spellbound. (earinor & akira)

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    • Grayson hatte sich, grundsätzlich und ziemlich simpel, mehr von Rain erwartet, obwohl er wusste, dass die wenigen Tricks, die er konnte, nicht viel wert waren. Er lebte nur, weil man es in seinem Leben immer gut mit ihm gemeint hatte und das wusste der Fürst von Lavern, weil er es selbst nur gut mit Rain meinte, oder es sich zumindest einredete, dass er das tat. Womöglich belog er sich aber gerne selbst, nannte sich einen Samariter und seine Gräueltaten Tugenden, obwohl alledem nicht so war. Es war dumm, glaubte er daran, dass er selbst mehr hatte, als ihm der König gab und es war noch viel dümmer, sich selbst einzureden, dass die Wahrheit nur ein Stück von der Lüge entfernt war, die man ihnen allen auftischte. Grayson murrte, als er Rain endlich losließ, aber nicht, weil es ihm so wenig Spaß bereitete, sondern eben deswegen, wie Rain reagierte. "Zwei Peitschenhiebe und du kommst mir vor, als würde ein Dritter wie ein Gnadenstoß für dich sein. Wie langweilig bist du eigentlich?", murrte er, bevor er ein Klopfen an der Tür vernahm. Was zum Teufel sollte das bloß werden? Er hatte darum gebeten, dass man ihn alleine ließ, aber irgendwie hatte das wohl nicht so ganz funktioniert, oder irgendeiner dieser Spatzenhirne hatte vorhin nicht zugehört. "Soldaten sind auch zu nichts zu gebrauchen ... ja!?", fauchte Grayson gegen die Holztür, kaum klopfte er sich den imaginären Dreck von der Kleidung. Wunderbar, dann konnte - wer auch immer es war - gleich Rain davontragen, damit er ihn nicht weiter ansehen musste.

      Beinahe schon lähmend langsam öffnete sich die Tür, stand sperrangelweit offen und Grayson, der sich nicht sicher war, wer sich mit ihm einen Schabernack erlaubte, erkannte keinen - es war zu hell, um sich zu verstecken und keiner wäre so dumm, sich mit ihm einen Scherz zu erlauben, außer er lechzte nach dem Tod durch die Hand seines eigenen Fürsten. Das ihm all das suspekt vorkommen sollte, das war ihm wohl selbst klar, und stattdessen war er wohl auch dumm genug, um einen Schritt an die offene Tür heranzutreten, nur, damit er sie schließen konnte. Vermutlich hätte er doch Umsicht zeigen sollen, denn das Nächste, was er wahrnahm, war ein dumpfer Schmerz in seinem Gesicht und die Tatsache, dass er gerade auf den Boden befördert war. "Was im N-", wollte er gerade noch ausstoßen, da türmte sich auch schon jemand vor ihm auf, den er hier gar nicht erwartete. Er war zu groß, um einer seiner Soldaten zu sein und doch war er, wenn auch nur halbherzig, in die Farben Laverns gehüllt - und nebst dem waren es die schwarzen, langen Haare und der grimmige Gesichtsausdruck, der Grayson selbst panisch werden ließ. "Ich wusste doch, dass Rain dich hier ver-", weiter kam er wohl auch gar nicht, denn der Wolf, der sich vor ihm aufgetürmt hatte, ließ die Tür hinter ihm ins Schloss fallen. Schwert? Fehlanzeige. Peitsche? Außer Reichweite. "Bleib von mir weg, du Biest!", zischte er nur, als er einige Schritte zurückweichen wollte, aber lediglich einen unsanften Tritt kassierte, bevor der Wolf es war, der an seinen braunen Haaren riss und ihn, trotz eigenen Widerstandes, zu seiner Peitsche zerrte. Was war das hier, ein Albtraum? Nun, das wusste er selbst nicht, aber spätestens als der Wolf die Peitsche nahm, sie um seinen Hals festzog und an ihr zog, während er ihn mit einem Bein gen Boden drückte, ging Grayson die Luft aus - er sah Sterne, ehe alles um ihn herum schwarz wurde.

      Nayantai hingegen trat noch einmal gegen den ohnmächtigen Fürsten, bevor er sich sicher war, dass dieser ihm nicht weiter auf die Pelle rückte. "Verfluchte Schafe", zischte er, wohlwissend darüber, dass er hier nicht allein war - aber für sein eigenes Wohl, damit er sich nicht benahm wie ein aufgescheuchtes, rabiates Tier, hatte er bis jetzt den Mund gehalten. Dass der Anblick, das Blut, das von Rains Rücken triefte und allgemein alles, worüber Nayantai nachdenken konnte, nicht gut für ihn war, das wusste er selbst, aber er wusste auch, dass er nicht genug Zeit hatte, um sich länger hier aufzuhalten, als nötig. Deswegen, und vermutlich auch allein deswegen, hob er das Lamm auf, vorsichtig genug, um es nicht an den wunden Stellen zu berühren. "Kannst du dich festhalten?", wollte der Wolf wissen, der Rain am liebsten die Tränen aus den Augen gewischt hätte, aber beide seiner Hände damit beschäftigen musste, ihn überhaupt auf den Beinen zu halten. "Wenn nicht, dann lasse ich mir etwas anderes einfallen." Dass an seiner eigenen Kleidung Blut klebte, das störte ihn gar nicht, viel eher störte es ihn, dass er keine Zeit hatte, diesen Schnösel in der Luft zu zerreißen - aber Rain war wichtiger.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Es tat Rain kein Bisschen leid, dass er Grayson nicht zufrieden stellte, andererseits konnte er auch gar nicht groß darüber nachdenken. Als er los gelassen wurde, landete sein Kopf unsanft auf dem Boden, weil er es selbst nicht mehr schaffte sich irgendwie abzufangen. Wenigstens klopfte es an der Tür, das gab Rain etwas Zeit um zu versuchen sich zu beruhigen, um zu versuchen den Schmerz in seinem Rücken zu ignorieren und seinem Körper zu erklären wie man richtig atmete. Immer wenn er sich gezwungen hatte auszuatmen, sog er die Luft viel zu hastig wieder ein und verschluckte sich beinahe an seiner eigenen Spucke. Rain merkte erst später, das irgendetwas bei der Tür nicht ganz zu stimmen schien, konnte aber nicht sehen was los war. Das erste das Rain sah war einen Teil von Graysons Körper der über den Boden geschliffen wurde. Rain versuchte seinen zitternden Körper dazu zu bewegen sich aufzurichten, bevor er aber dazu kam hörte er bereits eine bekannte Stimme.

      Er konnte nicht glauben was er da hörte und fragte sich für einen Moment ob sein Kopf ihm in seinen letzten Momenten einen Streich spielte, stattdessen aber fühlte er wie sich zwei starke Hände an ihn legten und ihn auf die Beine zogen. Ob er sich festhalten konnte fragte der Wolf? Rain wollte ihn nie wieder los lassen und auch wenn er wusste, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür war, schossen ihm nur noch mehr Tränen in die Augen, dieses Mal jedoch Tränen der Erleichterung. Seine zitternden und dünnen Arme legten sich um den Wolf, mit aller Kraft die er in seinem dürren Körper noch übrig hatte, den Schmerz in seinem Rücken so gut es ging ignorierend. Die Aufregung, Erleichterung und Freude darüber, dass Nayantai wie aus dem Nichts auftauchte um ihn zu retten sorgte beinahe für einen erneuten Mangel an Luft, aber Rain konnte sich gerade noch beruhigen, vor Allem weil er selbst genau wusste, dass keiner von ihnen in Sicherheit war. "Mhm...", antwortete er schließlich bestätigend, brachte aber sonst kein Wort heraus, auch wenn er den Wolf fragen wollte, was er hier machte und was er da an hatte.
    • "Und dabei habe ich dir gesagt, du sollst auf dich aufpassen", seufzte Nayantai, aber nicht unzufrieden darüber, dass Rain nun so aussah, sondern eher deswegen, weil er sich sichtlich kampflos dem Schicksal ergab, an das er selbst gar nicht mehr glauben wollte. Anstatt zu verschwinden, davonzurennen und einen Heimweg zu suchen, hatte er irgendwann die fremde Armee erspäht und ihrem Vorhaben gelauscht - in Wahrheit hatte allerdings das dazu geführt, dass er es nun war, der ihnen hinterher war, auf halbem Wege einen von ihnen auf die falsche Fährte gelockt hatte und nun seine Kleidung trug. Was mit ihm passiert war, das war ihm recht herzlich egal - alles, was Nayantai gerade interessierte, war Rain, dem er zur Beruhigung nicht über den Rücken streichen konnte, weswegen er ihm einfach einen sanften Kuss auf die Stirn drückte, bevor er sich selbst beeilte und nicht länger hierbleiben wollte. Zuerst wäre es wohl nicht dumm, das Blut von Rains Rücken zu schrubben, aber dafür hatten sie keine Zeit, also müsste er ihn warm anziehen und sich später um dieses Malheur kümmern, das er sich selbst zuzuschreiben hatte. "Halt dich fest, ja?", murmelte er nur, bevor er Grayson noch einen eher unsanften Tritt verpasste - vermutlich weil er selbst etwas brauchte, um Frust abzulassen, und dann durch die leeren Gänge spähte, bevor er sich - mitsamt Rain - zu dessen Gemach aufmachte und hinter ihnen die Tür verschloss. Für den Moment brauchte er nicht mehr, vor allem, nachdem er das Lamm auf seinem eigenen Bett absetzte.

