spellbound. (earinor & akira)

    • "Ich weiß.", lachte der Wolf zufrieden. Rain würde es wohl auch nie übers Herz bringen, sich ernsthaft Feinde einzuhandeln, aber das wollte er ihm so gar nicht sagen; lieber schwieg der Wolf und nickte mäßig mit, wenn er sich nach dem Objekt seiner Begierde ausstreckte und ihm einen Kuss auf den Hals legte - nicht mehr als das. Er wollte Rain in seiner Nähe wissen, wollte, dass er sich nie wieder von ihm wegbewegte und allem voran wollte er, dass sie beide einander gehörten und zusammenblieben - es machte wenig Sinn, vor ihm davon zu scheuen und seine Gefühle für ihn zu verstecken, so viel war Nayantai zumindest klar. "Das können wir dann, wenn wir Zuhause sind.", gähnte er freudig. Rikiya war vermutlich schon dabei, ihr Lager zu verstauen und würde noch grummelnd mit Frühstück an sie beide herantreten, wenn sie sich nicht allmählich aus dem Bett bequemten - und doch wollte der Wolf nicht, als wäre Rain derjenige, der wohlige Wärme abgab und ihn immer wieder in einen unendlichen Schlaf lullte, aus dem es wohl oder übel kein wirkliches Entkommen gab. Nicht, dass es ihn störte, viel eher fraß er sich einen Narren an dem bloßen Gedanken, dass sie beide beieinander sein konnten, wann auch immer sie es wollten und so viel Zeit mit dem jeweils anderen verbringen durften, wie menschenmöglich.

      "Willst du das? Dann brauchen wir aber beide passende Handschuhe, und einen guten Ort, wo wir ordentliche Schutzwalle bauen können!", erklärte er, bevor er kurz überlegen musste, was er denn alles in eine derartige Schneeballschlacht inkludieren wollte und was sie dazu benötigen würden. Nicht viel, außer vielleicht ein Arsenal an Schneebällen und etwas zu viel Einfallsreichtum. "Wir sind beide manchmal ziemlich kindisch.", gluckste er noch zufrieden, bevor er anfing, den ihm offenbarten Hals zu liebkosen; anfangs waren es noch zärtliche Küsse, bevor er begann, neckend an Rains Haut zu beißen, nachdem er eingeladen wurde, ihm näher zu kommen. Mehr als kurze Pikser schienen es dennoch nicht zu sein und für jeden ach so kleinen Biss, küsste der Wolf die Stelle wieder gut, auch, wenn er keine Spuren hinterließ. "Stört er dich?", fragte er sogleich. Nayantai hatte seinen alten Herren ausgeblendet und Rikiya musste ja gar nicht wissen, was sie hier drin wirklich taten, geschweige denn durfte er eine Ahnung davon haben. "Versprochen und wir auch nicht gebrochen?", sinnierte er zwischen seinen Küssen nach und ließ sich auch von dem Lamm umarmen, in diesen Berührungen er sich nahezu lehnte. "Aber es ist trotzdem gut, wenn ich es dir hin und wieder sage." Der Wolf war amüsiert, aber er würde es für sich behalten, so gut er konnte - Rain war wohl doch einen kleinen Deut zu niedlich. "Nur meinen Arm? Das schaffe ich. Und jetzt ... shhh, fünf Minuten, ja?", lachte er, aber anstatt sich für fünf Minuten wieder umzudrehen, fing er wieder damit an, Rains Hals zu küssen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain fühlte sich dumm weil er sich so viele Gedanken gemacht hatte. Nayantai hatte oft ein wenig übertrieben als sie in Fhaergus waren, aber jetzt in diesem Moment wirkte er einfach nur glücklich mit Rain. Außerdem konnte er selbst entscheiden wen er liebte und wen nicht, so wie Rain sich auch nichts anderes einreden lassen würde. Wenn es irgendwann nicht mehr so sein würde, dann wäre das auch okay, aber solange Nayantai Rain bei sich haben wollte, warum sollte Rain das nicht akzeptieren. Vielleicht gewann er dem Reiten heute auch noch etwas ab und sah sich die Landschaft an die weit weniger Schnee aufwies als er gedacht hatte. Nach einer Schneeballschlacht sah es hier nicht aus, oder nach einem Schneemann. Die Landschaft war karg, vielleicht ähnlich der Berge in Fhaergus, wenn man sie im Sommer bestieg, obwohl sie an den Spitzen fast immer Schnee aufwiesen. Der Laubwald in Wezette hatte uch ganz anders ausgesehen als der Nadelwald in Rains Heimat und hier standen auch Nadelbäume herum. Die Landschaft in Thria schien weniger abwechslungsreich, aber Rain konnte das selbst eigentlich kaum beurteilen.

      "Nur ich kriege einen Wall! Dann ist es fair, du kannst dich doch viel mehr bewegen.", schmunzelte Rain. Es gab so viele Dinge die er noch ausprobieren musste, so viele Aktivitäten die eigentlich für Kinder bestimmt waren, denen er aber nie nachgehen konnte. Er war vermutlich zu alt für all das, aber Nayantai störte das bestimmt nicht. Was machten Kinder denn noch so? "Mhm... ich muss doch etwas nachholen...", murmelte Rain und er schloss die Augen als er mehr Küsse und kleine Bisse erhielt. Es war fast schon wie in Fhaergus als sie sich in einem Zimmer versteckt hatten und Rain einfach hoffte, dass niemand eintreten würde. Sein Herz flatterte bei dem Gedanken. Sie mussten sich allerdings nicht mehr verstecken, richtig? "E-Es ist nur... etwas peinlich...", murmelte er flüsternd und seine Wangen waren vermutlich ohnehin schon rot gefärbt. "Ja, fest versprochen.", ergänzte er und legte seine Arme etwas fester um Nayantai. "Mhm okay..." Fünf Minuten? Rikiya würde ihm bestimmt ansehen was Nayantai mit ihm angestellt hatte und es war Rain jetzt schon peinlich.
    • Nayantai wusste, dass er sich vor Rain weder verstellen noch dummstellen brauchte - das Lamm wusste ohnehin alles, durchschaute gefühlt jeden Plan und kam auch Dingen auf die Schliche, die man lieber vergaß. Somit stand es nicht zur Debatte, ob sie hier fünf oder zehn Minuten lagen - er freute sich lediglich, dass er sich an sein Lamm schmiegen durfte und ihm gründlich Tribut zollen konnte, den es auch verdiente. Der Wolf hatte ihn vermisst, nicht nur gestern Nacht, sondern auch heute morgen, so wie allgemein eigentlich immer. Nicht nur, dass er sein Bestes gab, um ihn zumindest einigermaßen zu umsorgen, er versuchte auch vehement, ihn zu verstehen und allen seinen Bedürfnissen so gut es ging nachzukommen. "Nur für dich? Na gut, aber dann zeige ich dir wie man einen ordentlichen baut, der dich wirklich schützt!" Rain müsste sich nur ducken, dann würde Nayantai ihn wohl nicht erwischen, und wenn er so recht überlegte, dann war das vermutlich auch gutes Ausdauertraining für das Lamm - dann erwischte ja gleich zwei Vögel mit einem Pfeil! "Ja, und deswegen zeige ich dir alles, was du sehen willst und noch viel mehr.", schwärmte er schon, als er seine Zähne in Rains Hals vergrub und ihm kurz darauf, ungeniert wie er war, einen Knutschfleck zu verpassen, den man wohl mit dem Schal kaschieren konnte.

