spellbound. (earinor & akira)

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    • Wenn er noch im Kopf gehabt hätte, dass warmes - heißes - Wasser bedeuten würde, dass sich auch die Luft im jeweiligen Raum anpasste und dass das Bad, das er hier nahm nie wirklich kalt war, dann hätte er vielleicht doch eher die Flucht ergriffen und wäre stillschweigend zurückgeblieben, hätte die Hände nach dem Feuer ausgestreckt und ich an diesem etwas gewärmt, zumindest so, dass seine Haare einigermaßen trocken waren. Nayantai hatte sich all das nicht nehmen lassen, stand nun inmitten dieses Sumpfes und fühlte nicht nur, wie sein Körper die Wärme annahm, sondern schon bald nicht mehr wusste, was er damit machen sollte - seine Wangen waren rot und die Wahrheit war, dass er am liebsten davonrennen würde, sich aber dagegen in die Hand des Lammes lehnte, die man ihm anbot - eigentlich fühlte es sich schön an, Rain so nahe zu sein und nicht darüber nachzudenken, was genau sie gerade taten. "N-Nein ... mir ist einfach nur ... wärmer als ich erwartet habe", log der Wolf, der vermutlich auch mit Rain in der Wanne einnicken würde, sobald er den letzten Rest der Hitze auch noch in sich aufsog. Das Einzige, das sich an dieser Situation überhaupt angenehm anfühlte, war die Hand des Lammes und die Nähe zu diesem, auch, wenn man ihm verweigerte, die Knöpfe des durchtränkten Hemdes zu öffnen - vermutlich war es ohnehin besser, würde er Rain doch sowieso nur das Hemd vom Leibe reißen.

      Das bedeutete, das die einzige Kältequelle, auch versiegte und sich der Wolf nicht selbst helfen konnte, als er seine eigentlich frostigen Finger in sein eigenes Gesicht legte - die Wärme fraß sich durch ihn hindurch, als wäre er nicht mehr als ein Gerippe, das irgendwo in der eisigen Tundra von einem Baum hing. "Dann solltest du dich zumindest heute Abend umziehen" - dann müsste ich dir das Hemd auch nicht vom Leib reißen - aber was dachte er da eigentlich!? Entweder, er war verrückt gewesen, bevor er diesen Raum betreten hatte, oder aber sein stetig schlagendes, aus dem Rhythmus gebrachtes Herz, sorgte nicht nur aufgrund der Wärme dafür, dass er an wirre Sachen dachte, während er dem Lamm dabei zusah, wie es sich auszog - warum starrte er Rain auch so an? Einmal schüttelte er den Kopf, dann ... ja, was dann? Nayantai wandte seinen Blick ab, als wäre es ihm plötzlich auch peinlich geworden. "N-Nein ... aber warmes Wasser ... uh. Es ist aufwendig und wenn du es nicht unbedingt brauchst ... dann badest du im Fluss." Luxuriös war das Leben eines Wolfes noch nie gewesen und Nayantai wusste auch, dass er sich nichts darauf einbilden konnte. Schafe hingegen schienen so viel mehr zu haben als das, waren dafür aber an einen Ort gebunden, den sie ihr Zuhause nennen mussten, ob sie wollten, oder aber nicht. Seine Pranke legte er auf die Brust des Lammes, über sein Herz. "Hast du kein Fernweh?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Das tut mir Leid...", murmelte Rain, der sich auf einmal fragte, ob er und der Wolf nicht doch zu verschieden waren. Wenn Rain es draußen in der Kälte nicht aushielt und sterben würde, aber der Wolf dafür mit der Wärme in der Rain sich wohl fühlte nicht zurecht kam, dann gab es vielleicht keinen Ort, an dem sie sich beide wohl fühlten. Nicht in Fhaergus, nicht in Thria und auch nicht irgendwo im Süden. Vielleicht war das ganze hier ein Fehler, auch wenn es in ein paar Wochen keine Rolle mehr spielen würde und andererseits war es vielleicht auch genau richtig, dass der Wolf in der Lage war das Lamm zu wärmen, statt dass sie beide froren und dass das Lamm in der Lage war den Wolf abzukühlen, statt dass die Hitze ihnen beiden zu Kopf stieg. Obwohl auch Rain nicht behaupten konnte, dass die Hitze ihm gar nicht zu Kopf stieg.

      Als das Hemd aufgeknöpft war ließ Rain es dennoch noch von seinen Schultern hängen, während sein Magen sich ein wenig zusammen zog, wenn er daran dachte es auszuziehen. Er stellte sich an wie ein Kind, das wusste er und es ärgerte ihn, vor Allem weil er dem Wolf nicht den falschen Eindruck vermittelt wollte, er brauchte wohl einfach immer ein paar Schubser in die richtige Richtung, es war schon immer so gewesen. "Heute Abend...? Mhm...", murmelte Rain und lächelte, weil der Wolf es so klingen ließ, als wollte er wieder mit Rain ein Bett teilen. Er fragte sich ob sie jede Nacht zusammen verbringen würden, bis der Wolf fort ging. Nun war es aber der Wolf der den Blick abwandte, als Rain zu ihm aufblickte und er wusste nicht recht warum. Fast schon fühlte er sich, als müsse er das offene Hemd wieder um seinen Körper ziehen, aber er widerstand dem Drang, kurz darauf landete Nayantais Hand auf seiner Brust und der Instinkt zurück zu weichen, wurde - zum Glück - unterbrochen, weil Rain mit dem Rücken schon zur Wand stand. Es war gut so, denn er wollte dem Wolf nicht vermitteln, dass er Angst vor ihm hatte, es war schlicht... ungewohnt jemandes Hand auf seiner unbekleideten Brust zu fühlen und zudem wurde es nur offensichtlicher, wie wenig eigentlich an Rain dran war. Was fragte der Wolf da? "W-was... was hab ich?", stotterte er vor sich hin.
    • Im Retrospekt zu ihren Träumen war der warme Süden nichts für den Wolf, aber vielleicht wäre es eine bessere Heimat für ein schwächliches, sterbendes Lamm, das nicht mehr wollte, als das Gras unter seinen Füßen zu spüren und den Vögeln beim Singen zuzuhören - der glaubte, sein eigenes Körper musste ein Gefängnis sein, das ihn erst gehen ließ, wenn er diese Welt verließ. Nayantai konnte sich ein Leben wie dieses nicht vorstellen, auch, wenn er als Schaf geboren worden wäre - musste es nicht schrecklich einsam und bitter sein, seine Zeit so zu verbringen? Fand man sich nach der Zeit damit ab, dieses Los gezogen zu haben oder musste man einfach akzeptieren, dass man - auch wenn man jammerte - sterben würde, kaum setzte man auch nur einen Fuß nach draußen? Ehrlich gesagt bemitleidete er Rain nicht, glaubte fast, er hätte sich vermutlich selbst das Leben genommen, ginge es ihm ähnlich - wenn es nicht schon ein anderer Wolf für ihn getan hatte. Er seufzte - an was dachte er nur? "Mach dir keine Sorgen", murmelte er, überlegte, wie er im Süden überleben konnte und fragte sich, ob es nicht auch dort irgendwo ein Gebiet geben musste, in dem es nicht so bestialisch warm werden würde. "Wir ... wir können trotzdem noch in den Süden", dann musste er sich eben an die Temperaturen gewöhnen.

