spellbound. (earinor & akira)

    • Die Stufen rannte er schon beinahe ohne Rücksicht auf Verluste hinauf, als wolle er sich beeilen und noch einen Zahn zulegen - schneller, als der kalte Wind sein, den er zur Tür hineingeschleppt hatte. Konnte er das überhaupt? Immer wieder hielt er inne, um sich umzudrehen und sicher zu gehen, dass Rain ihm hinterher kam und nicht aufgegeben hatte - die Treppe hinauftragen konnte er ihn, zumindest in diesem Moment, schlecht. Wachsame Augen waren vermutlich überall und alles, was der Wolf sagte und tat, würde ihnen in Erinnerung bleiben, bis sie es gegen ihn verwenden konnten. Nayantai wollte es eigentlich gar nicht wagen, die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, sollte sich lieber auf etwas anderes konzentrieren und doch fragte er sich, ob sie noch immer ein und dieselbe Verständnis füreinander aufbringen könnten, wenn Rain nicht so wäre, wie er nun einmal war - und wenn Nayantai gar nicht erst so gebrochen war, wie es den Anschein haben musste. Was hielt ihn auch an dieser Welt fest? Die leeren Versprechungen von Freiheit? Oder doch ein noch nicht entzwei geteiltes Pflichtbewusstsein?

      Die Türen schlossen sich hinter ihnen, kaum hatten sie ihre Destination erreicht. Nayantai sah dem Lamm noch dabei zu, wie es wieder an einem der - beinahe schon magisch wirkenden - Schnüre zog und ihm dann seine Aufmerksamkeit schenken wollte. Ohne Eile, die er vorher noch verspürt hatte, als er hierher gehechtet war, entledigte er sich schließlich der durchnässten Kleidung und schüttelte den Kopf - wie ein Hund, der sich von Nässe befreien wollte. Kaum fiel das Stück Stoff zu Boden - und Nayantai offenbarte Rain erneut seinen Oberkörper, schritt er auf diesen mit geballter Faust zu. "Hand auf", sprach er, und - nachdem er bekam, was er wollte - öffnete er seine eigene Hand und legte den kleinen, verbliebenen Ball Schnee in die Hand des Schafes. "Du meintest, du warst noch nie draußen also ... wenn du schon nicht in den Schnee kannst, dann bringe ich ihn eben zu dir!", verkündete der Wolf stolz. Daran, dass Rain den Schneebatzen eigentlich gar nicht haben wollte dachte er nicht.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain sah dem Wolf zu, wie er sich schüttelte wie ein nasser Hund. Der Schnee der sich in seinen Haaren verfangen hatte war inzwischen geschmolzen, die Mähne des Wolfes war nass und klebte sich schnell an den nun wieder entblößten Körper, dem es hier drinnen viel zu warm war. Rain folgte der Anweisung des Wolfes ohne zu zögern, vertraute ihm und öffnete neugierig seine Hand, nur um kurz darauf etwas kaltes in die Finger zu bekommen. Im ersten Moment erschreckte ihn die Kälte die sich plötzlich auf seiner Hand befand ein wenig und er starrte die weiße Kugel an, die schon bald nicht mehr als eine Pfütze Wasser sein würde. Nachdem er realisiert hatte was der Wolf ihm da gebracht hatte, lächelte er und ließ sich mit dem Schneeball in der Hand auf der Bettkante nieder. Er streckte die Finger der anderen Hand danach aus, befühlte die feste Oberfläche und störte sich nicht an dem Brennen, das auf seiner Haut erzeugt wurde. "Danke.", lächelte er etwas abwesend und ließ sich von dem alltäglichen Stück Schnee in den Bann ziehen.

      Niemals hatte Rain zuvor Schnee in der Hand gehabt, obwohl er ständig davon umgeben war. Zu kalt wäre er, nicht nur durfte Rain nicht nach draußen, aber alles was die Kälte in seinen Körper fahren lassen konnte, das erlaubte man ihm nicht, als könnte dieses kleine Stück Schnee ihn krank machen. Er bezweifelte das, hatte oft genug die Kälte von Fhaergus spüren wollen, obwohl er ständig fror und musste sich damit begnügen die Hand an sein Fenster zu legen, das ihn von seiner Heimat trennte. Er wusste natürlich, dass Schnee formbar war und hatte ja auch den Wolf selbst dabei beobachtet, wie er zwei kleine Männchen gebaut hatte und trotzdem faszinierte ihn die Eigenschaft und er malte sich aus wie sein eigener Schneemann aussehen würde. Er wollte so gern da nach draußen... aber der Schneeball musste wohl genügen, den er ein wenig runder machte und dann anfing mit seinem Finger einzelne stellen heraus zu schnitzen, weil es ihm Spaß machte. Aus irgendeinem Grund jedoch war ihm nicht zum Lachen zumute, im Gegenteil suchte sich eine Träne den Weg über seine Wange und er wischte sie mit seinem Ärmel von sich, als er es bemerkte. Wieso weinte er?
    • Vielleicht sollte er sich auch gar nicht erst darum kümmern, wo er sein Hemd finden konnte, das er vorhin einfach auf dem Boden gelegt hatte - vermutlich war es ohnehin verschwunden, oder zumindest zusammengefaltet an einem Platz gelegt worden, der dem Wolf nicht sofort ins Auge stach, weil er es nicht gewohnt war, dass jemand hinter ihm herräumte. Womöglich wäre es aber auch einfacher gewesen, wenn er sich schließlich dazu entschieden hätte, das Hemd selbst zusammenzufalten oder zumindest über den Sessel zu hängen, der sich noch immer an Ort und Stelle befand. Stattdessen stand er nun da, ihm war das erste Mal seit langem tatsächlich irgendwo kalt und seine durchnässten Haare hefteten sich an jeden warmen Fetzen Haut, das sie finden konnten. Nayantai fühlte sich wie ein nasser Hund, der nicht wusste, wie er sein eigenes Fell trocken bekommen würde, der die Kälte in seiner Seite spürte, die wieder anfing, unangenehm zu ziehen, als wäre er noch nicht fertig damit, krank zu sein - als würde seine Naht danach schreien, dass sie die Kälte, die er einlud, nicht mögen.