      Mehr tat Nayantai nicht, außer entschuldigend über die Stelle zu lecken und Rain ein paar Küsse mehr aufzuzwingen; fünf Minuten waren fünf Minuten und kaum waren diese vorbei, grämte er sich nicht länger darüber, dass sie beide heute auch einen weiten Weg vor sich hatten, sondern gab Rain einen abschließenden Kuss auf die Lippen und ein leichtes Lächeln. "Peinlich? Weil Rikiya es sehen könnte?", kicherte er. Wenn Rain nur wüsste, was sein Vater schon alles gesehen hatte und wie er und Muhan sich teilweise zugerichtet hatten, dann wäre das wohl das Geringste ihrer Sorgen und kaum der Rede wert. Obgleich der Tatsache, dass sie gerade versuchten, freundlich miteinander umzugehen, war eigentlich peinlichst klar, dass sie mehr als nur freundlich zueinander waren. "Wir sollten aufstehen.", murrte er, unzufrieden, weil er sich den Sand noch aus den Augen reiben musste und allgemein eine kurze Wäsche vertragen konnte. Dafür hatten sie wohl nachher, an irgendeinem Fluss oder Bach Zeit, vorausgesetzt sie fanden einen, der nicht noch immer komplett gefroren war. Nayantai summte zufrieden und begann damit, seine Schuhe anzulegen, nachdem er keine nassen Socken wollte. "Hm, sitzt deine Kleidung noch?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ich freue mich darauf.", lächelte Rain der seinem Wolf gerne einen Kuss gegeben hätte, aber das ging nicht, wenn er seinen Kopf an Rains Nacken vergrub. Der Blonde war nicht sicher ob sich seine Sorgen wirklich alle zerstreut hatten, oder ob sie nur durch neue ersetzt wurden die viel wichtiger schienen. Rain hatte das Gefühl, dass er Nayantai sagen sollte, dass Rikiya ihm erzählt hatte was ihn eventuell erwartete, aber nicht jetzt. Am Abend vielleicht, wenn sie etwas Zeit hatten und sich unterhalten konnten - in Ruhe. Rain wollte Nayantai nicht verlieren und als würde es helfen ihn einfach fest zu halten, drückte er ihn noch ein wenig mehr an sich. "Erzählst du mir auf dem Weg von Allem?", wollte Rain wissen. Sie konnten eine Menge mit Schnee anfangen, aber es gab bestimmt noch mehr das sie tun konnten. Nayantai wollte ihm wohl auch ein Feuerwerk zeigen, auch wenn er sich fragte, ob das so schlau war, wenn der Frühling und Sommer einkehrten und damit auch adrestianische Armeen wieder nach Thria vordrangen. Rain hoffte, dass sie niemals gefunden wurden und die Armee aus Fhaergus die jetzt wohl fehlte, machte nicht so einen großen Unterschied.

      Rain wollte nicht darüber nachdenken, er wollte nur mit Nayantai kuscheln und alles andere vergessen. Das Zwicken wurde ein wenig stärker und Rain zappelte kurz. "Hey...", murmelte er und bekam eine Gänsehaut als Nayantai über die wunde Stelle leckte. "Mhm... und hören.", erklärte Rain leise der genau wusste, dass Rikiya draußen wartete und dass er ihn mit seinen Gedanken vorerst alleine gelassen hatte. Rain streichelte Nayantai noch ein bisschen, aber es war der Wolf der vernünftig war und beschloss, dass sie genug gekuschelt hatten. "Ja du hast Recht.", nickte Rain und löste sich langsam um sich aufzusetzen. Er zog seine Kleidung zurecht und griff nach seinem Schal den er vor dem Schlafen abgelegt hatte. "Ich denke schon.", erklärte er Nayantai und sah an sich herab, dann wickelte er sich den Schal wieder um seinen Hals und die Hälfte seins Gesichts. Er war bereit loszureiten.
    • Sobald sie Zuhause waren, gab es nicht mehr viel, das sie aufhielt. Nayantai wusste genau, dass es nicht fair wäre, wenn er sich gegen Rain aufhalste und dass er seine Geheimnisse, wenn man sie so nennen konnte, wohl doch besser nicht für sich behielt, aber egal was er tat, es kam ihm nicht auch nur einmal in den Sinn, dass er vielleicht einfach falsch über das Ganze nachdachte. Rain schien, als würde er auf immer und ewig bei ihm bleiben wollen und Nayantai selbst war sich sicher, dass genau das nichts schlechtes war und auch keineswegs zu irgendwelchen anderen Problemen führen würde; ganz im Gegenteil. "Ich erzähle dir von allem, das du hören willst.", antwortete er. Nicht, dass er nicht ernst mit dem Blonden sein konnte, oder es immerhin nicht zustande brachte, ihm etwas anderes zu offenbaren - nichts davon war der Fall. Er selbst hatte lediglich Angst davor, für seine Entscheidungen büßen zu müssen oder Rain davon abzuhalten, weiter in das Herz Thrias vorzudringen und viel lieber wieder davonrennen zu wollen, oder sich doch umzuentscheiden. Hier waren sie vorerst sicher, zumindest insofern der Krieg sich von ihnen lossagte und fernblieb - und selbst wenn, dann hatten sie nicht die schlechtesten Chancen, wenn es wenigstens darum ging, sich zu verteidigen; Nayantai wollte sich genau das wenigstens einreden.

      "Der hat schon ganz andere Dinge gehört, glaub mir.", lachte Nayantai ohne weitere Erklärungen. Stattdessen streckte er sich einmal, wischte sich den restlichen Sand aus den Augen und blieb noch eine gute Minute sitzen, als hätte er einen Kloß im Magen, der sich noch nicht aufgelöst hatte und es auch nicht tun würde, wenn er sich weiterhin dazu zwang, Dinge zu tun, die er gar nicht wollte. "Ich freue mich schon auf heute Nacht.", entgegnete er zufrieden und bevor er es wusste, kroch er auch schon aus dem Zelt heraus und zog Rain mit sich, damit dieser stehen konnte. Schneller als sonst packte Nayantai wohl ihr Zelt zusammen und Rikiya sah ihm dabei zu und konnte sich ein Grinsen gar nicht verkneifen, da war jemand übereifrig. "Auch dir einen guten Morgen.", erklärte er Nayantai, der lediglich zu ihm wank bevor er alles zusammengefaltet und wieder in den Satteltaschen ihrer Pferde verstaud hatte. Rikiya zog unterdessen die Kopfbedeckung Rains gleich und sah zu, dass die Handschuhe ordentlich passten - es war komisch, sie an den Händen von jemand anderem zu sehen und nicht an seinen eigenen, aber das störte ihn nicht weiter. Dann hob Nayantai Rain auch schon auf sein Pferd und zeigte Rikiya lediglich die Zunge - sein alter Mann verdrehte nur die Augen, als er sich auf sein eigenes Pferd schwang und kaum war auch das getan, setzte Nayantai sich vor Rain auf sein eigenes, nahm seine Hände, damit er seine Arme ordentlich um ihn legen konnte. Sie ritten los, und Nayantai öffnete auch schon seinen Mund, um Rain von Schnee zu erzählen - und Rikiya konnte sich sein leises Lachen gar nicht verkneifen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain ließ sich aus dem Zelt helfen, auch wenn er Nayantai ungerne los ließ. Rain wünschte dass sich alle seine Sorgen einfach zerstreuten, aber das war nicht so einfach, speziell nicht einem Kopf der kaum zur Ruhe kam. Rikiya kam herüber und zupfte Rains Kleidung zurecht. Die Handschuhe saßen und der Schal auch. Rain blickte zu ihm auf, das war alles nicht nötig, er war immerhin kein Kind, auch wenn er scheinbar oft für eines gehalten wurde. Trotzdem bedankte er sich. "Danke und... tut mir Leid, dass ich wütend wurde...", wisperte er so leise, dass Nayantai es nicht hören konnte, er musste von ihrem Gespräch vorerst nichts erfahren. Rikiya wollte nicht, dass sein Sohn sterben musste und für ihn war vermutlich noch schwerer als für Rain - er hätte ihn nicht anschreien sollen, dann hätte er vielleicht auch nicht erfahren was Rikiya noch verheimlicht hatte, nicht nur vor Rain und Nayantai. Der Blonde konnte dem Halbwolf kaum damit helfen, aber vielleicht lenkte sich ungeliebte Aufmerksamkeit dieses Rates jetzt eher auf das Schaf das der Kronprinz anschleppte und so offensichtlich nicht zu ihnen gehörte.

