spellbound. (earinor & akira)

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    • Nayantai hing relativ halbherzig über dem Bett und fragte sich lediglich, ob er wirklich Lust auf Essen hatte - hatte er Hunger, war das alles nur eine faule Eingebung? Gegessen hatte er heute nicht wirklich etwas, das gab er zu, aber es sollte eigentlich reichen um den Tag zu überstehen - der Meinung wollte er zumindest anfangs sein, schlussendlich war es aber wohl klar, dass dem nicht so sein könnte. Egal worauf er sich einließ, sein Körper brauchte Nährstoffe und eine ordentliche Unterlage um wohl überhaupt funktionieren zu können, oder eher zu wollen. Wahrscheinlichkeiten und Eventualitäten gab es zwar trotzdem und doch musste er sich selbst dazu anhalten, diese einfach zu ignorieren. Mit grummelnden Magen überlegte Nayantai noch knapp, was er eigentlich wollte, aber Rains Angebot klang verlockend genug - wieso aber auch sollten sie das tun? Der Wolf hatte eine bessere Idee, jetzt, wo es ihm wirklich unter den Fingern juckte ein wenig in die Gänge zu kommen. “Hast du Lust, dir etwas warmes anzuziehen und nach draußen zu gehen?”, stellte er die Gegenfrage, löblich wie er war. Rain meinte, er bräuchte ein Ziel und Nayantai, der sich schlecht damit zurechtfand, glaubte, er brauchte Ablenkung. Würden die beiden überhaupt so miteinander klarkommen? Nayantai konnte nur mutmaßen.

      Erneut grummelte sein Magen und er entschied sich, sich vorerst selbst einen Tee zu kochen und Rain auch auf einen einzuladen - es reichte zumindest für den Anfang, den kleinen Hunger und danach, naja, sie konnten immer noch das tun, worauf Nayantai sich schon den ganzen Tag versteifte; davor musste Essen her. Sich für weitere Schnapsideen brüstend, schenkte Nayantai ihnen beiden schon bald Tee ein und setzte sich mit seinem eigenen zu Rain, zurück a die Kante des Bettes - wenn man diese denn so nennen konnte. “Du hast doch heute morgen davon geredet, dass du Fische ausnehmen willst.”, Nayantai gähnte herzlich und fuhr sich durch das leicht zerzauste, mittlerweile offene Haar. “Wenn du willst können wir wirklich noch welche fangen, ich hätte gerade Lust darauf. Was sagst du?”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Klar. Mir ist zwar kalt, aber ich will nicht auch noch mein restliches Leben immer nur drinnen verbringen.", entgegnete Rain. Er wollte sich nicht mehr verstecken und so viel wärmer war es in diesem Zelt nun auch wieder nicht. Vielleicht wäre es wärmer wenn sie ein eigenes hätten, das nicht so riesig war. Trotzdem schien er immer noch abhängig von anderen, nein, es war definitiv so und bei den Wölfen war es noch offensichtlicher. Jeder von ihnen schien jagen und kämpfen zu können, auch wenn nicht jeder sein eigenes Wild jagen musste. Rikiya und Nayantai schienen außerdem lieber selbst alles zu erledigen und sie brachten Rain alles was er braucht, bevor er überhaupt sagen konnte, dass er es selbst erledigen konnte. Auch jetzt, als Nayantai sich wieder aufraffte, machte er sich daran einen weiteren Tee zuzubereiten und Rain sah ihm dabei zu. Als er damit zurück kam bedankte Rain sich und hielt seine Tasse in den Händen. Er wärmte sich ein bisschen daran und fragte sich, wie er Nayantai davon überzeugen konnte sich mit dem Zelt helfen zu lassen.

      "Oh? Ja... also ich meine 'willst' ist ein bisschen zu viel, aber ich denke ich sollte es wohl lernen. Dann könnte ich auch einmal für dich kochen, wenn du schon die Fische fängst." Er hörte sich glitschig und etwas ekelig an, aber es gehörte nunmal dazu. Rain war kein Fürst mehr, der keinen einzigen Schritt in die Küche setzen musste, wenn er das nicht wollte. "Ich bin dabei." Rain lächelte und stellte seine Tasse vorerst beiseite, damit er aus dem Bett kriechen konnte. Viel Kleidung besaß er nicht, da gab es nicht viel auszusuchen, aber er musste sich trotzdem umziehen und in ein paar mehr Schichten schlüpfen. Das machte er auch während Nayantai noch aufwachte. "Und wenn wir ihn kochen oder grillen wollen, brauchen wir dann nicht auch irgendwelche Gewürze, oder Kräuter?", fragte er weiter. Vielleicht konnten sie ja welche Suchen? Rain kannte sich mit der Fauna in Thria überhaupt nicht aus, aber er wollte lernen, auch wenn Nayantai wohl lieber nur einmal fischte.
    • Er trank seinen Tee noch relativ gleich aus, dann war Nayantai auch schon fertig und schlurfte wieder weg vom Bett um sich selbst in einen der dickeren Mäntel und ein paar Stiefel zu zwängen, die er oft einfach halbherzig herumliegen ließ. Wieso war er denn auch so? Früher, da waren solche Dinge einfach nicht passiert und wenn sie doch vorkamen, dann eher, weil er zu viel um die Ohren hatte, als dass er sich darum scheren konnte, wie es in seinem Zelt aussah. Jetzt war das alles ein wenig anders und ein eigenes Zelt hatte er auch schon lange nicht mehr; es war fast zum verrückt werden. “Hm, ich denke da hast du nicht Unrecht. Du warst in Fhaergus auch die ganze Zeit drinnen, du solltest mehr nach draußen.”, schlug er Rain vor, ohne die Ironie seiner eigenen Worte eigentlich zu verstehen. Wohin führte ihr gemeinsamer Weg in Zukunft? Das war eine Frage die sich alles andere als leicht beantworten ließ, wie nun einmal vieles im Leben. “Na gut, dann darfst du eben - du musst allerdings nicht.”, stellte er klar, als er sein wildes Haar noch zu bändigen versuchte und wieder hochband.

