spellbound. (earinor & akira)

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    • Fhaergus dies, Fhaergus das - ach, wie er dieses kalte Stück Dreck doch verabscheute. Wer kümmerte sich auch schon um ein Land ohne Zukunft wenn der Einzige, der irgendetwas gegen den Fall seiner Heimat ausrichten konnte, womöglich schon von wütenden Wölfen zerfleischt worden war, weil er sich über die Jahre hinweg die Hände schmutzig gemacht hatte und lieber auf einen senilen Greis hörte, der glaubte, den Tod seiner Frau und seines Sohnes rächen zu können? Grayson verstand sie nicht, aber das musste er auch gar nicht - so lange er sich an den König klammerte und weiter daran festhielt, dass er derjenige war, der in Wahrheit all das und noch viel mehr haben könnte, indem er nach der Pfeife des Mannes tanzte, aber auch das war erst der Anfang von so vielen Dingen, die schon bald ein Ende nehmen würden. Das, was Grayson von Lavern wollte, war mehr Land - selbst, wenn es mickrig war, wie Fhaergus, störte es ihn nicht weiter, immerhin war seine Majestät gütig genug, ihm all das hier zu überlassen, brachte er ihm sein Spielzeug wieder, das sich einfach - mitsamt Caelan von Fhaergus - in Luft aufgelöst hatte. Dennoch war es nicht sonderlich schwer, zumindest zu raten, wo sich das vermaledeite Biest befand, an dem sich seine Exzellenz einen Narren gefressen hatte - und wer wäre Grayson, wenn nicht ein Samariter, der sich seinem Herren erbarmte? Das hier war nur ein Mittel zum Zweck, zumindest redete er sich das ein.

      Wie zu erwarten war es, unter anderem, nicht sonderlich schwer nach Fhaergus vorzudringen - allem voran weil Darragh von Alster keinerlei unnötige Fragen stellte, sondern sie einfach nur passieren ließ, nachdem Grayson dem Greis zumindest irgendetwas aufgetischt hatte. In Wahrheit konnten sie beide sich nicht wirklich ausstehen, aber sie klebten beide an den Worten ihres Königs, einzig und allein weil sie von ihm und seiner jugendlichen Naivität profitierten - oder nicht? Allerdings stellte sich ihm jetzt schon die Frage, was er mit Rain von Fhaergus anzustellen hatte, immerhin war seine fortwährende Existenz nicht weiter nötig, vor allem dann nicht, wenn sein Land erst ihm gehörte und er ihm die frohe Botschaft überbringen konnte, dass auch sein Vater ihm nicht mehr helfen würde. Lebte Caelan noch, dann würde es wohl in seinem eigenen Interesse liegen, nicht mehr hier aufzutauchen, aber was wusste Grayson schon über einen alten, sturen Eber, der in jedweder Erzählung als Eigenbrötler und Sturkopf dargestellt wurde? Nichts, das ihn interessierte - gleich wenig, wie ihn der Schnee interessierte, der noch immer hier herumlag, oder aber die Soldaten, die zu nichts zu gebrauchen waren. Es fühlte sich so an, als hätte der Wind des Krieges jeden brauchbaren Mann aus Fhaergus verweht und das, was zurückblieb, war nicht genug um Widerstand zu leisten - egal, wie nah er dem Anwesen kam, er brauchte keinen seiner Finger zu krümmen und eigentlich hatte er sich mehr erwartet, selbst als er durch eiserne Tore schritt und sich seinen Weg in das innere des Gebäudes bahnte. War das hier eine Falle? Nein, so sah es zumindest nicht aus.

      "Sucht nach dem Wolf", brummte er einige seiner Soldaten an, bevor er mit dem Rest von ihnen nach oben zog und nach dem Ort suchte, an dem sie sich alle verstecken konnten. Was Grayson nicht erwartete, war das Bild, das sich ihm bot, als einer seiner Soldaten die Tür des Arbeitszimmers aufstieß. "Schön dich zu sehen, Rain", feixte er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Nun, welches Spiel wollten sie beide wohl spielen? Hatte der Sohn des Ebers kein Ass im Ärmel, keine Überraschung, die er ihm auftischen wollte? "Und?", fragte er, während sein Blick durch die Gegend schwankte und er nach Dingen suchte, die er übersehen haben könnte. "Willst du ... dich einfach so ergeben?", wollte er schließlich wissen, doch etwas verblüfft über das, was hier gerade passierte. Seit wann war es so leicht ein Land einzunehmen?
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Die Meisten von Fhaergus Soldaten waren nicht hier, sie waren in Thria, um den Krieg des Königs zu führen und das mitten im Winter, was an sich schon eine Ausnahme war, die Rain sehr verwunderte. Dass Lavern nun hier einfiel und weder Alster, noch Wezette etwas dagegen tun würden, ließ Rain nur noch mehr vermuten, dass der König hinter all dem hier steckte und dass er einen Plan ausgereift hatte, noch bevor Rains Vater hier angekommen war. Oder war es gar so, dass der Fürst von Fhaergus den Wolf nicht etwa zugeschoben bekommen hatte, dass er ihn gar nicht los werden hätte sollen, sondern dass Caelan von Fhaergus ihn einfach aus dem Kerker des Königs befreit hatte? Aber wieso würde er ihn dann hier her bringen und nicht mit in seine Heimat nehmen, wieso würde er sein Land und seinen Sohn für einen Wolf in Gefahr bringen, nachdem er so viele von ihnen getötet hatte und eventuell sogar dabei gewesen war, als Nayantai in die Fänge der königlichen Armee geriet? Rain fühlte sich, als wäre er der Einzige der im Dunkeln über das gelassen wurde, was den ganzen Winter lang schon am Brodeln war, während Fhaergus in seiner eigenen Welt, abgeschirmt von Außen, geschlafen hatte.

      Fhaergus hatte nichts das sie Lavern entgegen setzen konnten, waren sie doch schon über die Pässe in das Land eingedrungen. Alles was das Land vorzuweisen hatte waren ein paar Jäger, Bauern und Minenarbeiter. Die wenigen Soldaten die das Anwesen schützen waren nicht genug gegen die Armee von Lavern, die sich offenbar nicht in Thria aufhielt, die Soldaten an den Außenposten waren vermutlich bereits tot und auch die Stadtwache konnte nicht viel ausrichten. Abgesehen davon wollte Rain die Stadt nicht in ein Kriegsgebiet verwandeln, dort gab es weder Stadtmauern, noch sonst etwas das die Bevölkerung schützen konnte, Fhaergus Berge waren immer alles gewesen, was das Land gebraucht hatte. Auch im Sommer war Fhaergus immer unterbesetzt, die Verteidigung ihres Landes war nie sonderlich wichtig gewesen, waren sie doch umzingelt von Bergen und Verbündeten die feindliche Truppen aufhalten, oder zumindest ankündigen konnten. Dass ihr Nachbar sie jetzt angriff, damit hatte weder Rain noch sein Vater gerechnet und dass sie es überhaupt wagten bedeutete für Rain, dass sein Vater entweder tot war, oder selbst in Gefangenschaft geraten war. Ein Kampf war an diesem Punkt sinnlos und der Versuch einen jungen, kranken Fürsten zu retten, der nirgendwohin flüchten konnte, weil er gar keinen Fuß für die Tür setzen konnte, das würde nur für unnötiges Blutvergießen sorgen. Er konnte nicht flüchten, er konnte sich nicht verstecken, er konnte nirgendwohin und das Anwesen war bereits umstellt.

      Als die Tür aufgestoßen wurde sah Rain keinem geringeren entgegen, als dem Fürsten von Lavern selbst. Er war nur ein paar Jahre älter als Rain, wenn überhaupt und sie hatten sich nie gut verstanden. Trotzdem hätte Rain ihm das hier nicht zugetraut, dass er einen Fürsten, seinen Nachbarn einfach hinterging und mit seiner Armee einfach hier einmarschierte. Rain hätte stutzig werden sollen, als er keine Briefe von außen erhalten hatte und auch keine Information darüber, dass Händler zurück in das Land kamen. Grayson von Lavern musste die Grenzen von Fhaergus abgeriegelt haben, damit niemand von der Armee die vor Fhaergus Tür stand berichten konnte und das wiederum musste heißen, dass Alster und eventuell sogar Wezette davon gewusst hatten und es zuließen. Das wiederum ließ Rain zu dem Schluss kommen, dass der König selbst diesen Feldzug erlaubt hatte. Lavern, Alster und Olette standen immer schon auf der guten Seite des Königs, während Rains Vater trotz allem immer zuerst an Fhaergus gedacht hatte, das hatten sie wohl nun davon. Seine Bevölkerung in noch mehr Schwierigkeiten bringen, das wollte Rain jedoch nicht. "Es ist nicht nötig Blut zu vergießen.", gab Rain schweren Herzens zurück, der sich hinter seinem Schreibtisch aufgebaut hatte und zumindest ein bisschen Stärke und Würde ausstrahlen wollte. "Trotzdem würde ich eine Erklärung begrüßen." War sein Vater tot? Der einzige, der den Frieden scheinbar allein durch seine Anwesenheit bewahrt hatte? Der sich mit seinen Männern auf dem Schlachtfeld mal um mal bewiesen hatte, so dass sich niemand mit Fhaergus anlegen wollte, obwohl die Armee nicht sonderlich groß war? Sie im Winter nach Thria zu schicken, galt das nur dem Plan sie auszulöschen und Fhaergus einzunehmen, weil sie nicht so viele Waffen geliefert hatten, wie der König es sich gewünscht hatte? Nicht so viel Nahrung, weil Fhaergus lieber sein eigenes Volk ernähren wollte? War Caelan von Fhaergus tot, dann machte das Rain offiziell zum Fürsten von Fhaergus und in den ersten Minuten seines Amtes, hatte er es scheinbar schon verloren.
    • Was er mit Rain anstellen sollte, das wusste Grayson noch immer nicht so ganz - der König hatte kein Interesse an jemandem wie ihm und alles, was ihn wirklich interessierte, war der Wolf, der auch noch irgendwo sein musste. Hm, aber was dann? War es wirklich wichtig, was mit einem gefallenen Fürsten geschah? Ihn mit nach Lavern zu nehmen, das wäre wohl oder übel eine Verschwendung seiner Zeit und Ressourcen, wenn die spindeldürren Beine des Blonden sein eigenes Gewicht gar nicht tragen konnten. "Ein Pazifist, hm? Nun, ich rege mich nicht darüber auch - ich sollte mich eher bedanken, du ersparst mir die unnötige Arbeit, deine Soldaten auseinanderzunehmen", entgegnete er Rain. Nicht, dass es ihn störte, aber irgendetwas stank gewaltig zum Himmel - zumindest war er misstrauisch genug, all das hier nicht sofort als einen Sieg zu akzeptieren, für den er eigentlich hätte kämpfen sollen. Aber vielleicht war er zu misstrauisch, weil er sich selbst einredete, dass hier etwas nicht in Ordnung war, obwohl all das hier vollkommen egal war, oder nicht? Grayson war sich sicher, dass er sich nicht immer selbst zu hinterfragen hatte, dass es keinen Grund dazu gab, die Taten oder Worte seiner Exzellenz zu hinterfragen, sondern einfach das zu nehmen, das ihm in den Schoß fiel.