      Wieder standen sie da und trotz der Hitze fühlte sich die Stille wie Eis an, das sich zwischen den beiden bildete. Irgendwie schienen sie beide etwas aufgewühlt und verwirrt über die vorherrschende Situation, wussten eigentlich auch nicht, was genau es war, das sie voneinander wollten und ob es wirklich Sinn ergab, dass sie sich zwangen miteinander in eine Wanne zu steigen, in der Nayantai wohl das Gefühl haben würde, er war selbst nicht mehr als ein schmelzender Eisblock. "Außer ... nein, ich glaube, ich ... ach, dein Bett ist sowieso groß genug", murrte der Wolf, der sich selbst wieder verunsichern wollte und seine Hand noch immer auf der Brust des Lammes hatte. Was bezweckte er damit eigentlich? Wollte er spüren, wie das Herz des Lammes immer schneller schlug? Oder wollte er doch lieber seine Finger in dem weichen Fleisch unter sich versenken und versuchen, es Rain herauszureißen? Wiederum murrte der Wolf, der seine Hand zu dem Hemd gleiten ließ, an dem er schließlich etwas zog, bevor er zumindest Anstalten machte, es dem Lamm gänzlich auszuziehen. "Fernweh", sein Zeigefinger bohrte sich schon beinahe in die Brust und deutete dann nach draußen. "... Mh, willst du nicht ... in den Süden? Oder nach Thria?"
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    • Rain war gar nicht sicher, ob es einen Unterschied machte, ob er nun im Winter in Fhaergus nach draußen ging, oder im Süden irgendwo bei hohen Temparaturen. Dass ihn draußen nur der Tod erwarten würde, das sagte man ihm seit seiner Geburt und er hatte Angst einen Fuß nach draußen zu setzen. Abgesehen davon würde er es selbst im Sommer wohl nicht über die Berge schaffen, die immer vom Schnee bedeckt waren, so schön diese Fantasie auch war. Ebenso konnte der Wolf wohl im Süden nicht wirklich glücklich sein, außer vielleicht er hatte Rains kühle Hände ständig um sich. "Hm... ich frage mich, womit wir unser Geld verdienen würden... ich kann eigentlich gar nichts...", murmelte Rain und sah auf seine Hände. "Vielleicht könnte ich Kindern das Lesen beibringen, das ist aber auch schon alles." Wieso dachte er eigentlich über so etwas nach, es war nur ein Traum, in einem Traum brauchte man kein Geld. "Ich würde mir jeden Tag die Sterne ansehen.", sagte er also stattdessen und lächelte breit, "mit dir."

      "Außer...was?", fragte Rain der sich fragte woran der Wolf gerade dachte, bevor er aber erneut abgelenkt wurde, als sich die Hand von seiner Brust zu seinem Hemd bewegte und Rain sich ein wenig aufrichtete, zuließ, dass das Hemd von seinen Schultern glitt und schließlich am Boden landete. Im Nachhinein war es sehr unüberlegt, dass er sich keine frische Kleidung mitgenommen hatte, aber das war im Moment wohl egal. Er blickte zu dem Wolf auf, fragte sich was er wohl über diesen dürren Körper dachte, den er nun vor sich sah, musste aber auch feststellen, dass auch Nayantais Rippen unter seiner Haut deutlich zu sehen waren. Der Wolf würde im Gegensatz zu Rain aber wieder zu Kräften kommen.

      Der Finger auf seiner Brust schmerzte für einen Moment, auch dann noch, als er sich wieder von seinem Körper löste. Rain legte seine Hand auf die Stelle und folgte dem Zeigefinger mit seinem Blick. "Achso...naja... doch. Aber ich kann nicht, damit musste ich mich schon immer abfinden. Würde ich mir nach 20 Jahren meines Lebens immer noch Gedanken darüber machen, dann wäre ich längst verrückt. Der Süden ist ein Traum, mehr nicht, ich weiß das. Selbst wenn ich nicht gewisse Verpflichtungen hätte, ich... es ist vielleicht Unsinn, dass ich einfach tot umfallen würde, aber ich... ich habe... Angst..." Rains Blick trübte sich ein wenig, aber eigentlich wollte er gar nicht darüber nachdenken und blickte zu dem beinahe winzigen Fenster das es in diesem Zimmer gab, damit die Kälte keine Chance hatte den jungen Adeligen zu erwischen, wenn er die schützende Kleidung ablegte. "Weißt du was?", fragte Rain der nun an sich herunter sah und an seiner Hose herum fummelte, "ich setz mich in die Wanne und du kannst das Fenster öffnen... das warme Wasser wird genug sein." Er wusste zwar nicht ob das stimmte, aber er wollte nicht sehen wie der Wolf hier noch umkippte. Er schob sich also an der Wand entlang an dem Wolf vorbei, weil ihm das alles immer noch ein wenig peinlich war und beeilte sich dann damit den Rest seiner Kleidung auszuziehen und in die Wanne zu steigen, so schnell er konnte, bevor er es sich anders überlegte. Er tröstete sich damit, dass der Dampf die meiste Sicht auf ihn verdeckt hatte und dass seine Rückseite auch nicht so interessant sein konnte, in der Wanne war er dann vom Rand und vom Wasser geschützt, zog aber zusätzlich die Beine an, der Wolf brauchte ohnehin auch etwas Platz, wenn er wirklich auch hinein wollte. Bei dem Gedanken wurden Rains Wangen wieder rot und er dachte an den kurzen Blick den er auf den komplett nackten Nayantai schon einmal erhascht hatte. Nur die Nase schaute noch aus dem Wasser, als wäre er tatsächlich im Erdboden versunken und er lugte über den Rand der Wanne, obwohl er es wohl gar nicht erst sollte.
    • Ein Wunschtraum war das Leben im Süden, nicht mehr - es war egal, wie lange oder wie sehr sie danach suchen würden, sie waren immerhin beide nicht dafür gemacht, sich Hals über Kopf in etwas zu stürzen, von dem sie eigentlich keine Ahnung hatte. Konnte er verantworten, dass er mit einem Schaf davonrannte - vor seinen Rechten, seinen Verpflichtungen und seinem Volk - nur, weil besagtes Schaf sein Herz zum Schlagen brachte? Woher sollte er wissen, dass er sich nicht selbst belog, dass es keine Kurzschlussreaktion war, die entstand, weil er sich nach der ihm entgangenen Zweisamkeit sehnte? "Vielleicht weißt du einfach nicht, was du können willst - ich glaube kaum, dass du nichts kannst", entgegnete der Wolf dem Lamm etwas schroff, als wolle er die Worte gar nicht hören, sondern hoffte eher, dass Rain etwas Rückgrat zeigte und für sich selbst sprach - nicht gegen sich. Was es wohl war, das seinen Körper so beschäftigte? Wüsste er es, so glaubte er, würde er wohl gar nicht untätig herumsitzen können und lieber versuchen, herauszufinden, ob die Wölfe ihm nicht helfen konnten, wenn es schon die Schafe nicht taten. "Mh, das wäre schön - irgendwo im Gras zu liegen, nicht mehr zu hören als den Wind und die raschelnden Blätter, während wir auf den Nachthimmel starren ...", aber war das wirklich die Realität, nach der er sich sehnte, oder aber nur eine Zuflucht aus einem Gefängnis, das er nicht verlassen konnte? Nayantai war sich, vor allem wenn er ehrlich war, eigentlich nicht sicher. Konnte er sein Volk den zurücklassen? Theoretisch ja. War es die richtige Entscheidung? Potentiell nein. Wollte er es gerade trotzdem tun? Eventuell. Entweder, die Hitze war es, die ihm mehr als nur die Vernunft stahl, oder aber er war es, der schon von vorne herein nicht mehr wusste, was er mit sich anzustellen hatte.