      "Kannst du dein Hemd selbst ausziehen?", fragte er plötzlich. Wenn nicht, dann würde er es ihm vom Leibe reißen und die sauberen Fetzen als notdürftigen Verband benutzen, zumindest für den Moment. Während er eben das fragte, begann er, durch Rains Kleiderschrank zu wühlen und notdürftig einige Sachen, aber allem voran die wichtigere Kleidung herauszusuchen und den Rest davon wieder in ihn zu stopfen. Das hieß, er müsste nachher auch noch in seinem eigenen Zimmer vorbeischauen, oder wo auch immer Rain seine Kleidung aufbewahrte. Ob sie dem Arzt noch einen Besuch abstatten konnten? Wohl eher nicht. Vermutlich würde das auch nur dafür sorgen, dass sie andere Leute im Anwesen in Gefahr brachten, aber für den Moment waren diese dummen Soldaten wohl sowieso mit den Wachen Rains abgelenkt. "Wenn nicht, dann helfe ich dir", flüsterte er Rain zu, kaum legte er die frische Kleidung auf dem Bett des Blonden aus. Er freute sich, Rain wiederzusehen und freute sich, ihm zu helfen, aber all das hieß, dass er nicht hierbleiben konnte, das ihnen die Zeit ausging. "Du weißt, dass du nicht hierbleiben kannst und dass ich dich mitnehme, oder?", fragte er schlussendlich, als wäre es nicht ohnehin schon klar gewesen, dass Nayantai keinerlei andere Absichten besaß. Er wischte schlussendlich mit seinem Handrücken ein paar der Tränen aus Rains Gesicht - er selbst wusste, dass die Schmerzen eines Peitschenhiebes unaushaltbar waren, sie brannten sie Feuer, wie lodernde Flammen und bis ebendas verging, dauerte es ewig - und Rain war, noch dazu, Niemand, der eben jenen Dingen jemals standhalten sollte.
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    • Rain konnte nicht viel erwidern und er war sich gerade nicht sicher, ob Nayantai enttäuscht von ihm, weil Rain es zugelassen hatte, dass das hier mit ihm selbst überhaupt passierte, dass Grayson kein einziges Haare gekrümmt wurde bei all dem, erst als Nayantai hier auftauchte, wie ein Held aus einem kitschigen Märchen. Rain wusste, dass Nayantai es nicht gerne hörte wenn Rain sich entschuldigte, besonders wenn es um Dinge wie diese ging, er brachte aber gerade sowieso kein Wort über seine Lippen. Er nickte nur noch einmal und klammerte sich an den Wolf, ohne zu wissen, was ihnen nun bevor stand, mit dem hier hatte er nicht gerechnet, er hatte eigentlich schon mit seinem Leben abgeschlossen, auch wenn sein Körper noch immer nicht aufgeben wollte. Sein Rücken schmerzte, seine Arme zu bewegen tat weh und ihm wurde zunehmend kälter, aber zumindest hatte er Nayantai noch ein Weilchen länger an seiner Seite. Sollte er sterben, dann wenigstens nicht alleine. Er hatte es nicht vor, aber sein Körper war schon unter normalen Umständen zu wenig zu gebrauchen und er wusste sehr wohl, dass er nicht in seinem Anwesen bleiben konnte. Vorerst jedoch bahnte Nayantai sich seinen Weg zu Rains Zimmer und setzte ihn schließlich auf seinem Bett an, auf dem er wohl zum letzten Mal saß.

      Rain sah zu Nayantai auf, als ihm eine Frage gestellt wurde und wusste keine Antwort. Nayantai drehte sich bereits um und durchstöberte den Schrank nach etwas. Rain saß da, seine Hände zu Fäusten geballt während er seinen Körper überreden wollte sich zu bewegen, aber sobald er sich bewegen wollte durchzuckte ihn ein nur noch heftigerer Schmerz. Trotzdem hob er seine zierlichen Hände um die Jacke und das Hemd das er trug aufzuknöpfen, zumindest das konnte er tun. Er konnte seinen Herzschlag hören und er konnte ihn in seinem Rücken pulsieren spüren. Er atmete schwer und zischte als er sich den Stoff von den Schultern streifte, der hinten an seinem Rücken bereits teilweise in der Wunde klebte. Rain war sich nicht sicher ob immer noch Blut heraus quoll, wie tief die Wunden waren und wie schlimm es war. Er wusste nicht wie viel jemand blutete der ausgepeitscht wurde und er warf lieber keinen Blick zurück auf die Matratze auf der er saß. Er wusste auch, dass sie keine Zeit hatten und doch schaffte er es nicht, sich aus seiner Kleidung zu schälen. Nayantai war längst wieder bei ihm angekommen, nahm sich die Zeit ihm ein paar Tränen aus dem Gesicht zu wischen. "Ich... weiß...", krächzte er, unterdrückte ein Schluchzen und schluckte, eher er seine Arme aus den Ärmeln zog und den Stoff mit einem ersticktem Laut von seinem Körper zu ziehen. Er ließ seinen Kopf nach vorne sinken, gegen Nayantai. Was machte man nun mit so einer Wunde? Hatten sie Zeit Rain zu verarzten, oder warfen sie ihm einfach die warme Kleidung über und verschwanden von hier? Nach draußen, in den Schnee, den Rain noch nie zuvor betreten hatte, den er womöglich nie betreten sollte. Nayantai zu sagen er sollte ohne ihn von hier verschwinden war sinnlos, er würde nicht auf ihn hören, also konnte Rain nichts weiter tun als ihm möglichst wenig Arbeit zu machen, solange er eben konnte. Das war wohl der einzige Grund, warum er überhaupt noch aufrecht hier saß und sich nicht auf dem Boden krümmte.
    • Sie hatten keine Zeit, aber Nayantai wollte Rain all die Zeit geben, die er ihm irgendwie ermöglichen konnte - das hier war nicht leicht und eigentlich hatte er auch nicht damit gerechnet, ihn in so einem Zustand vorzufinden. Schließlich musste er allerdings akzeptieren, dass das hier seine Schuld war, weil er nicht schnell genug gewesen war, sondern lieber vorsichtig und nicht vorausgeilt war, weil er glaubte, man würde ihm ohnehin nicht glauben, wenn er hierher kroch und versuchte, sie alle zu warnen, nachdem, was er eigentlich angestellt hatte. Nayantai strich durch das blonde Haar, wusste, dass seine eigenen Hände aufgeschunden und rau waren, aber er wusste auch, dass er sich zumindest um die Wunden Rains kümmern müsste, als sich dieser schlussendlich doch noch aus seiner eigenen Kleidung befreien konnte. Ohne großartig zu warten, oder auf irgendetwas zu hoffen, steckte er Rain zwei seiner Finger in den Mund und griff mit seiner freien Hand nach der aufgerissenen, blutverschmierten Kleidung des Fürsten. "Beiß zu", sprach er nur knapp, bevor er sich selbst in einem Teil des Stoffes verbiss und ihn mit seiner Hand von seinem Gesicht wegriss, um ihn zu zerreißen. Etwas unsanft fuhr er schließlich über Rains Rücken und ließ den Stoff das rote Blut aufsaugen, bevor er den Stoff fallen ließ und einen der Fetzen anstatt seiner eigenen Hand in Rains Mund stopfte. Danach fing er an, ihn mit den restlichen Streifen des Hemdes und des Mantels zu verarzten, damit er zumindest irgendetwas trug, das das Blut aufsog.

      "Rain, wo sind meine Sachen?", fragte er nebenbei, als würde er ohnehin eine Antwort von dem Blonden erwarten. Als auch der Verband hielt, der nicht sonderlich brauchbar war, außer um das Blut davon abzuhalten, in andere Schichten seiner Kleidung zu dringen, fing Nayantai an, Rain anzuziehen, hob seine Arme an und zog ein neues Hemd über sie, ehe er das Gleiche mit noch mehr Kleidung tat und ihm schlussendlich seine Winterkleidung anlegte, die, die der der Wölfe so glich. "Sind sie noch in meinem Zimmer?", wollte er wissen, damit er dem Lamm die Antwort erleichtern konnte, bevor er sich ihm wieder annäherte. Hochheben konnte er ihn noch immer nicht, zumindest nicht so, wie er es wollte, aber ihn wie ein kleines Kind durch die Gegend zu tragen, das wäre vermutlich auch dumm. "Kannst du dich wieder festhalten?", fragte Nayantai, der dem Blonden lieber seinen Rücken offerierte, damit er seine Hände um seinen Hals schlingen konnte und lediglich sein Bauch den Körper des Wolfes berührte. Das hier war Chaos, Nayantai wusste eben so viel, aber so lange Grayson ohnmächtig war und seine Wachen damit beschäftigt waren, die Kinder von Fhaergus zu Paketen zu verschnüren oder ihm und einer Fata Morgana hinterherzujagen, war all das egal. "Wir brauchen eine Karte, Verbandszeug, vermutlich irgendetwas zu essen und ... ich sollte mir vermutlich eine Waffe besorgen, wenn ich von hier bis nach Thria will. Und mir etwas Wärmeres anziehen", gab der Wolf von sich, der - kaum wusste er, dass Rain sich festhielt, auch schon wieder auf dem Weg war.
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    • Rain lehnte sich in die kurze aber sanfte Berührung, wusste aber selbst, dass nichts davon lange andauern würde und dass er Schmerz der sich über seinen Rücken zog nicht so schnell vergehen würde. Die Finger die plötzlich in seinem Mund landeten überraschten ihn, machten ihm aber auch klar auf was er sich nun gleich vorbereiten musste. Seine ohnehin zerrissene Kleidung wurde von Nayantai in noch mehr Einzelteile zerlegt, anschließend zögerte er nicht lange ehe er den Stoff gegen Rains Rücken presste. Rain versuchte einen Aufschrei zu unterdrücken, biss in Nayantais Finger und presste die Augen zusammen. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit die es dauerte, bis Nayantai ihm ein Stück Stoff in den Mund stopfte, das die meisten Geräusche die er machte verschluckte. Es fühlte sich noch einmal so lange an bis Nayantai mit dem fertig war, was er tat. Rains Finger hatten sich inzwischen in die Matratze gekrallt und das Zittern in seinem gesamten Körper wollte nicht aufhören. Am Liebsten hätte er lauthals geschrien, aber er wusste selbst, dass das auch mit dem Stoff in seinem Mund eine schlechte Idee war.