      "Eine Erklärung? Du stellst Forderungen obwohl du nicht einmal mehr ein Land hast, das du dein eigen nennst? Nun gut, so nett kann ich wenigstens zu dir sein." Wie amüsant es doch werden würde, die gemischten Emotionen auf dem Gesicht des Blonden zu sehen? Nun, Grayson wollte nicht länger hier herumstehen, sondern bahnte sich seinen Weg zum Arbeitstisch, an dem der Blonde stand, um ihm auf die Pelle zu rücken. "Dein Vater wurde nach Thria geschickt, weil er unserem König ein Dorn im Auge war - da wir schon ewig nichts mehr von ihm gehört haben, haben ihn die Wölfe bestenfalls gefangen genommen oder zerfleischt", erläuterte er dem unwissenden Fürsten, der schon gar keiner mehr war - nein, er hatte nicht nur seinen Rang und Namen verloren, bald vielleicht auch schon sein Leben, wie es vor Jahren hätte sein sollen. "Was auch immer, nachdem er uns jetzt nicht mehr im Weg steht, möchte unser König sein kleines ... nennen wir es, Souvenir wieder. Und jemand, der kompetent genug ist, Fhaergus zu leiten." Was sonst könnte er Rain auch noch auftischen, nachdem er mit seiner Hand über den Tisch reichte und den Kragen des fremden Hemdes zu greifen bekam? "Da du dich ihm auch eher weniger beugen wirst, habe ich mich erbarmt, seiner Exzellenz unter die Arme zu greifen - und wenn ich ihm sein Wölfchen präsentiere, dann kann ich Fhaergus dafür haben. Nicht, dass ich dieses nasse und kalte Drecksloch wirklich will, aber es ist ein Mittel zum Zweck für mich." Dann zog er an Rains Hemd, damit er die Distanz zwischen ihnen schließen konnte, mit einem Ruck, der ihn hoffentlich nicht ins stolpern brachte. "Also, Rain, wo versteckst du das Vieh?"
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    • Dass der Fürst von Lavern und seine Männer auch noch Gefallen daran gefunden hätten jeden einzelnen von Rains Soldaten zu töten bekräftigte Rain wenigstens in seinem Beschluss einen Kampf zu vermeiden. Rain hatte nichts zu erwidern, er hatte eigentlich gar nichts mehr, im wahrsten Sinne des Wortes. Dennoch, egal ob Fürst oder nicht, egal ob sein Vater noch lebte, oder er den Titel bereits unwissentlich geerbt hatte, er war nun hier und musste mit dieser Situation lösen. Fhaergus mochte sich ergeben, aber Rain hatte nicht vor um Gnade zu betteln, er hatte nicht vor schwach zu wirken, auch wenn jeder der anwesenden wusste, dass er zumindest keine körperliche Stärke besaß, dass er vermutlich nicht einmal ein Schwert heben konnte. Er bezweifelte, dass ein Gespräch mit dem König dazu führen konnte, dass Fhaergus wieder ihm gehörte, oder dass er überhaupt eine Audienz bekommen konnte, trotzdem stand er hier mit erhobenem Haupt und blickte dem Mann ins Gesicht, der ihm sein Land stahl.

      Dem Fürsten von Lavern schien es nichts auszumachen Rain die Situation zu erklären, im Gegenteil, er hatte wohl darauf gewartet. Rain konnte sich nicht erinnern ihn jemals verärgert zu haben, aber das hier war wohl seine Art und er tat alles um dem König zu gefallen. Abgesehen davon wusste er selbst, dass Fhaergus mehr war als ein kaltes Tal umringt von Bergen, auch wenn die Minen nicht so hübsch waren wie all die Weingärten in Lavern, so brachte das Erz mindestens genau so viel Geld ein und darauf wollte er bestimmt nicht verzichten. Rain glaubte kaum, dass er Fhaergus regieren konnte und er glaubte nicht, dass er den Anforderungen des Königs gerecht werden konnte, womöglich war er der nächste der sein Land verlor, wenn er erst einmal merkte, dass es einfach nicht genug Arbeitskräfte gab um noch mehr der wertvollen Metalle abzubauen. Die einzige Sorge die Rain hatte, galt der Bevölkerung die unter all dem zu Leiden hatte und die es nicht so einfach akzeptieren würden, dass ihnen ihr Land bald nicht mehr gehörte. Sie alle hielten viel von Rains Vater. Was sollte Rain tun? Sollte er einfach zusehen was passierte, vermutlich von seinem Grab aus, oder sollte er Grayson helfen einen Bürgerkrieg zu verhindern? Würden sie dem Mann der ihr Land einfach so herschenkte überhaupt zuhören? Würden sie auf irgendjemanden hören der nicht Caelan war?

      Rain blieb ruhig stehen als der vermeintliche neue Fürst von Fhaergus auf ihn zuschritt und ihn über den Tisch weg betrachtete, um ihm mit einem ekelhaften Grinsen zu bestätigen, was Rain bereits vermutet hatte. Trotzdem, zu hören, dass sein Vater wahrscheinlich wirklich tot war ließ Rain schlucken, auch wenn er versuchte sich nichts davon anmerken zu lassen. Er wusste, dass der Tag irgendwann kommen würde, aber so bald? Caelan hatte so viel für das Königreich getan, hatte so viel geopfert, war jedes Jahr aufs Neue an vorderster Front in diesen Krieg gezogen und so dankte man es ihm? Rain war traurig, aber wohl viel mehr wütend und er biss die Zähne zusammen, ohne seine Augen von Grayson abzuwenden. Nur einen kurzen Moment schweifte sein Blick zu den Soldaten die sich ergeben hatten und denen die Nachricht bestimmt ebenso aufs Gemüt schlug. Ein weiterer Blick galt seinen eigenen Männern als sein Kragen gepackt wurde, nur um sicherzustellen, dass sie den Befehl sich zu ergeben vielleicht plötzlich doch nicht mehr so ernst nehmen wollten. Es fiel Rain schwer dem fremden Fürsten zu antworten, er war sich nicht sicher was geschehen würde sobald er den Mund öffnete, womöglich sagte er noch etwas, das er bereut hätte. Nur als Grayson offensichtlich von Nayantai zu sprechen begann horchte Rain auf. Was hatte sein Vater sich gedacht, als er ihn hierher gebracht hatte? Rain keuchte ein wenig als an seinem Kragen gezerrt wurde und er stützte sich mit den Händen auf seinem Schreibtisch auf, während er in die braunen Augen seinen Gegenübers blickte. "Hier ist niemand außer ich, meine Männer und die Bediensteten.", erklärte er bestimmt und es war nicht einmal gelogen. Dass Grayson nach Nayantai fragen musste sagte Rain wenigstens, dass der Wolf es wohl an seinen Soldaten vorbei geschafft hatte und hoffentlich bereits über alle Berge war. Zumindest würde es eine Person geben die Rain wichtig war und überlebte, auch wenn er seine Versprechen nicht halten konnte.
    • Spielte er mit offenen Karten, so tat es ihm sein Gegenüber gerade gleich. Grayson wusste, dass sie beide nie auf einen grünen Zweig kämen, strengte er sich nicht zumindest ein kleines bisschen an und versuchte Rain zumindest irgendwo zu ergründen - nicht, dass er ihn brauchte, aber wenn er doch noch mit ihm spielen wollte, bevor er ihm den Gnadenstoß gab, wieso nicht? Das hier war immerhin noch immer sein Spiel und die Neuigkeit, die er dem Blonden überbringen durfte, war umso schöner, als er ein gewisses Zucken in den Zügen des Gesichtes des Blonden wahrnahm. Wer wäre nicht traurig über den Tod seines eigenen Vaters? "Ach Rain, sieh mich doch nicht so an. Wenn dein Vater nicht so ein Narr gewesen wäre und einfach das getan hätte, was der König von ihm wollte - oder weniger auf diesen alten Idioten aus Alster gehört hätte - dann hättet ihr doch wenigstens zusammen sterben können." Grayson war sich wohl noch immer zu sicher in seinem Vorhaben, aber was sollte er schon groß tun, außer sich als geduldig und als Erlöser desjenigen zu zeigen, der ohnehin nicht lange zu leben hatte? Nun, er selbst sah sich immerhin noch immer als Samariter an, der nur das tat, was für Adrestia gut war, auch, wenn er über Leichen gehen musste.

