spellbound. (earinor & akira)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Schnell aus seiner Schlafkleidung herauszukommen war wohl die einzige Priorität des Wolfes, ungeachtet der Tatsachen, dass Rain ihn komplett nackt sehen durfte, oder eher musste, weil er sich gerade nicht zurückhielt. Etwas perplex blickte er das Schaf an, das ihn gerade ermahnte, weil er sich zur Blöße stellte und Nayantai selbst sah nicht ein, wieso das so schlimm war, zog aber zumindest die mitgebrachte Unterwäsche an, während er Rain dabei bespitzelte, während er selbst alles unter Decken und Fellen versteckte. Gemein - Rain hatte ihn doch auch unfreiwillig ansehen dürfen, wieso durfte Nayantai seine Augen nicht also auch an Rain bereichern. Er schmollte. "Was denn? Du kannst mir deinen auch zeigen!", entgegnete er knapp, wenn auch etwas empört, weil Rain nicht nur keine Anstalten machte, sich selbst zu entblößen, sondern auch wohl eher negativ darauf reagiert hatte, ihn nackt zu sehen - oder zumindest etwas peinlich berührt war, weil Nayantai einmal mehr nicht nachgedacht hatte, bevor er willkürlich irgendetwas tat, das ihm gerade in den Sinn kam; in diesem Fall war es wohl, sich auszuziehen und noch immer in Unterwäsche dazustehen, weswegen er allmählich nach den restlichen Schichten seiner Kleidung griff, die er mit links anlegte und zusammenband. Die Farben der Kannibalen, das endlose grün und gold, stand ihm nicht, aber die Farben selbst kannte er von jemand anderem.

      Rain hingegen schien verwirrt darüber, was er zu machen hatte, weswegen Nayantai ihm eine Weile zusah. Anfangs war es auch für ihn nicht leicht gewesen, hatten seine Eltern ihn doch noch als Kind gekleidet und als all das vorbei war, musste er sich selbst zurechtfinden und irgendwie zusammenreimen, wie genau was funktionierte. Der Gedanke allein war mies, aber nicht nur das - Nayantai glaubte, mehr oder minder, er sei seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen, weil er Rain nicht dabei half, sich anzuziehen. Er wandte seinen Blick wieder ab, wollte dem Lamm etwas Privatsphäre gönnen und griff nach einem Paar Socken, das er anzog, bevor er nach passenden Stiefeln suchte. Alles, was der Prinz brauchte, fand er - außer wärmenden Handschuhen, welche er gerne gehabt hätte, aber vermutlich doch nicht ganz verdient hatte. "Weißt du, wenn du Hilfe brauchst, dann kannst du das auch ruhig sagen!", bot er Rain an, aber so ungestüm wie er war, schlug er die Felle zurück, die sich Rain um die Beine gelegt hatte ... "Rain, weißt du, wie man das anzieht?", fragte er lachend, aber er kannte die Antwort ohnehin schon und fackelte nicht lange, bevor er dem Blonden zur Hand ging.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain wusste, dass die Wölfe anders waren als die Schafe und bei Weitem nicht so prüde und trotzdem konnte Rain sich mit all dem nicht anfreunden. Seine Wangen waren immer noch heiß, außnahmsweise nicht wegen eines Fiebers und es wurde noch schlimmer, als Nayantai einfach seinen Mund aufmachte ohne nachzudenken. "Was? Nein!", antwortete schnell und verkroch sich nur noch mehr unter die Decken und Felle. Nayantai ließ ihn und kümmerte sich um seine eigene Kleidung, während Rain schnell nach Unterwäsche suchte und diese unter den Decken etwas umständlich wechselte. Es war nicht so einfach mit einem verletzten Bein, aber er schaffte es gerade noch bevor Nayantai auch schon herüber marschiert kam um all die Decken einfach zur Seite zu schlagen. "Nayantai mir... mir ist nur kalt...", murmelte er, aber jetzt wo Nayantai angezogen war musterte er ihn kurz. Rikiyas Kleidung hatte ein wenig prunkvoller und passender ausgesehen während die Ärztin immer recht schlicht gekleidet war. Von Yayoi wollte Rain gar nicht erst anfangen und Nayantai war nun irgendwas dazwischen - gekleidet in grün und gold. Ihn in frischer, neuer Kleidung zu sehen freute Rain irgendwie, Nayantais alte Kleidung hatte viel zu viel durchmachen müssen.

      Im nächsten moment fragte sich Rain wie er wohl selbst in dieser Aufmachung aussehen würde. Der Mantel den Sara ihm genäht hatte war immer noch nach einem adrestianischen Schnitt gestaltet gewesen und mit der dünnen Schlafkleidung war er bisher nicht viel unterwegs gewesen. "Mh... nein weiß ich nicht...", murmelte er, aber Nayantai griff schon nach dem Stoff um ihn zu sortieren und Rain anschließend so hin zu halten, damit er nur noch rein schlüpfen musste. Als alles von seinem Körper hing und er sich vorkam wie ein Zelt musste er aufstehen. Nayantai zupfte und ruckelte ein bisschen an ihm herum bis alles fest saß und Rain an sich herunter sah. Er wusste nicht recht ob ihm das stand. Vorerst setzte er sich und zog ein Paar Socken über seine Füße, dann den einen Stiefel und mit dem anderen ließ er sich ein bisschen helfen um ihn über den verletzten Fuß zu bekommen. Für Rain hatte man anscheinend noch einen Schal zurecht gelegt den er Nayantai um seinen Hals binden ließ. Er bestand aus grauem Fell und er kuschelte sein Gesicht samt seiner Ohren hinein. "Danke...", lächelte Rain und hielt sich nun an Nayantais Arm fest. "Tut mir Leid, dass das so lange gedauert hat... "
    • Rain aufzuziehen war immer wieder lustig, aber noch viel mehr, wenn sie sich nicht gerade in einer aussichtslosen und vor allem unkontrollierbaren Situation befanden. Nayantai musste gestehen, dass er das alles ein kleines bisschen vermisst hatte - und sich damit wohl auch eingestehen musste, dass sich die Welt nicht nur um sie beide drehte, sondern voller Fallen und Heimtücken war, die nur auf sie lauerten. "Was, nein? Ich hab' ihn doch schon angefasst!", beschwerte er sich, aber das tat nichts zur Sache. Wenn Rain nicht teilen wollte, dann sollte er seine Geheimnisse eben für sich behalten, pah! Nayantai kam ehrlich gesagt auch ohne den Anblick zurecht und wenn er so darüber nachdachte, dann hatten sie sich ohnehin schon ein Bad geteilt, und ... nun wurde der Kopf des Wolfes hochrot, als hätte er gerade an etwas dummes gedacht, aber er wurde schon wieder ermahnt, als er Rain nun auch noch seinen letzten Schutz vor der Kälte stahl. "Kalt? Ich wärme dich nachher auf, aber du kannst wohl kaum Kleidung anlegen, wenn du nicht mal siehst, wo was hingehört. Tut mir leid ...", nuschelte er, als er sich mit Rain zusammen darum kümmerte, den Blonden in die neuen fünftausend Schichten Kleidung einzuwickeln.