      Als Nayantai das Zelt abgebaut hatte hob er Rain auf das Pferd. Wie ausgemacht saß Rain heute hinten und hielt sich gut fest. Nayantai hielt so den WInd von ihm ab und Rain lehnte seinen Kopf an Nayantais Rück und sah sich die Landschaft an. Es war karg und vielleicht ein bisschen trostlos, aber Nayantai freute sich hier zu sein und erzählte Rain von allerhand dingen. Er wies ihn auf das ein oder andere Reh hin das in der Ferne herum hüpfte und der Blonde fragte sich wie es sich wohl anfühlen würde es zu streicheln. Das ständige auf und ab war immer noch anstrengend, Rains Bein schmerzte ein bisschen und sein Hintern erst recht, aber er fühlte sich heute besser und drückte Nayantai vielelicht etwas zu fest wenn er sich daran erinnerte, dass er ihn nicht verlieren wollte. Irgendwann machten sie eine kleine Pause um ihre Wasservorräte aufzufüllen und sich ein wenig zu waschen. Rain beschränkte sich auf sein Gesicht, damit ihm nicht zu kalt wurde. Anschließend ritten sie wieder bis zum Abend durch. Rikiya legte wieder eine Decke für Rain bereit und dieses Mal ließ er sich auf sie fallen und lag da wie ein Seestern. Die frische Luft machte ihn müde und das reiten auch, speziell wenn er sich festhalten musste. Er war komplett fertig.
    • Nayantai hatte Thria vermisst und es schmerzte beinahe, wenn er sich die ganze, leere Landschaft ansah - die Nomadenstämme, die weitergezogen waren und nur an wenigen Orten etwas über ihre Existenz hinterlassen hatten, die ihn darauf hinwiesen, dass die Welt selbst noch so groß sein konnte, sie würden immer wieder aufgesucht, gefunden und voraussichtlich getötet werden. Daran wollte er aber nicht denken, viel lieber erzählte er Rain freudig von der neuen Landschaft, von den Dingen, die er ihr in ihr entdeckte und noch viel besser, von der Natur, die sie nicht so üppig wie in Adrestia umgab, aber dennoch vorherrschte. Lustig war es beinahe, mit anzusehen wie Rain sich wusch, als wäre er ein kleiner Luchs - vorsichtig und nur im Gesicht, wenn er die Pfoten in das kalte Wasser tappte. Nayantai verzichtete darauf, sich die Haare zu waschen, ließ es sich aber dennoch nicht entgehen, fast seine ganze Kleidung abzulegen, damit er beinahe schon peinlichst sauber war - und Rikiya war derjenige, den er fast in den Fluss geschubst hätte, als er zu nahe kam, woraufhin er eine Hand voll Schnee ins Gesicht bekam und einen sauren Blick, den er dennoch nicht als etwas böses deutete sondern viel mehr als mäßigen Spaß.

      Je weiter sie kamen, desto finsterer wurde es, weswegen sie wieder ein Lager aufschlugen; dieses Mal nicht unter einem Baum, aber zwischen grünen Moosflechten, zwischen denen tatsächlich die ein oder anderen Pflanzen wuchsen. Nayantai besah sich dieser erst, als er beide Zelte aufgebaut hatte und sein Vater sich um sich zur Genüge um das Lagerfeuer gekümmert hatte, das irgendwie besser aussah als seines am Vortag. "Woher weißt du das denn?", wollte er gleich wissen, auch, wenn er schroff klang. Rikiya schmunzelte. "Woher weiß ich was?", antwortete er fragend und spielte seine eigene Ignoranz. Nayantai winkte ab, Rikiya lachte lediglich und kümmerte sich um Abendessen, das nicht getrocknet war, wie es schien, nachdem er einen kleinen Kessel über ihrem Feuer aufstellte, den er schon Tage zuvor an dem Riemen der Satteltaschen seines Vaters gesehen hatte. Er selbst hingegen, unwillig dabei, seinem Vater zu helfen, legte sich neben Rain, der sich ausgestreckt hatte, als würden seine Gliedmaßen püriert worden sein und nun in alle Himmelsrichtungen von ihm abhängen. "Schau mal.", wisperte er und deutete auf den Mond, nichts anderes, und anstatt Rain etwas aufschlussreiches zu zeigen, küsste er ihn auf die Wange, nun, da dieser das wohl nicht erwartete. Es roch bald wohlig warm nach einigen Kräutern und Nayantai war sich sicher, dass sein Vater kein Essen kochte - das war Tee.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Nayantai und Rikiya kümmerten sich um das Lager während Rain einfach ausgestreckt da lag und sich fühlte als könnte er jeden Moment einschlafen. Er machte auch die Augen zu, konzentrierte sich aber auch auf die Geräusche die Nayantai und Rikiya machten, damit er nicht wirklich einschlief. Sein Schal war aber angenehm warm und weich und er wollte ihn nie wieder hergeben. Irgendwann hörte Rain Nayantai zu seiner Decke kommen und öffnete die Augen als Nayantai ihm etwas zeigen wollte. Der Mond stand hell am Himmel, er war fast voll und plötzlich bekam Rain einen Kuss auf die Wange. Er fiepte überrascht, dann zwang er sich sich aufzusetzen bevor er wirklich einschlief. Er sah sich kurz um und lehnte sich dann zum Ende seiner Decke um eine weiße Blume mit fünf Blättern zu pflücken die aussah wie ein strahlender Stern. Die Blumen wuchsen hier überall im Moss wie es schien. Rain drehte sich wieder zu Nayantai und steckte ihm die Blume ins Haar. Weiß war nicht wirklich seine Farbe, aber es stand ihm besser als Rain mit seiner bleichen Haut und den hellen Haaren.

