spellbound. (earinor & akira)

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    • "Nein, ich meine ... Judith und Sara hatten beide Kleider an, ja? Und ich glaube, als ich ein Portrait deiner Mutter gesehen habe, sah sie ziemlich ... naja, sie war auch ziemlich schön angezogen! Thrianer machen so etwas nicht, Männer und Frauen tragen das Gleiche.", erläuterte er für Rain, der womöglich nicht ganz verstanden hatte, worauf Nayantai hinauswollte. Sie unterschieden sich alle, und selbst wenn er und Rain beide Wölfe wären, so wären sie einander vermutlich nicht sonderlich ähnlich - vermutlich selbst dann nicht, wenn einer von ihnen oder sie beide Frauen wären. Aber wieso besorgten ihn gerade jetzt derartige Dinge? Nayantai hatte wohl durchaus zu viel Zeit, in unnötigen Ideen zu schwelgen und sich zu fragen, wie tief er eigentlich gefallen war, als er versuchte, sich wieder an sein thrianisches Leben heranzutasten. "Nein, meine Schwester ist nicht wirklich wie Yayoi. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein, wenn ich ehrlich bin.", warf er ein. Wieso sollten sie das auch sein? Yayoi war diejenige, die nicht nur so schien, als hätte sie keinerlei Tassen mehr im Schrank - sie war auch diejenige, die ihm den Eindruck vermittelte, dass er in seinem Leben nur falsche Entscheidungen getroffen hatte und wirklich an Rains Füßen leckte und sich vor ihm verneigt hatte, um am Leben zu bleiben, auch, wenn dem nicht so war. Khojin würde ihm derartige Schuldgefühle nie einreden, geschweige denn sich auf ein solches Niveau herablassen. "Rain, das muss dir nicht leid tun, wirklich."

      Der Wolf schüttelte beinahe schon vehement seinen Kopf. Solche Dinge sollten Rain nicht leid tun, nicht nur, weil sie das nicht mussten, sondern auch, weil es aufzeigte, wie aussichtslos ihre Lage sonst wäre; Nayantai wollte nicht daran denken, dass es Personen geben würde, denen es an einer gewissen Form von Akzeptanz mangelte und die damit ihre Beziehung aus dem Gleichgewicht werfen könnten, wenn sie es denn wollten. "Hm, nein. Aber vielleicht hätte ich mich erst recht nicht auf das eingelassen, was mich überhaupt nach Adrestia gebracht hat.", entgegnete er. Sich mit Tei zu verloben war nicht nur eine idiotische Anwandlung gewesen, sie zeigte auch auf, die leicht er sich seinem Vater und den Gesetzen eines Landes fügte, die er nun ablehnte, als wären sie die Pest selbst. Sollten sie sich doch zum Teufel scheren, wenn sie Rain nicht bei sich wissen wollten. "Naja, aber du hast es mir auch leicht gemacht! Und dein thrianisch ist viel besser!", lobte er das Lamm. War es überhaupt rechtens, ihn noch ein solches zu nennen? Wirkliche wusste Nayantai das nicht, aber er hatte in gewisser weise sowieso nicht darüber nachgedacht, was genau all das für ihn bedeuten würde - ob es wohl Konsequenzen gab? Vermutlich weniger. "Hm, ich schätze, Welpe kann auch eine Beleidigung sein, aber keine rassistische? Aber ... hm, ich glaube, es ist ein guter Spitzname von mir für dich!", entschied der Wolfsprinz. War es das wirklich? Genau genommen wusste er das wohl erst herausfinden, wenn sie wirklich Zuhause waren und sich derartige Worte an den Kopf warfen. "Ich schätze, du kannst Welpe durchaus verwenden, aber vielleicht nicht gerade, wenn du dich mit jemandem streitest.", lachte er amüsiert. Wer bekäme solch süße Worte von einem listigen Gesicht wie es das von Rain war auch in den falschen Hals? Wahrscheinlich diejenigen, die sich nicht zierten, zu behaupten, dass er derjenige war, der sich im Bann des Lammes befand und sich einfach so um den Finger wickeln ließ, obwohl im besseres zustand. "Ah. Den Dialekt von den Kannibalen spreche ich auch nicht wirklich, also, ich verstehe ihn ansatzweise etwas, weil er nur stellenweise richtig abartig wirkt, aber ich kann auch so sprechen?", weihte Nayantai Rain ein. Selbst sein Vater war es leid, ihm oder seiner Schwester zuzuhören, wenn sie in den Worten des Meeres faselten und ihn keinen Moment der Ruhe ließen, weil er sie selbst nicht sonderlich gut verstand. Was sollte er sonst auch tun? "Kurze Haare? Nein, vielleicht als ich ganz klein war. Ich glaube, das wäre ungewohnt, aber sie sind ziemlich lang ... was findest du?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain war verwirrt. "Was hat das denn damit zu tun?", fragte Rain und lachte. "Nayantai ich weiß, dass thrianische Frauen anders sind als adrestianische, aber glaube nicht, dass Judith meinen Vater nicht zurechtweisen konnte, wenn er heim gekommen ist, aber nicht aufessen wollte. Meine Mutter war da ganz anders, das stimmt. Kleider zu tragen bedeutet aber nicht, dass sie sich nicht durchsetzen können. Ich gebe zu, dass die Prinzessin wohl etwas anders war als jede Frau die ich kenne, aber ich denke, dass sie auch nicht wirklich als Maßstab dafür dienen kann wir deine Schwester so ist, oder?" Et lächelte und schüttelte den Kopf. "Na siehst du. Ich werde schon sehen wie sie ist, Hauptsache sie mag mich." Rain war nur wichtig, dass Nayantais Familie ihn akzeptierte, andernfalls würde er Nayantai ohnehin nicht heiraten können, auch wenn es dem Wolf selbst egal war. Rain wusste, dass er nichts auf die Meinung anderer geben wollte, auch wenn ihm vermutlich zumindest wichtig war, was Rikiya dachte. Rain war anders, Familie ist wichtig und er konnte sich nicht in etwas hinein zwengen in dem er nicht willkommen war.

      "Nayantai das ist nicht deine Schuld, glaub mir und außerdem... Ich wünschte du hättest das alles nicht erlebt, aber am Ende des Weges bist du zu mir gekommen, oder? Ich bin froh, dass wir keine Feinde sind." Sich vorzustellen, dass Nayantai an der Front kämpfte, voller Hass für alle Schafe, inklusive Rain, war schrecklich, selbst wenn sie nie etwas voneinander gewusst hätten. "Danke! Ich denke uns beiden war wohl auch etwas langweilig!", lachte Rain, aber es war wohl viel mehr so gewesen, dass sie beide jemanden gebraucht hatten, mit dem sie reden konnten. "Dabei bist du viel kindischer als ich!", beschwerte er sich spielerisch. "Ich habe aber gar keinen Spitznamen für dich..." Und ihm fiel auch nichts ein, er war wohl nicht sehr kreativ. "Oh ich hoffe nicht, dass ich mit irgendjemandem streite." Das ließ sich womöglich nicht vermeiden, vor Allem nicht bei einem Haufen temperamentvoller Wölfe. Als Nayantai dann einen anderen Dialekt demonstrierte verstand Rain erneut kein Wort. "Ähm... Was? ", wollte er wissen und fragte sich ob der Wind Nayantais Worte einfach in eine andere Richtung geblasen hatte. "Hm ich mag deine Haare, aber wir sollten zumindest die verfilzten Stellen raus schneiden, das gilt wohl auch für meine Haare, hm?"
    • “Vielleicht stellst du dir alle thrianischen Frauen so wie Yayoi vor, oder so?”, warf er ein. Rain hatte nur zwei von ihnen gesehen und eine davon flüchtiger als die Andere - während die namenlose Medizinerin einfache Gewänder in faden Farben getragen hatte, stellte sich Yayoi in den feinsten Kleidern zur Schau, wenn man thrianisches Gewand denn so nennen konnte. Sonderlich kalt war es bei den Kannibalen nicht, wenn auch etwas trostlos und grau - Nayantai wusste es jedoch besser, als darüber zu urteilen, immerhin hatte er selbst keine Ahnung, in welchen Farbenschleier sich seine jetzige Heimat hüllte. “Nein, die beiden sind komplett unterschiedlich … und Judith macht mir eigentlich mehr Angst, als dein Arzt, wenn du so von ihr redest.”, nuschelte er notgedrungen zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor; der Arzt machte ihm wohl doch mehr Angst als alles andere auf dieser Welt, obwohl er derjenige war, der ihm geholfen und vermutlich auch das Leben gerettet hatte. “Das kann ich dir auch nicht versprechen, aber wenn wir ihr sagen, wie gut du zu mir warst, dann kann sie dich kaum in einen Topf mit all den anderen Schafen werfen.”, erklärte er, überzeugt von seiner eigenen Einschätzung, wohlwissend, dass Khojin vermutlich schlimmer war als er und wenn überhaupt, dann noch besitzergreifender als Nayantai selbst. Ihre Mutter war nie so gewesen und auch Rikiya wirkte nicht so, als würde er großartige Besitzansprüche auf eine Person erheben - oder irrte er sich?

