spellbound. (earinor & akira)

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    • Nun saß er da und wusste nichts - wusste nicht, was er sagen sollte und wusste nicht, was er glauben sollte, wenn es aus dem Mund eines Schafes gekrochen kam. Zu wenig war es, das der Wolf wusste - und zu vieles war es, das ihn einnahm, als wäre er ohnehin dabei, zu ertrinken. Nayantai wusste, dass seine Zeit noch nicht gekommen war - aber er wusste auch, dass er sich nicht viel länger davor verstecken konnte, dass er hier nichts verloren hatte - nicht an dieser Bettkante, schon gar nicht in Rains Nähe und erst recht nicht in diesem Haus. Wenn der Winter wieder verging, so glaubte er, würde er sich einfach - mit leeren Händen - wieder auf den Weg nach Hause machen, sich in der Nacht davonstehlen, damit weder Rain noch er leiden mussten, damit keiner von ihnen noch etwas Falsches sagen konnte, dass mehr, als einen endgültigen Abschied versprach. Hoffnung war gut und schön, doch ein Wolf wie er sollte zurück nach Hause gehen, darauf warten, dass die Schafe sich die Zähne an der Kälte des Eismeers zerbrachen und den Rest von Thria für sich beanspruchten - es wäre kein schönes oder erfülltes Leben, aber es wäre noch immer eines, das er haben könnte, ohne ihnen wieder zum Opfer zu fallen und im Bett des Königs zu landen.

      "Genau das wollte ich hören", gestand der Wolf, der leicht amüsiert darüber zu sein schien, das Lamm wieder hereingelegt zu haben, es aber gleichzeitig als Einladung ansah, unter die vielen Decken zu schlüpfen, sich an Rain zu schmiegen und ihm Wärme zu spenden, als er seinen Arm um ihn legte und nach oben starren wollte, dort, wo es nicht mehr als die Decke gab. "Also ist dir doch aufgefallen, dass mir langweilig geworden ist ... ich war zwar nicht durchgehend da, aber ich habe doch eine Zeit lang damit verbracht, dir einfach nur dabei zuzusehen, wie zu schläfst." Ein letzter Rest davon waren vermutlich die Fieberträume Rain's gewesen, die ihm nur etwas vormachen wollten. Nun lag er jedoch hier, an seiner Seite und konnte nicht sonderlich viel dagegen tun, außer sich um ihn kümmern zu wollen und es nicht bewerkstelligen zu können. "Stört dich mein Hemd?", erkundigte er sich bei dem Lamm, als er die Augen schloss und sich wiederum den Sternenhimmel, irgendwo in der thrianischen Tundra, vorstellte. Der Himmel war so finster und die Sterne waren so hell - es roch nach Frost und nach dem Feuer, das neben ihnen knisterte. "Es ist schwer, sich von etwas abzuwenden, das man mag."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain war etwas überrascht, als der Wolf plötzlich zu ihm unter die vielen Decken kroch und seinen Arm um ihn legte. Er hatte nichts dagegen, auch wenn er Angst haben sollte, nachdem der Wolf vorhin zum ersten Mal seine Zähne gezeigt hatte, dass er ihn abstoßend finden sollte, weil er nun mal ein Wolf war, kam Rain schon gar nicht mehr in dein Sinn. Sein Gewissen schien in diesem Bereich schon so oft abgeschmettert worden zu sein, dass es einfach aufgab ihm etwas von Wölfen und Schafen zu erzählen, die sich nicht mögen durften. All das musste der Wolf auch denken, aus seiner Sicht, jedoch kam er trotzdem unter die Decken zu dem eiskalten Körper Rains, der aber wegen einer ganz anderen Tatsache verwundert war. "Wird... dir hier bei mir... nicht zu warm?", fragte er, ohne den Eindruck erwecken zu wollen, dass er Nayantai wieder los werden wollte, weswegen er sogar etwas näher an ihn rückte, während seine Wangen ein wenig Farbe und Wärme zeigten.

      "Ich hab geschlafen... geträumt, aber... ich habe gespürt, dass ich nicht alleine war. Ich war wach und dann wieder nicht, jedenfalls... hast du mir geholfen daran zu denken, dass ich noch nicht sterben darf. Nicht solange du hier bist. Aber mir beim schlafen zusehen muss auch sehr langweilig gewesen sein...", erklärte Rain zögernd, es klang seltsam zu sagen, dass Nayantais Anwesenheit ihm im Schlaf geholfen hatte, aber so war es und solange es Nayantai zu beschützen galt, musste Rain am Leben bleiben und so hoffte er auch, dass das offene Fenster nicht sein Todesurteil bedeutete. Rain kroch noch tiefer unter die Decke und drückte seine Stirn an Nayantais Brust, atmete dagegen, in der Hoffnung, dass es warme Luft war, die den Weg in seine Lunge fand und dafür sorgte, dass diese endlich aufhörte bei jedem Atemzug zu stechen. "Dein Hemd...? Ich... mh... es ist ungewohnt, dass du es so lange trägst..." Rain wusste, das war nicht wirklich eine Antwort auf Nayantais Frage, aber er wollte nicht zugeben, dass er es sich wesentlich wärmer vorstellte, wenn er seine Stirn stattdessen an Nayantais Haut drücken konnte. Dass Nayantai noch einmal sagte, dass er Rain zumindest mochte, machte es nicht einfacher, sich etwas sagen zu trauen, obwohl doch eigentlich das Gegenteil der Fall sein sollte. "Ich mag dich auch...", murmelte Rain, der ihm sonst wohl nicht vergeben hätte und ihn auch nicht so nahe zu sich gelassen hätte, nachdem er vorhin noch die Klaue des Wolfes an sich gespürt hatte. Es war, als wäre Nayantai ein anderer Mensch gewesen, dennoch war im Grunde nicht viel passiert.
    • Das hier war nicht seine Welt - diese hier hatte keinen Platz für ihn, zeigte ihm auf, was an seiner bloßen Existenz falsch war und ließ ihn nur zu gerne wissen, dass er Teil des Problems war, das die Schafe aus der Welt räumen wollten. Wölfe taten sich vermutlich leichter, würden sie einfach aufgeben, so vehement und unerbittlich existieren zu wollen - es ginge ihnen erst wieder besser, wenn sie sich ergeben würden, wenn sie sich eingestanden, dass sie es gar nicht erst wert waren, nicht mit Füßen getreten zu werden. War es denn nicht so, dass sich die Schafe nach nichts mehr als ihrem Untergang sehnten, weil die dreckigen Bestien nichts weiter waren, als Monster, die es eines Tages noch schaffen würden, sich selbst zu vernichten? Nayantai dachte wirr, dachte falsch - die Ideologien der Schafe und die Samen der Zwietracht, die in ihm keimten, sollten kein Teil von ihm sein, aber genau das waren sie geworden. Sich selbst noch einen Wolf zu nennen war nicht mehr als eine Heuchelei. "Zu warm? Momentan noch nicht, keine Sorge", gab der Wolf zurück und strich Rain sanft über den Hinterkopf, als sich dieser doch näher an ihn bewegte. War das hier nicht genau die Situation, vor der er Angst haben sollte? Wollte er das hier überhaupt?