      Seine Haare auswringen konnte er hier schlecht, würde er doch alles einsauen und Sara mehr Arbeit bescheren, als ihm lieb war - Nayantai sehnte sich nach der Tundra, in der er tun und lassen konnte, was er wollte - sehnte sich nach der Freiheit, die ihm nur halb gehörte und spätestens an der steinernen Mauer endete, die nun von zwei kleinen Männchen aus Schnee bewacht wurde. Nayantai's Blick wanderte zu Rain, der sich hingesetzt hatte - der sich für ein winziges Stück Schnee bedankt hatte und nun dort saß, an der Bettkante und wie verzaubert davon war. Eigentlich hatte der Wolf erwartet, dass er den Schnee nicht haben wollte, oder zumindest anders reagierte - er wischte sich über die tränenden Augen, weinte - und Nayantai fühlte sich so, als hätte er etwas getan, das er nicht hätte tun sollen. Behutsame Schritte ließen seinen Körper zu Rain wandern, bevor er vor diesem leicht in die Knie ging und mit seinem Handrücken über die Wange des Lammes strich. "Alles in Ordnung?", fragte er und sah besorgt drein - konnte er eigentlich auch irgendetwas richtig machen?
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    • Der Schnee in Rains Hand schmolz und wäre wohl bald nicht mehr da, so wie der Schnee draußen von der wärmer werdenden Sonne geschmolzen wurde, verschwinden würde und den Wolf mit zurück in seine Heimat nahm, die immer so kalt war. Es stimmte Rain traurig daran zu denken, dass alles verschwand was er in die Hand nahm, alles verging, das ihm Freude bereitete und ließ ihn am Ende alleine zurück. Natürlich war das nur ein Stück Schnee, nichts besonderes und seine Eigenschaft war es nun einmal in der Wärme einzugehen, so wie der Wolf zu vergehen schien, hielt er sich an einem so warmen Ort wie Rains Zimmer auf und trotzdem, wollte er weder das eine, noch das andere verlieren. Ebenso wie Rain allerdings den Schnee nicht in seiner ursprünglichen Form halten konnte, so konnte er auch den Wolf nicht hier festhalten, der ihm etwas Schnee gebracht hatte, weil Rain noch niemals welchen in der Hand gehabt hatte.

      Rain war aber eigentlich gar nicht traurig, sondern eher froh darüber, dass er so ein banales und für ihn dennoch wichtiges Geschenk erhalten hatte. Er war froh darüber, dass der Wolf bei all dem Spaß den er da draußen gehabt hatte, trotzdem noch an Rain gedacht hatte, obwohl dieser ihn an diesem Ort festhielt und nicht gänzlich in die Freiheit entlassen konnte. Er war froh ein Stück seines Landes, seiner Heimat in Händen halten zu können und nicht immer nur von draußen zuzusehen, während er selbst nie auf die Idee gekommen war, jemandem zu befehlen, er solle ihm etwas Schnee von draußen bringen und er war glücklich, dass er nicht tot umgefallen war, nur weil er das gefrorene Stück Wasser in Händen hielt, so wie es ihm oft prophezeit wurde. Rain wollte sein Gesicht abwenden, als der Wolf sich vor ihn kniete, aber stattdessen drückte er seine Wange gegen die Hand, die heute nicht so warm war wie sonst, sondern in der ebenfalls noch die Kälte von draußen steckte, die Kälte von Fhaergus die eigentlich ein Teil von Rain sein sollte und ihn nicht gefangen halten sollte, wie einen Vogel in einem Käfig. "I...ich... ja. E...Es tut mir... Leid...", schniefte der blonde Junge, der weniger traurig, als viel mehr gerührt davon war, dass der Wolf an ihn gedacht hatte und dem es dennoch weh tat zu wissen, dass er genau so verschwinden würde wie der Schneeball in seiner Hand, von dem kaum noch etwas übrig war. Aber weinen wollte er dennoch nicht, egal aus welchem Grund, wollte dem Wolf nicht das Gefühl geben, dass er etwas falsch gemacht hatte und er wollte vor Allem nicht wirken wie ein weinerliches Kind. Er schluckte, versuchte sich zusammen zu reißen und dem Wolf sogar ins Gesicht zu sehen. "D...Danke dafür, ich... ich freue mich wirklich...es ist nur... es..." Er konnte gar nicht in Worte fassen, was durch diese kleine Geste alles in ihm vorging und auch nicht erklären, warum gerade so viel über ihn herein brach. Gerne wäre er dem Wolf einfach um den Hals gefallen, aber das traute er sich nicht, blieb lieber sitzen und wischte sich eine Träne von der anderen Wange.
    • Rain weinte, sah dem vergänglichen Stück Schnee dabei zu, wie es schmolz - Nayantai glaubte, er hätte es gar nicht erst hereinschleppen sollen und musste nun dafür büßen, indem er dort kniete, wo er war und dem Lamm weiterhin sanft über sein Gesicht strich. Die wenigen Wortfetzen, die Rain zu Tage förderte, verwunderten den Wolf irgendwie. "Du ... du musst dich nicht entschuldigen, wirklich. Dich trifft keine Schuld", gab er von sich, wusste nicht, wie er reagieren sollte - war nicht er es gewesen, der den Schnee und damit die Tränen des Lammes angeschleppt hatte? Zurücknehmen sollte er sich, dem Lamm nicht so nahe treten, das vermutlich nicht aussprechen wollte, dass e- ... er lehnte sich, wider Erwarten des großen, bösen Wolfes gegen seine Hand und Nayantai konnte sich ein knappes Lächeln auch nicht mehr verkneifen. Also hatte er doch nichts schlechtes getan, jetzt verstand er. Beiläufig wischte er etwaige Tränen beiseite, verblieb allerdings in dieser Position.

      Der Schnee in den Händen des jungen Fürsten schmolz, das Wasser lief ihm durch die Finger wie der Sand der Zeit, tropfte auf den Boden und benetzte ihn. Nayantai wusste, das auf dieser Welt nichts unendlich war, dass auch Rain nicht auf ewig hierbleiben würde, sich weiterhin an dem dünnen, roten Faden festhalten konnte, der ihn noch mit dem Leben vereinte. "Mach dir keine Sorgen, es ist alles in Ordnung", sprach der Wolf. Was tat er hier auch noch? Wegrennen hätte er können, aber er war - anders als der Schnee - länger an diesen durchaus warmen Ort gefesselt, der ihn erst wieder gehen lassen wollte, wenn der Frost dort draußen verschwunden war. Nachdem er sich sicher war, dass auch das letzte Stück Schnee in Rains Händen geschmolzen war, legte er die Arme um das Lamm und drückte es an sich. "Mach dir keine Gedanken darüber, Rain."
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    • Rain fand schon, dass er sich entschuldigen musste. Wieso weinte er denn schon wieder, zum zweiten Mal schon gegenüber des Wolfes, obwohl er sich sonst nicht einmal zu weinen gestattete, wenn er ganz alleine war. Was war es nur, dass Rain das Gefühl gab, er musste seine Verletzlichkeit nicht verstecken, obwohl er gegenüber eines Wolfes doch genau anders herum reagieren sollte? Er schaffte es nicht, seine Tränen versiegen zu lassen, die vereinzelt über seine Wangen liefen, ohne dass Rain genau wusste, wieso er denn nun überhaupt weinte. Er war nicht sicher ob er glücklich, oder traurig war, vermutlich beides und gleichzeitig wollte er endlich aufhören Tränen zu vergießen, hatte er doch viel weniger Grund dazu als der Wolf. Er fühlte sich schlecht dabei, dass nun der Wolf sich um ihn kümmerte und nicht umgekehrt, auch wenn es sich gleichzeitig gut anfühlte. Es war als tobte ein Sturm in seinem Inneren und er wusste nicht, wohin er sollte.