      Das Ganze hat mich zu dir gebracht, auch, wenn ich mir wünschen würde, dass es nie passiert wäre. Du bist wie das Licht am Ende eines langen, dunklen Weges und dafür bin ich dir dankbar!”, gluckste er vor Freude. Wenn Rain ihn nur sehen könnte; sein Gesicht im Blick hätte, dann würde er wohl erkennen, wie ernst Nayantai das Alles meinte - und wie erwartungsvoll er darauf zu warten schien, dass sich diese Freude auch noch in den letzten Fleck seines Körpers verzog, um gänzlich zu realisieren, wie gut es ihm gerade einfach ging. Ja, wir hatten doch nur einander … irgendwie. Aber ich denke, ich war einfach interessanter für dich als Leute, die du schon dein ganzes Leben lang kennst?” Vermutlich war der Gedanke an sich kein verwerflicher, und doch war es denjenigen gegenüber unfair, die Rain sein Leben lang begleitet hatten. Wieso zag er einen dahergelaufenen Wolf vor, wenn seine Heimat und seine Familie in Adrestia war und wieso verurteilte er ihn nicht von vorne herein, wie so viele Andere es getan hatten? “Ich? Kindischer? Als ob!”, beschwerte er sich. “Du kannst mich schlecht ein Lamm nennen … hm, dann musst du dir wohl was überlegen.” Einen Spitznamen zu haben stand Nayantai nicht und war, angesichts thrianischer Kultur, wohl eher eine unfreundliche Geste, allem voran wenn man seinen Namen verunstaltete. Aber worauf sonst sollte er sich einlassen? Rain schien der Gedanke daran, den langen Namen nicht immer vollends auszusprechen, zumindest gefallen. Wenn schon, dann hast du mit mir wenigstens ein Ass im Ärmel!” Nur, weil es nicht gern gesehen war, dass man sich mit Stärkeren anlegte, hieß das noch lange nicht, dass es nicht zählen würde, wenn Nayantai sich einfach einmischte und für Rain kämpfte, ja? Genau das.”, lachte er zufrieden auf. “Da stimme ich dir zu. Hm, wir sollten vielleicht … eigentlich mag ich deine Haare so, wie sie jetzt sind. Das steht dir besser.”
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    • "Tue ich nicht. Ich stelle mir auch nicht vor, dass jeder Thrianer eine zähnefletschende Bestie ist.", erklärte Rain, dabei musste er das wohl nicht. Er hatte Nayantai nicht verurteilt und auch sonst niemanden. Vielleicht war er etwas naiv und unbeholfen, wenn es darum ging mit Nayantais Volk umzugehen, aber das lag nur daran, dass er nicht wusste, wie man sich in Thria zu benehmen hatte. Woher auch? In Adrestia gab es kaum Informationen über Thria und die Wölfe. Alles das Rain von ihnen hatte waren die Dinge gewesen, die sein Vater ihm mitgebracht hatte. Kaum eines davon hatte er verstanden, so wie die Kette die er Nayantai aus Versehen geschenkt hatte und die etwas eibgeläutet zu haben schien, ohne dass einer von ihndn etwas ahnen konnte. Ob sie tatsächlich heiraten würden? Rain wusstr gar nicht was er davon halten sollte. Es war seltsam, schön, unheimlich, falsch, richtig, all das zugleich. "Sie sind beide nett!", erklärte Rain lachend. Nayantai stellte sich manchmal wirklich an! "Ich hoffe einfach, dass sie mich mag... Und ich... Ich weiß, dass ich gut zu dir war, aber es klingt komisch daa zu hören. Ich habe nur versucht das Richtige zu tun."

      "Ach hör auf!", erwiderte Rain peinlich berührt. "Außerdem solltest du nie vergessen, dass du mir auch geholfen hast." Und damit meinte Rain nicht die Zeit in der Rain alles verloren hatte, schon davor hatte er Nayantais Hilfe gebraucht und sie auch bekommen. Rain war alleine gewesen, sein Leben fühlte sich leer an und er wusste nicht, warum er überhaupt noch dagegen ankämpfte weiter am Leben zu bleiben. Er war nicht sicher, ob er überlebt hätte, wäre er krank geworden, bevor er Nayantai getroffen hatte. "Nein ich... Dachte einfach nur, dass du mich besser verstehst als andere, oder... Zumindest konnte ich dir alles mögliche anvertrauen und du hast kein Wort verstanden." Rain lachte leise. Jetzt verstand Nayantai aber jedes Wort. "Ein Spitzname? Für dich? Hm... Nayanti... Yanti... Naya... Taitai..? Nein das funktioniert alles nicht!", beschwerte sich Rain. Sein eigener Name war viel zu kurz für einen Spitznamen. "Oder ich kämpfe einfach gegen niemanden!" Es gab schon genug Gewalt. "Meine Haare? Fibdest du nicht, dass sie vorne viel zu lange sind? Ich kann gar nichts sehen!"
    • “Und was, wenn wir das sind?”, hinterfragte er. Vermutlich war die Idee dumm, einzig und allein deswegen, weil er Rain gerade ein falsches Bild der Situation vermittelte und ihm aufzeigte, dass die Thrianer wohl doch nicht mehr waren, als ein paar dahergelaufene Verrückte, die sich am Fleisch der Unwissenden nährten. Was auch sonst? Das waren sie nicht, alle Vorurteile, die Nayantai bis jetzt gehört hatte, die ihm widerfahren waren, waren auch nichts weiter als Dummheiten und Hirngespinste der Adrestianer gewesen, die sich ihnen gegenüber aufhetzten, sie verurteilten und all das nur, weil ein bunter Haufen von ihnen Menschen fraß. Was zum Teufel sollte das auch werden? “Ja, sind sie, aber trotzdem! Ich mochte das noch nie!” Nayantai hatte keine Hemmungen gegenüber denjenigen, denen er auf dem Schlachtfeld begegnete, allerdings schien es mit Personen, die er besser kannte, anders zu sein. Nun, Rains Bedienstete kannte er auch nicht sonderlich gut, aber doch schien er sich zumindest ihnen dazugehörig zu fühlen und Rain auf gewisser Weise bereits vom ersten Moment an vertraut haben zu wollen. “Ich glaube nicht, dass sie dich nicht mögen wird. Sei einfach du selbst, ja? Sie wird dich schon nicht dafür verurteilen. Und wenn doch, dann lass ich mit was einfallen.”, entgegnete er Rain knapp.

      Nayantai wollte, dass sie sich alle verstanden - Rikiya war die erste Hürde gewesen, die sie ohne sonderliche Probleme überwunden hatten. Dennoch hieß das nicht, dass Khojin annähernd gleich reagieren würde, wie es sein Vater tat. “Ich hör nicht auf!”, feixte er, zufrieden und aufgeheitert. “Das weiß ich doch, aber du auch. Wir haben einander gebraucht, auch, wenn wir nichts davon gewusst haben. Ich bin froh, dass du hier bist.” Was dachte er sich dabei auch? Als er in Adrestia ankam, war er nicht mehr als verzweifelt gewesen und war Rain nicht sonderlich freundlich gesinnt gewesen. Das hatte sich jedoch relativ bald erledigt und Nayantai wollte nun einmal nicht mehr, als dem Blonden zu helfen und förmlich an ihm zu kleben. “Ist das noch immer so? Auch, wenn ich dich mittlerweile verstehe. Ich weiß, dass es für mich gilt.”, bejahte er nickend. Rain hatte es nie auf ihn abgesehen, hatte ihn nie gehasst und hatte immer wieder versucht, ihm alles recht zu machen - und Nayantai fühlte sich wohl. Wohler als wohl. Er lachte auf. “Das funktioniert wirklich nicht. Hmm, andere Vorschläge?” Rikiya schüttelte nur seinen Kopf, als Nayantai zu ihm sah - wie lange ritten sie schon durch die Gegend? “Dann kämpfe ich für dich!” Mehr wollte er doch auch nicht - sie beide wollten Frieden und etwas Ruhe. “Soll ich sie dir hochbinden? Flechten? Oh, schau mal!”, zeigte er auf und deutete dabei nach oben, auf etwas, das über ihren Köpfen kreiste. Ein Raubvogel? Vermutlich. Nayantai pfiff spaßeshalber, aber offensichtlich reagierte er nicht.
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    • "Also bisher hat mich noch kein einziger Wolf verletzt. Weder du, noch Yayoi oder ihre Leute... Ihr seit also alle ziemlich nett." Netter als die Adrrstianer es waren. Die meisten die einen Wolf trafen würden ihn sofort verraten und den nächsten Soldaten holen, der den Wolf vermutlich ohne Fragen zu stellen töten würde. In die Falle war Rain selbst gelaufen und... Naja, eigentlich war er wohl gerade zu nett. Die Kannibalen hatten Leute an der Grenze aufgeknüpft und die Falle in die er getreten war war für Menschen gedacht. Wie auch immer, selbst die Kannibalen waren keine wilden Tiere, sie hatten sie beide nicht getötet, sie hatten sie sogar verarztet, obwohl sie das nicht hätten tun müssen. "Okay! Ich bin sowieso immer ich selbst!", kicherte er. Wie konnte man auch jemand anderes sein? Er konnte kaum verstecken, dass er ein Schaf war und er war auch nicht so wild ubd stark wie Nayantai, er konnte auch nicht so tun. Rain hatte nicht viel Erfahrung damit andere kennen zu lernen, eigentlich gar keine. Mit Rikiya hatte es aber ganz gut geklappt ubd er wusste sich zumindest nach adrestianischen Maßstäben zu benehmen.