      Manchmal, so glaubte der Wolf, verstand er nicht nur sich selbst nicht, sondern auch Rain nicht, der gut und gerne in langen Sätzen mit schwierigen Worten etwas von sich gab, das ihn so fühlen ließ, als fehlte es dem Schaf an einem Stück seiner selbst - dem Stück, das dort draußen, unter den dicken Schneemassen begraben lag und sich weder rühren konnte, noch wollte, weil es von Anfang an tot gewesen war, weil man ihm nie auch nur eine Chance gegeben hatte. "Der Süden muss aber kein Traum sein - ich kann dich mitnehmen, wenn ich das möchte - und du könntest absolut nichts dagegen tun ... aber Angst solltest du keine haben", murrte der Wolf, der wusste, dass er dem Lamm falsche Hoffnungen machte und ihnen beiden Dinge einredete, die aus der Luft gegriffen waren. Den Süden gab es nicht, er war nur ein Hirngespinst, sollte er ihnen beiden erzählen. Er hasste Schafe und wollte, das keines von ihnen lebte und auch noch irgendwelche Privilegien besaß, aber wieso tat er das nicht? Warum legte er seine Hände an Rain, ohne jemals wirklich die Intention zu haben, ihm wehzutun oder die Luft abzuschnüren, ihm das Leben zu nehmen? Nayantai sah keinen Mehrwert für sich darin, oder für Rain, der nicht einmal die Hand gegen ihn erhoben hatte. "Nein, ich halte die Hitze aus", brummte er, sah dem Schaf nach, das sich aus seinen Fängen befreite und ihn alleine stehenließ, sich entblößte und sich dann in die Wanne rettete, deren warmes Wasser das Lamm durchaus zu genießen schien. Nayantai brachte nicht mehr zustande als einen Seufzer, schritt näher an die Wanne heran und entledigte sich dort, vom wachsamen Blick des nun zum Fisch gewordenen Schafes entfernt, dem Rest seiner Kleidung. Beinahe schon wirr machte ihn die Hitze, die nicht die Überhand über ihn haben sollte, als er nun also auch in die Wanne stieg und sich gegenüber von Rain hinsetzte. Unerträglich war sie doch nicht, dafür penetrant - sog sich nicht nur in seinen losen Haaren fest, die wieder auf schwammen, sondern auch an seinem frierenden Körper. "Rain", murmelte er nur, hatte allerdings die Augen geschlossen und den Kopf zurückgelegt. Sein Körper würde ihn in wenigen Minuten hassen. "Badet ihr immer so?"
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    • Der Ton des Wolfes änderte sich überraschender Weise und Rain wäre noch weiter im Wasser versunken, wenn er gekonnt hätte, stattdessen allerdings hob er seinen Kopf sogar an, damit er etwas erwidern konnte. "Ich... Durfte nie viel tun, a-aber... Ich kann bestimmt irgendetwas lernen...", murmelte er fast schon entschuldigend. Es wäre wohl zu viel verlangt sich von dem Wolf mitnehmen zu lassen, nur damit er dann alleine für sie sorgen konnte, das wäre nicht fair. Viele nützliche Fähigkeiten konnte Rain trotzdem nicht aufweisen, höchstens seinen Verstand. Mit fem Klavier spielen würde er wohl auch nicht weit kommen. Das folgende verstand Rain nicht ganz, aber er glaubte der Wolf träumte ebenfalls ein wenig vor sich hin, vielleicht sollten sie damit aufhören, bevor es zu real wurde.

      Als der Wolf sich schließlich ebenfalls entkleidete, wandte Rain den Blick lieber ab, bis der Wolf sich selbst ins Wasser gesetzt hatte und es nicht mehr so viel gab, das Rain aus versehen erblicken könnte. Er zog seine Beine an und legte seine Arme darum, machte sich beinahe so klein er konnte. Der Wolf der den Wasserspiegel gefährlich ansteigeb ließ, als er auch noch in die Wanne stieg, brauchte schließlich auch Platz. Rain blickte zu ihm, sah ihn an wie er seinen Kopf nach hinten hängen ließ, entdeckte erneut die Narben auf seinem Oberkörper, wagte aber nicht seinen Blick zu sehr schweifen zu lassen. Stattdessen sah er auf die langen Haare, die bis zu ihm hinüber geschwommen kamen. Er tippte die Haare an, die darauf hin ein wenig im Wasser tanzten. Um seine eigenen brauchte er sich nun auch keine Sorgen machen, nachdem der Wolf die Kälte von draußen nicht herein lassen wollte. "Hm?" Als er seinen Namen vernahm blickte er auf, als hätte er etwas angestellt, legte aber kurz darauf den Kopf schief. "Wie? So?", er verstand nicht was der Wolf meinte. Zu zweit? Der Wolf hatte das doch vorgeschlagen. Mit so warmen Wasser? Naja, wenn man die Zeit dafür fand... Nicht jedes Schaf war ein Fürst... Oder meinte er gar etwas ganz anderes?
    • Seine ganze Haut fühlte sich an, als würde sie unangenehm kribbeln, als würde das Gefühl in seine Gliedmaßen zurückkehren. Er lag hier, in einem wässrigen Grab und hatte die Augen geschlossen, weil es an diesem Ort keinen Himmel gab, den er ansehen konnte und auch - neben Rain - nichts weiter in diesem Raum war, das den Wolf großartig interessierte. Wonach sehnte er sich? Wirklich einem einfachen Leben im Süden, als Bauer, der nicht viel mehr hatte als das, was er anbaute? So anders als sein Leben in Thria wäre es nicht, außer, dass er nicht mehr kämpfen musste, kein Blut mehr vergießen brauchte - dass er keine Feinde hatte und seine Freunde lediglich diejenigen waren, die er zu ihnen machte. Brauchte er überhaupt mehr als ein abgemagertes Lamm an seiner Seite? Wollte er mehr? "Ich kann dir beibringen, was auch immer du lernen willst", brummte er als Antwort, schien es aber keinenfalls abfällig zu meinen - wenn es etwas gab, das Rain nicht wusste, dann würde er ihm eben zur Hand gehen, ihn in nichts nachstehen lassen wollen. Aber was war es, das er wirklich wollte? Sehnte er sich nach der eigenen Freiheit, oder nach der des Lammes?