      All das war leichter gesagt als getan; seine eigene, neue Kleidung fühlte sich kuschelig weich und frisch an, beinahe schon maßgeschneidert und er wunderte sich, ob die Kleidung nicht extra für ihn hergestellt worden war. Was war das für ein dämlicher Gedanke? Keiner hier hatte ihre Maße, und doch musste er zugeben, dass sie ziemlich gut passte, vor allem dafür, dass sie nur für diesen einen Weg - von hier bis nach Hause - gemacht war. "Lass mich dir helfen, dann weißt du es beim nächsten Mal.", lachte der Wolf zufrieden und gab sein bestes, um Rain zumindest einigermaßen zu erklären, wie er was zu tun hatte. Ehrlich gesagt war es komisch, mit ihm nur auf adrestianisch zu kommunizieren, aber wenn er so darüber nachdachte, dann hörte er sich zumindest nicht mehr so holprig wie anfangs an - und Rains thrianisch klang auch besser. "Nichts zu danken! Und mach dir keine Sorgen, mein Vater wird dir das nicht übel nehmen.", gestand er nickend. Er wuschelte Rain durch die blonden Haare, dann den neuen Schal, der tatsächlich weicher als weich war. "Wir sollten loslegen, bist du bereit?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Wah--! Ich.. mh...!" Rain wusste nicht was er eridwern sollte und er wurde knallrot, aber abgesehen davon dass Nayantai Recht hatte, hatte sich einen Tag später alles zum Schlechtesten gewendet. Wenn es also doch Götter gab und Rain ihre Lehren mit den Füßen trat? Er war nicht mehr sicher und er wollte nicht noch mehr unheil herauf beschwören, auch wenn Nayantai sich irgendwann vermutlich mehr wünschte als nur mit Rain im Bett zu liegen. Naja, gestern wollte der Wolf nur schlafen nachdem er Rain auf eine bestimmte Art und Weise gekitzelt hatte und das obwohl es vorerst ihre letzte Nacht in einem weichen und vor Allem warmen Bett war. Rain war immer noch ein wenig rot und schüttelte nur den Kopf. Nayantai musste sich nicht entschuldigen und Rain nahm die Hilfe die er bekam gerne ein, weil er nämlich keine Ahnung hatte wie er die Kleidung zusammen binden sollte. Es war viel Stoff und doch war er nicht sicher, ob ihm nicht trotzdem kalt werden würde, speziell Nachts. Er freute sich nicht gerade auf die bevorstehende Reise, aber es war besser als hier zu bleiben.

      Rain versuchte sich zu merken wie die Kleidung anzulegen war und als sie damit fertig waren wurde Rains Frisur schon wieder zerstört. Seine Haare waren ganz schön lang geworden und ein paar seiner blonden Strähnen fielen immer wieder in sein Gesicht und kitzelten seine Nase. Rain nickte Nayantai an, sie konnten los und Rain war eigentlich ganz froh endlich mal wieder auf seinen Beinen zu sein. Sein Rücken und Nacken fühlten sich steif an und bevor sie sich auf den Weg machten streckte Rain sich einmal ausgiebig. Alles knackte als er das tat. Anschließend klammerte er sich wieder an Nayantais Arm und mit seiner Hilfe humpelte er nach draußen. Der kalte Wind peitschte in sein Gesicht und er versteckte auch seine kalte Nase in dem weichen Schal. Rikiya wartete schon mit zwei Pferden die noch wolliger waren als das das sie aus Fhaergus mitgenommen hatten. Er fragte sich ob es dem Pferd gut ging. Yayoi war auch da und Nayantai nahm Rain wohl absichtlich auf die andere Seite und ließ es sich nicht nehmen Rain schon auf eines der Pferde zu hieven.
    • "Du? Ja? Ich höre?", lachte der Wolf, der Rain wohl gerade eiskalt dabei erwischt hatte, wie er sich in ein kleines Lügennetz verstrickte. "Sag nicht, dir hat's nicht gefallen?", wollte er daraufhin wissen, als wäre es ohnehin nicht schon klar, welche Art von Gefühlen all das in Nayantai auslöste. Er hatte sein bestes gegeben, konnte sich am nächsten Tag aber kaum zusammenreißen und musste sich eingestehen, dass all das hier vielleicht nur passiert war, weil er zu hastig gehandelt hatte und Fhaergus verlassen sollte, als er einem von Rains Wachen den Schädel demoliert hatte. "Wie ... geht es eigentlich dem Typen, den ich ... naja, verprügelt habe?" Es war eine einigermaßen schelmische Frage, die er eigentlich wohl nicht stellen wollte oder gar sollte. Die Offensichtlichkeit des Problems war zumindest, dass er sich selbst ins Gedächtnis rief, was genau es war, dass er an besagtem Tag angestellt hatte, auch, wenn es nicht weiter wichtig wäre. Die Chancen, dass er ausgerechnet jenem Mann wieder gegenüberstehen würde, waren wohl doch gering und während Nayantai hoffte, es ging ihm gut, war er sich auch sicher, dass alles, war er ihm angetan hatte, vermutlich höllische Schmerzen ausgelöst hatte, die nicht so leicht zu verkraften waren.

      Kaum verließen sie ihr Zelt, ließ Nayantai das Thema doch wieder sein. Er wollte sich nicht aufregen und eigentlich wollte er auch nicht zu viel darüber nachdenken, dass er gerade eben seine Zeit damit vergeudet hatte, Rain aufzuziehen, wenn er das auch auf einem Pferd tun konnte - aber dann hörte sein Vater mit, und das wäre ihnen allen dreien vermutlich peinlich. Der Wolf atmete die kalte Luft ein, konnte es sich aber auch nicht verkneifen, Rain aufzuziehen, als er seine Knochen knacken hörte. "Du wirst doch nicht jetzt schon alt?" Er schüttelte danach allerdings den Kopf und kniff Rain leicht in die Seite, auch, wenn er sich vor Yayoi zu verstecken versuchte, oder eher von ihm vor ihr versteckt wurde, so wie es sein sollte. Kaum hatte er den Blonden auf einem der Pferde abgesetzt, starrte er seinen Vater an, der noch irgendetwas mit der Prinzessin besprach. "Und ich kriege keine Locke von ihm, Onkel?" "Yayoi, zum letzten Mal ... und wenn du eine Haarlocke willst, frag ihn selbst.", erläuterte Rikiya ihr und Nayantai verdrehte lediglich die Augen. "Kommt gar nicht in Frage. Wir gehen jetzt. Danke für deine Gastfreundlichkeit, aber wir haben noch andere Dinge zu tun und du sicher auch, also ..." "Und was ist mit meiner Bezahlung?", beschwerte sie sich und stampfte, wie ein genervtes Kind, mit ihrem Fuß auf den Boden. "Ich werde mich darum kümmern, aber wir sollten wirklich abreisen.", erzählte Rikiya ihr, bevor er sich selbst auf sein Pferd setzte und Nayantai hinter Rain Platz nahm. "Also gut, aber vergesst sie ja nicht! Sonst komme ich mir das Schaf holen!" "Ja ja, mach's gut!", rief Nayantai noch, da ritten sie auch schon davon und Rikiya konnte sich ein lautes Lachen nicht verkneifen, als sie die Walle der Kannibalenstadt verließen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain musste zugeben, dass er nicht viel Zeit gehabt hatte sich um den verletzten Soldaten zu kümmern als Nayantai mit ihm fertig war und verschwunden ist. Es war auch nicht gerade ein Thema das sie besprechen sollten, auch wenn es immerhin von Nayantais erster Frage ablenkte. Wenn Rain ehrlich war, dann hätte er sich gestern ein wenig mehr Zärtlichkeit gewünscht - ein paar Minuten, oder vielleicht eine Stunde alleine, bevor sie für mehrere Wochen mit Nayantais Vater unterwegs sein würden. Er hätte das wohl einfach sagen sollen, aber Nayantai hatte müde gewirkt und konnte den heutigen Tag kaum erwarten. "Er hat es überlebt und er wird schon wieder gesund werden.", war alles was Rain dazu sagen konnte. Ob es so war würden sie wohl niemals erfahren und Rain wusste nicht einmal was mit seinem Volk jetzt passierte, da ein anderer sie regierte und sie vermutlich extra Schichten in den Mienen schieben ließ, oder die Bauernhöfe vernachlässigte. Das war Rains Schuld, aber er konnte nichts mehr daran ändern. Er würde damit leben müssen, aber vielleicht konnte er zumindest Thria helfen den Rest ihres Landes zu behalten.

