spellbound. (earinor & akira)

    • Sie beide waren sich verdammt ähnlich, wenn es darum ging, Arbeit vor sich herzuschieben und nur die feinen Züge des Lebens zu genießen - zumindest in diesem Moment, wo all das nicht passieren sollte. Nayantai genoss es, bei Rain zu sein und mit ihm zu entscheiden, was sie wirklich tun wollten; er genoss die zierliche Hand, die über seine Brust streichelte und die Kälte, die das Lamm oftmals versprühte, aber noch viel mehr genoss er es, mit ihm zu kuscheln und den Rest der Welt auszublenden. "So wie ich. Und dann haben wir einen Rain Schneemann und einen Nayantai Schneemann.", kicherte der Wolf beinahe. Es war lustig, darüber nachzudenken und doch wusste er, dass es nicht so einfach war. Sie beide waren nun mal nicht aus Schnee gemacht, sondern aus Fleisch und Blut - und der Wolf war sich relativ sicher, dass Schneemänner keinen Hunger bekamen, aber dafür auch an Sonnenstrahlen und etwas zu viel Hitze starben. "Tust du das nicht sowieso schon?", neckte Nayantai, wohlwissend, dass Rain vermutlich gerade mit Absicht in ein Fettnäpfchen getreten war, oder sich eiskalt dabei erwischen ließ, wie er unachtsam war. "Du bist mir gegenüber loyal, das reicht mir. Dein Volk wird es dir verzeihen können, wenn es erfährt, dass man dich vertrieben hat - du bist nicht freiwillig geflohen." Tatsächlich hatte Nayantai ein kleines bisschen Angst davor gehabt, mit Rain einfach davonzurennen - was, wenn er sich noch immer dagegen gesträubt hätte?

      Egal wohin sie liefen, schlussendlich würden alle Wege nach Thria führen, solange sie wussten, wohin sie mussten und wo sie ungefähr waren. Wenigstens den ungefähren Umkreis ihres Aufenthaltsorts konnte der Wolf bestimmen und die Tatsache, dass er immer näher an seine Heimat kam, ließ ihn förmlich erstrahlen. "Das sollte sie auch gar nicht sein." Sie hatten einander, Wasser, Proviant und einen Weg - beinahe alle anderen Dinge waren hauptsächlich nebensächlich, größtenteils deswegen, weil sie einfacher zu ignorieren waren, als dass man sie ansprechen sollte oder gar wollte. "Sie sind leider wahr, aber ich kann dagegen nicht viel tun." Selbst, wenn er sich dazu entscheiden würde, das Gebiet der Kannibalen wieder zu annektieren, so würden seine Worte vermutlich nur auf taube Ohren fallen, weil die Kannibalen selbst nicht mehr an den Königsstamm und den Rest von Thria glaubten. Wieso auch? Sie wurden verstoßen, weil man sie nicht gebrauchen konnte und während Nayantai sich so fühlte, als kannte er eben jenes Gefühl, lauschte er Rain. "Es ist in Ordnung, wir sind bald dort, also ... wir müssen nicht mehr über wenn und aber nachdenken. Es ist sowieso zu spät." Hätte er das getan, dann könnte er nun jenes tun - nichts davon brachte sie weiter und der Wolf drückte dem Lamm lediglich einen Kuss auf die Stirn. "Mh, ich will nicht loslassen.", protestierte der Wolf, bevor er seine Hand anhob, um den Verband zu lösen. "Aber ich glaube wir sollten. Kannst du mir helfen?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Genau und weil es in Thria so kalt ist, bleiben sie für immer da stehen.", schmunzelte Rain. Er war sich nicht sicher ob das stimmte und selbst wenn, würden sie vermutlich selbst mit neuer Schneeschicht bedeckt werden, aber der Gedanke gefiel ihm irgendwie. "Ja stimmt, aber das kam erst später. Ich will dich nicht enttäuschen, aber es war nicht Liebe auf den ersten Blick." Rain übersetzte diese Worte zwar ins Thrianische, aber er war nicht sicher, ob die Bedeutung so klar war, oder ob nur Adrestianer von sowas sprachen. Wie dem auch sei, irgendwo über zwei Ecken hatte Rain nayantai gerade seine Liebe gestanden und auch wenn er sich nicht in ihn verliebt hatte als er durch den Türrahmen geschoben wurde, so hatte es interessanterweise nicht lange gedauert. "Ich weiß noch als ich dir das Teleskop gezeigt habe... du warst so müde... und dann hast du dich einfach an mich gelehnt." Aus irgendeinem Grund war dieser Moment regelrecht in Rains Gedächtnis gebrannt. Nayantai hatte einfach los gelassen, er wollte Rain nicht mehr grimmig ansehen und zeigte stattdessen seine Schwäche und während er das tat und ohne Worte offenbarte, dass er müde, geschunden und alleine war, da fühlte Rain sich mit ihm verbunden. Auch wenn er nicht wusste wie er mit der Situation umgehen sollte, was er tun sollte, so fühlte er dennoch ähnlich, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Rain war es gewohnt zu verstecken wie es ihm wirklich ging, so sehr, dass er es manchmal vor sich selbst verbarg, aber an diesem Abend brachte Nayantai auch Rains Einsamkeit und Müdigkeit zum Vorschein. Keiner von ihnen hatte jemanden der sie trösten konnte, sie beide waren in gewisserweise alleine gewesen, aber auf einmal waren sie es nicht mehr. Rain wollte nicht behaupten, dass er sich da schon in nayantai verliebt hatte, aber das Gefühl von Verbundenheit, das immer noch bestand, das hatte genau da angefangen zu existieren. "Hm...", schnaufte Rain anschließend mit einem nicht ganz so breitem Lächeln. "Mein Volk in Fahergus vielleicht... der Rest von Adrestia...? Aber es ist egal." Rain schüttelte leicht seinen Kopf. "Thria wird eben meine neue Heimat."

      Ob sie die richtige Entscheidung getroffen haben, bezüglich wohin sie gingen, das würden sie noch erfahren. Rain hoffte es, aber er glaubte auch immer noch daran. Der Weg in den Süden führte durch Lavern - Lord Graysons Fürstentum - und die Grenze wurde schwer von Olette bewacht. Alster war voll von Soldaten und Bürgern die die Wölfe hassten. Die Außenposten die im einstigen Thria errichtet wurden besaßen Spähtürme und Trupps und nach Myriad zu gehen machte keinen Sinn, von dort aus kamen sie nirgendwohin. Es blieb also eigentlich nur der gerade Weg durch Wezette. "Ich denke das ist der beste Weg.", bestätigte Rain noch einmal und drückte sich erneut gegen den Wolf, wenn auch nur für einen kurzen Moment. "Ich weiß, aber je früher wir in Thria sind, desto schneller liegen wir in einem weichen Bett." Das musste er nayantai eigentlich nicht erklären, er tat es aber trotzdem. Nayantai löste sich und fing an an dem Verband zu zupfen. "Ja. Vielleicht solltest du dich hinlegen, dann kann ich das Wasser besser über die Wunde laufen lassen...", schlug der Blonde vor, der sich nicht auf den Anblick freute. Trotzdem griff er vorsichtig nach dem Verband, den sie wohl oder überl erneut verwenden mussten. Er suchte das Ende und begann dann ihn vorsichtig abszuwickeln, auch wenn er sich über das letzte Stück nicht recht traute. "Ich will dir nicht weh tun..."
    • “Bist du dir da sicher?”, scherzte der Wolf beherzt. Ob die Schneemänner für die Ewigkeit waren, das wusste Nayantai nicht, zumal Schnee nicht all zu schwer loszuwerden war, wenn man ihn in die richtige Richtung schaufelte. Dennoch war beinahe schon peinlichst klar, dass Rain eher optimistisch denken wollte und hoffentlich keine krummen Ideen hatte, wenn es darum ging, ihre Schneemänner zu dekorieren. “Du enttäuscht mich nicht, ehrlich. Aber mich freut es, dass du mich mittlerweile liebst - ich kann nicht behaupten, dass ich dich auch auf Anhieb ins Herz geschlossen habe.”, bemerkte der Wolf schmunzelnd, auch, wenn es kein sonderlich schönes Thema war. Rain gehörte ihm, er gehörte Rain - mehr wollte der Wolf in diesem Moment auch gar nicht, auch, wenn die Hoffnung an ein ruhiges Leben in der thrianischen Steppe verblasste. Was, wenn ihnen die Schafe auch noch den Rest ihres Landes nahmen? Nirgendwo konnte er mit Rain hinfliehen, die Kälte würde sie einholen - oder aber die rachsüchtige Armee eines labilen Schafskönigs. “Es war angenehm, und du hast mir so viel gezeigt. Ich hatte die Sterne vermisst, und den Himmel - all die Dinge, die ich so lange nicht mehr gesehen hatte. Auch wenn ich nicht nach draußen konnte, hast du mir Dinge gezeigt, dass es da draußen noch etwas gibt, dass ich frei bin - und dir vertrauen kann.” In jenem Moment war wohl auch die letzte Art von Resistenz und Hass, die Nayantai in sich hatte, aufgeschöpft und er konnte nicht anders, als sich den Wogen des Schlafes hingeben zu wollen. Rain war wie eine Tugend, die er nicht verdiente und doch hatte er sich an ihn gelehnt und geklammert, als wäre er ein Brett, das ihn vor dem Versinken rettete.