      "Ich glaube manchmal du weißt gar nicht wie sehr ich dich gebraucht habe...", lächelte Rain als Antwort nur. Nayantai hatte sein Leben gerettet noch bevor Lavern in Fhaergus eingefallen war. Er erinnerte sich immer wieder an diese eine Nacht, als Rain Nayantai die Sterne durch sein Teleskop gezeigt hatte und sie beide so müde und alleine waren. Er erinnerte sich daran wie Nayantai seine Nöhe gesucht hatte. Rain war sowas nicht gewohnt gewesen, aber es hatte ihn nicht gestört den schweren Kopf für eine Weile zu stützen und in angenehmer Stille beieinander zu stehen, wissend, dass sie beide viel Balast zu tragen hatten. Es war nicht unbedingt ein glücklicher Moment gewesen, Rains Magen hatte sich zusammen gezogen und gekribbelt, aber der Moment hatte sie verbunden. Rain zumindest hatte sich in diesem Moment sehr verbunden mit Nayantai gefühlt. "Ich denke schon, ja... Aber meine Probleme von damals sind nicht meine heutigen.", erklärte Rain. Es war anders und doch vertraute er Nayantai. Ihn bezüglich seines Vaters anzulügen gefiel ihm nicht. Die Spitznamensuche klappte nicht so gut, vielleicht würde Rain irgendwann etwas besseres einfallen, aber für jetzt blieb Nayantai eben Nayantai - das war nichts Schlechtes. "Niemand kämpft!", erklärte Rain. Nayantai hatte schon mehr als genug getan. "Eh? Ich weiß nic... Hm?" Rain blickte auf, an seinen viel zu langen Haaren die ihm ins Gesicht hingen, vorbei und besah den Vogel den Nayantai entdeckt hatte. Rain war immer noch jedes Mal erstaunt ein Tier in freier Wildbahn zu sehen, aber er wusste nicht ganz , warum Nayantai sich so freute.
    • “Nett? Das hört sich fast so an als würdest du glauben, dass man vor uns keine Angst haben muss.”, lachte Nayantai zufrieden, ehe er sich fragte, ob es denn sonderlich Sinn machte, dagegen zu argumentieren. “Naja, aber vielleicht hast du recht. Die adrestianischen Märchen über uns sind wohl kaum wahr.” Das waren sie noch nie gewesen, und doch fragte Nayantai sich am ehesten, wieso oder weswegen er sich auf Dinge einließ, die weder der Offensichtlichkeit entsprachen, noch, seinem Verhaltenskodex eine Art Zuversicht zuschoben. Was brauchte man auch, wenn nicht ein paar Morale und was wollte man auch, wenn nicht etwas Hilfe von jemanden, der einen eigentlich hassen sollte. “Das weiß ich. Ich glaube du wärst grauenhaft darin, dich zu verstellen, wenn ich ganz ehrlich bin. Und so bist du mir sowieso lieber.” Nayantai mochte Rain, nicht etwa, weil er sich in seiner Nähe wie er selbst fühlte - das tat er sowieso - aber auch, weil er sein Herz bereits and ihn verschenkt hatte, vielleicht viel zu früh, vielleicht aber auch, weil das Lamm ihm die Welt zeigte, die ihm so lange verwehrt geblieben war und die ihm beinahe schon theatralisch im Hinterkopf in Stein gemeißelt heimsuchte, kaum berührte er die ersten Flocken Schnee, die in Fhaergus fielen. Wie ein Welpe hatte er sich verhalten.

      Wie sehr? Nein, vermutlich nicht. Ich weiß nur, dass wir beide einander wohl mehr als alles andere gebraucht haben.”, gestand der Wolf. Nayantai wusste, dass auch er Rain gebraucht hatte, wenn auch nur deswegen, weil er sich in dieser großen, einsamen und von Schafen bevölkerten Welt mehr als nur unwohl fühlte - es war wie Unbehagen, das sich in seinem gesamten Körper verbreitete und ihn beinahe paralysierte. Was hätte er ohne Rain und dessen Vater überhaupt getan? Auf das Ende aller Tage gewartet und darauf gehofft, dass die Welt, die vor dem Untergang stand, ihn nicht in allerhand Einzelteile zerriss, weil er sich nicht für eine der beiden, beinahe falschen Wahrheiten entscheiden konnte? “Ich schätze nicht, nein. Aber du hast immer noch mich, auch, wenn ich nicht weiß, ob ich dir bei all deinen Problemen helfen kann. Aber ich werde es zumindest versuchen.”, beschwichtigte er. Nayantai wusste wohl ungemein, dass er sich in Rains Präsenz nicht nur wohl fühlte, sondern auch zu allem bereit wäre, wenn es zumindest bedeuten würde, dass er Rain verteidigen und beschützen würde. “Was? Ich kann doch nicht einfach nicht kämpfen!”, lachte er, als hätte Rain gerade etwas besonders lustiges gesagt. Nicht zu kämpfen lag nicht in Nayantais Natur und noch viel weniger wollte er darauf verlassen, dass sich seine Leute weiterhin selbst verteidigen würden. Wenn er am Leben blieb, dann wohl auch nur, um zu kämpfen - etwas, das er Rain wohl noch schonend beibringen sollte. Der Wolf verstummte, als er zu dem Greifvogel sah, der über ihre Köpfe kreiste und lauschte dem Lied des einsamen Tiers, das nach Beute suchte und früher oder später aus ihrem Blickfeld entglitt. Über ihren Köpfen zog die Sonne ihre Schleifen, bis sie hinter einer dicken Wolkendecke verschwand, aber kein Regen oder Schnee fiel. Ihre Pferde galoppierten nicht mehr in Windeseile über die offene Tundra, die hauptsächlich mit Moos und Gestrüpp bewachsen war - stattdessen folgten sie Rikiya, der sie auf ein leicht bewaldetes Gebiet zusteuern ließ. Nayantais Auge verengte sich, als wolle er in dem grauen Schauspiel etwas erkennen, und doch fand er dabei nur schwere, dunkle Wolken und … es wurde wärmer, kaum verschwanden sie zwischen dem Gestrüpp und Geäst. Das Gras, das sich gegen die alten Blätterschichten ankämpfte, war signifikant grüner und Nayantai konnte das klammernde, schwitzige Gefühl für einen Moment schlecht zuordnen, bevor Rikiya sie beide stoppte und auf die kleine, unförmige aber tiefe Pfütze aus blubberndem Quellwasser deutete. Er selbst stieg ab und streckte sich, ehe er sein Pferd an einem Baum anband. “Willst du dich waschen?”, neckte er Rain, als er selbst abstieg. “Nur er? Du siehst auch so aus, als ob du ein Bad gebrauchen könntest.”, lachte Rikiya. “Hey!”
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    • "Ich finde, dass es besser ist anderen zu vertrauen, statt das Gegenteil zu tun. Vielleicht würden wir uns dann nicht ständig bekämpfen. Als du bei mir zur Tür reim bist warst du verletzt, durchgefroren und schwach, aber immer noch stärker als ich. Trotzdem wollte ich dir einfach vertrauen und du hast mich nicht enttäuscht. Wenn der Kronprinz ubd gefährlichste aller Thrianer mir nichts tut, warum sollte ich dann nicht auf sein Volk vertrauen?", fragte Rain mit einem Lächeln das Nayantai nicht sehen konnte. Dann lachte er. "Hey! Wie meinst du das? Denkst du ich bin ein schlechter Schauspieler?", fragte er empört. Rain hatte das nie probiert, aber vermutlich hatte Nayantai recht. Rain konnte nicht so tun als wäre ihm alles egal, oder dass er stark wäre. Er war nur gut darin zu verstecken wenn es ihm schlecht ging, aber das auch nicht immer, wie Nayantai vor zwei Nächten erleben musste. Rain hatte einfach genug davon gehabt von seinen Großeltern und seiner Mutter, sowie von den Bediensteten angesehen zu werden als würde er gleich sterben, er hatte genug davon gehabt schon behandelt zu werden als läge er mit Fieber im Bett noch bevor das überhaupt passiert war. Also hatte er sein falsches Lächeln perfektioniert und merkte selbst schon nicht mehr wenn er es benutzte.

      "Das weiß ich doch. Ich kann selbst nicht viel tun, aber ich will dir auch helfen.", lächelte Rain. Er konnte nur für Nayantai da sein und vielleicht ein paar Kleinigkeiten erledigen. Er hasste seine Schwäche, aber er konnte nichts dagegen tun. "Hast du nicht schon genug gekämpft...?", fragte Rain dann, wusste aber selbst, dass der Krieg immer noch tobte und dass der thrianische Kronprinz selbst kämpfen musste um sein Gesicht zu wahren. Rain wollte das nicht, aber was sollte er tun? Rain drückte sich fester an Nayantai, er wollte ihn nicht an diesen dummen Krieg verlieren. Er würde alles tun um Rikiya zu helfen diesen Krieg zu bewältigen wenn er ihn lassen würde. Die Gegend änderte sich ein wenig, aber Rain achtete nicht viel darauf. Er merkte auch nicht, dass es wärmer wurde, erst als Rikiya stehen blieb und Nayantai dasselbe tat sah er auf. Sie standen in der Nähe einer dampfenden Pfütze und Rain sah Rikiya ubd Nayantai fragend an. "Ähm... Ja.", erklärte Rain etwas verunsichert und nickte. Er ließ sich kurz darauf von Nayantai vom Pferd helfen und hüpfte zu dem dampfenden Loch hinüber. Dort ließ er sich auf den Boden sinken, um vorsichtig einen Finger hinein zu stecken. Das Wasser war warm, fast schon heiß. "Was ist das?", fragte er.
    • Wieso hatte Rikiya sie beide hierhergebracht? Nur, damit sie ein Bad nehmen konnten? Vermutlich nicht nur deswegen, und doch ließ Nayantai kein gutes Haar an sich selbst - er sollte Rain alle Zeit der Welt geben, sich wohl zu fühlen und sich an Thria zu gewöhnen, auch wenn es wohl Jahre dauern würde und er selbst keine Ahnung hatte, wie er all das bewerkstelligen sollte. Warum auch? Nicht nur schien sich Nayantai selbst nicht ganz willkommen in seiner eigenen Heimat zu fühlen, er schien auch Fhaergus zu missen, nach welchem er sich so sehr sehnte, dass es keinerlei Sinn ergab, wenn er nicht zugab, dass er selbst in die heiße Quelle steigen wollte. “Da hast du wohl recht. Aber der Kronprinz der Thrianer ist auch der Einzige von ihnen, der dich beißt.”, witzelte er mit einem leichten Schmunzeln auf spröden, fahlen Lippen, die immer mehr Farbe besaßen. Wieso passierte all das? Vermutlich, weil es ihm um einiges besser ging als zuvor - und doch erschien es ihm nicht sonderlich nützlich, sich einfach so bloßzustellen. “Schlecht? Nein! Ich meine nur, dass ich dich durchschaut habe und du mir nicht mehr entkommst!” Kaum hatte er Rain vom Pferd geholfen, packte er sein Gesicht und quetschte seine Wangen zusammen - Nayantai drückte seine Stirn gegen die des Blonden und rieb sie dagegen, bevor er losließ.