      Es fühlte sich an, als würde er sich in einer anderen Sphäre befinden, als schmelze er augenblicklich, wenn er nicht aufpasste - Nayantai hatte gewusst, dass dieses Wasser nicht für ihn war, dass er es selbst nicht gerne hatte und doch war es, irgendwo, angenehm und schmerzlindernd, während es sich durch ihn und seine Wunden hindurchzufressen schien. Hinter verschlossenen Augenlidern sah er den fernen, trüben Nachthimmel und die vielen Sterne, deren Position in Fhaergus vermutlich eine ganz andere war als in seiner Heimat - würde er auch hier den Blick auf die ein oder andere Konstellation erhaschen können? Vermutlich, wenn er dort draußen im Schnee liegen könnte, sobald es dunkel wurde. "So warm", entgegnete er, vernahm die Wörter des Blonden nur am Rand, verstand jedoch, was er von ihm wollte, weil er - mittlerweile fast schon gewohnter weise - in der Sprache der Wölfe antwortete. "Oder nehmt ihr auch kalte Bäder?" Wahrscheinlich nicht, schienen die Schafe doch eher nur kurzzeitig hitzköpfige Individuen zu sein, die oftmals nicht wussten, wo ihnen der Kopf stand.
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    • "Was ich will?", fragte Rain, ohne zu wissen was das sein sollte, er wusste ja schließlich auch nicht was er konnte. Ob es etwas nützte wenn er nähen konnte, oder sticken? Er glaubte kaum, dass er jemals lernen würde zu jagen, oder Holz zu hacken, er könnte vielleicht ein paar Kräuter suchen, oder Beeren... eigentlich hatte er keine Ahnung von dem Leben da draußen. Am ehesten konnte er sich noch vorstellen mit dem Wolf einen Hof zu haben, aber davon verstand der Wolf vermutlich auch nicht viel, blieben die Bewohner Thrias doch nicht lange an ein und demselben Ort. Sie kultivierten also vermutlich keine Pflanzen und sie hatten bestimmt auch keine großen Tierherden. Vielleicht spekulierte Rain aber auch zu viel, sollte er tatsächlich einmal mit dem Wolf in den Süden reisen, dann würde er schon erfahren, wie er nützlich kein sollte. Die Wahrheit jedoch war, dass Rain dem Wolf sicher bald auf die Nerven ging und er ihn lieber zu Hause gelassen hätte.

      Rain richtete sich etwas auf, sah Nayantai an, der müde klang und schon wieder etwas von der Wärme sagte. Ob ihm das alles doch zu viel wurde? Aber was sollte Rain auch schon groß tun? Naja, eine Idee hatte er, er nahm sich also eines der Tücher die zum Waschen gedacht waren und tunkte es in das warme Wasser, bevor er es ein wenig aus wand und sich leise etwas bewegte, sich aufrichtete und es zum Fenster legte. Dann setzte er sich schnell wieder, machte so wenig Geräusche wie möglich und sah Nayantais Haaren dabei zu, wie die Bewegung sie tanzen ließ. "Mh... also nicht jedes Schaf lebt in so einem großen Haus, oder hat so viel Zeit sich ein Bad einzulassen, womöglich auch gar keine Wanne...", erklärte Rain und zog seine Beine wieder an seinen Körper, er wusste dass er ein besonders leichtes Leben hatte und dass er sich nicht darüber beschweren sollte. "Andere Schafe baden auch kalt.", schloss er etwas verständlicher. "Aber ich glaube warm ist es den meisten lieber. Du kannst auch... kaltes Wasser haben das nächste Mal." Während er wartete, dass das Tuch von eben sich mit der Kälte draußen voll sog, beschäftigte er seine Finger damit die kleinen Knoten in Nayantais Haaren zu lösen, zumindest aus den Spitzen die bis zu ihm hinüber reichten.
    • "Gibt es denn nicht, das du willst? Können willst, besitzen willst?", harkte er nach. Nayantai hatte ohnehin schon gehört, dass dich das Lamm vermutlich miserabel in seiner zu dünn geratenen Haut fühlen musste, dass er vermutlich nicht verstand, dass es auf dieser Welt mehr gab, als die eigenen vier Wände und dass diejenigen, die in den Kulturen der Schafe nicht als Fürst oder König angesehen wurden, vermutlich auch nicht das schönste Leben hatten - gleich wenig, wie es Rain tat. Ob er ihn wirklich gebrauchen konnte, wenn er ihn in den Süden verschleppen sollte? Hm, eigentlich war Rain noch vergleichsweise jung, hatte allerdings noch weniger Ahnung von seinem eigenen Leben und den potentiellen Aufgaben, als ein junger Wolf - er seufzte. "Im Süden wäre es schön warm, du müsstest dich nicht mehr vor der Kälte fürchten", das hieß allerdings auch, dass sie die Kälte Fhaergus' erst überleben mussten und für sich selbst zu entscheiden hatten, ob sie das konnten oder nicht. Ob der Süden wirklich das gelobte Land war, nach dem sie suchten? Was würden sie dort überhaupt tun? Konnten sie dort überhaupt zusammen sein, oder waren sie verdammt, ihr Leben nebeneinander - in Einsamkeit - zu fristen?

      Ausflüchte waren es, nach denen er suchte - nicht aus dieser Konversation, sondern in eine andere Welt, die sich hinter seinen Augen abspielte. Nayantai wollte nicht länger die Sterne beobachten, wollte mehr, als sein Kopf ihm gab und fragte sich, ob es nur negative Erinnerungen waren, die er verdrängt hatte, ob es nur der König war, der seine Finger an ihn gelegt hatte u- nein. Wieder beschlich ihn ein unangenehmes Gefühl und der Gedanke riss ab, als der Wolf seine Augen schließlich öffnete und die Decke, zu der der Dampf aufstieg, schlussendlich beobachtete. "Also ist diese Wanne ... ein Privileg?" Wie sollte er dieses Wort auch erklären? Wölfe hatten das Privileg, durch ein Schaf getötet zu werden? Seine Arme hob er an, legte sie um den Beckenrand, als würde er lieber so viel wie möglich der Wärme loswerden, als das er noch mehr von ihr in sich aufnahm. "Mh, andere Schafe, aber nicht du ... nicht, dass es mich stört. Ich bin nur neugierig." Jeder von ihnen sollte tun und lassen, was er selbst als wichtig erachtete, egal ob es nun eine Rolle spielte oder nicht - wenn Rain wusste, er würde in kaltem Wasser nur krank werden, dann gab es auch keinen Sinn, in eben jenes zu steigen. "Nein, nein. Warmes Wasser ist ... angenehm", gestand er, bevor er seinen Blick nach vorne wandte, in die Richtung des Schafes, das sich mit seinen Haaren zu beschäftigen schien. "Und trotzdem hat es eine sonderbare Wirkung auf mich."
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    • "Etwas das ich...?", fragte Rain und dachte darüber nach, bevor er antwortete. Er legte seinen Kopf auf seine Knie und sah zur Seite. Gab es denn etwas, das er besitzen wollte, das er können wollte? Eigentlich nur eines. "Ich... ich wäre einfach nur gerne... draußen. Frei. Freiheit, die will ich besitzen. Mh. Aber das ist nicht was du meinst. Es gibt auch Dinge hier drinnen, die ich nie tun durfte. Kochen... wäre vielleicht ganz lustig. Essen machen.", murmelte er, aber auch wenn der Wolf sagte, er konnte ihn hier weg bringen und er brauchte keine Angst zu haben, dann war das nicht so einfach. "Weißt du... manchmal wäre ich gerne einfach nach draußen gelaufen, aber... es... es ist nicht nur... es ist als wäre eine unsichtbare Wand vor jeder Tür, die ich nicht durchqueren kann. Ich... will nicht sterben und es auch nicht riskieren... vielleicht würde ich nicht vergehen, nur weil ich einmal meinen Fuß in die Wiese setzte, aber... wie erkläre ich das...? Es wurde mir... einfach schon immer so gesagt und ich weiß, dass mein Körper krank und schwach ist, dafür brauche ich keinen Beweis." Rain schüttelte den Kopf, rutschte tiefer in das Wasser hinein und seufzte, ließ dabei ein paar Luftblasen im Wasser entstehen die zugleich wieder an der Oberfläche aufplatzten. Er legte den Kopf ein wenig zurück. "Ich rede zu viel..."