      Mit dem verarzten noch nicht genug, zwängte Nayantai Rain nun in seine Kleidung, während Rain sich nicht in der Lage sah ihm tatsächlich zu antworten. Das Brennen in seinem Rücken raubte ihm im wahrsten Sinne des Wortes den Verstand, er wollte weinen und schreien, während an ihm herum gezerrt wurde, aber er tat nichts davon. Er nickte als er die zweite Frage vernahm, er hatte Nayantais Zimmer nicht angerührt, selbst das Tagebuch war noch dort. Er wollte sich nicht festhalten, sich nicht mehr bewegen, er wollte Nayantai anbrüllen und ihm sagen, dass er ihn einfach nur hier zurück lassen sollte, dass er ihn in Ruhe lassen sollte, am Besten wäre es noch er führte es selbst zu Ende, aber all das sagte er nicht, er nickte lediglich und legte seine arme um Nayantai, stöhnte ihm vermutlich ins Ohr und ließ sich erneut hochheben. "Mhm...", bestätigte erneut, mehr brachte er nicht über seine Lippen, ohne Gefahr zu laufen irgendjemanden in ihre Richtung zu lotsen. Nayantai wusste wo sein eigenes Zimmer war, von all den Räumen die sie aufsuchen wollten war dieser Raum der nächste und dabei brauchte Nayantai Rains Hilfe nicht. Der Blonde konzentrierte sich nur darauf nicht von seinen Schultern zu rutschen und keinen Laut von sich zu geben. Wäre es vielleicht besser gewesen Nayantai hätte all diese Dinge selbst besorgt und wäre dann zurück zu Rain gekommen? Im Moment suchte womöglich noch gar niemand nach ihm. Eine Karte wäre in Rains Arbeitszimmer gewesen, aber es war wohl keine gute Idee dort hin zu gehen, er hatte noch eine alte Karte, dort wo er auch eine Waffe für Nayantai hatte, dort wo er sich vor ein paar Tagen versteckt hatte. Sie war nicht aktuell, aber gut genug, Rain konnte sie aktualisieren, sollte er so lange überleben. Kannte Nayantai den Weg? Das Zimmer des Arztes würde er vielleicht noch finden und sie konnten über die Küche verschwinden, über den Dienstboten Ausgang, eventuell mussten sie über die kleine Mauer klettern, aber Nayantai kannte den Weg nicht.

      Als Nayantai sich seinen Weg zu seinem Zimmer gebahnt hatte und die Tür öffnete, ließ ein leises Quieken Rain seinen Kopf heben, während er schon jetzt halb dabei war von Nayantais Schulter zu rutschen. Sara stand direkt vor ihnen, sah beide an als wäre sie eben ertappt worden, aber sie hatte wohl eher mit einem Soldaten aus Lavern gerechnet. Als sie realisierte wer vor ihr stand, schüttelte sie lediglich den Kopf und löste sich aus ihrer Starre, erst jetzt fiel Rain das Bündel in ihrer Hand auf, sie selbst aber beeilte sich an Nayantai vorbei um die Tür zu schließen und sich schließlich darauf zu besinnen, was sie eigentlich in der Hand hatte. "Deine Kleidung.", erklärte sie Nayantai, nicht sicher ob er sie überhaupt verstand, aber geistesgegenwärtig genug um nicht zu viele Fragen zu stellen, nicht in dieser Situation. Sara wusste von allen am Besten, dass Nayantai Rain nur beschützen und ihm gerade das Leben retten wollte. Sie war nicht sicher wie sie Nayantai, der Rain auf seinem Rücken trug, seine Kleidung nun geben sollte, die sie eigentlich verstecken wollte, bevor ein Soldat sie gefunden hätte und Grund gehabt hätte ihrem Fürsten etwas in die Schuhe zu schieben, aber... offensichtlich war das bereits geschehen. Sie musste selbst schlucken, ihr Herz beruhigen und ganz eindeutig war sie den Tränen nahe. Rain wollte nichts weiter als sie in Sicherheit zu wissen, sie musste hier weg. "Sara--" "Wie kann ich helfen?", fragte sie bestimmt, sie sah beinahe aus wie ihre Mutter, die sich bestimmt auch nicht kampflos ergab und Rain musste einsehen, dass er niemanden von ihnen, weder Sara, noch Nayantai, weg schicken konnte, damit sie sich selbst in Sicherheit brachten.
    • Rain durch die Gegend zu tragen wäre nicht sonderlich leicht, vor allem dann nicht, wenn er nicht wusste, wie sich das Wetter dort draußen verhielt oder wie der Blonde darunter zu leiden hatte, der keinerlei Ahnung davon hatte, was ihn wirklich erwartete. Der Schnee mochte bereits tauen, so viel war klar, aber bis sie Thria erreichten, war eben das ihr geringstes Problem. Nayantai machte sich eher Sorgen darüber, wie er sich um die Wunden an Rains Rücken kümmern sollte, oder wie er mit sich selbst vereinbaren konnte, ihn aus seinem Anwesen zu zerren. Tatsächlich wollte er allerdings nicht davonrennen, hatte einen Entschluss gefasst, der ihn genau so gut umbringen würde, aber wen interessierte das schon? Wenn er starb, dann zumindest an Rains Seite, damit dieser nie wieder alleine war - und genau das wollte keiner von ihnen. Als er nun Hals über Kopf in seinem eigenen Zimmer einfiel und jemanden erhaschte, der sich als Sara herausstellte, war er anfangs nicht ganz sicher, was er tun sollte, aber stattdessen war er ... überrascht. "Kann ich sie haben?", fragte der Wolf etwas unbeholfen in Saras Richtung, der sich etwas anderes überlegen musste, um Rain besser festzuhalten. Sie konnten kein Pferd stehlen, oder doch? Nun, ein Versuch war es wohl wert - und wenn sie es nicht mehr brauchten, dann konnten sie es genau so gut jemandem andrehen, der Geld dafür zahlte, vorausgesetzt, er würde zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aussehen wie ein Wolf - etwas, das unmöglich war.

      Diese Situation war traurig, das wusste Nayantai, aber er hatte sich schon oft genug Hals über Kopf in Dinge gestürzt, aus denen eine Rückkehr nicht garantiert war, dass er selbst nur ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hatte. "Könntest du ...", fing er an, durchsuchte seinen Wortschatz, den Sara auch verstand, um Rain das Reden zu ersparen, während er dessen Herzschlag an seinem Rücken spürte. "Verband und etwas zu essen holen?", erkundigte er sich, während er Rain auf seinem Rücken halten wollte. Momentan waren sie noch sicher, Nayantai könnte die Zeit nutzen, die Sara brauchen würde, um sich umzuziehen und mit der Kleidung aus Lavern eine falsche Fährte für die Soldaten und den Fürsten zu legen, die ihm sicher auf den Fersen waren. Tatsächlich war es aber so, dass er selbst nicht so ganz wusste, wie er all das hier anstellen sollte, sondern nur wusste, wohin er wollte und dass er hier und jetzt nicht so davonrennen konnte, wie er es getan hatte, als Rain es ihm befohlen hatte - er hatte zusätzlichen Ballast und nicht nur sein eigenes Leben, das er einfach verschwenden konnte. "Mehr ... brauche ich nicht", murmelte er, wohlwissend, dass er vermutlich noch den Speer stehlen wollte und nach anderem Hab und Gut suchen konnte, dass sie für ihre Reise brauchten, und doch setzte er Rain nur erneut auf seinem Bett ab. Vielleicht war es doch besser, ihn hierzulassen und dann wieder hierher zu kommen, wenn er alles hatte, dass er brauchte, oder?
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    • "J-ja!", erwiderte Sara, natürlich konnte er die Kleidung haben, nur hatte er gerade alle Hände voll mit Rain zu tun. Sara legte die Kleidung also auf dem Bett an und versuchte dann weiter mit dem Wolf zu kommunizieren, der ihre Sprache nach der kurzen Zeit eigentlich schon ganz gut beherrschte, auch wenn er einen deutlichen Akzent hatte. Sie nickte, verstand was er brauchte und überlegte sich die beste Route, einen Rucksack sollte sie für Nayantai vermutlich auch noch auftreiben und Rain... vielleicht noch ein paar Decken, sofern noch Platz war. Sie kannte das Haus wie ihre Westentasche, immerhin war auch sie hier aufgewachsen, deswegen wusste sie auch, dass ihrem Fürsten eigentlich von klein auf verboten wurde nach draußen zu gehen und dass die Kälte sein Todesurteil bedeutete. Sara wusste aber genau so gut wie Nayantai und Rain, dass hier bleiben keine Option war. "Wir treffen uns in der Küche, dort ist ein Hinterausgang, der führt zum Lager und daneben ist der Stall.", erklärte sie, war allerdings nicht sicher, ob Nayantai verstand und selbst wenn, ob er wusste wo er hin musste. Rain nickte ihr also schwach zu, solange er wach blieb, konnte er Nayantai schon sagen wo er hin musste. Sara warf noch einen kurzen, besorgten Blick auf den Blonden, dann schlich sie sich aus dem Zimmer.