      “Die restlichen Adrestianer haben nichts getan, um irgendjemandem zu helfen. Du dagegen hast mich gerettet … und mir gezeigt, dass ich noch nicht tot bin.”, nickte der Wolf zufrieden. Rain war wahrhaft wie ein Fels in der Brandung - wie jemand, der nichts anderes verdiente, als Zuneigung und Liebe, wenn nicht auch Anerkennung dafür, was er tat. Zumal, der Wolf konnte sich in einem fremden Land selbst nicht helfen und war auf ihn angewiesen, auch wenn andere Personen wohl anders darüber denken würden. “Thria wird deine Heimat? Da hast du dir aber ein ziemlich hohes Ziel gesteckt, kleiner Wolf.”, neckte er weiter, als würde er Rain wirklich als einen solchen anerkennen. War er denn keiner? Stur und tapfer wie einer schien er doch zu sein, und Nayantai war sich sicher, dass er auch keinen Fehler damit machte wenn Rain in seine Sitte aufnahm. Dennoch war es noch zu früh, derartige Entscheidungen zu treffen. “Würdest du denn lieber ein Wolf sein?”, erkundigte er sich, als die zarten Hände an seinem Verband ruckelten und seinen Kopf davon befreiten. “Da hast du recht. Dann kann ich dich in ganz viel Fell einwickeln!” Der Gedanke allein gefiel ihm jetzt schon; auch, wenn er nicht so recht wusste, ob das überhaupt passieren würde. Nayantai ließ sich von Rain helfen und lauschte ihm, ließ von ihm ab und entfernte das letzte, mit Blut vollgesogene Stück seines Verbands selbst, ehe er nach Rains Hand griff und auf deren Handrücken einen Kuss hinterließ. “Du tust mir nicht weh, mach dir keine Sorgen. Ich vertraue dir und du hilfst mir.”, lachte er leicht, bevor er sich hinlegte, so wie Rain es von ihm wollte.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Wir könnten sie einzäunen.", scherzte Rain, der genau wusste, dass sich wohl alle anderen Wölfe fragen würden was das sollte. Es war kindisch, aber im Moment störte es Rain nicht kindisch zu sein, sie mussten die meiste Zeit ohnehin erwachsen sein. "Das kann ich dir nicht übel nehmen.", schmunzelte Rain. Er selbst vertraute Menschen lieber als dass er es nicht tat, genau so wie er es mit Nayantai gemacht hatte, als dieser zum ersten Mal zu ihm gekommen war. Wäre er aber in Nayantais Haut gewesen, hätte er all das erlebt, was der Wolf erlebt hatte, dann wäre vielleicht auch Rain misstrauischer geworden. "Wenn wir deine Familie gefunden haben, dann können wir uns Nachts die Sterne ansehen. Jeden Abend.", lächelte Rain, der in diesem Moment daran glauben wollte, dass es so einfach werden würde, dass alles gut war, sobald sie Nayantais Familie gefunden hatte. Zumindest war Nayantai jetzt wahrlich wieder frei und nicht in einem Anwesen eingesperrt. Rain erinnerte sich mit einem Lächeln an den Tag, als er ihn nach draußen gelassen hatte und er im Schnee getollt hatte wie ein Welpe. Rain hätte sich zu ihm gesellt, wenn er gewusst hätte, dass er das konnte.

      "Das ist nicht ganz richtig. Ich denke Sara hat dich gemocht, ihre Mutter auch und Erqaus ebenso. Sie haben gesehen, dass du kein Monster bist und du hast mich ebenso gerettet. Bevor du kamst habe ich mein Zimmer kaum verlassen." Natürlich waren sie misstrauisch gewesen, Eraqus vermutlich bis zum Schluss und Sara hatte lange Angst vor Nayantai. Dennoch, sie akzeptierten ihn mit der Zeit. "Willst du etwa woanders leben?", fragte Rain, oder meinte er etwa, dass Rain nie ganz zu Thria gehören würde? Nein, das glaubte Rain nicht, er sollte sich nicht so viele Gedanken machen, nicht jetzt. "Ein Wolf...? Vielleicht, wenn es bedeuten würde, dass mir die Kälte weniger ausmacht, oder dass ich stärker wäre. Aber ich glaube nicht, dass es einen Unterschied machen würde. Mein Vater ist auch stark und die Kälte macht ihm nichts aus, mir schon..." Im Endeffekt waren sie alle menschen, Rain wollte mit dieser Trennung aufhören. Nayantai löste den Rest des Verbandes selbst und Rain riss sich zusammen, als er die offene wunde erneut sah. Er konnte nicht einmal sagen ob Nayantai sein auge gerade geöffnet oder geschlossen hatte, da war immer noch so viel Blut... Der Kuss auf Rains Hand ließ ihn zucken, aber er lächelte Nayantai schnell an. Dann testete er ob er den Becher anfassen konnte, ohne sich zu verbrennen. "Okay... dann fange ich jetzt an. Wir haben aber nicht gerade viel Wasser...", murmelte Rain der sich neben Nayantais Kopf kniete und das abgekochte Wasser anschließend langsam über Nayantais Verletzung laufen ließ. Er suchte sich auch den saubersten Teil des Verbandes, um zumindest das Blut um die Wunde zu entfernen und Nayantais Gesicht zu trocknen.
    • "Also bauen wir ihnen auch eine kleine Burg?" Wohl eher der Zaun einer Festung, aber nicht viel davon, und auch wenn Nayantai sich wunderte, ob ein Schutzwall zwei Schneemännern helfen würde, so war all das gerade Ablenkung genug, um ihn auf diverse Gedanken zu bringen, die er wohl sonst nicht hätte. "Ich hätte dir gern früher vertraut." Seine Situation ließ es jedoch nicht zu und Nayantai war sich sicher, dass sie beide nicht auf derartigem Wege zueinander gefunden hätten, wenn er einfach alles akzeptiert hätte und sich von Rain behandeln ließ, wie ein Haustier, das nur dazu da war, um schön auszusehen und sich alle paar Wochen die Finger wundzuschlagen, weil er im Haushalt helfen wollte. Für derartige Situation war Nayantai nicht gemacht. "Ich nehme dich beim Wort! Und außerdem, dann kann ich dir die ganzen thrianischen Konstellationen zeigen!", schwärmte der Wolf plötzlich, beinahe schon als lenkte er von dem eigenen Geschehen ab. Wieso sollte er das auch nicht tun? Sonderlich gewillt war er nicht, sich länger mit all den Dingen herumzuschlagen, die ihn tagtäglich plagten, die nicht nur ihn heimsuchten, sondern auch Rain, der mehr verdient hatte, als der Wolf ihm bieten konnte, wenn er sich weiterhin so aufführte und noch immer an das Gute in den anderen Thrianern appellierte.

      "Das wollte ich damit auch nicht verneinen, ich schätze nur, dass du der größte Auslöser dafür warst, dass ich euch überhaupt vertraue. Und es freut mich, dass ich dir auch geholfen habe." Rain hatte recht, er war nicht der Einzige, der wohl dafür gesorgt hatte, dass der Wolf sich wieder an sein Umfeld gewöhnte und doch war er einer der Wenigen, die es ihm erst ermöglichten, sich auszuruhen und schließlich zu entfalten. Nayantai war ihm unendlich dankbar und das würde er ihm auch sein, wenn er ohne ihn nach Thria verschwunden wäre - etwas, das sich der Wolf gar nicht ausmalen wollte. "Wo auch immer du hin möchtest. Aber ich habe nichts gegen Thria einzuwenden.", bestätigte er dem Lamm ... dem ... Schaf? Es fühlte sich alles andere als richtig an, Rain weiterhin mit einer eigentlichen Beleidigung zu bezeichnen und stattdessen grinste er nur dämlich, obwohl er wusste, dass es ihm gleich nicht mehr so gut erging. Seine Sicht war noch immer dunkel, Nayantai wusste nicht, ob er wirklich mit beiden Augen blinzelte und wenn er ehrlich war, dann schmerzte die Wunde noch mehr, nachdem sie den Verband verloren hatte. "Ich glaube nicht, dass das so funktioniert, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, ja?", versuchte er das Lamm aufzumuntern, das ihm lediglich gut zusprach, bevor es näher kam und begann, das abgekochte und definitiv noch einigermaßen warme Wasser auf die Wunde zu gießen. Instinktiv zuckte der Wolf zusammen, aber er war derartige Schmerzen gewohnt, obwohl sich eine seiner Hände im blättrig-moosigem Boden des Waldes vergrub, bis der kurze Wasserguss nachließ und er lediglich leichtes Tupfen spürte, das in der Nähe der Wunde wirkte, wie tausend Nadeln, die auf ihn einstachen. Nayantai hatte scheinbar die Luft angehalten und atmete endlich, wenn auch etwas unruhig, als all das vorbei war. Ohne wirklich etwas zu sagen, griff er nach Rains Hand, die er in der eigenen hielt - er zitterte leicht, aber alles war in Ordnung. "Danke."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ja, warum nicht. Ich habe gehört in Olette bauen Kinder Burgen aus Sand, das geht mit Schnee bestimmt noch besser!", lächelte Rain. Er war kein Fan von der Politik aus Olette, aber er wäre gerne einml dort hin gereist. Es war warm dort und vielleicht hätte er sich auch ins Meer wagen können, ohne angst haben zu müssen zu erfrieren. "Es hat doch nicht lange gedauert, bis du es getan hast.", schüttelte Rain den Kopf. Es waren nur einige Tage gewesen, bis Nayantai sich in Rains gegenwart wohl genug gefühlt hatte um sich ihm anzuvertrauen, auch ohne Worte. Dass sie die letzten Wochen in Fhaergus damit ugebracht hatten Kinderbücher zu lesen und einander ihre Sprache beizubringen hatte große Vorteile gebracht, aber auch als sie kein einziges Wort das der andere gesprochen hatte verstanden hatten, hatten sie doch genug voneinander gewusst. "Das kannst du und ich zeige dir unsere.", schmunzelte Rain, der nach Nayantais Kopf griff und diesen sanft streichelte. Er wusste, dass was gleich kommen würde würde ihm weh tun und er wollte ihn beruhigen, indem er sein gesicht so ruhig wie möglich hielt.