      Viele Dinge hatte er vermisst - zumindest hatte er das geglaubt. Im Endeffekt war er sich nicht mehr sicher, ob er sich nicht einfach nur von seinen Gedanken fälschlich beschallen ließ, aber doch, wie dem auch sei, er konnte schlussendlich nichts mehr daran ändern. Nayantai wollte es nicht, er musste aber ehrlich gesagt langsam in die Gänge kommen und sich mit sich selbst zurechtfinden. “Freut mich.”, erwiderte er knapp, dann schien er auch schon fertig zu sein - es fehlte noch an einem Speer, welchen er sich wiederum ungefragt von Rikiya lieh und diesmal entschied Nayantai sich auch dazu, einen Korb für die Fische mitzunehmen. Aufgewärmt wie er nun einmal war, sah er sich also noch den dick eingepackten Rain an - hoffentlich war ihm wenigstens etwas warm - und grinste ihn an. “Willst du etwas mitnehmen? Es könnte ein wenig dauern und ich stehe im eiskalten Wasser. Vielleicht könntest du ja einen Schneeengel machen?” Ein paar Gedanken kreisten schon durch seinen Kopf. Was davon würde es werden? Keine schlechte Frage - schlussendlich allerdings egal. “So viele Kräuter gibt es da draußen nicht und die Meisten davon haben wir hier, aber warum nicht? Dann kann ich dir gleich ein paar Unterschiede zeigen.” Vorausgesetzt die Sonne würde nicht komplett untergegangen sein, wenn sie sich ein als Abendessen getarntes Mittagessen geangelt hatten - sie trödelten sowieso schon wieder herum.
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    • Rain sah Nayantai sabei zu wie er sich beeilte fertig zu werden und hatte noch eine andere Frage. "Wie weit ist es denn bis zu dem... See... Fluss? Zu den Fischen?", wollte er wissen, einfach weil er seine eigenen Grenzen sehr gut kannte. Nayantai tat das auch, also war es vermutlich nicht allzu weit. "Mhm, ich kann nur leider draußen nicht wirklich viel tun... aber ich mag Spaziergänge. Speziell hier, In Fhaergus konnte ich ja immer noch durch das Anwesen wandern, aber im Zelt im Kreis gehen ist kaum dasselbe." Auch wenn er immer noch nicht gut zu Fuß war. Er war nicht sicher ob sein Bein jemals besser werden würde, aber es war nicht so schlimm, als dass er im Bett bleiben musste. Es schmerzte ein wenig und wäre er zuvor schneller gewesen, würde ihn die Verletzung vermutlich bremsen, aber das war für Rain eigentlich nichts neues. "Ich will wissen wie es geht und es versuchen. Ich muss selbstständiger werden. Es gibt ohnehin wenige Dinge die ich tun kann, Kochen gehört dazu, wenn ich es lerne."

      Nayantai packte bereits zusammen, einen Korb, einen Speer und Rain nahm sich ein Fell, das nicht Teil ihres Bettes war. Damit konnte er sich hinsetzen, weil er bezweifelte, dass er die ganze Zeit stehen konnte. "Mh... also die Berichte nehme ich nur ungern mit, aber Rikiya hat mir ein Buch gegeben. Das könnte ich mitnehmen. Ich schätze wir werden uns nicht viel unterhalten, das verjagt bestimmt die Fische?" Er nahm sich besagtes Buch und war damit bereit zu gehen. "Ich kenne nur ein paar heimische Pflanzen aus Adrestia, aus Büchern, manches davon dürfte hier auch wachsen, wenn es das in Fhaergus im Winter tut..." Er kannte allerdings nur Bilder und Nayantai kannte sich bestimmt besser aus. Rain lernte gerne. "Weißt du... wenn du willst, dann würde ich auch gerne mehr über dich und dein Leben erfahren. Das letzte Mal als wir uns darüber unterhalten hatten, konnten wir uns gegenseitig kaum verstehen. Ich würde gerne wissen wie du gelebt hast."
    • Rain stellte immerhin berechtige Fragen - Nayantai wollte sie ihm ungerne nicht beantworten und doch dauerte es eine Weile, bis er sich wirklich sicher war, was er ihm sagen konnte. Ihn dorthin zu tragen wäre vermutlich einfacher, das konnte er sich eingestehen, aber ehrlich gesagt wollte er seinem Lamm nicht noch mehr Freiheit berauben, die es dringlichst nötig hatte. “Ich würde sagen fünfzehn Minuten? Wenn wir nach deinem Schritttempo gehen, also, uns nicht hetzen. Ist das in Ordnung?”, wollte er wissen. Womöglich war es das nicht - er würde es absolut akzeptieren, sich jedoch definitiv nicht davon abbringen lassen wollen ihnen ein Abendessen zu servieren das sie beide selbst auf die Beine stellten. Das sollte sowieso Teil des Hauptaugenmerks sein, nicht? “Wenn es dir zu viel wird, dann drehen wir um. Du musst dich zu nichts zwingen, das will ich ehrlich gesagt auch absolut nicht.”, stellte Nayantai fast schon sofort klar - Rain sollte Grund zur Freude haben und sich nicht genötigt fühlen. Er lächelte Rain fast schon krumm an, aber immer noch fasziniert von seinem Tatendrang. Hatte sein Lamm mehr Elan als er? Es schien beinahe so. “Dann will ich dich davon beim Besten Willen nicht abhalten.” Wieso denn auch?

      Nayantai glaubte so langsam, Rain hatte ihn im Thema Motivation einfach abgehängt und doch ließ er sich von ihm beeinflussen, vielleicht auch zurückhalten. Viel Unterschied machte es nicht, und doch wollte der Wolf meinen, er schadete seinem Lamm eher, als dass er es gedeihen ließ - Nayantai wollte sich das aber nicht so wirklich eingestehen. “Mh, verstehe ich. Das Buch sollte dann eine gute Alternative sein. Was das Reden angeht, wenn du in meiner Nähe bleibst, dann sollte das eigentlich funktionieren. Fische sind nicht unbedingt für ihr Gehör bekannt.” Er selbst konnte damit weniger anfangen, Rain hingegen schien all das Wissen, das er so hörte, gar wie ein Schwamm aufzusaugen; Wahrscheinlichkeiten und Eventualitäten beiseite geschoben. Was konnte er denn auch wollen, wenn nicht Rains vollste Aufmerksamkeit? Lesen war ohnehin noch nie das seinige. “Ich kann dich einfach sammeln lassen und dann sortieren wir die unbrauchbaren Dinge aus? Oder ich gebe dir eben eine schnelle Einleitung.”, bot er Rain wiederum an. Normalerweise hatte er zwar genügend Zeit ihn auch folglich in derartigen Dingen zu unterrichten, gleichzeitig wusste er aber, dass sie heute eher der Dunkelheit zum Opfer fielen, also setzte Nayantai sich schon in Bewegung sobald Rain fertig war. Dennoch sah er das Lamm verdutzt an, musste er doch ohnehin mit ihm Schritt halten. “Über mich? Das wird dir doch sicher zu langweilig oder wir hängen uns an irgendwelchen meiner ehemaligen Liebesgeschichten auf.”, nuschelte er, schon peinlich berührt.
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    • "Ja, das kriege ich hin, dort kann ich dann ja eine Pause machen.", lächelte Rain. Er glaubte, dass er durch mehr Bewegung auch selbst mehr schaffte, aber die Wahrheit war, dass er in Fhaergus schon gemerkt hatte, dass er wesentlich weniger Energie hatte als früher. Es gab Zeiten, da konnte er die Stufen hoch laufen, auch wenn er dann getadelt wurde, dass er vorsichtiger sein sollte, als Nayantai dann in Fhaergus war, fiel es Rain schon schwer ihm in normalem Tempo nach oben zu folgen. Dennoch hatte er sich selbst bewiesen, dass er über seine Grenzen gehen konnte, als er zu diesem Dorf gegangen war, auch wenn er einige Pausen gemacht hatte, oder später, als sie ohne Pferd voran mussten. Wie auch immer, er merkte selbst, wenn es ihm zu viel wurde und Nayantai war immer noch stark genug ihn zu tragen, oder einfach eine Pause mit ihm einzulegen. "Tue ich nicht und wenn ich öfter raus gehe, dann schaffe ich vielleicht auch irgendwann weitere Strecken." Ihm war klar, dass er niemals so stark sein konnte wie Nayantai, Rikiya, oder sein eigener Vater, aber vielleicht konnte er zumindest ein bisschen stärker werden.