      Als Nayantai Rain auf die knackenden Knochen ansprach runzelte er die Stirn. "Ich bin über ein Monat ans Bett gefesselt gewesen und davor war es auch nicht sehr bequem...", erklärte er und Nayantai ging es da wohl nicht besser. Vielleicht war Rain auch alt, er fühlte sich so, immer schon und er glaubte nicht, dass er einmal so alt werden konnte wie Rikiya oder sein eigener Vater. Auf das Pferd ließ er sich wiederrum heben wie ein Kind und als er oben war hielt er sich am Sattel fest und wollte eigentlich nur, dass Nayantai auch endlich aufstieg. Das letzte Mal als er die Kontrolle über ein pferd hatte sind sie beide abgeschüttelt worden. Er tat so als würde er Yayoi nicht hören, auch wenn er eigentlich nichts dagegen hatte, wenn sie seine Haare schneiden wollte, er wusste aber selbst, dass sie das eher mit Nayantai ausmachen musste. Nayantai widersprach schon und Rain nickte freundlich als Nayantai sich irgendwie sarkastisch bei ihr bedankte. Er fragte sich auch womit sie bezahlt werden wollte, aber es war wohl nicht allzu wichtig. Endlich setzte Nayantai sich hinter Rain auf das Pferd. Rain warf noch einen Blick zu yayoi die ihn schon wieder erwähnte und drückte sich ein wenig an seinen Wolf, aber Nayantai und Rikiya schienen ihre Drohung nicht all zu ernst zu nehmen. Anders als auf der Reise durch den Wald konnten sie sich in der eisernen Steppe viel schneller bewegen. Nayantai und sein Vater trieben die Pferde an und Rain musste zugeben, dass ihm die Geschwindigkeit ein wenig unheimlich war. Das ständige Auf und Ab war auch geöhnungsbedürftig und die Schwerkraft zerrte an seinem Knöchel. Es tat nur ein bisschen weh, aber Rain spürte wie er immer wieder knackste, vielleicht löste das die Steifheit die sich dort ausgebreitet hatte. Rain hätte sich gerne umgedreht und sich an Nayantais Brust versteckt, aber es war ihm irgendwie peinlich, dass er sich so kindisch fühlte.
    • Sie mussten nicht länger davonrennen; es war schön, den peitschenden Wind in seinem Gesicht zu spüren und die kalte, thrianische Luft durch zusammengebissene Zähne einzuatmen. Ohne, dass sie sich absprachen, lieferten sich Nayantai und Rikiya ein Rennen, das keiner von beiden so richtig zu gewinnen schien. Ihre Pferde preschten durch den frischen Schnee und die einzigen Flocken, die aus der Nebelsuppe herausfielen, waren es nicht länger wert, beachtet zu werden. Nayantai wusste besser als jeder andere, dass sie einige Zeit lang unterwegs sein würden, und doch war ihm klar, dass sie eben jene Zeit einsparen würden, wenn sie sich so schnell wie möglich voran bewegten und keine unnötigen Pausen einlegten. Noch offensichtlicher konnte es zwar nicht werden, aber doch sah er immer wieder zu Rain, der eigentlich nichts mehr sagte und sich anscheinend lieber in seinem Schal verkroch, den Nayantai ihm gerne weiter hochgezogen hätte, damit er sich wirklich wohlfühlte. "Und? Wie gefällt es dir hier draußen?", lachte er, während sie durch eine gespenstisch stille Steppe ritten - lediglich im Augenwinkel standen Bäume und das ein oder andere, flauschig-wirkende Reh, das sich in der weißen Landschaft nicht so gut zu tarnen wusste, wie es sollte. "Dir ist noch nicht zu kalt, oder?"

      Nayantai wollte seine Freiheit noch etwas zelebrieren, vor allem als sie ihren Weg aus den endlosen Nebelschwaden zu finden schienen und der gefrorene Boden unter ihnen etwas zu tauen schien, viel matschiger war und sich die verschneite Landschaft langsam in eine offene Tundra verwandelte, die von bleichem Moos und wenigen Bäumen bedeckt war. Das Sonnenlicht fühlte sich angenehm auf seiner Haut an, aber dennoch war es kalt hier draußen; sie waren bereits einige Stunden unterwegs, bevor sie überhaupt wussten, wie ihnen geschah. Ehrlich gesagt genoss er es, auch, wenn er sich an Rain drückte, um den Blonden etwas mehr vor der Brise zu beschützen, die ihnen nicht gerade sanft in die Gesichter wehte - er wollte, dass Rain zumindest seine Nase behielt. Wenig später hielt Rikiya an, und Nayantai, der das Ganze verpeilte, drehte noch kurz eine extra Runde, bevor er mit dem Pferd zurückkam. "Tut dir der Hintern weh, oder warum halten wir an?" Rikiya schüttelte lediglich belustigt den Kopf. "Da drüben sind ein paar Bäume, wir könnten zumindest eine kurze Pause einlegen - außer ihr wollt weiter? Rain?" Die Stimme der Vernunft appellierte nun also an den Vernünftigen der beiden - wie gemein! "Hm, mir eigentlich egal ... was meinst du Rain?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rains Augen brannten wegen des Windes der in sie peitschte und sie waren das einzige das aus seinem Schal noch heraus lugte. Seine Finger waren eiskalt und Rain zog die Ärmel über seine Hände bevor er sich wieder festhielt. Rain bewegte sich nicht und trotzdem fühlte sich das Reiten anstrengend an, der gemütliche Trab durch den Wald war doch weitaus angenehmer gewesen. Als Nayantai ihn fragte wie es ihm gefiel machte Rain nur unverständliche Laute in den Schal und er bemerkte, dass die Dinge die Nayantai Freude bereiteten, kaum nach seinem Geschmack waren. Vielleicht konnte er sich daran gewöhnen, aber er bezweifelte, dass es gut für ihn war durch das kalte Thria zu reiten, selbst wenn der Sommer auch hier Einzug hielt. Es war nicht überall Schnee, irgendwann war es nur noch eine flasche Landschaft mit trockenem Boden und kleinen dornigen Büschen die ringsherum verteilt standen. Es war trotzdem eiskalt. Trotzdem schüttelte er den Kopf auf Nayantais Frage hin, sie konnten sowieso nichts daran ändern. Nayantai hielt Rain schon fest und schenkte ihm einen Teil seiner Wärme und Rain war inzwischen sauer auf sich selbst, dass er sich nicht so freuen konnte wie der Wolf.