      Du willst immer allen helfen. Nimm dir mal eine Pause, Rain.”, erwiderte der Wolf lediglich. Es war wirklich so, und doch war er nun derjenige, der sich um sie beide kümmerte - derjenige, der die Zügel ihres Pferdes an einen Baum band und danach versuchte, sich aus der ersten Schicht seiner eigenen Kleidung zu schälen. Hätten sie mehr dabei, so hätte er Rain vermutlich hochkant in das Becken geworfen, das sich vor ihnen auftat und ihn dabei ausgelacht. “Genug? Ich habe die letzten vier oder fünf Jahre kaum gekämpft. Das ist beinahe zu wenig. Aber ja, vielleicht hast du recht. Wir sollten alle aufhören, und sinnlos zu bekriegen - wenn die Schafe das in ihre Köpfe kriegen würden.”, seufzte er kopfschüttelnd. Sein Vater schien nicht sonderlich anderer Meinung zu sein wie es schien, und doch war es ihm gleich, was sie beide noch taten - die Hoffnung starb zwar zuletzt, und dennoch wollte er sich nicht sonderlich viel davon machen. Was hatte er auch davon? Nayantai hatte mittlerweile seinen gesamten Oberkörper entblößt und warf die Schichten Kleidung unachtsam in das grüne Gras - ihm war beinahe heiß, so, als wäre er kochendes Gemüse in einem heißen Topf, das darin gerade Qualen erlitt. Hatte Gemüse Gefühle? Nein. “Eine heiße Quelle. Das Wasser sollte angenehm warm sein - es gibt einige davon in Thria.”, erklärte Rikiya, der sich streckte und kurzerhand gegen einen Baum lehnte. Nayantai sah ihn an, wollte sich nicht komplett vor ihm ausziehen und riss stattdessen an Rains Kleidung. “Das heißt, wir sollen uns waschen.”, erläuterte er knapp, bevor er seinem Vater mit der Hand zuwinkte und ihn weg deutete. “Schon gut, ich suche uns derweil Feuerholz. Habt nicht zu viel Spaß.”, seufzte sein alter Mann und verschwand im Gestrüpp des Waldes. Nayantai hingegen zog auch den Rest seiner Kleidung aus, bevor er sein Bein in die vermeidliche Pfütze steckte und ohne weiter zu warten, in diese sprang - sie verschluckte ihn nicht ganz, aber das Wasser reichte ihm doch bis zur Brust, und … “Verdammt, das Wasser ist heiß!” Dass er Rain von oben bis unten vollgespritzt haben durfte, schien ihm dabei doch egal.
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    • "Das hoffe ich... ich will Yayois Zähne lieber nicht in meiner Nähe...", murmelte Rain und erinnerte sich dann an etwas, das er bisher ignoriert, beziehungsweise vergessen hatte. "Hat Yayoi deinen Vater nicht Onkel genannt?", fragte er nach, jetzt da es ihm wieder einfiel. Ihm war auch bewusst, dass Yayois Zähne verdammt unheimlich ausgesehen hatten, aber Nayantais sahen nicht so aus. Die Kannibalen schienen tatsächlich wölfische Reißzähne zu haben und Rain verstand besser, wo manche dieser Geschichten herkamen. Es stellte sich nur die Frage, was zuerst geschehen war. Gab es zuerst die Geschichten, weswegen man den Kannibalen nicht mehr traute und sie sich anders Essen besorgen mussten, oder hatten sie damit angefangen und die Geschichten waren immer schon wahr gewesen? "Ah!", rief Rain aus als seine Wangen zusammen gequetscht wurden. Nayantai musste sich weit herunter lehnen, damit er ihn überhaupt ansehen konnte. "Ich will dir doch gar nicht entkommen.", erklärte er, als hätte Nayantai ihm gerade gesagt, dass Rain nun sein Gefangener war und nicht umgekehrt. Irgendwo stimmte das, Rain konnte doch sowieso nirgends hin. Er würde erfriren und verhungern, was auch immer zuerst passieren würde. Er konnte ja nicht einmal reiten, geschweigedenn auf ein Pferd steigen. Im Moment konnte er nicht einmal gehen. Sein Bein schmerzte und auch wenn der völlig zertrümmerte Knochen laut der Ärztin wieder zusammengewachsen war - hoffentlich gerade, so galt das nicht unbedingt für den zerissenen Muskel.

      "Huh? Ich habe doch die letzten Wochen... Monate... wie lang auch immer wir schon unterwegs sind gar nichts gemacht... und ich kann in Thria vermutlich auch nichts tun.", erklärte Rain bedrückt. Eine Pause hatte er doch schon viel zu lange gemacht und es stimmte ihn traurig, dass er nichts mehr ausrichten konnte. Nicht, dass er ein besonders guter Fürst geworden wäre, aber zumindest konnte er etwas tun und Leuten helfen. Jetzt konnte er nichts weiter tun als Nayantai zu trösten, wenn es ihm schlecht ging und das passierte hoffentlich nicht. Während Nayantai sich schon aus seiner Kleidung schälte, wandte Rain bereits den Blick ab und ließ seinen Finger durch das Wasser gleiten. "Es tut mir Leid...", entschuldigte Rain sich für sein eigenes Volk ohne zu wissen warum, aber auch er hatte nichts getan, um irgendjemandem zu helfen, bis ein verletzter, geschundener Wolf an seine Tür gekratzt hatte. Stattdessen hatte er sich auf die Kleinigkeiten gestürzt die sein Vater ihm mitgebracht hatte, ohne zu wissen, ob es war, weil sie von seinem Vater kamen, oder weil es etwas von der Welt dort draußen war. Er hatte sich auf die Gegenstände gestürzt ohne daran zu denken, dass sein Vater sie nicht gekauft, oder gefunden, sondern erobert hatte. Rikiyas Erklärung riss Rain aus seinen Gedanken und er nickte lächelnd. Selbst Rain konnte darin baden, statt sich nur wie ein Kätzchen an einem Bach zu waschen, furchtvoll vor der Kälte um ihn herum. Dann schrie er auf, als Nayantai auf einmal hinüber kam und an seiner Kleidung riss, damit auch Rain sich auszog. "Ah! Was machst du...?", erklärte Rain mit roten Wangen. Rikiya stand gleich neben ihnen und auch wenn Rain schon früher mit Nayantai in eine Wanne gestiegen war und gestern... - seine Wangen wurden noch röter - es fühlte sich immer noch komisch an sich vor jemandem auszuziehen. "Sollen wir...? Kommen wir etwa bald an...?", fragte Rain, als ob sie einen Grund brauchten sich gründlich zu waschen. Nayantai scheuchte Rikiya davon, das wollte Rain gar nicht und wenn überhaupt hätte Nayantai seinem Vater wohl den Vortritt lassen sollen. Der jüngere Wolf legte den Rest seiner Kleidung ab, die nun verstreut auf der Wiese lag. Dann begab er sich hinein und Rain hob seine Arme, um sich vor dem spritzenden Wasser zu schützen. Rain wagte es nicht Nayantai direkt anzusehen und saß stattdessen etwas unsicher vor dem warmen Wasser. Er sollte sich wohl ebenfalls ausziehen. Er drehte Nayantai also den Rücken zu, bevor er die unbekannte, thrianische Kleidung öffnete und von seinen dürren Schultern gleiten ließ, bevor er sich auch aus der Hose schälte und sich überlegte wie er nun ungesehen ins Wasser kam.
    • „Die würde ich auch nicht in meiner Nähe wollen.“, erwiderte er Rain knapp. „Onkel? Yayoi nennt sowieso jeden Onkel der etwas älter ist als sie. Aber Rikiya hat auch spitze Zähne, wenn ich so darüber nachdenke.“ Nayantai hatte diese zwar nicht von ihm geerbt, allerdings war Khojin da wohl anderer Meinung gewesen - von ihr gebissen zu werden war auch nicht sonderlich lustig, und doch war sie immerhin noch seine Schwester, die er zumindest mehr oder minder über alles liebte. Wie ehrlich konnte er in Rains Nähe noch sein? Nicht viel mehr als jetzt, sonst würden ihm wohl gar keine Privatsphäre mehr übrig bleiben. Nayantai wusste dennoch nicht so recht, was genau er tun sollte - ihm einfach sein ganzes Herz ausschütten, wie er es einst bereits getan hatte? „Mir nicht entkommen? Dann zier dich nicht so und komm ins Wasser.“, munkelte er. Wollte er mit sich selbst eine Wette abschließen, ob Rain sich an seine Seite traute und sich vor ihm zu entblößen wagte? Vermutlich sollte er ihn dazu auffordern, ihn diesbezüglich befragen und vielleicht auch löchern, aber eigentlich war das weder wichtig, noch weiter nötig. Was sollte er sich dabei auch denken? Rain würde all das nur noch peinlicher sein, weswegen Nayantai seinen Blick abwandte - auch, wenn er dem Lämmchen liebend gerne auf der Lauer gelegen hätte, um es schließlich zu packen und in die Tiefen des Wassers zu schleifen.