      Rain lächelte zufrieden. "Wie heißen die Blumen?", wollte er wissen. "Haben sie eine Bedeutung?" Vielleicht hätte er das fragen sollen, bevor er Nayantai eine geschenkt hatte, andernfalls hatte er vielleicht wieder einen Heriatsantrag gemacht ohne es zu wissen. "Gibt es in Thria Kleeblätter? In Adrestia sagt man, wenn man ein Vierblättriges findet, dann bringt das Glück. Habt ihr etwas Ähnliches?" Rain wollte sich über irgendetwas belangloses unterhalten und vielleicht wurde er wieder ein wenig wacher wenn er das tat. Es roch interessant und Rain entdeckte einen kleinen Kessel in einem Gestell über dem Feuer. Es dauerte nicht lange bis Rikiya mit zwei dampfenden Bechern herüber gab und jedem von ihnen einen überreichte. Rain freute sich ungemein darüber. "Danke!", lächlte er und wärmte sich an dem Becher. Er atmete auch den heißen Dampf ein, das hatte ihm immer schon gut getan, vielleicht hatte er sich deshalb so gerne im Badezimmer aufgehalten.
    • Wenn sie so hier lagen, dann fand Nayantai die Sterne doch etwas interessanter, als normalerweise - aber nicht nur das. Seine Augen klebten förmlich am glimmernden Himmel, der so viele Geheimnisse vor ihnen versteckte, dass er sich daran gar nicht erst sattsehen konnte. Fragwürdig war es allemal, wieso er ausgerechnet jetzt daran interessiert war und wieso seine Aufmerksamkeit nicht mehr galt, als seiner eigenen Hoffnung und dem Empfinden, dass die Sterne selbst wohl in der Lage waren, jedwede seiner Probleme zu lösen. Nayantai genoss es, wenn er ehrlich war; er mochte es, der Welt einfach zu lauschen und die Hoffnung, alles würde für sie beide funktionieren, nicht hinten anstellen zu müssen. Rain vergrub seine Hände im Moos und pflückte eine der Blumen, die an Sterne erinnerten, wenn sie sich an den dunkelgrünen Boden anglichen und im Finsteren vielleicht etwas flimmerten. Der Wolf selbst lachte zufrieden, als hätte er gerade etwas irrwitziges gehört, das nun einmal nicht wirklich Sinn ergab. "Das sind einfache Moosblumen.", stellte er lächelnd klar und fuhr sich leicht durch die Haare, um sicherzugehen, dass das Blümchen auch hielt und nicht einfach von seinem Kopf rutschte, während er sich bewegte. Nein, es passte vielleicht schon zu gut in seine pechschwarzen Haare und unterstrich seine einigermaßen bleiche Haut, selbst, wenn er es nicht sehen konnte.

      "Hm, ich denke nicht, dass sie eine haben ... aber, was denkst du?", fragte Nayantai. Er wusste, dass sie vermutlich nicht immer weiß waren, aber er hatte eine gewisse Ahnung, was sie bedeuten könnten. Sie hielten dem eiskalten, thrianischem Wetter statt und ergötzten sich an wenig Sonne, viel schlecht-tauendem Schnee und wilden Stürmen, was wohl aufzeigte, dass sie durchaus überlebensfähig und unnachgiebig waren, aber damit noch nicht genug; Rain war neugieriger als das. "Hm ... Klee...blätter?", wiederholte er und setzte sich auf, als Rikiya herüberkam und ihnen den Tee überreichte, den Nayantai schon vorhin gerochen hatte. Fragend sah er seinen Vater an und wiederholte das Wort. "Nichts zu danken!", gab dieser freundlich grinsend, wie eh und je, zurück, bevor er sich seinem Sohn zuwandte. "Er meint Klee, Nayantai.", erklärte er und im Kopf des Wolfes schien ein Licht aufzugehen, als er sich an die Pflanze erinnerte. "Ein vierblättriges Kleeblatt." Danach nach sein alter Herr wieder Abstand und setzte sich nah an das Feuer, als er eine Karte aus seiner Manteltasche herauszog, die er bei dem selbst entfachtem Licht zu durchstöbern schien, während er an seinem eigenen Becher nippte. Nayantai blies gegen seinen eigenen, bevor er einen Schluck nahm - er war warm, das war es auch schon. "Hm, ich glaube, wir haben hier und da etwas Klee ... aber Glücksbringer sind bei uns eher Hasenpfoten?", nuschelte er. Das arme Häschen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain grummelte fast schon unzufrieden. "Das ist ein langweiliger Name.", erklärte er seinen Unmut, aber vermutlich machten sich die Wölfe nicht so viele Gedanken um Blumen und Pflanzen, sie hatten andere Probleme. Er sah Nayantai dabei an wie er sich die Sterne ansah und nachdem Rain einen Schluck von seinem Tee gemacht hatte, legte er sich wieder neben ihn und stellte das warme Gefäß auf seiner eigenen Brust ab. Sie wollten sich die Sterne ja einmal gemeinsam ansehen und das ohne dass sie hundemüde und verletzt waren. Rain war zwar kurz davor einzuschlafen, aber es war allemal besser als in diesem schrecklichen Wald. Rains freie Hand suchte nach Nayantais um sie leicht zu drücken. Das war doch in Ordnung, selbst wenn Rikiya auch hier war? "Was ich denke? Ich weiß nicht... diese Blumen gibt es in Adrestia glaube ich nicht, zumindest habe ich sie noch nie in einem Buch gesehen." Er fragte sich ob es nicht hübsch wäre alle von Nayantais langen schwarzen Haare mit Blumen zu bestecken, dann sah er selbst aus wie der Nachthimmel der voll mit Sternen war.

      Nayantai wusste nicht was Rain meinte, aber Rikiya war da um zu übersetzen. "Hasenpfoten...? Hmm... Ich suche dir lieber ein Kleeblatt wenn wir welchen finden.", erwiderte Rain. Ihm wurde etwas kalt wenn er einfach nur hier lag, aber er wollte lieber mit Nayantai in die Sterne schauen, statt sich ans Feuer zu setzen. Er stellte allerdings fest, dass er noch ein paar mehr Worte übersetzen lassen konnte an denen sie zuvor gescheitert waren. "Wir haben doch über Tee gesprochen!", erklärte Rain hauptsächlich für Rikiya der ja nicht dabei gewesen war. "Was ist das thrianische Wort für Pfefferminz und Ingwer?", fragte Rain Nayantais Vater damit er für sie übersetzen konnte. Rain nimmte etwas umständlich an seinem eigenen Tee, bevor ihm noch eine Frage einfiel. "Was ist das eigentlich für ein Tee?" Als er danach fragte drehte er seinen Kopf kurz zu dem Feuer und entdeckte die Karte über der Rikiya grübelte. Rain verzichtete darauf ihn zu belästigen und zu fragen woe sie waren und wohin sie eigentlich gingen und schaute lieber wieder in den Himmel.
    • In Adrestia gab es gänzlich andere Pflanzen, das wusste Nayantai auch, aber die Moosblume war wohl eine der Ersten und Einzigen, die der Wolfsprinz bewusst erkennen konnte, ohne lang darüber fackeln zu müssen. Es war vielleicht beinahe peinlich, darüber nachdenken zu müssen, aber inoffiziell war es nun einmal etwas, das selbst Nayantai am Herzen lag. "Findest du?", fragte er interessiert, wenn auch gleich wer nicht so recht wusste, ob sein Interesse ausgerechnet hier am richtigen Platz saß. Wollte Rain vielleicht etwas, das eine schöneren Namen als Moosblume besaß? Es war ein einfacher, leicht zu verstehender Name und Nayantai war sich sicher, dass sie nicht unnötig viel Prunk benötigte, um beschrieben zu werden. "Ich denke, die Blume mag zwar klein sein, aber wenn sie etwas wichtiges bedeutet, dann wohl, dass jeder allem standhalten kann. Sie überlebt in so kargen Bedingungen und erfreut sich auch noch an dem schlechten Wetter, fast wie ein Wolf.", kicherte er leise und nahm noch einen Schluck Tee, bevor er den Becher in den Schnee stellte und sich wieder zu Rain legte, dessen Hand er drückte, alsbald sie seine ergriff. Seinen Vater würden solche Dinger eher weniger stören, da war er sich sicher, aber dennoch mussten sie nicht alles an die große Glocke hängen, da war er sich sicher.