      Rain fragte sich immer noch warum sein Vater Nayantai mitgebracht hatte und warum er im Winter nach Thria geschickt worden ist. rain wurde das Gefühl nicht los, dass der EInmarsch in Fhaergus da schon geplant gewesen war und das bedeutete, dass dieser mit nayantai vermutlich nicht viel zu tun gehabt hatte. Rain hörte auf damit Nayantais Kopf zu streicheln und behielt sein Gesicht weiterhin unter Kontrolle. "Thria klingt gut. Ich möchte deine Heimat sehen, nachdem du meine gesehen hast." Nayantai sollte lieber darüber nachdenken, über seine Heimat und was er Rain alles zeigen konnte. Vielleicht lenkte es ihn ab, aber Rain bemerkte die Hand die sich in den Boden krallte, als das Wasser über die Wunde lief. Immer noch quoll Blut aus der Wunde und Rain war nicht ganz sicher, ob das mit dem Auswaschen so gut funktioniert hatte. Rain überlegte noch, wie sie die Wunde jetzt verbinden sollten, als Nayantai nach seiner Hand griff, fester als sonst. Er bemerkte das leichte Zittern in Nayantais Stimme. "Mhm. Es tut mir Leid, dass wir keine frischen Verbände mehr haben...", murmelte Rain und zog seine Hand vorsichtig aus Nayantais Griff. "Einen Moment..." Rain griff nach dem Messer das Nayantai zuvor benutzt hatte um den Ast abzuschneiden und hielt es zumindest für eine kurze Zeit ins Feuer. Er wollte die Wunde aber auch nicht zu lange offen lassen. Dann nahm er den abgewickelten Verband und schnitt das von Blut durchtränkte Ende ab. Er stellte sich dabei vermutlich nicht sehr geschickt an, aber es dauerte nicht lange. "Vosicht...", murmelte er dann und drückte das hoffentlich saubere Ende des Verbandes auf Nayantais Verletzung, damit sie anfangen konnten alles wieder zu verbinden. Dass sie nicht einmal genügend Wasser gehabt hatten, damit Rain seine Hände vernünftig waschen konnte half der Sache vermutlich auch nicht. "Was ist mit der Wunde an deiner Seite? Sollen wir noch mehr Wasser heiß machen, oder lieber weiter reiten?"
    • "Sand? Was zum Teufel ist Sand?", hinterfragte Nayantai, der noch nie einen Sandstrand gesehen hatte, geschweige denn eine Verwendung für das Worte hatte. Warum auch? Nicht nur, dass es sich nicht schickte, darüber nachzudenken - es brachte wohl auch nichts, sich selbst zu verteufeln, wenn man etwas nicht wusste, und doch sollte man vermutlich eher darüber nachdenken, als es einfach als ein Fakt zu akzeptieren. "Ich weiß, aber dennoch. Vielleicht hätte ich dir irgendwann auch den Kopf von den Schultern gepflückt, wenn wir zu lange gewartet hätten." Im Endeffekt war alles möglich, und doch war Nayantai sich sicher, dass Rain nichts davon auch nur ansatzweise böse meinte. Sie hatten sich kennengelernt, wenn auch nicht auf Anhieb gut verstanden, und später hatten sie sich dazu entschieden, dass sie sich vermutlich ineinander verliebt hatten - und genau jetzt rannten sie vor denjenigen davon, die solche Lappalien ohnehin nicht als wahre Liebe akzeptieren würden. Warum nicht? Nur, weil sie beide Männer waren? Oder weil es sich als Adrestianer nicht schickte, sich in einen Thrianer zu verlieben? Nayantai wusste es nicht und wollte es auch gar nicht erst wissen, nachdem er schon viel zu viel darüber nachgedacht hatte. "Mhm.", bestätigte er dem Lamm lediglich, nun, da er noch immer seine Hand fest umklammerte und sich selbst fragte, ob er wirklich den richtigen Weg gewählt hatte, wenn er über derartige Dinge nachdenken musste.

      Nayantai entschied sich, die Erde wieder loszulassen und sich zu beruhigen - oder zumindest einen Versuch zu starten, der ihm eventuell das gewähren würde, das er brauchte: Eine gute Portion Ruhe und etwas Schmerzempfinden, das ihn wohl oder übel noch immer nicht verlassen hatte. "Ich werde dir alles zeigen, was ich dir zeigen kann.", nuschelte der Wolf, der vereinzelte Schmerzimpulse noch immer unterdrückte und sich erhoffte, dass sie wieder vergehen würden. Es war lediglich Rain, der sich um ihn kümmerte und mit Dingen hantierte, von denen er nicht sonderlich viel Ahnung hatte - und doch versuchte er sein Bestes. Nayantai wollte noch etwas sagen, da entfernte sich das Lamm auch schon und der Wolf wurde wieder unruhig, als sich sein Herz so fühlte, als wäre es in seine Magengrube gesunken. Sich großartig zu bewegen half nicht, zumal sein Gesicht vermutlich auseinanderfallen würde, wenn er sich zu sehr bewegte - oder aber, er redete sich das alles etwas zu sehr ein. "Nicht deine Schuld.", presste der Wolf aus zusammengebissenen Zähnen hervor, ehe er sich wunderte, ob es wohl rechtens war, dass er das überhaupt tat - Rain hatte eigentlich ein Lächeln verdient und doch konnte der Wolf sich nicht dazu zwingen, selbst, als der Blonde wiederkam und ihm etwas relativ behutsam auf das Auge legte, um es anschließend erneut zu verbinden. Nayantai ließ sich all das wortlos gefallen, bis er sich aufsetzte und nach dem Messer griff, das Rain gehalten hatte. "Nein, aber ich habe eine bessere Idee.", erklärte er, bevor er aufstand und Rain durch sein Haar wuschelte. Nayantai bahnte sich kerzengerade seinem Weg zum Feuer, bevor er seinen Oberkörper aus seiner Kleidung schälte und sich einen Ärmel in den Mund stopfte. Kurz darauf hielt er das Messer etwas länger in die Flammen, nur, um es dann gegen die Wunde an seiner Seite zu pressen - verbrannte Haut stank fürchterlich und das Gefühl war nicht angenehm, und doch zwang der Wolf sich selbst dazu, bevor er sich wieder anzog. "Danke, Rain. Wir sollten wieder zusammenpacken und das Feuer verschwinden lassen." Und damit fing Nayantai einfach an, ihr notdürftiges Lager wieder abzubauen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ähm... ich weiß nicht recht wie ich das erklären soll.", antwortete Rain entschuldigend. wären sie in den Süden geflüchtet, dann hätte Rain Nayantai Sand zeigen können und er selbst hätte auch welchen mit eigenen Augen sehen können. "Hast du aber nicht, es spielt also keine Rolle." Nayantai so leiden zu sehen war furchtbar und auch wenn es ihm wesentlich schlechter ging als sie in Fhaergus waren, machte Rain sich jetzt viel mehr Sorgen um ihn. Hier war kein Arzt der ihm helfen konnte und er konnte sich auch nicht einfach in ein Bett legen um sich zu schonen. Sie konnten nur hoffen, dass die Wunde ohne Probleme wieder verheilte. Nayantai hatte große Schmerzen, auch wenn er es nicht zugeben wollte und Rain wusste gar nicht wie er das aushielt. Er selbst hatte sich kaum bewegen können nd die Wunden die er von den Peitschenhieben davon getragen hatte waren nur oberflächlich gewesen. Dass Nayantai dennoch so ruhig blieb war beeindruckend. Nachdem Rain das Auge wieder verbunden hatte streichelte er Nayantai noch einmal sanft über den Kopf. Es würde alles gut werden, oder? rai zog seine hand jedoch schnell wieder zurück, als er merkte, dass seine Finger voller blut waren.

      Nachdem Nayantai selbst wieder aufstand nahm Rain das Stück Verband das er abgeschnitten hatte und ging damit zurück zum Bach um es auszuwaschen. Vielleicht konnten sie es später abkochen und hätten damit neues Verbandsmaterial. Seine Hände wusch er auch und er warf einen Blick hinüber zu Nayantai, der sich aus seiner Kleidung schälte. "Was hast du vor?", wollte er wissen, aber da nahm Nayantai auch schon das heiße Messer und drückte es auf seine Wunde. Rain wandte den Blick ab und biss sich auf die Lippe. Der Geruch der zu ihm herüber drang war furchtbar und Rain bewegte sich erst wieder, als Nayantai ihn ansprach. Er nickte, rollte den Verband zusammen und nahm dann den Becher um ein wenig Wasser aus dem Bach zu schöpfen, mit dem er das Feuer löschen konnte. Er warf die Steine zurück ins Wasser und überließ Nayantai den Rest, ehe er zu ihm hinüber ging und sich wieder soweit gefasst hatte, dass er mit ihm sprechen konnte. "Geht es dir gut...? Wenn du dich weiter ausruhen willst, dann kannst du das auf dem Pferd ruhig machen, wie vorhin..."
    • Was Sand war konnte sich Nayantai auch selbst nicht beantworten, und dennoch wartete er wie gebannt auf eine Erklärung, die er nie bekam. Wieso auch? Rain wusste vermutlich selbst nicht, was Sand war, nachdem es in Fhaergus wohl nicht sonderlich viel davon gab - und Nayantai wollte nicht weiter darauf herumreiten, weswegen er einfach mit einem Kopfschütteln antwortete und weiterhin alle Spuren verwischte, die sie hinterließen - wie beispielsweise die Steine wieder in den Bach zu werfen, damit keiner Verdacht schöpfte, und die verkohlten Äste ebenfalls in das Bachbett zu rammen, damit man die verkohlten Enden nicht sah, insofern er sie noch angreifen konnte. "Rain, mir geht es gut, mach dir keine Sorgen. Das ist nur eine lästige Wunde weniger, um die wir uns kümmern müssen. Und ich bin hellwach.", erläuterte er lächelnd, bevor er sich noch einmal streckte und ihr zusammengepacktes, notdürftiges Lager betrachtete. Nayantai konnte sich nicht beklagen, vielleicht wollte und brauchte er noch etwas Schlaf, und doch durfte er gar nicht erst daran denken, nein - es würde sie beide nur in Schwierigkeiten bringen. "Wasch dir deine Hände im Wasser ab, dann können wir verschwinden." Und kaum hatte Rain das getan, half er ihm wieder aufs Pferd und sie beide tauchten wieder im Dickicht des Waldes ab.