      Er fühlte wie der Schnee in seiner Hand nur nach Wasser war, das langsam von seiner Haut auf den Boden tropfte und er fühlte sich, als hätte er seine Zeit mit dem Stück Schnee verschwendet, so wie er seine Zeit mit dem Wolf verschwendete, indem sie die ganze Zeit nur schliefen. Der kalte Körper des Wolfes legte sich auch alsbald an seinen, drückte ihn an sich und hielt ihn fest, während Rain seine Arme ebenfalls um den Wolf schlang und ihm ganz egal dabei war, dass er nass und kalt war, er wirkte immer noch wärmer, als Rains Körper es war. Er klammerte sich an ihm fest, legte auch die Nasse Hand an seinen Rücken, ohne darüber nachzudenken und schloss die Augen, obwohl seine Tränen schon langsam dabei waren zu versiegen. "Ich...w-wollte nicht so... reagieren...", murmelte Rain und ließ die Worte 'es tut mir Leid' absichtlich außen vor, weil der Wolf ihn nur wieder tadeln würde. Der Wolf der ihn fest hielt und nach frischer Luft und nach dem Schnee dort draußen roch, nach Rains Heimat. So nahe war er wohl noch nie an der Welt da draußen gewesen. "Danke..."
    • Wenn er so darüber nachdachte, dann waren sie beide nicht mehr als der Schnee - irgendwann würden auch sie sich verlieren, zergehen wie kalter Schnee in der Hitze dieses Raumes, würden ihr Leben lassen, ohne, dass der Andere etwas davon mitbekam. Eine Krankheit würde das Lamm dahinraffen, dass den Wolf bis dahin vermutlich schon vergessen hatte - und es wären abertausende Pfeile, oder gar ein Stück Eisen, das ihn daran hindern würde, einen Fuß vor den Anderen zu setzen. Sie beide gehörten nicht in die Arme des jeweils Anderen, sollten keine Zärtlichkeiten miteinander austauschen und sich nicht so verloren anstarren, wenn sich ihre Augen trafen - aber konnte man es ihnen verübeln? Mehr als einsam und allein gelassen fühlten sie sich nicht, glaubten, dass die Realität wie ein schlechter Traum war, aus dem man nicht mehr aufwachen konnte. Nun teilten sie sich diesen Albtraum, der ihnen beiden nicht mehr vermitteln wollte, oder gar konnte, als dass sie den Verstand verloren hatten und töricht genug waren, einander zu akzeptieren. "Es ist in Ordnung, keine Sorge", wiederholte der Wolf, der nicht mehr wollte, als das Lamm in seinen Armen zu beruhigen.

      Rain wirkte auf ihn öfter sonderbar, so unverständlich und doch glaubte der Wolf, dass er seinen Schmerz und sein Leid irgendwo verstand. Wozu vergoss man auch Tränen über ein Stück Schnee? Vermutlich konnte er sich das nicht erklären, hatte er sich doch selbst darüber gefreut, dass man ihn wieder nach draußen gelassen hatte und ihm erlaubte, im Schnee herumzutollen wie ein kleines Kind, das nach mehr als nur einer Beschäftigung suchte. Nun gab es dort draußen kleine Schneemänner, die er allerdings nicht nach drinnen bringen konnte - vielleicht sollte er einfach ein paar von ihnen vor dem Fenster aufstellen, damit Rain sie ansehen konnte? "Bitte", murmelte der Wolf, der die Berührung des Adeligen genoss und die nasse, kalte Hand dennoch auf seinem Rücken akzeptierte - er selbst fühlte sich schon gefroren genug, da störte etwas mehr auch nicht. Seine eigenen, noch kalten Hände strichen dagegen sanft über den schmalen Rücken des Adeligen. "Geht es dir besser?"
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    • "Mm---mhm.", gab Rain von sich als ihm keine Tränen mehr über die Wangen flossen und drückte sich sanft aus der Umarmung des Wolfes, auch wenn er die Hände auf seinem Rücken gerne spürte, Kälte hin oder her. Er wusste, er hätte das nicht tun sollen, nichts von dem was gerade passiert war. Er hätte nicht anfangen dürfen zu weinen, er hätte den Wolf nicht in sein Gefühlschaos mit hinein ziehen sollen und er hätte nicht zulassen sollen, dass er ihn umarmte, weil er einerseits ein Wolf war und sich andererseits die Feuchtigkeit von seinen Haaren in den Stoff von Rains Kleidung gefressen hatte, während der ganze Körper des Wolfes erst noch auftauen musste. Wenn er erneut krank werden würde, dann war dies wohl der endgültige Beweis dafür, dass die Welt da draußen nichts weiter als den Tod für Rain übrig hatte und er sich besser fern gehalten hätte von einem Wolf, der eben noch im Schnee herum getollt war. Aber er wollte sich nicht von ihm fern halten.

      Rain wischte noch die letzten Tränen von seinem Gesicht, wischte sie in die Ärmel seines Hemdes und sah den Wolf anschließend an. Es tut mir Leid, wollte er erneut sagen, aber tat es nicht, würde nur wieder zu hören bekommen, dass es das nicht musste. Vielleicht machte er sich einfach viel zu viele Gedanken. "Ich... ähm..." Ja, was? Was sollte er nun dazu sagen? Sollte er versuchen zu erklären was ihn zum weinen gebracht hatte? Nein, das konnte er kaum ohne zuzugeben, dass er jetzt schon wusste, dass er den Wolf vermissen würde, wenn er wie der Schnee vor Rains Fenster verschwand. Es war kindisch sich emotional so an den Wolf zu klammern, den er kaum kannte. Rains Augen suchten im Zimmer umher, als fand er dort eine Antwort auf seine Fragen und schließlich räusperte er sich. "A...also... das Bad ist bestimmt schon bereit.", murmelte er leise, weil er nicht wusste, was er sonst sagen sollte und den Wolf schon viel zu lange aufgehalten hatte.
    • Eigentlich war es gar nicht so schlecht, das Lamm in seinen Armen zu wissen - und eigentlich war es auch nicht so schlimm, Zeit mit ihm zu verbringen, sich sein Essen mit ihm zu teilen oder gar ein Bett. Nayantai machte sich nichts aus den Vorurteilen, die er durchaus selbst gehabt hatte, wusste, dass Rain nicht derjenige sein würde, der sich gegen ihn auflehnen würde, damit er ihn zur Strecke brachte und allgemein sollte er versuchen, sich dem einzigen Menschen zwischen hier und Thria - der ihn leiden konnte -, zu nähern. Oft war es für ihn gar nicht leicht, zu akzeptieren, dass er nicht mehr in seiner geliebten Heimat war, dass er all die Rechte, die er womöglich einst gehabt hatte, verloren hatte - dass er Niemand war, den man kannte und dass es nichts gab, das er befehligen konnte, weil er nicht mehr als ein Stück Dreck am Stiefel eines Königs war, der glaubte, er durfte und konnte sich nehmen, was auch immer er haben wollte. Irgendwie machte es ihn krank und doch war das hier nicht der Zeitpunkt dafür, viel eher sollte er sich um das wimmernde Schaf kümmern, um das er seine eiskalten Arme gelegt hatte.