      "Ich unterhalte mich auch gerne mit dir, wenn es dich nicht stört.", erklärte Rain während sie sich schon auf den Weg machten. Nayantai neigte dazu sich mit ihm auf adrestianisch zu unterhalten, spätestens dann, wenn sie das Zelt verlassen hatten, also wollte er alles für sich behalten. Rain fragte sich, ob das den anderen Wölfen missfiel. "Sehen wir mal, wie es mir geht, dann kann ich auch alles Grüne sammeln das ich finde." Davon gab es ohnehin nicht viel. "Über dich zu sprechen wird mir ganz bestimmt nicht langweilig und an deinen Liebesgeschichten bin ich auch interessiert. Du hast viel mehr zu erzählen als ich, mein Leben in Fhaergus war die meiste Zeit ziemlich genau so, wie als du angekommen bist. Du hast viel mehr erlebt, ich möchte gerne davon wissen. Außerdem hilft es mir vielleicht euer Volk besser zu verstehen."
    • “Mhm, gut.”, belächelte Nayantai noch. Rains Enthusiasmus war nicht unbedingt neu, aber er war immer wieder schönt mitanzusehen - nie hätte er sich gedacht, dass das kleine Lamm aus seiner Schale kriechen würde, nicht in solchem Ausmaß und doch zeigte es sich von seiner besten Seite. Konnte er ihn denn irgendwie verschmähen? Nein, beim Besten Willen nicht. Rain war für ihn wie die Sonne, die morgens aufging und selbst am Abend nicht gänzlich am Horizont verschwinden wollte. Vielleicht war es idiotisch, so zu denken oder Rain so idolisieren, allerdings glaubte Nayantai nicht daran, dass es dort draußen noch etwas anderes gäbe, das ihn jemals glücklicher machen könnte. Rain war alles, das der Wolf brauchte und deswegen griff er auch nach seiner Hand als sie die Siedlung wiederum zu Fuß verließen; er hielt den fremden Handschuh fest in seinem eigenen, als wolle er dafür sorgen, dass Rain ihm folgte und nicht zurückfiel, ihn nie wieder alleine lassen konnte, ob gewollt oder nicht. “Dann … wieso machen wir nicht einfach zusammen einen Spaziergang? Es muss nicht jeden Tag sein, vielleicht alle zwei Tage? Dann komme ich mehr nach draußen und du arbeitest an deiner Ausdauer.” Würde das funktionieren?

      Nayantai tat sich schwer damit, die Energie aufzubringen, um Rain und sich selbst zu motivieren - er konnte sich gelegentlich dazu zwingen, Dinge zu tun, sich in gewissem Maße ein wenig dazu foltern; einen Versuch war es allemal wert, auch, wenn es ihm nicht sonderlich schmecken wollte. “Tut es nicht, das hat es sowieso noch nie.” Lieber redete er tagein und tagaus mit seinem Lamm als sich irgendwelchen hirnrissigen Ideen hinzugeben und gleichermaßen wusste er, dass er oft seinen gleichen, alten Mustern verfiel - es war dumm, zu glauben, dass sich irgendetwas änderte oder geändert hatte, nicht wenn er durch den immer gleichen Schnee stapfte, der sich auch seit Jahren gleich gehalten hatte, selbst, wenn er gar nicht hier gewesen war. Änderte sich in Thria denn viel, mit Krieg oder ohne? “In Ordnung, was willst du denn als erstes wissen? Soll ich dir von meiner Kindheit erzählen? Meiner Jugend? Oder willst du lieber gleich die schmutzigen Details?”
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    • Nayantai nahm schon bald Rains Hand und führte ihn durch die Siedlung. Rain tat sein bestes sein Tempo zu halten und Nayantai schien es zumindest hier eilig zu haben. Die Schiene um sein Bein und der Stock den sie besorgt hatten half ihm beim Gehen, dennoch war es ein wenig frustrierend zu wissen, dass jetzt, wo er endlich draußen Spaziergänge unternehmen konnte, da konnte er sein Bein nicht richtig belasten. "Das würde ich gerne machen. Die frische Luft tut mir auch gut, denke ich, auch wenn sie sehr kalt ist." Das Zelt war wärmer, aber auch wenn der Rauch des Feuers größtenteils nach oben abzog, so blieb doch immer etwas von dem Geruch von verbranntem Holz zurück. Rain beschwerte sich nicht, absolut nicht, aber er merkte trotzdem, dass es ihm draußen ein wenig einfacher fiel zu atmen, auch wenn ihm dann die Kälte zu schaffen machte. Das Zelt war ein wenig schwer zu lüften, aber in Fhaergus war sein Zimmer oft auch stickig gewesen, weil er sich geweigert hatte es zu verlassen, damit jemand das Fenster öffnen konnte.

      "Noch nie? Wirklich?", fragte Rain mit einem leichten Grinsen. "Ich kann mich an einen Wolf erinnern, der nichts mit irgendjemandem zu tun haben wollte." Geöffnet hatte er sich trotzdem schnell, wohl weil er solange alleine gewesen war. Es musste gut getan haben, endlich wieder jemandem zum Reden zu haben und vielleicht war es auch einfacher, wenn das Gegenüber einen nicht verstand. Rain hatte es genossen einfach allerhand zu erzählen, Dinge die er sonst vielleicht für sich behalten hätte, aber Nayantai verstand ihn kaum und es gab auch niemandem, dem er es weitererzählen hätte können. "Ich höre mir alles gerne an, sofern du bereit bist darüber zu sprechen. Zum Beispiel... wie war das als du ein Kind warst, hast du viel mit Khojin gemacht? Hat sie auf dich aufgepasst?", fragte er nach. Er wusste Nayantai hatte auch noch mehr Geschwister.
    • Aus der Siedlung herauszukommen schien ihm immer wichtiger zu werden wenn er glaubte, dass ein paar resche Augenpaare ihm hinterher spähten oder unbedingt wissen wollten, was der ehemals verschollene, untote Prinz mit seinem schafischen Liebhaber machte, der ebenfalls nicht am Leben sein sollte. Es war fast so, als würde sein Umfeld lediglich aus Leuten mit ausgeprägten Mordgelüsten bestehen, die sich oftmals schwerer bändigen ließen als gedacht; er hatte dennoch wenig Angst um eines ihrer Leben, wusste jedoch, dass er sich wohl oder übel besser unterwürfig verhielt, als mit irgendjemandem anzuecken, dessen Verhalten seiner eigenen Wahrnehmung nur schadete. “Ich kann sie leider nicht aufheizen, aber vielleicht finden wir einen passenden Schal?”, schlug er Rain vor, als wäre es eine bessere Lösung für das Dilemma, das sie gerade hatten. Nayantai wollte nicht glauben und schon gar nicht wissen, ob er das Richtige tat, glaubte jedoch, sie hatten einen Kompromiss gefunden, einen grünen Zweig der sie schon dorthin lenken würde, wohin sie sollten. Egal was es nun einmal sein würde, so glaubte er, hatte er durchaus keine schlechten Karten. Keiner von ihnen hatte sie.

