spellbound. (earinor & akira)

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    • "Du ... es ... es ist in Ordnung", wirklich in Flammen aufgehen würde er auch nicht, nur, weil er nun in einem eigentlich warmen Zimmer, halb bekleidet mit einem Lamm unter einer Decke lag und die Welt dort draußen beobachtete, die ihm die letzten Wochen und Monate entgangen war. Was gab es dort, irgendwo am Horizont, wenn nicht die Hölle, aus der es kein Entkommen mehr gab? Nayantai wusste, dass er - kaum trat er wieder über die Türschwelle und ließ Rain hier - nicht mehr zurückkommen konnte, so sehr er es auch wollte. Ein unangenehmes Ziehen war es, das er in seiner Brust spürte und er fragte sich, ob ihn all das eben deswegen so sehr störte, oder, weil er sich einredete, dass er das Lamm mit sich schleppen wollte. "Ich will hier schlafen. Es ist angenehm, bei dir zu sein", brummte der Wolf etwas gekränkt, als hätte er den Vorschlag tatsächlich als einen Versuch, ihn wieder loszuwerden, aufgenommen. Was war die Wahrheit, wenn nicht, dass sie alle beide viel zu oft aneinander dachten? "Nackt? Nein danke", allein daran zu denken stieß ihm sauer auf - nur wäre es nicht Rain, der sich an ihm vergriff, auch, wenn er jeden Grund dazu haben könnte, den sich der Wolf erst ausmalen musste. War es das Verlangen nach einem Stück Freiheit? Die Habgier? Die Selbstsucht?

      "Hm. Im Sommer vergeht in Thria das Gras und die Sonne verbrennt dich, noch mehr als sonst - und trotzdem wird es nie wirklich warm. Es ist so, als wäre es einfach ein Winter ohne Schnee, nicht zu kalt und nicht warm genug." Seine Sippe war all das gewohnt, konnte nicht anders, als dem Wetter zu trotzen - aber Rain? Rain hatte dort weder einen Rückzugsort noch würde er sich in der Welt der Wölfe wohlfühlen können - und genau das musste sich Nayantai langsam aber sich eingestehen, was eventuell der Auslöser dafür war, dass er das Lamm doch noch etwas fester an sich drückte. "Hm. Ein Zelt ... ist ungefähr ... so groß wie ... mein Zimmer?", schätzte der Wolf knapp, wusste nicht wirklich, wie er erklären sollte, dass die Ecken der Zelte abgerundet waren, dass er schon seit einer gefühlten Ewigkeit in keinem mehr war. "Es ist unterschiedlich und ... normalerweise teilt man, mit seiner Familie", außer, man befand sich im Zelt des Mediziners, aber das war wohl auch etwas völlig irrelevantes, das mit dieser Frage nichts mehr zu tun hätte. Dass Rain sich so sehr dafür interessierte, freute Nayantai, auch, wenn die Hoffnung auf ein gemeinsames Leben in Thria schwindend gering war. "Gräm dich nicht, ich rede gerne darüber!"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Dann bleib hier.", lächelte Rain und hatte auf eine solche Antwort auch gehofft, der Wolf schien wegen Rains Vorschlag sogar ein wenig gekränkt, "Es ist auch angenehm, dich hier zu haben." Rain wollte ihn bestimmt nicht los werden, auch wenn es nicht garantiert war, dass er mit ihm an seiner Seite besser schlafen konnte, zumindest war ihm warm und er fühlte sich nicht so alleine wie sonst. Vielleicht war es auch ganz gut, dass er mit dem Wolf hier nicht aufstehen und die ganze Nacht herum wandern konnte, weil er nicht einschlafen konnte. So hörte er eben dem Atem des Wolfes zu, bis er schließlich doch in die Welt der Träume fand. Rain kicherte als der Wolf fast schon empört ablehnte nackt herum zu laufen, natürlich war es auch nichts weiter als ein Witz gewesen. Was würden nur seine Bediensteten denken, wenn der Wolf unbekleidet durch die Flure spazierte, oder nackt beim Essen saß? "Ich hätte nicht gedacht, dass euch das Wölfe überhaupt stört...", schmunzelte er dennoch, nach den Geschichten die er schon gehört hatte.

      "Nicht warm genug? Nicht warm genug für ein Schaf meinst du?", erneut schmunzelte Rain und merkte, dass der Wolf ihn noch ein wenig fester zu sich zog. Käme er auf die Idee fester zu zu drücken, dann hätte er Rain vermutlich in zwei Teile brechen können, aber der junge Fürst hatte keine Angst davor, überhaupt keine. Stattdessen genoss er es, dass er sich kaum noch bewegen konnte, er fühlte sich geborgen und beschützt und er glaubte auch, dass der Wolf genau das tun würde, wenn es darauf ankäme, ihn beschützen. "So groß wie dein Zimmer?", fragte Rain überrascht, er hatte gedacht so ein Zelt wäre kleiner. Er stellte es sich schon größer vor, als ein einfach Zelt, das Wanderer benutzten, wenn sie draußen übernachteten, aber, dass es so groß war? Wenigstens sprach der Wolf gerne über solche Dinge, also ließ Rain es sich auch nicht nehmen, weiter zu fragen. "Wie viele Leute schlafen denn üblicherweise in einem Zelt?", fragte er und konnte sich das nicht vorstellen. Er hatte den Wolf gerne in seinem Bett, aber selbst das war ungewohnt, daran zu denken noch viel mehr Menschen, teilweise vielleicht sogar Kinder, in unmittelbarer Nähe zu haben, konnte er sich nicht vorstellen. "Ist das nicht... sehr laut? Und gibt es innerhalb des Zelts... Abgrenzungen? Sowas wie Wände?"
    • "Also willst du gar nicht, dass ich gehe!", stelle Nayantai beinahe schon empört fest und zwang sich, nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Rain hatte es also nicht darauf abgesehen, ihn loszuwerden, sondern neckte den Wolf nun selbst, als würde er mit diesem doch noch quitt werden wollen. "Nicht nur, weil ich warm bin?", fragte er, grinste dabei. Ja, vermutlich zogen sie beide nur selbstsüchtige Vorteile daraus, miteinander hier zu liegen - Rain bekam die Wärme, nach der er schon immer vergebens suchte und Nayantai die Kälte, die er seit einer gefühlten Ewigkeit hatte missen müssen. Mehr, als an sich selbst zu denken, war das nicht - auch, wenn Rain vermutlich hier liegen könnte, mit wem auch immer er wollte, während der Wolf sich bedacht verhalten musste, damit ihm solche Dinge überhaupt zuteil wurden. "Wir leben zwar dort draußen, aber das heißt noch lange nicht, dass wir uns verhalten müssen, wie wilde Tiere", seufzte er - Rain wusste leider auch nur das, was ihm beigebracht worden war und in Wahrheit hatte man vermutlich auch ihm nur Vorurteile eingebläut. Wölfe sollten Menschen fressen, ihre verdreckten Klauen an alles legen, das ihnen nicht gehörte und unzivilisierter sein als so manches Tier. "Schafe laufen doch auch nicht nackt durch die Gegend", brummte er schließlich und drückte sein Kinn lieber auf die Schulter des Lammes, bevor er noch das Gefühl bekäme, er müsste sich von Rain abwenden.