      Irgendwann hielten sie an, oder zumindest Rikiya tat das, während Nayantai an ihm vorbeirauschte und sein Pferd erst in einem großen Bogen zurück lenken musste. Als Rain angesprochen wurde fragte er sich, ob Rikiya nur wegen ihm stehen blieb und auch wenn er gerne etwas Ruhe und festen Boden unter den Füßen gehabt hätte, so hieß das nicht, dass seine Reise dadurch verkürzt wurde. Er zog den Schal von seiner Nase und seinem Mund und schüttelte leicht den Kopf. "Wegen mir müssen wir keine Pause machen.", antwortete er. Brauchten die Pferde eine? Er war nicht sicher, aber wie immer wollte er Niemandem zur Last fallen. Nayantai schien jedenfalls noch genug Energie zu haben und Rikiya war einfach nur ein bisschen zuvorkommender wie es schien. Das Leben der Wölfe konnte sich aber nicht immer nach Rain - ihrem neuen schwächsten Mitglied - richten und es war nicht so als würde ihm viel wärmer werden, wenn er sich hier auf den Boden setzte.
    • Rikiya wechselte einen Blick mit Nayantai, den er lediglich fragend und mit hochgezogener Augenbraue zurückbekam. Eigentlich hatten sie nicht vor, Rast zu machen, keiner von ihnen brauchte eine, aber Rain sah nicht gerade so aus, als würde er es bequem finden, bei dieser Geschwindigkeit durch eben jene Temperaturen zu reiten. Die beiden hatten keine Handschuhe, aber Rikiya schon, weswegen er sein Pferd etwas näher an das seines Sohnes heranlenkte und diese langsam abnahm. Eine Seite war vollkommen in Ordnung, die Andere förderte allerdings etwas zutage, das Nayantai zu genüge kannte - Rikiyas verbrannte Hand. Die Haut war ziemlich unansehnlich und gerunzelt, nahm rötere und violettere Töne an, als sein normaler, heller Hautton und wirkte allgemein, allein wenn sein Vater sie benutzte, nicht gänzlich beweglich oder gar brauchbar. Dennoch gab er die ledernen Handschuhe an Rain weiter, dem er diese anzog, damit sie auch hielten; innen waren sie mit wohlig weichem Fell gefüllt, das definitiv warm war. Dann fing er an, mit Rains Schal herumzufuchteln, so, dass er sich um Rains Kopf und Ohren, sowie seinen Mund legte, und das Lamm dick genug einpackte. Nayantai zog das Ganze noch einmal gleich und half wohl auch dabei, Rain auf Trab zu halten. "Wenn du nicht willst, kein Problem. Aber du musst sagen, wenn es dir kälter wird, ja?", ermahnte Rikiya ihn und nahm danach Abstand von den beiden, ritt ein paar Meter vor und spähte durch die Gegend.

      Nayantai hingegen nahm die äußerste Schicht seiner Kleidung ab und legte sie Rain verkehrt um, wie eine Decke, bevor er kurz vom Pferd abstieg und Rain dazu zwang, sich mehr oder minder verkehrt auf den Sattel zu setzen und mit dem Rücken vorauszuschauen, ehe er wieder aufstieg und das Lamm an seine Brust drückte. Mit einem leichten Pfeifen wandte er sich an Rikiya, er es als Zeichen sah, loszureiten und Nayantai trabte ihm hinterher und ließ Rain etwas Zeit, bevor er das Tempo ebenso aufholte. Es würde nicht lange dauern, dann waren sie zumindest irgendwo, wo Rain rasten konnte. "Fühlt sich das besser an? Ich hätte dir meine Handschuhe gegeben, aber ich habe keine.", bemerkte er beschämt und sah kurz auf, um seinen Vater nicht zu verlieren, zu welchem er geradewegs aufholte, damit sie nicht wieder ganz alleine irgendwo im Schnee lagen. Nayantai drückte einen Kuss auf Rains Haare, als er für einen Moment wegsehen konnte, und strich ihm über den eingewickelten Hinterkopf. Eigentlich sah er ganz lustig aus. "Ist das besser?" Nayantai selbst hätte es wohl gar nicht erst wirklich bemerkt und es einfach abgetan, Rikiya hingegen war ziemlich gut darin, herausfinden, ob es jemandem schlecht ging oder nicht, oder ob er sich verstellte. Wie schaffte er das auch?
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain sah Rikiya an der zu überlegen schien ob ihm Rains Worte genug waren. Schließlich kam er näher und zog seine Handschuhe für Rain aus. Er bemerkte die Brandnarbe auf seiner Hand, fragte aber nicht weiter nach. Seine Hände wurden schon ergriffen, damit man ihm die mit Fell gefüllten Handschuhe überziehen konnte. Rikiyas eigenen Hände waren noch warm von ihnen, aber nicht so heiß wie Nayantais normalerweise waren und er erinnerte sich daran, dass er die Unterschiede zwischen sich selbst und seinem Vater schon einmal hervorgehoben hatte, dass es ihm in seiner eigentlichen Heimat auch viel zu kalt war und es anderren Wölfen wohl auch so ging. "Das ist nicht nötig...", murmelte Rain entschuldigend aber Nayantais Vater wollte davon nichts hören. Die Handschuhe waren ihm ein bisschen zu groß, aber nicht so riesig wie Nayantais, sie hielten also gut genug und Rain schwor sich gut auf sie acht zugeben. Nicht dass sie von seinen Händen geweht wurden und er die Handschuhe des Königs verlor!Trotzdem ärgerte es ihn ein wenig, dass sich immer alle um ihn kümmern mussten, dass sie wegen ihm Pausen einlegten und wegen ihm alle ihre Kleidung teilten, damit ihm nicht kalt war.

      Rain war auch der Einzige mit einem Schal den Rikiya fester um sein Gesicht wickelte und ihn wie ein Paket einpackte. Er war freundlich und viel zu nett, nicht so als wäre er ein König, oder als würde er die Schafe hasse, mehr so als hätte er ihn als seinen Schwiegersohn bereits akzeptiert. Rain nickte zögerlich, auch wenn er nicht vor hatte ihre Reise zu verzögern - kalt war ihm sowieso. Nun sah auch Nayantai es als nötig an Rain seine Kleidung zu geben, so wie er es auf ihrer Reise schon Mal getan hatte. Dann verschwand er für einen Moment und verlangte dass Rain sich umständlich auf dem Pferd herum drehte. Es schien das nicht sehr zu mögen und trabte einmal unruhig auf - es war ganz schön wackelig. Rain war froh als Nayantai wieder aufstieg. Er drückte Rain an seine Brust. "J-ja...", murmelte Rain versteckt in seinem Schal und dem extra Mantel den er bekommen hatte. Einen Kuss bekam er auch, antwortete aber nichts mehr, sondern biss sich insgeheim auf die Lippe und versuchte den Kloß in seinem Hals herunter zu schlucken. Wenigstens konnte ihn niemand sehen, aber Rain verlor sich bald in seinen Gedanken. Der Kloß wollte nicht verschwinden.
    • Offenherzig waren Wölfe so oder so, es kam lediglich darauf an, wie man mit ihnen umging und noch viel wichtiger war, dass Rain ihnen allen Respekt zollte, den sie weder erwartet noch verlangt hatten. Nayantai musste Rikiya nicht fragen, um zu wissen, dass er sich an seinem zukünftigen Schwiegersohn einen Narren gefressen hatte, er kannte seinen Vater auch zu genüge, so dass er sich selbst bestätigen konnte, dass der alte Mann nichts aus Eigennutz tat, sondern, weil er Rain mochte und wollte, dass es ihm gut erging. Seine Aspirationen waren mehr als nobel, das wusste sogar sein eigenes Sohn zu schätzen, und doch war es dumm seine Gedanken daran zu vergeuden - sein alter Herr tat nichts aus Eigennutz und wenn er ehrlich war, dann würde er Rain vermutlich auch noch sein letztes Hemd geben, wenn ihm dadurch wärmer wurde. Nayantai war wohl auch der Einzige der drei, der die Kälte und das Frösteln genoss, der vor lauter überschüssiger Wärme irgendwann explodieren zu drohte und dem nicht einmal bewusst war, wie tief sie eigentlich gesunken wären, wenn sie sich weiterhin so verhielten, als würde nichts Sinn ergeben und wenig davon willkommen sein. Sich um Rain zu kümmern war keine Bürde, ganz im Gegenteil.