      “Wirklich.”, sprach er sogleich, doch das, was der Wolf außer Augen ließ, wurde ihm sogleich vorgeführt. Beschämt lachte Nayantai, wusste er doch, dass er etwas vergessen hatte - Rain ließ ihn das wohl nicht vergessen, zumindest nicht so schnell. “Gut, dass genau der Wolf seine Meinung geändert hat.” So war es spätestens dann gewesen, als er bemerkt hatte, dass Rain keine Gefahr für ihn darstellte sondern sich bemühte, einen liebevollen Eindruck in seinen geschundenen Augen zu hinterlassen. Nayantai wollte es von Anfang an zwar nicht glauben, doch mittlerweile schien es so, als wäre selbst er schlau genug gewesen, um zu verstehen, dass Rain es nur gut mit ihm gemeint hatte. Noch immer pferchten sie durch den Schnee - für ihn war ihr Tempo ziemlich langsam, was hieß, dass es für Rain angenehm sein musste. “Hm, als Kind? Ich habe mit Khojin einen Haufen Schabernack getrieben, das weiß ich noch, und gleichzeitig hatte ich immer ziemlichen Respekt vor ihr. Sie war als Kind schon ziemlich so, wie sie jetzt ist - also, nicht unbedingt leicht. Aufpassen musste sowieso immer auf mich, sonst konnte es schon sein, dass ich mit einem blauen Auge aufgetaucht bin, oder mit einer aufgeschlagenen Lippe. Geprügelt habe ich mich eher dann, wenn sie nicht zugesehen hat.”
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    • Rain hielt sich innerhalb der Siedlung lieber bedeckt. Er blickte niemanden direkt an, wenn er es vermeiden konnte und er versuchte nicht allzu schwach und kränklich zu wirken. Nicht unbedingt seinetwegen, aber wegen Nayantai, der schon genug Urteil erfuhr. Wäre Rikiya nicht wer er war, dann hätten sie beide viel größere Probleme als im Moment. "Ich habe einen Schal! Aber ist schon in Ordnung, ich werde nicht daran sterben." Hoffentlich. Er wusste es nicht und wenn er längere Zeit draußen war, dann merkte er wie seine Lunge Abends mehr schmerzte und das letzte Mal hatte er zwei Tage lang eine heisere Stimme. Es war eine Weile her seit er mit Fieber im Bett lag, aber wie er seinen eigenen Körper so kannte, würde er bald schon wieder krank werden. Selten war er mehr als drei Monate am Stück gesund und dann lag er oft mehrere Wochen mit Fieber im Bett. Nayantai und Rikiya hatten genug um die Ohren, er wollte nicht, dass die beiden sich auch noch um ihn kümmern mussten, nicht mehr als sie ohnehin schon taten.

      "Nach einer Weile wolltest du mir eine ganze Menge erzählen und ich glaube ich habe kaum etwas verstanden.", lächelte Rain. Vielleicht sollte er ihn auch noch einmal nach der Narbe auf seiner Hand fragen. "Schabernack? Zum Beispiel?" Rains Interesse war geweckt. Khojin wirkte wahrlich wie jemand, der viel als Kind angestellt hatte, um ihre Grenzen zu testen. Nayantai schien ihr sehr ähnlich gewesen zu sein, bevor er gefangen genommen wurde. "Oh? Wieso das? Weil du nicht wolltest, dass sie dir den Hintern rettet?", kicherte Rain. Das konnte er sich gut vorstellen, dass Khojin jeden verprügelte, der ihre Geschwister schief ansah. "Hast du dich denn auch mit ihr geprügelt? Hat jemand auf euch aufgepasst, als ihr noch kleiner wart? Ich habe Kinder in der Siedlung gehört, aber noch keine gesehen." Nicht, dass man sie unbedingt von ihm fernhielt, es war wohl eher so, dass er selten draußen war und zufällig keine gesehen hatte.
    • Über seine Kindheit zu schnattern war noch fremd für Nayantai, zumal er es noch nie als sonderlich klug empfunden hatte, zu viel über sich selbst zu reden. Wann hatte er das letzte Mal mit jemanden, der nicht Rain war, über sich selbst philosophiert? Vermutlich mit Muhan, vor guten fünf Jahren oder schon länger - jetzt, gerade, da war alles noch ungezwungen doch Nayantai wusste, dass er früher oder später Rede und Antwort stehen musste und durfte, sobald die ersten neugierigen Gesichter seine Präsenz in ihrem Umfeld ihn erblickten. Das hier war nicht mehr als ein Moment der Unruhe, den er wohl erst auspendeln lassen musste und danach, naja, dann käme eben die Wagemut und die Hoffnung, Rain nicht zu viel auftischen zu müssen. Worüber konnte und wollte er reden und was war es, das ihn selbst noch jetzt fuchste und beinahe betäubte, ihn darauf hinwies, dass er seinen Verstand verloren hatte? Nayantai wollte es eigentlich nicht so recht wissen. “Sterben? Komm mir nicht mit sowas!”, lachte er, wenn auch ein klein wenig empört - Rain konnte nicht jetzt schon aufgeben.

      “Wir haben am Anfang auch mit Hand und Fuß miteinander geredet, da kann ich mir ziemlich gut vorstellen, dass wir einige Details nicht aufgeschnappt haben.”, erklärte er die anfänglich missglückte Konversation - der Fluss, wenn man ihn denn noch so nennen konnte, erstreckte sich zur jetzigen Zeit in kleinerem Ausmaß über die eiskalte Landschaft; früher oder später würde es besser werden, das wusste er, aber gerade jetzt eignete er sich perfekt dazu, einfach nur zu angeln und nicht von der stetigen Bewegung davongerissen zu werden. “Das Übliche. Ziegen stehlen, uns mit Eisbällen bewerfen, ein paar wilde Tiere reizen, oder einander durch die Gegend werfen - wir waren auch ziemlich gut darin, meine Mutter zur Weißglut zu treiben. Es reicht ein bisschen Tinte.” Oder gleich ein ganzer, lebendiger Tintenfisch, der aufgrund der dusteren Umgebung und der kalten Temperaturen wohl weiter nach oben gekommen war, als er sein sollte - und dann waren es wiederum er und sein kindlicher Verstand, der das Meereswesen für seine eigenen, ziemlich dummen Ideen benutzen wollte. Kleidung hatte er zu Hauf ruiniert. “Unter anderem, und weil ich ziemlich eingebildet war. Als Kronprinz glaubt man, man schlägt alle Schlachten selbst und wenn man eine große Klappe hat, dann sollte gefälligst noch einmal etwas dahinterstecken.”, erwiderte er auf die Frage, gefolgt von einem selbstsicherem Nicken. Es schien so, als wollte er es gar nicht erst anders wahrnehmen - Nayantai war es genau so recht, wie es nun einmal war. “Mit ihr eher weniger, sie hat mich zusammengeklappt als wäre ich aus Papier, jedesmal - ich glaube nicht, dass an Khojin irgendjemand vorbeikommt, nicht damals und auch nicht jetzt. Aber genug davon, ähm, ja - also, unsere Eltern und dann gab es so etwas wie jemanden, der auf alle Kinder der Siedlung tagsüber aufgepasst hat? Entweder wir waren unterwegs, oder wir haben in dem großen Zelt gespielt, oder gelernt - lesen, schreiben, thrianische Geschichte, unsere Religion, das ganze Zeug. Das hat sich nicht wirklich verändert, deswegen hörst du die Kinder zwar, aber wenn das Wetter schlecht ist, siehst du sie vermutlich nicht. Willst du denn, dass dir auch jemand die thrianische Schrift und das Lesen beibringt?”, neckte er Rain ein wenig.
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    • "Ich sagte ich werde nicht sterben. Mach dir keine Sorgen, ich fühle mich sehr viel besser als noch vor einem Monat. Mein Glück wird nicht ewig anhalten, aber bisher habe ich alles überstanden, viel mehr sogar als mir jemals zugetraut wurde." Rain lächelte, während er immer noch versuchte Nayantais Tempo zu halten. Er ging extra langsam, aber Rain fühlte sich, nachdem sie die Siedlung hinter sich gelassen hatten, schon ein wenig ausgelaugt. Er zog sich seinen Schal über Mund und Nase, weil ihm das tiefe Atmen schmerzte, wenn die Luft so kalt war. Es war ihm in diesem Moment auch lieber Nayantai übernahm das Reden und er selbst konnte sich darauf konzentrieren Luft zu bekommen. Er fragte sich ob es jemals besser werden würde und was es war, das ihn so sehr anstrengte. Sein kaputtes Bein half jedenfalls nicht, speziell nicht als der Schnee höher lag und Rain fast schon in die Stiefel fiel. "Ich habe gerne mit dir geredet... auch weil du mich nicht verstanden hast, oder weil es für dich keinen Unterschied gemacht hat. Ich konnte dir Vieles erzählen, das ich niemandem sonst erzählen konnte."