      "Du?", fragte er verwirrt nach, wusste nicht, was das Lamm sagen wollte und war sich auch nicht sicher, ob er es wirklich wissen wollte. Nun stand er hier, in einer ziemlich ungemütlichen Position und spürte, wie auch die kalte Nässe an Rain klebte, der das Bad vermutlich auch eher nötig hatte, als er. Seine müden, kalten Knochen würden auch noch eine weitere Stunde aushalten, würde er sich abtrocknen können und erst später in eine warme Wanne Wasser finden, die er noch immer nicht ganz gewohnt war. Ohne großartig zu zögern ließ er kurz von Rain ab, schummelte einen Arm unter die Kniebeugen des Lammes und hob ihn hoch, damit er das durchnässte Lamm in seinen Armen wusste - und ihm erneut die Zunge zeigen konnte, während er ein Grinsen auf den Lippen trug. "Ja, aber ich will dich weder alleine hier weinen lassen, noch will ich, dass du dir irgendetwas einfängst - warum nimmst du denn kein Bad? Ich kann warten", lachte der Wolf, der allerdings auch keine Anstalten zu machen schien, seine Beute wieder loszulassen.
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    • Rain war ein wenig überrascht, als der Wolf ihn - nicht zum ersten Mal - einfach aufhob, als wäre absolut nichts dabei, als wäre er nicht mehr als eine Puppe, oder ein Kind, das selbst ein abgemagerter und verletzter Wolf noch tragen konnte, aber auch wenn er sich so verglich, hatte er weniger dagegen als er sollte, stattdessen färbten seine Wangen sich ein wenig rot und er blickte zur Seite. Jedoch hatte er nicht vor dem Wolf sein Bad streitig zu machen, auch wenn sein Hemd durch die nassen Haare des Wolfes, die nun an ihnen beiden klebten, ein wenig feucht geworden war und die Stellen an denen eben diese Haare Rain berührten, auch immer noch kalt waren. "Ich also... nein. Du bist eiskalt.", murmelte Rain und legte eine Hand an Nayantais Brust, als müsse er es noch verifizieren, aber er hatte ohnehin keine Ahnung, was er in dieser Situation mit seinen Armen anfangen sollte. "Ich... ich weine gar nicht mehr...", gab er trotzig von sich, fühlte sich von dem Wolf schon wieder geärgert und irgendwann musste er wohl etwas wegen seiner Zunge unternehmen, die er ihm schon wieder heraus streckte...

      Rain sah zu seinem Kamin, in dem das Feuer loderte und deutete dann eben dort hin. "Ich... setze mich einfach ans Feuer und ziehe mir ein anderes Hemd an...", murmelte er und schüttelte den Kopf, als er sich Nayantais Aussage ein weiteres Mal durch den Kopf hatte gehen lassen. "Außerdem könnte ich im Bad dann genau so alleine weinen... was ich nicht tue! Ich... mh..." vermutlich war es besser, Rain sagte nichts mehr, hörte auf sich um Kopf und Kragen zu reden. Er schüttelte erneut vehement den Kopf. "Es ist dein Badewasser, du wärmst dich auf. Mir geht es gut.", entschied er und zupfte ein paar der langen Haare aus Nayantais Gesicht. Wie machten die Wölfe das eigentlich? Konnten sie Wasser überhaupt aufwärmen?
    • Nayantai glaubte, so lange er Rain in seinen Armen halten konnte, war die Welt heil - nicht wie ein zerbrochener Spiegel, dessen Scherben man mühsam wieder aufsammeln musste, bevor man sich dabei auch noch mehrmals schneiden würde. Was war die Wahrheit schon wert, wenn man sie sich ohnehin nur schön redete? Gab es so etwas überhaupt? War es denn relevant? Viel lieber würde er sich weiterhin vor der Welt verstecken, im Inneren dieses Gemäuers, mit Rain in den Armen und nicht mehr als ein paar Flausen im Kopf. Wirklich sicher war er sich nicht, ob es denn Sinn machte, sich an ein einfaches Lamm zu klammern - aber würde es ihm denn schaden? "Doch. Ich bin die Kälte gewohnt", entgegnete er dem Lamm, an dessem jetzigen Zustand er kalt war - die einigermaßen warme Hand, die auf seinem polterndem Herz landete, fühlte sich brennend heiß an, fast so, als hätte Rain sie zuvor in das Feuer getaucht, das diesen Raum erwärmte. Unbehaglich ja, aber nicht unerträglich. "Trotzdem kann ich dich halten, so lange ich will - du gehörst mir", neckte der Wolf, ohne zu wissen, warum er das gerade freiwillig gesagt hatte. Rain gehörte Niemandem, allen voran nicht ihm. Fast schon erschrocken über seine eigenen Worte wandte er das Gesicht von dem Lamm ab, drückte es allerdings etwas fester an sich.

      "Dadurch wird dir aber auch nicht warm werden. Und mir soll eigentlich gar nicht warm werden", zu groß war die Angst des Wolfes, er würde einfach zergehen und das heiße Wasser würde seinen Körper noch mehr anstrengen, als es der Frost Fhaergus' tat. Vielleicht wäre es sogar besser, wenn er derjenige war, der sich umzog und sich die Zeit nahm, die er alleine haben konnte, damit er darüber nachdenken konnte, was genau ihn so sehr plagte. "Ja ja, du weinst nicht, schon verstanden", bemerkte der Wolf wiederum mit einem lauten Lachen, als er ein paar Schritte - mit Rain im Arm - gen Tür machte und noch immer die brennende Berührung auf seiner Brust verspürte. "Na und? Bist du dir sicher, dass du nicht derjenige sein solltest, der sich mit warmen Wasser aufwärmt? Und nicht alleine weint?", neckte er den Adeligen nochmals. Nayantai machte es vermutlich mehr als nur Spaß, jetzt, wo er sich von etwaigen Fesseln befreit hatte. Dafür schlug das Herz in seiner Brust viel zu sehr und fühlte sich dieses Mal sogar von der Wärme angezogen.
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    • Wie kam er eigentlich dazu mit einem Wolf zu diskutieren und wieso wehrte er sich nicht, wenn er von ihm getragen wurde? Er hatte noch nie gerne Hilfe angenommen und trotzdem schien jeder in seiner Umgebung erpicht darauf, ihm alles aus der Hand zu nehmen, ihn zu bevormunden und zu beschützen. Scheinbar hatte Rain diese Wirkung auch auf Nayantai, mit dem Unterschied, dass es ihn nicht wirklich störte. Wenn er widersprach, trotzig klang, oder irgendwann verlangen würde wieder auf den Boden gesetzt zu werden, dann nur, weil er sich spielerisch nicht alles gefallen lassen wollte, dem Wolf nicht beibringen wollte, dass er so frech bleiben konnte, ganz ohne Konsequenzen, aber in Wahrheit störte es ihn nicht und ihm wurde warm, wenn der Wolf ihn festhielt und sich um ihn sorgte. Er brauchte das warme Wasser gar nicht und er hatte eigentlich gar keine Lust alleine zu sein. "Ich bin die Kälte auch gewohnt!", widersprach er mit einem leichten Lachen. "Mir ist immer kalt, da hilft auch ein Bad nichts!" Rains Lachen verstummte als er Nayantais Worte vernahm und seine Wangen nahmen eine rote Farbe an. Zum Glück wandte der Wolf den Blick ab, so dass Rain es ebenfalls tun konnte. "Das... das kannst du...", murmelte er mit einem leichten Lächeln, wieso freute er sich, wenn der Wolf so etwas sagte? Wollte er ihm gehören? Wieso? Weil er vielleicht doch hoffte, er würde ihn einfach entführen?