      "Ich nehme dich beim Wort." Sie würden wohl ewig damit verbringen, nach etwas seltenem wie einem Kleeblatt zu suchen, aber ehrlich gesagt war das für Nayantai auch in Ordnung; er brauchte sich nicht weiter mit etwas wichtigem zu beschäftigen, kaum käme er Zuhause an. Alles, was vor ihm stand, war eine lange Reise und eine Schwester, die sich vermutlich den Kopf über ihn zerbrach, weil er nicht gleich nach Hause gekommen war, als Tei starb, sondern herrenlos durch Wald und Wiese streifte, mit ein paar Adrestianern, die ihm nichts gutes wollten. "Über Tee? Oh, ich weiß!", stieß Nayantai auf und setzte sich auf, bevor er merkte, dass Rain Rikiya ansprach, der von seiner Karte aufsah und Rain leicht verwirrt entgegenblickte, bevor er eine Frage gestellt bekam. "Pfefferminz und Ingwer? Hmm, ich schätze, Pfefferminze und Ingwer?", entgegnete er leicht grübelnd, bevor er Rain angrinste. "Pfefferminz benutzt hier fast keiner, das wuchert eher im Westen. Ingwer ist uns aber allen ein Begriff - und das ist thrianischer Jasmin-Tee, mit ein paar gemischten Kräutern." Widerlich war er auf keinen Fall, aber Nayantai fand den Geschmack etwas ... hm, er schmeckte eigentlich nach gar nichts. "Schmeckt nach Brennnessel.", warf Nayantai ein. Rikiya nahm ungläubig einen Schluck. "Ich glaube, du träumst."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Als Nayantai über die Blume sinnierte musste Rain lächeln. "Das heißt die Blume passt zu dir... außer der Part mit dem klein sein schätze ich.", kicherte er. Es machte wohl nicht viel Sinn danach zu fragen welche Blume zu Rain oder RIkiya passte, wenn es in Thria gar nicht so viel Auswahl gab und Rain wusste nicht einmal welche adrestianischen Blumen er für sie verteilen würde. Er selbst wäre vermutlich so etwas wie eine Orchidee, hübsch aber zierlich und nicht sehr leicht am Leben zu erhalten, schon gar nicht in kaltem Klima. Rikiya kannte Rain nicht gut genug, er wirkte nett und offen, vermutlich auch weise, aber er hatte scheinbar genügend eigene Probleme die er mit sich herum schleppte. Rain drückte Nayantais Hand ein wenig fester, all die Geheimnisse zu bewahren war nicht gerade etwas das Rain gerne tat. "Ich habe hunger.", erklärte er schließlich. Er hatte gestern nichts gegessen und heute morgen nur wenig, er sollte etwas essen, auch wenn sein Magen ihm das eigentlich gar nicht mitteilte. Außerdem war er müde und er brauchte eine kleine Beschäftigung wenn er nicht sofort einschlafen wollte.

      Nayantai war es der sich zuerst aufsetzte und Rain tat es ihm gleich. Er nippte weiter an seinem Tee, damit ihm ein wenig wärmer wurde, dann zupfte er an Nayantais Ärmel. "Hilft du mir näher zum Feuer?", bat er ihn, damit er sich ein wenig aufwärmen konnte. Rikiya war wohl etwas verwirrt, dass Rian ihn in ihr Gespräch einbezog, übersetzte die Begriffe nach denen Rain fragte aber schnell. Rain roch an seinem Tee, Jasmin war ihm ein Begriff und der Geschmack kam ihm bekannt vor, auch wenn der thrianische Tee anscheinend ein wenig anders schmeckte. Brenesseltee kannte Rain auch und er nahm ebenfalls noch einen Schluck. "Ich muss deinem Vater zustimmen.", nickte Rain der sich vermutlich gerade mit dem Falschen verbündete. Nayantais Geschmacksnerven schienen aber allgemein ein wenig verrückt zu spielen, jetzt wo er darüber nachdachte. Etwas besorgt sah er Nayantai an, aber widmete sich schnell wieder einem angenehmen Abend. "In Fhaergus habe ich Nayantai Kekse und Kuchen gefüttert.", berichtete er Rikiya. "Alles andere was bei uns gekocht wurde war ihm zu fad."
    • Rain brandmarkte sich gerade als Verräter gegen seinen eigenen Freund und schloss ein Bündnis mit einem zukünftigen Schwiegervater - das würde Nayantai ihm noch gebürtig heimzahlen! "Klein? Hm, nein, ich bin nicht wirklich klein, auch nicht ... vergessen wir das." Wollte er gerade wirklich so einen dummen Witz reißen? Rain hatte ihn schon des Öfteren nackt gesehen, er musste wohl gar nicht aussprechen, was er meinte, sondern zeigte dem Blonden lediglich ganz frech seine Zunge. Ihn aufzuziehen war etwas, das Nayantai immer öfter tat und er fraß sich immer mehr einen Narren daran, weil es so viel einfacher war, als einfach darüber nachzudenken, dass sein kleines Lamm eventuell etwas dagegen einzuwenden hatte. Nun lagen sie da, hatten Tee und konnten die Sterne ansehen, zumindest bis Rain verkündete, dass der Hunger ihn wieder in eine andere Richtung treiben wollte - und vermutlich auch kaschierte, die kalt es ihm eigentlich schon ohne das nährende Feuer geworden war, von dem er sich etwas weiter weg gesetzt hatte, vielleicht um etwas Zweisamkeit zu genießen, oder aber weil er gar nicht wusste, wo Rikiya es genau anzünden wollte, als sie hier ankamen. Heute Nacht schien der Himmel klar und das Wetter beständig, was hieß, der Schneesturm rannte ihnen nicht hinterher. "Ich auch. Aber ich glaube, du schmeckst nicht so gut und ich erst recht nicht.", witzelte er. Sie mussten mehr essen.