      "Du darfst bestenfalls gar nicht sterben - zumindest nicht bald, auch, wenn ich von hier verschwinde", nuschelte der Wolf, als seine dunklen Iriden auf das Lamm fielen, das sich näher an ihn kuschelte, das Wärme suchte, die es ohne ihn wohl nicht bekam. Wieso hatte Rain ihn dann überhaupt wegschicken wollen? Fürchtete er sich doch vor dem Wolf, der so groß und böse war, wie er sein konnte, oder lag es an etwas komplett anderem? "Es gibt Dinge, die langweiliger sind, als darauf zu warten, dass du wieder aufwachst, glaub mir", gestand Nayantai Rain, erwähnte aber in keinster Weise, was genau es war. Wie lang wohl, bis einer seiner Brüder wieder aufwachte? Wie lange wohl, bis all seine Freunde ihre Auge wieder öffneten, nachdem sie diese ein letztes Mal geschlossen hatten? Zu lange, so lange, dass er nicht auf sie warten konnte, ohne selbst Wurzeln zu schlagen. "Also willst du, dass ich es ausziehe", lachte der Wolf, der Rains Kopf sanft beiseite schubste, damit er die Knöpfe öffnen und sich schlussendlich aus dem Stück Stoff kämpfen konnte, das er sorglos auf den Boden neben dem Bett warf, nur, damit Rain seine Stirn wieder auf seiner Brust ruhen lassen konnte. War das denn so angenehm für das Lamm? Musste es, ansonsten würde er nicht auf genau dieser Stelle liegen wollen. "Dann sind wir zwei", nuschelte Nayantai mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen - woher kam das jetzt? "Viel zu sehr."
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    • Rain hatte vorhin noch Angst gehabt und war wütend, frustriert und beschämt gewesen, weil sie beide waren, wer sie nun einmal waren und sie konnten beide nicht aus ihrer Haut. Er wollte doch stark sein und so, wie alle ihn scheinbar haben wollten, stark, wie sein Vater, gesund um das Land zu führen und mutig genug, um ein Abenteuer mit einem Wolf zu wagen. Stattdessen war er zerbrechlich, klein und ein Angsthase, der zum ersten Mal in seinem Leben wahrlich, nicht um eine Ecke, vor einem offenen Fenster gestanden hatte. Es war eine dumme Idee gewesen und am Ende hatte es wohl nichts mit Mut zu tun gehabt, gewonnen, oder bewiesen, hatter er also höchstens, dass er auch nicht so bedacht und erwachsen war, wie er sich gab. Eine Hand suchte Halt an Nayantai, als könne er seine Gedanken davon abhalten zu wild umher zu kreisen und ihn in Ecken zu bringen, über die er besser nicht nachdachte. Er legte seine Hand neben seinem Gesicht ab, wollte sie ebenfalls wärmen, seine Finger waren wohl immer noch das aller kälteste an ihm. "Und... zu kalt...? Oder... geht das nicht bei einem Wolf...?", fragte er halb ernst gemeint, aber trotzdem mit einem leichten Schmunzeln.

      "Ich... werde es versuchen. Ich... hm... ich verspreche so lange am Leben zu bleiben, wie ich kann... ich wollte schon oft aufgeben, aber... nicht mehr. Ich will stark sein, auch wenn du nicht mehr da bist, wir können es beide sein, in dem Wissen, dass der andere auch kämpft, auch wenn wir getrennt sind." War das kitschig? Ja vermutlich. Konnte man Rains Kampf gegen seinen eigenen Körper und die Plänkeleien der Fürsten und die Forderungen des Königs einzuhalten mit Nayantais Kampf vergleichen? Wohl kaum... vielleicht hätte er das besser nicht gesagt. "Ich meine... ich... " Jetzt kam er wohl nicht mehr aus der Sache heraus und er verfluchte sich selbst für seine große Klappe, die ihn womöglich aus der friedvollen Stimmung riss, die sie gerade erst wieder gefunden hatten. Er sprach lieber über etwas anderes. "Langweiliger? Was denn?", wollte er wissen, denn er konnte sich auch kaum etwas vorstellen, außer vielleicht einfach nur an die Decke zu starren. Nayantai war schon dabei sein Hemd los zu werden, die Knöpfe schienen immer weniger ein Hindernis. "Ich das... hab ich nicht gesagt...", nuschelte Rain, kuschelte sich aber bereits wieder an den warmen Körper, der nun viel mehr wärme an Rain abgeben konnte. Er lächelte, als Nayantai noch einmal betonte, dass er Rain viel zu sehr mochte, aber der Begriff war dehnbar, denn ein Wolf sollte ein Schaf vermutlich nicht einmal als Gleich ansehen, oder dessen Existenz akzeptieren. Es war also einfach zu sagen, dass sie einander viel zu sehr mochten... am Ende waren sie wohl beide ein klein wenig verrückt.
    • Sie beiden fällten nicht die besten Entscheidungen, das hatten sie bereits realisiert - Nayantai konnte sich nicht benehmen und sein eigenes Fehlverhalten stiftete das sonst so brave Lamm dazu an, sich ähnlich dumm zu verhalten. Wenn er sich wahrhaft umbringen wollte, so glaubte er, dass es nur ein paar Minuten mehr für Rain gebraucht hätte, in denen er so leicht bekleidet vor dem Fenster gestanden war und seiner Lunge die frostige Luft aufgezwungen hatte. Zu behaupten, er war das sture Verhalten nicht gewohnt, war eine Lüge - sein Vater hielt sich vom Eismeer fern, als würde ihn der Tod erwarten, täte er es nicht, als würde ihm der Frost auch zu schaffen machen, selbst, wenn er es gut und gerne vor allerhand Leuten versteckte. Ging es Rain nicht ähnlich? Würde er auch in seine Einzelteile zerfallen wollen, wenn Nayantai ihm erst erzählte wo genau in Thria er aufgewachsen war? Oder würde der Blondschopf versuchen, sich doch noch dazu zu zwingen, an einem Ort zu leben - und zu sterben - wenn er ihn auch nur betrat, damit er in der Nähe des Wolfes sein konnte? "Mir ist selten kalt - gerade ist es unter den Decken ziemlich angenehm", erklärte er mit einem Lächeln auf den Lippen, als er das Lamm tun ließ, was es nicht lassen konnte. Gerade eben hatte er noch darüber nachgedacht, dass er Rain eigentlich umbringen könnte - und jetzt verhielt er sich so, als wäre genau dieser Gedanke inexistent.

      "Siehst du? Du willst nicht wirklich aufgeben!", rief der Wolf aus, der Rain nur schleierhaft verstand, aber zumindest die Kernaussage war klar - sterben war, wenn auch nur vorerst, nicht gerade die beste Option, für keinen von ihnen. Das hieß im Umkehrschluss zwar, dass Nayantai nichts übrig blieb, außer sich dem Willen des Lammes zu beugen und darauf zu hoffen, nicht alsbald das Leben zu lassen, wenn er seinen Körper wieder nach Thria gehievt hatte. Daran wollte Nayantai aber auch gar nicht denken. "Du meinst? ... Jetzt kannst du dich nicht mehr rausreden!" Nayantai zog Rain erneut auf - er wusste, dass die Worte wohl zu gut waren, um wahr zu sein und er wusste, dass es ohnehin nicht schlau war, sich einfach immer nur auf dasselbe zu verlassen, auf die einfachen Worte eines Schafes, das sich an ihn kuschelte und ihm von einer besseren Welt erzählen wollte, die nur in ihren Köpfen existieren konnte. "Dann rede ich wieder über traurige Dinge, das willst du nicht hören", gab er zurück, verfluchte sich innerlich selbst, weil er das Thema angeschnitten hatte und drückte Rain doch lieber an sich, als dass er jetzt darüber nachdachte. "Das hast du sicher gedacht", meinte er, streckte Rain die Zunge heraus und lachte doch noch, wenn auch nur kurz. Vermutlich war das Kribbeln, das sich beinahe durch seinen ganzen Körper zog, nichts schlechtes - es fühlte sich wohl viel zu gut an, als dass er es verteufeln konnte - aber wieso ausgerechnet jetzt? "Ist dir wenigstens schon wärmer?"
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    • "Hm... dafür ist mir selten heiß...", lächelte Rain, nicht einmal das heiße Badewasser brachte ihn wirklich zum schwitzen, sondern schien lediglich abzukühlen, sobald es auf seine Haut traf und dann war es schon gar nicht mehr so warm. Ob man sich wohl an alles gewöhnen konnte? Wenn Rain nun jeden Tag etwas Kälte in sein Zimmer ließ, ob er sie dann besser aushalten würde? Nein, vermutlich nicht, sein Körper war immer schon kühler als andere gewesen und schien nicht die Energie zu haben, um die Temperatur auf einem normalen Level zu halten, es sei denn Rain hatte Fieber, dann glühte er regelrecht, kalt war ihm dann trotzdem. Umgekehrt konnte sich der Wolf wohl niemals an die warmen Temperaturen hier, oder im Osten gewöhnen, weil sein Körper all die Wärme die er besaß speicherte, um im kalten Thria überleben zu können. Wölfe und Schafe schienen doch verschieden, wie verhielt es sich dann wohl mit seinem Vater? Auch er stapfte in die Kälte hinaus, bestieg Berge im tiefsten Winter und kämpfte im eisigen Thria... ob er fror? War ihm kalt und er ignorierte diese Tatsache einfach? Rain war nicht sicher.