      "Mm-mh, nein ... nicht warm genug ... um es wirklich Sommer zu nennen", sprach der Wolf, der das Gesicht verzog und sich lieber auf die angenehme, kühle Haut des Eiszapfens in seinen Armen konzentrierte, der wohl nicht so leicht schmolz wie die Schneeflocken, wenn sie sich in diesen Raum verirrten. Was war diese Welt auch, wenn nicht die aus seinen Träumen und was war sie nicht, wenn nicht das, wonach er suchte? Nayantai wusste, dass er nicht hier sein konnte, nicht hier sein durfte oder sollte und doch genoss er es, genoss die Zweisamkeit, die er mit Rain teilen konnte. "Ja", die Zelte der Wölfe waren nicht klein, sondern robuster als gedacht - auch, wenn nicht jeder von ihnen die gleiche Bauweise befolgte und so manch andere Sippe lieber das ein oder andere Stück Leder verwendete, um ein imposantes Zelt zu bauen. "Das kommt darauf, an, wie groß deine Familie ist ... wir könnten theoretisch unser eigenes haben, wenn du daraus hinaus willst", ungestört wären sie zwar nie wirklich, gab es doch keine Türen die man verschließen konnte und zu viele Geräusche, die man nie wirklich aussperren konnte. "Mm-mh. Es ist war ... lauter als hier, aber nicht ... zu laut. Und ... nein. Eher selten." Wieso fragte ihn Rain all das? Würde er wirklich von hier fortgehen wollen? Das konnte er schlicht und ergreifend nicht ernst meinen, es war so, als hätte er es aus der Luft gegriffen. "Soll ... soll ich das Fenster schließen?"
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    • "Ich habe nie behauptet, dass ich das will!", erwiderte Rain mit einem breiten Lächeln, er wollte den Wolf aber genauso wenig hier gefangen halten. Es brachte schließlich nichts, wenn Rain fror, oder Nayantai im Gegenzug schmolz, Rain wollte, dass es für sie beide angenehm war, auch wenn der Wolf ihm das nicht ganz zu glauben schien. "Nicht nur, weil du warm bist... ich habe gerne Gesellschaft und ich glaube du auch.", murmelte der junge Fürst und schüttelte anschließend den Kopf, hatte er Nayantai verärgert? Das wollte er nicht. "Wie Tiere? Du hattest mir doch einmal gesagt, dass nichts dabei ist, wenn ich dich ansehe, als du nackt im Badezimmer gestanden hast, erinnerst du dich? Oder ist das nur ein Privileg das ich besitze?" Nun musste Rain tatsächlich ein wenig lachen, einfach nur weil der Wolf sich gerade selbst widersprach. "Außerdem hatte ich angenommen, dass ihr Wölfe einfach etwas... offener seid. Immerhin scheint ihr auch nicht so strikte Regeln darüber zu haben, mit wem ihr eure Nacht verbringt... auch wenn ich mich gerade selbst nicht daran halte. Und nein, wir Schafe laufen nicht nackt herum, selbst im warmen Osten nicht und vor allem auch nicht, ohne ein Hemd zu tragen." - so wie Nayantai.

      "Hm... wie gesagt, hier gibt es auch nicht wirklich einen Sommer, dafür gibt es im Osten, am Meer, keinen Winter.", erklärte Rain und wusste eigentlich gar nicht, wie vertraut die Wölfe mit der Topografie der Schafe waren. Viele Gebiete der Wölfe waren kartografiert, selbst die, an denen nie ein Schaf war, auch wenn die Namen wohl andere waren, als die Wölfe ihrer Heimat gegeben hatten. Vielleicht sollte Rain sich noch einmal mit Nayantai eine Karte ansehen, andererseits... war das vielleicht keine so gute Idee. "Ich will auf gar nichts hinaus...", lächelte Rain und schüttelte leicht den Kopf, "Ich bin nur neugierig. Und ich kann es mir einfach nicht vorstellen, ich war immer alleine in diesem Zimmer, ich musste es nie teilen. Selbst wenn ich Geschwister hätte - Brüder oder Schwestern - dann hätte jeder sein eigenes Zimmer." Rain blickte noch einmal aus dem Fenster, Abends beeilte sich die Sonne immer sehr, das konnte Wanderer aus anderen Teilen Adrestias schon mal überraschen. "Wie du willst... wie gesagt, mir ist nicht kalt." Bei offenem Fenster schlafen sollte er vielleicht trotzdem nicht.

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    • "Ja ja, das haben sie noch alle gesagt", neckte der Wolf, der allerdings nicht so gekränkt davon zu sein schien, sondern den Spieß wieder umdrehte und sich nun über das Schaf lustig machte. "Ich weiß, das war natürlich nicht so gemeint", lenkte er ein und kuschelte sich lieber an Rain, als dass er erneut für eine Kluft zwischen ihnen sorgen wollte, weil er sich nicht imstande sah, seine Gefühle zu kontrollieren. "Mhm, ohne dich wüsste ich nicht, was ich tun soll", entgegnete er wiederum und erwischte sich selbst dabei, wie er wiederum so offenherzig und ehrlich mit einem einfachen Schaf kommunizierte. Nayantai wusste nicht nur, dass es schlussendlich futil sein würde, sich diese Freundschaft - diese verwirrende Beziehung - mit einem ohnehin sterbendem Lamm aufbaute, aber was war er nicht, wenn schon ein verwesender Kadaver? "Mhm, ich kann mich immerhin nicht jedem einfach so zeigen, den ich nicht kenne!", brummte er - Rain genoss also doch mehr Privilegien, als sich der Wolf eingestehen wollte, oder gar konnte. Natürlich wäre er nicht der Einzige, der Nayantai jemals nackt gesehen hatte und er war auch nicht der Einzige, der seine Hände an ihn gelegt hatte, aber hier war all das ... anders. "Untereinander vielleicht, aber ein Schaf muss sich solche Dinge erst verdienen ... nun, außer es nimmt sich, was es will, aber dann würde ich dir den Arm brechen", warnte Nayantai das Lamm - ja, er hatte keinerlei Verwendung für einen verletzten Rain, aber egal wer er war, er sollte seine Griffel bei sich behalten. "Als ob es dich stört ...", murrte er in die weiche Haut des Lammes hinein.

      "In Thria gibt es ... Winter und Frühling und am Meer, in Thria, gibt es durchgehend doppelt so kalten Winter." Nayantai konnte sich bei bestem Willen an keinen Tag erinnern, an dem ihm - am Meer - nicht kalt gewesen war, auch, wenn sich das Gras zwischen den Schnee und Eismassen hervorgekämpft hatte, nur, um dann wieder zu vertrocknen und erneut verschluckt zu werden. Beinahe so, als wäre das Einzige, das der Wetterlage dort trotzen konnte, ein paar sture Menschen und viel zu viele Fische. "Nun, Wölfe haben eben nicht so viele Privilegien wie ihr - aber wir sind auch nicht auf schützende Wände aus Stein angewiesen, oder die Worte eines verrückten Königs", seufzte der Wolf, der sich langsam wieder von Rain löste, sich aufsetzte und das angewärmte Lamm alleine unter der Decke zurückließ. Leise Schritte bahnten sich ihren Weg zum Fenster, bevor der Wolf die Hand ausstreckte, den Schnee an der äußeren Fensterbank in die Hand nahm und ihn zusammendrückte. "Mh, ich will nicht, dass du mir erfrierst", meinte er noch knapp und schloss das Fenster, sperrte wiederum die fremd-vertraute Welt dort draußen aus und somit auch die Kälte, die zumindest einen von ihnen plagen würde. "Hand auf", bedeute er Rain lediglich und drückte ihm das Häufchen Schnee in eben jene, bevor er wieder um das Bett herumging, um sich auf der anderen Seite zurück hinein fallen zu lassen.
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    • Der Wolf kuschelte sich auf einmal noch enger an Rain und der musste zugeben, dass es ihn zwar nervös machte, er es aber gleichzeitig auch viel zu sehr genoss. Er fragte sich, ob er sich nicht gerade zu sehr an solche Abenden gewöhnte und auch an den Wolf selbst. "Du hattest wohl Glück an ein Lamm zu geraten, das viel zu viel Macht für seine Naivität besitzt...", entgegnete Rain ebenso ehrlich und lächelte, "Ich helfe dir gerne, ich will auch gar nichts dafür." Auch wenn er nicht wusste warum. Sein erster Gedanke, als er den Wolf gesehen hatte, war einfach gewesen, dass er ihm helfen musste. Er hatte noch nie jemanden gesehen, der so zugerichtet war und der so müde ausgesehen hatte. Ausgehungert sah er immer noch aus, auch wenn Rain selbst immer noch der dünnere von ihnen beiden waren und er sah auch, dass selbst wenn die Wunden an Nayantais Körper heilten, es noch vieles gab, das weiter an ihm zehrte. Erneut fragte er sich, ob es richtig war diese Nähe zuzulassen und teilweise sogar zu verlangen, aber ihn auf Abstand zu halten, funktionierte nicht, aber es war nicht wichtig und er grinste unter der Decke ein wenig, weil er wohl doch eine Art spezielles Privileg besaß, auf das er eigentlich gar nicht zurück greifen wollte. "Das glaube ich dir und ich hätte auch gar keine Chance gegen dich, das ist aber auch nicht meine Art, ich kann mir gar nichts nehmen, das ich nicht haben soll.", erwiderte er, während sich die Haare an seinem Nacken aufstellten, als der warme Atem des Wolfs auf seine haut traf. Beinahe wäre ihm ein Schauer über den ganzen Körper gejagt, vielleicht war das auch mit ein Grund, warum Nayantai das Fenster doch schloss, obwohl Rain gesagt hatte, dass ihm nicht kalt war.