      Sie ritten weiter und je tiefer sie in thrianisches Land vorrückten, desto offensichtlicher wurde eigentlich, dass es hier still und unberührt war - dass der Frühling Einzug im heiligen Land hielt und das ein oder andere Eis zum schmelzen brachte, während er ebenfalls, offensichtlicherweise, grüne Moosflechten und kleine Knospen an dunklen, knorrigen Bäumen zutage förderte, die nur vereinzelt in der großen, weiten Tundra standen. "Rain, wenn du etwas brauchst, sagst du es mir, ja?", mahnte er das Lamm, das er immer wieder sporadisch am Kopf küsste, wenn es lange keinen einzigen Mucks von sich gab. Früher oder später überquerten sie einen Bach, aus dem die Pferde kurz tranken, bevor sie wieder weiterzogen - erst, als es dämmerte, suchten sie nach einem geeigneten Schlafplatz unter einem Baum und banden ihre Pferde dort an, bevor sie abstiegen und Nayantai Rain etwas zur Hand hing. Er streckte sich, so gut er konnte, während er Rain beim Stehen half und Rikiya zog ein Stück Fell aus seinen Satteltaschen, dass er für Rain kurzerhand auf die trockenen Moosflechten warf, bevor er sich um das Zelt kümmerte. Nayantai suchte ein paar Äste zusammen, mit denen er ein Feuer machen konnte. "Rain, kannst du etwas Moos um dich herum ausreißen? Für das Feuer!", lachte er schelmisch, bevor sein Vater ebenfalls lachen musste. "Solltest du mir nicht mit dem Zelt helfen?" "Alles mit der Ruhe, alter Mann! Du hast das schon so oft gemacht, ich bin mir sicher, du kannst das!" Unverschämt war Nayantai schon.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain war frustriert, verängstigt, traurig und vermutlich hatte er ein wenig Heimweh. Frustriert war er, weil er sich eigentlich mit Nayantai freuen sollte, er sollte Spaß haben, sich Thria ansehen, die Natur bewundern und nach Hasen Ausschau halten, aber stattdessen sah er nichts von alledem weil er sich gegen Nayantais Brust drückte und in einer dunklen Spirale versank. Solange er Nayantai kannte war er eigentlich immer ein weni angeschlagen gewesen und das schien sich gerade zu ändern. Natürlich wollte Rain nicht, dass es ihm schlecht ging, aber er konnte kaum mit ihm mithalten, er kontnte ja nicht einmal lange draußen bleiben, wenn es so kalt war. Der Schnee schien hier zwar geschmolzen, es war also wärmer als in Fhaergus zu ihrer Abreise, aber selbst in Wezette war ihm kalt gewesen, besonders Nachts. Nayantai wollte vermutlich draußen herum tollen, oder irgendetwas arbeiten, jagen, Holz hacken, was auch immer die Wölfe tagsüber taten. Dann wollte er nacht draußen bei seinen Freunden sein, oder ein Wettrennen auf ihren Pferden veranstallten und Rain konnte nichts davon. Er hatte immer schon Angst gehabt, dass Nayantai ihn vergessen würde, sobald er wieder zu Hause war und was er befürchtet hatte bestätigte sich nun ein bisschen, auch wenn Nayantai sich genauso liebevoll um Rain kümmerte.

      Das war aber nicht alles das ihn beschäftigte. Die Wölfe hatten es schwer genug und Nayantai selbst hatte ihm erzählt, dass sich die Schwächsten von ihnen lieber von einer Klippe stürzten, als dem Rest zur Last zur fallen. Jetzt war da Rain, der im Moment kaum gehen konnte, der keine handwerlichen Fähigkeiten besaß und in dem kalten Klima kaum gesund bleiben konnte. So freundlich Nayantai und sein Vater auch waren, das wollte er gar nicht. Und dann gab es immer noch mehr das ihn beschäftigte. Er sollte sich für Nayantai freuen, er war zu Hause und sein Vater lebte, aber Rain konnte nicht aufhören daran zu denken, dass er selbst nie wieder nach Hause gehen würde und dass er neben seinen Bediensteten, die wie Familie für ihn waren, auch seine tatsächliche Familie nie wieder sehen würde. Seine Großeltern waren schon lange tot, seine Mutter auch und nun auch sein Vater, dem er nie zeigen konnte, dass er einen Schritt vor die Tür gemacht hatte - auch wenn das an sich keine große Leistung war. Nicht einmal Lebewohl hatte er ihm gesagt, im Gegenteil war er im vergangenen Jahr so wütend auf ihn gewesen, aber jetzt kam er sich dumm und undankbar vor. Wie Nayantai von ihm dachte war Rains eigene Schuld und er hätte nie so schlecht über ihn sprechen sollen.

      All diese Gedanken beschäftigten ihn und ließen den Kloß in seinem Hals wachsen. Nicht einmal die sanften Berührungen konnten ihn aufmuntern, stattdessen scheute er sie sogar ein wenig. Schließlich hielten sie an und Nayantai hob Rain vom Pferd, während Rikiya schon einen weichen Platz für Rain bereitete. Etwas widerwillig setzte er sich, auch wenn er das nicht zeigte. Die Aufgabe die er bekam schien nur reine Beschäftigung zu sein, aber er nutzte sie, um den beiden Wölfen den Rücken zuzukehren und anzufangen besagtes Moos aus dem Boden zu ziehen. Er machte einen kleinen Haufen aus trockenem Moss und kleinen Ästchen, zog sich aber zuvor die Handschuhe aus, weil er sie nicht beschädigen wollte. Als das erledigt war setzte er sich wieder normal hin, zog die Handschuhe wieder an und betrachtete das Zelt das Rikiya aufbaute. Er wollte einfach nur hinein kriechen und sich verstecken, während die beiden Wölfe sich um das Feuer setzten, aber erst einmal musste er wohl warten, dass das Zelt aufgebaut war.
    • Im Gegensatz zu Rikiya war Nayantai nicht nur viel größer, sondern vermutlich auch geschickter darin, das vermaledeite Zelt aufzubauen, mit dem sich sein Vater gerade zähneknirschend herumplagte. Der Wolf konnte lediglich lachen, als sein Vater nach vorne in die Plane fiel, weil er sich dagegen drücken wollte und es nicht schaffte, weil das Zelt nicht ordentlich fixiert war - und sein Vater grummelte noch mehr, weil Nayantai ihn hochkant auslachte. Es war eigentlich nicht viel anders, als in seiner Kindheit, außer, dass sein genervter Vater mit ihm Aufgaben tauschte und ihm dabei zusah, wie viel besser er das Zelt aufbauen konnte - und zu Rikiyas Leidwesen stand Nayantais Zelt relativ bald. Es schien geräumiger als das Innere der kleinen Plane, die sie durch ganz Fhaergus und Wezette schleppten, und sein Vater griff ungeniert in seine Satteltaschen, um ein paar Kissen, Decken und Felle zu Tage zu fördern, die er alle so klein gefaltet hatte, dass man sie ohne weiteres nicht als solche erkannte - zumindest auf den ersten Blick. Nayantai hingegen machte sich darauf auf, das Feuer anzumachen und sah zu Rain, der ganz alleine zu schmollen schien; da tat er Nayantai eigentlich leid.