      "Und wo soll dein Vater den Wolf sonst versteckt haben?" Seine Stimme klang plötzlich schroff, beinahe schon aufgekratzt, weil er nicht das bekam, was er wollte. Rain hatte keinerlei Boden, auf dem er stehen konnte, keinen Grund, ihn anzulügen - und war der Wolf nicht hier, dann hatte Grayson ein Problem, das weitaus gravierender war, als Rains bloße Existenz. "Wo ist er? Er muss hier sein, keiner hat eine Leiche gefunden und dass dein Vater ihn laufen gelassen hat, ist unwahrscheinlich", zischte der Brünette - die Wut kochte in ihm augenblicklich hoch, aber ... für den Moment musste er sich zusammenreißen, nicht? So lange er das bekam, was er wollte, war es egal wie - weswegen er Rain auch weiter über dessen Tisch zog, als er vermutlich sollte. "Komm schon Rain, du hast nichts zu verlieren - wenn du mir nicht sagst, wo er ist, gibt es nur noch mehr Gründe, wieso du morgen nicht erleben wirst - du weißt doch, dass ich dich für Hochverrat ankreiden kann, oder? Willst du das denn?" Wenn er schon nicht mit den richtigen Karten spielte, vielleicht reichte es dann auch, dem Blonde einfach Angst zu machen? Oder sollte er doch lieber demonstrieren, dass er ... "Ich kann dir natürlich auch wehtun, wenn du das lieber möchtest ... oder deinen Bediensteten."
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    • "Fhaergus kann die Forderungen des Königs nicht erfüllen und daran wirst du auch nichts ändern.", erwiderte Rain der kurz darauf schluckte und sich fragte, ob er das vielleicht besser nicht gesagt hätte. Er konnte nicht sagen, dass er jemals mit so einer Situation Konfrontiert gewesen war, oder überhaupt mit jemandem, der nicht das Beste für Rain wollte. Wen hatte Rain auch schon gehabt, außer seine Familie und als nach Gäste zu besuch gekommen waren, da hatte man auch mehr Respekt vor seinen Gastgebern gehabt und ein Kind wie Grayson es war hätte es nicht gewagt so über den Fürsten seines Nachbarlandes zu sprechen. Rain und sein Vater kamen nicht gut miteinander aus, sie waren grundverschieden und auch diese Situation hätte Caelan von Fhaergus wohl anders gelöst, trotzdem stieß es Rain sauer auf, wenn nicht er, sondern sein Vater so kritisiert wurde. Er wünschte Grayson nicht, dass er ebenso versagte und ausrangiert wurde, eventuell war er sogar besser geeignet als Rain, um Fhaergus zu führen, aber die Ideen des Königs waren einfach unrealistisch und Grayson würde der nächste sein, der seinen Kopf verlor.

      Dass der König sich ihm ebenso schnell entledigen konnte wie Rain wurde recht schnell klar. Warum auch immer Caelan den Wolf hier her gebracht hatte und warum auch immer der König ihn jetzt zurück haben wollte, lieferte der Fürst von Lavern nicht aus, so würde er auf einmal ein großes Problem bekommen. Vielleicht hatte der König Caelan den Wolf nur anvertraut, damit er ihn eben des Hochverrats bezichtigen konnte und so aus dem Amt heben konnte, wäre er doch aus Thria zurück gekehrt. Wie sicher konnte Rain sich auch sein, dass keiner seiner Männer, oder Bediensteten davon sprechen würde, dass Nayantai kein Gefangener hier war? Andererseits war es auch schon egal. "Du kannst das ganze Anwesen durchsuchen, dur wirst keinen Wolf finden.", gab er erneut zurück, erneut, das war keine Lüge. Er biss die Zähne erneut zusammen als Grayson erneut an seinem Kragen zerrte und ihn bald gänzlich über den Tisch gezogen haben würde. Er musste ruhig bleiben, ansonsten hatte er schon verloren und in der Rolle des Fürsten von Fhaergus fiel ihm das auf jeden Fall leichter als einfach nur als Rain. Seine Männer verließen sich auf ihn und würde Rain die Nerven verlieren, würden sie sich wohl nicht mehr so ruhig verhalten, es fiel ihnen jetzt schon schwer, das konnte Rain sehen. Außerdem würde sein eigener Körper ihm einen Strich durch die Rechnung machen, sollte Rain all das noch näher an sich heran lassen und vor dem Fürsten von Lavern wollte er sich keine Blöße geben. Er wunderte sich selbst darüber, dass es ihm bisher einigermaßen gelungen war. "Ihr habt meinen Vater aus dem Weg geräumt und seid hier einmarschiert, du hättest mich ohnehin nicht am Leben gelassen.", erwiderte er, Gnade konnte er nicht erwarten, wenn das eine Option gewesen wäre, dann hätten sie versucht Rain als Fürsten auf ihre Seite zu ziehen, aber jetzt wo schon eine Armee in seinen eigenen vier Wänden stand war das zu spät. Der Tod war für Rain außerdem weitaus weniger beängstigend als für die Meisten anderen, das glaubte er zumindest, so konnte er sich erklären, warum er nicht nachgab. Vielleicht hatte er auch die Sturheit seines Vaters geerbt, wer wusste das schon. Dennoch sah er dem Tod ins Auge seit er denken konnte, dass es früher oder später so weit kam war klar gewesen und er hatte schon weit über die prognostizierten Jahre gelebt, die man ihm gegeben hatte. Er wollte nicht sterben, er hatte Angst davor, aber auf der anderen Seite hatte er sich sein Leben lang darauf vorbereiten können, weil er wusste, dass jeder Tag sein letzter gewesen sein könnte. Sein Blick galt wieder ganz Grayson als er die nächste Drohung erhielt. "Meine Bediensteten haben nichts damit zu tun! Ich habe die Antworten nicht nach denen du suchst und sie auch nicht, daran wird sich nichts ändern! Ich weiß nicht wo der Wolf ist den du suchst!"
    • "Na und?", brummte Grayson, der sich gar nicht erst auf eine Diskussion wie diese einlassen wollte. Man hatte ihm Land versprochen, so lange er dem König einen Wolf lieferte und man hatte ihm noch so viel mehr versprochen, wenn er es schaffte, die restlichen Forderungen des Königs zu erfüllen. In Wahrheit war es wohl dumm, dem König zu glauben, oder zu behaupten, dass der Jungspund auch nur einen Tropfen des gesunden Menschenverstandes inne trug, aber Grayson konnte sich auch nicht aussuchen, wer auf dem Thron saß und ihm Befehle gab, nachdem er schon beinahe nach ihnen lechzte und hoffte, endlich erhört zu werden. Dass er, grundsätzlich, derjenige war, der sich selbst in den Abgrund stieß, das fiel ihm gar nicht auf. "Du zu viel Stuss. Nur weil du und dein Vater nicht wollt, heißt das noch lange nicht, dass ich kann - und wenn ich dein Volk dazu zwingen muss, ist es mir egal." Fürst von Fhaergus hin oder her, es brodelte vermutlich nicht nur sein eigenes Blut. Hierbleiben wollte er gar nicht erst, sobald die Sache geklärt war, so glaubt er, könnte er irgendeinen seiner eigenen Bediensteten damit betrauen, hierzubleiben, die Drecksarbeit zu erledigen und alles zu seiner und der Zufriedenheit seiner Exzellenz zu erledigen. Mehr war auch gar nicht nötig, oder? Der König würde nicht hinterfragen, wer nun in Fhaergus auf dem Thron saß oder wer es in Lavern tat, solange Grayson Verantwortung für die Dinge übernahm, die geschahen und sich ehrfürchtig zeigte, weil man ihm so viel auf einmal anvertraute.