      „Na und? Du musst doch nichts tun, du musst nur für mich da sein, ja?“, erklärte der Wolf, der sich dennoch gegen den steinigen, moosigen Rand des Beckens lehnte und erleichtert seufzte. Seine Beine vollends auszustrecken, zumindest wenn er sich quer legte, schaffte er nicht, und doch starrte er auf den blassen Rücken, der neue Narben barg - Narben, die er hätte verhindern können, wenn er sich zusammengerissen hätte und auf Rain aufgepasst hätte. Weswegen zierte er sich auch so? „Entschuldig dich nicht. Wofür auch?“, wollte er wissen. Hoffnung zu haben war wohl etwas, das sie beide konnten, und doch schien es in diesem Moment eher so, als wäre es Spaß, den sie brauchten, fernab von allerhand anderen Personen und Gefahren, die ohnehin auf sie lauern würden, wenn Nayantai es wagte, erneut einen Schritt in die falsche Richtung zu tätigen. Mit wem sollte er sich auch noch anfreunden? Rain hatte er ohnehin, und deswegen brauchte er keinen Anderen, zumindest wollte er sich das so einreden, selbst, wenn es keinerlei Sinn machte. „Ich hab mich ausgezogen, ist das denn so befremdlich?“ Nayantai hatte sich schon für ganz andere Dinge ausgezogen und doch war es mehr als nur belustigend, wie Rain sich zierte. „Bald? Keine Ahnung, aber ich will mich nur waschen. Das Wasser ist so angenehm wie das in Fhaergus und … komm her, ich helfe dir hinein, ja?“ Etwas Zweisamkeit tat den beiden sicher besser, als sich über Lappalien zu beschweren. Nayantai pfiff kurz, angetan von der Idee, das Rain sich langsam aus seiner Kleidung kämpfte - ansehnlich war der Anblick schon.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Oh, Thria ist so anders. In Adrestia hätte jeder.. naja... mehr Respekt vor dem König schätze ich und auch ganz allgemein gegenüber den Älteren.", erklärte Rain mit einem kurzen Schulterzucken. Nayantai ärgerte seinen Vater ganz schön viel und ließ ihm auch nicht den Vorrang ein wenig in warmen Wasser zu baden. Das war ungewöhnlich, Rain hätte sich so niemals verhalten, aber er glaubte auch nicht, dass Nayantai einfach nur sehr frech war, er glaubte, dass die Umgangsformen in Thria einfach nur sehr anders waren. Sich zu necken und zu raufen war ganz normal, in Adrestia war das anders, selbst wenn man nicht so krank und zerbrechlich war wie Rain. "Ich ähm...! Es ist einfach... immer noch ungewohnt mich vor dir auszuziehen und noch dazu sind wir einfach mitten in einem... Wäldchen und..." Es war unwahrscheinlich, dass sie hier überrascht werden würden, das glaubte Rain zumindest. Sie hatten weit und breit nichts und niemanden gesehen, bevor sie diese etwas grünere Fläche erreicht hatten. Wenigstens war es schön warm hier und die Kleidung die er gerade misste, fiel dank der warmen Luft gar nicht so sehr aus, das bedeutete aber nur, dass er sich Zeit damit lassen konnte ins Wasser zu kommen.

      "Das...ist vielleicht nicht genug...", erklärte Rain leise. Er konnte nicht vergessen was Rikiya ihm über die Ältesten gesagt hatte und über das, was Nayantai eventuell bevorstand. Wieso sagte er Rain nichts davon? "Ich habe nichts getan um den Krieg zu verhindern, dafür.", erklärte der Blonde. Nicht einmal seinem Vater hatte er gesagt, dass er das alles lassen sollte, er wäre sich dumm dabei vorgekommen und der Fürst von Fhaergus hätte ihn vermutlich ausgelacht, oder verstoßen, wie er es schon lange hätte tun sollen. "Ja! Ich... ich bin das einfach nicht gewohnt, okay...? Theoretisch würden sich adrestianische Pärchen auch erst nackt sehen, nachdem sie geheiratet haben...", murmelte er mit roten Wangen. Er wusste, dass Nayantai absolut kein Problrm mit seiner oder Rains Nacktheit hatte, aber Rain schon. "J-Ja... ich komm ja schon...", murmelte er und hielt die letzte Schicht Kleidung immer noch fest, die von seinen Schultern und seinem Rücken gerutscht war. Nayantais Pfeifen machte die Sache nicht besser. "Das nächste Mal nehme ich einfach alleine ein Bad!", beschwerte er sich und zog seine Arme aus den Ärmeln. Dann rutschte er zum Rand des Beckens und ließ sich schnell hinein, nur um zu merken, dass es tiefer war als er gedacht hatte. Er sank bis zum Kopf ins Wasser und versuchte sich oben zu halten indem er auf seinen Zehenspitzen balancierte.
    • „Naja, aber mein Vater ist mein Vater. Wenn ich ihn nicht aufziehe, dann kommt er sich vielleicht noch einsam vor - immerhin ist er zwar König, aber er sollte dennoch seine eigenen, dummen Späßchen haben, meinst du nicht?“ Zum Thema alte Leute wollte Nayantai erst gar nichts sagen. Offensichtlich war er nicht gut auf den Respekt der Älteren zu sprechen; immerhin interessierte es ihn erst gar nicht, was ein paar ledrige, alte Säcke über ihn oder alle andere Leute zu sagen hatten. Wenn sie Regeln aufstellen wollten, dann sollten sie selbst kämpfen um sie zu verteidigen und nicht den jüngeren Generationen ihre Regeln aufzwängen. Für den Moment musste er jedoch nach der Pfeife der Anderen tanzen um sein Leben zu wahren, auch, wenn er Rain nichts davon erzählen konnte. „Und mein Vater ist in der Nähe? Stört dich das etwa?“ Rain könnte splitterfasernackt und ohne Grund vor ihm stehen und Nayantai würde sich nicht dafür interessieren - oder den Blonden großartig aufziehen, stattdessen würde er sich an dem Anblick wohl noch sattsehen, so lange Rain es ihm erlauben wollte. Was auch sonst sollte er tun wollen? „Mach dir keine Sorgen, ich mag dich so wie du bist … und außerdem sehe ich dich gerne an, sehr gerne sogar.“

      Ob Komplimente an dieser Stelle am falschen oder richtigen Ort waren, das konnte selbst er nicht sagen, und doch stand Rain vor ihm und ihm könnte etwas Selbstvertrauen helfen, etwas, das er für sich selbst wohl noch finden musste. „Das ist gut genug. Du bist gut genug. Immer. Für mich.“ Und für so viele Andere, die noch nichts von ihrem Glück wussten. Worauf wollte er hinaus? Auf den Rest der Welt, der ihn stumpf und einfach ignorierte? Nein, sie alle beide gehörten nicht nur zueinander, sie hatten auch nur einander und konnten davon profitieren, sich selbst in Ehren zu halten - Nayantai liebte Rain, aber er war ihm nicht nur deswegen holt, gleich wenig, wie er nur deswegen nützlich war. „Und? Ich habe nichts getan, um den Krieg zu beenden. Und nichts, um mir selbst zu helfen - du hast mir geholfen, Rain, und dich nicht am Krieg beteiligt - all das reicht, vollkommen.“ Mehr brauchte es nicht, das würde es nie tun, und Nayantai wollte davon auch nie wieder etwas hören. Wie oft hatte Rain sich für Dinge außerhalb seiner Macht entschuldigt und wie sehr sehnte er sich denn nur danach, ihm zu helfen? Beinahe beängstigend waren die aufgequollenen Schuldgefühle des Lammes, die aus ihm heraus explodierten. „Aber es gibt keine adrestianisches Pärchen, das aus zwei Männern besteht, oder? Und abgesehen davon sind wir in Thria.“, belächelte er die Situation, die ihm beinahe schon unwohl werden ließ. Erst bei der Hochzeit? Das hieß doch wohl auch … „Ich hätte dich in Fhaergus gar nicht berühren dürfen, wenn wir danach gehen.“, scherzte er, aber kaum fand Rain seinen Weg ins Wasser, packte Nayantai ihn auch schon und hielt ihn in einen Armen, höher, damit er nicht in der hitzigen Brühe ertrank. Er war federleicht. „Ich habe nur gepfiffen, weil ich dich attraktiv finde! Seit wann ist das verboten, huh?“ Außerdem wollte er Rain doch gar nichts Böses, selbst dann nicht, als er in die Knie ging und sie beide für einen Augenblick im Wasser versenkte, um ihre Haare zu benässen.
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    • "Das ist schon in Ordnung... ich bin sowas nur nicht gewohnt. Ich hätte es niemals gewagt so mit meinem Vater zu sprechen, oder mit jemandem anderen meiner Familie. Nicht einmal mit Eraqus um ehrlich zu sein...", erklärte Rain ihm. Er wollte damit nicht sagen, dass Nayantai irgendetwas falsch machte, es war nur seltsam für ihn ihm zuzuhören, wenn er so mit seinem Vater sprach. "Sprichst denn nur du so mit ihm?", wollte er wissen. Es klang so, als hätte Rikiya einfach genug Leute um sich die ihn eben als König behandelten, so wie es Rain in Fhaergus auch ergangen war. Das musste nicht immer sein, Rain wusste das nur zu gut und trotzdem würde er niemals so frech zu Rikiya sein können, auch nicht zu seinem eigenen Vater, wäre dieser noch am Leben. "Ich... nein ich glaube nicht. Ich denke nicht, dass er uns nicht alleine lassen will.", erklärte Rain. Er machte sich da keine Sorgen, aber allgemein war alles ungewohnt. Er konnte den Himmel sehen, wenn er nach oben sah, über zwanzig Jahre hatte er den Himmel nicht sehen können und auch den Wind hatte er nicht auf seiner Haut fühlen können, wenn er sich im Badezimmer ausgezogen hatte. Er würde lügen, würde er sagen er vermisste keine vier Wände um sich herum. "Huh? Ich hab doch gar nichts..." Konnte Nayantai Gedanken lesen? "Ich mag einfach nicht wie ich aussehe..." So dürr und bleich, jeden einzelnen Knochen den man durch seine Haut schimmern sah...