      Ohne viel um den heißen Brei herumzureden kam er zu ihm rüber und stahl ihm das Moos und die Ästchen, die er aufgeklaubt hatte. Er gab Rain einen Kuss auf die Stirn und grinste. "Danke dafür.", sprach er lediglich und warf sie dann in ihr kleines, wärmendes Flämmchen, das flackerte und bald toben würde, wenn er es nicht mit etwas Schnee abgrenzte. Dennoch rührte sich Rain nicht vom Fleck und Nayantai machte sich Sorgen, während Rikiya wohl oder übel bewusst wegsah und sich lieber dem Essen in der Satteltasche annahm. "Ist alles in Ordnung? Kann ich dir helfen?", wollte er gleich wissen, als hätte er einen Fehler gemacht. Seine Finger wanderten zu Rains Gesicht, über welches er strich, bevor er seine Stirn gegen die des Blonden lehnte und ihm, wie es auch sein musste, mit seiner warmen Zungenspitze gegen die kleine, kalte Nase stupste, ehe er anfing, Rain an der Seite zu piksen und danach zu kitzeln. "Hier wird nicht geschmollt!", verkündete er freudig, als er sich auf das Lamm stürzte, in der Hoffnung, es würde zumindest irgendwie helfen und den beiden etwas mehr Zuversicht geben, obwohl er sich nicht gänzlich sicher war, ob das hier überhaupt die richtige Herangehensweise war. Einen Versuch war es zumindest wert, nicht?
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain hatte nie eine Familie interagieren sehen, nicht so, zumindest nicht einen Vater und seinen Sohn. Die einzige andere Familie die Rain beobachten konnte waren Judith und Sara gewesen, aber Saras Vater war schon vor langer Zeit im krieg gefallen, weswegen Rain ihn eigentlich nie kennen gelernt hatte. Sein eigener Vater und dessen Vater waren anders miteinander umgegangen, fast so wie Rain und Caelan. Allard of Fhaergus hatte bis an sein Lebensende am Kopfende des Tisches gesessen, selbst dann noch, als sein Sohn schon längst Fürst geworden war. Rain wusste, dass die Machtübernahme nicht gerade reibungslos geschehen war und sie beide hatten sich deshalb scheinbar bis an ihr Lebensende in den Haaren. Bei Tisch wurde in Fhaergus selten gesprochen wenn alle beisammen saßen. Immer wieder hatte Rains Mutter nach Dingen gefragt, nach Büchern die Rain gelesen hatte, oder was für Stücke er auf dem Klavier gelernt hatte, obwohl sie die Antwort darauf kannte. Allard kannte die Antwort meistens auch und hatte abgewunken, weil sie alle die Geschichte ja schon kannten - außer Rains Vater, der nicht weiter nachgefragt hatte. Oft hatte er sie gar nicht zum Essen begleitet.

      Nayantai und seinen Vater zu sehen ließ Rain überlegen ob es so zwischen ihm und seinem Vater hätte sein sollen, oder ob er nur versuchte thrianische Maßstäbe auf sein eigenes Leben zu projezieren. Nayantai war frech und wenig hilfreich und Rain ärgerte sich ein wenig, dass er seinen Vater nicht ein wenig mehr schätzte. Schließlich stand eines der Zelte und Nayantai stapelte etwas Holz und holte das Moos ab. Rain beteiligte sich nicht viel und selbst Nayantai fiel das auf. Auch wenn Rain wusste, dass er nur versuchte ihn aufzumuntern, Rain hatte keine Lust darauf. Er versuchte vorsichtig Nayantais Hände von sich zu schieben und setzte ein Lächeln auf. "Ich bin nur müde. Kann ich mich schon ins Zelt legen...?", wollte er wissen und wischte sich über die Nase die Nayantai eben noch abgeschleckt hatte. Er wollte nicht so sein und niemandem die Stimmung verderben, also zog er sich lieber zurück. Hunger hatte er keinen und er würde schon nicht erfrieren, jetzt saß er immerhin auch alleine auf einer Decke, ohne einen Wolf der ihn wärmte.
    • Nayantai wollte Rikiya gar dabei auslachen, wie er versuchte, das zweite Zelt aufzustellen - für was brauchten sie eigentlich zwei? Es war ohnehin nicht so, als würde er Rikiya nicht mitten in der Nacht belästigen, wenn er gerade etwas bestimmtes wollte und wenn er ehrlich war, dann war eines der beiden Zelte auch groß genug für alle drei von ihnen. Seine Berührungen wurden nicht ganz akzeptiert und Nayantai ließ von Rain ab. Auch, wenn der Blonde lächelte, breitete sich ein mulmiges Gefühl im Magen des Wolfes aus, das er schnellstmöglich abschütteln wollte, aber es gelang ihm wohl nicht so wie es sollte - stattdessen blickte er etwas bedrückt auf Rain herab, der das alles zu sehr in sich hineinzufressen schien. Oder war er wirklich einfach nur müde, weil er die ganze Reiterei nicht mehr gewohnt war? Nayantai konnte es nicht so recht sagen, aber er nahm seine Hände wieder zu sich und wollte den Worten des Lammes Glauben schenken, selbst, wenn er sich damit mehr als nur schwer tat. Die Hoffnung starb nun einmal zuletzt und in diesem Falle wurde es einfach etwas zu viel; so viel, dass es nicht mehr reichte, einfach nachzufragen oder etwas dagegen unternehmen zu wollen, wie es schien.