      "Nein... will ich nicht.", bestätigte Rain, nicht mehr zumindest. Der Wolf hatte ihm gezeigt, dass das Leben nicht immer gleich sein musste, Tagein Tagaus und er hatte ihm gezeigt, dass er es so viel schlechter hätte treffen können, er hatte nicht das Recht sich zu beschweren, oder aufzugeben. Und möglicherweise bestand sogar eine winzige Chance dieses Krieg doch irgendwie beenden zu können. Er befand sich in einer besseren Position als so mancher, irgendwann würde er Fhaergus erben und vielleicht konnte er den König davon überzeugen, dass der Krieg lange genug angedauert und zu viele Leben gefordert hatte. Es würde nicht einfach werden, aber vielleicht schaffte er es ja und am Ende konnte Nayantai ihn doch einmal hier besuchen, statt für immer in Thria zu bleiben. "Nein ich... meine... dein Kampf ist viel schwieriger als meiner... ich will dich nicht beleidigen, indem ich uns vergleiche, tut mir Leid...", murmelte er und drückte seine Nasenspitze an die warme Brust, damit auch diese sich aufwärmte. "Du musst über nichts sprechen, über das du nicht sprechen möchtest, aber du kannst alles sagen, was du möchtest.", versicherte Rain außerdem, der Wolf hatte sich vorhin vielleicht etwas gehen lassen, aber offensichtlich konnte Rain schon nicht mehr böse auf ihn sein. "Mh... du hättest dein Hemd doch sowieso ausgezogen!", gab er nun gespielt beleidigt zurück und dachte nicht darüber nach, als er es dem Wolf gleich tat und Nayantai einfach sanft in die Brust vor sich biss, wenn auch nur kurz und sicher nicht fest genug, um ebenfalls ein paar Spuren zu hinterlassen. Er musste ja schließlich auch wieder von ihm ablassen, um zu antworten. "Ja, ein wenig wärmer...danke." Kalt war ihm immer noch, aber das zittern hatte aufgehört und zumindest seine Hände, seine Nase und sein Brust schienen sich langsam wieder einer normalen Temperatur anzunähern.
    • "Vielleicht lässt sich das noch ändern", scherzte der Wolf, der eigentlich selbst wissen musste, dass es nicht daran lag, dass Rain sich einfach nicht warm genug anzog, sondern das sein Körper nicht so funktionierte wie der eines Wolfes - zumindest schien es so. Nayantai konnte sich daran erinnern, dass es am Eismeer nie warm wurde, dass es immer bitterkalt war und dass keiner von ihnen es wirklich wagte, freiwillig in eines der Gewässer zu springen - auch, wenn es manchmal unausweichlich war. Die Luft war trocken und beinahe so dünn und kalt, dass es unmöglich war, sie auf lange Zeit zu atmen; zumindest für diejenigen, die nicht vom Eismeer waren, so wie sein Vater. Hatte Rain ihm deswegen geraten, sie sollten an den Rand ihres Landes ziehen? Weil keinerlei Schafe es schaffen würden, ihnen hinterher zu rennen, weil sie die Kälte dahinraffte oder zumindest so sehr schwächen würde, dass sie keinen Schritt weiter wagen konnten? "Ich glaube, das will keiner von uns, außer unser Leben besteht durchgehend aus Schmerzen, die nie wieder aufhören", murmelte er als beifällige Antwort. Ob er die anderen Wölfe, die, die ihr ganzes Leben an den wärmeren Grenzen Thrias gelebt hatten, überhaupt unbeschadet ans Eismeer bringen konnte? Bestimmt würden nicht alle von ihnen überleben - das konnte er also vergessen.

      "Jetzt hör endlich auf dich zu entschuldigen!", lachte der Wolf plötzlich, als Rain erneut davon faselte, dass er dieses und jenes nicht vergleichen wollte, oder sollte und dass er vermutlich gar nicht erst wissen konnte, wie miserabel sich der Wolf an manchen Tagen gefühlt haben musste. Manchmal, so glaubte er, war er auch irgendwo, inmitten von Leichen aufgewacht, hatte getrocknetes Blut an sich kleben und konnte kaum gehen, schleppte seinen müden, schwachen Körper zurück nach Hause - irgendwie, weil sterben noch nie eine Option für ihn gewesen war. "Es ist in Ordnung, wir leiden beide auf unsere eigene Art und Weise - das kann man nicht wirklich vergleichen", raunte der Wolf, der auch gar nicht wusste, was Rain erlebt hatte. Wenn der eigene Körper sowieso nicht wollte, dass sein Besitzer ihn bewegte, wie schlimm war es dann, überhaupt am Leben zu sein? Rain war sicher nicht nur ein zierliches Lamm, das nichts von dieser Welt wusste - er wusste vermutlich nicht einmal mit seinem eigenen Körper umzugehen. "Gut, dann reden wir ein anderes Mal über traur- ... huh?", bemerkte der Wolf nur, als sein eigener Blick auf das Lamm fiel, das ihn nun bis - beinahe schon so sanft, dass es ihn kitzelte. Nayantai konnte nicht anders, als zu lachen. "Du wirst übermütig! Und nein, ich hätte das Hemd bestimmt anbehalten!", gab er spielerisch zurück und griff nach der Hand des Lammes, damit er leicht in den Handrücken beißen konnte, bevor er ihn fast schon schelmisch angrinste. "Das freut mich. Dann kann ich dich ja wieder beißen!"
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    • "Was meinst du? Wie?", fragte Rain, der gerne einmal erleben wollte wie es war, wenn ihm richtig heiß wurde. Er hatte Geschichten gehört und über den Süden gelesen, der angeblich teils so heiß war, dass die Pflanzen in Flammen aufgingen, sobald die Sonne sie berührte und alles staub trocken war. Der Teil des Südens war aber wirklich sehr weit weg und Rain glaubte auch nicht, dass dort jemand wohnte. Interessant war es trotzdem und so ganz anders als Fhaergus, oder Thria. Auch im Osten Adrestias war es warm, zumindest so warm, dass im Winter niemals Schnee fiel, jedoch auch nicht so warm, dass nichts mehr wachsen konnte. Vielleicht reichte es nach Olette zu ziehen, aber was sollte er dort? Dass es einen Tag gab, an dem Rain keine einzige Minute lang fror war seines Wissens nach noch nie vor gekommen, dementsprechend hatte er sich bereits an das dumpfe Gefühl in seinem Körper gewöhnt und würde es auch nicht mehr als Schmerz bezeichnen. Seine Lunge jedoch stach wegen der kalten Luft immer noch und auch das Husten wollte nicht ganz enden, wobei Rain stets versuchte Nayantai zumindest nicht anzuhusten.

      Wenigstens lachte der Wolf wieder und steckte Rain ein wenig mit seiner guten Laune an. Vermutlich machte sich der Blonde ständig viel zu viele Gedanken und der Wolf nahm es ihm selten übel. Den folgenden Satz führte Nayantai nicht mehr zu Ende, als Rain seine Zähne in seine Haut zwicken ließ und der Wolf nur erneut in Gelächter ausbrach. "Ich werde... was?", fragte Rain, der das Wort nicht kannte, schüttelte allerdings seinen Kopf. "Ich glaube dir kein Wort!", lachte nun er, der Wolf und das Hemd an lassen? Nein, niemals, er verabscheute dieses Ding regelrecht. Anschließend jedoch war Rain ein wenig verwundert. "Was hat das eine mit dem... au.", gab er von sich als Nayantai in seine Hand biss, auch wenn am ehesten noch der warme Atem auf der kalten Haut unangenehm kribbelte, während diese noch auftaute, als dass irgendetwas weh tat. Rain wusste nicht, ob er das nun einfach auf sich sitzen lassen konnte, während die breite Brust ja ohnehin direkt vor ihm lag und etwas mehr als ein Lachen über seinen lächerlichen Biss hätte er auch gerne erhalten. Er brummte ein wenig, bevor er Nayantai noch einmal in die Brust biss, dieses Mal ein wenig fester.
    • "Das würdest du gerne wissen, was?", neckte der Wolf ihn erneut, während er hoffte, dass seine durchaus warmen Wangen, nicht bereits einen sanften Rotton angenommen hatten. Nayantai hatte sich wohl selbst dabei erwischt, wie er zu viel und zu sehr an etwas dachte, das mit Rain gar nicht erst passieren würde - auch, wenn sie beide sich mochten, hieß das noch lange nicht, dass er die Erlaubnis dazu hatte, weiterzugehen, als er es gestern getan hatte und vielleicht, aber nur vielleicht, war es eben auch besser so. "Das musst du dann wohl selbst herausfinden", fügte er an und streckte Rain nochmals die Zunge heraus, damit er dem Lamm wohl auch noch sagen konnte, dass das ein Geheimnis war, das er keinem verraten würde. Dabei bräuchte es lediglich jemanden, der eins und eins zusammenzählen konnte und damit herausfand, dass der Kronprinz der Wölfe kein erhabener, enthaltsamer Mann war, sondern eher jemand, der seine Jugend nie ganz auskosten konnte und wieder zu sich, zu seinem alten Ich, zurückfand, obwohl er es selbst nicht realisierte. Womöglich war das hier jedoch nur ein Schleier, der über seinem Kopf lag und ihm die Sicht raubte, ihn verblendete und ihm nicht mehr zeigen wollte, wer er denn wirklich war, sondern lediglich aufzeigte, wen Rain den gerne neben sich wissen wollte.