      "Aber...!", widersprach Rain, ohne zu wissen, was er eigentlich sagen sollte. "... was wenn du mehr brauchst... Hilfe... wirkliche Hilfe?" Zum Beispiel weil sein eigenes Volk ihn töten wollte und sein Vater nicht wusste, ob er das verhindern konnte. Einfach nur darauf zu hoffen gefiel Rain nicht, aber er hatte Rikiya schon genug an den Kopf geworfen und darüber zu sprechen schien keinen Sinn zu haben. Sie konnten ohnehin nirgendwo anders hin. Der einzige Mensch mit dem Rain allerdings darüber sprechen konnte, log was das Thema betraf, sodass Rain nichts davon wusste. "Das ist etwas anderes, du hattest keine Wahl.", erklärte Rain bestimmt und mit zusammen gezogenen Augenbrauen. Rain seufzte, er wusste, dass es keinen Sinn machte mit Nayantai darüber zu diskutieren. "Ich weiß, aber das ändert nichts an meiner Erziehung...", murmelte er. "Natürlich nicht! Aber ich hätte dich auch gar nicht erst in mein Zimmer lassen dürfen!", erwiderte Rain. Als er dann im Wasser fast unterging wurde er auch schon gepackt und wieder nach oben gezogen. Er konnte ja nicht einmal schwimmen. "Es ist mir peinlich...", erklärte er. Kurz darauf wurde er ins Wasser gezogen und das ohne Vorwarnung. Rain schluckte etwas Wasser, wurde aber schnell genug wieder nach oben an die Luft gezogen. Er hustete und die nassen blonden Haare klebten in seinem Gesicht während er sich an Nayantai klammerte.
    • Also gehe ich als gute Ablenkung durch?“, wollte Nayantai glucksend wissen, als hätte er sich gerade die dümmste Geschichte seines Lebens ausgemalt. Nicht nur, dass er Rain ungemein missen würde, wenn er ihn nicht mehr aufziehen konnte, er würde ihn wohl auch als nichts weiter als einen offensichtlich schmerzhaften Ballast ansehen, der in seiner Welt keinerlei Platz besaß. Nein, so wollte er nicht denken, aber so dachten die Alten und die Ungenierten, die für vielerlei Personen keinen Platz in einer Welt sahen, die nicht nur von Krieg zerfressen, sondern auch von ihm geprägt worden waren. Die Hoffnung, die viele von ihnen hatten, war erbärmlich und doch erstarb sie als allerletztes, beinahe so, als hätte sie einem nie viel ausgemacht und war doch etwas gewesen, das man nicht missen wollen würde, wenn man erst ein einigermaßen normales Leben mit ihr leben konnte. „Hm, vielleicht spricht Khojin auch so mit ihm, das weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau, aber … so oder so scheint es ihm nichts auszumachen, viel eher freut er sich wohl darüber, wenn wir etwas unfreundlicher zu ihm sind.“ Oder wenigstens, wenn sie ihn aufzogen. Wer tat das schon? Anscheinend Rikiya. „Das meinte ich auch nicht, vielleicht macht dich seine Präsenz einfach nervös?“ War es das? Nein, es schien gar nicht so zu sein - viel eher schien Rain sich zu zieren und Nayantai sich zu fragen, ob er damit den Nagel wohl auf den Kopf getroffen hatte.

      Ja, du hast zwar nichts gesagt, aber das kann ich mir schon denken. Du musst dich vor mir aber nicht zieren, Rain, wirklich nicht. Ich mag deinen Körper und so, wie du aussiehst.“, beschwichtigte er den Blonden. Er war weder wie Muhan noch Tei und doch war es wohl unfair, ihn mit den beiden zu vergleichen. Rain mochte sich selbst nicht, aber würde sich daran etwas ändern? Thrianisches Essen würde ihm wohl auch nicht das geben, was er wollte - wenn er es überhaupt aß. „Wobei? Ich habe Freunde, eine Schwester und einen Vater - du musst dir keine Sorgen machen, dass ich etwas nicht schaffe, ja? Du bist mir schon eine Hilfe, wenn du nur bei mir bist.“ Mehr als die ganze Situation zu belächeln konnte er aber auch nicht. Was auch sonst sollte er tun? Rain konnte ihm wohl nicht helfen, nein, zumindest nicht physisch, aber zumindest psychisch. „Ich hätte mich dazu entscheiden können, auf der faulen Haut zu liegen und mein Volk für mich arbeiten zu lassen. Das wäre meine Wahl gewesen, mehr auch nicht.“, erwiderte er Rain. Was sonst wollte er auch schon? Ein Kronprinz zu sein bedeutete in Thria etwas anderes als in Adrestia, und doch war er nicht sonderlich erpicht darauf, noch schlimmere Dinge anzustiften. „Deine Erziehung hat dir nicht verboten, dich mit Männern zu liieren?“, wollte er belustigt wissen, als er dem nassen Lamm über den Rücken strich. „Tja, und in dein Bett schon gar nicht! Der große, böse Wolf konnte dir als Beute wohl einfach nicht widerstehen.“, lachte er zufrieden. Rain war niedlich, mehr, als er sein sollte. Nayantai nutzte seine andere Hand um ein paar benetzte Strähnen aus dem Porzellangesicht des Blonden zu wischen und die Andere platzierte er unter seinem Hintern, damit er ihn weiter hochhalten konnte. „Ich wollte nicht, dass du Wasser schluckst, tut mir leid. Geht es dir gut?“ Nayantai nahm seine Hand aus Rains Gesicht und strich über seinen Rücken, über all die warmen Wasserperlen, die an kalter Haut klebten. „Ist das Wasser warm genug?“
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    • "Hm? Ich meine nur... ich könnte nicht so mit ihm sprechen. Auch nicht mit meinem eigenen Vater, ich glaube ich wäre enterbt worden und außerdem würde ich mich schlecht fühlen.", erklärte er mit einem Lächeln. "Aber ich verstehe schon warum dein Vater das als nette Abwechslung empfindet... schätze ich. Hättest du mich behandelt wie alle anderen mich behandelt haben, dann wäre alles ganz anders gelaufen. Du hättest mir keinen Schnee gebracht, wir hätten weniger Zeit miteinander verbracht, vermutlich hätte ich dir auch einiges nicht erzählt..." Rain lächelte Nayantai an. "Auch wenn du kein Wort verstanden hast von dem was ich dir anvertraut habe, es fühlt sich so an als hätte ich es dir verraten und als hättest du mich verstanden." Und so fühlte er sich mt Nayantai verbunden, obwohl er gar nicht alles wusste. Er wusste aber genug. "Trotzdem wette ich, dass er sich auch darüber freuen würde, wenn du ihm ehrlich sagst, dass du ihn vermisst hast und dass du ihn liebst.", fügte Rain an. Nayantai sollte nicht immer nur gemein zu seinem Vater sein. "Seine Präsenz? Nein... ich denke nicht. Du machst mich viel nervöser." Rain runzelte die Stirn. Rikiya würden niemals hier auftauchen und einfach so hinein platzen, Nayantai hingegen konnte nicht aufhören Rain anzustarren...