      Noch bevor Rain etwas sagen konnte, stand Nayantai auf und nickte, nahm beide Becher in die Hand und stützte sein Lamm, das unbedingt in die Nähe von etwas wärmerem wollte; etwas, das Nayantai ihm wieder verneinen würde, noch von dem er behaupten würde, es schickte sich nicht, dass sie es anvisierten um seinen Vater bei seiner Kartenleserei zu verhöhnen. War er alt und blind? Nein, wohl eher nicht - nicht im geringsten. "Einmal ein Feuer. Und eine Tasse Tee.", erklärte er Rain, als er ihn kurzerhand stehen ließ und den Tee am Boden abstellte, damit er die Decke holen konnte, auf die er klopfte, damit das Lamm sich wiederum setzen konnte. Sie beide waren von nichts ab oder aufzuhalten, etwas, das Rikiya vermutlich auch bemerkte, als er sie beide erspähte und kurz aufsah, um sie anzulächeln. "Siehst du? Da schmeckt nichts nach Brennnessel!", mahnte er zufrieden, als hätte Rain gerade eine noch nicht wirklich entstandene Diskussion gelöst in dem er einfach der richtigen Person antwortete und sich nicht vom rosaroten Schleier auf seinen Augen trügen ließ; ehrlich gesagt wirkte er sogar vernünftig. "Ja, aber die waren auch süß! Das war irgendwie ... naja, sie haben mir auch nicht so ganz geschmeckt, aber ich wollte nicht gemein sein ...", nuschelte er schließlich und wurde zum Schluss hin immer leiser, damit Rain nicht zu viel darüber nachdachte. Rikiya konnte wohl nicht anders, als ihn dabei zu erwischen. "Ach komm, eine Erdbeertorte ist doch lecker!" "Woher willst du das wissen!? Und außerdem, was sind Erdbeeren?", fragte er verwirrt. Nayantai sah Rain an, als wüsste er nichts darüber, und Rikiya schüttelte den Kopf. "Ich glaube, Nayantai ist geschmacksverirrt." "Bin ich nicht!"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain war verwirrt, er wusste nicht was Nayantai meinte. "Huh?", fragte er und sah Nayantai an, aber er wollte es scheinbar nicht erläutern. Nayantai zeigte ihm nur die Zunge, mehr nicht. Ob Rikiya das verstand? Es war vermutlich nicht so wichtig, also ließ Rain es darauf beruhen. Es war schön einfach hier zu liegen und nicht mehr auf der Flucht zu sein. Natürlich beeilten sie sich trotzdem voran zu kommen, aber es saßen ihnen keine Soldaten mehr im Nacken. Rain wollte eigentlich nicht daran denken, aber die Truppden des Königs durften auch noch nicht auf dem Vormarsch sein, er zog sie den Frühling über meist erst zusammen und die Armee aus Olette hatte immerhin einen weiten Weg. Die umittelbarste Gefahr ging also von diesem Rat aus. Jetzt war aber nicht der richtige Zeitpunkt um darüber zu sprechen und wenn Rikiya noch nicht wirklich einen Plan hatte, dann hatte Nayantai den vermutlich auch nicht. Rain konnte also am allerwenigsten etwas daran ändern. Er war nicht einmal sicher ob er Nayantai darauf ansprechen sollte. Noch einmal drückte er seine Hand fest, dann wurde ihm aber auch schon aufgeholfen.

      Nayantai haf Rain hinüber zum Feuer, dort wartete der Blonde kurz, bevor er sich wieder auf die weiche Decke setzte. Die Wärme des Feuers war angenehm und Rain zog sein verletztes Bein an um umständlich aus dem Stiefel zu schlüpfen. "Was? Und trotzdem hast du nichts anderes gegessen, wieso hast du nichts gesagt?", wollte Rain empört wissen, auch wenn Judith es bis zum Ende nicht geschafft hatte etwas zu kochen, das Nayantai wirklich überzeugt hatte. "Erdbeeren sind rote Beeren, sie sind süß, aber die gibt es im Winter in Fhaergus leider nicht.", erklärte er dann. Viel Auswahl hatten sie ohnehin nicht gehabt. "Wir hatten immer noch nicht was wir uns gwünscht haben Nayantai. Du wolltest Reis und ich eine heiße Kartoffel." Bei den Kannibalen hatten sie nur Suppe bekommen und heute hatten sie zwar Tee, aber keine heiße Mahlzeit auf dem Tisch. Rain wollte aber keinesfalls undankbar wirken. "Es hat lange gedauert bis Nayantai überhaupt etwas gegessen hat... nichts hat ihm geschmeckt.", berichtete er nun wieder an Rikiya.
    • Eigentlich war es ihm wohl doch peinlich, die Thematik aufgeschnappt zu haben, weswegen er sie fallen ließ, als wäre sie eine heiße Kartoffel, die er Rain ja noch immer schuldete. Wenn sie Glück hatten, dann gab es Zuhause welche und nicht nur das, das Schaf könnte so viele davon essen, wie es wollte, vorausgesetzt, sie hatten einen dementsprechenden Vorrat. Nayantai malte sich ihr Zusammenleben in Thria durchaus idyllisch aus, aber er wusste, dass er nicht übereifrig sein konnte - andernfalls würde er nicht nur Rain enttäuschen, sondern auch sich selbst, und Rikiya wusste vermutlich auch, was ihm blühte, wenn sie erst einmal dort ankamen. Fair war sein Leben nicht, so viel wusste Nayantai selbst, und doch war ihm auch einleuchtend, dass er sich nicht wie ein kleines Kind darüber aufregen konnte; es war zu viel passiert, er hatte derartig viel gesehen, das er nie vergessen würde und ein Monster war er, trotz Rain's gutem Zureden, mehr oder minder auch, wenn er denn ehrlich war. "Ich wollte keinen enttäuschen und ... naja, du hast so glücklich ausgesehen, als du missverstanden hast, dass ich Kuchen mag, also wollte ich nicht sagen, dass ich ihn nicht leiden kann.", schmollte der Wolf, der kurzerhand aufstand und beschämt zu ihrem Pferd trottete, um nach etwas zu suchen, das durchaus essbar war.

      Nur Rikiyas Proviant fand er vor, und während er wusste, dass er durchaus Zeit hätte, hier draußen zu jagen, war ihm das saftige Stück Fleisch das nicht wert, wenn er unlängst an Rains trauriges Gesicht denken musste, weil ein totes Reh vor ihm lag, dass er nicht verspeisen wollte - und zudem, was, wenn das Reh Kinder hatte? Jetzt fing Nayantai auch schon damit an! "Dann will ich Erdbeeren!", erklärte er, als er zwei Säckchen zurück zum Feuer brachte und eines davon Rain überreichte. Er selbst schob sich ein paar getrocknete, typisch thrianische Früchte in den Mund. Die waren auch süß, irgendwie. "Nayantai, sowas gibt es in Thria nicht.", erklärte Rikiya knapp, als er an seinem Becher nippte und ihn einfach wieder im Kessel auffüllte, als dieser leer war. Irgendwie schien er entspannter als sonst und Nayantai freute sich darüber, und trotzdem wollte er seine verdammten Erdbeeren, verflucht nochmal! "Das sind nicht gerade aufwendige Wünsche, wir haben genug Reis, und wegen der Kartoffeln brauche ich wahrscheinlich auch nicht lang fragen. Ich, für meinen Teil, würde ehrlich gesagt alles für ein Stück Kuchen tun ...", erwiderte Rikiya, der innerlich davon schwärmte. Das aller letzte Mal, als er Kuchen gegessen hatte, hatte er ihn noch verschmäht, weil er Caelans Kopf eingetunkt hatte - irgendwie peinlich, aber er vermisste nicht nur den Kuchen, sondern auch die Person, der er die Creme aus dem Gesicht geleckt hatte. Beinahe schon peinlich berührt von seinen eigenen Gedanken räusperte er sich und vergrub sein Gesicht in seiner Karte. "Nichts? Normalerweise ist er nicht so. Viel Fleisch und wenig anderes, aber eigentlich stört ihn nichts, so lange es so scharf ist, dass er es nicht teilen muss." Der jüngere Wolf schmollte, aber er gab sich geschlagen - sein alter Herr hatte recht. "Naja, ich schmecke ... fast nichts. Der Kuchen und die Kekse waren süß, die Suppe der Kannibalen scharf ... der Tee schmeckt auch nach nichts." Rikiya horchte auf, besah sich Nayantais Gesicht und wunderte sich dann doch eher ausgiebig. "Uh, ist das neu?" "Ja, schon. Die Pampe im Kerker hat widerlich geschmeckt."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Du hättest auch etwas anderes haben können!", widersprach Rain, Nayantai hätte einfach etwas sagen sollen, Rain hätte lieber etwas gefunden das er gerne aß. "Außerdem wäre dann mehr Kuchen für mich übrig geblieben." Rain aß gerne Kuchen, manchmal zumindest, wenn er Appetit hatte. Er erinnerte sich daran als er gesund wurde und sofort ein großes Stück Kuchen bestellt hatte, das er mit Nayantai teilen wollte - dabei hatte es ihm gar nicht geschmeckt! "Ich war nur glücklich, weil ich dachte, dass ich endlich etwas gefunden habe, das dir Freude bereitet. Neben dem Tagebuch und...", Rain stoppte etwas peinlich berührt und fing seinen Satz noch einmal an. "Also neben dem Tagebuch gab es ja nicht viel womit du dich viel beschäftigen wolltest." Von der Verlobungskette musste Rikiya nicht wissen, oder hatte er Nayantai bereits danach gefragt? Immerhin hing sie relativ offensichtlich um Nayantais Hals. Vielleicht sah es Teis ähnlich? Rain hatte nie nach dem Motiv gefragt, oder danach wo Nayantai es das letzte Mal gesehen hatte. Es war vermutlich für immer verloren und ein schlechtes Thema für einen Wolf dem ohnehin alles genommen wurde.