      "Ich glaube du bist an dem Ort in Adrestia gelandet, der Thria noch am Meisten ähnelt, auch wenn ich nicht mit einem Meer dienen kann.", lächelte Rain, kommentierte aber nichts weiter. Er ließ das Thema König besser auf sich beruhen, wusste auch gar nicht was er dazu sagen sollte, oder wie er dem Wolf erklären sollte, was der König repräsentierte und warum das Land seinem Befehl folgte, Fhaergus eingeschlossen. Egal was Rain sagte, es würde den Wolf nicht zufrieden stellen und ihn nur an gedankliche Orte schicken, denen er lieber fern blieb. Ebenso wenig verlangte Rain, dass das Fenster wieder geöffnet wurde, stattdessen kämpfte er seine Hand unter der Decke hervor und streckte seinen Arm aus, nur damit er erneut etwas Schnee in die Hand bekam. Er war kalt, kälter offenbar als Rains eigene Hand und brannte gleichzeitig wie Feuer auf seiner Haut. Er blieb so liegen wie er war, spürte wie die Matratze sich bewegte, als der Wolf wieder neben ihm Platz nahm, aber sah weiter auf den Schnee. "Hmm... ich wollte immer schon Mal an einer Schneeballschlacht teilnehmen... äh... Schnee werfen, auf andere... hin und her..." Er wusste nicht recht, wie er es erklären sollte.
    • "Oder du hast einfach Pech, dass du mir nicht widerstehen kannst", neckte der Wolf und streckte dem Lamm erneut die Zunge heraus - er sollte das nicht tun, aber noch hatte ihn keiner davon abgehalten. Zum einen wollte er Rain nicht kränken, zum Anderen hörte er keinerlei lästigen, altbekannten Stimmen mehr, die ihm entweder etwas auftragen wollten oder aber ihn von etwas abhalten sollten. Nayantai lag gerne neben Rain, so war es auch nicht - die Kälte des fremden Körpers war beinahe schon einladend angenehm und das Wissen, nicht allein unter abertausenden Fremden zu sein, war ein Schönes. "Nun, ich kann dich als Gegenleistung noch immer mit nach Hause nehmen ...", flüsterte er und hoffte, nicht gehört zu werden. Nayantai wusste, dass es nicht von Dauer wäre, würde er Rain mit sich nehmen - entweder, sie scheiterten auf dem Weg, oder doch erst in Thria, weil einer ihrer beiden Körper aufgeben würde. Der Wolf leckte sich über die Lippen, genoss die Ruhe für den Moment und das weiche Bett, dass er Zuhause nicht sein eigen nennen konnte. "Und wenn ich dir sage, dass du dir nehmen sollst, was du willst? Holst du es dir dann? Jedes einzelne Stück von mir?" Mehr, als ein winselnder Mann auf Knien, der um sein Leben flehte war er nicht - Rain konnte machen, was er wollte, aber er tat es nicht, außer, man lud ihn dazu ein und Nayantai war es, der sich vor seinen Berührungen nicht fürchten sollte.

      "Wenigstens ist es kalt ... wenn Fhaergus ein Meer hätte, dann wärst du nicht hier", dann wäre es auch hier kalt, so bitterkalt, dass man nicht anders konnte, als sich dieser Welt anzupassen und zu hoffen, dass sie einen irgendwann gehen ließ. Dass sie sie beide nicht schon verschluckt hatte, wenn es taute und Zeit wurde, Abschied voneinander zu nehmen - etwas, das jetzt schon keiner mehr wollte, das nur dafür sorgen würde, dass die beiden sich noch mehr ineinander verrennen würden. "Ich ... hoffe er ist nicht zu kalt", aber was konnte er auch schon an der Temperatur des Schnees ändern? Nayantai kuschelte sich wieder ein bisschen an Rain herein, war zufrieden, wenn er bloß hier liegen konnte, sich vorstellen konnte, wie es wäre im grünen Gras zu liegen, umgeben von Baumkronen und am Firmament die leuchtenden Sterne mit Rain zu sehen. Das war ein Wunschtraum, aber ... er wollte ihn Wirklichkeit werden lassen, bevor er verblasste, wie es so vieles schon getan hatte. "Dann wirst du wieder nass ... aber wir können das morgen tun, wenn du möchtest", lachte der Wolf zufrieden. Er hatte das brave Lamm mit in den Abgrund gerissen - wer hätte das denn nur gedacht? "Raaaaain."
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    • "Ich würde es nicht als Pech bezeichnen...", murmelte Rain lächelnd und schloss die Hand um das Bisschen Schnee, das noch nicht geschmolzen war. Seine Hand brannte nicht mehr, im Gegenteil, sie fühlte sich etwas taub an, nur nicht an den Fingern, die er erst jetzt auf den Schnee gelegt hatte. Es würde ihn nicht umbringen ein wenig Schnee in Händen zu halten, da war er sicher, aber half es denn etwas? Vermutlich nicht, er konnte seinen Körper nicht ändern, er konnte sich nicht antrainieren, dass die Kälte ihm auf einmal nichts mehr ausmachte. Er wollte nicht, dass ihm ständig kalt war und doch bewerkstelligte er das scheinbar nur, wenn er jemanden bei sich hatte, wie den Wolf. Vielleicht hätte er längst heiraten sollen und auf der anderen Seite wollte er aber gar niemand anderen. Jedoch würden sich ihre Wege trennen, auch wenn der Wolf etwas anderes sagte, Rain konnte nicht mit ihm kommen und er konnte den WOlf auch nicht hier behalten und das hing nicht nur damit zusammen, dass sie vermutlich beide unglücklich wären, würden sie dem jeweils anderen nach Hause folgen. Rain wollte nicht daran denken und drehte seinen Kopf ein wenig, damit er einen Teil von Nayantai sehen konnte. "Willst du denn, dass ich mir nehme was ich will?", fragte Rain und schüttelte leicht den Kopf. "Selbst wenn du es von mir forderst, würde ich es wohl nicht tun. Ich will mir nichts 'nehmen' und abgesehen davon, weiß ich gar nicht was ich will..."

