir schon damals versucht hat zu erklären, dass er laut euren Bräuchen sterben müsste. Wieder hier zu sein war allerdings in so weiter Ferne, dass er sich wohl nicht damit beschäftigen musste. Eigentlich bin ich mir gar nicht sicher, ob er je hierher zurückkommen wollte... Manchmal hat er davon gesprochen wie er mich besuchen würde, oder gleich gänzlich bleiben wollte. Manchmal glaube ich er hat nur vom Heimkehren gesprochen, weil es das war, das er wollen musste, das was jeder erwartete und das was ich ihm in gewisser Weise eingeredet habe. Er sprach auch vom Süden, selbst als wir aus Fhaergus fliehen mussten, aber ich sagte ihm immer, wenn er Fhaergus verließ, dann solle er nach Westen gehen und Alster meiden. In Fhaergus hat er nie davon gesprochen den Krieg zu beenden. Manchmal haben wir über den König gesprochen, aber eher selten und ich habe versucht ihm zu erklären, was die Fürstentümer mit alldem zu tun hatten, auch Fhaergus."

      Rain seufzte erneut leise. "Ich habe nichts gegen das Ziel den Krieg zu beenden, jeder von uns will das und auch halb Adrestia möchte das. Myriads und Laverns Bevölkerung leidet unter hoher Besteuerung und ihnen fehlen die Männer auf den Feldern. Alster siedelt Dörfer um, um sich euer Land unter den Nagel zu reißen und viele davon werden überfallen und die Haushaltskasse von Wezette ist schon lange fast gänzlich erschöpft. Der König verlangt mehr Eisen aus den Bergen von Fhaergus, aber wir haben nicht genug Leute und es ist teils zu gefährlich tiefer zu graben und ich denke, dass die Standhaftigkeit meines Vaters der Grund dafür war, dass sie uns angegriffen haben, während er nicht dort war und die meisten unserer Soldaten ebenso nicht. Ich würde sagen, dass der Großteil beider unserer Völer genug von diesem Krieg hat, aber nehmen wir einmal an, dass ihr das Blatt wenden könntet. Wenn ihr nach Adrestia strömt und alle umbringt, weil ihr Rache wollt, wenn ihr Dörfer niederbrennt, weil wir euere niedergebrannt haben, dann wird diese Fehde nie enden. Rache ist der falsche Weg, der falsche Grund. Wenn wir eine Chance haben wollen den König zu stürzen, dann müssen wir gemeinsam daran arbeiten..." Aber Rain hatte bereits zu viel gesagt und Rikiya brauchte von allen am allerwenigsten eine Belehrung. "Der Krieg ist nicht deine Schuld und was Nayantai passiert ist auch nicht und selbst wenn, es macht keinen Sinn uns allen gegenseitig die Schuld zuzuschieben. Es löst nichts." Rain versuchte sich an einem aufmunternden Lächeln. Rikiya und Nayantai nahmen alle Schuld liebend gerne auf ihre Schultern, in diesem Punkt waren sie sich sehr ähnlich. "Ich denke es würde ihm helfen, wenn jemand anderes ihm sagt, dass sie ihn vermisst haben und froh sind, dass er zurück ist." Dann konnte er sich nicht mehr in Selbstmitleid baden. "Nein, das tue ich nicht, ich weiß, dass er das Meiste das er gesagt hat nicht meinte und mich nur loswerden wollte."