      Auch, wenn Nayantai gerne behauptet hätte, dass es mit seiner Wunde bergauf ging, kam ihm erst viel zu spät in den Sinn, dass etwas nicht mit ihm stimmte. Es fing damit an, dass ihm eiskalt war, aber sobald er sich an Rain schmiegte, fühlte er sich brennheiß - er fühlte sich in seiner eigenen Kleidung nicht wohl, schwitzte gefühlt ewig und schlief immer öfter ein. Erst einige Tage später zeichnete sich auch am benutzten Verband - den sie abgekocht hatten - die Entzündung ab. Die Wunde blutete nicht mehr, aber sie triefte unangenehm und roch vermutlich dementsprechend. Nayantais Kopf fühlte sich heiß an, sein Schädel als wäre er mit zähflüssiger, heißer Suppe gefüllt - sie kamen nicht wirklich weiter, vor allem weil der Wolf lichtempfindlich und offensichtlich krank war; die Wunde auszuspülen brachte selten viel und beim letzten Mal hatte er sich überhaupt erst übergeben, weil er den Schmerz nicht mehr aushielt. Er röchelte und hustete, als wäre er krank und seine Beine fühlten sich kaum imstande, sein ganzes Gewicht zu tragen - sonderlich hungrig war er auch nicht. Nachdem sie es allerdings geschafft hatten, nahe genug an die letzte Siedlung Wezettes vorzustoßen, hatte Rain die glorreiche Idee, einkaufen zu gehen - und auch, wenn es nur für etwas Proviant und ein paar Medikamente war. Dennoch schien sich der Wolf lieber an das Hosenbein des Lammes zu klammern. "Wo willst du schon wieder hin ...?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Nayantai wollte sich nicht ausruhen und Rain konnte ihn nicht dazu zwingen, also ritten sie weiter in die Richtung von der sie glaubten, dass es die Richtige war. Sie ritten weiter gen Westen, aber gleichzeitig steuerten sie ein wenig nordwärts um hoffentlich den Fluss zu finden, der sie zu der Siedlung auf der Karte führen würde. Selbst wenn diese Siedlung nicht mehr existierte, Siedlungen wurden häufig am ufer eines Flusses errichtet, würden sie ihm also folgen, würden sie schon etwas Zvilisation finden. Leider bemerkte Rain erst viel zu spät, dass Nayantais Temperatur stieg und stieg. Für Rain strahlte er immer eine angenehme Hitze aus, aber die Temperaturen die Nayantai jetzt erreichte waren alles andere als normal. Rain merkte, dass Nayantai sich kaum noch auf ihrem Pferd halten konnte, aber sie schafften es trotzdem voran zu kommen. Am vierten Tag ihrer Reise hatte Rain eine kleine Höhle entdeckt. Sie machten früher Halt und übernachteten darin, damit Nayantai das Zelt nicht aufbauen musste. Als Nayantai sich hingelegt hatte war er fast sofort eingeschlafen und Rain nutzte die Zeit um sich davon zu schleichen und die Gegen auszukundschaften. Er ging nicht zu weit und hatte das Messer dabei, mit dem er kleine Markierungen in die Bäume ritzte, an denen er vorbei ging. Wasser hatten sie keines in der Nähe, das war ein problem, aber Rain hatte Glück und entdeckte den Fluss nach dem sie gesucht hatten. Sie selbst befanden sich auf einer Anhöhe, der Fluss schlängelte sich weiter unten durch den Wald. Rain machte eine gedankliche Notiz und kehrte zum Lager zurück.

      Die Nacht war unruhig und selbst Rain wurde beinahe schon unangenehm warm, wenn er sich an Nayantai kuschelte, während dieser die ganze Nacht über fröstelte. Immer wieder wachte Rain auf. Ihr Wasser wollte er nicht verschwenden, auch wenn er jetzt wusste wo der Fluss war, also legte Rain die ganze Nacht über seine Hand auf Nayantais Stirn, in der Hoffnung ihn ein wenig abzukühlen. Jedes Mal wenn Rain aufwachte, wechselte er seine Hand. Am nächsten Morgen stand es um Nayantai nicht besser. Ihre Vorräte waren völlig aufgebraucht, auch wenn Nayantai ohnehin nichts essen wollte. Rain hätte sich gerne noch einmal gestärkt, aber weiter hier auszuharren brachte nichts, die Stadt konnte nicht mehr weit sein. Rain suchte also bei ihrem Pferd nach ihrem Geld und steckte den Beutel in seine Kleidung. Dann leerte er den Rucksack den Sara für sie gepackt hatte und der bisher an einer der Satteltaschen gehangen hatte und setzte ihn auf seinen Rücken. Viel mehr konnte er sich ohnehin nicht vorbereiten. Den Wasserschlauch legte er neben Nayantai, dann wollte er auch schon entschlossen davon marschieren, aber der Wolf war aufgewacht und griff nach Rains Hosenbein. Der Blonde hockte sich zu ihm herunter und strich Nayantai den Schweiß von der Stirn. Er war blass und das übrig gebliebene Auge glasig. "Ich habe gestern den Fluss gefunden. Die Stadt kann nicht weit sein, ich hole etwas das dir helfen wird. Ich bin bald wieder zurück." Rain griff nach dem Wasserschlauch den er eben noch auf den Boden gelegt hatte. "Du solltest etwas trinken, ich helfe dir." Mit diesen Worten kniete Rain sich hinter Nayantai um seinen Kopf vorsichtig anuzuheben und auf seinem Schoß abzulegen. Dann öffnete er den Verschluss des Wasserschlauchs und drückte diesen vorsichtig in Nayantais Hand.
    • So recht rekeln mochte sich der Wolfsprinz nicht, gleich wenig wie er sich überhaupt erst bewegen wollte und doch blieb ihm nichts anderes über, als Rain näherzukommen, wenn er ihn weiterhin bei sich haben wollte. Nayantai fühlte sich schlecht, weil er dem Lamm keine Hilfe mehr war und auch, weil er sich selbst nicht dazu in der Lage sah, zumindest einen Teil des Weges mit ihm zu bestreiten, damit er wenigstens keinen Räubern zum Opfer fiel, die auf dem Weg zur nächsten Siedlung auf ihn oder irgendjemanden lauerten. Was sollte er auch tun? Sich auf die Beine kämpfen und Rain hinterherrennen? Selbst dazu fühlte er sich nicht imstande und wenn er ehrlich war, dann verbrachte er seine Zeit lieber in der Höhle, die sie gefunden hatten und lauschte Rain. Zu essen gab es nichts mehr und nach Wurzeln konnten sie so auch nicht suchen - Nayantai wurde schwindlig, wenn er nur daran dachte, aufstehen zu müssen und doch kam Rain ihm wieder so nahe, dass die kalte Haut des Lammes, die ihn noch nicht wirklich berührte, angenehm wirkte. Am liebsten läge der Wolfsprinz in irgendwelchem Gewässer, nicht zu kalt oder zu warm, darauf hoffend, dass es ihn zumindest irgendwie auftauen würde. Aber das war unmöglich; wenn ihn die Strömung davontrieb, dann hatte er vermutlich nur noch mehr Probleme.

      "Nein, ich ... du ... was, wenn dir etwas passiert?", jammerte der Wolf, der sonst immer versuchte, den Harten und Erwachsenen zu spielen. Alle Farben waren aus sein Gesicht entwichen, Nayantai fühlte sich matt und zermürbt, zerdrückt und schlaflos und seine Träume, in die er viel zu oft verfiel, suchten ihn heim. Rain war derjenige, der sich gerade um ihn kümmerte und nicht auch nur einen einzigen Mucks von sich gab und behauptete, die Situation störte. "Ich sollte mitkommen ... nur ein Stück ...", sinnierte er fiebrig daher. Die kühlen Finger, die seinen Kopf anhoben, brachten ihn wenigstens dazu, sich besser zu fühlen, weil sie ihm die unsagbare Hitze aus dem Körper zogen und gleichzeitig ließen sie ihn schaudern, weil ihm so verdammt kalt war. Nayantai wollte nicht mehr, als in Fhaergus in Rain's Bett zu liegen und sich auszuruhen, und doch fing er an, das Wasser zu trinken, zu dessen Konsumation man ihn anregte. Eigentlich fühlte er sich nach nichts und doch musste Rain etwas essen, selbst, wenn der Wolf, den er mit sich herumschleppte, nichts wollte. Als er wieder von dem Schlauch abließ, griff er nach der Hand, die Rain nun auf ihm ruhen ließ - er war müde, so unsagbar erschöpft von Dingen, die ihm selbst im Kerker eher egal waren. "Wieso ... nimmst du nicht das Pferd mit?" Rain konnte reiten, auch wenn Nayantai schlief, aber vermutlich würde er mit dem Ab- und aufsteigen Probleme haben, die er so nicht lösen konnte. "Ich komme mit.", entschied er und fing an, sich aufzurappeln.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain versuchte das Lächeln auf seinen Lippen aufrecht zu erhalten, damit Nayantai sich besser fühlte und er beruhigt hier bleiben konnte, aber natürlich wollte Nayantai nicht, dass Rain alleine los zog und wenn er ehrlich war, dann war er nicht einmal selbst sicher, ob das eine gute Idee war. Er konnte vermutlich nicht so viel Weg zurück legen, er wusste nicht, wie viele Pausen er einlegen musste, speziell, wenn es an den Rückweg ging, der vermutlich ein wenig bergauf ging. "Mir passiert nichts.", versuchte er den Wolf zu beschwichtigen. Vielleicht hätte er ihn anlügen sollen, aber auch das brachte nichts, der Wolf hätte sich nur Sorgen gemacht, wäre er aufgewacht und Rain war nicht da. "Nayantai du bist krank, ich will nicht, dass du es alleine vielleicht nicht hier her zurück schaffts." Dasselbe dachte sich Nayantai vermutlich auf, aber Rain war der Einzige der noch irgendwohin gehen konnte. Er musste es zumindest versuchen und Nayantai sollte heir bleiben und sich ausruhen. Wenigstens ließ er es zu, dass Rain ihm ein wenig Wasser einflöste und nachdem der Wolf nicht mehr trinken wollte, legte Rain den Schlauch wieder neben Nayantai in Reichweite.