      Als Rain von Nayantais Schultern rutschte und das weiche Bett unter sich fühlte, kippte er fast sofort zur Seite. Der Schmerz breitete sich aus und abgesehen davon fühlte sein Kopf sich viel zu leicht und benebelt an. Es ärgerte ihn, weil er sich sicher war, dass Nayantai ihn selbst dann noch hier heraus schleppen würde, wenn ein Schwert in seiner Brust steckte und auch sein Vater hätte diese Verletzung vermutlich weggesteckt und noch einige der Soldaten da draußen in den Tod gerissen, nur er lag hier, unfähig sich zu bewegen, oder in irgendeiner Weise nützlich zu sein. Wenn sie geschnappt wurden, wenn Nayantai erneut gefangen genommen wurde, dann war es Rains Schuld und er wusste genau, dass er Rain nicht im Stich lassen würde, selbst wenn es seine einzige Chance war. Er war sogar hier her zurück gekommen, an einen Ort an dem er von so vielen Leuten gesucht wurde, um zurück in den Kerker des Königs gesteckt zu werden, dabei hätte er schon längst dabei sein können, über die Berge zu klettern. Rain fasste also einen Entschluss, er konnte es Nayantai nicht noch schwerer machen, als es war, egal ob sein Kopf sich anfühlte als würde er jederzeit von seinen Schultern kugeln, egal ob alles was er sah mit kleinen Sternen gespickt war und seine Augen am Rand seines Sichtfeldes nur Schatten wahr nahmen. Er drückte sich also selbst mit einem Stöhnen zurück in eine sitzende Position. Er glaubte nicht, dass er auch nur einen Schritt machen konnte, aber er konnte sich weiterhin an Nayantai fest halten und ihm sagen, welchen Weg er nehmen sollte. "Mach dir... keine Sorgen...", gab er von sich und merkte selbst, dass das wohl eine ziemlich dumme Aussage war, aber solange sie nicht einiges an Weg zwischen sich und die Soldaten gebracht haben, sollte Nayantai sich lieber auf andere Dinge konzentrieren. "Ich zeige dir wo... wir eine Karte und eine Waffe finden..."
    • "Mhm", gab Nayantai nur vor sich, bevor Sara auch schon wie vom Winde verweht war und er es als seine eigene Aufgabe sah, sich möglichst schnell aus der fremden Kleidung zu schälen, die ohnehin schon mit Blut beschmiert war und die er sich nur halbherzig umgestülpt hatte, weil sie ihm so oder so nicht sonderlich passte. Manchmal verfluchte er es fast, ein Wolf zu sein, aber viel eher war es die Tatsache, dass er hier nichts zu suchen hatte und dieses Land nicht für ihn gemacht war, nichts anderes. Dementsprechend lag es auch nicht fern, dass Nayantai sich einfach zusammenreißen musste und für sich selbst zu akzeptieren hatte, dass es eben so war, wie es war - und dass nichts dergleichen Sinn machen musste. Kaum hatte er die Kleidung des Soldaten aus Lavern abgelegt, fing er an, seine eigene Kleidung - die er verdammt nochmal vermisst hatte - anzuziehen. Das letzte Mal, das sie wirklich ihren Nutzen vollbracht hatte, war auch schon eine ganze Weile her und eigentlich war nur zu hoffen, dass Rains Kleidung ihn auch wärmte, ohne dass Nayantai sich für ihn auch noch ausziehen musste, damit ihm einigermaßen warm wurde. Ein wehleidiger Blick seinerseits fiel auf den müden, erschöpften Blonden, der nur in diesem Zustand war, weil er nicht schneller gewesen war und beinahe so, als wüsste er, dass sie keine Zeit für unnötige Worte hatten, rutschte ihm ein "Es tut mir leid" über die spröden Lippen.

      Nachdem allerdings auch das vollbracht war und Nayantai sich nicht mehr damit herumzuplagen hatte, die Soldatenkleidung in Stofffetzen zu reißen und sie in jedwede Tasche zu stopfen, die seine Kleidung hatte, widmete er sich wieder Rain, der sich selbst dazu zwang, nicht dem heimtückischen Schlaf zu verfallen. "Keine Sorgen? Rain, das ... ist wirklich nicht der richtige Zeitpunkt dafür", seufzte Nayantai, wohlwissend, dass er nicht viel Zeit hatte, um in seiner selbstgebrauten Misere zu versinken, geschweige denn hatten sie Zeit, sich beieinander zu entschuldigen, wie er es vorhin getan hatte. "Mhm, aber überanstreng' dich nicht", meinte der Wolf lediglich. Nachdem er sich selbst sicher war, alles zu haben, was er brauchte, nahm er Rain wieder hoch - wenn er sich mit Sara in der Küche traf, dann wäre es wohl Zeitverschwendung, ihn hierzulassen. Stattdessen bahnte sich Nayantai seinen Weg in das Zimmer, in dem er sich vor ein paar Tagen noch versteckt hatte, indem all die Dinge den Bach hinuntergingen, die er eigentlich akzeptieren wollte - einfach nur deswegen, weil er einen Traum gehabt hatte, der Dinge in ihm auslöste, die widerlich waren. Der Speer war schneller gefunden als gedacht, aber die Karte selbst bereitete Nayantai Kopfschmerzen, auch, wenn er Rain eben deswegen nicht auf die Pelle rücken wollte, sondern suchte, bis er sie fand. "Brauchen wir noch etwas?", fragte er schließlich, unwissend darüber, wie viel Zeit sie wirklich noch hatten.
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    • Rain sah zu Nayantai auf, überrascht und verwirrt, aber er schüttelte den Kopf. Wieso entschuldigte sich der Wolf? Er hatte mit all dem nichts zu tun, er hatte Rain nicht ausgepeitscht, im Gegenteil, er hatte ihn gerettet, er war eigentlich immer noch dabei sein Leben zu schützen, obwohl er keinen Grund dazu hatte. Er hätte schon längst in Sicherheit sein können, stattdessen war er an einen Ort zurück gekehrt, von dem er verjagt wurde und an dem es auch ohne die fremden Soldaten, die ihn zurück zum König schleifen wollten, gefährlich gewesen wäre. Nayantai war auch nicht derjenige gewesen, der freiwillig nach Fhaergus gekommen war, Rains Vater hatte ihn hier her gebracht und damit etwas los getreten, mit dem keiner gerechnet hatte, aber auch das war nicht wichtig. So oder so hatte der König das Haus Fhaergus loswerden wollen, Nayantai war nur ein Mittel zum Zweck, eine Ausrede um seine Taten zu rechtfertigen, obwohl er es war, der auch Rains Vater bereits in den Tod geschickt hatte und der es nicht einmal schätzte, dass der Eber aus Fhaergus dem Befehl ohne Widerworte gefolgt war.

      "Ich meine... du kannst dir... später Sorgen machen...", murmelte Rain, zu Sprechen schmerzte nicht oder dergleichen, eigentlich war es sogar sehr hilfreich um wach zu bleiben, er hatte nur Angst zu viel Lärm zu machen, sobald er den Mund öffnete, sollte eine erneute Welle des Schmerzes über ihn herein brechen. Wie hatte Nayantai das ausgehalten? Rain schüttelte leicht den Kopf, Überanstrengung oder nicht, solange sie nicht ein gutes Stück Weg hinter sich gebracht hatten, musste Rain sich eben zusammen reißen, auch wenn sein Körper der von Haus aus ständig am auseinander brechen war, nun viel mehr zu ertragen hatte, als er sollte. Solange Nayantai Rain keine lange Pause gönnte, würde das Adrenalin allerdings schon dafür sorgen, dass Rain nicht zusammen brach. Rain schlang erneut seine Arme um den Wolf, hielt sich fest und stützte seinen Kopf auf Nayantais Schulter. Er deutete ihm den Weg und schließlich kamen sie in dem Zimmer an, in dem Nayantai eine Waffe fand. Er suchte eine Weile nach der veralteten Karte, deren Grenzen nicht mehr stimmten, aber an der Grenze zu Wezette hatte sich nichts geändert und diesen Weg würde Nayantai nehmen müssen. Alster war zu gefährlich und wenn Rain tatsächlich überleben sollte und Nayantai nach Thria begleitete, dann war Alster doppelt gefährlich. Darragh von Alster hasste die Wölfe, wusste er, dass sich einer in seinem Land befand, dann würde er wohl keinen Stein auf dem anderen lassen. Caelan hatte zwar engen Kontakt zu ihm, aber Darragh hatte Laverns Truppen passieren lassen, er hatte Fhaergus nicht gewarnt, also konnte Rain wohl auch keine Hilfe von ihm erwarten, da lagen die Karten in Wezette schon besser. Wezette würde sich nicht gegen den Befehl des Königs stellen, sie hatten aber auch keine Kapazitäten um nach irgendjemandem zu suchen und die Grenzen waten weitaus weniger sicher, als die in Alster. Vorerst aber mussten sie aus dem Anwesen heraus.