      "Das Übliche?", kicherte Rain. "Naja, ich denke das könnte bei uns auch alles funktionieren." Nur Rain war keines dieser Kinder. Er war nur zu Hause in seinem Zimmer gewesen, hatte gespielt, oder gelesen, oder Klavier gelernt und gespielt, abseits der anderen Dinge die er gelernt hatte. Das Schlimmste, das er jemals getan hatte, war zu versuchen einen Keks aus der Küche zu ergattern. "Hast du deine Kämpfe denn gewonnen?", wollte Rain wissen. Nayantai hatte manchmal die Idee dazu gehabt mit Rain zu raufen, aber er konnte nicht behaupten, dass er für Nayantai ein Hindernis darstellte. Er ließ ihn wenn dann gewinnen. Ob er sowas vermisste? Vielleicht war es auch Teil seiner Beziehungen gewesen? Rain kicherte. "Khojin ist ziemlich beeindruckend, huh? Und nein, ich denke ich mache alleine und mit deiner Hilfe gute Fortschritte. Außerdem gibt es bestimmt Eltern, die nicht wollen, dass ihre Kinder in meiner Nähe sind. Aber ihr lernt alle Lesen und Schreiben? Das ist ziemlich... naja... fortschrittlich. In Adrestia lernt das meist nur die Oberschicht."
    • “Deswegen will ich doch, dass du so lange wie möglich bei mir bleibst. Ich wünschte noch immer, ich könnte dir irgendwie helfen, ein klein wenig mehr. Irgendwie.”, seufzte Nayantai, haarscharf daran vorbei schrammend, dass er momentan ohnehin nicht viel für Rain tat - zum einen konnte er nicht, zum anderen wollte er wohl auch gar nicht daran denken, dass es anders laufen konnte, als es das gerade tat. Wie lange? Wie viel Zeit musste er denn mit sich selbst verbringen, als dass er es endlich verstehen würde? Nayantai wusste es nicht - er war lediglich froh, sich endlich seinen Weg hinaus in die Welt bahnen zu dürfen. “Ich würde lügen, wenn ich behaupte, es ist mir nicht genau so, oder zumindest ähnlich gegangen. Irgendwie warst du schon immer ein Lichtblick für mich, weißt du?”, bemerkte er, in der Hoffnung, die Stimmung des gesamten Gesprächs ein wenig anzuheben, zumindest so gut er konnte. “Und ich war auch gerne für dich da, obwohl ich anfangs dachte, ich reiße dir bei der nächsten Gelegenheit den Kopf ab. Das hat sich auch nur relativ kurz gehalten.” Nicht, dass von Rain je wirklich eine Gefahr ausgegangen war.

      “Ja, das Übliche! Ich war schon damals ziemlich ungestüm.”, lachte Nayantai auf - seine Kindheit war nur schlecht gewesen und er hatte sie genossen, jeden Moment davon geliebt und gelebt, als hätte er keine anderen Sorgen auf dieser Welt. Zu diesem Zeitpunkt war es vermutlich auch so; und Rain existierte für ihn noch gar nicht, in keiner Weise. “Teils. Zumindest die, die ich dadurch angezettelt habe, weil ich eine ziemlich große Klappe habe.” Das musste er doch beinahe, insofern er nicht wollte, dass man ihn gleich für seine Missetaten lynchte. Nayantai war schon immer ein schwieriges Kind gewesen, auf seine eigene Art und Weise, und jetzt gerade, da hatte er sich wohl auch kaum zum Besseren verändert. “Ich muss gestehen, ich schaue noch immer zu ihr auf. Sie ist mehr als beeindruckend und ich wünschte, sie würde nicht so verbittert sein … irgendwo ist es meine Schuld.” Hätte er sich doch nur irgendwie melden können, oder es weiter versucht, dann, vielleicht- nein, er wusste doch, dass er nichts dagegen ausrichten konnte. Keinen Sinn machte es, das war ihm klar; keinen Moment länger glaubte er, er würde überleben können, sich wieder fangen dürfen und jetzt, jetzt stapfte er durch den tiefen Schnee und suchte nach einem guten Platz für Rain, nahe des Flusses. “Ja, thrianisch ist um einiges komplizierter als adrestianisch - aber das tut nichts zur Sache. Ich denke einfach, dass es nichts nützt, wenn Leute aus anderen Schichten so einfache Dinge nicht können und da stimmt sicherlich ganz Thria zu. Manchen liegt es dennoch weniger, aber das ist auch in Ordnung.”
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    • "Mach dir nichts draus. Ärzte aus ganz Adrestia haben versucht herauszufinden wie sie mir helfen können, sogar jemand aus dem Süden, aber keiner wusste was mir genau fehlt und es ist nicht so, als wäre ich der Einzige in der Familie, der damit leben musste. Meine Großtante, also die Schwester meines Großvaters war auch sehr krank. Sie starb als sie noch sehr jung war. Der Bruder meines Großvaters hat das nie verkraftet, deswegen hat er mich wohl nie besucht, als er noch lebte. Es gab nicht viel worüber ich mit meinem Vater gesprochen habe, aber über seinen Onkel hat er immer Gutes erzählt. Er besuchte ihn oft, wenn er konnte." Sein Großvater war eher weniger begeistert von ihm, zwischen ihnen herrschte immer böses Blut. Es war ihm wohl lieber, dass Rain ihn nie kennengelernt hatte. Rains Mutter hatte versucht ihn einzuladen, aber es war nie dazu gekommen. "Naja, nach all der Zeit in Gefangenschaft war es sicher nur nett, irgendjemanden zu treffen der dir nichts antut.", lächelte er. "Ich glaube ich hatte nie wirklich Angst vor dir." Aber es hätte ihm auch nicht so viel ausgemacht, wäre er gestorben.