      Der Wolf griff nach Rains Hand, vielleicht etwas zu fest, der Blonde wusste, dass er ihn nicht gehen lassen wollte, aber was für eine andere Wahl hatten sie? "Ich... es tut mir Leid, ich glaube nicht, dass ich überhaupt hinauf komme. Aber das ist in Ordnung, die Stadt kann nicht so weit weg sein." Sie waren immerhin vier Tage unterwegs gewesen, sie mussten auch schon Nahe der Grenze sein, Rain fand sogar, dass es die letzten tage wieder kühler geworden war, obwohl das Wetter sich eigentlich Richtung Sommer bewegen sollte. "Nein! Nayantai bleib liegen!", widersprach Rain und dass es reichte, dass jemand wie er Nayantai beide Hände an die Schultern legte um ihn zurück auf den Boden zu drücken sagte genug über den Zustand des Wolfes aus. "Nayantai ich muss jetzt los, sonst komme ich vielleicht nicht zurück bevor es dunkel wird. Ich passe auf mich auf, versprochen und du ruhst dich einfach aus." Rain beugte sich nach vorne und drückte Nayantai kopfüber einen sanften Kuss auf die Lippen, während seine Hände sich auf beide seiner Wangen legten. "Ich verspreche ich komme zurück, ja?"
    • Nayantai wollte nicht, dass Rain ging - er wollte nicht, dass er auch nur einen Fuß in eine andere Richtung setzte, in der er ihn nicht mehr sehen konnte. Selbst, wenn er unfähig war, ihn zu beschützen, so wollte Nayantai nicht, dass Rain sich einfach aus seinen Augen entfernte und ihm aufzeigte, dass er hirnlose Ideen hatte, die ihn in den Tod führten - mehr als bei ihm zu bleiben wollte er nicht, und doch wussten sie beide, dass sie all das nicht weit brachte. Sie hatten kein Essen mehr, gleich wenig, sie sie einen Platz hatten, an dem sie bleiben konnten, wenn es erst anfing, wieder zu regnen oder gar zu schneien. Zudem war er desorientiert und erhoffte sich eigentlich, einen Ausweg aus der ganzen Situation zu finden, die ihm wohl oder übel zu Kopf stieg. "Ich will dir glauben, aber ... aber ... lass mich nur ein Stück mitkommen, ein kleines bisschen, ich kann auch auf dem Pferd reiten.", erklärte er Rain, selbst wenn er wusste, dass er sich vermutlich nicht einmal auf eben jenem Pferd hochhieven konnte. Irgendwo war es ihm beinahe schon peinlich, wie schwach er eigentlich geworden war und wie tief er gesunken war - ihm war nicht einmal mehr nach irgendetwas zumute, am liebsten hätte er sich doch noch einmal übergeben.

      Rain versuchte ihn zu beruhigen und er wirkte so hell wie die Sonne selbst - Nayantai hatte nur ein Auge, mit dem er sehen konnte und die Fetzen, die von seinem Zweiten übriggeblieben waren, waren jetzt vermutlich auch mehr als nur unnütz, wenn sie sich einfach entzündeten. Sie mussten weiter, aber auch das schaffte der Wolf gerade nicht und eigentlich würde es ihm reichen, wenn zumindest die Schwellung und die Entzündung selbst etwas abklang - mehr brauchte er nicht. "Rain, du kannst doch nicht den ganzen Weg zu Fuß gehen!", protestierte er, während er ein Husten unterdrückte. Anstatt auf beide Beine zu kommen, drückte Rain ihn wieder in ihr sogenanntes Bett, in dem er eigentlich gelegen hatte - er fühlte sich miserabel und noch schlechter dadurch, weil das Lamm wohl mehr Kraft besaß als er. "Aber ich sagte doch, ich werde nicht krank ...!", zischte er angespannt, als wäre er sich gerade nicht sicher, wie viele Stricke in seinem Kopf eigentlich gerade rissen. Wenn er Rain nicht einmal mehr beschützen konnte, dann war er zu nichts zu gebrauchen, Nayantai war sich sicher, dass sich all das nur noch verschlimmern würde, egal, was geschah. "Ich weiß nicht, ob ich das kann ... aber du musst auf dich aufpassen! Und wenn du nicht zurück bist, bevor es dunkel wird, dann suche ich nach dir!", flehte er aufgelöst. Der Kuss war vermutlich der Tropfen, der das Fass schlussendlich zum überlaufen brachte - Rain hatte ihn schon öfter aufgelöst gesehen, wenn auch wegen gänzlich anderen Dingen. Nayantai konnte sich nicht mehrzusammenreißen, die Fassade bröckelte schließlich und heiße Tränen quollen aus seinem gesunden Auge und liefen über seine Wange - sein Gesicht verzog sich, die Hände, die auf ihm ruhten, machten es nicht besser. "E-Einverstanden. Aber du haltest dein Versprechen, ja?", schluchzte der Wolf, der untröstbar schien.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Nayantai, du sollst dich ausruhen. Mir wird nichts passieren.", Rain glaubte nicht, dass er auf Banditen traf, aber vielleicht auf ein paar verirrte, menschenfressende Wölfe. Er dachte besser nicht darüber nach und er hatte auch keine Wahl, er musste gehen. Sollte er welche treffen, dann waren sie vielleicht überrascht genug, dass Rain in ihrer Sprache um sein Leben flehen konnte und ließen ihn aussprechen. Wie dem auch sei, darüber konnte er sich Gedanken machen, wenn es so weit war. "Wie gesagt, die Stadt kann nicht so weit entfernt sein. Vertrau mir." Nayantai sah nicht so aus als wollte er sich beruhigen und Rain wusste nicht, wie er ihn dazu bringen konnte ihn gehen zu lassen. Nayantai würde sterben, wenn sie nichts unternahmen! "Mach dir nicht zu viele Sorgen und schlaf ein bisschen, du wirst gar nicht merken, dass ich weg war." Rain fühlte auf einmal Tränen auf seiner Hand und er lehnte sich etwas zurück um Nayantai ansehen zu können, der völlig aufgelöst schien. "Nayantai weine nicht... Alles wird gut.", versuchte Rain ihn zu beschwichtigen. Er streichelte weiter über Nayantais Kop, aber er musste wirklich gehen. Es tat Rain weh Nayantai so zu sehen, aber er wusste selbst, dass er langsam war und wenn er die Stadt bis zum Mittag nicht gefunden hatte, dann musste er wohl oder übel mit leeren Händen zurück kehren. Er gab Nayantai noch einen Moment, in dem er ihn weiter streichelte, dann ließ er seinen Kopf langsam zurück auf ihren improvisierten Polster. Rain zurrte noch die Decke fest und wickelte Nayantai fest ein, dabei wiederholte er wieder und wieder, dass er sich keine Sorgen machen musste. "Ich muss los. Ich komme zurück. Versprochen." Mit diesen Worten drückte er Nayantais Hand ein letztes Mal und stand dann auf.

      Er wollte Nayantai selbst nicht so zurück lassen, aber Rain zwang sich dennoch. Mit nichts weiter als den paar Münzen, einem leeren Rucksack und einem Messer, machte Rain sich zurück auf den Weg zu dem Fluss den er am Tag zuvor gefunden hatte. Er brauchte nur den markierungen vom Vortag zu folgen und beschloss dann auf der Anhöhe zu bleiben und den Fluss im Blick zu behalten, in der Hoffnung der Abstieg würde ihm irgendwo einfacher möglich werden. Rain hatte das Gefühl, dass er sich beeilen musste, aber er wusste auch, dass er nirgendwohin kommen würde, wenn er sich überanstrengte. Er ging also relativ langsam, machte dafür aber keine zu langen Pausen, dennoch musste er sich ab und an hin setzen und nach Luft schnappen. Hier draußen ganz alleine hatte er viel zu viel zeit sich darüber zu grämen, dass sein Körper zu nichts zu gebrauchen war, aber zumindest lenkte ihn das einigermaßen vor der Angst ab die er hatte. Noch nie war er draußen gewesen, schon gar nicht alleine und als er das Lager hinter sich gelassen hatte fühlte er sich furchtbar. jedes Geräusch ließ ihn zusammen zucken, aber er sah sich nicht um, er wollte es nicht wissen, er watete einfach nur weiter durch das Laub.

      Irgendwann machte der Fluss einen knick, aber ohne die Anhöhe und Rain legte eine Pause ein, in der er sich auf einen umgefallenen Baumstamm setzte und nach Luft schnappte. Gleichzeitig überlegte er, wie er da nach unten kommen sollte. Die einzige Lösung die er fand, war sich von Baum zu Baum herunter zu hangeln. Wie er wieder hinauf kommen sollte, darüber wollte er noch gar nicht nachdenken. Er war jetzt schon erschöpft. Ihm war kalt und trotzdem brannte der Schweiß auf seiner Stirn. Immer öfter brauchte er eine Pause um nach Luft zu ringen. Jedes Mal wartete er, dass die schwarzen Flecken am Rande seines Sichtfeldes wieder verschwanden. Nach einer Weile rappelte Rain sich wieder auf und wagte sich an die Steigung heran. Es war keine Klippe, oder ein Berg, es war einfach nur eine sehr steile Anhöhe. Er klammerte sich an den ersten Baum, dann beschloss er, dass er sich auf seinen Hintern setzte und so zum nächsten Baum rutschte, dann zum nächsten und zum nächsten und... der dünne Stamm an den Rain sich gelehnt hatte gab nach. Er verlor den Halt und im nächsten moment sah Rain wie sich die ganze Welt drehte. Er versuchte sich irgendwo fest zu halten, aber stattdessen stürzte er die letzten Meter des Hanges herunter. Er rollte über Äste, Steine und mindestens gegen einen Baum, bevor er am Fuße der Steigung zum Stillstand kam. Er hatte vorhin schon gedacht, dass ihm alles weh tat, aber jetzt war es noch schlimmer. Ihm fehlte die Luft zum Atmen und er schnappte nach Luft. Selbst nachdem er wieder einigermaßen ruhig atmen konnte, blieb er noch einige Minuten auf dem Waldboden liegen. Er kämpfte ein paar Tränen zurück, die sich ihren Weg bahnen wollten, aber Rain war nicht zum Weinen zumute weil er Schmerzen hatte, sondern weil ihn die Situation frustrierte und ein wenig überforderte. Ein Gedanke an Nayantai genügte jedoch, um ihn zurück auf den Boden zu holen und er rappelte sich langsam auf. Nichts schien gebrochen, nur seine Seite schmerzte, aber nachdem er die Stelle abgetastet hatte, war er sich sicher, dass es nichts weiter als eine Prellung war. Schnell überprüfte er, ob er den Beutel mit dem Geld auch nicht verloren hatte, aber der war noch an Ort und Stelle, trotzdem beschloss Rain ihn jetzt an seine Kleidung zu binden, nur für den Fall. Anschließend kämpfte er sich auf seine Beine.

      Der Fluss war jetzt nicht weit entfernt und Rain kämpfte sich durch ein wenig Dickicht ans Ufer. Er hatte zwar erst eine Pause gemacht, aber trotzdem kniete er sich auf die Steine am Ufer und schöpfte ein wenig Wasser. Er hatte seit gestern Abend nichts mehr getrunken und das holte er jetzt nach. Er wusch sich auch seine Hände auf denen er ein paar Schürfwunden entdeckte. Jetzt erst merkte er, dass auch sein Gesicht brannte. Da war kein Blut, außer ein wenig das von seiner Lippe zu kommen schien, aber vermutlich hatte er sich auch das Gesicht aufgeschürft. Das machte nichts, sagte er sich selbst, er wusch auch sein gesicht, trotz des Brennens und trank noch ein wenig mehr. Erst dann sah er sich ein wenig um und beschloss dem Fluss erst einmal am Ufer zu folgen, auch wenn es die holprigen Steine nicht einfach machten.