      Nayantai holte für sie etwas zu essen und überreichte Rain einen kleinen Beutel. Rain zog einen der Handschuhe aus und legte ihn behutsam beiseite. Dann griff er in den Beutel um sich die Nüsse heraus zu picken und in seinen Mund zu stopfen. Irgendwann müssten Nayantai oder Rikiya wohl anders Nahrung besorgen. Konnte Nayantai überhaupt schon wieder jagen? Rain sah ihn an. "Wir sollten deinen Verband wechseln.", sprach er seinen plötzlichen Gedanken aus. Es musste nicht jetzt sein, aber sie sollten sich gut darum kümmern, damit die Wunde sich nicht noch einmal entzündete. Rain blickte dann auf seinen Schuhlosen eigenen Fuß und versuchte ihn ein wenig zu bewegen. Die Schiene ließ nicht alles zu, aber ein wenig konnte er schon tun, auch wenn es ein wenig weh tat. Rain lachte als Nayantai auf einmal Erdbeeren verlangte. "Die schmecken dir sicher nicht.", schüttelte Rain seinen Kopf. Dann blickte er Rikiya an. Es gab einiges das Rain ihn fragen wollte, sie befanden sich ja irgendwie in einer ähnlichen Situation. Rikiya musste sein altes bequemes Leben auch zurück lassen, vielleicht konnte er Rain ein paar Tipps geben, aber das musste nicht heute sein. Irgendwann wenn Nayantai vielleicht jagen war, oder sonst einer Arbeit nachging und Rikiya Zeit für Rain hatte, dann konnte er ihn immer noch fragen. "Naja besonders scharf war das Essen in Fhaergus nicht.", erklärte Rain entschuldigend, aber vielleicht hatte es gar nicht am Essen gelegen. Er sah Nayantai ebenfalls an.
    • "Ich wollte dich nicht kränken!", entfuhr es Nayantai, als hätte er nicht gerade selbst offenbart, dass er gelogen hatte - dabei wollte er Rain doch nur etwas Gutes tun und ihn nicht noch mehr kränken! "Pah, den hättest du doch sowieso nicht alleine weggebracht ... aber es war süß, wie du dich darüber gefreut hast.", entgegnete der Wolf, der vor seinem inneren Auge Rain sah, wie er sich freudig über das große Stück Kuchen hermachte, den großen bösen Wolf aber dann auch noch in die Gleichung mit einbezog und es sich nicht nehmen ließ, nicht mit ihm zu teilen. Beinahe peinlich war es ihm, den Kuchen mit ihm geteilt zu haben, und deswegen nahm er noch einen tiefen Schluck Tee, als könnte er sich in dem Becher verlieren. "Das Tagebuch war gut! Verflucht, ich bin noch nicht mal fertig geworden ...", fiel ihm auf und Rikiya schien sich dieses Mal nicht großartig dafür zu interessieren, oder nachzufragen. Nayantai hingegen verteufelte sich, weil er das Ende der Geschichte wohl nie erfahren würde und Enebish, oder wie er wirklich geheißen hatte, wohl auch gar nie mehr verstehen würde. Unzufrieden griff er in seinen eigenen Proviantbeutel und zerbiss ein paar der Nüsse grummelnd, bevor er noch einmal zu den Sternen heraufsah und dann zu Rain lunzte, der wenigstens etwas aß.

      "Meinen ... ja, stimmt wohl. Ich muss sagen, nachdem sie mir das Auge rausgerissen haben, war ziemlich viel Druck weg und ich fühle mich auch besser, aber trotzdem hätten sie mich einfach fragen sollen!" Dann wäre er an seiner Sturheit noch verreckt. Rikiya schien Dinge auf seiner Karte zu markieren und interessiert daran, was genau sich auf dieser geändert zu haben schien - Nayantai wollte ihn nicht stören, er schien gedankenverloren, aber immer wieder horchte er auf, als sie beide über die irrwitzigsten Themen diskutierten. In diesem Fall waren es Erdbeeren, die Nayantai nicht nur plagten, sondern ihm auch verwehrt blieben - bis auf weiteres. "Woher willst du das wissen? Ich hatte noch nie welche!", grummelte er unzufrieden und ließ seinen Kopf schließlich auf Rains Schulter sinken, auf der er sich abstützen wollte, damit er weiterhin nach oben spähen durfte. Für einen Moment wunderte er sich, wenn er denn eine Sternschnuppe erhaschen würde, ob auch ihm ein Wunsch gewährt war, und ob es half, dass er diesen für das Lamm aufwandte, das so viel mehr verdient hatte, als das, was es im Endeffekt bekommen hatte. "Stimmt! Ich hatte irgendetwas mit Pfeffer und hab' auf das Korn gebissen, da war nichts. Nicht einmal ein bisschen.", seufzte er, schlürfte seinen Tee und sah zu seinem Vater, der zu überlegen schien. "Hm, du hast doch keine auf den Kopf bekommen, oder?" Nayantai überlegte. "Weiß ich nicht genau. Laut Rain habe ich ausgesehen wie ein Mosaik, was auch immer das sein soll." Rikiya nickte daraufhin. "Komisch, aber es ist nicht selten, dass du deinen Geschmackssinn einfach verlierst, wenn du eine abbekommst ... und nachdem du so lange weg warst, würde mich nichts wundern."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Hätte es nicht. Ich hätte weiter nach etwas gesucht, dass dir schmeckt.", erklärte Rain, auch wenn er nicht mehr viel anzubieten hatte. In Fhaergus gab es auch nicht so viele verschiedene Nahrungsmittel, vor Allem nicht im Winter. Es gab Wild, Eier, Milch und Brot das mit den Getriedereserven hergestellt wurde. Dann gab es noch Wurzeln und getrokcnete Kräuter, viel mehr hatten sie nicht, bis im Frühjahr wieder Händler nach Fhaergus kamen. "Wenn ich krank war bin ich danach meistens hungrig und meistens durfte ich mir dann wünschen was auch immer ich wollte.", lächelte Rain und seine Wahl war auf Kuchen gefallen. Es war nicht besonders gesund, aber allgemein freuten sich meist alle, wenn er überhaupt etwas essen wollte. Vielleicht hatte ihm zu Hause einfach die Bewegung gefehlt? Er schine hier draußen hungriger, auch wenn er nicht viel aß. Zumindest manchmal hatte er sich auf etwas Suppe gefreut. "Hm... vielleicht könntest du herrausfinden wer dieser Wolf war... obwohl du meintest sein Name ist ein recht häufiger, hm?", überlegte Rain, aber Nayantai würde wohl kaum Zeit für solche Dummheiten haben. Das Leben in Thria war anders als das Leben eines Adeligen in Adrestia.