      Sein Blick wanderte wieder zu dem Wolf, der versuchte zu verstehen, was Rain schon wieder plapperte, ohne Rücksicht auf den Wolf zu nehmen, der seine Sprache nicht sprach. "Ein... Privileg?", erfragte er das Wort, wusste nichts damit anzufangen und konnte die Bedeutung dieses Mal auch nicht erraten. "Ja. Andere Schafe. Die Kälte ist nicht gut für mich.", bestätigte er gebrochen in der Sprache der Wölfe und fragte sich ob die Wärme nicht ebenso schlimm für einen Wolf sein konnte, aber im Gegensatz zu Rain, der schnell fror und zitterte, schien der Wolf das warme Wasser zumindest ein wenig angenehm zu finden. "Wirkung...?", erfragte er auch dieses Wort und sah den Wolf neugierig an.
    • Je länger sie darüber diskutierten, desto eher glaubte er, er würde dem Lamm Lust auf etwas machen, das es gar nicht besitzen konnte - nie und nimmer, weder heute noch morgen. War es nicht widerlich, sich an seinen eigenen Körper fesseln zu lassen? Nayantai selbst konnte davon ein Lied singen, wusste, wie es war, wenn man erst einmal nichts dagegen tun konnte, weil eiserne Fesseln es waren, die ihm am Boden der Tatsachen festhielten und ihn nicht gehen ließen. Der Wolf teilte sich sein Leid dennoch nicht gänzlich mit seinem Lamm, das vermutlich in der Angst leben musste, dass jeder Windstoß einer zu viel sein könnte und jeder Atemzug vielleicht sogar sein Letzter war. Was dann? Würde er alleine sein, irgendwo im Süden, nicht wissen, was er mit sich anzustellen hatte, weil man ihm Rain wegnahm, von dem er gerade eben noch behauptet hatte, er gehöre ihm. "Wenn der Schnee schmilzt", fing der Wolf an, der seinen Blick wieder nach oben fokussierte, dort, wo nichts war, damit er den unschuldigen Augen nicht entgegenblicken musste. "Dann nehme ich dich mit - irgendwohin, wo es genug Gras gibt, durch das du gehen oder laufen kannst. Warum weiter träumen, wenn ich es zur Realität machen kann?", sprach der Wolf, der durchaus wusste, das nicht alles, an das er dachte, auch Realität werden konnte - aber wieso versuchte er es nicht wenigstens?

      "Etwas, das nicht jeder hat?", murrte er als nichtssagende Antwort auf eine Frage, die eigentlich ziemlich klar und verständlich war. Was konnte er an diesem Wort auch schon großartig erklären? Nayantai setzte sich auf, nahm die Arme von dem Rand der Badewanne und sah wieder zu Rain, der sich zurückzuziehen schien, verstecken wollte und klein machte. "Das weiß ich, ich werde dich aber nicht dazu zwingen, sie auszuhalten. Dafür bringe ich dir Schnee, wenn du möchtest", gab er als Antwort und lehnte sich nach vor, kam dem Lamm näher, als er eigentlich sollte und war schließlich so weit nach vor gebeugt, dass er seinen Kopf auf seinen eigenen, angewinkelten Beinen niederlegen konnte und die Hände auf die Knie des sonst schlotternden Lammes legte. "Die Wärme ... mh. Ich fühle mich ... gut?", versuchte der Wolf zu erklären, der Rain mit seiner rechten Hand in die Wade kniff, bevor er grinste. "Lässt du dir das denn gefallen?"
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    • Rain konnte nichts weiter tun als dem Wolf ein schwaches Lächeln zu schenken. Er schätzte es, dass er ihm helfen wollte, aber er wusste auch, dass er ihn nirgendwo hin mitnehmen würde. Er würde zurück kehren nach Thria und Rain würde hier bleiben. Selbst wenn er keine Angst davor hätte draußen nicht zu sterben, wenigstens im Sommer, wenn es wärmer war, dann würde er es trotzdem nicht zulassen, dass der Wolf ihn von hier weg brachte. Es war zu gefährlich. Dem Wolf wäre halb Fhaergus auf den Fersen und würden sie ihn erwischen, dann würden sie ihn töten und das wollte Rain nicht verantworten und auf seinen Schultern tragen. Abgesehen davon war Rain sich sicher, dass die Wölfe ihren Prinz brauchten, der sie wieder in die Schlacht führt, damit sie überleben konnten. Rain hatte zwar ab und zu mit dem Gedanken gespielt, durch die Tür nach draußen zu laufen, sich auf den Boden zu werfen und in den Himmel zu blicken, auch wenn es das letzte war, was er tat, aber er wusste selbst, dass er nicht so unverantwortlich sein durfte und die Angst begleitete ihn dennoch.