      "Bist du nicht hungrig?", horchte er auf, und bevor er wusste, wie ihm geschah, tippte Rikiya ihm auf die Schulter und drückte ihm ein kleines Täschchen in die Hand, das er öffnete. Getrocknete Früchte sowie Nüsse und ein bisschen Dörrfleisch befand sich im Inneren - und Nayantai konnte es wiederum nicht lassen, sich eben jenes Stück Fleisch in den Mund zu stecken und Rain ebenfalls eines vor die Lippen zu halten, auch, wenn er gerade ein Lächeln auf den Lippen hatte, das Nayantai irgendwie nicht geheuer war. "Du kannst schlafen gehen, wenn du möchtest, ja. Aber ich würde mich freuen wenn du hier bleibst? Außer dir ist kalt? Und ich bin mir sicher, Rikiya hat auch nichts dagegen." Der alte Wolf lachte kopfschüttelnd. "Nayantai, musst du mich immer beim Vornamen nennen? Ich bin noch immer dein V-" "Ich weiß, Papa. Aber dich Papa zu nennen ist irgendwie komplett peinlich!" Rikiya schüttelte lediglich den Kopf - er musste sich auch nicht anhören wie ein Kind, er konnte ihn auch seinen Vater nennen und ungeniert wie Nayantai war, sah er wieder zu Rain. "Außerdem nennt Rain dich auch Rikiya." Er lachte auf. "Nayantai, sei nicht so gemein zu ihm. Außerdem bin ich nicht sein Vater und noch dazu solltest du etwas freundlicher zu ihm sein, sonst musst du heute vor dem Zelt schlafen." Er schnaubte - Rain mochte seine dummen Anmerkungen meistens doch gerne! "Dann schlafe ich eben bei dir!" "Kommt gar nicht in Frage! Du bist schon erwachsen!"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Hatte er Nayantai gekränkt? Rains Lächeln bröckelte nicht, er wollte ihm nicht den Abend verderben und noch dazu konnte er es ohnehin gebrauchen etwas Zeit mit seinem vater zu verbringen den er so lange nicht gesehen hatte. Schon jetzt fühlte Rain sich ein bisschen fehl am Platz, wenn die beiden anfingen über irgendetwas zu diskutieren. Rain schüttelte immer noch lächelnd den Kopf. "Nicht wirklich, nein.", erklärte er, aber Nayantai wurde schon etwa Nahrung präsentiert. Der Wolf stopfte sich gleich etwas in den Mund, immerhin war es ausnahmsweise mal feste Nahrung und keine Suppe. Oder überhaupt Nahrung, wenn man davon ausging wie ihre Reise mehr oder weniger endete. Selbst davor hatten sie nur trockenes, hartes und vor Allem altes Brot für das Rain vermutlich etwas zu viel bezahlt hatte. Das Geld hätte ihnen aber jetzt sowieso nichts mehr gebracht und das Pferd war mit allem was er gekauft hatte durchgebrannt. Wenigstens hatten sie zwischendurch ein wenig zu essen. Wie es dem Vogel wohl ging den Nayantai adoptieren wollte? Kaum zu glauben, dass Rain überlegt hatte ihn zu essen. Im Moment jedoch hatte er keinen Appetit, auch nicht wenn er sich den Inhalt des Säckchens ansah. Er wusste, dass er irgendetwas essen sollte, aber er wollte nicht.

      Rain kannte Appetitlosigkeit und Nayantai war anfangs nicht besser gewesen, eigentlich hatte er in Fhaergus nie vernünftig gegessen, außer Rain hatte ihn irgendwie überredet. Rain selbst hatte oft damit zu kämpfen, dass er keinen Appetit hatte und auch Gedanken wie jene die er jetzt verfolgte waren nicht unbedingt neu, zumindest das drückende Gefühl in seiner Magengrube war dasselbe. Er folgte dem kurzen verspielten Streit zwischen den beiden Wölfen und hielt sein Lächeln aufrecht, erst als sie fertig waren antwortete er Nayantai."Mir ist nicht kalt, ich bin nur etwas erschöpft und ich denke mir ist vom Reiten ein wenig übel.", log er, aber er brauchte nunmal eine Ausrede. Er schob das Säckhen mit dem Essen vorsichtig von sich. "Außerdem habt ihr euch bestimmt viel zu erzählen. Ich lege mich inzwischen einfach ein bisschen hin. Ihr braucht wegen mir auch nicht leise sein." Mit diesen Worten rappelte er sich selbst schon ein wenig auf und benutzt Nayantai als Stütze an der er sich selbst ein wenig hoch ziehen konnte. Er lächelte Nayantai noch einmal an als er vor ihm saß und streichelte ihm kurz über die Wange. "Wir sehen uns dann morgen früh."
    • Auch das Essen wollte Rain nicht so recht schmecken, weswegen der Wolf es mit einem Nicken wieder zurücknahm und das Stück getrocknete Fleisch unauffällig in seinem Mund verschwinden ließ. Es schmeckte so viel besser als Suppe, auch, wenn man es nur minimal gewürzt hatte, bevor es getrocknet worden war - aber es war gut, und er hatte es vermisst, musste sich aber selbst eingestehen, dass er bis auf minimale Schärfe auch nichts schmeckte, obwohl er sich so sehr darauf gefreut hatte. "O-oh, in Ordnung. Tut mir leid.", nuschelte er, wohlwissend, dass er eigentlich nur helfen wollte und dabei einen ziemlichen Griff ins Leere fabriziert hatte. Die Wahrheit war nun einmal, dass er sein bestes versucht hatte, aber nichts davon zustande brachte - es war egal, wie sehr er sich um Rain in diesem Moment sorgte, zumindest schien es so, denn der Blonde war hundemüde und das Lächeln auf seinen Lippen sicher ein Resultat davon, es ihm nett erklären zu wollen. Dennoch machte Nayantai sich Sorgen, war es doch Rain gewesen, der selten ohne ihn irgendwohin wollte und noch viel wichtiger, der auch gar nicht erst im Kalten sitzen oder schlafen wollte, wenn er einen wärmenden Wolf bei sich hatte, der wie ein tragbarer Kamin glühte.

      Die Feuerstelle brannte mittlerweile ordentlich und Rikiya hatte es geschafft, das zweite Zelt auch noch aufzubauen, was hieß, sie beide hatten genug Zeit, um sich anderen Dingen zu widmen. Nayantai lauschte Rain lediglich und half ihm hoch, bevor er ihm half, zum Zelt zu torkeln, damit er nicht unabsichtlich in das Feuer fiel oder schlimmeres passierte, weil er noch immer nicht ordentlich gehen konnte. "Willst du sonst irgendwas? Vielleicht etwas zu trinken? Du bist sicher so ausgetrocknet wie das Fleisch, das ich gerade gegessen habe!" Es stimmte zumindest in gewisser Weise und Nayantai wollte nicht, dass Rain mitten in der Nacht aufwachte und sich bis zum Wasserschlauch schleppen musste, um einen Tropfen aus diesem herauszukriegen. Dennoch half er ihm vorerst in sein Zelt und genoss den kurzen Moment der Zweisamkeit, den sie miteinander teilten. Kaum war Rain im Inneren abgesetzt, so stahl sich der Wolf einen Kuss, den sie beide schon viel zu lange nicht mehr teilten. "Schlaf gut, und wenn du etwas brauchst, dann ruf nach mir, ja? Ich sehe zu, dass ich dich nicht zu lange warten lassen!", erklärte er Rain, bevor er aus dem Zelt verschwand und den Eingang befestigte, damit kein kalter Wind nach innen drang. Es dauerte ohnehin nicht lange, bis er begann, all die Dinge, die sein Vater verpasst hatte, mit ihm zu teilen - wenn auch nicht ins kleinste Detail, weil er sich selbst nicht dazu überwinden konnte.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain hatte ein schlechtes Gewissen weil er Nayantai hängen ließ, auch wenn er nicht wusste,. was er diesen Abend sonst noch vorgehabt hätte. Sie hätten wohl zum ersten mal thrianisches Essen teilen können das nicht aus Suppe bestand, aber Rain fühlte sich nicht als könne er irgendetwas in seinen Magen bekommen und er fühlte sich auch nicht danach am Feuer zu sitzen und so zu tun als wäre er in Ordnung. Er war es nicht, aber das war nicht Nayantais Schuld und auch nicht Rikiyas. Er braucht einfach nur ein wenig Zeit für sich selbst in der er sich erlauben konnte egoistisch und traurig zu sein und dann konnte er morgen vielleicht auch etwas fröhlicher sein, wenn sie sich wieder auf den Weg machten. Rain ließ sich also von Nayantai zum Zelt bringen und kroch hinein. De Wolf wollte einen Kuss den Rain nur zaghaft erwiderte, bevor er sich auch schon hinlegte. "Nein schon gut.", murmelte er wegen des Wassers. Er wollte nur alleine sein und sobald Nayantai das Zelt wieder verliße, suchte Rain sich die Decken und Felle zusammen, um sich darin einzuwickeln.