      "Im Osten gibt es ein großes Meer und da ist es sehr warm.", erzählte Rain, "Angeblich gehen Leute dort sogar schwimmen, damit die Hitze erträglicher wird. Obwohl mir gesagt wurde, dass es im Süden noch viel wärmer wird... so warm teilweise, dass wiederum nichts wachsen kann." Aber Rain wusste all das nicht, er konnte hier ja nicht weg. Er kannte Erzählungen, Bücher, manchmal hatte seine Mutter ein paar Händler hier gehabt, um ein paar neue Stoffe zu kaufen und die hatte Rain dann ausgefragt. Er war meist zurückhaltend, aber seine Neugier hatte schon oft die Oberhand gewonnen. Der Schnee in Rains Hand war inzwischen geschmolzen und er wischte seine Hand an dem Laken neben sich ab. "Nein ich glaube, das ist keine gute Idee. Abgesehen davon könnte ich nur den Schnee nach dir werfen, den du mir vorher bringst.", lächelte er, aber er schätzte den Gedanken. Vermutlich konnte er auch nicht besonders gut werfen und ausweichen auch nicht. Irgendwann würde ihm dann vermutlich noch die Luft ausgehen und dann musste Nayantai sich wieder um Rain kümmern... und wenn das auch noch jemand anderes bemerkte, dann sperrten sie Nayantai bestimmt erst einmal fort. "Dann noch eher eine Kissenschlacht... vielleicht. Hm... stell dir vor wir wären in einem Zelt in Thria und draußen stürmt es so stark, dass du sowieso nicht raus kannst... wenn du zu Hause wärst, was würdest du dann tun bis es aufklart?"
    • "Also willst du dein Herz an einen Wolf verschenken?", harkte er nach und schmunzelte dabei. Rain konnte nicht mehr, als dabei zusehen, wie Nayantai es in Stück riss, bevor er es auffressen konnte und sich einverleibte - Liebe war nicht schön, aber sich auch noch in jemanden wie den Wolf zu verlieben, musste schlimmer sein als jedes glühende Stück Eisen, das seinen Weg in die eigene Haut fand. Etwas unbehaglich war ihm, wenn er daran dachte - der Drang, seine Hand wieder in seinen Nacken zu legen und sich selbst zu vergewissern, dass er das Richtige tat, wuchs - Nayantai seufzte. Sich unterschwellig zu zwingen, an Dinge zu denken, die dafür gesorgt hatten, dass der Wolf nicht nur seien Freiheit sondern auch seinen Verstand verlor, würde nicht funktionieren - vor allem, wenn er das Thema eher halbherzig in den Fokus rückte, als dass es ihn wirklich interessierte. Sein Hals brannte, gleich wie es seine Augen taten, die sich unangenehm trocken anfühlten - fing er wieder an, wegen nichts zu weinen? Er räusperte sich, wischte sich mit seinen Handballen über die müden Augen. Dafür hatte er - allem voran jetzt - eher weniger Zeit. "Wer weiß, vielleicht tue ich das - oder hoffe sogar, dass du es tun würdest", natürlich wäre es kein schöner Anblick, noch würde es dafür sorgen, dass die beiden sich verstanden, aber dann hätte zumindest Nayantai kein Problem mehr damit, im Frühjahr Fhaergus mit leeren Armen zu verlassen. "Hm, und was, wenn ich dir gebe, was du willst? Würde dich das zufriedenstellen?"

      War der Traum vom Meer, oder gar der Traum vom kargen Süden so verwegen? Die Hitze war nichts für den Wolf, das leuchtete ihm ein, aber warum aufgeben und einfach versuchen, sich nicht dazu zu zwingen, seine Komfortzone zu verlassen. "Wölfe schwimmen auch, aber ... die Flüsse sind eiskalt", das hatte dann auch nichts mehr mit waschen zu tun. Mussten sie einen Fluss überqueren, der noch nicht vollständig zugefroren war, dann hechtete man schon gerne durch Wassermassen, nur, damit man heil am anderen Ende wieder ankam. Schwimmen war also auch für sie kein Vergnügen, auch, wenn es sich verlockend anhörte. "Na ja, wir müssen ja nicht in den Teil des Südens ziehen", dafür war es jedoch auch keine Option, in Fhaergus zu bleiben oder aber sich vom Wind nach Thria tragen zu lassen, so wie es schien. Egal, wohin sie gehen würden oder was sie taten, man würde Nayantai anschwärzen, würde behaupten, er habe Rain verhext und ihm seiner Familie entrissen - wollte er das denn? Ja, vielleicht. "Aber das heißt nicht, dass es unmöglich ist - du könntest auch am Fenster stehen, wenn du möchtest", nuschelte er dem Lamm zu. Nayantai war sich dessen bewusst, dass Rain nicht für das Leben dort draußen geschaffen war - dass er ihm nicht helfen konnte und dass es unmöglich war, sich mit ihm davonzustehlen, so lange es kalt war. "Kissen ... schlacht?", womit? Und doch eher, wo? Waren sie beide keine Erwachsenen, die sich auf andere Dinge konzentrieren sollten? Durften sie so kindisch sein? "Nähen. Schlafen. Egal was, damit ich beschäftigt bin."
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    • "Ich... jetzt... veralberst du mich schon wieder...", nuschelte Rain und schüttelte den Kopf. "Ich glaube nicht, dass ich mir das aussuchen kann." Wem sein Herz gehören sollte und wem nicht, schien nicht in seiner Macht zu liegen. Er wusste, dass er Wolf es nicht sein sollte, dem er es schenkte und in Wahrheit schien es so, als konnte er sowieso nicht verschenken, das einen eigenen Willen hatte. Genauso wenig schien der Wolf sich Rains Herz nehmen zu können, das eigenständig dort hin flatterte, wo es eben sein wollte. Seinem Herz war es offenbar auch egal, dass Nayantai ein Wolf war, sein Feind und ein Mann obendrein, das alles spielte nur in seinem Kopf eine Rolle und der hatte nicht mehr so viel zu sagen, wie sonst.
      "Hmm... was ich will, würde ich wohl annehmen, wenn du heraus findest was es ist, das ich möchte.", erklärte Rain mit einem leichten Lächeln. "Den Schnee wollte ich und du hast ihn mir geschenkt, auch wenn ich nie auf die Idee gekommen wäre, danach zu verlangen. Ich schätze, so bin ich einfach. Weißt du denn immer, was du willst?"

      Der Gedanke an schwimmende Wölfe in einem halb zugefrorenem Fluss, jagte Rain einen Schauer über den Rücken, allein daran zu denken ließ ihn ein wenig frieren. "Freiwillig?, fragte er, glaubte es aber nicht. Vielleicht als Mutprobe, oder weil es keinen anderen Weg gab. Rain würde in einem kalten Fluss aus mehreren Gründen sterben, zum einen würde er wohl schnell erfrieren, wenn nicht sofort, dann auf der anderen Seite und zum Anderen, konnte er gar nicht schwimmen und überall da, wo Nayantais Füße vielleicht noch den Boden berührten, war Rain viel zu klein. Der Süden klang für Rain jedenfalls verlockender, nicht unbedingt die karge Wüstenlandschaft, aber ein Ort, an dem es tatsächlich einen Sommer gab. Aber auch Rain würde den Schnee sicher irgendwann vermissen, auch wenn er ihn nur von seinem Fenster aus betrachten konnte.
      "Ich? Bei geöffnetem Fenster? Lieber nicht... ich glaube die Zeit die ich mit meinem Vater an der Türschwelle gesprochen hab, die hat für meine Krankheit gesorgt und du willst ja schließlich nicht, dass ich dich wieder alleine lasse." Rain streckte einen Arm ein wenig nach oben und zog eines der vielen Kissen hervor, die in seinem Bett lagen. "Kissen.", erklärte er, "Eine Kissenschlacht ist wie ein Kampf... mit Kissen als Waffen, weil sie nicht so weh tun." Als Demonstration warf Rain eben dieses Kissen hinter sich, ohne zu wissen, was er treffen würde, wobei es in Rains Fall beinahe schon so war, als legte er das Kissen einfach auf Nayantai ab. Auch wenn er ein großer, starker Wolf war, hatte er Angst ihn mit einem Kissen verletzen zu können.
    • "Ich meinte die Frage ernst", konterte er Rain. Eigentlich wusste er auch gar nicht, was er erst wollte - war es Zuneigung, war es Liebe oder war es doch Aufmerksamkeit, nach dem sich sein Körper beinahe schon sehnte? "Das kann aber auch vermutlich keiner", ob es nun das Verlangen nach Rache war, oder das Adrenalin, das durch seinen Körper gepumpt wurde, wenn er daran dachte, dass sein Lebenslicht eigentlich nur eine winzige Flamme war, die ständig im tobenden Sturm flackerte - bis sie irgendwann erlöschen würde. Was machte er hier noch, außer seine Zeit zu verschwenden und sich einzureden, dass er hier glücklich werden konnte, seine Zeit nicht vergeudete. Wäre es nicht einsam, wenn Rain erst verschwunden war? Was, wenn er den Fängen der Schafe erst entkam? Ob er ihrem König wieder gegenüberstehen würde? Was würde er tun? Einen Rückzieher machen, sich selbst verteufeln und wieder vor seinen Problemen davonrennen? Mehr blieb ihm doch auch nicht über, was? "Also nimmst du nur das, was du auch willst ... und du weißt nicht, was es ist, bis du es bekommst?" Rain war auch widersprüchlich - das waren sie beide, auf ihre eigene Art und Weise und die des Wolfes war nun einmal, dass er lieber Dinge vertuschte, als dass er offen über sie redete. "Nicht immer, aber jetzt im Moment schon", antwortete er sachgemäß und ließ es dabei beruhen.