      "Mhh... du willst dich nicht aufwärmen?", fragte Rain nun und konnte es verstehen. Der Wolf hatte sich so auf den Schnee gefreut und sagte ständig, dass ihm zu warm wäre. Er musste ja kein Bad nehmen, wenn er es nicht wollte und Rain war ebenfalls nicht so kalt, solange er an den Körper des Wolfes gedrückt wurde, der sich langsam selbst aufwärmte. Ein erneutes Lachen ertönte und Rain kniff den Wolf in die Brust, solange dieser selbst keine Hand frei hatte sich zu wehren. Ein finsterer Blick, der bei Rain wohl nicht als einer rüber kam, zierte sein Gesicht für ein paar Momente, aber er konnte nicht so lange schauspielern. "Entweder ich wärme mich auf, oder ich bin nicht alleine.", entgegnete er, aber... warum eigentlich? Er könnte den Wolf ja einfach mit ins Bad nehmen, sie könnten sich beide aufwärmen und hatte keinen Grund zu streiten, obwohl... nein, das... das traute er sich weder zu erfragen, noch war es angebracht, obwohl es ja theoretisch schon vorgekommen war und sie sich einander kaum etwas abschauen... Rain drehte seinen Kopf zur Seite, er musste rot sein wie eine Tomate und er wusste nicht, wie er dauernd auf solche unsinnigen Ideen kam. "Wir können auch einfach beide.... hier bleiben... und keiner nimmt ein Bad. Nein, weißt du was? Wenn du darauf bestehst, dann nutze ich das warme Wasser eben aus, wenn du lieber frierst!"
    • Nayantai fand Rain durchaus unterhaltsam - er ließ sich von ihm zwar keine Angst einjagen, aber die Schikanen und Neckereien brachten ihn so schnell in Verlegenheit, dass er sich selbst nicht mehr am Riemen reißen konnte und lauthals anfing, zu lachen. Es war für ihn eine wohlverdiente Abwechslung, aber ihn gleich so zu belustigen würde ihm - vermutlich aufgrund seines eigenen, schallenden Gelächters - noch dazu bringen, dass er früher oder später Magenschmerzen haben würde. Rain schaffte es, allein durch Worte und Taten, das Herz des Wolfes wieder dazu bringen, aufzutauen - einen frostigen Klumpen Eis zum Schmelzen zu bringen, obwohl sie beide gar nicht erst die Hände aneinander legen sollten und doch hielt Nayantai ihn im Arm und spielte schon die ganze Zeit mit dem Gedanken, Rain wieder zu küssen, nur, um ihm noch mehr auf die Nerven zu gehen. "Mhm, aber es ist dort, wo ich eigentlich herkomme, noch kälter - und ich will nicht wieder fast eine ganze Woche damit verbringen, einsam zu sein", murrte der Wolf ihm spielerisch zurück. Trieb er es zu weit? Mit den anderen Prinzen konnte man sich immer wunderbar streiten, aber mit Rain war es eher so, das jede Aussage eher dazu diente, sie beide zu unterhalten, als dass es zu einem wahren Streit werden sollte. "Das kann ich nicht sagen? Zu spät - jetzt gehörst du mir." Vielleicht aber hätte er sich doch zurücknehmen sollen.

      Zu warm würde ihm werden, war er doch auch nur das laue Wasser aus Thria gewohnt, das sich in den ein oder anderen Bächen und Flüssen befand und ihnen vermutlich auch - neben der vielen Seen - als einzige Wasserquelle diente, die die Wölfe hatten. Unwahrscheinlich war es nicht, dass der ein oder andere von ihnen Wasser in Krügen zurückschleppte, es sich erwärmte und dann darin badete, aber viele von ihnen - so wie auch er - sahen den Sinn dahinter nicht. "Das habe ich nie gesagt - mir soll nur nicht zu warm werden", entgegnete er dem unwissenden Lamm, das er noch immer in seinen Armen hielt - eine schlechte Entscheidung. "Au!", rief der Wolf aus, als man ihm tatsächlich in die Brust kniff und er den säuerlichen Gesichtsausdruck des Lammes sah, das sich vermutlich auch einen Spaß erlauben wollte - was dazu führte, dass Nayantai all das erneut zu weit trieb und Rain einen flüchtigen Kuss auf die Lippen drückte, in der Hoffnung, es würde etwas ändern. "Das stelle ich mir schwierig vor ... hm. Passen zwei Leute in die Wanne?", wollte er sogleich wissen und legte den Kopf schief, als wäre an der getroffenen Aussage seinerseits nichts falsch. Noch immer leuchtete dem Wolf nicht gänzlich ein, dass Schafe seiner Art nicht glichen und dass es andere Flausen waren, die sie im Kopf hatten. "Hm, ich habe nichts dagegen, zu frieren - aber ich könnte auch mit dir baden! Dann bist du nicht alleine und ich kann sicherstellen, dass du nicht weinst."
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    • Nayantais Lachen drang an sein Ohr und Rain hatte Angst, er würde gleich fallen gelassen werden, wenn Nayantai so weiter machte. Auch wenn sein Gesicht wechselte zwischen roten Wangen und einem gespielt säuerlich Blick, wenn Nayantai so los lachte, dann musste auch er zumindest lächeln, weil es so ansteckend war und er sich einfach freute, dass der Wolf seine Probleme für eine Weile auch vergessen konnte. "Es tut mir Leid, dass ich dich so lange alleine gelassen habe...", schmunzelte der junge Fürst, der nicht vor hatte noch einmal krank zu werden, so schnell würde es ihn nicht wieder erwischen, hoffte er zumindest. Aber vielleicht hatte der Wolf recht und Rain sollte sich tatsächlich aufwärmen und das nicht nur sagen, damit er Nayantais Neckereien entkommen konnte. "Hä?", rief Rain ungewohnt manierlos aus und musterte den Wolf, bevor er wieder rot wurde, weil der Wolf noch einmal betonte, dass er Rain wohl besitzen wollte. "N...nein... mein Satz war... eigentlich beendet...", murmelte er etwas peinlich berührt, weil der Wolf ihn falsch verstanden hatte, ihm noch einmal dasselbe sagte und die Wahrheit noch viel peinlicher war als das, was der Wolf vernommen hatte.