      War es Rains Ziel, ihn zum Narren zu halten oder sprach er wirklich die Wahrheit? Ach, was wusste Grayson schon, was kümmerte es ihn, egal war es doch, wie sich der Blonde verhielt, solange er nicht auf die Idee kam, sich die Finger an ihm zu verbrennen, weil er glaubte, er könnte etwas gegen seinen eigenen Fall tun. "Das heißt also, der Wolf ist nicht hier - aber das lässt doch nicht ausschließen, dass er hier war, oder?", fragte er, ein verschmitztes Grinsen zierte seine Lippen. Wenn der Wolf bereits über alle Berge war, dann hatte er Probleme, aber keinem seiner Soldaten war das Vieh untergekommen, als sie hierher marschiert waren. Das hieß entweder, dass Rain den Wolf schon viel früher hatte gehen lassen, oder aber, dass Caelan ihn wirklich umgebracht hatte, so wie es ihr König ihnen aufgetragen hatte - dann musste er sich wohl etwas besseres einfallen lassen, um nicht augenblicklich ersetzt zu werden. "Hätte ich das nicht? Ach, Rain, du kennst mich wohl doch zu gut, obwohl du noch nie wirklich viel mit mir geredet hast." In Wahrheit verabscheute er den Blonden wohl deswegen, glaubte, dass er sich für etwas besseres hielt, obwohl Grayson selbst viel besser wusste, was es war, das ihn an Rain störte. Wieso lebte er noch, wenn er selbst nicht stark genug war, sich am Leben zu halten? Nun, egal wieso oder weswegen, es interessierte ihn dann doch wieder nicht. Ruckartig ließ er von Rain ab, ließ ihn auf den Boden sinken und überlegte sich seine nächsten Schritte. "Du weißt nicht wo er ist, weil du ihn laufen gelassen hast? Oder du weißt nicht, wo er ist, weil du Angst davor hast, dass ich ihn in der Luft zerreiße? Heißt das, wenn ich das ganze Anwesen auf den Kopf stelle, dann finde ich keine Kleidung dieses Viehs und auch keine einzige Haarsträhne? Oder reicht es, wenn ich deine Bediensteten auspeitsche, bis sie mir sagen, was ich von ihnen wissen will?"
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    • Was würde der Fürst von Lavern von Fhaergus Bevölkerung verlangen, um zu bekommen was er wollte, was er selbst brauchte, um nicht selbst in der Gunst des Königs zu sinken? Rain hatte bereits aufgegeben, aber weder das, noch ein Kampf würden sein Volk vor einem tyrannischen König schützen und auch nicht vor einem größenwahnsinnigen Fürsten, der mit allen Mitteln versuchen würde zu Liefern, was sein Herrscher von ihm verlangte. Was brachte Rain ein Titel, wenn er ihn keine zehn Minuten verteidigen konnte? Hatte er sein Volk im Stich gelassen? Seine Familie verraten? Fhaergus war so alt wie Adrestia selbst, aber seine Linie starb mit Rain und sein Volk hatte niemanden mehr der es beschützte, niemandem dem sie wichtig waren. Rain suchte nach einem Ausweg, einer Lösung, aber da war nichts, gar nichts, er war machtlos, so wie er es immer schon gewesen war, er konnte nichts tun. Wenn er gekonnt hätte, hätte er sich bei jedem einzelnen entschuldigt, aber auch das half niemandem. Seine Fassung zu bewahren fiel ihm schwerer und schwerer.

      Dummerweise war der Fürst von Lavern kein Idiot und er konnte eins und eins zusammen zählen. Er war sich wohl sicher, dass der Wolf irgendwann einmal hier gewesen sein musste, was auch immer das dann für ihn oder den König bedeutete. Der Griff um Rains Kragen lockerte sich und erst jetzt merkte Rain, dass seine Knie zitterten, wieso konnte er nicht mehr wie sein Vater sein? Rains Hand glitt zu seinem Hals und er schloss für einen Moment die Augen, um zu versuchen seinen eigenen Körper zu beruhigen, aber bei all dem was auf ihn herein stürzte war das nicht so einfach. Sein Vater war vermutlich tot, sein Land wurde ihm gerade aus den Händen gerissen, sein Volk würde darunter leiden und er selbst lebte nicht mehr lange. Wäre er alleine gewesen, dann hätte er sich vielleicht von der Seele geweint was gerade so schwer auf ihm lastete, aber nicht hier, selbst dann nicht, wenn seine Lippen zitterten und er nicht wusste, was er noch tun konnte um allen in seiner Umgebung zu helfen. "Tust du das hier deshalb? Weil ich nicht dein Freund bin?", fragte Rain beinahe schon trotzig. Sie hatten sich als Kinder nicht verstanden und Rain hatte sich allgemein schwer getan sich mit irgendjemandem anzufreunden, wie auch, wenn er kaum jemanden zu Gesicht bekam? Aber das war ein dummer Grund um ihm sein Land zu entreißen. Rain stützte sich an seinem Schreibtisch ab, sah den Fürsten von Lavern nicht mehr an, aber hörte ihm zu. Er biss sich selbst auf die Zunge, er konnte jegliche Gegenstände die Grayson finden konnte erklären, sie waren immer hier gewesen, da machte die geflickte Kleidung des Wolfes auch keinen Unterschied mehr und er würde keine Haare finden, selbst wenn, sie waren offensichtlich nicht Rains, aber es gab auch in Fhaergus Menschen mit dunklen Haaren. Aber der Fürst von Lavern wollte Antworten und er würde sie von irgendjemandem bekommen, auch Rain konnte nicht dabei zusehen wie seine Bediensteten für seine Fehlentscheidungen bestraft wurden, er konnte nicht still sein. Es war ihm egal was Grayson mit ihm anstellte, aber er stellte sein eigenes Leben, das ohnehin nicht mehr lange dauern würde, nicht über das seines Volkes. So oder so würden sie Nayantai nicht finden und Rains Leben war vorbei, selbst wenn er Nayantai in einem Kerker gehalten hätte. "Er ist vor ein paar Tagen geflohen. Ich weiß nicht wo er ist! Meine Männer haben nach ihm gesucht, ihn aber nicht gefunden."
    • "Selbst die kleinsten Vögel können singen, wenn man sie unter Druck setzt, hm?", bemerkte Grayson schlussendlich, der alledem hier nicht mehr sonderlich viel abgewinnen konnte. Das hieß also, dass das Vieh hier gewesen war, so wie er es ohnehin vermutet hatte. Das machte ihm aber auch sein eigenes Leben nicht leichter, weil es ihn noch immer einzufangen galt und dem König auf dem Silbertablett präsentiert werden musste. War dieses Ding zu lange hier gewesen, dann hatte es sich vermutlich von seinen vermeidlichen Blessuren erholt, zumindest ließ Grayson es stark anmuten, wusste er doch, wie leichtfertig seine Exzellenz mit seinen Spielzeugen umgehen konnte, wenn es ihn gerade nicht interessierte, wer sich welche Knochen brach, sondern dass es sich angehört hatte, als wären es Widerworte. Eigentlich, so glaubte er, war selbst der König widerwärtig. Auf der einen Seite wollte er die Wölfe loswerden und doch hielt er sich Spielzeug, nur, weil es ihm Narren einredeten, die selbst keinen besseren Zeitvertreib hatten, als Bestien für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Nun, nicht, dass er groß darüber urteilen konnte, was um ihn herum geschah, oder dass es ihn interessierte - entweder, man hasste die Ausgeburten der Hölle, die Kinder des Teufels, die aus Vargland kamen, aus einem Gebiet noch kälter, ekelhafter und unwirtschaftlicher als Fhaergus. Hätte man ihm Alster angeboten, dann hätte Grayson auch nicht nein gesagt, aber selbst jetzt glaubte er eher, dass Darragh von Alster ihn entzwei reißen konnte, oder zumindest genug loyale Soldaten hatte, um es für ihn zu tun.

      "Rain, wir sind beide keine kleinen Kinder mehr. Es interessiert mich nicht, ob wir Freunde sind oder nicht - der einzige Vorteil daran, dass wir es nicht sind, ist, dass ich dich ohne schlechtes Gewissen aus dem Weg räumen kann", erklärte er dem Blondschopf, bevor er sich selbst wieder anzustrengen hatte. Der Wolf war hier gewesen, aber es war wohl schon zu spät um im verwehten Schnee nach Fußabdrücken zu suchen. Seine Männer loszuschicken, um irgendwelche Bürger zu bedrohen, obwohl sie nichts wussten, weil der Wolf nicht dumm war, das würde ihn auch nur in seiner jetzigen Position einschränken. Grayson seufzte. "Weißt du wohin er gerannt ist? Oder sind deine inkompetenten Wachen nicht einmal in der Lage, ihn mit Pferden zu verfolgen? Ich denke, es wäre wohl ohnehin gut, sie auspeitschen zu lassen - sie würden wohl keine Sekunde in Thria überleben", feixte er, der wusste, dass er selbst auch nicht besser war. Caelan von Fhaergus, oder in diesem Fall nur Caelan, war wohl oder übel jemand, der für sich selbst behaupten durfte, seine Männer nie im Stich gelassen zu haben während der Rest von ihnen - oder zumindest ein Großteil davon - sein Dasein in ihren warmen Anwesen fristete und lediglich mit wenigen Worten Befehle erteilten. Dieser Krieg zog sich doch ohnehin schon viel zu lange hin. "Mehr will ich von dir gar nicht. Sag mir, wohin das Vieh gerannt ist, damit ich es suchen lassen kann, dann sehe ich keinen Grund, irgendjemandem wehzutun - ich glaube, das liegt auch in deinem Interesse, nicht?" Wo zum Teufel waren eigentlich die Spatzenhirne, die er damit betraut hatte, das Anwesen zu durchsuchen?
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    • Der Fürst von Lavern hatte bereits heraus gefunden wie er Rain zu bringen konnte ihm zu sagen was er wissen wollte, oder zu tun was er von ihm verlangte. Er war zu weich für einen Fürsten, einen Anführer, auch wenn es sich hier nur um das Leben eines Wolfes handelte, das er hatte schützen wollen. War es denn für jemanden in seiner Position in Ordnung sich so herum schubsen zu lassen? War es in Ordnung so schnell nachzugeben, nur weil er nicht wollte, das irgendjemand verletzt wurde? Lavern hatte ihm den Krieg erklärt und Krieg bedeutete, dass Menschen auf beiden Seiten starben, genau so wie sie es in Thria taten. Wenn Rain erst einmal die volle Verantwortung getragen hätte, hätte er es dann überhaupt übers Herz gebracht, seine Soldaten in die eisige Kälte zu schicken um zu sterben und diejenigen zu töten, die das gar nicht verdient hatten? Aber in eben dieser Situation, was sollte er tun? Er hatte keine Verbündeten, Alster sag vermutlich gerade dabei zu wie das hier geschah, ebenso wie all die anderen Länder und Rain konnte es seinem Freund in Wezette nicht verübeln, ein Risiko dabei einzugehen Fhaergus zu unterstützen. Wenn der König beschlossen hatte, dass Rains Linie sterben sollte, dann würde ihm niemand aus der Patsche helfen.