      "Meistens." Eine Bestrafung war es in diversen Fällen auch, keine Frage - wer wehrte sich dagegen? Kein Wolf, der noch bei Verstand war, besaß den Mumm oder gar den nötigen Selbsthass, damit er sich gegen einen der Alten auflehnen konnte. Beinahe war es so, als wären ihre Wort ein nicht niedergeschriebenes Gesetz, dem sich jung und alt zu beugen hatte. "Manchmal aber auch, weil es von uns erwartet wird", und eben deswegen, weil ihre Freiheit von Hürden der Natur eingeschränkt war, die sie nur durch Selbsthass zu überwinden wussten. Nayantai war sich dessen bewusst, dass nicht alles im Leben schön sein konnte, aber sein eigenes war - wenn er es darauf ankommen ließ - schon zuvor ein Scherbenhaufen gewesen. Die Kälte hatte sich durch seinen Körper gefressen, durch seinen Verstand, seinen Kopf und seine Gedärme, seine Knochen, sein Fleisch, sein Blut - es gab nichts an ihm, das nicht zerstört, vernarbt und zerrissen worden war. "Mh, nein - das will ich gar nicht, lass mich nicht alleine", winselte der Wolf eigentlich schon. Wieso sollte man ihn auch alleine lassen? Die Welt war klein, noch kleiner, in diesem Gemäuer und Nayantai wusste nicht, was er tun sollte, wäre er wieder alleine. "Hm, also ... etwas das dir nicht wehtut", er lachte, als ihn das Kissen traf - und er griff selbst nach einem aus dem riesigen Berg, auf dem sie die letzten Tage zu liegen schienen. Was nun? Ohne großartig nachzudenken, hob er das Kissen hoch und ließ ihn - langsamer als sonst - auf das Bein des Lammes nieder. "Ich ... ich glaube, ich tue dir nur weh."
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    • Was war der eigentliche Grund für Nayantais Frage? Wollte er ihn wirklich nicht ärgern? Wollte er wirklich wissen, ob Rain einem Wolf sein Herz schenken wollte, oder eher diesem speziellen Wolf? Oder ging es nur um die Frage, ob er es überhaupt konnte? "Nayantai, du wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben...", nuschelte Rain leise in seinen Polster. Warum war es manchmal so schwer die Wahrheit auszusprechen? "Willst du mein Herz den haben?" Den schwachen, trockenen Klumpen in seiner Brust, der kaum für seinen eigenen Körper sorgen konnte, warum sollte ein Wolf so etwas schwaches besitzen wollen? Was hatte er davon? Fühlte er sich selbst stärker neben jemandem wie Rain, war es das? Nein, das glaubte er von Nayantai nicht und trotzdem machten ihrer beider Gefühle absolut keinen Sinn, Rain konnte ja nicht einmal seine eigenen Erklären. "Ja, ich schätze das stimmt... ist das nervig?", fragte Rain. Es war wohl schwer dem blonden Fürsten etwas zu schenken, oder ihm eine Freude zu machen, wenn er nicht einmal selbst wusste, was er haben wollte. Vielleicht war das aber auch gar nicht Nayantais Absicht. "Und was willst du jetzt gerade?"

      Eisige Flüsse zu überqueren war nichts, was Rain jemals schaffen würde. Selbst wenn er das besteigen der Berge überleben würde und es bis nach Thria schaffte, spätestens da wäre es aus. Er hatte Angst vor der Kälte und ein eisiger Fluss war so ziemlich das kälteste, das er sich vorstellen konnte. Auch wenn er den Schnee annahm und nicht glaubte, dass er starb, wenn er ihn berührte, so glaubte er, dass es durchaus Dinge gab, die ihn schneller töten konnte, als ihm lieb war. Wenn er sich vorstellte in einem solchen Fluss zu landen, dann spürte er beinahe das Brennen der Kälte, die sich rasend schnell um seinen ganzen Körper legte und ihn erstarren ließ. r wollte eigentlich lieber nicht darüber nachdenken. Auf keine Weise wollte er Nayantai alleine lassen, drehte sich ein wenig, damit er ihn ansehen konnte und schüttelte den Kopf. "Solange du meine Gesellschaft willst, lasse ich dich nicht alleine!", versicherte er und sah anschließend zu, wie der Polster auf seinem Bein landete. Er war ein wenig müde, aber das hielt Rain nicht davon ab sich langsam aufzusetzen, bis er schließlich im Bett kniete und die Decke von seinen Schultern rutschte. "Du willst mich mit nach Thria nehmen, aber hast Angst mich mit einem Kisssen zu verletzen?", lachte Rain, obwohl er ja eben noch die selbe Befürchtung gehabt hatte. Es war albern, es waren nur ein paar mit Federn, oder Wolle gefüllte Stofffetzen. Rain griff nach einem weiteren Polster und knetete ihn ein wenig, als müsse er zuerst dessen Konsistenz überprüfen. "Mach dir keine Sorgen, ich halte dich auf, wenn es mir zu viel wird... oder hast du einfach nur Angst gegen ein Lamm zu verlieren?", neckte Rain, grinste sogar und kurz darauf verließ der Polster den er eben noch gehalten hatte seine Hände und flog stattdessen in Richtung Nayantais Gesicht, wobei Rain ihn eher geschupft hatte, als ihn wirklich fest zu werfen.
    • Was konnte man schon haben, außer das kaum schlagende Herz eines sterbenden Lammes? Ein großer, böser Wolf konnte sich alles nehmen, wonach er jemals verlangte - und doch, Nayantai war derjenige, der blutend am Boden gelegen hatte, dem man helfen musste und der es nun nicht wagte, dem jungen Fürsten auch nur ein einziges Haar zu krümmen. Gehörte er wirklich ihm, so glaubte er, konnte er ihn einfach davonstehlen, ohne dass er einen zweiten Gedanken an jedwede Konsequenzen verschwendete. "Nur einen? Was ist, wenn ich dein ganzes Herz will?" Gierig - mehr war er nicht. So lange schon hatte er keine Aufmerksamkeit bekommen, glaubte, zu leiden und sich in seiner Brust sein eigenes Grab für sein Herz aus zu heben. Rain reichte ihm einen Finger, er riss die gesamte Hand an sich und verstand nicht, was es war, dass er falsch gemacht hatte. "Ja, alles davon - willst du meines dafür haben?", bedeutete er ihm knapp und lächelte ihn an, als wäre es durchaus normal für einen Wolf, solch eine Forderung vor einem beinahe noch Fremden zu stellen - als hatte er das schon viel zu oft getan, wollte nicht nur Wolfsherzen besitzen sondern auch das eines Lammes in seine Sammlung hinzufügen. "Mh, jetzt gerade ... will ich dich", ergänzte der Wolf, der wusste, dass sich dieser Satz so verdammt falsch anhören musste - oder redeten de Schafe so über einander?