      Eine Waffe, eine Karte, Lebensmittel und Verbandszeug, Rain fiel auch nichts ein das sie sonst noch brauchen könnten und schüttelte deshalb den Kopf. Sie konnten sich auf den Weg zur Küche machen, wo Sara hoffentlich mit einer gepackten Tasche auf sie wartete. Das tat sie auch und würde Nayantai später überprüfen was sich darin befand, würde er drei Decken, etwas getrocknetes Fleisch, Wurzeln und Kartoffeln, sowie Verbandszeug und Alkohol zur Wundbehandlung finden. Mit dem Rest den sie hätte im Zimmer des Arztes finden können, kannte sie sich nicht aus, Nayantai vermutlich noch weniger und Rain auch nicht, weshalb sie nichts davon eingepackt hatte, am Ende hätte es vielleicht nur geschadet. Was sie Nayantai noch zeigte war eine weitere Karte, diese zeigte aber nur Fhaergus, genauer gesagt zeigte sie die Minen und Schächte in den Bergen. "Vielleicht hilft euch das, die Pässe könnt ihr nicht nehmen.", erklärte sie Nayantai, sah aber auch zu Rain, weil sie nicht sicher war, wie viel Nayantai von dem verstand was er sich da gerade ansah. Sara rollte die Karte vorerst zusammen und packte sie ebenfalls in die Tasche, dann überreichte sie sie Nayantai. "Die meisten Soldaten sind los gezogen um Euch zu suchen.", erklärte sie an Nayantai gerichtet, soweit sie wusste hatte noch niemand bemerkt, dass Rain weg war. "Ich lenke sie am Haupttor ab, damit ihr hinten raus könnt. Ich zeige euch den Weg zum Stall.", flüsterte sie, aber Rain war mit diesem Plan nicht einverstanden. "Sara--" "Das Wichtigste ist, dass Ihr überlebt. Macht Euch keine Sorgen um mich." Wie sollte er nicht? Am Liebsten hätte er nach ihrem Arm gegriffen und ihr gesagt, dass sie doch lieber mit ihnen kommen sollte, oder sich zumindest verstecken sollte, bis sie es in die Stadt schaffen konnte. Rain hatte keine Ahnung was mit denen geschehen würden, die genau wussten was hier passiert war, die wussten, dass Rain nicht tragischer Weise einer Krankheit erlegen war, so wie Grayson es verkaufen wollte.
    • "Ich glaube nicht, dass das funktioniert", seufzte Nayantai und schüttelte seinen Kopf. Seine Sorgen hinten anzustellen, das hatte noch nie funktioniert und nur weil Rain darum bat, würde sich auch absolut nichts daran ändern, zumindest glaubte er das. Viel wichtiger war momentan jedoch, dass sie von hier verschwanden und noch viel besser wäre es, hätten sie erst anderen Boden unter den Füßen und Nayantai irgendeine Ahnung von dem Weg, der sie nach Thria führen sollte. Das Rain nicht sehr hilfreich wäre, allem voran weil er sich eher ausruhen sollte, als sich selbst damit wehzutun, wachzubleiben, das wusste der Wolf gut genug - aber was stellte er nur mit ihm an, sobald er wirklich krank wurde? Das wusste selbst der Wolf nicht, aber er hatte auch keine Zeit all das hier zu überdenken. Kam der Schnösel erst zu sich, dann wurde ihnen die Hölle heiß gemacht und er hatte mehr als nur ein Problem, weil es durchaus offensichtlich sein würde, wer sie waren, geschweige denn wäre es für sie leicht, sich einfach inmitten der Menschen dieses Landes zu verstecken. Ein zierliches, kränkliches Schaf und ein großer, mit schlechtem Temperament gesegneter Wolf stach aus der Menge, vor allem in Fhaergus - da würde auch eine Verschleierung ihrer Identität nicht reichen, um sich aus der Affäre zu ziehen. Nayantais Augen wanderten über die Karte, die Sara ihm präsentierte und über die unleserlichen Worte, die er allerdings zumindest verbal zu verstehen bekam. Der Wolf konnte Karten lesen, aber wenn er die Schrift der Schafe zu entziffern hatte, dann würde er sich dabei wohl ein Bein ausreißen müssen - und leider war das gerade keine Option.

      Auch, wenn er nicht ganz verstand, nickte er Sara an - er wollte nicht unnötige Zeit mit ihren Sprachbarrieren vergeuden, er wollte nicht wissen, ob sie überhaupt Zeit dafür hatten und viel eher wollte er nicht, dass man sie dabei erwischte und Sara dann auch noch bezichtigte, ihnen geholfen zu haben. Als er Sack und Pack entgegennahm, wurde ihm klar, dass all das hier nur seine Reise erschweren würde, dass er sich wohl oder übel eines der Pferde nehmen musste - ansonsten war seine Flucht auf dem Fußweg keine, die sich rentierte. Davonrennen, das war eigentlich nicht seine Art, aber jetzt hatte er keine andere Wahl als eben das zu tun, als Sara zu folgen und schlussendlich einzusehen, dass sie alle anderen Optionen ausgeschöpft hatten. Etwas, das Nayantai jedoch noch immer wie ein Stein im Magen saß war die Tatsache der Ungewissheit, das Unverständnis darüber, das alles, mit dem er zu tun hatte, den Bach herunterging. Nayantai wollte nicht, dass ausgerechnet wegen ihm noch mehr Leute starben, die eigentlich gar nichts mit ihm zu tun hatten und doch war es Sara, die wohl eher für Rain ihre Hand ins Feuer legte. "Danke ... und ... pass auf dich auf, ja?" Nicht, dass Sara verstehen konnte, was er da von sich gab, aber sie hatten ohnehin keine Zeit. Den Sattel und das Zaumzeug musste er dennoch befestigen und sobald das getan war, stand zwischen ihnen nicht mehr viel außer ein Tor. "Rain, du weißt, dass ... ach, was. Halt dich einfach fest, ja?", befahl der Wolf, der das Lamm zuerst auf den Sattel setzte, ehe er sich selbst erlaubte, vor ihm Platz zu nehmen. Wenn das Leben des Lammes bis jetzt eigentlich in glatten Wellen verlief, dann würde es in sekundenschnelle holpriger werden, als es ihm lieb war - vor allem jetzt, wo diese Welt ohnehin dem Untergang geweiht war. Wohin also, wenn nicht nach Westen? "Bereit?", fragte er lediglich, bevor er das Tor des Stalles aufstieß - das hier war und würde immer eine grenzdebile Idee bleiben.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain fühlte sich machtlos, er war es genau genommen auch und er hatte nicht einmal Zeit sich darauf vorzubereiten das Anwesen zu verlassen, das er niemals hätte verlassen sollen. Als der Wolf Sara wie selbstverständlich aus dem Hintereingang folgte, um den kurzen Weg zum Stall hinüber zu machen, hielt Rain unbewusst die Luft an und atmete erst wieder ein, als sie im Stall angekommen waren. Natürlich war das unsinnig, er konnte nicht den ganzen Weg bis nach Thria die Luft anhalten, aber dennoch wagte er es nicht sich der Welt da draußen einfach zu entblößen. Sara und Nayantai hatten keine Zeit sich um ihn zu Sorgen, darüber, dass er gerade zum ersten Mal diese vier Wände verlassen hatte, darüber, dass er nicht wusste was auf ihn zukommen würde. Die kalte Luft stieß Rain ins Gesicht, der Rest seines Körpers war warm in seiner Kleidung verpackt, zumindest das half im Moment noch. Er stellte fest, dass er noch lebte, dass er nicht einfach tot umfiel, nur weil er das Haus verlassen hatte, aber wenn ihn die Welt da draußen umbrachte, dann wohl nicht sofort und sein Körper war ohnehin schon geschwächt, durch die klaffende Wunde an seinem Rücken.