      Rain glaubte die neuerliche Erklärung des Wolfes zu verstehen. "Ah.", nickte er, nur im im nächsten Moment mit großen Augen jede Bewegung zu verfolgen, die der Wolf machte. Wieder konnte er nicht wirklich ausweichen, da er sich schon ganz am Rand der Wanne befand, aber warum wollte er das auch? Sein Magen zog sich zusammen und er sah lieber zur Seite, seine Wangen waren durch die Hitze zum Glück schon rot. Wenigstens hatte er seine Beine noch zum Schutz vor etwaigen Blicken und trotzdem war es nun etwas ganz anderes, als der Wolf seine Hände auf seine nackten Knie legte, als wären sie einfach nur im Bett gesessen. Rain kam sich ohne seine Kleidung noch kleiner vor als sonst und saß etwas nervös in seiner Ecke. "E...es ist etwas kindisch sich... über Schnee zu freuen, ich weiß...aber... ich hätte gerne noch mehr von... draußen...", murmelte er und freute sich zumindest ein wenig darüber, dass der Wolf sich auch im warmen Wasser wohl fühlte. Er zuckte zusammen, als der Wolf ihn kniff und sah ihn nun doch überrascht an, worauf wollte er hinaus? "W-wa-was soll ich denn...?" Sollte er sich wehren? Aber wie denn? Er wagte es kaum seine Arme von seinen eigenen Beinen zu nehmen, also machte er das Einzige das ihm einfiel, beugte sich nach vorne und biss in die Hand die noch immer auf seinem Knie lag.
    • Der Süden war vielleicht nicht mehr als ein abwegiger Traum von einem Ort, an dem sie beide nie sein würden, weil es ihr Schicksal so nicht wollte - weil man glaubte, die beiden gehörten nicht zusammen und hatten erst recht keine Berechtigung dazu, ihre Pflichten hinter sich zu lassen und sich in die Arme des Anderen zu retten, in der Hoffnung, ihre Ausflüchte wären nicht nur ein reines Hirngespinst. Nayantai wusste, dass er sich zusammenreißen sollte, dass es nicht mehr für ihn gab als den Hass, den er auf Schafe haben sollte und dass Thria auch noch ein Ort war, dem er mehr als nur sein Leben schuldete. Aber wollte er das? Was, wenn man ihn nicht tötete, sondern wieder gefangen nahm? Würde er wieder im selben Kerker landen, dem er nicht mehr entkäme, bis ihn nicht irgendeine Krankheit dahinraffte. Unüberlegt war es, aber der Wolf fand keinen Gefallen daran, sich nochmals wegsperren zu lassen ... außer ... ja, vielleicht wäre das eine Option. "Wenn ich dich schon nicht mitnehmen kann, dann bleibe ich eben hier!", verkündete er plötzlich, als ob er nun vollends verrückt geworden war und seine Freiheit aufgab, weil er sich seiner Verantwortung nicht mehr stellen wollte, sondern lieber ein armes, kränkliches Schaf umsorgte und neckte. Wollte er das denn? Hierbleiben, bis er alt und grau wurde, oder Rain sich an ihm satt gesehen hatte? "Dann wärst du zumindest nicht alleine."

      Wieso legte er seine Hände auch an Rain? Eher hätte er ihm gut zureden sollen, aber eigentlich war das überflüssig, zumindest in seinen Augen - wenn sie nur weiterhin daran dachten, dass sie über alles mögliche jammern konnten, sich darüber beschwerten, wie unfair ihr Leben doch gewesen war, wohin würde sie das bringen? Rain meinte selbst, er hätte bereits den Verstand verloren, dachte er immer nur an das Unmögliche - aber wieso ließ er all das einfach auf sich sitzen? "Kindisch? ... Ich kann dir so viel Schnee mitbringen, wie du möchtest, wenn du mir garantieren kannst, dass du nicht erfrierst", sprach er und überlegte prinzipiell, ob er Rain nicht zumindest an einem windstillen Tag dazu bringen konnte, die Hand durch einen Schlitz an der Tür oder ein spärlich geöffnetes Fenster zu strecken, damit er zumindest etwas von dort draußen mitbekam. Dann käme aber wieder zur Sprache, dass die Bestie den sonst so vernünftigen Fürsten verflucht haben musste, damit er sich früher oder später umbrachte. "Dich wehren? Du kannst dir doch nicht alles gefallen lassen", lachte der Wolf, der ein kurzes Zwicken in seiner Hand vernahm und sah, dass Rain ihn biss - etwas, das er eigentlich nicht erwartet hatte. "Jetzt beißt du mich", entgegnete der Wolf dem Lamm, das noch immer ihm gegenüber saß und sich, zumindest allem Anschein nach, so klein wie möglich machen wollte. "Gib mir deine Hand."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain sah den Wolf mit großen Augen an, meinte er das ernst? Nein, wohl kaum... vielleicht jedoch hatte er auch einfach Angst nach draußen zu gehen, aus Fhaergus heraus, so wie Rain Angst hatte sein Haus zu verlassen. In Thria wartete vielleicht nichts anderes als der Tod auf Nayantai, oder noch Schlimmeres, dass er das nicht wollte, das war klar. Hier war er sicher, aber auch nur für den Moment und unglücklich war er bestimmt auch. Selbst wenn er sich heute draußen im Schnee ausgetobt hatte und glücklich aussah, das war nicht von Dauer und nicht seine Welt. Rain schüttelte den Kopf, lächelte. "Das meinst du nicht ernst.", antwortete er und in Wahrheit war es auch nichts, das Rain zulassen konnte. Was sie hier taten war ohnehin schon gefährlich, wenn erst wieder mehr Leben in Fhaergus herrschte und vielleicht auch Rains Vater zurück kam, spätestens dann würde der Wolf sich wünschen gegangen zu sein. Rain wollte den Wolf zwar nicht aus seinem Haus schmeißen, aber er würde es tun müssen, wenn er tatsächlich nicht gehen wollte.

      "Ich denke eine handvoll Schnee wird mich schon nicht umbringen... sonst wäre ich schon tot.", lächelte Rain schwach, aber fragte sich was er mit dem Schnee in einem warmen Zimmer denn anfangen sollte. Er schmolz ohnehin nur und am Ende war er wieder traurig, ohne wirklich einen Grund zu haben... er hätte auch gerne einen Schneemann gebaut, aber das war nicht möglich. Vielleicht sollte er solche Geschenke nicht annehmen, damit er nicht mehr und mehr wollte, bis er am Ende doch nur nach draußen in sein Verderben rannte, nur weil er alles in seinen Fingern haben wollte. Er wäre dann auch nicht mehr als ein selbstsüchtiges Schaf, das danach trachtete etwas zu bekommen, das ihm nicht gehören sollte, niemals.

      Rain nahm seine Zähne wieder von dem Wolf und sah ihn an, war nicht sicher ob er ihn tatsächlich hätte beißen sollen, oder lieber nicht. "Mich wehren...? Verteidigen?", fragte das kleine Lamm und schüttelte leicht den Kopf, beschämt gab es zu: "Das musste ich nie..." Niemals hatte irgendjemand versucht ihm etwas anzutun, ob nun ernsthaft oder spielerisch, aber sein Vater hatte es manchmal zu ihm gesagt, er müsse lernen sich zu wehren, auch wenn Rain nicht verstanden hatte warum. Er hatte nie gelernt sich zu verteidigen, weil es keine anderen Kinder gab die mit ihm spielen durften, oder wollten, die ihn schubsten, fest hielten, oder einfach nur mit ihm auf dem Boden rauften, so wie Kinder es eben taten. Nein, er erntete nur misstrauische Blicke und wurde zur Seite gezogen, wenn es etwas wilder wurde. Er seufzte leise, sah den Wolf argwöhnisch an und zwang sich schließlich dazu eine Hand von seinen Beinen zu lösen und sie dem Wolf hin zu halten. War das jetzt falsch? Hätte er sich jetzt wehren sollen und sagen nein?
    • In Thria würde er sterben, vermutlich endlich das bekommen, was er wollte - und in Fhaergus würde er verrotten, sobald er sich nach der Freiheit sehnte, sich aber nicht dazu bringen können, das Lamm endlich alleine zu lassen. Seine Optionen waren beide nicht gut, waren nicht mehr als ein zweischneidiges Schwert - und egal, welche Seite er wählte, er würde sich ohnehin an seinen eigenen Worten verletzen und sich eingestehen müssen, dass diese Welt nichts für ihn war, dass er nicht hier sein sollte und dass er schon gar nicht seine Zeit mit Rain in einer Badewanne verbringen sollte, in der sie beide nun über unmögliche Träume philosophierten. "Und was, wenn ich es tue? Wenn du mich nicht leiden könntest, dann hättest du mich längst gehen lassen!", brummte der Wolf, der weder aufgebracht noch sonderlich überzeugt von den Worten des Lammes schien. Vermutlich hatte er recht, er sagte das nur, weil er sich nicht sicher war, ob es da draußen wirklich noch Wölfe gab - weil er sich an das Einzige klammerte, das er noch hatte und weil es so viel mehr Sinn ergeben würde, wenn er sich nicht vom Wind in den Tod tragen ließ, sondern hier blieb, in der Hoffnung, besagter Tod würde ihn nie ereilen. Aber was dann? Rain würde nicht ewig leben, er würde nicht ewig leben und die Menschen von Fhaergus waren den Wölfen vermutlich nicht freundlich gesinnt - und alles, das Nayantai dafür übrig hatte, war ein Brummen.