      Beisammen zu sein fühlte sich so an, als wäre es mehr als nur ein kurz andauerndes Glücksgefühl - als wäre es eine lodernde Flamme, die so tief in seinem Inneren brannte, dass es schwer war, sie wieder auszumerzen - gleich schwer, wie es war, die Gefühle wieder loszuwerden, die man sich eingefangen hatte, wenn man nicht aufpasste. Nayantai war in Rains Bann gezogen worden und würde ihm auch sein eigenes Herz andrehen, wenn es denn sein musste. "Gut, ich will am liebsten die ganze Zeit bei dir sein!", sprach der Wolf und schlug sich sofort die Hand auf den Mund, sah beschämt weg - so hätte er das nicht sagen sollen, geschweige denn glaubte er, dass Rain davon profitierte, ihn bei sich zu haben - mehr als eine Ablenkung war er noch nie gewesen, aber immerhin schien er sich zu bemühen. "I-ich ... bin gerne bei dir", hing er an und lachte beschämt über seine eigene Sorge und Worte. Rain konnte er mit ein paar Federn nicht verletzen, das hoffte er zumindest und wenn doch, dann würde er sich selbst dafür die Schuld geben. "Thria ist auch nicht gefährlich ... meistens", außer, man wurde von wilden Tieren - die auch Schafe inkludierten - angefallen. "Gegen ... nein, ich verliere sicher gegen kein Lamm!" Das Kissen fand seinen Weg dennoch in das Gesicht des Wolfes - welcher es nach kurzer Zeit packte und zurück zu Rain warf, an seine Füße. "Das schreit nach Rache."
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    • "Du nimmst mein Herz mit nach Thria und deines bleibt hier?", fragte Rain lächelnd. So konnte vielleicht ein Teil von ihm die große, weite Welt sehen, all das, das er nie selbst sehen konnte, aber was würde mit dem Herzen des Wolfes geschehen, wenn es eingesperrt wurde, wenn nicht einmal Rains Herz dies auszuhalten schien und was würde mit Rain passieren, wenn der Wolf sich zurück in den Krieg stürzte und starb? Rain würde auch sterben, zumindest fühlte es sich so an, wenn er daran dachte. Der Wolf war ihm viel zu sehr ans Herz gewachsen. Vielleicht war es besser sich in den Süden entführen zu lassen, damit der Wolf in Sicherheit war. "Ich glaube den nutzlosen Klumpen willst du nicht, das wäre ein unfairer Tausch.", murmelte Rain, blickte bei den Worten des Wolfes anschließend auf und wurde ein wenig rot. "Naja... du hast mich ja, ich bin hier.", nuschelte er mit einem leichten Lächeln, aber er glaubte, dass der Wolf früher oder später genug von dem Lamm hatte, das ständig müde war und nicht mit ihm im Schnee herum tollen konnte.

      Rain hatte sich kaum beruhigt, da sagte der Wolf schon wieder etwas, das Rains Herz irgendwie berührte und es dazu veranlasste sich seltsam anzufühlen, zumindest für einen Moment. Vielleicht war es ja das, was Rain brauchte, so kitschig es auch klang, vielleicht brauchte er einfach jemanden, der sein Herz berühren konnte und es kräftiger schlagen ließ, damit Rains Körper weiter leben konnte. "Ich bin auch gerne bei dir.", erwiderte er und schüttelte leicht den Kopf, sie benahmen sich beide wie Kinder. Nicht zuletzt, weil sie einander jetzt auch noch mit Kissen bewarfen. "Thria soll nicht gefährlich sein?", lachte Rain, das klang nun wie eine Lüge. "Vielleicht für einen Wolf nicht, der die Kälte gewohnt ist, aber für ein Schaf...?" Nayantai warf das Kissen zurück gegen Rains Beine, der junge Fürst glaubte, dass Nayantai gerade viel zu vorsichtig war. Er kannte seine Grenzen selbst nicht, aber ein Kissen würde seine Knochen nicht brechen können. "So gewinnst du aber sicher nicht!", neckte er weiter und war es nun selbst, der Nayantai seine Zunge heraus streckte. Kurz darauf flog das Kissen mit einer etwas höheren Geschwindigkeit zurück zu Nayantai. Rain nutzte die Zeit um auf dem Bett ein wenig Abstand zu gewinnen und nahm sich noch ein paar Kissen als Munition mit.
    • "Wenn du das willst, dann lasse ich dir hier, was auch immer du willst - oder, ich nehme mit nach Thria, was auch immer ich will", sprach er, als wäre es etwas ganz alltägliches, sich in einen Feind zu verlieben und sich - damit er ihn nie mehr missen musste - ihm auf diese Art und Weise hinzugeben. Nayantai würde Fernweh haben, wenn er zu lange hier bleib und er würde sich irgendwann nicht mehr rühren können, wenn er sich weiter einredete, dass er nur das Beste für das Lamm wollte. Was, wenn er es nach Thria schaffte? Mehr, als sein Tod wartete dort nicht auf ihn - er konnte verschiedene Formen annehmen, konnte unerwartet auf ihn zukommen oder doch einfach nur das Messer seines Vaters sein, das plötzlich in seiner Brust steckte. "Doch, ich glaube sogar, ich will dein ... dich ... mehr als alles andere", murmelte der Wolf, der bereit wäre sein Herz aus seinem Brustkorb zu reißen, wenn es denn bedeuten würde, dass er das Privileg dazu besaß, noch ein Weilchen weiter zu leben, wenn auch nur als Schatten seiner vorherigen selbst - wenn auch nur so weit entfernt von seiner Heimat, seinem Volk. "Und du hast nicht wieder vor, krank zu werden ..." Was wollte er? Rain. Sollte er ihn besitzen? Nein? Vielleicht? Eventuell? Auslachen würden andere Wölfe ihn, nicht, weil er sich in ein Lamm verliebte, sondern, weil er sich verhielt, als wüsste er nicht, was Liebe war.

      Prinz hin oder her, er verhielt sich wie ein Kind, das zum ersten Mal in seinem Leben tun und lassen konnte, was es wollte - war es denn das, was Nayantai wollte? Rain war doch, was er wollte, oder? Er wollte das hier - aber er konnte nicht nur immer alles haben wollen, sollte sich auch an andere Dinge halten, seine eigene Selbstsucht wieder aus seinen Gedanken verbannen. Ein Land war es, das es zu verteidigen galt, aber daran verschwendete er hier und jetzt wohl kaum einen Gedanken. Nayantai räusperte sich, richtete sich auf und saß nur dort, vor Rain - das Lachen war von seinen Lippen verschwunden, der Blick wirkte einigermaßen gleichgültig, als er das Lamm betrachtete. "Als Kronprinz von Thria verspreche ich dir, dass dir nichts passieren wird - du hast mein Wort", war die Antwort auf eine nicht gestellte Frage, als hätte der Wolf gerade realisiert, dass es sich nicht schickte, vor einem fremden Adeligen wie ein Kind zu wirken. Zu seinem Leidwesen konnte er die ernste Miene nicht aufrecht erhalten und fing an, zu schmunzeln. "Es tut mir leid ... ich meine das ernst ... aber ... aber", prustete der Wolf beinahe schon und konnte sich wiederum auch das Lachen nicht mehr verkneifen. "Du hast viel zu viel von mir gesehen ... als das ich ... noch ernst sein könnte. Einschüchtern lässt du dich vermutlich auch nicht mehr von mir.", sprach der Wolf, der sich eines der Kissen schnappte und dieses beinahe schon als Schild benutzte, um das von Rain geworfene abzufedern. "Wir werden schon sehen!", brummte er und warf sein Schild auf Rain, in die Nähe dessen Brustkorbes - hätte er wirklich ausgeholt, würde er es vermutlich schaffen, selbst ein einfaches Kissen dazu zu bringen, Schmerzen zu hinterlassen, weswegen er zumindest sein Bestes gab, nicht all zu fest zu werfen.
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    • Rain wusste wie so oft nicht, was er erwidern sollte, sondern starrte den Wolf einfach für ein paar Momente an. Es war schwer für ihn auszusprechen was er wirklich dachte und zu erklären was er fühlte, selbst wenn er in der Lage gewesen wäre sein Innerstes selbst zu ergründen, weil Schafe das schlicht und einfach nicht taten. Schafe mussten nach außen hin immer eine gewisse Maske tragen und selbst Rain hatte es als etwas ganz natürliches angenommen, stark und gelassen zu wirken, auch wenn er das ganz offensichtlich nicht war. Ein Schaf in seiner Position sollte weder seinen Freunden, noch seinen Feinden alle Karten offen legen und jemand in seiner Position verliebte sich nicht einfach, weder in einen Wolf, noch in ein Schaf, nein. Jemand wie er heiratete jemanden, der sein eigenes Land stärkte, der etwas zu bieten hatte, das die Position in die diese Frau einheiraten würde, aufwägte. Es war unwichtig ob Rain diese hypothetische Frau kannte, oder gar mochte, jemand wie er musste lernen seine Frau zu leben, oder zumindest zu respektieren und er würde mit ihr Erben zeugen müssen, egal ob er sein Bett mit ihr teilen wollte, oder nicht. Wie ging es anderen Schafen in seiner Position? Was war Nayantai? Eine Affaire, ein Geheimnis, das nur ihm gehörte? War es normal Gefühle, wie Rain sie für Nayantai verspürte, zu entwickeln, selbst wenn man verheiratet war? Er war es nicht und trotzdem war was er fühlte falsch, aber womöglich ging es anderen adeligen genau so, dass sie sich verliebten, in eine Magd, eine Köchin, oder vielleicht sogar in einen Soldaten, genauso ging es vielleicht auch den Frauen, die in ein anderes Land einheirateten, ihre Familie verlassen mussten und bei jemandem lebten, den sie kaum kannten. Vielleicht schwieg das ganze Land über solche Affairen und jeder machte sich solche Gedanken wie Rain, ganz umsonst, weil es jedem passieren konnte, oder wollte er sich das nur einreden? Er kannte niemanden, also woher sollte er es auch wissen und über die Beziehung seiner eigenen Eltern wollte er eigentlich nicht so genau nachdenken.