      "Du spinnst!", erwiderte Rain beinahe empört. "Ich bin dünn und schwach und blass. Selbst ein kleiner Junge hat mehr Kraft als ich und wenn ich mir ein Kleid anziehen würde, dann ginge ich vermutlich sogar als Mädchen durch, das noch darauf wartet, dass ihr Brüste wachsen!" Was an ihm war begehrenswert? Was sah Nayantai in ihm? Rain verstand, dass er dankbar war, dass sie beide sich gut verstanden und sich gerne unterhielten, aber er verstand nicht, warum Nayantai ihn gerne ansah. "Ich will aber mehr helfen! Du musst mich nicht vor irgendetwas beschützen!", gab er zurück, vielleicht etwas zu laut und aufgebracht. Hier draußen war er nutzlos. Als er einfach nur Brot kaufen wollte wäre er fast gestorben und Nayantai hatte sich erneut anstrengend müssen, um ihn zu retten. "Tut mir Leid...", murmelte er kurz darauf. Er wusste nicht, warum er so aufgebracht war, er wollte nicht streiten. "Du hast für dein Volk gekämpft, auch als du in dem Kerker warst und jetzt hörst du auch nicht auf. Du tust genug..." Nayantai war ein Idiot. Wann hatte er je nicht gekämpft? Der Gedanke wäre ihm nie gekommen. "Hat sie. Aber ich liebe dich.", erwiderte er fast schon etwas streng. Wollte Nayantai, dass er das sagte? Er wusste es doch... Selbst als Rain sich von ihm fern halten wollte, selbst dann wollte er das nur, weil er ihm etwas Besseres wünschte. "Ich war einfach noch nie gut darin Nein zu sagen... vor Allem nicht bei dir." Niemand anderes hätte sich einfach in sein Bett gelegt. Rain hatte es gefallen, das konnte er nicht bestreiten und er hatte wohl jemanden gebraucht der ihm einen Schubser gab. Es war aber nicht nur so, dass Nayantai ihn in neue Situationen schubste, er gab Rain auch Mut und Kraft. "Ja ja, ich bin in Ordnung.", erklärte Rain nur knapp. Es ging ihm gut, er war nur überrascht gewesen und jetzt war er nass. "Ja es ist... eigentlich sehr angenehm, aber meinen Ohren wird an der frischen Luft jetzt etwas kalt..."
    • Enterbt? Du bist doch der Einzige, den er hat! Wen soll er all das denn sonst vererben? Mir?“, bemerkte er belustigt. Nayantai wusste nicht, was Rain wollte. Mahnte Rain ihn gerade, weil er gemein zu seinem eigenen Vater war? Es schien zumindest so. Obgleich all das hier nicht lange andauern sollte, so musste er sich wohl doch eingestehen, dass Rain vermutlich Recht hatte - sein alter Mann war wohl die einzige Person, die etwas Respekt verdiente und doch zollte er ihm keinen, beinahe so, als wäre es ihm doch egal, was wahrlich in seinem Umfeld passierte. „Ich bin wohl ein klein wenig aufdringlich und außerdem glaube ich, dass ich dir vermutlich auch den Verstand raube, wenn ich ehrlich bin. Vielleicht hatten die Schafe ja doch recht und ich bin nicht mehr als ein elender Dämon, der dich in meinen Bann gezogen hat und der dich jetzt nicht mehr loslässt?“ Mehr war das auch nicht, aber wenn er ehrlich war, so hatte er sich in Rain verliebt und ihm war klar geworden, dass er ihm nicht entkommen konnte - dass er derjenige war, der seinen Verstand verloren hatte, als er sich in den blauen Murmeln verlor, die Rain kitschigerweise seine Augen nennen durfte. „Du hast aber auch nichts von meiner entnervten Grummelei verstanden, die ich dir an den Kopf geworfen habe.“ Nicht nur das, Rain war nie unfreundlich zu ihm gewesen - und das würde er nie sein. „Dass ich ihn liebe? Ew, das ist ziemlich kitschig.“ Das war es auch, aber Rain schien seine Gedanken lesen zu können, oder zumindest sich in ihn hereinzufühlen. „Ich? Hey, ich finde dich doch nur attraktiv!“, quengelte der große, böse Wolfsprinz.

      „Ich spinne?“, keifte er belustigt zurück. Rain brachte das Fass ja wohl zum überlaufen - er selbst war derjenige, der den Verstand verloren hatte! „Was faselst du denn da? Ich finde dich hübsch und dass du dünn und blass bist sollte dich nicht stören. Glaubst du, jeder auf dieser Welt ist stark? Nein, selbst ich bin nicht immer stark - und hör auf mit deinen Kleidern, die gibt es in Thria sowieso nicht! Und Brüste? Was will ich damit? Die stehen dir doch gar nicht, und außerdem war ich schon mit dir im Bett - ich weiß, dass du keine Frau bist!“, entglitt ihm beinahe schon empört. Rain hatte komische Vorstellungen, die selbst Nayantai erschaudern ließen und wenn er recht überlegte, dann hatte er vielleicht gar nicht Unre- Das war doch idiotisch! „Muss es dir nicht, aber … es tut mir auch leid, ich glaube, ich habe überreagiert - ich möchte einfach nur, dass es dir gut geht, und dass du dich wohl fühlst.“ Das galt für sie beide, alle von ihnen, wenn er ehrlich war und frech sein durfte. Sie kümmerten sich wohl doch ein klein wenig zu viel um sich selbst.“Sollte ich denn aufhören? Was meinst du?“ Was auch sonst sollte er denn meinen können? Nayantai fühlte sich an Rains Seite nicht nur wohl, er glaubte auch, dass das Lamm so viel mehr für ihn tat, als es jemals jemand getan hatte oder tun wollte. „Dann bist du ein Heuchler. Aber ich liebe dich auch.“, gestand er mit einem verschmitzten Lächeln, als er sie beide tänzelnd durch das Wasser drehte. Diese Pfütze war nun einmal keine, und das würde sie auch nie sein. „Und ich kann auch nicht zu dir Nein sagen. Das ist wohl der Preis, den ich zahle.“ Summend sponn er sich mit Rain durch die Quelle. „Soll ich dich nochmal eintauchen? Willst du runter? Oder willst du einen Kuss?“
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    • Rain lächelte, aber es war wohl kaum ein fröhliches Lächeln. "Deshalb muss er mir noch lange nicht alles überlassen... Er hätte Fhaergus an den Sohn meines Patenonkels geben können. Ich denke das hätte ganz gut funktioniert... er ist auch älter als ich, er hat also mehr Erfahrung." Rain hatte sich nie im Stande dazu gefühlt Fhaergus eines Tages zu übernehmen. Er war schwach, das wusste jeder und vermutlich zu nett für die Rolle eines Fürsten. Den Krieg hätte er auch nicht unterstützen wollen und Rain überlegte ob Fhaergus nicht besser aufgehoben gewesen wäre, wenn Declan das Land regiert hätte und es sich irgendwann Alster angeschlossen hätte, wäre sein Vater erst einmal verstorben. Auch wenn Darragh immer noch die meisten Angelegenheiten regelte und man von seinem Sohn nicht viel hörte, man sprach auch nicht schlecht von ihm - bei Rain war das anders, das wusste er auch ohne an den Festen am Hof teilzunehmen. Lavern hätte gar nicht erst einfallen müssen und Fhaergus wäre in guten Händen gewesen. Immerhin waren Alsters Finanzen trotz der fehlenden Handelsstraßen zum Süden mitunter die am Besten aufgestellten in ganz Adrestia. "Das ist schon in Ordnung.", lächelte Rain dieses Mal ehrlich und schüttelte den Kopf. "Ich hätte mich niemals getraut dich zu umarmen, oder mit dir in einem Bett zu liegen, aber es war schön und etwas das ich glaubte niemals zu erleben. Ich hatte nie vor zu heiraten und eigentlich..." ... eigentlich war Rain sich sicher gewesen, dass er den Winter nicht mehr überleben würde und dass die nächste Krankheit ihn dahin raffen würde, einfach nur deshalb, weil er keine Kraft mehr gehabt hatte sich ans Leben zu klammern. Mit Nayantai hatte er einen Grund zu kämpfen und Rain hatte entdeckt, dass er mehr Kraft besaß als er geglaubt hatte, auch wenn der Wolf ihn die meiste Zeit hatte tragen müssen - oder ihr Pferd. Rain kicherte leise. "Das stimmt. Aber dein Gegrummel wollte ich auch gar nicht annehmen. Ich wusste, dass du einfach nur misstrauisch warst und das zurecht." Egal was es war das Nayantai ihm an den Kopf geworfen hatte, es spielte keine Rolle. Die Schafe waren immer schon seine Feinde und hatten ihne eingesperrt und gefoltert. Warum hätte Rain etwas anderes erwarten sollen. "Kitschig? Vielleicht... aber du verstehst dich mit deinem Vater viel besser als ich mit meinem und trotzdem wünschte ich, ich hätte ihm etwas in der Art gesagt als er mit dir vor der Tür stand... ich weiß nicht einmal was das Letzte war, das ich zu ihm gesagt habe..." Rain bereute es nicht mehr mit seinem Vater gesprochen zu haben, aber jetzt war es zu spät.