      Es war ungewohnt in den Armen von... irgendjemandem zu liegen, getragen zu werden und gleichzeitig umsorgt, wie geärgert zu werden. Niemand hatte Rain jemals so behandelt, niemand traute sich so mit ihm zu sprechen und er selbst wollte seine eigene Schwäche nie zugeben, wollte stark sein, doch jetzt in diesem Moment ließ er es gerne zu, dass er gehalten wurde und dass ihm gesagt wurde, er solle auf sich achten. Sein dünner, schwacher Körper störte ihn auf einmal nicht mehr, weil er es zuließ, dass diese Situation überhaupt entstehen konnte, weil er leicht genug für einen abgemagerten, aber immer noch starken Wolf war. Ihm war in dieser Situation schon ziemlich warm, obwohl die Wärme eher von seinem inneren aufstieg, vielleicht war das sogar die bessere Art von Wärme. Ob es dem Wolf gerade auch so ging? Vielleicht war ihm ja schon warm genug. Rain wollte gerade wieder etwas sagen, als der Wolf sich für den Kniff in die Brust auf die einzige Art verteidigte, die ihm ohne freie Hand womöglich noch blieb. Rains Herz begann schon schneller zu schlagen, bevor Nayantais Lippen die seinen berührten und sprachlos blickte er ihn an, als er sich wieder zurück zog. Mit dem Kuss jedoch war es noch nicht genug und Rain fragte sich, ob er den Wolf gerade falsch verstanden hatte, oder womöglich falsch verstehen wollte? Wieso fragte der Wolf ihn überhaupt so etwas? Rain wusste gar nicht was er sagen sollte und ob der Wolf ihn nicht nur weiter ärgerte, außerdem hatte er Angst, dass Nayantai spüren konnte, wie schnell Rains Herz gerade schlug. "I-ich... a-also das... ja?" Ja? Rain wusste selbst nicht wozu er gerade ja gesagt hatte und er bekam eigentlich gar keinen klaren Gedanken zustande, während er versuchte erst einmal sein Inneres in Ordnung zu bekommen. Ja, die Wanne war theoretisch groß genug für zwei? Nayantai könnte wohl ganz theoretisch mit ihm baden, ja? Hatte Rain wirklich etwas dagegen, nein? Aber alles in allem wurde er bestimmt nur veralbert und ganz abgesehen davon hatte er wohl nicht bedacht, was das noch alles heißen würde und tun sollten sie es auch nicht. "I-ich meine..."
    • Das Schaf gehen zu lassen, einfach fallen zu lassen, war auch für einen lachenden Wolf keine Option und schickte sich nicht. Vermutlich fühlte er sich aber auch einfach nur viel zu selbstsicher, als dass er sich eingestehen würde, dass er Rain auch augenblicklich fallen lassen konnte - und das nicht einmal mit Absicht. "Mach dir keinen Kopf darüber - aber, Entschuldigung akzeptiert", gab der Wolf wieder, der sich ein eigenes Lächeln nicht verkneifen konnte, kaum sah er Rain in sein Gesicht. Es war so vieles, das die beiden unterschied und doch machten sie sich im Moment keine Gedanken darüber, schienen eher damit beschäftigt, die niemals endende Gesellschaft des jeweils Anderen zu genießen. Wenn Nayantai eine besseren Worte dafür fand, dann glaubte er, Rain war so etwas wie ein Lebenselixir für ihn, nach welchem er gar nicht erst gefragt hatte - als würde er dazu beitragen, alle noch so kleinen Wunden an seinem Körper zu heilen und ihm den Schmerz zu stehlen, der ihn plagte. "Oh, also willst du auch mir gehören? Das höre ich gerne", entgegnete er dem Lamm mit einem breiten Lächeln, als würden sie nicht gerade darüber reden, dass der eine den anderen besaß und dass diese Beziehung dahingehend nicht an- nein. "Aber, wenn du schon mir gehörst, dann gehöre ich auch dir - oder zumindest mein Herz", gestand der Wolf, der vermutlich jeden Funken von Angst, den er hätte auslösen kann, gerade in den Augen eines schwachen Schafes verlor, das er eher als Beute ansah, als einen Feind.

      Sie standen da, starrten sich an und das für eine ganze Weile - war der Kuss doch fehl am Platz gewesen? Oder waren es die ganzen Neckereien, die schließlich überkochten? Nein, er bildete sich all das nur ein, so wie er es die letzten paar Male getan hatte - Nayantai war sich, zumindest mittlerweile, schon verdammt sicher, dass er die Finger nicht mehr von Rain lassen würde, auch, wenn er es eigentlich sollte und gar nicht erst damit anfangen sollte. Der Wolf fühlte sich so, als wäre er das erste Mal wirklich verliebt - als hätte er keine dummen Regeln, an die er sich halten musste und keine banale Distanz, die es zwischen ihm und seinen Mitmenschen gab, als konnte er hier, wo er Niemand war, er selbst sein. Sich zu verrenken, zu verbiegen und zu verdrehen, nur, damit er gefiel, war nicht nur harte Arbeit, sondern hatte auch an ihm genagt, hatte Spuren hinterlassen, die nicht nur physisch waren. "Also könnte ich, rein theoretisch, mit dir in eine Wanne steigen und baden?", harkte der Wolf nach, der kindliche Verwunderung auf seinem sonst so ernstem Gesicht trug, als würde er gerade etwas hören, das seinen ohnehin positiven Tag in so viel mehr verwandelte. Aber konnte er das überhaupt tun? Die Röte, die Rains Gesicht förmlich übermannte, sagte eines: Nein. Sein Kopf war auch nicht sonderlich davon überzeugt, aber das pochende Herz in seiner Brust sagte, dass er die Gelegenheit sowieso schon beim Schopf gepackt hatte und jetzt - verflucht nochmal - keinen Rückzieher machen sollte. "Du meinst? Das kannst du mir auch nachher erzählen, wenn wir baden - also, soll ich dich dorthin tragen?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Es war unglücklich gewesen, dass Rain so kurz nach der Ankunft des Wolfes krank geworden war und doch hatte es irgendwie dazu beigetragen, dass er sich dem Wolf mehr öffnete, weil er seine Anwesenheit und seine Hilfe wirklich geschätzt hatte, während er krank im Bett gelegen hatte und nur am Rande mitbekommen hatte, dass er da war. Warum er das war, konnte er sich nicht beantworten, aber es war vermutlich auch nicht wichtig. Rain sah in das lächelnde Gesicht des Wolfes, sah in seine Augen für einen ganzen Moment lang und spürte, wie auch das sein Herz höher schlagen ließ, es war seltsam... er kannte das nicht und er wusste nicht, ob er das Gefühl so benennen sollte, wie es ihm in den Sinn kam. Er war jung, naiv und wusste nichts von der Welt, er wusste nicht, konnte nicht wissen, was er eigentlich fühlte. Dieses Mal wich Rain dem Blick des Wolfes auch nicht aus, als er noch einmal wiederholte, dass Rain ihm gehörte, dass er sich darüber freute und dass er auch Rain gehören wollte. Meinte er das so wie er es sagte? Rains Magen fühlte sich komisch an und ein Kribbeln wanderte über seinen Körper, das er nicht auf die Kälte schieben konnte.