      Wenn Rain noch bei dem Wolf gelegen hätte, dann hätte er ihn vielleicht wieder geküsst, sofern er nicht zu lange darüber nachgedacht hätte. So konnte er nur am anderen Ende des Betts sitzen und hoffen, dass seine Wangen nicht so rot waren, wie er glaubte. Er hatte das Gefühl, dem Wolf etwas erwidern zu müssen, aber ihm fehlten die Worte. "Ich... ich bin froh... dass du heir her gekommen bist...", murmelte er etwas verlegen und hatte nicht einmal etwas, wohinter er sich verstecken konnte, außer er hielt sich einen Polster vors Gesicht und das war kindisch. "Du... bist wie der Schnee. Ich habe mir dich nicht gewünscht und doch... bist du etwas das ich wollte... will." Er wollte ihn nicht gehen lassen und er wollte gleichzeitig mit ihm gehen, aber er wusste, dass sie irgendwann voneinander abschied nehmen mussten, eher früher als später, solange es aber noch nicht so weit war, sollten sie die Zeit zusammen genießen und aneinander Kraft tanken. Rain fühlte sich stärker, wenn der Wolf bei ihm war und sein Lächeln und Lachen war nicht vorgespielt, so wie sonst. Er war glücklich.

      Rain schüttelte leicht den Kopf als Nayantai so förmlich wurde, als wäre er hier, um Friedensverhandlungen zu führen. Es wäre schön gewesen, wenn es so gewesen wäre und gleichzeitig dachte Rain, dass Nayantai da etwas zu viel versprach. Rain war vorsichtig mit solchen Aussagen, hatte dem Wolf zwar versichert, dass er nicht zulassen wollte, dass ihm etwas geschah, aber nie gesagt, dass ihm absolut nichts passieren konnte, denn das konnte er schlicht und einfach nicht versprechen, auch wenn er es wollte. Trotzdem fühlte er sich ein wenig geehrt, zumindest solange, bis die Miene des Wolfes ins ich zusammen fiel und der Welpe in ihm erneut die Oberhand gewann. "Ich habe vielleicht keine Angst vor dir... aber ich respektiere dich.", schmunzelte Rain, nur um kurz darauf einen Polster gegen die Brust geworfen zu bekommen. Theatralisch ließ er sich auf die Seite kippen, als wäre er gerade tödlich verwundet worden und simulierte ein Husten. "Ahh...", stöhnte er, legte eine Hand auf seine Brust, "Ich war... von vorn....herein...unterlegen..." Während er das sagte, griffen die Finger seiner freien Hand nach dem Zipfel eines anderen Polsters, den er dann ohne Vorwarnung in Nayantais Richtung katapultierte.
    • Nach welchen strohdünnen Fäden griff er nun schon wieder? Nayantai redete sich das alles ein, das wusste er - er wusste so viel mehr, als er eigentlich sollte und er wusste, dass es nicht von Vorteil war, wenn er es nicht schaffte, etwaige Gedanken loszuwerden, bis man ihn nicht mit der Wahrheit konfrontierte. Rain und er saßen hier, starrten sich an und konnten ihre Augen nicht mehr voneinander abwenden - woran das lag? Sie beide waren nicht mehr als eine Notlösung, nicht mehr als ein Anker füreinander, der sie nicht aus dieser Welt treiben lassen würde und doch - es fühlte sich an, als wäre es mehr - als wäre es zu viel, zu schnell - alles auf einmal. Nie gaben sie einander die Chance, Luft zu schnappen, sondern zogen lieber an dem Strick, der ihnen beiden um den Hals lag, damit sie einander die Luft abzuschnüren wussten und doch noch bekamen, was sie wollten. Triumphant wäre keiner von ihnen, wenn sie nicht wenigstens versuchten, Abstand voneinander zu gewinnen - aber das wollte doch auch keiner von ihnen beiden. Nayantai glaubte nicht, dass er sich selbst helfen konnte - dass diese Zwickmühle etwas wäre, aus der er sich jetzt gerade retten konnte. "Wenn ich wie Schnee bin, dann bin ich vergänglich", dann gäbe es kein Wetter, dem er trotzen konnte und keinen Süden, in dem er sich verstecken konnte - er würde schmelzen, wie der Klumpen Eis, der er war - und nichts würde übrig bleiben.

      "Und trotzdem bin ich gerne hier, bei dir - dort, wo ich eigentlich schmelzen sollte", grummelte er und warf einen Blick auf das Feuer, das hinter ihnen im Kamin flackerte und Rain die Wärme spendete, die sein eigener Körper nicht produzieren konnte. Sie beiden waren so verflucht unterschiedlich, es fühlte sich an, als wären sie nicht in ein und derselben Welt geboren worden. Die Blase, die den Wolf einst umgeben hatte, war schon lange geplatzt und die, in der sich Rain befand, hielt auch nicht mehr viel mehr aus, als das, was sein Körper ihm erlaubte, wie es schien. "Du respektierst mich?" Eigentlich hatte Rain Grund genug, es zu tun - er war der Prinz eines fremden Landes, der - unter normalen Umständen - weder hier sitzen sollte, noch solchen Schabernack treiben durfte. Wenn das hier Friedensgespräche wären, dann führte er sie mit dem falschen Schaf - und an einem falschen Ort. Nayantai schmunzelte; vielleicht gefiel es ihm auch, seinen Verpflichtungen nicht nachkommen zu müssen, sondern sich so zu verhalten, wie er es schon viel zu lange nicht mehr getan hatte. "G-Geht es dir gut?", fragte er verwirrt, als er wieder zu Rain aufsah, der seinen eigenen Tod simulierte - und wie es der Zufall wollte, traf das Kissen ihn eben deshalb genau im Gesicht. "Du!", murrte der Wolf nur, war wohl gespielt zornig und nahm das Kissen, um es wieder in die Richtung des Lammes zu werfen und dieses Mal auch auf dessen Gesicht zu zielen. "Du wirst schon noch sehen, was du davon hast!", lachte der Wolf, der nach einem anderen Kissen griff, das er ebenfalls nach Rain warf - zwei konnten und sollten dieses Spiel vermutlich spielen.
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    • "So meinte ich das mit dem Schnee nicht...", schmunzelte Rain, aber es stimmte doch, dieser Ort war nicht gut für ihn und Wärme erst recht nicht. In Thria war es kalt, dort würde er nicht schmelzen und er musste dort hin zurück, nicht in den Süden. Mit Rain zusammen waren seine Chancen es lebend nach Thria zu schaffen allerdings so schwindend gering, dass Rain schon allein deshalb nicht zulassen konnte, dass er an dieser Idee fest hielt. Womöglich allerdings löste sich das Problem von selbst, wenn sie einander doch irgendwann überdrüssig wurden, weil was auch immer sie füreinander empfanden nur eine Illusion war. Es würde sich wohl mit der Zeit alles zeigen... "Aber selbst wenn du wie Schnee bist... ich sorge dafür, dass du nicht schmilzt, ich kühle dich ab." Rain lächelte und meinte was er sagte. War es nicht gerade dieser Unterschied, der sie aneinander zog und aneinander gekuschelt schlafen ließ? Rain fühlte sich zu Nayantais Wärme hingezogen und Nayantai mochte die kühle Haut seines Lammes.