      "Das kann ich mir vorstellen." Ungestüm und Verspielt, das war er auch in Fhaergus gewesen, nur jetzt fiel es ihm wohl schwer sich zu entspannen. Rain runzelte aber schon bald seine Stirn. "Es ist nicht deine Schuld, dass du jahrelang eingesperrt warst.", teilte er ihm streng mit. Da musste Nayantai sich wirklich keine Vorwürfe machen. Alleine hätte er es auch sicher nicht aus dem Kerker geschafft. Nicht, dass Rain wusste wie es dort aussah, aber er hatte auch nie von jemandem gehört, der von dort geflohen wäre. "Willst du denn noch einmal mit ihr reden, wenn sie zurück ist?" Vielleicht sollte Nayantai das, sie sollten sich vertragen. Rain wollte nicht den Teufel an die Wand malen, aber er konnte nicht sicher sein, dass sie jedes Mal wieder zurückkommen würde. Es herrschte immerhin Krieg und sie wollte immer an der Spitze kämpfen. "Naja, in Adrestia halten wir nicht so zusammen wie ihr. Die Adeligen können es sich leisten ihre Kinder zu unterrichten, Bauern und Handwerker brauchen ihre Kinder oft bei der Arbeit. Da ist keine Zeit für Studien und selbst können sie es ihnen meist auch nicht beibringen. Viele wollen es auch gar nicht lernen."
    • “Das macht wenig Sinn. Ich glaube nicht, dass ich mir den Kopf nicht einfach nicht darüber zerbrechen kann, das wäre irgendwie so, als ob ich mich nicht für dich interessieren würde.”, erwiderte der Wolf. Nayantai war kein Teufel und auch kein Missetäter - er wünschte Rain mehr als nur eine Antwort auf all die Probleme die ihn plagten; er wollte ihm eine Antwort schenken, irgendwo und irgendwie, aber er wusste beim besten Willen nicht wie. Wie sehr würde er sich den Kopf über solche Dinge noch zerbrechen? “Hättest du ihn gerne kennengelernt?”, warf er fragend ein. Wenn sie schon über ihn redeten, dann wollte Nayantai auch, dass sie ein wenig über Rain redeten - sie beide waren wichtig, füreinander, das sollte natürlich auch so bleiben und sich nicht verändern. Trotz dessen war er noch immer auf der Suche - Nayantai fand das, wonach er verlangte auch alsbald und präsentierte Rain das kleine Plätzchen im Schnee. “Das wohl, und trotzdem wünschte ich mir irgendwo, du hättest zumindest ein wenig Angst vor mir gehabt.” Ein Zugeständnis mehr machte auch nichts aus - Nayantai fühlte sich zu eben jenem Zeitpunkt miserabel und am Ende seiner Kräfte, so sollte er also froh sein, dass Rain ihn als das ansah, was er gewesen war: Ein wildes, geschändetes Tier, das eine freundliche Hand brauchte.

      Aus seinen obersten Kleidungsschichten hatte er sich schon gleich gekämpft - Nayantai stand folglich oberkörperfrei, in einer dicken Hose und schweren Schuhen, im Schnee und sagte sich von Rains Berührung los, damit er auch noch die Handschuhe, die er bis dahin getragen hatte, auf den Haufen werfen konnte, zu welchem er mit seinem Kinn deutete. “Du kannst dich auf meine Sachen setzen, wenn du magst.”, bot er Rain an. Das würde ihn und seinen kleinen Hintern warmhalten. “Weiß ich, aber irgendwie … naja, es ist nicht, dass ich es nicht wahrhaben will oder darauf nicht klarkomme, aber ich schätze, ich habe zumindest ein wenig Teilschuld.”, gab er schlussendlich zu. Nayantai wusste, dass sein Leben nicht leicht gewesen war und dass er in vielerlei Hinsicht nicht unbedingt jemand gewesen sein durfte, der immer einfach war oder aber es immer einfach hatte - gelegentlich hatte er sich gut genug gefühlt, all das zu akzeptieren und zu glauben, er hätte sich damit abgefunden. Schlussendlich war gar nichts gut. “Mhm, ich sollte vermutlich.”, stimmte er Rain zu und nahm sich den Speer, den er mit gezerrt hatte, bevor er näher an das Ufer des Flusses herantrat, in welchem er sich kurzzeitig gedanklich verlor. “Hier hat Status keinen wirklichen Wert, aber das weißt du. Warum macht man das in Adrestia so? Das hört sich eher an, als ob Adelige Angst davor haben, dass ein einfacher Bürger mehr Wissen haben könnte, wenn man ihnen ein wenig Freizeit lässt … manchmal verstehe ich Adrestia nicht.”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Du bist kein Arzt und das ist in Ordnung. Ich muss eben damit leben, aber ich kann trotzdem mit dir hier draußen sein." Das hätte er niemals gedacht und doch war es möglich. Es brachte nichts sich immer nur zu verstecken. "Hm ich denke schon. Ich war immer sehr alleine, ich hätte allgemein gerne mehr Leute kennengelernt, weißt du?" Auch die anderen Fürsten und deren Kinder. Anfangs waren sie noch eingeladen, aber das hörte auf, nachdem Rain oft kurz danach krank wurde. Rain sah Nayantai an und lachte leicht. "Tut mir Leid, falls dich das gekränkt hat. Alle anderen im Anwesen hatten dafür Angst vor dir. Ich denke ich wollte es irgendwie darauf ankommen lassen. Ich hatte genug davor mich immer nur vor anderen zu verstecken und vorsichtig zu sein. Außerdem dachte ich mir, da du mich nicht sofort angefallen hast, musste ich nur nett genug sein." Und es hatte sehr gut funktioniert. Rain wollte von Nayantai lernen und jetzt war er hier. Es war alles ganz anders gekommen als er gedacht hatte, aber irgendwie hatte er bekommen was er wollte.

      Rain sah Nayantai zu wie er sich in der eisigen Kälte auszog und ihm wurde allein vom Zusehen kalt. Er konnte nicht verstehen wie ihm all das nichts ausmachen konnte. "Ich habe eine Decke mitgebracht, vergessen?", grinste Rain und breitete sie auf dem Boden aus, dann ließ er sich langsam darauf sinken. Er konnte eine Pause gebrauchen, auch wenn sie nicht weit gegangen waren. "Die einzige Schuld die du vielleicht hast, ist dass du mich mitgebracht hast und dass sie das nicht verstehen kann. Aber auch das ist etwas womit Khojin in erster Linie klarkommen muss. Ich wünschte ich wäre ihr nicht so ein Dorn im Auge, aber ich bezweifle, dass ich sie davon überzeugen kann mich zu mögen. Das muss sie auch nicht, solange sie akzeptiert, dass wir zusammen bleiben. Ich denke aber ihr zwei solltet euch vertragen solange ihr noch die Gelegenheit dazu habt. Ich hätte meinem Vater gerne Vieles gesagt, aber jetzt ist es zu spät..." Nayantai hatte noch die Chance alles gerade zu rücken. "Ich denke Adelige sind ihren Lebensstandard gewohnt und es ist nicht möglich diesen zu halten und alle anderen auf ein ähnliches Level zu heben... in Fhaergus ist das ein wenig anders, aber nicht viel, je größer das Land jedoch, desto schwieriger wird es und man verliert auch den Bezug zu seinen Bürgern. Es ist aber auch paradox, wenn ein Fürst seinen Reichtum nicht präsentiert, wird er als schwach empfunden und auch wenn sich unsere Grenzen lange nicht geändert haben... du hast gesehen was passiert ist. Wir haben immer versucht Potenzial zu unterstützen und wir haben mehrere junge Männer in die Hauptstadt oder andere Fürstentümer geschickt um zu lernen, aber würden wir das jedem ermöglichen, dann würde die Wirtschaft unseres eigenen Landes darunter leiden. Naja, es ist kompliziert... Ich beneide eure Kultur und wenn ich noch ein Fürstentum hätte, dann würde ich versuchen etwas davon einzubringen."
    • "Das weiß ich, aber ... mh, du hast recht. Die Diskussion würde nur im Kreis verlaufen." Rain war erwachsen genug um zu wissen, was er ertragen konnte und was nicht - Nayantai musste weder den Moralapostel spielen, noch musste er sich dazu verpflichtet fühlen, durchgehend auf Rain aufzupassen oder ihn gar zu bevormunden. Es war in Ordnung so wie es war. "Mhm, aber das heißt nicht, dass du das nicht noch nachholen kannst. Wir müssen noch ein wenig warten, schätze ich, aber ich glaube, einige Wölfe würden gerne mit dir reden." Außerdem kannte Rain ihre Sprache, also mussten sie sich nicht um einen Dolmetscher abmühen, der eventuell nur Müll übersetzte oder so wie Nayantai war und vielleicht aneckte, weil er nicht alles eindeutig so übersetzen konnte, wie es gemeint war. "Hat es nicht, also, im Endeffekt nicht wirklich. Anfangs dachte ich mir wohl, dass es mich stört, aber wenn ich ehrlich bin, dann war das glaube ich gut so." Gut, dass ihn jemals als noch menschlich erachtete, als solchen ansah und nicht als wilde, zerstörerische Bestie, die nur an sich selbst dachte und jeden anderen Moment in seinem Leben nur durch Hass lenken konnte. Oftmals vergönnte er sich selbst nicht, doch Nayantai wusste, dass er auch außerhalb jener Tatsachen nicht ohne Fehler war - dass er ohne Rains Zutun gar nicht erst hier wäre. Würde er noch immer in Adrestia versauern? Schon möglich. "Pff, das funktioniert aber auch nicht bei jeder Bestie. Vielleicht hätte ich dich doch ein wenig anknabbern sollen.", suggerierte er.