      "Das glaube ich auch nicht - ich nur nicht dafür sorgen, dass du wieder krank wirst", entgegnete er dem Lamm mit einem leichten Seufzen, wusste, dass er eigentlich nichts dafür konnte. Oder doch? Wer wusste das schon, außer Rain und der Wind, der die Krankheit angeschleppt zu haben schien - der Frost, der sich in ihm fest gefressen hatte. Aufmerksame Augen waren es dennoch, die das Lamm im Auge behielten, auf seinen Lippen klebten, als würde er das Ausgesprochene dadurch besser verstehen, was nicht so war. "Dann wirst du es jetzt lernen müssen", lachte er und nahm die Hand, die man ihm so zögerlich gegeben hatte. Abreißen könnte er sie, entzwei brechen oder einfach nur verdrehen - und Rain würde vermutlich nichts bleiben, außer seine eigene Stimme, mit der er Schmerz vermitteln konnte. Nayantai verspürte dennoch kein Verlangen danach, Rain ernsthafte Schmerzen zuzufügen, sondern rutschte nur etwas näher an ihn heran, weg vom Beckenrand, schloss die ohnehin geringe Distanz, nur, damit er Rain besser in sein Handgelenk beißen konnte und nicht mehr losließ. Dass er dabei grinste, und sich zusammenreißen musste, nicht loszulachen, war ihm selbst bewusst.
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    • "Ich habe nie gesagt, dass ich dich nicht leiden kann...", widersprach das Lamm und damit hatte das auch gar nichts zu tun. Mehr wollte er dazu aber nicht sagen, der Wolf würde es vermutlich gar nicht bis zum Frühling aushalten hier zu sein, würde merken, dass dieses Gefängnis auch nicht mehr war als eben das, ein Ort, der ihn gefangen hielt und ihn nicht das tun ließ, was er wollte. Selbst wenn er Rain wirklich gern hatte, ihn am Liebsten mitnehmen würde, oder stattdessen hierbleiben wollte, das funktionierte nicht und in Wahrheit wusste der Wolf das auch selbst. Rain musste es ihm nicht erklären und das wollte er auch gar nicht, zumal er nicht wollte, dass der Wolf ihm widersprach und betonte, dass er hier bleiben wollte. Es würde sich in Rain festsetzen, bis er irgendwann daran glaubt und dann wäre er enttäuscht, wenn der Wolf doch verschwand.

      "Danke...", murmelte Rain lächelnd, ob der Fürsorge die ihm von einem Wolf zuteil wurde, hatte aber nicht viel mehr Zeit mehr dazu zu sagen. Er zuckte zusammen, als der Wolf ihn biss, sein Körper wollte die Hand los reißen, aber er tat es nicht, stattdessen kniff er nur für einen Moment die Augen zusammen und besah sich anschließend die Situation, mit der er nichts anzufangen wusste. Der Wolf war auf einmal noch näher gekommen, seine Hand lag in seinem festen Griff und die Zähne bohrten sich in seine Haut, wenngleich es auch nicht wirklich schmerzte. Was sollte das schwache Lamm denn dagegen tun? Er war sicher, er konnte seine Hand nicht befreien, also versuchte er es auch gar nicht und er fühlte sich schlecht bei dem Gedanken, den Wolf einfach mit etwas Wasser zu bespritzen. "I-i-ich weiß nicht wie...", murmelte er gleichermaßen entschuldigend, wie hilfesuchend.
    • "Das habe ich auch nie behauptet", murrte der Wolf, der von der gebissenen und gehaltenen Hand des Lammes abließ und lediglich über die Abdrücke strich, die seine Zähne hinterlassen hatten. Ehrlich gesagt, so glaubte er, war es naiv und beinahe schön töricht, glaubte er sich selbst und würde versuchen, sich auszumalen, dass er hier ein schönes Leben haben konnte. Was wäre er dann? Nicht mehr als ein Schoßhund, der von jemandem besessen wurde, das ein Schaf war - und eben jenes Schaf konnte nicht ewig stillschweigen und behaupten, dass es keinen Wolf beherbergen würde, auch, wenn dieser keinem etwas zuleide tat. "Ich meinte nur, wenn du es nicht könntest, dann wäre ich jetzt nicht hier ... oder würde in deinem Bett schlafen." Wenn Rain ihn nicht hier haben wollen würde, so wusste der Wolf, hätte man ihn vermutlich ganz anders behandelt, oder eventuell die Wunde an seiner Seite, die lediglich eine Naht war, einfach als Grund genommen, ihn sterben zu lassen. Thrianer vermochten nicht weniger grausam als Adrestianer zu sein, dennoch zog sich bei dem Gedanken, er würde sein Volk verraten - weil sein Herz ihm einredete, dass es das richtige war - sein Magen zusammen. Konnte er das verantworten?

      Für ihn war Rain ein Enigma - bedankte sich, obgleich der Wolf nichts erwähnenswertes tat und versuchte sich, nachdem er sich ohnehin schon entblößt hatte, kleiner zu machen, als er im Gegensatz zu Nayantai ohnehin schon war. Was sollte er mit Rain nur anstellen? Der Wolf schüttelte den Kopf, ließ die Hand des Lammes los und überlegte dann. "Nun ja, wenn ich dich wirklich fest beiße, dann kommst du sowieso nicht los", meinte er und legte den Kopf schief, als wüsste er nicht, wie er es Rain besser beibringen sollte. Einem Lamm die Taktiken eines Welpen zu erklären würde vermutlich weder funktionieren, noch war es eine sonderlich gute Idee. Aber was dann? Sollte er einfach versuchen, das Thema fallen zu lassen? Oder er könnte ... "Rain", meinte er plötzlich und sah von der Wasseroberfläche zu dem Lamm, bevor er - mit seinem Zeigefinger - etwas Wasser zu dem Lamm herüber schnepfte. Einmal, zweimal, dreimal. "So", erklärte er knapp. Eigentlich sollte er ernst bleiben, war er nicht nur älter als Rain, sondern auch - theoretisch - noch immer der Kronprinz eines fremden Landes. Interessierte ihn das? Nein. Legte er wert darauf? Eher nicht. Wollte er die trübe Stimmung auflockern? Definitiv.
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    • "Das...ja...natürlich.", murmelte Rain, was sollte er auch groß dazu sagen? "Ich... mag deine Nähe...", fügte er an, sah wieder in eine andere Richtung und versuchte das Kribbeln in seinem Magen zu ignorieren. Mochte der Wolf ihn auch? Er war sich dabei noch nie sicher gewesen, seine Erfahrungen konnten ihn durchaus dazu gebracht haben, dass er einfach viel zu aufgebracht war, um zu wissen was er wollte und was er fühlte. Auch Rain war nicht ganz im Reinen mit sich selbst, war einsam und neugierig und war sich nicht sicher, ob das alles war, was ihn zu all dem was er hier tat brachte. Er hatte den Wolf in seinem Bett schlafen lassen, hatte ihn getröstet und vor ihm geweint und jetzt saß er zusammen mit ihm in einer Wanne voller heißem Wasser und das obwohl sie sich erst seit knapp zwei Wochen kannten. Es war verrückt, Rain war verrückt, sie beide waren es und doch wollte Rain nicht damit aufhören. Es dauerte ohnehin nur bis zum Frühling an, die Zeit... konnte er doch genießen? Auch wenn er wie jetzt die meiste Zeit nervös war und nicht wusste, was er tun sollte.