      "Ja, ich respektiere dich!", wiederholte Rain lachend, während er den Polster abwehrte, der auf ihn zugeflogen kam und ihn in eine andere Richtung lenkte, der zweite traf ihn allerdings dann doch und er nahm ihn von seinem Gesicht, als er sich wieder auf setzte. Dass Nayanta auf seine Finte herein gefallen war, fand er ziemlich amüsant, obwohl er auch ein wenig ein schlechtes Gewissen hatte, weil er ihn getäuscht hatte und Nayantai sich womöglich ernsthafte Sorgen gemacht hatte. Aber offenbar nahm er es ihm nicht übel, sondern hatte einen Gegenangriff gestartet, den Rain nur zu gerne erwiderte. Er hatte einen kleinen Nachteil, weil er schlicht weniger Munition hatte, aber er bekam ja Polster um Polster entgegen geschleudert, die er zurück werfen konnte. Das Lachen des Wolfes tönte durch das Zimmer und wurde begleitet von Rains, der sich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr so amüsiert hatte. Er hob erneut schützend seinen Arm, nur um für einen Moment zu verstummen, als der Aufprall dafür sorgte, dass das Kissen aufplatze und eine Vielzahl von Federn von der Decke regneten. Rain lachte erneut, sah sich das Chaos an und hatte bestimmt die ein oder andere Feder auch auf seinem Kopf und seinen Schultern. Er pustete ein paar kleinere Teile die noch in der Luft schwebten von sich und grinste. Es war fast, als würde es hier drin nun auch schneien.
    • "Ich weiß ... aber es ist gut, wenn wir uns nicht nur mit Träumen beschäftigen", noch besser wäre es, wenn Nayantai sich nicht immer von seinem eigenen Herz in die Irre führen ließ. Nur, weil es schlug, weil es sich gut anfühlte, Rain zu berühren, ihn in die Arme zu nehmen und zu küssen, hieß das noch lange nicht, dass er sich in ihn verliebt hatte ... oder? So lange er diese Gefühle unter Verschluss hielt - was bei etwaigen, durchaus verschachtelten Geständnissen von ihnen beiden bereits unmöglich war - dann würde er vielleicht auch irgendwann aufhören, derartig zu empfinden. "Mh, da hast du recht", bemerkte der Wolf und griff wieder nach dem Talisman, nur, um mit dem Holzplättchen zu spielen, weil er nervös wurde. Gänsehaut zog sich über seinen Körper, die Wärme stieg ihm vermutlich wieder zu Kopf. Was sollte er in solch einer Situation auch tun? Nayantai wollte sich Rain nicht aufhalsen, wollte sich selbst nicht einreden, dass es im Süden einen geeigneten Ort für sie beide gab - oder gar, dass er es überleben würde, wenn er mit dem Lamm verschwand. "Und ich sorge dafür, dass du nicht erfrierst, huh?", hing er schlussendlich noch an und ließ wieder von dem Stück Holz ab, wusste, dass sie beide hier etwas anderes tun konnten, außer Trübsal zu blasen und sich zu fragen, was passieren würde, wenn der Weg nach Thria frei war - das würde er sich auch in einigen Wochen noch zusammenreimen können.

      "Was soll ich dann überhaupt sagen!?", rief er empört aus. Nein, seinen Stolz hatte man nicht verletzt, das konnte man vermutlich auch gar nicht mehr, weil der Funken, den er noch hatte, bereits dabei war, zu erlöschen. Statt weiterhin von Dingen zu träumen, die keinen Sinn ergaben und sich einzureden, dass er nicht hierher gehörte, sah er lieber den Kissen zu, lachte lieber mit Rain und akzeptierte das warme Gefühl, das dafür sorgte, dass sich sein Magen immer wieder zusammenzog und sein Herz höher schlagen ließ, als wäre der Fürst alles, wonach er in seinem Leben hatte verlangen müssen. "Ich ... ich mag dich - mehr als ich sollte", sprach er schlussendlich aus und hoffte, man würde ihm nicht ansehen, dass auch Röte den Weg in sein Gesicht fand - in die bleiche Haut, die so viel mehr als nur die Farbe verloren hatte, die Nayantai normalerweise sah. Beschäftigte er sich weiter damit, dass er sich selbst nicht mehr ansehen konnte, würde er das ganze Spektakel vor sich verpassen - Polster flogen durch die Gegend, Gelächter war es, das sie austauschten und plötzlich regnete es Federn. Nayantai starrte nach oben, konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er nach oben, nach ein paar der herabrieselnden Federn griff. "Ein Kissen weniger ...", murmelte er, schüttelte den Kopf wie ein nasser Hund - er wollte nun wirklich keine Federn in seinen eigenen Haaren haben, dafür war er auch noch so gemein und pustete die gefangenen Federn anschließend in Rains Richtung. "Du ... hast da Federn. Überall eigentlich."
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    • Rain nickte lächelnd, der Wolf würde ihn warm halten, so lange er hier war und um ehrlich zu sein, schaffte er das nicht nur mit seiner warmen Haut. Auch wenn Rain sich gerade nicht allzu viel und lange bewegt hatte, ihm war gar nicht so kalt, bedachte man die Tatsache, dass das Fenster vor ein paar Minuten noch geöffnet war und das Feuer im Kamin den Raum erst aufwärmen musste. Die Bewegung tat ihm scheinbar gut, auch wenn er es nicht übertreiben sollte, sonst aber hatte er selten Grund dazu, sich anzustrengen. Die Kissenschlacht machte Spaß und die körperliche Betätigung, die für jeden anderen vermutlich eine Lappalie war, viel Rain gar nicht so stark auf, auch wenn er die Anstrengung durchaus bemerkte, wenn er kurz innehielt. Das war aber kein Grund, aufzuhören, zumindest noch nicht, auch wenn der geplatzte Polster gerade für eine kleine Pause sorgte. "Mh... wir sollten uns eigentlich hassen. Aber wir haben uns ziemlich schnell verstanden, hm?", fragte Rain und zuckte mit den Schultern. Er hatte nicht vor den Wolf wie einen Feind zu behandeln, auch wenn er einer war und er suchte seine Zuneigung nicht mehr, weil er auf ein Heilmittel hoffte, das die Wölfe kannten. Wenn er davon etwas gewusst hätte, hätte Nayantai es schon erwähnt.

      Rain wusste sich nicht anders zu helfen, als den Arm zur Abwehr zu heben, aber das hielt die Federn nicht unbedingt davon ab, auf ihm zu landen. "Hm! Und wessen Schuld ist das?", fragte Rain den Wolf gespielt empört und schüttelte anschließend seinen Kopf, um die Federn darauf los zu werden, die jetzt überall im Bett verstreut lagen. Als wäre das Bett in eine weiße Decke gehüllt, so wie die Landschaft draußen. Rain glaubte nicht, dass er genügend Federn in Nayantais Richtung pusten konnte, um sich zu rächen, also griff er stattdessen wieder nach einem - noch ganzen - Polster und warf ihn in Nayantais Richtung, um ihm die Sicht zu nehmen. Die Zeit nutzte er um nach vorne zu rutschen, beide Hände mit Federn zu füllen und dann aus geringerer Entfernung die gesamte Ladung in Nayantais Richtung zu blasen, sobald das Kissen aus dem Weg war.