      Nachdem er der Krümmung des Flusses gefolgt war, konnte er seinen Augen kaum trauen. Von da an folgte der Fluss einer relativ geraden Linie und in einem Stück Entfernung entdeckte Rain eine Brücke. Das bedeutete Zivilisation, die Stadt musste dort in der Nähe sein! Mit neuem Mut machte Rain sich wieder auf den Weg, auch wenn die Brücke nur sehr langsam näher kam. Mittlerweile war es bestimmt nach Mittag, aber jetzt umzukehren wäre dumm. Mit weniger Pausen als zuvor schaffte er es schließlich die Brücke und anschließende Straße zu erreichen. Auf der Straße selbst war das gehen ein wenig einfacher, auch wenn er sich Sorgen darüber machte, wer ihn hier sehen konnte. Er zog seine Kapuze tief in sein Gesicht, entschied sich aber auf dem Pfad zu bleiben, statt sich durchs Dickicht zu kämpfen. Er erlaubte sich keine Pause mehr, selbst dann nicht, als er kaum noch sehen konnte wohin er ging. Stur starrte er auf seine Füße und setzte einfach einen vor den anderen.

      Schließlich erreichte Rain die Stadt, auch wenn es mehr ein kleines Dorf zu sein schien. Direkt davor gaben seine Beine nach und er blieb eine ganze Weile vor dem Dorfeingang sitzen, ihm war egal ob ihn dabei jemand sah. Er schnappte nach Luft, seine Beine taten höllisch weh und er zitterte am ganzen Körper, aber zumindest die Hälfte des Weges war geschafft. Als er es endlich schaffte sich wieder auf seine Beine zu kämpfen, betrat er das Dorf. Es schien wie ausgestorben, aber er fand ein Haus aus dessen Innerem Stimmen drangen und über dessen Tür ein Schild hing. Vielleicht eine Taverne, auch wenn Rain nie zuvor eine gesehen hatte. Vorsichtig bahnte er sich seinen Weg dort hin und klopfte an die Tür. Sie war verschlossen, vielleicht doch keine Taverne, aber Rain hörte Schritte die sich auf die Tür zu bewegten, bevor sie einen Spalt geöffnet wurde und ein paar misstrauischer Augen heraus lugte.
      "Wer bist du?", fragte die Stimme, aber das anfängliche misstrauen schien ein wenig nachzulassen, als die Person die zierliche Gestalt entdeckte, die kaum jemandem etwas antun konnte.
      "I-Ich... mein Vater schickt mich. Er... er hatte eine Unfall und er ist verletzt. Ich brauche Medizin.", log Rain sich eine Geschichte zusammen, aber er war auch sicher, dass er als wesentlich jünger durchgehen konnte, als er eigentlich war. Er bemerkte den musternden Blick und realisierte, dass er vermutlich nicht besser aussah als ein Bettler. "Ich kann auch bezahlen!", fügte Rain schnell an und nachdem die Frau die die Tür geöffnet hatte laut schnaubte, öffnete sie die Tür schließlich gänzlich.
      "Na schön, komm erst Mal rein.", murmelte sie und scheuchte Rain ins Innere. Dann schloss sie die Tür wieder und verriegelte diese sogar. Rain fühlte sich unwohl, aber er trat weiter in den Raum ein. Es waren noch mehr Leute hier, sie saßen beisammen und starrten ihn alle an.
      "Woher kommst du?", wollte die Frau wissen, die an Rain vorbei marschierte, der Blonde blieb einfach stehen wo er war. "Uhm... nicht aus der Gegend... Wir..." Rain musste sich eingestehen, dass ihm keine gute Lüge einfiel, auch wenn er mehrere Szenarien durch ging, nichts davon machte viel Sinn.
      "Bedräng den armen Jungen doch nicht so...", sprach einer der Männer und Rain war sehr dankbar dafür. "Was brauchst du?"
      "Oh ähm... mein Vater hat sich verletzt. Er hat mich geschickt um Medizin zu kaufen und vielleicht ein wenig zu Essen, bis es ihm besser geht." "Was fehlt ihm?", wollte der Mann wissen, winkte dann aber ab und stand auf. Er deutete Rain ihm zu folgen und führte ihn in ein angrenzendes Zimmer, wo er sich dem Blonden dann endlich als der Arzt des Dorfes vorstellte. Er erklärte Rain außerdem, dass sie in letzter Zeit immer öfter von Wolfsichtungen gehört hatten, weswegen gerade eine Sitzung stattfand. Waren sie also wirklich schon so nahe an der Grenze?
      "Und was ist mit dir passiert?", fragte er Rain dann, als der Blonde ins Licht trat und sein Gesicht nicht mehr völlig von der Kapuze bedeckt war.
      "Oh, ich bin auf dem Weg hierher gestürzt. Mir fehlt nichts.", erklärte er und der Arzt nahm es so hin. Anschließend beschrieb Rain Nayantais Lage, auch wenn er alles herunter spielte und behauptete, dass sein Vater ihn nur für den Fall geschickt habe, dass es schlimmer würde. Rain glaubte zwar nicht, dass ihm irgendjemand hier helfen wollte, aber andererseits wollte er auch nicht riskieren, dass sich ein paar Männer bereit erklärten mit ihm zu kommen, um seinen 'Vater' zu holen und in das Dorf zu bringen. Rain war nicht sicher ob der Mann vor ihm ihm glaubte, aber Rain präsentierte die Münzen die er besaß. Der Arzt nickte und stimmte zu ihm etwas zu verkaufen, auch wenn er sagte nicht viel erübrigen zu können, das selbe galt wohl für Nahrung.
      "Ich nehme auch altes Brot!", rief Rain aus als er das Gefühl hatte mit leeren Händen auszugehen und der Arzt seufzte, nickte und führte ihn dann zurück zu den anderen. Dort verhandelte er scheinbar in Rains Namen und ehe er sich versah bekam er drei große Laibe Brot in die Hand gedrückt. Rain packte diese in seinen Rucksack und folgte dem Arzt anschließend zu einem anderen Haus. Der Mann kramte ein paar Sachen hervor, erklärte Rain wozu sie gut waren und tauschte sie gegen den Rest der Münzen die Rain noch besaß. Ihm wurde nicht angeboten noch ein wenig zu bleiben, stattdessen bewegte der Mann sich zurück zur ersten Hütte, verabschiedete sich und warf Rain ihm wahrsten Sinne des Wortes die Tür vor der Nase zu. Rain war in Wahrheit einfach nur froh, dass er etwas bekommen hatte, auch wenn er vielleicht ein wenig zu viel dafür bezahlt hatte. Er musste sich ohnehin auf den Rückweg machen. Er war erschöpft, aber zumindest hatte er in dem Dorf kurz verschnaufen können. Ohne weitere Umwege machte er sich wieder auf den Weg.

      Rain nutzte die erste Pause die er einlegen musste dazu, ein wenig von dem Brot aus seiner Tasche zu kramen und zu essen. Er war hungrig und es war eine Weile her, dass er gegessen hatte, er wusste aber auch, dass sie sich die Vorräte gut aufteilen sollten. Nachdem Rain sich ein wenig gestärkt hatte, rappelte er sich wieder auf und ging weiter. Er merkte, dass die Dämmerung bereits einsetzte als er gerade Mal bei der Brücke angekommen war und er wusste, dass er es niemals zurück schaffen würde, bevor es dunkel wurde. Er hoffte inständig, dass Nayantai keine Dummheiten machte, aber würde Rain im dunkeln weiter gehen, dann hatte er ohnehin keine Chance, er würde sich nur verletzen. Er beschloss also die Brücke als Unterschlupf zu missbrauchen, immerhin bot sie ein Dach, für den Fall dass es regnete. Die folgende Nacht war vermutlich die schlimmste die Rain je erlebt hatte. Ihm war eiskalt ohne Nayantai an seiner Seite, nicht einmal eine Decke hatte er. Rain hatte sich zu einer kleinen Kugel gekrümmt, lehnte am harten Stein der Brücke und machte sich klein genug, damit seine Zehen nicht ins Flusswasser hingen. Er zitterte aus mehr als nur einem Grund. er hatte Angst, jedes Geräusch das er hörte, ob es eine Eule war, oder ein Fuchs der auf einen Ast trat, sogar das Zirpen der Grillen beunruhigte ihn. Der Wind ließ die Blätter bedrohlich rascheln und die Bäume unheimliche schatten werfen. Rain tat kein einziges Auge zu und als es hell wurde, fühlte sich sein gesamter Körper steif an.