      Rain blickte auf die dürren Finger die sich an Nayantais breiter Brust festhielten. Er war vermutlich noch dünner geworden als er es in Fhaergus gewesen war. Während er vielleicht etwas schmal war, so konnte man jetzt - selbst nach der Erholungszeit bei den Kannibalen - jede seiner Rippen sehen und seine Beine waren vermutlich so dünn wie Nayantais Arm, auch wenn der Wolf auch etwas mehr auf den Rippen vertragen konnte. Rain konnte Nayantais Komplimente nicht akzeptieren, egal was er sagte. Alles was er hörte war die Bestätigung, dass er schwach war, aber das war auch offensichtlich für jeden der ihn ansah. Rain entschied lieber gar nichts zu erwidern. Keiner von ihnen würde die Meinung des Anderen akzeptieren, nicht in diesem Fall. "Nein, ist schon okay... ich will nur, dass du mir nichts verheimlichst, nur weil du denkst ich könnte es nicht ertragen.", erwiderte er, entschied aber, dass er das Thema vorerst wieder fallen lassen wollte, wenn Nayantai nicht mit der Sprache herausrücken wollte. Rain hatte doch auch Geheimnisse... "Ich möchte dass du aufhörst, aber... du wirst irgendwann König sein. Ich weiß, es ist nicht so einfach..." Er wollte Nayantai nicht in die Schlacht ziehen sehen, nur um Angst davor zu haben, dass er nicht mehr zurück kommen würde. Rain war ohne ihn verloren, selbst wenn Rikiya wirkte, als würde er sich seiner annehmen. Rain lehnte seinen Kopf gegen Nayantais Brust und schloss die Augen, während er das warme Wasser genoss. "Nein ich... ich denke ich will einfach nur ein wenig mehr mit dir kuscheln..."
    • Wollten sie auf ewig jammern, sich so fühlen als würde die Welt unter ihren Füßen verschwinden und sie selbst die Schmiede ihres eigenen Unglücks sein? Oder wollten sie mehr als das? Nayantai war sich nicht sicher, ob er die Wahrheit einfach akzeptieren sollte, vor allem für das, was sie schlussendlich war - Hoffnung, noch etwas an der Situation ändern zu können und Zuversicht, dass sich der Stein gewordene Brocken, den man einst als sein Herz verfröhnte, doch noch genug Nächstenliebe aufzubringen wusste um einem aufzuzeigen, wie einfach es sein konnte, sich in jemandes Problemen zu verlieren. “Als ob! Fhaergus gehört dir, und daran ändert keiner etwas!”, widersprach Nayantai empört obgleich Rains Akzeptanz - er drückte das Lamm an sich und strich ihm sanft über den schmalen, knochigen und vermutlich wunden Rücken. All das hier passierte nicht, weil sie beide nicht dazu berechtigt waren, ihre eigenen Reiche zu regieren - sondern weil man sie schutzlos in ein verstecktes Messer laufen ließ, das sie allesamt übersahen. “Glaubst du, ich hab’ Erfahrung? Mehr als gekämpft hab’ ich in meinem Leben nicht!”, beschwerte der Wolf sich und schüttelte den Kopf. Rain machte sich Sorgen um Dinge, die nicht eingetroffen waren und sorgte sich dann auch noch eher um ihn als um sich selbst - beide von ihnen waren unverbesserlich, wenn nicht verloren in ihren eigenen Gedanken und gefesselt von ihnen. Aber all das war wohl doch nicht weiter wichtig, so lange sie einander an ihrer Seite wussten - oder doch? “Und eigentlich? Anders als du hatte ich schon vor, zu heiraten. Aber im Endeffekt bin ich froh, dass ich dich heirate und niemand Anderen.”, witzelte Nayantai, der seine Worte durchaus ernst meinte. Rain war wohl eines der besten Dinge, die ihm hätten passieren können - und durchaus einer der Wenigen, der ihn ohne weitere Probleme zu verstehen schien. “Vielleicht hätte ich dich vorher anknabbern sollen, dann hättest du vielleicht doch Angst vor mir gehabt, hm?” Viel Fleisch hatte er nicht auf den Knochen, gleich wenig, wie Nayantai kannibalistische Tendenzen besaß; und doch war er derjenige, der sich offen und ehrlich nicht darüber beschweren konnte, dass Rain er selbst war.

      “Hm, ich glaube, mein Vater würde dich adoptieren, wenn er könnte.”, lenkte der große, böse Wolf mit einem krummen Lächeln ein und versuchte, sein Lamm zu beschwichtigen. Was für Flausen hatte er denn nur im Kopf? Nicht nur, dass er sich darüber keine Sorgen machen sollte - Nayantai wollte nicht, dass Rain ein mulmiges Gefühl verspürte, wann auch immer er sich an seine neue, karge Heimat gebunden sah. Für einen Moment hielt er dennoch inne und schwieg - biss sich auf die zitternde Unterlippe als er sich an das Lamm schmiegte und es tief in seine Arme einlud. Es war still, lediglich ein paar Krähen und ein bisschen schütterndes Laub klangen auf, und Nayantai war derjenige, der die Taubheit seiner Finger und das pochende Herz in seiner Brust spürte. “Wieso sagst du das die ganze Zeit? Hat er dir etwas erzählt?”, löcherte er Rain schließlich. Sein Vater wusste ohnehin von seinem bevorstehendem, frühzeitigem Ende und Nayantai war derjenige, der es einfach so akzeptieren würde, ohne auch nur eine Sekunde lang zu hinterfragen wieso er starb. Der Gedanke allein war grenzdebil - woher sollte Rain das auch wissen? “Du wirst König und ich deine rechte Hand! Dann kämpfe ich nur damit, und wir hätten einen schlauen König. Wie wäre es damit?” Würden seine Leute Rain akzeptieren, dann war das ihr geringstes Problem. Dennoch leuchtete ihm ein, dass er seinen Rang und Namen nicht einfach so an einem nackten, nassen und heimatlosen Schaf festmachen konnte. Womöglich würde Rain sich jedoch freuen, wenn sie sich erst in einem warmen, standfestem Zelt verkriechen und ausreichen konnten. “Kuscheln, hm?”, neckte er und strich dem Blonden über das Haar, während er sie beide ins Innere der Pfütze zog und sein Lamm festhielt - er wollte sich entspannen, nicht mehr, und nicht weniger. Nayantai selbst presste einen seichten Kuss gegen Rains Kopf, schloss anschließend die eigenen Augen und lehnte sich etwas zurück. “Das Wasser ist nicht zu warm, oder?”
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain sah kurz zu Nayantai auf, dann blickte er lieber auf seine eigenen Hände und schüttelte leicht den Kopf. "Fhaergus gehört nicht mehr mir...", murmelte er. Rain war niemand der Besitz brauchte, oder wollte, noch wollte er Fhaergus jemals regieren. Trotzdem war es seine Heimat und das Volk das ihm anvertraut worden war, solange sein Vater nicht zu Hause war, litt womöglich unter den erhöhten Steuern und der Arbeit in den Mienen die nun verlangt werden würden. Rain fühlte sich verantwortlich für jeden Mann der in den Mienen schuften musste, für jede Miene die einstürzen würde, ging man zu ungestüm an die Sache heran und jedes Kind das seinen Vater verlieren würde. Er fühlte sich schuldig, aber auch darin bestätigt, dass er immer schon Recht damit gehabt hatte, dass er nicht dazu gemacht war ein Fürst zu werden. Während Sara sich selbst für ihn in Gefahr gebracht hatte und Judith vermutlich lauthals gegen den neuen Fürst protestierte, war Rain in Thria, im Land ihrer Feinde und konnte nichts dagegen tun was in Fhaergus geschah. Jahrhunderte lang hatte Rains Familie Fhaergus regiert und er hatte all das verloren. Es wunderte ihn nicht einmal. "Und ich habe noch nie gekämpft, oder gearbeitet, oder sonst irgendetwas getan. Ich habe mein Land ja noch nicht einmal gesehen...", widersprach Rain. Er wollte nicht so sein, aber er ertappte sich immer häufiger dabei die Hoffnung zu verlieren, statt sich darüber zu freuen, dass sie noch am Leben waren. Manchmal war er nicht einmal sicher, ob er froh darüber sein sollte. Eigentlich sollte er das warme Wasser genießen und mit seinem Wolf kuscheln, bis man sie wieder in die Kälte scheuchte, aber jetzt da sie nicht mehr um ihr Leben rennen mussten schien alles was er nicht an sich heran gelassen hatte über Rain hineinzubrechen und vielleicht war er auch an einem Punkt angekommen, an dem er einfach einmal Zeit für sich brauchte. Noch nie war er ständig von anderen umgeben gewesen. Die meiste Zeit hatte Rain alleine in seinem Zimmer, oder in der Bibliothek verbracht. Wenn es ihm schlecht gegangen war und es zu anstrengend wurde so zu tun als wäre es nicht so, dann hatte er sich in seine eigenen vier Wände zurückgezogen, aber das war hier draußen nicht möglich. Hatte er Heimweh? Auf jeden Fall... "Nicht so wichtig...", murmelte Rain nur und jetzt da er wusste was eine Heirat in Thria bedeutete, wurde ihm klar, dass er Nayantai nicht heiraten konnte. Wie viele Jahre würde er noch haben? Zwei? Drei? Wenn Nayantai diese Tradition einmal überlebte, dann würde es beim zweiten Mal nur schwieriger werden. Vielleicht akzeptierten sie ein Schaf als seinen partner aber sowieso nicht. "Vielleicht... aber ich hätte dich nicht eingesperrt."

      "Rikiya ist sehr nett...", stimmte Rain anschließend zu. Das war er, Rain hätte nicht gedacht, dass er so einfach akzeptiert werden würde, aber da er nun wusste wer sich hinter diesem Namen wirklich verbarg, war es wohl nicht so abwegig. Er drückte seinen Kopf fester gegen Nayantais Brust und ließ die Stille die gerade über sie hereinzog wirken. Sie war nicht gerade angenehm. Nayantai war derjenige der sie durchbrach und Rain nickte langsam. "Über eure Traditionen? Die Ältesten? Dass du sterben sollst?", erklärte Rain mit zitternder Stimme. Er wollte nicht in Nayantais Heimat, wenn es bedeutete, dass es eine Chance gab zu sterben. "Ich? König? Nein..." Das war absurd, erst Recht wenn er das Volk der Wölfe anführen sollte, als das fleischgewordene Schaf ihrer Fantasien. Blond, blass, schwach - sie würden ihn schon dafür verteufeln, dass er ihren Prinz verhext hatte. Rain legte seine Arme so gut er konnte um den Wolf und drückte sich an ihn. Er war müde. Er war all die Probleme und das Kämpfen leid, genauso wie die Geheimnisse die Nayantai vor ihm hatte und die die er vor ihm geheim hielt. "Es ist angenehm..."