      Im Stall angekommen konnte er ebenfalls nicht viel tun, außer dabei zuzusehen wie Nayantai und Sara das Pferd vorbereiteten. Diese kurze Pause in der er sich nirgends festhalten musste tat ihm nicht gut. Ihm wurde kalt, auch wenn er nicht glaubte, dass es an der Luft lag, sondern vielmehr schien sich die kälte von innen heraus auszubreiten. Am Liebsten hätte er sich einfach irgendwo hingelegt, oder sich zumindest an die hölzerne Stalltür gelehnt, aber jegliche Berührung seines Rückens ließ ihn zusammen zucken. Der erdige und dreckige Boden machte ihn nervös, als ob er sterben könnte, wenn er seine Finger danach ausstreckte, aber es dauerte ohnehin nicht lange, bis Nayantai ihn wie ein Kind auf das Pferd hob und Rain sich zum ersten Mal einem so großen Tier gegenüber sah. Er hatte kaum Zeit sich damit zu beschäftigen, Nayantai schwang sich ebenfalls auf den Sattel und wie er es verlangte, hielt er sich einfach nur fest. Seine inger krallten sich an dem Stoff von Nayantais Kleidung fest, seinen Kopf drückte er gegen seinen Rücken. Er hatte keine Ahnung was Nayantai ihm hatte sagen wollen, bevor er ihm sagte er solle sich fest halten, er wusste nichts von der Welt hier draußen und er hatte keine Ahnung von Pferden, oder dem Reiten. Rain war nicht bereit, aber er hatte keine Wahl, also tat er zumindest so als wäre er es. Als das Tor aufgestoßen wurde, hielt Nayantai das meiste des kalten Windes ohnehin von Rain fern. Es schneite, das half ihnen vielleicht? Konnten sie überhaupt auf einem Pferd entkommen, mussten die Soldaten nicht nur den Spuren folgen? Was wusste Rain schon davon... Wo war Sara? Er wusste es nicht, sie wollte die Soldaten ablenken. Nayantai sorgte dafür, dass das Pferd sich in Bewegung setzte. Das Schaukeln und Ruckeln nahm Rain für einen Moment die Luft, bei jedem Schritt den das Pferd machte breitete sich eine Welle des Schmerzes von Rains Rücken aus, die sich bis in seine Fingerspitzen zog, die es ihm schwer machten zu atmen und sich weiterhin festzuhalten, aber sich festzuhalten war alles was er tun musste, nicht wahr? Also tat er genau das, fokussierte sich nur darauf. Er wusste nicht wie lange, er wusste nicht wie viel Weg sie hinter sich brachten, ob sie verfolgt wurden, oder nicht. Er hatte das Anwesen endlich einmal verlassen, aber er konnte sich Fhaergus nicht ansehen, selbst als er seinen Kopf zur Seite neigte und die vorbeiziehende Landschaft betrachten wollte, sah er nichts weiter als Schatten die vor seinen Augen umher huschten. "Nayantai...", krächzte er noch, nach Minuten, oder Stunden, als er merkte, dass die Kraft seine Arme verließ, dass die Finger die sich eben noch an Nayantai festhielten an Stärke verloren und das Adrenalin und jegliche Kraftreserve in seinem Körper aufgebraucht war.
    • Komisch fühlte es sich allemal an, einfach frei zu sein - Nayantai rannte davon, wusste nicht wirklich wohin - wie weit trug sie ein Pferd nach Westen und sie lange konnte Rain sich an ihm festklammern? Wie lange dauerte es, bis sie beide an einem Punkt angelangt waren, an welchem sie sich getrost ausruhen konnten? All diese Fragen konnte sich der Wolf selbst nicht beantworten, er wusste nur, dass das Anwesen hinter ihm immer kleiner wurde, bis es schlussendlich am Horizont, im wirbelnden Schnee verschwand und er selbst nicht mehr so genau wusste, ob Rain der Kälte überhaupt trotzen konnte. Es wäre besser gewesen, wäre all das hier passiert, wenn es wärmer war, aber für den Moment musste er nicht mehr tun, als einen Fetzen gelbweißer Kleidung vom Wind verwehen zu lassen, in eine komplett andere Richtung, aus der sie gekommen waren und in die sie gehen würden. Das würde wohl reichen, um neugierige Soldaten auf die falsche Fährte zu locken, die sie ohnehin nicht aufnehmen sollten. Hatte Nayantai Glück, dann würde der fallende Schnee auf dafür sorgen, dass die Hufspuren des Pferdes verschwanden. Aber was dann? Mehr, als die Option nach einer Hütte oder einer Höhle zu suchen, hatten die beiden ohnehin nicht. Er hatte Rain noch immer zu verarzten, sich seiner Wunden zu besehen und würde er das hier machen, an hier draußen, dann würde ihm ebendas zum Verhängnis werden. Genug Materialien für ein Zelt hatten sie nicht, also ... was dann?

      Wie lang er nach Westen ritt, das konnte er ohnehin nicht abzählen, aber die kalte Luft fühlte sich so vertraut an, als sie ihm in sein Gesicht peitschte und ihn daran erinnerte, dass sein Aufenthalt im Kerker des Königs und in den warmen Gemächern Rains ihn nur verzogen hatte und ihm aufzeigte, dass man nicht jeder Naturgewalt zu trotzen hatte - und dennoch tat er es, auch, wenn er wusste, dass sie ohnehin schlechte Karten hatten. "Hm?", fragte er, kaum hörte er seinen Namen durch den Wind hindurch und blieb instinktiv stehen, hier draußen, im weißen nirgendwo, wo es höchstens einen verschneiten Walt gab, oder eine Einbuchtung in einer Steinkluft, die sie verwenden konnten. Das hier war keinenfalls angenehm für irgendeinen der Beteiligten, aber bevor Rain ihm vom Pferd fiel, hielt er lieber inne und besah sich der Situation, in der sie sich befanden - in Rains Fall wäre es besser, nach einer Hütte zu suchen, aber das hieß, dass sie leichter auffielen, was dementsprechend hieß, sie würden sich mit einer Höhle zu begnügen haben, fanden sie denn überhaupt eine. Bestenfalls hätte er seine Energie dafür aufgewendet, ihnen irgendetwas zusammenzuschustern, aber Nayantai hatte weder genug Stoff, um daraus ein Zelt zu bauen, noch genug Eis und Schnee, um daraus eine Behausung zu errichten. Eher instinktiv griff er nach Rains Händen, damit er sie zwingen konnte, dort zu bleiben, wo sie waren und zu verhindern, dass das Lamm vom Pferd fiel - aber mehr als das konnte er auch gerade nicht tun, als er seine Optionen überdachte. Wäre Rain nicht ausgepeitscht worden, wäre es wohl leichter, sich um all das hier zu kümmern - aber immerhin konnten sie nicht stehenbleiben, also zwang Nayantai ihr Pferd dazu, wenigstens im Schritttempo weiterzugehen. "Nicht mehr lange", entgegnete er dem Lamm stattdessen. Was zum Teufel sollte er hier draußen auch finden? Nicht, dass er eine Ahnung hatte, als er das Pferd in den Wald lotste - irgendwo musste es hier doch einen brauchbaren Unterschlupf geben, oder?
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    • Wäre Nayantai alleine gewesen, dann wäre es wohl leichter für ihn. Er konnte das Pferd antreiben, so lange wie es ihn tragen konnte, konnte eventuell sogar die Nacht durchreiten, aber Rain war sich nicht sicher, ob er das aushalten würde. Alles tat ihm weh, nicht nur mehr sein Rücken, auch seine Arme und Finger, die mittlerweile wohl eiskalt waren, kälter noch als sonst. Sein Kopf tat weh, ebenso wie sein Nacken, für den er keine Kraft mehr aufbringen konnte, um ihn selbst zu halten und so würde er durch das ständige auf und ab herum gewirbelt. Ihm war kalt, überall und er war nicht sicher ob es an dem eisigen Wind lag, dem Schnee, oder an seinen Verletzungen und der fehlenden Kraft in seinem Körper. Er wollte nicht jammern, wollte keine Last sein, oder zumindest so wenig Probleme wie möglich bereiten, also behielt er all das für sich, Nayantai konnte ohnehin nicht viel daran ändern. Schließlich musste der Wolf Rain auch noch festhalten, damit er ihm nicht vom Pferd in den Schnee rutschte und sich im schlimmsten Fall dabei noch den Schädel aufschlug. Rain war froh darüber, dass sein Geist dabei war ihm zu entgleiten, dass er genug damit zu tun hatte wach zu bleiben, statt sich noch auf all die Sachen zu konzentrieren die schief gehen konnten, auf all die Gefahren und auf das was passiert war. All das würde wohl erst über ihn herein brechen, wenn er einen Moment der Ruhe hatte.

      Das Pferd wurde langsamer, das Schaukeln auch. War es schlau halt zu machen? Wie spät war es überhaupt? Wie lange waren sie schon geritten? Vermutlich waren sie noch nicht am Fuß der Berge angekommen, also half auch die Karte die Sara ihnen noch besorgt hatte wenig. Wenn sie die Berge erst einmal erreicht hatten, dann konnten sie sich aber vielleicht in einem alten Minenschacht verstecken, um Schutz vor dem Wind zu suchen. Alle Ideen die Rain für die Reise hatte kamen aber gänzlich aus Büchern und er wusste nicht, ob dieses Wissen in der Realität überhaupt anwendbar war. Sara wusste es allerdings vermutlich besser und hatte bestimmt an so einiges gedacht, als sie die Tasche gepackt hatte, sofern die Zeit es erlaubt hatte. Für den Moment konnte Rain ohnehin nichts tun, außer sich auf die warme Hand zu konzentrieren, die seine Arme festhielt. Schließlich jedoch entglitt ihm auch das, alles um ihn herum wurde dumpf, dunkel und fühlte sich weit weg an. Immerhin ließ auch der Schmerz nach, als er langsam das Bewusstsein verlor und Nayantai wirklich vom Pferd geplumpst wäre, hätte er ihn nicht fest gehalten.
    • Prädestiniert dazu, sein Leben lang zu leiden und nicht mehr über sich selbst zu wissen als grobe Eckdaten, das war keiner von ihnen - und doch wirkte es so, als würde es wenig Sinn machen, sich von dieser Welt noch weiter bezirzen und hinters Licht führen zu lassen. Nayantai hatte keine großartige Ahnung von Fhaergus, oder der Geografie des Landes - er wusste, dass es in Thria nichts gab, das ihnen ein sicheres Dach über dem Kopf wäre, aber er wusste genau so gut, dass Fhaergus und Adrestia selbst anders als seine durchaus immer verschneite Heimat war. Er wollte nicht mehr, war selbst müde und doch biss er die Zähne zusammen, weil er wusste, dass sie selbst jetzt nicht stehenbleiben konnten und weil es so viel einfacher war, sich seinen inneren Dämonen zu stellen, wenn man ausgeruht war. Für einen Moment überlegte er, aber auch der Umweg durch den Wald zeigte ihm keine Resultate, wofür Nayantai sich selbst verfluchen konnte - eigentlich hatte er mit der schäbigen Hütte eines Jägers gerechnet, oder zumindest irgendetwas, in dem er für einen Moment verschnaufen konnte, aber alles, was ihm übrig blieb, war, den Fuß des Berges zu erklimmen und Rain festzuhalten, nachdem sich dieser mehr anfühlte, wie ein Sack Kartoffeln, als zuvor. Der Wolf verübelte es dem Lamm nicht - weder war er das kalte Wetter gewohnt, noch die Wunden, die all seine Kraft aufbrauchten. Irgendwie war er froh darüber, nicht derjenige zu sein, der ausgepeitscht wurde, andererseits glaubte er, dass er es eher wegstecken konnte als jemand wie Rain.