      "An deiner Stelle wäre ich vorsichtig, dass ich nicht der Nächste auf der Abschussliste unseres Königs bin. Ohne meinen Vater hätte Adrestia nie so viel Land gewinnen können und das hier ist der Dank dafür? Du kannst noch so viel für unseren König tun, am Ende wirft er dich genau so weg, sobald du dir einen winzigen Fehler erlaubst, wie zum Beispiel den Wolf nicht zu finden den er unbedingt zurück haben will." Rain hatte genug, er würde keine Chance bekommen vor dem König zu sprechen und ihn zu bitten seine Meinung zu ändern, ganz abgesehen davon, dass er eine Reise nach Myriad ohnehin nicht überleben würde. Auch von dem Fürsten der gerade vor ihm stand konnte er keine Gnade erwarten, nachdem dieser wie eine Marionette den Launen des Königs folgte, in der Hoffnung mehr Reichtum anzuhäufen. Wieso sollte Rain noch seinen Mund halten? Wieso sollte er Grayson nicht genau sagen, was ihn erwarten würde, wenn er den Wolf nicht zurück brachte und das würde er nicht. Nayantai hatte Zeit sich zu erholen, selbst wenn ein paar Soldaten ihn ausfindig machen würden, das hieß noch lange nicht, dass sie ihn zurück nach Myriad schleifen konnten. Wenn er schon selbst keinen Sieg davon tragen konnte, dann sollte doch zumindest Nayantai einen haben und zurück nach Hause kehren können. Dass Adrestia dabei war zu zerfallen war durch diesen Verrat offensichtlich, Fhaergus Kampfkraft würde der königlichen Armee fehlen, Rains Vater an der Spitze würde fehlen und das war gut so. Die Lebensmittelknappheit würde nicht enden, der Mangel an Bauern in Myriad konnte nicht durch Fhaergus ausgeglichen werden, egal wie grausam Grayson über dieses Land herrschen würden und wenn ihm das einmal klar wurde, dann wäre es zu spät und der König würde auch ihn ersetzen, bis er irgendwann alleine dastand und die Wölfe zurück erobern konnten was ihnen gehörte. "Ich weiß nicht wohin er ist. Nach Hause vermutlich. Wie ich schon sagte, ich kann dir keine Antworten geben, die ich nicht habe. Nachdem du meine Männer an den Grenzen vermutlich ausgeschalten hast, müssen es ja deine Männer sein an denen er vorbei gelaufen ist."
    • Grayson wusste also, dass kein Wolf hier war, dass der König sein Spielzeug dem falschen Mann überlassen hatte und Grayson wusste auch, dass er dumm genug war, sich ewig lang mit Rain aufzuhalten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis man jemanden nach ihm schickte, der fragte, wieso er so lange brauchte, oder wo das Schoßhündchen seiner Exzellenz war, mit dem er endlich wieder spielen wollte. Natürlich war ihr König ein törichter Mann, jemand, der Geduld nicht kannte und sich viel lieber damit befasste, mehr über sich selbst und seine eigenen Probleme zu erfahren, als dass er sich mit denjenigen befasste, die für ihn litten. Grayson war für ihn nicht mehr als eine Schachfigur, vielleicht sogar nicht mehr als ein Bauer, aber er hatte noch immer zu wenige Fürsten, um sie als die solchen anzusehen und trotzdem stürzte er seine eigenen Figuren - auf dem Schachbrett war wohl alles schwarz, oder alles weiß und seine Hoheit spielte gegen sich selbst, weil er Niemanden leiden konnte, war es nicht so? Rains Worte ließen ihn aufhorchen, aber sie waren genug, damit er die Miene verzog, genug, damit er fühlte, wie ihm selbst mulmig in der Magengegend wurde und genug, um seine Hand nach Rains Kragen auszustrecken, ihn über den Tisch zu ziehen und ihn an der Kehle zu packen. Tatsächlich reichten diese Dinge, um jemandem, der unter Druck stand, den letzten Funken Geduld aus dem Körper zu treiben, das war offensichtlich.

      "Weißt du eigentlich, was für Dinge du von dir gibst!? Dein Vater mag für Adrestia einen Nutzen gehabt haben, aber du nicht - das hattest du noch nie! Sei froh, dass du überhaupt so lange überlebt hast! Das hast du auch deinem Vater zu verdanken!", zischte Grayson, der augenblicklich wieder von Rain abließ, als hätte er für einen Moment die Fassung verloren. Viel eher lag es wohl daran, dass er Schritte in den Gängen hörte, die sich endlich auf dem Weg zum Arbeitszimmer machten. "Wir konnten keinen Wolf finden, mein Fürst", sprach einer der Männer, die er vorhin losgeschickt hatte. Natürlich konnten sie das nicht, dieses Vieh war gar nicht hier, das hatte Rain ihm schon eigebläut. Ach, wie er diesen nach Luft lechzenden Idioten hasste - er war nicht mehr wert als ein Grashalm im Winterwind. "Das weiß ich! Wieso steht ihr hier noch dumm herum!? Sucht das ganze Gebiet ab und schickt Boten zu den Grenzen, ich will nicht, dass dieses Vieh auch nur einen Schritt aus Fhaergus macht!" Es könnte zu spät sein, all das auf hektische Art und Weise zu erledigen, aber ... mehr blieb ihm auch nicht übrig, als das Nötigste zu versuchen, nicht? "Der König darf nichts davon erfahren oder ich sorge eigenhändig dafür, dass er euch vorher den Kopf abhackt, verstanden!?" "J-Jawohl!" Und so schnell wie sie angetrabt kamen, verschwanden die Neuzugänge auch wieder aus dem Anwesen, bevor Grayson sich dem Rest der Partie widmete. "Und wieso steht ihr noch so dumm hier herum? Kümmert euch um diese nutzlosen Bediensteten und Wachen!" Der Rest seiner Soldaten wagte es also wirklich, das Gesindel aus Rains Arbeitszimmer zu bringen. Grayson hatte, mehr oder minder, den Verstand verloren. "Und du, Rain von Fhaergus, ich hoffe, du hältst mehr aus als einen Windstoß."
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    • Als Rain ausgesprochen hatte was er sich dachte, hatte er bereits gewusst, dass Laverns Fürst seine Worte nicht einfach ignorieren würde, vor Allem, weil er wohl genau wusste, dass Rain recht hatte. Er glaubte zwar nicht Grayson davon überzeugen zu können dem König hier und jetzt den Rücken zuzukehren, aber darauf hatte er es auch nicht angelegt. Er hatte einzig und allein genug davon in das selbstgefällige Grinsen des brünetten Mannes zu sehen, der so dreist war einen Fürsten gleichen Ranges so zu behandeln. Er war es leid sich bedrohen zu lassen, wenn er doch ohnehin bald tot wäre, Rain war keineswegs so kränklich und schwach, dass er sich alles gefallen ließ, oder sprach da nur aus ihm was Nayantai ihm beibringen wollte? Vielleicht waren es auch die Gene seines Vaters die ihn dazu veranlassten den Fürsten herauszufordern, wissend, dass er ihm körperlich nichts entgegen zu setzen hatte, wissend, dass er trotzdem noch schwach und zerbrechlich war. Er merkte dies nur zu gut, als er über den Tisch gezerrt wurde, als wäge er nichts. Grayson war vielleicht nicht so groß und muskulös wie Caelan und erst recht hatte er nichts von Nayantai, aber es fiel ihm trotzdem leicht das Fliegengewicht zu packen und mit ihm anzustellen, was auch immer er wollte. Rain schnappte nach Luft als der Griff um seine Kehle sich zuzog, sich in solch einer Situation zu beruhigen war beinahe unmöglich und die Soldaten, die ihre Waffen abgelegt hatten zuckten, wollten eingreifen, wussten aber genau, dass Graysons Männer sie im schlimmsten Fall einfach töten würden, bevor sie bei ihrem Fürsten angelangt waren.