      "Mhh... sie wollten nicht mehr mit sich reden lassen, tut mir Leid. Aber ich kümmere mich nachher darum wenn du willst." Rikiya musste das nicht machen, Rain konnte das bestimmt auch. Er hatte gesehen wie Rikiya einen Beutel von der Ärztin überreicht bekommen hatte, sie besaßen also bestimmt alles nötige. Dann musste Rain lachen. "Ich sagte doch Erdbeeren sind süß. Vermutlich zu süß für dich wenn du auch den Kuchen nicht willst." Nayantais Kopf landete auf Rains Schulter und er streichelte ihn kurz. Dann stopfte er sich noch ein paar Nüsse in den Mund, bevor er den Beutel wieder verschloss und neben sich abstellte. RIkiya fing an zu spekulieren, warum Nayantais Geschmackssinn gestört sein könnte und der Prinz antwortete auf eine Art die Rain glauben ließ, dass er eigentlich gar nicht zu viel darüber nachdenken wollte. "Mein Vater muss Nayantai ziemlich schnell nach Fhaergus gebracht haben und das obwohl sie im Winter den Weg über die Berge genommen haben. Viele Wunden waren noch frisch und Nayantai hatte ausgesehen als würde er fast erfrieren. Eine der Wunden hatte sich sogar schlimm entzündet und..." Davon hatte er Nayantai eigentlich nie erzählt, von den seltsamen Spuren an seiner Seite und den Recherchen die Rain angestellt hatte. "Es hat ein wenig gedauert bis er sich helfen ließ."
    • "Das ist doch viel zu umständlich!", beschwerte sich der Wolf, der beinahe schon peinlichst genau wusste, dass Rain wohl jeden Stein für ihn umgedreht hätte, wenn er nur darum gebeten hätte, dass er etwas zu essen wollte, dass er auch wirklich schmecken konnte. Nayantai hatte es ihm genau aus diesem Grund nicht gesagt, und, weil er nicht mehr als selbstsüchtig war, wenn es darum ging, anderen weißzumachen, dass sie diejenigen waren, die wohl oder übel recht hatten. Viel verlangte der Wolf anderen nicht ab, aber es war durchaus klar, dass er nicht immer nur auf die Gefühle der Anderen achten konnte, so wie Rain es auch nicht tun sollte. "Und du wolltest Kuchen. Das ist in Ordnung. Aber den kann ich dir in Thria nicht anbieten, also musst du dir etwas anderes einfallen lassen - und sag jetzt ja nicht eine Kartoffel!", mahnte Nayantai. Dennoch fragte er sich, ob man mit etwas Mehl und ein paar Kartoffeln nicht eventuell doch einen einigermaßen kuchenartigen Teig herstellen konnte, der Rain auch schmeckte - kreativ klang es allemal, aber was hatte er auch zu verlieren? Probieren könnte er es, wenn er gerade einen Moment der Ruhe hatte und das Lamm sich vielleicht einen Narren an den Skriptensammlungen seines Vaters fraß. "Ah, stimmt! Rikiya, du weißt nicht zufällig irgendetwas über einen Enebish, der kein Wolf war?", hinterfragte er.

      Rikiya sah auf und überlegte, seine Stirn legte sich in Falten und er schien für einen Moment nach oben zu sehen, um herauszufinden, ob die Sterne eine Antwort für sie hatten, und wie unwahrscheinlich es sein musste, dass sie wirklich eine bekamen. Stille folgte, wenn auch nur für den Moment, und er reimte sich einiges zusammen. "Nein, tut mir leid. Keiner der mir einfällt, wieso?", fragte er eher Rain als Nayantai - immerhin glaubte er zumindest, dass Rain seinen Sohn als Sprachrohr benutzt hatte. "Hör auf dich zu entschuldigen, bitte ...", flehte Nayantai beinahe schon kopfschüttelnd und, um sich gleichzeitig für Rains Freundlichkeit zu bedanken, schnellte er nach vorne und gab ihm einen Kuss auf die Lippen, den er sich nach einem harten Tag auch wirklich verdient hatte - und den er ihm nicht ausschlagen wollte. "Vielleicht will ich Erdbeeren und Kuchen!", schimpfte er. Genau genommen war er wirklich wie ein kleines Kind, das so tat, als würde er hohe Wellen schlagen, wenn man ihm klarmachen wollte, dass er etwas nicht haben konnte, weil er es sowieso nicht essen würde - also wollte er es jetzt noch mehr! Dafür schien er der Diskussion mit Rikiya etwas abgeneigt, nicht aber, weil er nicht darüber nachdenken wollte, sondern eher, weil nachdenken anstrengend war, wenn man erfolgreich alles verdrängt hatte. "Ah, ich verstehe ... und? Du wolltest etwas sagen, ja?", wollte Rikiya sogleich wissen, räusperte sich dann aber amüsiert. "Der lässt sich doch sowieso nie helfen." "Gar nicht wahr!" Rikiya seufzte erneut. "Rain, hat er dir von dem Wildschwein und dem Baum erzählt?" "Hör auf!" "Nein."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Nayantai... mir hat ein ganzes Anwesen und mehr als eine Köchin gehört. Es ist nicht umständlich etwas kochen zu lassen. Meine Speisekammer war auch voll.", erklärte Rain mit einem Seufzen aber lächelnd. Nayantai machte sich zu viele Umstände, Rain hatte zu Hause keinen Finger rühren müssen, niemals und manchmal musster er nicht einmal etwas sagen und hatte schon bekommen was er sich gewünscht hatte. "Okay ich will Kar-!" Rain wurde unterbrochen und setzte ein gespielt schmollendes Gesicht auf, lachte aber kurz danach. "Wieso nicht?", wollte er wissen. "Ich weiß doch gar nicht was ich stattdessen haben kann und eine heiße dampfende Kartoffel ist das Beste was ich mir im Moment vorstellen kann." Rain wollte vielleicht etwas Salz dazu und etwas Soße, auch wenn er sich nicht vorstellen konnte, dass die Wölfe wussten was Schnittlauch war. Auf Nayantais würde er ein paar Speckwürfel streuen. Wieso hatte er ihm das nie zu essen angeboten? Dann blickte Rain Rikiya an. Er hatte schon fast wieder vergessen was Nayantai ihm über das Buch erzählt hatte, oder wie alt es war, er hatte definitiv nicht vor irgendetwas anzudeuten.

      Er sah Rikiya an und glaubte nicht, dass es in dem Tagebuch um ihn gegangen war, aber es fühlte sich so an als er Rain auf einmal ansah. Er warf einen entschuldigenden Blick zurück. "Kein Grund! Es hat Nayantai nur viel bedeutet etwas aus Thria zu haben und er konnte lesen wenn ich keine Zeit für ihn hatte. Mein Vater hat mir ab und zu Dinge aus Thria mitgebracht... wenigstens hatten sie so einen Nutzen, ich konnte selber kein Wort lesen. Kann ich immer noch nicht, vielleicht kann ich es ja irgendwann lernen.", lächelte Rain freundlich. Rain wurde wohl mit einem Kuss aus der Situation gerettet und lächelte nun auch Nayantai an. "Willst du nicht Nayantai. Sei nicht kindisch.", kicherte Rain, vielleicht konnte er Nayantai ja etwas anderes anbieten. "Wildwschein? Nein, nur von dem lebenden Wolf den er gefangen hat.", lächelte Rain interessiert, auch wenn Nayantai wohl nicht wollte, dass Rain diese Geschichte erfuhr.