      Schlussendlich war auch das egal - Nayantai wusste, dass er mit Rain an seiner Seite glücklich war und sich beim besten Willen nun nicht vorstellen konnte, seinen Lebensabend mit jemand anderem zu verweilen. Sei es drum, dass er bereits zuvor geliebt hatte und wurde; alles, wonach er verlangte, war die Liebe seines Lammes, als würde sie ihn nähren und am Leben erhalten. "Nein, aber ich denke, meine Kleidung ist auch schön angenehm für dich." Nicht zum ersten Mal stellte er derartige Behauptungen auf und nicht zum Letzten Mal wollte er sich fragen, ob er auch in Zukunft davon zu profitieren hatte. War es denn so, dass sie alle beide unsterblich ineinander vernarrt waren? Wenn Nayantai doch nur eine Antwort darauf wüsste. "Rain, ich weiß nicht wie ich dir das sagen soll, aber es trifft dich auch keine Schuld. Du nimmst das Ganze auf dich, als wäre es selbstverständlich, dass du unter irgendjemandes Hand leiden musst, wenn es nicht so ist. Es tut mir leid, dass du dich mit mir und meinen dummen Ideen herumschlagen musst, und ich wünschte, du müsstest derartige Sorgen nicht haben.", beseufzte der große, böse Wolf der im Endeffekt wohl gar nicht einsehen wollte, das sie beide einfach gestrickt und in gewisser Weise ein wenig verloren in dieser großen, weiten Welt waren. Es half nichts. Wohin sollten sie denn sonst ziehen? Nayantai setzte den ersten Fuß in den sich stetig tummelnden Fluss und durchbrach die Strömung für das zweite Mal an diesem Tag. Wankelmütig wie eh und je starrte er zu Rain herüber. "Das hört sich noch immer selbstsüchtiger an, als alles andere, von dem ich in Erwägung gezogen habe, das es passieren könnte. Ich weiß ehrlich nicht, von welchem Machtverhältnis dein Adel fantasiert, aber angenehm scheint es auf keinen Fall zu sein.", seufzte der Wolfsprinz, ehe er sich auf die Wogen des Wassers konzentrieren musste und die Stirn in Falten legte - es war zwar noch nicht wirklich dunkel, aber der leichte Verlust der grellen Sonne machte ihm bereits jetzt zu schaffen, womöglich aufgrund des fehlenden Auges. Das konnte doch nicht sein. "Dann holen wir dir ein neues Fürstentum, ganz einfach."
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    • Es war nett, dass sich jeder um Rain sorgte und ihm am Liebsten alles aus der Hand nahm, aber das wollte er gar nicht. Er wollte nicht anders behandelt werden, zumindest nicht sehr viel. Er wusste, dass er kaum sein eigenes Essen jagen konnte oder dergleichen, aber das hieß nicht, dass er gar nichts beitragen konnte. Es schien für jeden zu einfach, sich einfach um ihn zu kümmern und noch dazu machte sich jeder ständig Sorgen. Die Sorgen waren zwar berechtigt, aber trotzdem wollte Rain das gar nicht. "Denkst du? Ich frage mich, ob ich etwas tun kann, um ihnen zu beweisen, dass ich ihnen nichts böses will und... naja, dass ich nicht ganz nutzlos bin. Ich weiß, dass ich in eurer Kultur nichts anbieten kann, ich kann nicht jagen, oder dergleichen und ich kann auch sonst nicht viel..." Er wusste zwar nicht, was er mit den Wölfen besprechen würde, aber wenn sie Fragen hatten, dann beantwortete er sie gerne. "Wenn ich dich damals gefesselt hätte, dann hättest du mir wohl nicht so schnell zugehört." Rain hatte richtig gehandelt, da war er sicher. "Das hast du... in gewisser Weise..." Rain blickte zu Nayantai hinüber und lächelte, während er seine Beine ausstreckte und Luft holte. "Seit wir Fhaergus verlassen haben, haben wir nur selten... naja... du weißt schon... und Nachts im Bett zu kuscheln ist nicht dasselbe. Auf dem Weg hierher mit Rikiya ging es dir so viel besser, aber seit wir angekommen sind... du wirkst als wolltest du die meiste Zeit alleine sein, oder als wolltest du dich verstecken. Du musst dich zu nichts zwingen, natürlich, es ist mir nur aufgefallen."