      "Du wirst ... du wirst ...", überlegte er lautstark, wusste nicht, wie er Rain eben das erklären sollte. Ja, was war es denn, dieses Wort, das er so leichtfertig in seiner Sprache verwendete, das er nicht erklären konnte. "Du ... du ... verflucht", knurrte Nayantai schließlich und stieß einen Schwall Luft aus, seufzte und war unzufrieden damit, dass es ihm so schwer viel, die vielen unsinnigen Worte seiner fremden Sprache zu erklären, obwohl er sich eigentlich so sicher war, dass Rain ihn auch ohne Erklärungen verstehen konnte. "Ja ja, dann glaub mir doch ab jetzt gar nichts mehr! Ich wollte das Hemd anbehalten, ich schwöre!", lachte er und war sich dabei eigentlich sicher, dass er Rain nur als Ausrede verwendet hatte, um dieses Ding abzulegen und loszuwerden. Nayantai war, wenn er ehrlich war, der Kleidung der Schafe nicht nur abgeneigt, sondern glaubte auch, dass die dünnen Fetzen keinen von ihnen wärmen konnten - war Rain deswegen immer so kalt? "Ich kann dich ja schlecht beißen, wenn es dir nicht gut geht ... und, hat das wirklich weh getan?" Rain schien ihn jeden Tag aufs Neue zu verwundern - aber wieso ausgerechnet er? War ihm denn wirklich so kalt, dass die Wärme, die er ausstrahlte, ihm weh tat? "Au! Was soll das?", fragte der Wolf, der die Zähne in seiner breiten Brust spürte und zu Rain herunter sah, bevor er lachte und ihn erneut - noch sanfter - in den Handrücken biss. "Wir sind noch lange nicht quitt!"
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    • "Ja!", erwiderte Rain gespielt gekränkt und beleidigt, er war es in Wahrheit nicht, aber er wollte trotzdem wissen, was der Wolf da faselte und worum er so ein Geheimnis machte. Wobei Rain sich schon denken konnte, das es wenig gab, dass ihn aufwärmen würde, bis hin zu dem Punkt, an dem ihm tatsächlich heiß wurde und ebenso ein Geheimnis bleiben sollte, das der Wolf nicht aussprechen wollte. Er behielt jedoch seine Gedanken für sich, für den Fall, dass er falsch lag und außerdem war das gerade ein seltsamer Zeitpunkt, wenn er richtig lag, oder? Immerhin hatten sie sich eben erst gestritten und Rain war immer noch kalt, auch wenn das langsam in den Hintergrund rückte. Ihm wurde wärmer und gleichzeitig war die Kälte die noch in ihm saß in jedem Moment weniger wichtig der verging. "Ich will es aber wissen!", schmunzelt Rain die halb ehrlich gemeinte Frage, wobei er ja immer noch falsch liegen konnte.

      Nayantai ärgerte sich erneut über die Sprachbarriere, die es zwischen ihnen beiden immer noch gab, weil er ein scheinbar einfaches Wort nicht erklären wollte und Rain schüttelte den Kopf. "Egal...", lächelte er, wollte den Wolf beruhigen, dessen Brummen und Knurren weniger emotionslos an Rain vorbei ging als zuvor, aber er wollte keine Angst vor dem Wolf haben, das brauchte er auch nicht, da war er sich immer noch sicher. "Wer sagt denn... dass ich dir jemals geglaubt habe?", schmunzelte Rain leise, der sich an einem Witz versuchte, um nicht immer derjenige zu sein, der geärgert wurde und gleichzeitig drückte er einen Finger in Nayantais Seite, zwischen seine Rippen. Kurz darauf kicherte Rain und gab die Frage des Wolfes neckend zurück. "Hat das wirklich weh getan?" Er glaubte nicht, dass der sanfte Biss eines Lammes reichten, um einem Wolf schmerzen zuzufügen und der Wolf selbst vergrub schon wieder seine eigenen Zähne in Rains Hand, so sanft, dass es beinahe schon kitzelte und Rains Wangen noch wärmer wurden. "Mh... solange du nicht zu fest beißt... sonst muss ich mir Handschuhe zulegen...", murmelte er, hob seinen Kopf etwas und biss Nayantai an einer anderen Stelle seiner Brust erneut. "Quitt...?", schmunzelte er und bemerkte, dass Nayantai sich das Wort wohl gemerkt hatte. "Wenn überhaupt, dann habe ich allen Grund dich zu beißen, wenn du wirklich quitt sein willst." Aber so fest zu beißen, dass Nayantai davon einen blauen Fleck bekam, das traute er sich nicht, zudem ging das bei ihm vermutlich gar nicht so schnell wie bei Rain.
    • Nayantai konnte nicht anders, als zu lachen. Nun hatte er Rain neugierig gemacht und konnte sich selbst nicht dazu bringen, auch nur irgendetwas davon auszusprechen. Ja, was sollte er Rain dann überhaupt sagen? Dass es so viel einfacher wäre, wenn das Lamm sich einfach unter ihn lege, ihn einfach tun lassen sollte, was er nicht lassen konnte? Oder dass er sich ausziehen sollte, obwohl er fröstelte, weil der Wolf etwas ganz anderes im Sinn hatte, als weiterhin Zärtlichkeiten auszutauschen, die sich beinahe schon viel zu lange zogen? Er glaubte nicht, dass er es schaffen würde, sich zusammenzureißen, geschweige denn genug Mut aufzubringen, damit er sich Rain auf diese Art und Weise stellen konnte - irgendetwas würde wieder streiken, würde seinem Kopf vermitteln, dass diese Situation schlecht war, dass er die Hände von jedermann lassen sollte, der ihm über den Weg lief, weil er selbst nicht mehr war, als ein dreckiges, verwundetes Tier, für das sich doch ohnehin keiner interessierte. "Wollen wir alle nicht immer alles wissen?", neckte der Wolf, der noch irgendwie versuchte, sich selbst aus dieser peinlichen Situation zu zwängen, in die er sich geritten hatte. Wer sich die Suppe einbrockte, musste sie bekanntlich auch auslöffeln - und genau das wollte er nicht. Nayantai schluckte. "Ich meine nur, dir wäre sicher wärmer, wenn du dich auch ausziehst und ..." Wieso war ihm das hier so peinlich?