      Ohne ein Frühstück machte er sich schnell wieder auf den Weg. Seine Tränen konnte er mittlerweile nicht mehr zurück halten. Er wollte nach Hause, oder zumindest zurück zu Nayantai. Sein hals tat weh und er zitterte, als er noch einmal aus dem Fluss trank. Der Husten den er schon fast wieder vergessen hatte wurde stärker und der Rucksack mit den Medikamenten und ihrem Proviant zerrte an seinen Schultern. Rain kam nur langsam voran und er stolperte mehr als nur einmal über seine eigenen Füße. Das Einzige was ihn antrieb weiter zu gehen war Nayantai, der vermutlich schon verrückt war vor Sorge und bestimmt irgendwelche dummen Ideen hatte. Rain musste sich vom Fluss weg bewegen und er musste eher früher als später den hang hinauf, damit er nicht an ihrem Lager vorbei lief. Erschöpft, verängstigt und weinend machte er eine erneute Rast am Fuße des Hügels und betrachtete den Weg der vor ihm lag. Er würde es niemals da hinauf schaffen, aber er musste irgendwie und so rappelte er sich ein weiteres Mal auf und versuchte sich von Baum zu Baum nach oben zu hangeln. Nach nur wenigen Metern rutschte er ab und rollte die Anhöhe wieder hinunter. Er versuchte es nochmal und stürzte noch einmal, dann nochmal. Irgendwann hatte er zumindest die Hälfte der Anhöhe hinter sich gelegt, aber er konnte nicht mehr. Er lehnte sich an einen der Stämme und schnappte nach Luft, er fühlte wie sie ihm entwich. Die Situation schien aussichtslos und je mehr Rain sich in seiner misslichen Lage verlor, desto weniger Luft bekam er. Er keuchte, schnappte nach Luft, lehnte sich zurück und schloss die Augen. Er konnte sich nicht mehr bewegen, sein Körper hatte keine Kraft mehr, alles tat ihm weh und er glaubte sogar schon Nayantais Stimme zu hören. Oder bildete er sich diese gar nicht ein? Rain hörte Laub rascheln und er öffnete die Augen. Da! Er hörte seinen Namen schon wieder. Er wollte nach Nayantai rufen, aber er bekam nicht mehr als ein leises Fiepen heraus.
    • Rain hatte leicht reden - es war nicht er, der momentan mit den Konsequenzen seiner Dummheit zu leben hatte - zumindest noch nicht. Nayantai wusste nicht so recht, was er davon halten sollte und woran er sich erst halten musste, und alles, das ihm in solch einer Situation einfiel, war, zu weinen und sich darüber aufzuregen, dass man ihn allein ließ, um ihn zu helfen. Das hatte Khasar doch auch behauptet und nie war er wiedergekommen! In seinem Delirium wusste Nayantai wohl nicht mehr, von alledem zu unterscheiden und noch viel schlimmer war es, als er damit anfing, Vergleiche zwischen einem Lebenden und einem Toten zu ziehen. Wer tat das auch? Allem Anschein nach Nayantai, der nicht alleine gelassen werden wollte, der über einen Kuss nicht sonderlich glücklich war und der, allem voran, gar nicht erst wissen wollte, wie es ihm sonst noch ergehen würde, wenn Rain sich nicht an sein vermaledeites Versprechen hielt. "Bitte, pass auf dich auf und komm schnell wieder ...", murrte der Wolf unzufrieden, noch immer mit seinen eigenen Tränen kämpfend. Nun lag er hier, mit einem vermaledeiten Wasserschlauch und einem Pferd in der Nähe, und Rain verschwand immer mehr am Horizont - die Stille, die sich nach dem Verschwinden von Rains Schritten ausbreitete, war unangenehm und Nayantai kam nicht zur Ruhe. Abertausende Szenarien schwirrten durch seinen verwirrten Kopf und jedes kleine Geräusch beunruhigte ihn. Er sollte sich ausruhen, ja, aber stillsitzen konnte er trotzdem noch immer nicht - plötzlich störte ihn sogar die Stille, weswegen er sich gen Rains besten Willen aufrappelte und zumindest ihr Gepäck nach etwas durchsuchte, das er notdürftig als frischen Verband verwenden konnte. Alleine zu stehen war schwer und sein Körper wollte in sich zusammensacken - der Wolf zwang sich dazu, und doch war er nach wenigen Minuten ausgelaugt genug, so dass er sich wieder in sein Bett sinken ließ und den Schabernack, den er soeben vorgehabt hatte, wieder vergaß. Immer wieder trank er aus dem Wasserschlauch und wischte sich Tränen aus dem Gesicht, versuchte sich zu beruhigen und allgemein weniger angespannt zu sein. Wie lang Rain wohl brauchte? Nayantai konnte all das nicht beurteilen und schlief an irgendeinem Punkt ein, an dem er sich durch aufsetzen nicht mehr wachhalten konnte. Als er wieder aufwachte, war es bitterkalt und stockfinster, selbst für ihn, aber außer ihrem Pferd war nichts in Nayantais Nähe - kein Feuer, kein Rain - gähnende Leere.

      Beinahe schon panisch machte sich der Wolf auf den Weg, versuchte in der Dunkelheit etwas zu erkennen und stolperte lediglich über seine eigenen Beine - er fluchte und beschwerte sich, hasste sich dafür, dass er Rain überhaupt gehen ließ, und hasste es, dass er sich kaum aufrichten konnte. Schlussendlich zog er sich wieder zurück und saß dort, am Höhleneingang, neben ihrem Pferd und wartete auf Rain in Dunkelheit, lauschte den Grillen und den Eulen, dem Rascheln der Blätter, dass ihn in den Schlaf lullte, und - ... wie spät war es noch gleich? Nayantai zwang sich wieder auf die Beine, Panik machte sich in ihm breit und die Tatsache, dass er einfach eingeschlafen war, war unverzeihlich - Rain konnte sonst etwas passiert sein! Der Wolf stolperte aus ihrem Unterschlupf und fing an, wie verrückt nach dem Lamm zu rufen. "RAIN!", stieß er aus, ignorierte die wispernden Stimmen und die offensichtlich verschwommenen Einbildungen, gleich wie das Fieber und den Husten. Er war verrückt vor Sorge und auch, wenn er in ihrem Lager bleiben sollte, war das dem Wolf plötzlich egal - es war so, als nutzte er gerade jedes bisschen Energie, das er noch aufbringen konnte. "RAIN, WO BIST DU?", schrie der Wolf besorgt, und vermutlich auch komplett von allen guten Geistern verlassen. Es dauerte eine Weile, bis er zu dem Hang kam, den Rain genommen haben musste - und bis er sich selbst dazu entschied, langsam diesen hinabzusteigen. Verflucht nochmal, er würde Rain auch zu Fuß finden. "Rain, wo bist du!?", murrte der Wolf noch verzweifelt, als er langsam aber sicher den Abhang hinunterstieg und sein eingeschränktes Blickfeld bestens abdeckte. Lange dauerte es nicht, bevor er neben einem kleinen Häufchen Elend stand, dass sich gegen einen Baum gelehnt hatte. "RAIN!", rief Nayantai lediglich, bevor er sich zu Boden fallen ließ und das Lamm fest drückte.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Nayantai hätte nicht aufstehen sollen und trotzdem war Rain froh seine Stimme zu hören, aber er konnte nicht nach ihm rufen und am Besten kam der Wolf auch gar nicht erst auf die Idee, den Abhang ebenfalls herunter zu stolpern. Es ging ihm nicht gut, er kam kaum auf das Pferd, wie sollten sie jemals wieder nach oben kommen? Rain versuchte sich aufzurichten, er versuchte einen laut aus seiner Kehle zu bekommen, aber es gelang ihm nicht. Er sah nur eine verschwommene Gestalt auf sich zu kommen, weil er es nicht schaffte seinen Arm zu heben und die Tränen aus seinen Augen zu wischen. Schließlich hörte er seinen Namen erneut, er hörte das Laub neben sich rascheln und plötzlich fand er sich in einer engen Umarmung wieder. "Du... du hättest nicht...", begann Rain, aber ein Husten unterbrach ihn. Er zitterte und weinte und jetzt da Nayantai ihn fest hielt konnte er sich nicht mehr zusammen reißen. Er begann zu schluchzen, aber schaffte es nicht einmal seine Arme zu heben, um die Umarmung zu erwidern. "Es tut mir Leid!", brach es aus ihm heraus, weil er wusste, dass er Nayantai nur Sorgen bereitet hatte und dass er sein Versprechen gebrochen hatte.

      Rain fühlte sich elend, er hatte Nayantai große Sorgen bereitet und er war extra wegen ihm aus der Höhle gekrochen, obwohl er sich hätte ausruhen sollen. Der weg zu dem kleinen Dorf war kein weiter gewesen, jeder normale Mensch hätte den Weg vermutlich in einem halben Tag zurück gelegt - hin und zurück - aber Rain konnte kaum ein normales Tempo halten, noch konnte er mehr als eine Stunde am Stück gehen, wenn überhaupt. Der Husten der schlimmer als zuvor zurück gekehrt war vermischte sich mit dem Schluchzen. Rain war immer noch eiskalt, er fühlte sich als würde sein Körper sich nie wieder aufwärmen können. Sein gesamter Körper tat weh, allem voran seine Beine und die geprellten Rippen auf denen sich mittlerweile bestimmt ein dunkler Fleck abzeichnete. Die salzigen Tränen die über Rains Gesicht liefen brannten in den Schürfwunden von seinem Sturz. Trotzdem konnte er nicht behaupten, dass es eine schlechte Idee gewesen war alleine los zu gehen. Er hatte Medizin und Vorräte dabei, brachte es aber nicht zustande Nayantai diese Nachricht mitzuteilen.
    • Wieso war er dem Lamm überhaupt nachgerannt? Nayantai war nicht klar, wie lang er gerannt war, oder wieso er ausgerechnet jetzt die Beine in die Hand genommen hatte, aber er wusste, dass er nicht ohne Rain sein wollte, dass er es nicht aushielt, wenn er von dem Lamm entfernt war, und dass sein Herz bis in sein Hals hochkroch, wenn es weiterhin so pochte - der Wolf hasste es, wenn er darüber nachdenken musste, dass Rain etwas passiert sein könnte und jetzt, wo er ihn wiedergefunden hatte, ließ all das plötzliche Adrenalin, das sich in seine Adern gepumpt hatte, auch nicht gleich nach. Er drückte einen Kuss auf Rains Stirn, keuchte und hustete selbst, aber er hörte Rains erschöpfte, kratzige Stimme - er hatte die Nacht hier draußen überlebt, aber ihm war doch sicher kalt! "Und du wärst nicht wiedergekommen, hast du hier die ganze Nacht gelegen!?", wollte er aufgeschreckt wissen und sah sich das Lamm an, dem er mit seinem Ärmel den Tränenschwall aus dem Gesicht tupfte. "Dass muss es dir nicht.", murmelte der Wolf, der sich eingestehen musste, dass er Todesangst um das Schaf gehabt hatte, das ihn einfach so alleine gelassen hatte. Rain sah zerstört aus, und so, als wäre er den Hang eventuell doch ein paar mal heruntergestolpert, aber Nayantai fragte nicht nach.