      Nayantai selbst glaubte, er wurde verrückt, als er nach einem Unterschlupf suchte, den er alsbald fand - es war tatsächlich der Eingang zu einer Höhle, eventuell sogar zu einem Mienenschacht, aber das wollte der Wolf nicht hinterfragen, so lange besagte, marode Höhle leer war. Bevor er noch hinterfragen konnte, was genau es war, das er wollte, stöberte er ins Innere und sobald er sich sicher war, dass sie alleine auf dieser Anhöhe waren, stieg er von dem Pferd ab und hob Rain mit sich herunter, als bliebe ihm ohnehin nichts anderes übrig. Wasser wäre gut, aber wenn es hier draußen so kalt war, dann wäre es wohl fatal, das Blut von Rains Rücken zu waschen - weswegen der Wolf sich gezwungen sah, seine Zähne und eine Hand dazu zu verwenden, um sich selbst zu helfen, bis er Rain ablegen konnte. Leichter gesagt als getan, als er eine der Decken herauszerrte, die Sara ihm überlassen hatte, um sie am Boden auf zu breiten und Rain so sanft wie möglich darauf abzulegen - natürlich nicht auf seinem Rücken, Nayantai wollte eben jenes Desaster nicht heraufbeschwören. Das nächste Problem, das sich ihm stellte, war die Kälte, die nicht nur ihn heimsuchte, sondern auch den Blonden - also brauchten sie Feuer, dafür brauchte er allerdings Holz und eben das konnte er erst holen, wenn er sich sicher war, dass sich die Eiseskälte nicht durch Rains Körper fraß. Eher unbeholfen holte er die zweite der drei Decken heraus und legte sie über das Lamm, rieb die kalten Hände in den seinen und bevor er großartig überlegen konnte war er derjenige, der aus der Höhle rannte, jedwedes Gestrüpp vom Boden riss, das er finden konnte und dann auch noch Äste von einem nahegelegenen Baum einsammelte oder abriss, was auch immer seine müden Finger gerade erlaubten.

      Es dauerte doch ein paar Minuten, bis er seinen Weg zurückfand und es dauerte, bis ein Feuer aus zwei der Äste entstand, die er zuvor mit einem Messer angespitzt hatte - immerhin hatte er den Soldaten aus Lavern nicht umsonst ausgenommen. Erst, als das Feuer brannte und er jedwedes Gestrüpp und Laub und Gezweig, das er mit sich genommen hatte, als Feuerholz verwenden konnte, kroch er zu Rain, dessen Deckenbett er etwas näher an das Feuer zog. Nayantai wusste, dass er so wohl kaum Wärme übertragen konnte, weswegen er auch noch die dritte Decke holte, die Sara ihm überlassen hatte und zumindest das Oberteil seiner eigenen Kleidung öffnete und sich die Decke umlegte, damit er Rain gegen seinen Körper drücken konnte - und erst jetzt hatte er Zeit, durchzuatmen und den Schnee anzustarren, der vor dem Eingang dieser Höhle zu Boden fiel. Selbst er war irgendwo erschöpft, aber wenn er die ganze Nacht so verbringen müsste, dann war ihm auch das egal.
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    • Als Rain die Augen aufschlug, wusste er im ersten Moment nicht wo er war, aber der brennende Schmerz in seinem Rücken erinnerte ihn schnell daran, was passiert war. Fast schon erschrocken sog er die Luft ein, begann zu husten und drückte den warmen Körper vor sich von sich um an mehr Sauerstoff zu gelangen, obwohl seine zitterten Hände das kaum schafften. Am Liebsten hätte er sich auf den Rücken gerollt, aber das schien keine gute Idee. Auch wenn er sich erinnern konnte, was im Anwesen passiert war, so wusste er immer noch nicht wo er war, wie viel Zeit vergangen war und was eigentlich los war. Zumindest erkannte er recht bald, dass Nayantai bei ihm lag und das allein war schon Mal ein gutes Zeichen, nicht wahr? Wie es sein konnte, dass er noch am Leben war, war eine andere Frage. Der brennende Schmerz lenkte ihn außerdem von vielem ab, das noch in seinem Körper vorging. Ihm war kalt und er hatte noch nie eine Nacht nicht in seinem weichen Bett verbracht, weswegen ihm auch so ziemlich der gesamte Rest seines Körpers weh tat, aber die körperlichen Schmerzen waren gar nicht das Schlimmste.

      Im Bruchteil einer Sekunde erinnerte sein Gehirn in daran, was im Anwesen passiert war, bevor Nayantai ihn gerettet und fort gebracht hatte. Rains Vater war tot, in Thria gefallen, aber im Grunde ermordet von seinem König, in die eisige Kälte geschickt in dem Wissen, dass er es nicht überleben würde, das kein Schaf einen Winter und schon gar keinen Kampf zu dieser Jahreszeit in Thria überleben konnte. In den wenigen Tagen, oder Wochen in denen Rain also der rechtmäßige Erbe des Thrones von Fhaergus gewesen war, hatte er gar nicht gemerkt, dass eine Armee vor seiner Tür stand und dass seine Verbündeten ihn verraten hatten. Man hatte ihm sein Land entrissen und Grayson würde seine Bevölkerung schuften lassen, damit er in der Gunst des Königs steigen konnte. Wer wusste schon was mit denen passierte, die die Invasion miterlebt hatten, er wusste nicht einmal ob Sara noch lebte und alles in Allem, hatte er sein Volk und seine Heimat betrogen, weil er schlicht und einfach zu dumm, naiv und schwach gewesen war, um all die Menschen zu beschützen, für die er eigentlich verantwortlich gewesen war. All das strömte auf ihn ein, in dem Moment in dem er seinen ersten klaren Gedanken fassen konnte. Schluchzend sog er Luft in seine Lunge und seine Finger klammerten sich an den Wolf, dem Einzigen der ihm scheinbar noch geblieben war, während die Tränen in Strömen seine Wangen hinunter kullerten.
    • Nayantai selbst wollte eigentlich nicht mehr, hatte schon vor viel zu langer Zeit aufgegeben und doch saß er nun da, mit dem Rücken an eine Wand aus Dreck und Gestein gelehnt und hatte so dort gesessen, bis auch ihn der Schlaf heimsuchte. Davonrennen, das kannte der Wolf nicht und doch schien er es sein ganzes Leben über perfektioniert zu haben. Irgendwann, auch wenn er dem Feuer genug gegeben hatte, um zu überleben, versiegte auch dieses und am nächsten Morgen blieb nicht mehr als rauchende Glut zurück und das Wissen, dass die Kälte in seiner Brust pochte, schon bevor Rain sich von ihm lösen konnte. Ein schöner Traum, den hätte er gerne gehabt, aber stattdessen wurde er daran erinnert, dass er sich endlich auf dem Heimweg befand - auf den Weg in ein Land, dass keinen Kronprinzen mehr hatte und ihn vermutlich auch gar nicht mehr als solches akzeptieren würde. Was würden sie von Rain halten, einem schwächlichem Schaf, das vermutlich nicht einmal gut genug dafür war, einfache Hausarbeiten zu erledigen? Nayantai wusste es nicht, wollte es aber auch gar nicht wissen, denn in erster Linie reichte es, nach Hause zu kommen und als Prinz zu akzeptiert werden, alles andere waren Lappalien - nebst Rains Leben, das es zu erhalten galt und das vermutlich nicht der einzige Dorn in seiner Seite auf dieser Reise wäre. Was wusste er schon, wie weit ihn seine Füße trugen und was wusste er schon, wie schnell und weit er kam?

      Ein Schluchzen war es, das ihn aus dem Konzept riss und in die Farben der Realität tauchte, die ihn langsam seine Augen aufschlugen lassen und seine instinktive Reaktion war, Rain über den Hinterkopf zu streichen und ihn weinen zu lassen, zumindest eine ganze Weile lang, bis selbst Nayantai seiner jetzigen Position müde wurde. "Es wird alles wieder gut", nuschelte er, noch halb verschlafen, bevor er die Tränen aus dem Gesicht des Lammes wischte. So kannte er Rain nicht, aber zugegeben, er kannte nicht alle Seiten des kranken Lammes, nicht alle Seiten eines gepeinigten Menschen und wer weinte nicht, wenn er sich mit dem Ende der eigenen Welt konfrontiert sah. "Was liegt dir auf dem Herzen?", wollte er sogleich wissen, als er dort sitzen blieb, zusammengeschlurft gegen eine dreckige Wand und sich selbst fragte, wie hoch die Sonne stand und wie weit sie heute reiten konnten. Es wäre nicht dumm, sich einen Bach zu suchen und Wasser zu sammeln, zu trinken - allem voran ihr Pferd zu versorgen - und noch viel wichtiger, sich Rains Wunden zu besehen. Wenn Nayantai eines wusste, dann war es dass, dass sie nicht viel Zeit hatten, aber er Rain gerne so viel Zeit einräumte, wie er benötigte. "Rain", fing er an, aber beendete den Satz nicht, stattdessen blieb er dort, wo er war, und strich ihm weiter durch sein Haar. "Es tut mir leid."
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    • Rain wollte gar nicht weinen, wollte dem Wolf nicht noch mehr Probleme bereiten als er ohnehin schon hatte, er wollte lieber so tun als wäre alles in Ordnung, er wollte sich zusammen reißen und helfen, selbst ein Stück gehen, wenn er es musste, ein Feuer anzünden, oder etwas zu Essen suchen, aber selbst wenn er nicht verletzt gewesen wäre, hätte er das wohl nicht so ohne Weiteres gekonnt. Jetzt im Moment schaffte er es nicht einmal seine Tränen zu verbergen und legte Nayantai offen, wie es ihm ging. Sich selbst zu beruhigen schlug fehl, auch die sanften Berührungen halfen wenig und für jede Träne die Nayantai aus seinem Gesicht wischte, kamen zwei Neue. Es war nicht wie damals, als Rain wegen ein wenig Schnee zu weinen angefangen hatte, weil er sich so sehr gefreut hatte, nein dieses Mal weinte er, weil seine ganze Welt in wenigen Minuten auseinander gerissen wurde und weil er tatsächlich nichts mehr hatte, außer seinen Vornamen und einen Wolf, der ohne ihn besser dran gewesen wäre.