      So weh der Griff um seine Kehle auch tat, umso schmerzhafter waren die Worte die Rain an den Kopf geworfen wurden und die Tatsache, dass es stimmte was der Fürst von Lavern da ausspuckte. Viele Menschen in ganz Adrestia hatten immer Respekt vor Rains Vater gehabt, sogar Grayson schien immer noch ehrfürchtig, auch wenn er seinem Sohn nicht denselben Respekt entgegen brachte, aber Rain selbst hatte nichts von Caelan, gar nichts. Welchen Nutzen hatte er, außer die Geschäfte in Fhaergus zu führen, während sein Vater ums Überleben kämpfte? So schnell Rain gepackt wurde, so schnell ließ man auch schon wieder von ihm ab. Er sackte zu Boden, seine Beine wollten ihn nicht mehr tragen und sein Körper verlangte nach Sauerstoff. Während Grayson seinen Soldaten irgendetwas anschaffte, lehnte Rain sich am Boden sitzend an den Schreibtisch und erinnerte seinen Körper daran, wie man atmete. Es war nicht das erste Mal, dass Rain so auf dem Boden kauerte, aber bisher war immer jemand für ihn da gewesen. Nun war seine Mutter tot, ebenso wie sein Vater und der Rest seiner Familie. Seine Bediensteten und Freunde wurden zusammen getrieben und wer wusste was mit ihnen geschah und Nayantai war fort, hoffentlich weit weg, aber jedenfalls nicht hier, um Rain im Arm zu halten, bis er es geschafft hatte sich selbst zu beruhigen, damit sein eigener Körper ihn nicht umbrachte. Rain kniff seine Augen zusammen und biss sich auf die Lippe, wie sollte er in so einer Situation ruhig bleiben? Er musste es einfach, zwang sich zu ein paar tiefen Atemzügen und öffnete seine Augen schließlich wieder, nur um dem Mann, der ihm den Rest seines Lebens gewaltsam wegnahm, entgegen zu blicken. "Ich hab dir... alles gesagt was ich... weiß. Was... willst du noch?", fragte er keuchend. Tränen standen ihm in den Augen, wobei das mehr daran gelegen hatte, das er für einen kurzen Moment geglaubt hatte, er müsse ersticken, dennoch versuchte er sie wegzublinzeln, bevor sie seine Wange herunter kullern konnten.
    • Fhaergus gehörte ihm, obwohl er das nicht mehr wollte - all das hier, jeder Mensch, jeder Haufen Elend, war sein Problem, obwohl er nur Befehle bellen konnte und nichts weiter zu tun wusste, als sich selbst zu gefallen. Wenn er sich diese Situation doch noch etwas länger schön redete, so bildete er sich ein, wäre es wohl auch vollkommen egal was er noch versuchen würde - er bekäme, was er wollte, koste es, was es wollte und wenn es das Leben von Rain war, dann schenkte er dieses so bereitwillig her wie das derjenigen, die er gerne auf die Schlachtfelder in Vargland entsann, in das Land der Dämonen, das er gar nicht haben wollte. Vermutlich lebte Grayson in Adrestia nur seinen Größenwahn aus, weil sein Herr und Meister, seine Hoheit, das Land der Wölfe haben wollte und sich um sein eigenes Land oftmals einen Dreck scherte, weil es ihn nicht interessierte, was er tun konnte, wenn Krieg die bessere, angenehmere und lieblosere Variante war. Dennoch, einen Krieg gegen die Wölfe zu gewinnen hatte sich anfangs leichter angehört als gedacht, selbst, als Darragh ihn damals angezettelt hatte und dass es mehr als zwanzig Jahre dauerte, ihn zu Ende zu bringen, zeugte davon, dass die Wölfe nicht strunzdumm waren. Grayson wollte zwar selbst das nicht wahrhaben, aber schlussendlich musste auch er sich eingestehen, dass er die Kriegsführung doch etwas anders erwartet hatte - stattdessen, auch, wenn es keiner bestätigen wollte, fingen sie an, Adrestia von innen zu zerlegen, weil es einem törichten, jungen Mann auf dem Thron nicht schnell genug ging.

      Rain war nicht mehr als ein Sack Kartoffeln, der ihm aus der Hand fiel und in sich zusammensachte und Grayson wusste nicht, was er tun sollte, wusste nicht, was er mit ihm anstellen sollte - vielleicht war es doch die Reue, die er spürte, weil er sich einem nicht ebenbürtigen Gegner zu stellen hatte, der lieber um sein Leben winseln würde, es aber nicht tat, weil er ohnehin nur schlechte Karten hatte. Nun, was genau sollte er mit Rain von Fhaergus anstellen? Ihn foltern, bis ihm doch noch etwas über die Lippen rutschte, oder doch lieber dafür sorgen, dass er für immer schwieg? Er seufzte, erneut, weil er nicht wusste, was ihn selbst belustigte. "Bringt seine Wachen weg und schafft mir seine Bediensteten vom Leib - aber lasst sie am Leben, vielleicht sind sie ja doch noch brauchbar. Durchsucht das Anwesen, ich will, dass es leer ist - und sucht mir eine Peitsche." Seinen Frust an einem anderen Fürsten auszulassen, den Frust der dadurch entstand, weil er den Wolf nicht fand, war immens und es änderte sich auch nichts daran, als sich das Arbeitszimmer leerte, als Rain diverse Emotionen ins Gesicht geschrieben standen und sich Graysons Lippen lediglich nach oben, in ein verschmitztes Grinsen kräuselten, während er selbst den Angstschweiß spürte, der seinen eigenen Körper benetzte, weil Rain recht hatte. "Ich weiß nicht, meinen Frust an dir auslassen? Oder dich eventuell dafür bestrafen, dass du einem Fürst widersprochen hast, wo du selbst doch weder Rang und Namen hast - such es dir aus."
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    • Rain wusste nicht, was er fühlen sollte. Er hatte im Endeffekt immer alles gehabt, eine Familie, ein Dach über dem Kopf und so viel zu Essen wie er nur wollte, auch wenn er oftmals gar nichts davon wollte. Er hatte so viele Menschen die sich um ihn gekümmert hatten, nicht nur seine Großeltern, seine Mutter und auch irgendwo sein Vater, der ihn aus den Schatten heraus trotz allem immer beschützt hatte. Rain war nicht einmal sicher, ob er jetzt enttäuscht von ihm wäre, immerhin hatte er sich 20 Jahre lang geweigert einen anderen Erben zu finden, er hätte auch jemanden adoptieren können, oder Rain schnell verheiraten, um so noch eine Chance zu haben, aber er hatte all das nicht getan. Vielleicht hatte er auf Rain vertraut, aber er hatte alles was er hatte in den Sand gesetzt, jetzt hatte er nichts mehr, gar nichts, bald hätte er nicht einmal mehr sein Leben. Rain hoffte einfach nur, dass Sara, Judith, Eraqus und all den anderen trotz Allem weiterhin gut erging, sie waren fleißig, sie arbeiteten genau und gewissenhaft, nur weil sie einmal für Rain gearbeitet hatten, sollten sie nicht bestraft werden. Das war auch genau der Grund, warum er nicht einmal versuchte zu kämpfen und warum er dem Fürsten von Lavern und bald auch Fhaergus auch das letzte bisschen an Information gegeben hatte, das er noch zurück gehalten hatte. Das einzige das er noch herausfinden konnte war, dass Nayantai weder ein Gefangener für Rain war, noch nichts weiter als ein Freund, aber auch das machte keinen Unterschied mehr.

      Immerhin befahl Grayson alle am Leben zu lassen und immerhin war Nayantai noch in Sicherheit. Immerhin steuerte Adrestia einen Kurs an, der den Wölfen nur helfen würde, auch wenn sie erst Leid erfahren mussten. Nach und nach verließen die Soldaten den Raum, Rains Wachen im Schlepptau, die alle samt noch einen Blick auf ihren gefallenen Fürsten warfen, die sich selbst wohl die Schuld daran gaben, während Rain keinem von ihnen etwas derartiges ankreiden würde. Rain ballte seine Hand zu einer Faust, als Laverns Fürst ihm erneut unter die Nase reiben musste, das es nichts mehr gab das er besaß. Seine Fingernägel gruben sich in sein Fleisch und er senkte den Blick schließlich auf den Boden. Hatte es denn einen Sinn ihm noch irgendetwas entgegen zu setzen? Grayson schien selbst zu wissen, dass der König instabil war, dass er ihn irgendwann auch in den Abgrund schubsen würde und wenn nicht das, dann mit sich hinunter reißen. "Ich habe dich für einen besseren Menschen gehalten...", murmelte Rain lediglich. Was mehr konnte er noch tun, als was auch immer kam über sich ergehen zu lassen, bis sein Körper endlich aufgab. Er fragte sich nur, was er getan hatte, um Graysons Zorn auf sich zu ziehen. Er war doch selbst mit einem goldenen Löffel im Mund aufgewachsen. Rain blickte noch einmal auf, als könnte er es ergründen wenn er ihn ansah, aber er bezweifelte es. "Wenn du mich hinrichten lassen willst, wieso tust du es dann nicht einfach?" Rain kämpfte sich sogar zurück auf seine Beine, auch wenn er sich dabei immer noch an seinem Schreibtisch abstützte. Wieso hatte er Nayantai nicht zugehört, als dieser meinte Rain musste lernen sich zu verteidigen? Aber selbst wenn er körperlich dazu in der Lage gewesen wäre, war er nicht sicher, ob er Grayson etwas antun hätte können.
    • Adeliger hin oder her, sie alle hatten ihre Pflichten und in Wahrheit warteten sie doch nur darauf, sie nicht mehr ausüben zu müssen, sich zurücklehnen zu können und dann für sich selbst zu entscheiden, dass es wichtiger war, das eigene Land von innen heraus zu beschützen. Manche von ihnen strebten dieses Leben an, aber der ehemalige und zukünftige Fürst von Fhaergus hatte wohl nie eine andere Chance gehabt als für immer in dem Haus zu bleiben, in dem er geboren wurde. War es nicht eine traurige Existenz? Gab es denn nichts, an dem Rain sich noch nicht sattgesehen hatte, oder hatte er doch noch die Gier nach einem Stück Leben, das er nicht haben konnte? Wieso hinterfragte er all das denn auch, wenn es ihn gar nichts anging? Grayson war nicht einfühlsam, nicht sonderlich freundlich und auch Niemand, den Rain seinen Freund nennen konnte und sollte. Schließlich befanden sie sich beide auf unterschiedlichen Seiten eines Spektrums und die Wahrheit darüber war, dass es dumm war, würde er weiterhin glauben, dass es irgendeinen Unterschied machte, ob er lebte oder nicht. Sie beide waren Schachfiguren, Marionetten des Königs und während Rain gerade Schachmatt gesetzt wurde, durch eine Intrige die im Hintergrund gebrodelt hatte, hatte Graysons Siegeszug erst angefangen, zumindest durfte er sich das weiterhin einbilden, bis er selbst nicht mehr hatte, als seinen Vornamen und die Gewissheit, man würde ihn alsbald sterben lassen.