      Sie beiden waren so unterschiedlich - Nayantai fühlte sich beinahe schon schlecht, auch nur daran zu denken, dass er seine Hände, früher oder später, an Rain legen würde und ihm vielleicht wirklich Schmerzen zufügte. Was, wenn er sich nicht mehr beherrschen konnte und was, wenn es einfach falsch war, auch nur in Erwägung zu ziehen, dass es dem Lamm helfen würde, wenn der Wolf es unsittlich berührte? Rain meinte, er mochte ihn, aber war das ernst gemeint oder nur gesagt, weil er den Wolf nicht kränken wollte? "Das hört sich aber nicht sehr überzeugend an", sprach er mit einem Grinsen auf den Lippen - Rain hatte so viele Gründe, ihm nicht zu glauben und doch tat er es, durchgehend, obwohl er nicht einmal den Hauch einer Ahnung hatte, wer er wirklich war. "Ja", beklagte sich der Wolf, der aufgrund des Fingers, der sich so anfühlte, als würde er sich zwischen seine Rippen bohren, kurz zuckte. "Und das kitzelt", gestand er, als er wiederum zu Rain sah. Reichte es dem Lamm nicht mehr, einfach nur gehalten und geneckt zu werden? Wollte er auch, dass Nayantai sich endlich überwandte, oder bildete er sich das nur ein? "Du brauchst keine Handschuhe, glaub mir ... und außerdem, dann beiß mich doch so fest wie du kannst!" Oh, was redete er da nur wieder für einen Schwachsinn? Vermutlich genug, um sich selbst zu erlauben, das Lamm in seinen Zeigefinger zu beißen.
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    • "Ja, schätze schon? Und das hier zählt ebenfalls zu den Dingen die ich wissen will, weil ich neugierig bin!", beschwerte Rain sich grinsend, weil Nayantai wohl nicht mit der Wahrheit heraus rücken wollte, sondern sich lieber einen Spaß daraus machte, Rain im Dunkeln tappen zu lassen. Vielleicht hatte er gar nichts im Sinn, sondern wollte Rain nur erneut ärgern und fabrizierte ein Geheimnis, das gar keines war, aber... "Wie?", fragte Rain, dem die Röte ins Gesicht stieg, während er über Nayantais Worte nachdachte. Hatte er falsch verstanden? Nein. "Du meinst... weil du mehr Wärme an mich abgeben kannst, wenn... ich ebenfalls nichts anhabe?", fragte Rain und war sich nicht ganz sicher, ob das Nayantais Intention war, aber er wollte sich ja um ihn kümmern und ihn wärmen, also machte es durchaus Sinn. "Ich habe zumindest davon gelesen... ich schätze das stimmt dann wohl? Macht ihr das in Thria oft? Stört es dich auch nicht?" So viele Fragen und Rain meinte jede einzelne davon ernst.

      Rain hatte nie viel Kontakte zu anderen Menschen gehabt, schon gar keine in seinem Alter, er hatte also allgemein wenig Ahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen und Verhaltensregeln, wenn diese Beziehung an einem Punkt angelangt war, der höfliche Bekanntschaften und einfache Freundschaften überstieg und selbst mit eben genannten, hatte er eher nur theoretische Erfahrung. Alles weitere jedoch wurde ihm gegenüber nie erwähnt, so als müsse er gar nichts wissen, solange er auch nicht ernsthaft nach einer Frau suchte und mit Nayantai war er der Meinung, dass er den Punkt einer einfachen Freundschaft bereits überschritten hatte. Noch dazu verhielten Wölfe sich dann vielleicht noch einmal ganz anders, ganz sicher sogar. Wie weit konnte er also mit jeglichem Verhalten gehen? Wie sehr konnte er Nayantai ebenfalls ein wenig necken, ohne dass er es falsch verstand und was konnte er tun, ohne eine Grenze zu überschreiten? War es richtig sich einfach an ihn anzupassen, oder wollte er etwas gänzlich anderes? Das war alles so kompliziert. "Ja?", fragte Rain aufgrund der Klage deshalb besorgt, hatte er wirklich zu fest gebissen? "Kitzelt...?", fragte er weiter. "Ah! Na endlich!" Hatte er nicht gestern erst versucht Nayantai mit einer Feder zu kitzeln und es nicht geschafft? Es brauchte wohl ein wenig mehr Druck um das bei einem Wolf zu bewerkstelligen und Rain drückte seinen Finger erneut sanft zwischen Nayantais Rippen. "Du meinst das?", schmunzelte er, weil er zumindest noch eine freie Hand hatte um das zu tun, ließ aber schnell wieder von dem Wolf ab. "So fest ich kann? Ich... weiß nicht, ich will dir nicht weh tun. Wie wäre es... hiermit...?", murmelte er etwas zurückhaltend und setzte seine Zähne wieder an Nayantais Haut, um ein wenig fester zu beißen, als eben noch. Er wollte sich lieber langsam an ein Level heran tasten, dass der Wolf auch wirklich wollte, statt all seine Kraft einzusetzen. Er war schwach und klein, ja, aber en Biss von ihm tat womöglich trotzdem irgendwie weh und Nayantai hatte sich schon beschwert...
    • "Du bist wirklich nur ein Welpe ... na gut", lachte der Wolf. Eigentlich kannte er Rain auch gar nicht so gut, aber es fühlte sich irgendwo falsch an, ihn nur ein einfaches Lamm zu schimpfen. Das war ein Schatten, in dem er sich selbst versteckte, aus dem er jedoch bereits heraus gewachsen war, zumindest hatte es eben diesen Anschein für ihn - oder bildete er sich das nur ein? Dennoch war er derjenige, der in diesem Augenblick wohl versuchte, sich seinem Leidensgenossen aufzuzwingen, weil er glaubte, dass er eben dadurch doch noch etwas in seinen müden, stumpfen Gliedmaßen spürte, die für ihn eher so wirkten, als wären sie schon lange kein Teil mehr von ihm. Gleich, wie sein Herz - das er jetzt dennoch verschenkt hatte, ohne sich das wohl genau zu überlegen. "Ja, aber ... nicht ganz. Ich meinte eher, dass ich ... mit dir schlafen könnte, um es noch freundlich auszudrücken", gestand der Wolf schließlich, der sich selbst eigentlich dafür erschlagen wollte, dass er sich nun doch noch dazu durch gerungen hatte, Rain seine Intentionen offen zu legen. Sie hatten sich doch eben erst noch gestritten - und jetzt wollte er ungefähr genau das Gegenteil davon. "Du kannst dich auch so ausziehen, wenn du willst, nicht, dass es mich stört, oder dass ich es als Einladung ansehen würde, dich ungefragt anzufassen."

      Nayantai hatte viele, vielleicht auch dumme, Dinge in seiner Jugend fabriziert, aber keines davon grenzte so sehr an Verrücktheit, wie ein Lamm zu fragen, ob es sich nicht entblößen möge, damit es mit einem Wolf Sex haben konnte, der gerade noch mit dem Gedanken gespielt hatte, Rain für immer und ewig loszuwerden - und der genau wusste, dass sein eigener Kopf ihm nicht erlauben würde, mehr zu tun, als Rain zu berühren. "In Thria schert sich eigentlich kaum jemand darum, was genau du tust, wenn dir kalt ist. Also ja, manchmal", gestand er und griff sich wiederum an den Talisman, als er das Schaf etwas nervös ansah und den Kloß in seinem Hals herunterschluckte. "Ja." Sein Kopf fühlte sich glühend heiß an, aber nicht, weil er Fieber hatte, sondern weil er sich sicher war, dass er vorhin zu einer Tomate geworden war, deren einzige Aufgabe es schien, sich selbst von einem Fettnäpfchen ins Nächste zu reiten. Ach, was gäbe er doch im Moment dafür, wieder er selbst zu sein - jemand, dem egal war, wer er war, so lange er jemand war, der sich von solchen Trivialitäten nicht gleich einschüchtern ließ. Wieder spürte er den Finger zwischen seinen Rippen. "Ah! Das kitzelt wirklich!", rief er aus, als er kurz zuckte und etwas zur Seite wich - Rain würde ihm so oder so hinterherkommen, egal ob Nayantai das nun wollte oder nicht. "Du kannst mir gerne wehtun - zumindest auf diese Art und Weis- Au!" Der Wolf lachte, aber nicht, um Rains Versuch, ihn fest zu beißen, zu untermalen, sondern, weil er das Zwicken wirklich gespürt hatte. "Das geht noch fester!"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ah... sind nur Welpen neugierig? Wölfe wie du nicht mehr?", fragt Rain mit einem leichten Lachen, weil er immer noch nicht wusste ob Welpe ein Kompliment, oder eine Beleidigung war, aber Rain hörte es lieber, als als Lamm bezeichnet zu werden, auch wenn er sich ursprünglich selbst so betitelt hatte. Gemäß seines Spitznamen sprach er allerdings darauf los, bevor er überhaupt versuchte zu verstehen, was der Wolf eben gesagt hatte. "Schlafen? Bist du müde?", fragte er den Wolf, bevor er erst realisierte, was er tatsächlich gemeint hatte, das Wort 'schlafen' war lediglich das erste gewesen, das in der fremden Sprache in Rains Kopf verblieben war. "Ah!", rief er aus, als er seinen Fehler bemerkte und aufgrund dessen wohl keine Zeit hatte, peinlich berührt darüber zu sein, was Nayantai da eben gesagt hatte. "Tut mir Leid, ich verstehe.", gab er beinahe schon gelassen von sich, bevor er sich den Vorschlag noch einmal durch den Kopf gehen ließ. Spätestens jetzt wurde Rain rot im Gesicht, seine Wangen wurden heiß und allein der Gedanke reichte scheinbar um den kalten Körper ein wenig mehr aufzuwärmen. "Ich... also..." Rain blickte auf, sah dem Wolf in sein Gesicht, ehe er lächelte. "Wirst du rot?", schmunzelte Rain, der froh darüber war, nicht der einzige zu sein, dem ins Gesicht geschrieben stand, dass ihm das ganze ein wenig peinlich war. "Ich... habe schon Mal... darüber nachgedacht...", gestand Rain, der sich trotzdem umständlich im Liegen und unter all den Decken aus seiner Kleidung schälte, bis er schließlich bei seinem Hemd angekommen war, das er aber vorerst noch an behielt. "Ich... hätte auch grundsätzlich... wohl nichts dagegen, glaube ich.", sprach er weiter. Wieso sagte er das alles? Nein, wieso stellte er sich diese Frage, er wusste im Prinzip warum, aber war das Grund genug es zu wagen, mit einem Mann, einem Wolf noch dazu? Er war gar nicht schlimmer was schwerer wog und welches Vergehen härter bestraft werden würde, würde irgendjemand davon erfahren. Tatsache war jedoch, selbst wenn Rain versuchte weiter zu leben, so lange er konnte, war er nicht sicher, ob er es noch sehr lange schaffte und er war nun einmal von Grund auf neugierig... das war ja auch der Grund gewesen, warum er überhaupt ein Gespräch mit dem Wolf angefangen hatte und versucht hatte, sein Vertrauen zu gewinnen. Rain mochte Nayantai, er mochte ihn mehr, als er sollte, mehr als sonst irgendjemanden und er hatte nicht ewig Zeit, nicht mit ihm und auch nicht mit seinem eigenen Körper. Vielleicht war er deshalb aus aufgeschlossen, stotterte nicht umher und sagte dem Wolf schon gar nicht nein. "Aber... wir müssen nichts überstürzen... ich würde deine Haut trotzdem gerne... wieder an meiner fühlen, wenn... wenn das in Ordnung ist." Rain presste die Luft aus seinen Lungen, wieso war es so schwer jedes einzelne Wort auszusprechen, wenn er ganz genau wusste, dass Nayantai ihm die Erlaubnis eben schon erteilt hatte. Es war einfacher die Knöpfe tatsächlich zu öffnen, als darüber zu reden.