      Rain bekam eine Gänsehaut als der Wolf über die Stelle strich, die er eben noch gebissen hatte und auf der sich die Abdrücke seiner Zähne noch abzeichneten. Rain hätte seine Hand weg ziehen können, aber er tat es nicht, wusste aber auch immer noch nicht, was der Wolf eigentlich beweisen wollte, oder von ihm erwartete. Als er seinen Namen erneut vernahm, der aus dem Mund des Wolfes jedes Mal einen Schauer über seinen Rücken jagte, sah er ihn wieder an, nur um kurz darauf ein nasses Gesicht zu haben. "Hey!", gab er zurück, zog seine Hand nun doch zurück und nutzte sie, um sich vor dem Wasserangriff zu schützen. Als zumindest eine Pause zwischen den Wasserschnippern entstand, konterte Rain, nur dass er Nayantai ein bisschen mehr als nur einen Zeigefinger voll Wasser entgegen schnippte und anschließend lachen musste, weil der Wolf tatsächlich aussah wie ein nasser Hund. Die Haare hingen ihm wie immer ins Gesicht, nur dass sie jetzt auch noch an ihm klebten, als wäre er ein Seeungeheuer.
    • "Meine Nähe? Ich mag dich", entgegnete Nayantai dem Lamm, als wäre es das Normalste, das er in dieser Situation hätte antworten können - und irgendwie war es das, zumindest für ihn, auch. Vermutlich war es Übereifer und das Verlangen danach, jemanden zu haben, der einen wirklich liebte, der glaubte, man war etwas wert - aber war es in Wahrheit überhaupt mehr als das? Konnte er Rain leiden, wollte er wirklich ihm gehören und den Rest seines Lebens an seiner Seite verbringen, hier, in einem langweiligen Haus aus Stein, in dem ihn keine zehn Pferde halten sollten? Der heiße Wasserdampf musste ihm zu Kopf gestiegen sein, gleich, wie sein Körper sich so fühlte als wäre er übermannt worden, lahmgelegt und könnte sich nur so bewegen, wie er es tat, weil ihn sein Herz dazu verleitete. "Ich ... ich mag deine Nähe natürlich auch ...", gestand er dem Lamm anschließend, das - ohne es wirklich zu wissen - vermutlich schon einen festen Griff um sein Herz gelegt hatte, das sich erneut so anfühlte, als würde es ihm alsbald aus der Brust springen. Nayantai war verrückt geworden, daran gab es nichts zu rütteln - und es war das warme Wasser, das er dafür verantwortlich machen wollte, dass er sich plötzlich so träge und überfordert mit seinen Gefühlen fühlte.

      Übertrieb er es mit seinem Schabernack erneut? War er eventuell doch zu kindlich? Der Wolf wusste es nicht, sah aber, dass Rain sich tatsächlich zu wehren schien - oder ihn und seinen Überraschungsangriff zumindest abzuwehren versuchte. Als er nun derjenige war, der attackiert wurde, konnte er nicht anders, als anzufangen, zu lachen, kaum hingen ihm die lästigen Haarsträhnen wieder in sein Gesicht, klebten förmlich daran und Rain war es, der belustigt zu sein schien. "Sehe ich wirklich so komisch aus?", wollte er wissen, bevor er eine handvoll Wasser nahm und seinen eigenen Kopf damit übergoss. Wenn schon, denn schon - was brachte es ihm auch, halbtrocken umher zu sitzen? Vermutlich hätte er es auch geschafft, Rain zumindest unterwasser zu ziehen, hätte er nach seinen Händen gegriffen, stattdessen schnippte er ihm nur erneut Wasser entgegen, in der Hoffnung, er würde ihn auch benetzen. "Wenigstens wehrst du dich gegen mich - aber das lasse ich nicht auf mir sitzen", wieso auch? Irgendwie, so glaubte er, war er gerade wieder ein Welpe, der halb bekleidet in einem Fluss spielte, seine Kleidung durchnässte und doch war diese Situation hier so vollkommen anders. Nayantai wusste nicht, was er davon halten sollte, außer, dass es ihm tatsächlich Spaß machte.
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    • "Du..." Rain wusste eigentlich gar nicht, wieso er so überrascht war diese Worte aus dem Mund des Wolfes zu hören, immerhin hatte er die Nähe zu Rain oft genug gesucht, sodass es kaum verwunderlich sein konnte, dass er Rain mochte. Nachdem der erste Schock ein wenig abgeklungen war, lächelte Rain. "Ja ich mag dich auch... das eine impliziert ja auch das andere...", schmunzelte er und wusste, dass er gerade ein viel zu schweres Wort benutzt hatte. Trotz dem was er gerade gesagt hatte, war er erneut überrascht, als der Wolf ebenso zugab Rains Nähe zu mögen, was eigentlich ziemlich offensichtlich sein musste und trotzdem war es anders, es auch zu hören. Natürlich beseitigte das immer noch nicht alle von Rains Zweifeln, aber es fühlte sich trotzdem gut an... vielleicht freute er sich sogar etwas zu sehr darüber.

      Rain konnte sich das Lachen nicht so schnell aus dem Gesicht wischen und würde den Anblick wohl nicht so schnell vergessen. "Du siehst wie ein Ungeheuer aus.", lachte Rain, nur um schon wieder mit Wasser bespritzt zu werden. Er schlug zurück und als Nayantai gerade ein wenig Wasser ins Gesicht bekam, beugte Rain sich nach vorne um seine Haare aus dem Gesicht des Wolfes zu klauben, bevor dieser sich beschweren konnte. Er sammelte die Strähnen zusammen, beugte sich schließlich noch ein wenig weiter nach vorne, und zog die schweren Haare nach hinten, damit er die dicken Strähnen, die Nayantai immer vor seinem Gesicht hatte, hinten mit einem leichten Knoten fixieren konnte. Das Wasser sorgte dafür, dass die Haare so auch zusammen hielten. Rain beugte sich wieder zurück, kniete mittlerweile vor Nayantai, statt sich immer noch zu einer kleinen Kugel zu formen und war nun zufrieden. "Schon besser! Du sagst immer ich soll mein Gesicht nicht verstecken. Das musst du auch nicht."