      "Wir bilden uns viel ein, wenn wir wenig haben, mit dem wir uns beschäftigen können - oder wenn wir nach etwas suchen, an das wir uns klammern können", gab er von sich, mit einem Lächeln auf den Lippen, das so verräterisch aussah, wie es jedwedes Grinsen seinerseits tat. Was konnte er noch für Rain tun, außer sein Ende kurz und schmerzlos zu gestalten? Nichts, immerhin musste er innehalten, bis ihm jemand den Wolf präsentierte, bestenfalls lebendig - und solange das der Fall war, würde er hier, in diesem Drecksloch bleiben müssen, weil er nicht mit leeren Händen zu seinem König kriechen konnte, koste es was es wolle. "Ich muss mir die Zeit vertreiben, bis sie das König's Bestie finden - und dich hinrichten ist keine Option, wenn ich deinem loyalen Volk auftischen kann, dass du uns nach kurzer und schwerer Krankheit verlassen hast, findest du nicht auch?" Es waren die Ideen eines Größenwahnsinnigen, der ohnehin schon zu viel Schaden angerichtet hatte. Vermutlich war es besser, blieb er hier, in Adrestia und ließ seinen Frust an denjenigen aus, die ihm nicht gewachsen waren, damit er sich stark fühlen konnte - stärker, als er je sein würde. Schlussendlich tauchte einer seiner Soldaten auf und brachte ihm etwas, das Grayson zumindest erkannte - es war eine Peitsche, aber nicht etwa eine aus dem Hause Fhaergus, sondern Teil seines eigenen Gepäcks, aber darüber wollte er sich nicht beklagen. "Und jetzt verschwinde", fauchte er den Soldaten an, bevor dieser die Tür hinter sich schloss. "Also Rain, muss ich dich auf deine Knie zwingen, oder erbarmst du dich von selbst?", fragte er nach - immerhin wollte er nicht lange fackeln. "Irgendetwas muss ich ja tun, um meine Langeweile zu vertreiben und mich dafür bedanken, dass ich in diesem Drecksloch bleiben muss, weil du dieses Vieh hast laufen lassen!"
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    • Grayson war nicht besser als der König, auch wenn Rain nie das Vergnügen hatte ihm zu begegnen. Er hatte gesehen was er mit Nayantai angestellt hatte, was er ihm angetan hatte. Rain würde so viel nicht überleben, das wusste er und das wusste der Fürst von Lavern, ganz abgesehen davon schienen seine Motive andere zu sein, außerdem glaubte Rain, dass er sich einem Wolf nicht nähern würde, wenn er es nicht musste. Vom König glaubte man das wohl auch, dabei hielt er sich welche in seinem Kerker, folterte sie, missbrauchte sie und stellte sonst was mit ihnen an. Was für ein Heuchler und keiner wusste es, außer Rain und Grayson, sowie eventuell eine Hand voll Soldaten in Myriad. "Du kannst nicht einmal selbst nach Thria in den Krieg reiten, schickst zusammen mit dem König meinen Vater und meine Soldaten in den Tod und dann fällst du hier aus dem Hinterhalt ein und nennst mich schwach? Ich hatte dich eigentlich nicht für einen Feigling gehalten." Diese ganze Situation machte Rain wütend, weniger weil er seine Heimat verlor und auch ziemlich bald sein Leben, sondern weil sein Vater, der so viel für Adrestia getan hatte, so behandelt wurde. Grayson hatte bereits klar gemacht, dass er Rain töten würde und dass er sich vorher mit ihm Vergnügen wollte, warum sollte Rain ihm also nicht die Wahrheit ins Gesicht spucken?

      "Sie werden ihn nicht finden." Rain hatte sich kein Bein ausgerissen um die Suche nach Nayantai voran zu treiben, aber er hatte sehr wohl Soldaten dafür ausgesandt. Wenn sie ihn in ihrem eigenen Land nicht finden konnten, wie erwartete Grayson dann von seinen Soldaten, dass sie es taten und das nachdem schon ein paar Tage vergangen waren? Rain war sich sicher, dass Nayantai sich ohnehin von Straßen fern hielt und so würde er die Pässe auch nicht passieren. Er war ein Wolf aus Thria, er kannte die Kälte, er liebte sie sogar, sich einen anderen Weg über die Berge zu bahnen war für ihn bestimmt nicht schwer. Graysons Plan bezüglich der Lüge die er Rains Volk auftischen wollte wies auch einige Lücken auf und er war sich ziemlich sicher, dass ihm kaum jemand die Geschichte abkaufen würde. Er wies ihn nicht darauf hin, weil er seine Bediensteten nicht in Gefahr bringen wollte, aber es gab viel zu viele Mäuler die das hier mitbekamen, die erst einmal gestopft werden mussten. Jemanden wie Rains Arzt einfach verschwinden zu lassen, würde außerdem Fragen aufkommen lassen und Rain glaubte auch nicht, dass er bereitwillig Lügen erzählte. Als die Tür sich erneut schloss sah Rain zudem Fürsten von Lavern auf, ohne anstallten zu machen, zu tun was er sagte. "Ich werde dir keine Arbeit abnehmen." Was hatte er schon zu verlieren? Vielleicht konnte er in seinen letzten Momenten ja doch noch beweißen, dass er stärker war, als die Meisten glaubten.
    • Wer sich selbst ein Mann des Reiches Adrestia schimpfte, der wusste doch ohnehin, das er nicht mehr zu verlieren hatte - man hatte ihn zu fürchten, ob man wollte oder nicht, außer man hatte vor, die Wahrheit weiterhin abzulehnen und einfach weiterhin zu glauben, die Wölfe würden ewig lieben. Aber eines wusste auch Grayson - Adrestia würde irgendwann in seine Einzelteile zerfallen und wer wäre er, wenn nicht ein Mann seines Wortes, wenn er den Tumult nicht nutzte, um sich selbst auf dem Thron eines instabilen, verdammten Reiches zu platzieren? Das Streben nach Gottgleichheit, ja, sein eigener Größenwahn, eigentlich kannte er keine Grenzen und das wusste auch jeder, der ihn länger als ein paar Minuten in seiner Nähe hatte. War es denn die Wahrheit, die er akzeptieren konnte und wollte, oder war es lediglich die Empfindung, er könnte nicht mehr als ebendas tun? "Ein Feigling? Lehn' dich nicht zu weit aus dem Fenster, wir beide wissen, dass wir nur Schachfiguren sind - ich weiß, dass ich auch nicht die besten Karten habe, aber solange ich toleriert werde, nehme ich mir, was ich haben kann, ohne nachzufragen", brummte er, als Rain ihn daran erinnerte, dass auch er nicht unsterblich war. Sie beide waren sich dessen bewusst, ihrer Existenz die es nicht zu hinterfragen sondern nur zu akzeptieren galt - denn mehr gab es da auch nicht, ein jeder von ihnen war verdammt, dem König zu dienen und für ihn ungefragt zu sterben.

      "Sei dir da nicht so sicher, wo glaubst du denn, dass eine geschundene, müde Bestie hinrennen kann, selbst wenn sie mit der Kälte vertraut ist? Thria ist karg und flach, zumindest größtenteils - an den Bergen würde selbst er sich die Zähne ausbeißen", zumindest konnte Grayson ihm vorlügen, was er wollte, weil er selbst nicht mehr als einen Befehl hatte, der hieß, dass er einen Flohteppich zu beschaffen hatte, über den der König seine Meinung geändert hatte, oder was auch immer es war. "Wirst du nicht? Schade", murrte er, bevor er schlussendlich um den schweren Tisch schritt und seine Hand nach Rains Haaren ausstreckte, an denen er ihn zu Boden zog, oder wohl eher warf. "Zuerst kooperierst du so schön und jetzt, wo du sowieso nichts mehr hast und alleine bist, willst du dich wehren? Du bist lächerlich." Grayson war sichtlich nicht amüsiert darüber, als er Rain noch einen Tritt mitgab, damit er ihn zumindest in eine einigermaßen brauchbare Position zwingen konnte. Tatsächlich war er aber nicht so lebensmüde, den jungen Fürsten gleich umbringen zu wollen - stattdessen hielt er inne, für eine Minute, die einer Ewigkeit glich, bevor er mit der Peitsch einmal auf dem Boden aufschlug, um sie auszutesten. "Nun, Rain - wie wäre es mit ... schachmatt?", lachte Grayson, bevor er den nächsten Peitschenhieb tatsächlich auf Rains Rücken niederließ, nicht, dass er sich die Mühe gemacht hätte, ihn aus seinem Hemd zu schälen. "Und? Hältst du noch einen aus?"
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    • Hatte der Fürst von Lavern denn gar keine Prinzipien? Keine Moral, irgendetwas an das er sich hielt? Er schien nicht einmal viel Selbstachtung zu besitzen, wenn er so einfach nach der Pfeife des jungen Königs tanzte, der kaum älter war als er oder Rain, aber schon viel zu lange auf dem Thron saß. Er war zu früh König geworden, das war Rains Meinung und er hatte nie gelernt, was das Wort Nein bedeutete, vermutlich hatte er jedem den Kopf abgeschlagen, der ihn rechtzeitig ins Bett schicken wollte, als er noch ein kleiner Junge war. Jetzt schien er sich selbst zu beweisen wollen, dass er sich alles nehmen konnte das er wollte, das er tun konnte, was auch immer ihm einfiel. Irgendwann würde das sein Verhängnis sein, aber Nayantai war es, der Rain all das erst wirklich klar gemacht hatte. Rain war nie für den Krieg gewesen, aber das Ausmaß war ihm bisher nicht bewusst gewesen, er hatte nicht gewusst, was im Kerker des Königs eigentlich passierte.