      Wie waren sie nur schon wieder in so eine Situation gekommen? Rain wusste nicht, wie viel des Wolfes er glauben konnte. Zog er ihn nur auf? Wollte er ihn einfach mit roten Wangen vor sich sehen und dass er Dinge aussprach, die er als Wahr erachtete, die er aber eigentlich gar nicht sagen sollte? Was wenn Rain ihm sagte, was er dachte, oder was der Wolf hören wollte und dann lachte er ihn einfach nur dafür aus? Würde der Wolf so etwas tun? Rain war unsicher darüber was er fühlte, was er fühlen sollte und was das Richtige war, das Richtige gegenüber seines Volkes, sich selbst und Nayantai, all das... war so verwirrend und die Tatsache, dass er kaum einen klaren Gedanken fassen konnte, ließ ihn unbedacht Dinge ausplappern, die er vielleicht besser nicht gesagt hätte. Der Wolf fragte noch einmal nach, ob es möglich war zu zweit in der Wanne zu sitzen und Rain nickte wahrheitsgemäß, möglich war es auf alle Fälle. Hatte er gerade erneut richtig verstanden? Nachher, wenn sie badeten? Erneut schossen Rain tausend Gedanken in den Kopf, die sich gegenseitig widersprachen, während sein Körper noch einmal ganz andere Signale sendete. Er fühlte sich nicht in der Lage auch nur ein Wort zu sagen und er fühlte sich ebenso nicht in der Lage, den Kopf zu schütteln, auch wenn er es seinem Körper halbherzig befahl. Stattdessen biss er sich auf die Unterlippe, nickte einmal kräftig und ließ anschließend seine Stirn auf Nayantais Schulter sinken. "Mhm.", war das Geräusch, das diese Reaktion begleitete, bevor er sein rotes Gesicht vor Nayantai versteckte und seine Arme um ihn legte. Er glaubte, dass Nayantais Herz auch kräftiger schlug als noch am Morgen, aber... vielleicht bildete er sich das ein. "Ich muss... vermutlich sowieso wieder auf dich aufpassen, damit du nicht wieder halb ertrinkst...", rationalisierte Rain, gab einen Grund dafür, warum er zustimmte, auch wenn sie wohl beide wussten, dass das gelogen war. Was Nayantai widerfahren war war dennoch präsent in Rains Kopf und deshalb rang er sich noch einmal dazu durch den Mund zu öffnen. "Du musst... aber nicht...", murmelte er gegen die Schulter in der er sein Gesicht vergrub.
    • Nayantai glaubte, er würde die Situation nur verkomplizieren, vor allem mit jedem Wort, das er noch von sich gab - aber warum eigentlich? Tat er nicht nur das, was er wollte? Neckte er Rain nicht nur? Nein, es fühlte sich so an, als würde er sich jetzt, wo er über das Anfangsstadium hinausgewachsen war, eigentlich gar keinen Schabernack mehr treiben sondern lediglich versuchen, sich wirklich dem Fürsten anzunähern und sich selbst zu fragen, warum sein Herz so raste und warum er sich selbst so fühlte, als ob ihn die Hitze bereits übermannte. Der Wolf wusste, dass er es gut und gerne übertrieb, aber jetzt hatte er einen Punkt erreicht, an dem es fast unmöglich schien, sein Objekt der Begierde wieder gehen zu lassen - einen Punkt, an dem es ihm nicht einleuchtete, warum er aufhören sollte, sich Rain hinzugeben und wieso es so falsch war, wenn er Glücksgefühle verspürte, welche durch die Reaktionen des Lammes ausgelöst wurden. Was wünschte er sich? Zuneigung? Oder doch einen Kuss? Was auch immer es war, das wusste er nicht - er konnte lediglich und auch nur für sich selbst feststellen, dass es ihn mehr als nur glücklich zu stimmen schien, dass er sein Leben nicht mehr in Einsamkeit fristen musste, sondern eine gewisse Zweisamkeit mit Rain teilen konnte, der sich wohl oder übel nicht immer den wachsamen Augen eines Wolfes stellen wollte.

      Wenn er seine Kleidung jetzt aufhob, eine Decke nahm und sich zumindest irgendwo einen kleinen Proviant zusammensuchen konnte, so wie eine Waffe, dann könnte er eigentlich - mit Rain in den Armen - losrennen und in den Süden reisen, in den sie beide wollten. Das gleisende Sonnenlicht sollte die Kälte aus ihren Knochen davonstehlen, sollte ihnen einen Welt zeigen, die sie beide nicht als die ihre erkennen würde und doch konnte er das hier und jetzt nicht, nein. Wüsste er es nicht besser, so glaubte er, dass die Schritte, die er in Richtung Tür machte, nicht die Richtigen waren - das interessierte ihn aber eigentlich auch nicht, Nayantai wollte sie beide in das Badezimmer bringen, damit sie sich zumindest heißes Wasser über ihre frierenden Körper kippen konnten - stattdessen hatte er es geschafft, Rain dazu zu bringen, dass er scheinen Wortschatz verlor. "Ertrinken? Das kann ich doch gar nicht, wenn du bei mir bist - dann lenkst du mich ohnehin zu sehr ab, als das ich einschlafen könnte", meinte der Wolf noch, als er sich gegen die schwere Holztür drückte, damit er sie öffnen konnte. Hier waren sie einigermaßen ungestört, glaubte er - konnte sich mit Rain vergnügen, so viel er wollte, selbst dann, wenn ... nein, Nayantai würde sich nicht nehmen, was ihm nicht gehörte, wenn man es ihm nicht geben wollte. "Ich will aber - gleich, wie ich dein Gesicht sehen will, das du in meiner Schulter versteckst." Irgendwo konnte er nachvollziehen, wie schrecklich peinlich Rain diese Situation vermutlich war, aber auch er, der sie beide nun in Richtung Bad brachte, konnte die Augen nicht von dem, was ihm umgab, abwenden. "Oder willst du mich nicht mehr ansehen?"
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    • Auch wenn Rain sich versteckte und kein Wort mehr zustande brachte, so bereute er es nicht zugestimmt zu haben und wollte gerne mit dem Wolf hinter der Tür des Badezimmers verschwinden. Er wusste gar nicht wieso und wagte es nicht sich auszumalen wohin das alles noch führen würde, aber er schüttelte die Gedanken ab, ebenso wie diese, die ihm sagten, dass es für die Wölfe vermutlich ganz normal war zusammen zu baden und sich gegenseitig den Rücken zu schrubben, nur in deren Fall vermutlich in einem kalten Bach, oder gleich im Schnee. Wenn Rain in Nayantais Nähe war, dann konnte er kaum anders, als seinem Herzen zu folgen, das alles andere lahm legte, so sehr, dass Rain froh war in Nayantais Armen zu liegen und nicht selbst gehen zu müssen. Würde Nayantai ihn jetzt auf den Boden setzen, so dachte Rain zumindest, würde er nicht stehen können, seine Knie würden sich weich wie Butter anfühlen und einfach versagen.

      "Siehst du...?", murmelte Rain als Antwort und hob seinen Kopf leicht an, als Nayantai sich tatsächlich gegen die Tür drückte und mit Rain im Arm nach draußen trat. Hier war niemand, aber Rain überlegte sich trotzdem eine Ausrede, sollte sie jemand sehen. Es war nicht abwegig, dass Rain aus irgendeinem Grund, wegen seines schwachen Körpers, Hilfe brauchte und der Wolf wollte ihn eben zum Arzt, oder eben ins Bad bringen, weil Rain das so verlangte. Rain war sich sicher, er würde die Situation erklären können und sie wirkte auf andere nach viel weniger, wenn er das tat. Trotzdem war es ihm lieber, wenn sie gleich gar niemand sah. Nayantais Worte drangen an Rains Ohr und er gab sich einen Ruck um sich wieder aufzurichten und ihn anzusehen. "Mm--mm.", schüttelte er den Kopf, schenkte dem Wolf seinen Blick, der viel zu oft fragte, ob Rain ihn nicht ansehen wollte, so wie Rain sich wohl viel zu oft entschuldigte.