      Rain wurde bei diesem Thema ein wenig rot und es war nicht einfach für ihn darüber zu sprechen. Er hatte noch viel mehr zu sagen, wusste aber nicht wie. Er vermisste die Zeit als sie sich beide versteckt hatten, als Nayantai ihm näher kam und Rain es zuließ, wissend, dass er dabei war Hochverrat zu begehen und auch noch das ein oder andere Adrestianische Gesetz brach. So aufregend würde es wohl nicht mehr werden, aber das war auch nicht der Punkt. Rain fragte sich ob Nayantai sich seinetwegen zurück hielt, oder ob es war weil Rikiya nicht weit entfernt war, oder jederzeit zurück ins Zelt kommen wollte, aber Rain glaubte, dass die Situation diesselbe wäre, wären sie gänzlich alleine. Alles was an Nayantai nagte, schien er lieber alleine herumtragen zu wollen und Rain wusste nicht recht, wie er an ihn ran kommen sollte. "Dass dein Volk mir gegenüber misstrauisch ist, ist auch nicht deine Schuld und ich möchte es auch Khojin nicht vorwerfen. Wären eure Rollen vertauscht, dann wärst du bestimmt auch besorgt und ich denke ihr beide zeigt das eher durch Wut, als durch eine andere Geste. Vielleicht versteht sie dich besser, wenn du ihr erzählst was passiert ist. Du musst ja nicht ins Detail gehen." Nayantai musste in dem eisigen Fluss so kalt sein, Rain konnte es kaum mitansehen. Er zog seine Beine wieder an und warf sich Nayantais Kleidung um die Schultern. "Wärst du nicht der Kronprinz und dein Vater nicht der König, dann würden wir wohl auch anders behandelt werden. Vermutlich wären wir nicht hier, sondern immer noch weiter im Süden, bei den Wölfen die uns eingefangen haben, oder nicht? In Adrestia ist Status noch wichtiger." Und sie waren viel mehr und ihre Gesellschaft funktionierte gänzlich anders. "Das will ich gar nicht, genausowenig wie du König werden willst."
    • Nayantai wusste gar nicht, ob seine Sorgen überhaupt noch angebracht waren. Von Rain geliebt wollen zu werden, war eine Sache, aber ihn mit Fürsorge zu erschlagen war eine andere und gleichzeitig auch etwas, das er kaum wollte. Wollte Rain das überhaupt? Von ihm umsorgt und zu Tode geliebt werden? Eigentlich konnte er ihn lediglich darüber ausfragen, gleichzeitig wusste er doch auch, dass es wenig Sinn machte, sich darüber überhaupt auszutauschen; Nayantai konnte keine Gedanken lesen, aber er wusste zumindest annähernd, was es war, das Rain früher oder später missfiel. "Wie wäre es dann mit Körben flechten, mit kochen, mit Fasern weben? Notfalls kannst du sie auch einfach in adrestianisch unterrichten, auch, wenn ich bezweifle, dass es dafür viel Andrang geben wird.", warf er ein. Genau konnte er es zwar nicht wissen, aber aus der einfachen Erfahrung heraus, dass Thrianer nun einmal misstrauisch sein konnten, war es eben so. "Eher weniger, aber ich denke auch, dass die Fesseln unnütz gewesen wären. Erschöpft war ich mehr als ohnehin." Das hätte sich zwar ändern können, aber Nayantai war sich eins damit, dass es jetzt nicht viel besser war, obwohl er körperlich in besserer Verfassung war - weniger geschunden, auf dem besten Weg zur Heilung und doch waren es einige Dinge mehr, die ihm zu schaffen machten, als die einfache Eingebung, dass etwas mit seinem Kopf nicht stimmte. Während Rain ihn von der Seite anblinzelte, war Nayantai noch immer auf das Wasser des Flusses und die Bewegungen darin versteift - bis Rain weiterredete, als hätte er jede mögliche Art von Scham in just diesem Moment verloren, so sehr, dass sogar Nayantai für einen Moment die Fassung verlor und seinen Blick Rain zuwandte. "Willst du ...? Du weißt schon. Nicht, dass es mir etwas ausmachen würde, wenn du möchtest.", röchelte der Wolf mit einem dunklen, pinken Ton der an die Abenddämmerung erinnerte in seinem sonst so bleichem Porzellangesicht.

      Derartige Bekenntnisse hätte der Wolf zwar nicht erwartet, dennoch schienen sie einfach so, nicht unbedingt durch die Blume, zu geschehen, als wäre das alles, worauf sie beide es manchmal abzielten. Gerade fühlte Nayantai sich etwas in seiner Existenz gestört und biss sich auf die Unterlippe, während er sich wieder auf die Strömung fokussieren wollte - so recht wollte das aber auch nicht geschehen, selbst dann nicht, als er sein bestes versuchte und sich dabei abmühte, einen Sinn in dieser stumpfen Tätigkeit zu finden. Seine Gedanken zogen Kreise, als er den ersten Fisch misste und ihm der Speer fast entglitt, und doch war ihm schon peinlich genau klar, dass er es nicht verschmähen durfte, dass er so war, wie er es nun einmal sein musste. "Ähm, ja. In Ordnung. Ich werde versuchen, mit ihr zu reden, wenn sie wieder da ist, aber, um, können wir nochmal das ansprechen, wovon du gerade geredet hattest?", warf er dem Lamm einfach so vor die Füße, als hätte er das Recht nach einer Antwort zu verlangen. Womöglich hatte er das sogar, oder Nayantai war einfach nur darauf besonnen, etwas an seinen allgemeinen Problem zu ändern, wie zum Beispiel, dass ihnen ein wenig Intimität fehlte. "Hm, nein, wir wären vermutlich schon Eintopf, da hast du wohl auch recht, aber das bedeutet noch lange nicht, dass das alles ist.", machte er Rain sofort klar und schaffte es - endlich - einen der Fische aufzuspießen, den er auch sogleich in den mitgebrachten Korb warf, während er noch zappelte. Wie schlimm würde das alles noch werden? Nayantai hatte keinerlei Ahnung, aber die drohende Dämmerung würde ihn vielleicht bald darüber unterrichten. "Also, du meintest, du willst, dass ... wir miteinander schlafen? Ähm, wieso sagst du das denn nicht früher?"
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    • "Ich denke im Moment ist das Problem, dass ich nicht weiß wie all das geht und von den anderen will sich wahrscheinlich niemand die Mühe machen es mir beizubringen." Vielleicht sollte Rain einfach mal durch das Dorf spazieren und die Leute fragen, ob er ihnen helfen konnte, aber gleichzeitig wollte er nicht, dass die Wölfe sich von ihm gestört fühlten. Er half Rikiya so viel er konnte, das war aber auch schon alles, das er tun konnte. "Das erinnert mich daran, dass du dich vor Sara und mir einfach ausgezogen hast, ohne dir etwas dabei zu denken." Was für eine seltsame Erinnerung. Sara und er hatten sich wohl schnell genug weggedreht um nichts zu sehen, aber es war definitiv nicht, das in Adrestia häufig geschah. Die Wölfe gingen damit wohl ganz anders um, umso mehr war Rain besorgt, weil Nayantai nichts davon wollte, seit sie hier waren. Sogar jetzt schien er peinlich berührt und Rain dachte er wäre der Einzige, dem es schwer fiel darüber zu sprechen. Nayantai schien sich lieber auf die Fische zu konzentrieren, aber das Thema wollte er dennoch nicht gänzlich fallen lassen.

      "Das habe ich nicht gesagt und das meine ich auch nicht...", murmelte Rain endlich zur Antwort. Der zappelnde Fisch machte ihn ein wenig nervös, aus keinem bestimmten Grund, er hatte nur noch nie einen lebenden, nicht zubereiteten Fisch gesehen. Er blickte wieder zu Nayantai auf. "Ich denke nur... dass verheiratete Paare das normalerweise tun...?" Rain war sich selbst nicht sicher, was er sagen wollte und er hatte es auch nicht darauf abgesehen mit Nayantai zu schlafen, er wusste, dass der Wolf sich nicht gerne anfassen ließ, auch nicht von Rain und das war in Ordnung. "Aber darauf will ich gar nicht hinaus... wir kuscheln und umarmen uns und ab und zu geben wir einander einen Kuss, aber das war es meistens auch schon. Es... stört mich nicht großartig, ich meine nur, dass es in Fhaergus anders war. Wenn du Zeit brauchst, oder nichts dergleichen tun möchtest, dann ist das in Ordnung und ich will auch nicht, dass du dich so fühlst als müsstest du dich erklären. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht wovon ich rede, ich... naja, du weißt, dass ich mich damit nicht auskenne..." Der Punkt war, dass er dachte, dass Sex, oder andere Aktivitäten wohl zu einer Beziehung gehörten, sofern er wusste.