      Der Wolf nahm sich vor, Rain sein zu lassen und ihn nicht Löcher in den Bauch zu fragen - stattdessen bemühte er sich, die Tränen weiterhin aus seinem Gesicht zu wischen und ihm sanft über den Kopf zu streicheln. "Alles wird gut, ja?" Nayantai wusste nicht, wie viele Rains vor ihm saßen, vielleicht waren es sogar drei oder vier, aber er wollte nicht weiter darüber nachdenken und hockte sich stattdessen vor dem Blonden hin, dann er ungeachtet aller anderen Tatsachen in seine Arme zog und sich dann auf beide Beine stemmte, als wäre es das Einfachste der Welt - seine eigene Kehle brannte, das Blut, das sich in seinem Körper verteilte war nicht in seinem Kopf und kurz wurde ihm schwindlig, bevor er die Gedanken abschüttelte und gefühlte hunderte Bäume sah, die bei seinem Weg nach unten nicht hier gewesen waren. "Wir gehen zurück, wir brauchen Schlaf. Und Wasser. Und einander.", bemerkte er heiser, kaum stemmte er sich auf seine Beine - der Aufstieg war schmerzhaft, oftmals hustete Nayantai und musste sich gegen einen Baum fallen lassen, damit sie nicht abrutschten, und dennoch brachte er sie beide in einem Stück nach oben, auch, wenn er sich vollkommen erschöpft fühlte und Rain vor sich her trug, um ihn zurück in ihre Höhle zu schleppen, wo er ihn auf ihrem Deckenbett ablegte und ihm den Rucksack abnahm, bevor er ihm den Wasserschlauch präsentierte. "Trink.", war seine einzige Aufforderung, während er damit anfing, Rain aus Teilen seiner Kleidung zu schälen, damit er sich ansehen konnte, wie zerkratzt er war - auch, wenn Nayantai seine unnatürlich heiße Stirn sofort gegen den eiskalten Rücken des Lammes drücken musste und für einige Momente die Augen schloss. "Tut mir ... leid, ich bin ... müde ...", nuschelte er nur, bevor er anfing, ihn abzutasten.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain schaffte es nicht irgendetwas zu sagen, aber auf Nayantais Frage hin schüttelte er den Kopf. Er war noch nicht allzu lange hier, aber er war erschöpft und überrascht, dass er es überhaupt so weit geschafft hatte. Er hustete erneut, versuchte Nayantai nicht ins Gesicht zu husten und der Wolf tat das Gleiche. Nun ging es ihnen beiden schlecht und Rain fragte sich, ob er nicht alles noch schlimmer gemacht hatte. Rain fühlte sich schlecht weil Nayantai sich jetzt wieder um ihn kümmern musste und ihm die Tränen aus dem Gesicht wischte. Schließlich stemmte sich Nayantai sogar auf seine Beine, mit Rain in seinen Armen, der sich nicht einmal mehr an ihm festhalten konnte. Mehr als ein besorgtes Geräusch konnte Rain nicht von sich geben, er wollte nicht, dass Nayantai sich überanstrengte, aber ausreden konnte er es ihm auch nicht. Es dauerte eine ganze Weile bis der Wolf es den Berg hinauf geschafft hatte und das Keuchen und Husten seinerseits ließ Schuldgefühle in Rain aufkeimen. Auch wenn Nayantai recht damit hatte, dass sie sich vermutlich in die Höhle zurück ziehen sollten, er überanstrengte sich gerade viel zu sehr...

      Rain hatte es fast alleine zurück zu ihrem provisorischen Lager geschafft, aber auch nur fast. Sie hatten jetzt zwar Proviant, aber sie müssten ihre Wasservorräte auch wieder auffüllen, ebenso sollten sie das Pferd trinken lassen. Den Fluss erneut zu erreichen war viel zu gefährlich. Rain wünschte er könnte selbst wieder zu Kräften kommen, aber selbst als Nayantai ihn in der Höhle auf ihrer Decke absetzte, konnte er kaum aufrecht sitzen. Er zitterte am ganzen Körper, half aber so gut er konnte mit den vollen Rucksack los zu werden. Als er den Wasserschlauch in die Hand bekam, taten seine Finger so sehr weh, dass er ihn kaum öffnen konnte und als er den Schlauch dann an seinen Mund führte, trank er nur ein kleines Bisschen, weil er Angst hatte sonst alles zu verschütten. Er legte den Schlauch geschlossen wieder beiseite und wollte Nayantai eigentlich sagen, dass er sich nicht verletzt hatte, aber er brachte immer noch kein Wort heraus. Stattdessen fühlte er hinter sich auf einmal eine heiße Stirn. "I-Ich... bin nicht... verletzt...", brachte er heraus und zumindest seinen Atem bekam er wieder einigermaßen unter Kontrolle. Rain zuckte, als Nayantais Finger die geschundene Stelle an seiner Seite berührten, aber viel lieber hätte er sich einfach umgedreht und sich mit Nayantai zusammen hingelegt. Ihm war so unsagbar kalt...
    • Nayantai suchte nach Dingen, die gar nicht erst existierten, und doch konnte er nicht anders, als haufenweise Kratzer an Rains Rücken zu erspähen, die eigentlich gar nicht dort waren, oder so groß, wie seine müdes, überanstrengtes Auge ihm einredete. Gerade noch wollte er sich an Rain schmiegen, tastete seinen Rücken ab und presste seine warmen, dennoch zittrigen Hände dagegen, bevor ihm einfiel, dass das nur für mehr Ärger sorgte - ungeahnt vieler Dinge zog Nayantai ihn wieder an und hustete selbst in eine andere Richtung, bevor er Rain in ihr Bett legte, ja fast niederdrückte. "Tut dir irgendetwas weh?", nuschelte er, aber auch, wenn er die langsam aufkommenden, blauen Flecken zu genüge gesehen hatte, konnte er damit auch nichts mehr anfangen. Für den Moment wollte er sich nicht rühren, stattdessen lockerte er seine eigene Kleidung wieder, um das warme Kältegefühl loszuwerden. Zum einen war ihm unangenehm heiß, zum anderem bitterkalt, und doch fühlte er sich nur ausgeglichen, wenn Rain in seiner unmittelbaren Nähe war - und jetzt, wo sie beide wieder beisammen waren, fühlte er sich beinahe schon erfüllt, da schien es peinlich genug, dass er es vorhin nicht geschafft hatte, ähnlich zu denken. Wieso hatte er Rain auch gehen lassen? Er war ein Idiot!

      Kaum hatte er zumindest einen Teil seiner Kleidung beiseite geschält, zog er Rain an sich heran und legte sich neben ihn - so, dass er ihm auch in die Augen sehen konnte, und hüllte seinen Mantel, den er gerade notdürftig ausgezogen hatte, über sie beide, bevor er die Decke auch noch über sie stülpte - über sie beide und ihre Köpfe - und Nayantais Stirn gegen die von Rain drückte. Einen Arm hatte er unter das Lamm gelegt, sich in sein Oberteil gewurmt, damit er ihm über den eisigen Rücken streicheln konnte und mit der Anderen fuhr er zärtlich über die Wange des Blonden, nur um noch weitere Tränen zu entfernen, sollten sie über Rains Gesicht kullern. "Ich wollte dich gestern schon suchen, aber ich ... ich konnte nicht. Ich war so müde, es tut mir leid.", nuschelte er unzufrieden und rieb ihre beiden Nasen gegeneinander, als wolle er Rain nicht auch noch die eigene Seuche als Krankheit aufdrücken, die er vermutlich gar nicht erst haben konnte. Seine Wunde pochte, Nayantai war übel, jetzt, wo sein Herz nachließ und all das Adrenalin aus seinen Adern entschwand, und ihm war unter der Decke plötzlich unsagbar heiß - Rain kühlte ihn ab. "Wir sollten uns ausruhen, nur für heute, ja? Und morgen ziehen wir dann weiter ...", philosophierte er zuversichtlich, nichtsahnend, was das Lamm schlussendlich wirklich bewerkstelligen konnte. "Ich bin so froh, dass du wieder da bist ..." Der Tag ohne Rain hatte sich angefühlt wie ein Jahrtausend.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain war kalt, aber es machte in diesem Moment keinen Unterschied ob er bekleidet war oder nicht, die Kälte saß in seinem ganzen Körper, hatte sich in seine Knochen und sein Blut gefressen und ließ ihn nicht mehr los. Es zeichneten sich tiefe Ringe unter seinen Augen ab, zusätzlich zu der Verfärbung von seinem Sturz und seine Lippen waren vermutlich bläulich gefärbt. Rain wusste gar nicht wie er auf Nayantais Frage antworten sollte, alles tat ihm weh, noch mehr wenn er sich bewegte, aber es war nichts Schlimmes, keine Fleischwunde und nichts war gebrochen. Rain schüttelte müde den Kopf und ließ sich auf ihr provisorisches, hartes Bett drücken. Nayantai sollte sich auch hinlegen und das tat er auch. Rain fand sich bald unter einem dicken Mantel und einer Decke wieder, aber was viel wichtiger war, er spürte Nayantais Hände auf seinem Körper. Er war warm, heiß sogar, zu heiß, wegen des Fiebers, das wusste Rain, aber er selbst war das genaue Gegenteil. Eine Nacht alleine im Freien hatte ihm zugesetzt und er war eiskalt. Während Nayantai ihn wärmte, kühlte er den Wolf ab.

      Rain hob seinen Arm, er hätte nie gedacht, dass so etwas so schwer sein konnte. Er legte seine Hand auf Nayantais Wange, er war so froh wieder bei ihm zu sein. Leicht schüttelte er seinen Kopf und schluckte, sein Mund fühlte sich trocken an. "Ich... ich war gestern... viel zu weit weg...", murmelte er, seine Augenlider fühlten sich schwer an, aber er hatte ja letzte Nacht auch kein Auge zu getan. "Ich hatte Angst...", gab er anschließend zu. Nayantais Stimme zu hören fühlte sich gut an und seine Nähe zu spüren noch besser. Selbst wenn Rain die Augen schloss war er noch da. "J-ja... ich habe auch Essen mitgebracht..." Rains Stimme zitterte immer noch, sein ganzer Körper tat es, es würde wohl eine Weile dauern, bis er sich wieder aufgewärmt hatte. Seinen Husten schluckte er so gut es ging hinunter, damit er Nayantai nichts ins Gesicht hustete. "Ich bin... auch froh... es tut mir Leid...", murmelte Rain weil er wusste, dass er viel zu lange gebraucht hatte. Er konnte seine Augen jedoch kaum noch offen halten. "Medizin... ist auch im... Rucksack...", murmelte er und er fühlte wie etwas an seinem Bewusstsein zerrte und ihn schlafen lassen wollte. Den restlichen Tag mussten sie sich beide ausruhen und deshalb sah Rain auch keinen Grund weiter gegen die Müdigkeit anzukämpfen.