      Was machten sie beide da eigentlich? Rain war auf einmal nicht sicher, ob sie sich beide nicht nur überredet hatten etwas zu tun, oder zu überstürzen, was sie gar nicht wollten und andererseits weigerte sich sein Körper das auszusprechen, oder zu erfragen. War es falsch einem Gefühl zu folgen, statt seinem eigenen Kopf? Wenn sie beide nur einsam waren und sich beide etwas Zuneigung wünschten und wenn für sie beide einfach niemand anderes in Reichweite war, na und? Rain fühlte sich gut, wenn er in der Nähe des Wolfes war, wenn er in seinen Armen einschlief und aufwachte, wenn er ihm draußen beim Spielen zusehen konnte und wenn er ihm kleine, für andere unbedeutende, Geschenke machte. Er wollte mehr Zeit mit ihm verbringen, solange er hier war, egal ob nun etwas dahinter steckte, oder ob er sich auch an jeden anderen geklammert hätte. Ein Lächeln zierte seine Lippen, ohne dass er es beabsichtigt hatte und die nächste Tür gegen die der Wolf sich drückte, war die des Badezimmers.
    • Uneigentlich wäre es keine so dumme Idee gewesen, seine eigene Sturheit herunterzuschlucken und sich nicht in diese Situation zu reiten, in der er nun zumindest knietief feststeckte. Was hatte er sich dabei auch gedacht? Übermut war es gewesen, der ihn übermannt hatte und nun - mit Rain seinen Armen - durch den Gang streifen ließ, weil er nach dem Badezimmer suchte. Irgendwie, so glaubte er, hatte er sich dem Lamm schon genug geöffnet, ihm viel zu viel offenbart, das er eigentlich gar nicht wissen sollte und doch lenkte sein Herz ihn in eine andere Richtung, während sein Kopf schrie, dass er endlich aufhören sollte und sich nicht weiterhin, einfach so, alles gefallen lassen sollte, oder versuchen sollte, Rain mit allem zu gefallen, was er tat. Verrenkte er sich nicht schon wieder? Tat er das, weil er Aufmerksamkeit und Zuneigung wollte, oder weil er glaubte, dass das das Richtige war? Nayantai wusste, dass er zu viel dachte - wollte, dass sein Kopf endlich aufhörte, ihm Steine in einen ohnehin unebenen Weg zu legen, aufhörte, bei jeder Bewegung seinerseits zu schreien, er sollte aufhören sollte, endlich die Finger von dem Lamm lassen, das er nicht als sein Eigentum, sondern nicht mehr als ein Stück Fleisch erachten sollte - und doch konnte er sich nicht dazu durchringen, wusste, dass er nicht stark genug dazu war, auf sich selbst - auf die Person, die er weggesperrt hatte - zu hören. Entweder, er ließ jetzt los - wozu er nicht in der Lage war - oder er riss sich später das Herz aus der Brust, kaum schmolz der Schnee - und im Moment wirkte die zweite Option um einiges angenehmer.

      "Ja ja, wir beide sind nur müde und vergeuden unseren Winter wahrscheinlich mit träumen - aber wenn schon, dann besser vom Süden", raunte der Wolf, der nach unten sah und Rain angrinste, als er sich gegen die Badezimmertür drückte und sie öffnete, unbedacht darüber, dass der warme Schwall an Luft ihn schon von vorne herein aus dem Konzept bringen konnte. Auch, wenn er kalt und durchnässt war, war er sich - in dem Moment, als sich die Tür schloss, nicht mehr sicher, ob er hier sein wollte und doch nicht lieber Rain das Bad überlassen sollte. Gab es eines, das einen Wolf ernsthaft krank machte, dann war es vermutlich die Wärme - zumindest dann, wenn er zu viel von ihr verspürte. "Und ich dachte, es wäre gar nicht so warm ...", grummelte er etwas unzufrieden, als er stehenblieb - er konnte Rain schlecht mit seiner Kleidung in die Wanne legen und er konnte schlecht dasselbe tun. "Ich setze dich ab", verkündete der Wolf, als müsste das Lamm in seinen Armen es wissen, damit er bereit war, auf seinen eigenen Beinen zu stehen - Nayantai setzte ihn behutsam auf seinen dürren Beinen vor sich ab und besah sich dessen Hemd, das er alsbald am obersten Knopf anfasste. "Trägst du dieses Ding überhaupt gern?" Irgendwie stieg ihm die Hitze jetzt schon zu Kopf, aber wieso sollte er sich das auch anmerken lassen?
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    • Rain hatte einen großen Teil selbst dazu beigetragen nun mit einem Wolf alleine in einem warmen Badezimmer zu stehen, versuchte auf seinen wackeligen Knien zu stehen und lehnte sich lieber gleich an die kühle Wand hinter sich, ohne es gar zu offensichtlich aussehen lassen zu wollen. Er blickte zu dem großen Wolf auf, der jetzt schon ganz rote Wangen hatte, wobei er sich nicht sicher war, ob das an der Hitze, oder an etwas anderem lag. Er legte seine eigene kühle Hand für einen Moment auf Nayantais Wange. "Es ist zu warm?" Rain mochte die Wärme hier drin, er fror ausnahmsweise mal nicht, auch wenn seine Finger und Füße immer noch kalt waren und es ihm im Wasser sogar noch besser gehen würde. Jedoch traute er sich auch kaum, sich einfach auszuziehen und ins Wasser zu steigen, wieso hatte er sich überhaupt auf diese Situation eingelassen? Vielleicht blieb er einfach nur hier, während der Wolf sich wusch und redete einfach mit ihm. Der Wolf jedoch war fast sofort dabei, seine Hände an Rains Hemd zu legen und dafür zu Sorgen, dass Rains Herz für einen Moment kurz aussetzte.

      "Ich... also... ähm... hm." Ja trug er das Hemd denn gerne? Das konnte man wohl kaum behaupten, aber ohne lief er auch nicht gern herum, zumal ihm eiskalt wäre. "Also... ich bin es gewohnt...? Und es... ist eben üblich. Ich habe auch bequemere Sachen, aber... wenn du bisher bei mir... übernachtet... hast, hast du mir selten die Gelegenheit gegeben mich umzuziehen... und..." Rain blickte zur Seite, er schämte sich ein wenig für seinen schwachen und dürren Körper, der einem Wolf wohl kaum genügen würde... aber was dachte er da, das musste er ja auch nicht. Sie teilten sich schließlich nur das Badewasser, da war nichts dabei, oder redete er sich das nur ein? Was wollte er selbst überhaupt? Sein Blick wanderte wieder zu dem Wolf, dessen Hände er nur aufhielt zu tun, was sie da taten, weil der Wolf einfach kein Freund von Knöpfen war und Rain alleine schneller war. Er legte seine Hand sanft auf Nayantais und schob sie von sich, um die Knöpfe selbst zu öffnen. "Gibt es... bei den Wölfen nur kaltes Wasser...?", fragte er, um keine evidente und peinliche Stille aufkommen zu lassen.