      "Und hier wird niemand erfahren was wir tun...", murmelte Rain, fast schon als müsse er es sich selbst bestätigen, oder selbst noch einmal ganz sicher gehen. Die Tür war im Grunde offen, aber warum sollte jemand vorbei kommen. Und wenn, dann versteckte Rain sich eben unter den Decken, bis Nayantai den Eindringling verscheucht hatte, das konnte er bestimmt ganz gut, auch wenn er die Sprache der Schafe nicht wirklich sprach. Ja genau, ihnen konnte nichts passieren und Rain wollte jetzt ja auch gar nicht damit aufhören, Nayantai ein wenig zu zwicken, wo er doch endlich eine kitzelige Stelle gefunden hatte. Rains Hemd war offen, aber er dachte noch nicht daran sich an Nayantai zu drücken, oder ihn wieder in die Seite zu zwicken. "Noch... fester...?", fragte Rain ein wenig unsicher, aber die Stimmung gerade wurde ihm schon wieder zu ernst, weswegen er sich ein wenig aufrichtete. "Na schön!", lachte er, bevor er Nayantai erneut biss, fester dieses Mal und nicht in seine Brust, sondern in die dünne Haut bei seinen Rippen die so empfindlich zu sein schien.
    • "Wölfe können sich nicht leisten, neugierig zu sein ... und jetzt rede ich schon wieder von etwas, das gar nicht wirklich schön ist", murrte er, war aber dem Thema nicht vollkommen abgeneigt. Ja, Schafe und Wölfe waren keineswegs gleich und ja, Wölfe schienen darauf bedacht, ihr Leben noch auszukosten, bevor sie aufgeben mussten, aber das hieß nicht, dass er sich nicht einfach dazu zwingen konnte, etwas seiner gesunden Neugier wiederzufinden, die er offensichtlich verloren hatte. "Ich ... nein, das ist nicht das Schlafen, das ich m-", bevor er den Satz beenden konnte, war Rain ihm aber auch schon auf die Schliche gekommen und Nayantai konnte nicht anders, als einen beschämten Laut zu unterdrücken, der sonst aus seinen zusammengepressten Lippen entwichen wäre. Der Wolf konnte nur hoffen, dass man sein Angebot nicht - ohne weitere Fragen - annahm. "Du hast nichts, wofür du dich entschuldigen müsstest", gab er zurück, als er den restlichen, gestammerten Worten Rain's lauschte, der sich genau so unsicher zu sein schien, wie er. "Ein wenig", gestand er und sah dabei fast schon hilfesuchend in die blauen Augen, die er vor wenigen Tagen noch als befremdlich und ungewohnt beschrieben hatte, sich für ihn aber mittlerweile so anfühlten, als kämen sie einem wolkenlosen Himmel gleich. "Dann sind wir wenigstens schon zu zweit", gab er zurück und wusste, dass auch er sich nicht halten konnte - zumindest in seinen Gedanken nicht, auch nicht, als seine Augen auf dem zierlichen, unter Decken vergrabenen Körper des Lammes lagen, das sich ihm doch entblößen wollte, auch, wenn es ihm das nicht zeigte. "Grundsätzlich würde ich mich sogar darüber freuen."

      Aber genau so wahr war es, dass sein Kopf nicht mehr als ein Minenfeld war, auf dem ein falscher Tritt ein qualvoller, langsamer Tod bedeutete und auf dem es nicht anders war, als in einer Schlacht in Thria, in der die Waffenbrüder und Schwestern starben, als wären sie Eintagsfliegen gewesen, deren bisheriges Leben keinerlei Wert besessen hatte. "Ich ... würde gerne, also ... ich ... ich kann nicht ... aber ... grundsätzlich will ich. Du ... du kannst dich aber gerne zu mir legen und mich ... berühren", murmelte Nayantai, wusste, dass Rain der Letzte war, der ihn verurteilen würde und dennoch war es ihm - vielleicht sogar aus diesem Grund - peinlich. Kronprinz der Wölfe hin oder her, Regeln und Verhaltenskodex hin oder her, sollte er nicht wenigstens Rückgrat haben und seine Worte untermalen? "Keiner, absolut Niemand ... nur wir zwei." Vermutlich wäre es auch ein leichtes, einfach aufzustehen und dem Welpen zu sagen, er war noch nicht bereit dafür, sich selbst wieder zu verteufeln - er war noch nicht bereit dafür, für sich selbst zu existieren und wollte lieber, wenn auch nur für den Moment, noch versuchen, ein Stück von sich selbst einzufangen. "Ich wünschte, ich täte mir leichter", seufzte Nayantai schlussendlich und sah zu Rain, der zwar nun mit einem offenem Hemd neben ihm lag, sich aber viel lieber darauf konzentrierte, ihn anderweitig zu malträtieren. "Ah, au!", rief er aus, als er das Zwicken an seinen Rippen spürte, die sowieso in Mitleidenschaft gezogen worden waren, als er damals aus Thria verschleppt wurde. "Siehst du? Du kannst mich ja doch beißen!"
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    • "Oh ich... tut mir Leid. Dann vergiss die Frage, war sowieso eigentlich ein Scherz...", murmelte Rain, obwohl er de Wlf ja eigentlich auch schon neugierig erlebt hatte, als er all die Türen in den Gängen aufgerissen hatte, um zu sehen, was sich dahinter befand. Vielleicht hatte das aber auch mehr mit Langeweile zu tun gehabt. Rain sah Nayantai wieder an, sah in die dunklen Augen die auf einmal so viel weniger wild wirkten und eher nach Halt suchten. "Ich wusste nicht, dass du rot werden kannst.", schmunzelte Rain sanft und kicherte ein wenig. "Ich...das... ich bin froh... nicht der Einzige zu sein, der... naja...", stammelte er vor sich hin, weiterhin mit einem Lächeln auf den Lippen und Nayantai betrachtend. Die roten Wangen des Wolfes waren beinahe eine Erleichterung, oft wirkte er so, als wäre es ja völlig normal, Rain in den Arm zu nehmen, oder ihn zu küssen. Rain war froh, dass auch der Wolf nicht ganz unberührt blieb und etwas nervös zu sein schien. Rain rückte seinen kalten Körper nun näher an Nayantai heran, drückte seine nackte Brust und seinen Bauch gegen die warme Haut, wenn auch etwas zögernd. Auch wenn Nayantai etwas anderes im Sinn gehabt hatte, es war viel wärmer als zuvor, viel angenehmer und es half Rain noch ein wenig weiter aufzuwärmen.