      "Wir bilden uns viel ein...", wiederholte Rain murmelnd Graysons Worte. Er konnte sich gerne einreden, dass Nayantai es nicht über die Berge schaffte, er konnte sich gerne einreden, dass seine eigenen Soldaten, die die Wärme in Lavern gewohnt waren ihm folgen konnten, wohin auch immer er unterwegs war. Vielleicht wäre es auch für Nayantai schwer die Berge zu erklimmen, aber es war bestimmt noch schwerer für die Soldaten aus Lavern. Als der Fürst sich um den Tisch bewegte, rührte Rain sich kaum, er wusste genau, dass er nicht versuchen brauchte weg zu laufen, ebenso wenig konnte er sich gegen den festen Griff wehren, oder den Ruck, der ihn zu Boden beförderte. Rain konnte nichts erwidern, erst recht nicht, als der schwere Stiefel des neu ernannten Fürsten von Fhaergus ihn in seinem Magen traf. Rain konnte nicht anders als sich zu krümmen und gleichzeitig daran zu denken weiterhin zu atmen. Rain hatte überraschend viel Zeit den Schmerz herunter zu schlucken und seinen Körper einigermaßen zu beruhigen, auch wenn sein Herz nicht aufhören wollte zu rasen. Er wollte sich keine blöße geben, er wollte Grayson nicht die Genugtuung verschaffen, indem er ihm zeigte, dass er Angst hatte, oder dass er am Liebsten zur Tür heraus gestürzt wäre, dennoch zuckte er zusammen, als er die Peitsche neben sich knallen hörte. Das hämische lachen kündigte wohl das Schlimmste an und Rain musste sich gar nicht zusammen reißen um keinen Mucks von sich zu geben, weil er sich vielmehr an der Luft die er einsog verschluckte, während der Hieb gleichzeitig alles aus seinen Lungen presste was sich darin befand. Rain war es gewohnt, dass sein Körper schmerzte, er tat es fast immer, aber das hier war etwas anderes. Erst spürte er seltsamerweise gar nichts, nur einen enormen Druck der allein ausreichte um ihn husten zu lassen, dann erst folgte ein eisiges Gefühl, als konnte er spüren wie sich Haut und Fleisch voneinander trennten und auseinander gerissen wurden, wie der Stoff der seinen Rücken bedeckt hatte. Das Gefühl wurde abgelöst von etwas Warmen, das sich langsam über seinen Rücken bewegte, Blut das von Rains Kleidung aufgesaugt wurde. Zuletzt setzte ein brennender Schmerz ein, der sich über seinen gesamten Rücken ausbreitete, der ihn zittern ließ und das Gewicht seines eigenen Körpers zu schwer werden ließ. Er konnte sich weder auf seine Arme stützen, noch konnte er das Gewicht seines Kopfes tragen. Seine Stirn lag auf dem hölzernen Boden, Tränen schossen ihm in die Augen und er schnappte keuchend nach Luft, die einfach keinen Platz in seinen Lungen finden wollte. Jedes Mal wenn er versuchte sich zu beruhigen, riss ihn der Schmerz in seinem Rücken aus seinen Gedanken. Er konnte nicht anders als daran zu denken, wie viele solcher Schläge Nayantai hatte aushalten müssen, über Monate hinweg, er fragte sich, wie er das geschafft hatte.
    • Lavern war ihm aus so vielen vermaledeiten Gründen lieber und doch gab es für ihn selbst nicht mehr als die Wahrheit, die er akzeptieren konnte und sollte. Grayson wusste, dass das hier nur ein Mittel zum Zweck war und dass er noch eine Aufgabe zu erfüllen hatte, die er allerdings nicht erfüllen konnte, weil dieser verfluchte Wolf nicht hier war und Rain ihm in die Quere kommen musste. Fhaergus war dem Untergang geweiht, aber das störte ihn nicht, immerhin existierte es doch ohnehin nur für ihn, um ihm zu gefallen und wirklich, wer würde sich schon darüber grämen, dass Grayson von Lavern sich selbst das nahm, was ihm gefiel? Wer nun auf dem Thron saß, das war doch komplett egal - wenigstens konnte er vor seinem Volk stehen und dem Winterwind standhalten, selbst dann, wenn er sich in seine Haut fraß, aber Rain konnte nicht einmal das, obwohl er ein Kind des Eises und der Kälte war, konnte nicht einen Fuß vor die Tür setzen, das hatte er als Kind schon nie. Wieso eigentlich warf er ihn nicht in den Schnee, in die Kälte dort draußen und sah ihm dabei zu, wie er kläglich versuchte, zu überleben? Wäre das nicht amüsant? Nein, vermutlich würde ebendas das Schaf umbringen, also sollte er es sich für den krönenden Schluss aufheben, bis er selbst nicht mehr wusste, was er mit dem Blonden tun sollte, der nun nicht mehr als ein Haufen Elend war an dem er seinen Frust ausließ.

      "Wir bilden uns viel ein, so wie du, der glaubt, er kann sich noch immer gegen mich behaupten", keifte er den Blonden an, der gerade unnötig Luft in diesem Raum verbrauchte. Stattdessen besah er sich seines blutroten Meisterwerks, bemerkte das Kribbeln in seinem eigenen Körper - vielleicht tat es ihm doch leid, vielleicht hätte er das nicht tun sollen, ja vielleicht war er gar nicht dafür gemacht und sollte sich ergeben, sollte mit sich selbst noch einmal verhandeln, was er tun würde oder nicht, dann würde er sich nicht so schlecht fühlen, weil Rain dort lag und sich zusammenriss, weil er ihm noch nie irgendetwas haben ließ. Grayson konnte nur über seinen eigenen Gedankengang lachen als er die Peitsche ein zweites Mal, an einer anderen Stelle, auf den Blonden niederriss, bevor er sich einfach fallen ließ - mehr als das hielt Rain von Fhaergus nicht aus, dem war er sich sicher. Stattdessen schritt er zu ihm, kniete sich neben ihm nieder und packte seinen blonden Haarschopf, damit er ihn auf Augenhöhe zerren konnte. "Und, wie fühlt es sich an, für das büßen zu müssen, das man falsch gemacht hat?", fragte er hämisch, wohlwissend, dass Rain eigentlich gar nichts Falsches gemacht hatte. Demnach war Grayson wohl fertig damit, mit Rain zu spielen, zumindest für den Moment, also könnte er ihn hier liegen lassen, nicht? "Hat es dir die Sprache verschlagen? Willst du nicht mehr mit mir reden? Oder willst du, dass ich dir noch einen Hieb verpasse?", fragte er. Nicht, dass Rain in seinem jetzigen Zustand viel tun könnte, oder? Was sollte schon groß passieren?
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain glaubte nicht, er könne sich gegen irgendjemanden behaupten, aber er war stur, selbst jetzt, wo er dem Tod erneut ins Auge blickte ließ er sich nicht in die Dunkelheit reißen, von der er jede Nacht träumte, von der er früher oder später verschlungen werden würde. Er klammerte sich ans Leben ohne zu wissen wieso, er hatte es immer schon getan, auch jetzt at er es, jetzt da er sich fühlte als wäre sein ganzer Körper in zwei Teile gerissen worden. Sein Tod war unausweichlich, waren es vorher bestenfalls noch ein paar Jahre gewesen, so waren es nun bestenfalls noch ein paar Tage und dennoch wollte sein Geist noch nicht aufgeben, versuchte den Schmerz zu ignorieren und sich stattdessen auf seine Atmung zu konzentrieren, auf die Worte seiner Mutter, wenn er die Treppe hinauf gelaufen war, oder glaubte durch die Gänge laufen zu können wie jedes andere Kind. Wieso ließ er nicht einfach los, damit er schließlich bei ihr sein konnte, bei ihr und dem ganzen Rest seiner Familie, bei seinem Vater, bei seinen Großeltern, all jenen die er überlebt hatte, obwohl sein Leben nie dafür vorgesehen war.

      Erneut fühlte er den brennenden Schmerz, das Stechen und Ziehen, es fühlte sich als konnte er jede Faser seines Fleisches einzeln reißen fühlen, wie das Fleisch auseinander geschnitten wurde und das Blut hervor quoll. Dieses Mal entwich ihm ein erstickter Schrei und seine Hand schnellte zu seiner Brust, die sich nicht mehr mit Luft füllen wollte, weil sie doch bereits bis zum Anschlag gefüllt war. Die Finger der anderen Hand kratzten über den hölzernen Boden als gäbe es dort etwas an dem er sich festhalten konnte. Er zwang sich auszuatmen, entgegen dem Instinkt seines nicht funktionierenden Körpers, entgegen des Dranges noch mehr Luft zu bekommen. Keuchend und schluchzend schaffte er es endlich wieder Luft in seine Lungen zu befördern, er zitterte am ganzen Körper und der Stoff seiner Kleidung, vollgesogen mit seinem Blut, klebte unangenehm und kalt an seiner Haut. Wenn ihn die Peitschenhiebe nicht umbrachten, dann wohl die Kälte die ungehindert in seinen Körper eindringen konnte. Rain hatte sich doch bereits gefragt ob die Götter nicht doch existierten und ihn für seine Fehler bestrafen würden, vielleicht war das hier genau die Konsequenz seines Handelns, weil er sich in einen Wolf verliebt hatte. Er wusste, dass all das auch passiert wäre, wenn Nayantai in einem Kerker in Fhaergus verrotten würde und trotzdem konnte er nicht anders als sich zu fragen, ob er das hier verdient hatte. Er hörte wie Grayson näher kam, aber Rain konnte sich nicht bewegen, sein Körper gehorchte ihm kaum, seine Arme zitterten und ehe er seinen Kopf heben konnte, wurde er an den blonden Haaren bereits in die Höhe gerissen. Er konnte das Gesicht, das zu den brünetten Haaren gehörte kaum erkennen, alles was er sah verschwamm. Er konnte weder seinen Arm heben, um seinen Peiniger von sich zu stoßen, noch konnte er irgendetwas erwidern. Stattdessen schloss er die Augen, wieso brachte er es nicht endlich zu Ende?