      Rain rollte sich zusammen und zog die Decken über seinen Kopf. Fast sofort flossen ein paar Tränen und er schlug seine Hände vor sein Gesicht, auch wenn ihn gerade keiner sehen konnte. Er verdeckte auch seinen Mund um mögliche Geräusche zu dämpfen, während Nayantai und sein Vater draußen am Feuer saßen und sich unterhielten. Rain konnte nicht wirklich weg hören und seine Gedanken kreisten einerseits um seine Probleme und andererseits um Nayantai, der von Rain viel zu gut erzählte. Es war wie ein Stich in seinem Herzen, jedes Mal wenn Nayantai ihn lobte, obwohl er ihm nur Ärger bereitet hatte und er fragte sich wann es so weit sein würde, dass Nayantai realisierte, dass Rain nichts weiter was als nett. Er konnte ihm nichts bieten, er war schwach und langweilig und während Nayantai glücklich war, weil er zu Hause war, seinen Vater sehen konnte und die Freiheit genießen wollte die er zurück erlangt hatte, hatte Rain nichts besseres zu tun als zu weinen, weil er seinen eigenen Vater nie wieder sehen würde und weil seine Heimat verloren war. Er sollte sich für Nayantai freuen, aber er tat es nicht und konnte nicht einmal so tun als ob. Als Nayantai sehr viel später in das zelt gekrochen kam tat Rain so als würde er bereits schlafen, als hätte er die ganze Zeit über geschlafen und sein Gesicht ahtte er absichtlich in seinem dünnen Polster vergraben der mittlerweile vermutlich schon ganz nass war.
    • Nayantai erzählte Rikiya so viel mehr, als er anfänglich eigentlich wollte. Die meisten Details aus dem Kerker ließ er aus, aber er erzählte ihm, wie es überhaupt erst dazu kam, dass er in Adrestia landete, übersprang die meisten Probleme die er mit dem König hatte und starrte seinen Vater verwirrt an, als sie beide bemerkten, wie lange Nayantai eigentlich weg war. Er brauchte eine Minute, bevor er von Rain erzählte, von Sara und allen anderen, aber allem voran von Fhaergus und von Rain, noch mehr von Rain und so viel mehr über den Blonden, dass er seinem alten Herren vermutlich alte Gemälde von dem Blonden gezeigt hätte, wenn er könnte. Rikiya hingegen erzählte Nayantai von den Dingen die in Thria geschehen waren, von Khojin, von Muhan und Shuren, von dem Krieg, den er die letzten Jahre nicht wirklich mitbekommen hatte - von all den unschönen Dingen, aber auch von den Guten, die rar gesät waren. Sie beide freuten sich ungemein, dass sie einander wiederhatten und es spiegelte sich auch in ihren freudigen Neckereien wieder, die sie gegeneinander aufzubringen wussten - trotzdem fiel ihnen wohl viel zu spät auf, die lange sie schon damit beschäftigt waren, miteinander zu reden und wie abgeäschert das Feuer schon war, das sie beide nur beiläufig mit Moos gefüttert hatten.

      Rikiya hatte sich für die Nacht verabschiedet und kletterte in sein Zelt, während Nayantai das Gleiche tat und sich zu Rain gemächelte, der anscheinend schon schlief. Er trat seine Stiefel eher unsanft von den Füßen, bevor er sie draußen abstellte und den Zelteingang fest verschloss. Nayantai nahm sich ein paar Decken und griff nach dem Polster, der auf Rains Gesicht lag, damit er auch einen hatte und der Blonde nicht ersticken würde; und dann merkte er erst, dass dieser komplett nass war. Huh? War hier irgendwo Schnee? Nayantai sah sich gute fünf oder zehn Minuten um, aber das schien es nicht zu sein, weswegen er sich den Blonden genauer ansah und die Stirn runzelte. Vorerst wortlos legte er sich neben Rain, nahm ihn in die Arme und wuselte unter seine Decke, damit er ihn näher an sich haben konnte. "Rain?", flüsterte er, als er den Blonden gegen seine Brust drückte und ihm einen sanften Kuss auf den Kopf hauchte. "Bist du noch wach?", wollte er wissen und strich dem Lamm, seinem Lamm, sanft über den geschundenen Rücken, der schon viel zu viel auf dem Buckel hatte. "Was ist los? Wenn wirklich alles in Ordnung wäre, dann hättest du nicht einen ganzen Polster vollgeweint, oder?", erkundigte er sich, aber er wusste schließlich noch immer nicht, ob Rain wirklich ein Problem hatte, oder ob gerade zehntausend Zufälle zu einem wurden.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Es tat vermutlich ein wenig gut zu weinen, aber es löste seine Probleme auch nicht, nichts konnte seine probleme lösen wenn er ehrlich war. Seit er denken konnte verfluchte er seinen Körper. Natürlich gab es auch schöne Momente in seinem Leben, aber das hieß nicht, dass er vollends zufrieden war. Auch die Toten konnte keiner zurück bringen und sein Land war verloren. Nichts konnte er ändern und als er das Fass geöffnet hatte, das seine Emotionen beinhaltete, schoss alles auf einmal heraus. Er weinte lange und Nayantai erzählte viel zu gut von ihm, als wäre er ein Engel, oder ein anderes Fabelwesen, das war Rain nicht und im Endeffekt gab es neben Rains Vertrauen und Offenherzigkeit, vielleicht auch seiner Naivität, nichts was ihn ausmachte, oder was Nayantai oder Rikiya an ihm mögen konnten. Auch Yaoyoi war nur hinter seinen blonden Haaren her gewesen und hätte ihm sicher auch ein Auge gestohlen wenn sie es gekonnt hätte. Rain würde nie mehr sein als ein Püppchen das in Nayantais Bett lag und darauf wartete, dass er Abends nach Hause kam, bis ihn auch das nicht mehr interessierte.

      Als Nayantai herein kam bewegte Rain sich nicht. Er wollte eigentlich nicht umarmt werden, aber er wehrte sich nicht, kuschelte sich aber genauso wenig an den Wolf. Er wollte etwas Ruhe und die Berührungen die er erhielt fühlten sich irgendwie falsch an - er wollte das nicht. Er klammerte sich an seinen Polster den Nayantai ihm plötzlich weg nahm, aber er schaffte es nicht ihn fest zu halten - natürlich nicht. Als er seinen Namen hörte reagierte er nicht, er wollte nich reden, er wollte zurück in sein Zimmer, das er einfach zusperren konnte wenn Sara und Eraqus ihm zu viele Fragen stellten und ebenso unbedingt wissen wollten was los war. Rain war sogar so weit, dass er Rikiya gerne bitten wollte, ob er nicht mit ihm reiten konnte. Er erschauderte als Nayantai über seinen Rücken streichelte, aber er machte einfach weiter und tat so als würde er schlafen. Der Wolf gab allerdings keine Ruhe. "Hab ich nicht...", murmelte er schließlich um Nayantai abzuwimmeln und drehte sich mehr auf seinen Bauch, damit er sein Gesicht verstecken wollte und nicht so viel Kontakt zu dem Wolf hatte. Er wollte nicht reden, er wollte einfach nur warten bis er irgendetwas anderes fand auf das er sich konzentrieren konnte.