      "Nayantai du... brauchst dir keine Sorgen zu machen...", murmelte Rain schließlich und sah Nayantai wieder an, weil er ihm versichern wollte, dass er ihm glauben konnte. "Und du musst auch keine Angst vor mir haben... ich... ich wüsste doch gar nicht wie... oder was... ich hab noch nie... und ich weiß nichts darüber...." Nun war er es der wieder beschämt zur Seite sah, das hatte er so nicht geplant, er wollte Nayantai eigentlich beruhigen und nun kam so ein gestotterter Satz bei ihm heraus, während er beschämt zugab, dass er doch gar nicht wusste, was es bedeuten würde, mit Nayantai zu schlafen. Im Gegensatz zu Rain hatte der Wolf Erfahrung, wusste was er zu tun hatte und auf was er sich da eigentlich einließ, Rain wusste das nicht, er war nur neugierig und dem Gedanken nicht abgeneigt, Nayantai Stück für Stück weiter gehen zu lassen, wenn der Wolf das denn wollte. Er selbst wusste gar nicht wo er anfangen sollte. "Zwing dich nicht dazu...", fügte Rain noch an und widmete sich lieber wieder dem Beißen, das Nayantai so amüsant aufschreien ließ. "War das... zu fest...?", fragte er nach und als würde es dadurch besser werden, gab er Nayantai einen kurzen Kuss auf die Stelle, immerhin hatte er sich am gestrigen Abend selbst bei genau demselben wohl gefühlt. Vielleicht machte Rain zu sehr eine Wissenschaft aus dem Ganzen und fragte zu viel, tastete sich zu langsam heran, aber er hatte eben keine Erfahrung und er wollte nur heraus finden, wie er dafür sorgen konnte, dass Nayantai sich ebenfalls wohl fühlte.
    • "Zu spät", neckte ihn der Wolf wiederum mit herausgestreckter Zunge - Nayantai wusste, dass Rain ihm nicht zu nahe treten wollte, dass seine letztmöglich Intention war, dass er noch heilende Wunden wieder aufreißen wollte, aber das störte nicht. Der Wolf wäre nur eines von vielen, bald unkenntlichen Gesichtern, die irgendwann einmal gelebt hatten - das war in Ordnung. "Soll das heißen, du hast geglaubt, mir ist nichts peinlich?", fragte Nayantai, der dadurch nur so wirkte, als wären seine Wangen noch röter geworden und der all das eben mit einem Lachen abtat. "Du bist nicht der Einzige, mach dir keine Gedanken darüber", versicherte er. Nayantai wusste, dass er schon viel zu viel geredet hatte und dass er einige Grenzen überschritten hatte, die ein Schaf und ein Wolf nicht übertreten sollten - im Endeffekt sehnte er sich danach, bei jemandem zu sein und jemanden zu spüren, der nicht darauf aus war, ihm schlussendlich den Schädel abzuhacken, nachdem er seine Hände an ihn gelegt hatte und bekam, was er wollte - jemand, der unvermeidlicherweise Rain sein musste. Die Haut Rains, die nun schlussendlich gegen die seine gepresst war, ließ einen kurzen, aber angenehmen Schauer durch seinen Körper ziehen - das hier war etwas, das ihn nicht umbringen würde. Nayantai sollte sich daran gewöhnen.

      "Das hat auch absolut nichts mit dir zu tun, wirklich!", rief er aus, als hätte er Angst, er könne das Lamm kränken. Der Kloß, der sich langsam aber sicher in seinem Hals bildete, wurde einfach heruntergeschluckt, als hätte er gar nicht erst versucht, sich selbst zu irgendetwas zu zwingen - als wollte er das hier alles, genau so. "Ich könnte es dir zeigen, aber ... ich tue dir vermutlich weh", gestand der Wolf schlussendlich und schmiegte sich selbst etwas mehr an Rain heran. Nicht nur weh, weil das Lamm keinerlei Erfahrung hatte, sondern auch weh, weil Nayantai genau wusste, dass es ihm ziemlich leicht fiel, sich zu vergessen und einfach nur das zu tun, was sein Bauchgefühl für richtig erklärte. "Ich zwinge mich zu gar nichts!" Es gab Lügen, die er unterbewusst verbreitete und es gab, Dinge, die fast schon offensichtlich wirkten, die ihn etwas nervös kichern ließen und die ihm wohl oder übel irgendwann aus dem Kopf gehen mussten ... nicht? "Nein, das ... war fest genug, aber ... das stört mich ni- Ah!", rief er überrascht aus, als er den sanften Kuss auf noch auf seiner Haut spürte und sich ziemlich sicher war, dass er derjenige war, der Gänsehaut bekam. "Du!", lachte der Wolf, bevor er seine Hand in den Nacken des Lammes legte und ihn zwickte.
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    • "Mh... dann frage ich wohl besser gar nichts mehr!", erwiderte Rain gespielt beleidigt und schnappte erneut nach Nayantai, biss ihn dieses mal sanft in die Schulter, bevor er sich wieder zurück zog und ihm erneut ins Gesicht sah. "Mh... ja. Du wirkst... immer so stark und selbstbewusst.", erklärte Rain, auch wenn er nicht glaubte, dass Nayantai das letzte Wort auch wirklich verstand. "Und du hast so viel erlebt... du kennst... so vieles schon im Gegensatz zu mir. Ich weiß eigentlich gar nicht... warum mich der Gedanke an... naja... nervös macht, wohl weil ich nicht weiß, was mich erwartet... aber ich bin auch neugierig." War er gerade zu ehrlich? Vielleicht sollte er all das vor dem Wolf nicht offen legen, aber wenigstens war er über den Punkt hinaus, an dem er sich Sorgen darüber machte, dass er ein Schaf und Nayantai ein Wolf war. Es spielte keine Rolle, Rain mochte ihn, egal wer er war und woher er kam, er mochte ihn viel zu sehr und schmiegte sich zu gerne an den warmen, großen Körper.

      "Das... habe ich auch nicht wirklich angenommen.", lächelte Rain, der sich durchaus vorstellen konnte, warum der Wolf so zögerte, aber es störte ihn keineswegs, zumal er gar nicht wusste, ob er mit einem anderen Nayantai, der nicht erlebt hatte, was der Wolf erlebt hatte, überhaupt zurecht kam. Er wusste nicht, ob er einen wilden Wolf überhaupt in sein Haus hätte lassen können, geschweige denn in sein Bett und selbst wenn sie sich trotzdem zueinander hingezogen fühlten, war ein erfahrener und furchtloser Wolf vielleicht gar nicht das richtige für Rain, der selbst alles andere als das war. "Du... tust mir weh...? Ich... mh... ich glaube das könntest du nicht, ich... selbst vorhin als du wütend warst, hast du es nicht. Nicht wirklich.", erklärte Rain mit einem bestimmten Kopfschütteln, auch wenn er sich selbst gar nicht so sicher war. Unter dem Griff des Wolfes konnte Rain sich nicht wehren, das hatte er vorher schon gewusst, aber vorhin war es ihm noch bewusster geworden und sein Flehen hatte den Wolf auch nicht dazu gebracht, von ihm abzulassen, vielleicht war das doch keine so gute Idee. "Gut, denn das wollte ich auch gar nicht... du musst mir jedenfalls auch nichts beweisen... mach nicht den selben Fehler wie ich mit dem Fenster!" Rain lachte leicht, das war wirklich dumm gewesen, aber ihm wurde allmählich wärmer, so nah an Nayantai gekuschelt. Seine Füße fühlten sich noch eiskalt an, aber die Wärme würde es auch noch dahin schaffen. Das Kratzen in seiner Lunge ignorierte Rain so gut es ging und es war nicht so, als wäre er sowas nicht schon gewohnt. Husten wollte er nicht und am Ende brachte es auch nichts und wenn er sich so mit Nayantai unterhielt, geriet alles unangenehme das seinen Körper betraf auch in den Hintergrund. Das Geräusch das Nayantai von sich gab ließ Rain lächeln, ehe er selbst zusammen zuckte, weil er in den Nacken gezwickt wurde. Für einen Moment fragte Rain sich, ob er etwas falsch gemacht hatte, aber der Wolf lachte doch, also konnte es nicht so falsch gewesen sein. Rain beugte sich also erneut langsam nach vorne und stieß seinen Atem gegen die Schulter des Wolfes, ehe er nun dort hinein biss, einige Moment dort verblieb und sich schließlich langsam wider zurück zog, nachdem er einen sanften Kuss auf die Stelle gedrückt hatte. "Oder soll ich damit aufhören...?", fragte er nun doch etwas unsicher.
    • "Als ob du wirklich beleidigt bist!", echauffierte Nayantai sich und lachte erneut, weil es für ihn wohl einfach so unvorstellbar schien, dass er das Lamm mit ein paar einfachen, neckenden Worten dermaßen zur Weißglut brachte, dass es sich von ihm abwandte. Das hier war nicht mehr als ein Spielplatz, den sie beide wohl gleichzeitig nutzten, damit keiner von ihnen mehr einsam sein musste. "Nun ja, jeder der stark ist, hat auch seine Schwächen ... aber Selbstbewusst? Was meinst du damit?", wollte er sogleich ergründen, weil es ihm nicht wahrlich einleuchten wollte, was die Worte bedeuteten, auch, wenn er den Kontext kannte. War es denn nicht so, dass es genau genommen egal wäre, was das Lamm von ihm dachte und war es genauer genommen nicht sogar egal, was er von Rain dachte? Sie beide blieben sich ohnehin wenig schuldig und sie beide waren auch diejenigen, die nichts finden konnten, das sie aneinander nicht interessierte, so wie es schien. "Mach dir keinen Kopf darüber - du kannst so neugierig und so nervös sein, wie du möchtest, wirklich", sprach er, meinte es ernst - Rain sollte sich wohlfühlen und nicht so, als drängte ihn der Ältere zu etwas, das er ohnehin nicht wollte. "Und du kannst so viel darüber nachdenken, wie du möchtest." Oder? War es nicht in Ordnung, wenn man unsicher war und noch von der Unsicherheit geplagt wurde, die man eigentlich verdrängen wollte?