      Der Wolf fragte sich vermutlich, wie Rain so egoistisch sein konnte und sich hier aufspielte, während sie sich lieber auf den Weg machen sollten, um nicht doch noch gefunden zu werden. Wie viel hatte der Wolf schon ertragen müssen? Wie viel seiner Heimat hatte er verloren, wie viele Menschen hatte er sterben sehen und was musste er alles ertragen? Aber machte es Nayantai wirklich etwas aus, oder bildete Rain sich das nur ein? Was Rain am aller Meisten beschäftigte, war sein Vater. Auch wenn sie kaum ein Wort miteinander gewechselt hatten, auch wenn er kaum zu Hause war, er war immer da gewesen um Fhaergus und seine Familie zu beschützen, egal welche Fehler Rain begangen hätte, er war sich sicher, dass sein Vater alles wieder zurecht rücken hätte können und selbst ein Krieg, der vor seiner eigenen Haustür tobte, selbst den hätte Caelan von Fhaergus bezwingen können, aber er war fort und Rain war allein, hatte nichts mehr und konnte sich auch nicht mit eigener Kraft zurück holen, was ihm gehören sollte, er konnte ja nicht einmal sich selbst beschützen. "Mein Vater ist tot...", presste er hervor und das war es wirklich, das ihn endgültig aus der Fassung brachte. Gleichzeitig versuchte er krampfhaft sich zu beruhigen, aufzuhören eine Heulsuse zu sein und ebenfalls sich davon abzuhalten sich so sehr aufzuregen, dass er keine Luft mehr bekam und Nayantai nur noch mehr Probleme machte. Er wusste selbst, dass sie keine Zeit dafür hatten, dass er atmen musste und sich später damit auseinander setzen musste, aber nicht jetzt, nicht so lange sie jederzeit entdeckt werden konnte. Rain schüttelte den Kopf. "Du brauchst dich... für nichts zu entschuldigen...", gab er zurück und wischte sich selbst einige Tränen aus dem Gesicht. "Es... es geht... gleich wieder... tut mir Leid..." Wenn er eines konnte, dann allen um sich herum und sich selbst einzureden, dass er in Ordnung war. Nayantai sollte einfach tun, was er tun musste, das Pferd fertig machen, oder... was auch immer. Rain brauchte nur noch einen Moment um seine Tränen zum versiegen zu bringen, einen Moment um in den Hintergrund zu drängen, dass sein Leben in tausend kleine Stücke zersprungen war. Er brauchte Ablenkung, etwas, dass ihn von diesen Tatsachen ablenkte und etwas, das ihn die Schmerzen vergessen ließ. "Wo... wo wollen wir jetzt...?"
    • Thria war nicht mehr als ein Fetzen im Wind, durchlöchert und zerrissen, durchbohrt von unendlichen Pfeilen, Schwertern und Speeren und zertrampelt von allen, die sich dem Land auch nur jemals genähert hatten. Nayantai misste es nicht sonderlich, sich tagein und tagaus mit dem Gedanken zu beschäftigen, was er machen sollte, wenn er es war, der durchlöchert und zerrissen wurde - und dennoch war er eben jetzt wieder an diesem Punkt angekommen, wusste, dass diese Welt noch immer die Seine war und egal wohin er ging, es gab nichts, nicht auch nur eine Sekunde, in der er seine Ruhe hatte, geschweige denn gab es einen Moment in welchem er innehalten konnte, verstehen konnte, aus was diese Situation sich zusammensetzte. Der Kronprinz von Thria wusste so vieles und doch so wenig, weil die Wogen des Krieges nicht geglättet waren, sondern wie ein schwerer Sturm durch sein sterbendes Land tobten. In Wahrheit war er nicht mehr als ein Einfallspinsel, der die Wahrheit dieser Welt nicht kannte und auch nicht kennen wollte - er wollte nicht mehr als die Freiheit, nach der er nie gefragt hatte und jetzt, wo sie zum Greifen nahe war, vergeudete er sie damit, ein jammerndes Lamm in seinem Schoß zu trösten und zu behaupten, dass diese grausame Welt nicht nur Schattenseiten hatte, obwohl all das dagegensprach. Nicht einmal er war in der Lage, den Schmerz nachzuvollziehen, den Rain momentan spürte - selbst, wenn Nayantai das Gleiche widerfahren war, die Erinnerungen waren schwammig und doch nicht vorhanden.

      "Zwing' dich zu nichts", bemerkte der Wolf knapp, der Rain und sich selbst auf die Beine half und der nicht weiter dabei zusehen konnte, wie sich der Blonde selbst ein schlechtes Gewissen machte. Sie beide hatten ihre eigenen Fehler und wussten, dass ihr Leben kein langes war, aber gleichzeitig warfen sie es oft genug weg, einfach deswegen, weil sie von sich selbst nichts mehr anderes zu erwarten hatten. Nayantai wusste, dass er nicht lange leben würde und so tat es Rain und doch rannten sie beide davon, vor ihrem sicheren Untergang, weil sie sich noch nicht eingestehen wollten, dass all das bald vorbei wäre - dass es keinen Sinn hatte, die Beine in die Hand zu nehmen und vor dem unausweichlichem zu fliehen, nein - das alles und noch so viel mehr entsprach nicht der Wahrheit. "Entschuldig' dich nicht." Nayantai wollte es nicht hören, sah keinen Sinn darin, einander Entschuldigungen oder andere Dinge an den Kopf zu werfen und dann fragte er sich, wieso es eigentlich so war - warum und weswegen er sich nicht einfach auf das konzentrierte, dass ihm wahrhaft wichtig war. "Kannst du stehen?", fragte er, wollte wissen, ob er seine Sachen packen konnte und ob sie dort weitermachen konnten, wo sie gestern aufgehört hatten. Und doch, Nayantai wischte dem Lamm noch immer Tränen aus den Augen, wirkte besorgt genug darüber, was mit Rain los war und doch. "Nach Thria. Wohin auch sonst?" Eigentlich war es lediglich eine dumme Frage die eine genau so dumme Antwort bekam, denn mehr blieb dem Wolf ja auch nicht über. "Wenn du dich wohl genug fühlst, dann würde ich dir raten, etwas von dem zu essen, das Sara uns eingepackt hat - sobald wir ein Stück weiter sind und ich fließendes Wasser finden kann, sehe ich mir deinen Rücken an."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain schluckte jeglichen Laut herunter, als er von Nayantai auf die Beine gezogen wurde. Sein Rücken tat am Meisten war, aber so ziemlich alles andere ebenfalls. Auch sein Magen in den er einen Tritt erhalten hatte, der Kopf der auf den Boden geknallt war, die Kehle die Graysons Finger aushalten hatte müssen und so ziemlich jeder Knochen in seinem Körper, der es nicht gewohnt war auf hartem Boden zu nächtigen. Rain stütze sich mit dem Arm an der kalten, dreckigen Steinwand ab und wunderte sich eigentlich, dass er noch immer lebte, nach allem was passiert war und obwohl er sich gerade nicht in einem warmen Haus aufhielt. "Mhm...", nickte Rain, der alles daran setzte sich tatsächlich auf den Beinen zu halten, der Nayantai nicht noch mehr Mühen und Sorgen bereiten wollte. "Ich meinte... welchen Weg wir nehmen...", murmelte er, schniefte und wischte sich mit dem Ärmel über sein Gesicht. So hatte er es sich nicht vor gestellt, wenn er endlich einmal draußen war, aber er konnte sich später darüber Gedanen machen.

      Vorerst stolperte er in Richtung der Tasche die Sara gepackt hatte, nur um sich etwas unsanft davor auf den Boden fallen zu lassen. Er hatte keinen Appetit, gar keinen, aber für Nayantai konnte er wohl ein paar Bissen von was auch immer herunter würgen, er würde die Energie ohnehin brauchen. Er öffnete also den Rucksack, nahm aber zunächst die Karte heraus, die Sara ihnen nich besorgt hatte. Er breitete sie auf dem Boden aus und studierte sie kurz, ehe er sich in der Höhle umsah und das hözerne Schild entdeckte, nachdem er gesucht hatte. "A213... wir sind genau... hier...", murmelte er und deutete mit einem zitternden Finger auf einen Punkt auf der Karte. Ein Husten entwich ihm, ehe er auf das Schild deutete. "Die Minen sind... beschriftet..." Nayantai konnte vielleicht nicht lesen was da stand, aber die Zeichen konnte er bestimmt vergleichen, für den Fall, dass Rain ihm irgendwann nicht mehr damit helfen konnte, er war nicht sonderlich optimistisch, während er wie ein Häufchen Elend auf dem Boden hockte und versuchte das Pochen in seinem Rücken zu ignorieren.