      "Gut, das freut mich", seufzte er, bevor er erleichtert aufatmen konnte. Rain würde ihn nicht wegen einer oder zwei, oder vielleicht doch drei Trivialitäten verurteilen - das wusste der Wolf, oder zumindest redete er sich ein, das er eben das wusste - sie klebten förmlich aneinander, als wären sie Pech und Schwefel, war es da nicht normal, zu glauben, man kannte einander besser, als man es eigentlich tat? "Das ... ich ... das tut mir noch immer leid", murrte der Wolf, kaum sprach das Lamm eben jenes Thema wieder an. Das hatte er nicht gewollt, das wusste er selbst, aber ... "Ich meinte nicht auf diese Art und Weise, ich meinte eher, dass ich ... na ja", nuschelte er vor sich her, als das Lamm sich immer weiter an ihn kuschelte und er gar nicht mehr wusste, ob sie beide einfach versucht hatten, eine Ausrede zu finden, um ihre vermeidliche Pause zu verlängern, damit sie sich wieder in ein Bett legen konnten, um ihren Tag zu verschwenden. Angenehmes Kribbeln zog sich durch seinen Körper, als er seine Hand vom Nacken des Lammes zu dessen Schulterblättern rutschen ließ. "Es ... du weißt genau, dass ich auch ziemlich stur sein kann, aber ich werde mich ... zusammenreißen, hoffe ich", versprach er Rain schon beinahe, den er - wenn auch mit etwas Druck, noch mehr an sich presste, damit er nicht wieder auf dumme Ideen käme. Wobei das mittlerweile auch zu spät war. Beinahe schon ungewohnt war das Gefühl, das er verspürte, als er derjenige war, der gebissen wurde und dann auch noch einen Kuss erhielt - ein verwundertes Schnappen nach Luft, bevor er sich wieder fing war, schlussendlich, das Resultat. "Nein, mach weiter", befahl er dem Lamm schon beinahe, als er ihm über den Rücken strich und sich seine freie Hand in sein Gesicht drückte, um es zu verstecken - das hier war ihm nicht peinlich, aber es fühlte sich komisch an, wenn er die ganze Röte, die ihm ins Gesicht kroch, beinahe spürte.
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    • "Bin ich nicht.", lachte Rain bestätigend und überlegte anschließend gleich, wie er das Wort 'selbstbewusst' beschreiben konnte. "Hm... selbstbewusst heißt... dass du dir selbst vertraust, dass du sicher bist, dass das was du tust richtig ist und dass es dir egal ist, was andere davon denken. Ich denke so kann man es beschreiben.", versuchte es Rain mit einem weiteren Lächeln zu erklären und fragte sich gleichzeitig, was wohl die Schwächen des Wolfes waren, aber eigentlich war das auch egal. Nicht jeder konnte nur stark sein, das wusste Rain, auch sein eigener Vater hatte Schwächen die es auszugleichen galt, jeder hatte welche, nicht nur Rain. Nur bei Rain waren seine Schwächen wohl offensichtlich und sie überwiegten seine Stärken, zumindest dachte er das. "Mh ich... ich schätze, wenn es dich stören würde, dass ich neugierig, oder nervös bin, dann... dann hättest du schon längst genug von mir." Ein erneutes leichtes Lachen ertönte, Rain war von Anfang an neugierig gewesen und konnte sich mit seinen Fragen gar nicht zurück halten. Seine Nervosität hatte wohl anfangs zu wünschen übrig gelassen, die Anwesenheit eines Wolfes hatte ihn kaum gestört, aber dafür war er bei allem weiteren nur noch nervöser.

      Rain nickte leicht, sah auf in die dunklen Augen des Wolfes und in das schuldbewusste Gesicht, während er selbst schon gar nichts mehr davon wissen wollte. Er schätzte die Entschuldigung und Einsicht, mehr brauchte er jedoch auch überhaupt nicht. "Schon gut, mach dir keine Sorgen.", lächelte er, "Ich sollte wohl wütend sein, oder Angst haben, aber... das funktioniert scheinbar nicht. Es tut dir Leid, das reicht als Entschuldigung." Eine sanfte Berührung des Wolfes reichte aus, um einen Schauer durch Rains Körper zu jagen, der seine Wangen nur wieder rot werden ließ, obwohl der Wolf seine Hand nur von seinem Nacken, zu seinen Schulterblättern geschoben hatte. Dennoch war es angenehm und warm noch dazu, sein Rücken hatte bisher ohnehin nicht viel von der Wärme des Wolfes abbekommen un allmählich war ihm nicht einmal mehr ein bisschen kalt. Die Wärme die sich von Innen in Rain auszubreiten schien war es vor Allem, die ihn nicht mehr frösteln ließ und nur Nayantai war in der Lage dazu, das bei Rain auszulösen, dabei machte er nicht einmal viel. "Du meintest eher, dass du...?", fragte Rain nach, konnte nicht folgen. Vermutlich wäre für jeden anderen klar gewesen was Nayantai nicht auszusprechen wagte, nur er war zu unerfahren dafür. Abgeschottet in seinem Zimmer, hatte er nie solche Nähe erfahren, auch wenn er sich gerade wünschte, er wüsste mehr. Vielleicht sollte er in Zukunft einfach so tun als kenne er sich aus. Auch seine Lippen taten nur das, was er sich irgendwie von Nayantai abgeguckt hatte und von dem er glaubte, dass es richtig war, dasselbe galt für ihren ersten Kuss, bei dem er auch nicht so recht gewusst hatte, was er eigentlich tun sollte. Aber so falsch konnte es nicht sein, als Nayantais Stimme erneut ertönte, um Rain zu sagen, dass er weiter machen sollte mit dem, was er tat. Rain machte unnötigerweise ein bestätigendes Geräusch, das es nicht gebraucht hatte, biss er doch wenig später wieder in Nayantais Schulter, mit demselben Druck wie vorhin bei seinen Rippen und drückte anschließend erneut einen sanften, fast schon zaghaften Kuss auf die Stelle, an der seine Lippen die Abdrücke seiner eigenen Zähne noch kurzzeitig spüren konnten. "Willst du... dass ich aufhören, wenn ich denke, dass... dass du nur stur bist und... genug hast?", fragte Rain, wanderte aber kurz darauf weiter, zwickte den Wolf mit seinen Zähnen an der Stelle unter seinem Schlüsselbein, küsste die Stelle und tat dasselbe noch einmal über dem Schlüsselbein, an Nayantais Hals.