spellbound. (earinor & akira)

    • "Mh, aber jetzt können wir zurück ins Bett", nuschelte der Wolf gegen die weiche Unterlage, auf der er nun lag. Hier konnte er nicht ewig bleiben, gleich wenig wie er sich ewig dazu zwingen konnte, sich einzureden, dass er hierbleiben wollte - Nayantai wusste, dass das hier nicht die Welt war, in der er sein sollte - und doch fühlte er sich an Rains Seite geborgen. "Nichts ... wichtiges. Ich kenne mich mit dem Ding nicht wirklich aus", brummte er. Nayantai war diese Welt noch so unvertraut, als wäre er ein Neugeborenes, dessen einziger Sinn darin bestand, diese Welt zu erkunden - mehr konnte er ohnehin nicht tun. Besser wäre es also, zumindest aus jetziger Sicht, sich einfach gegen diese Welt zu wappnen, die er zu ergründen versuchte und - wenn er unbedingt musste, sich ihr auch anzupassen. "Stört es dich denn, dass sie das tun?", neckte er und grinste in den Lacken hinein, in dem er sein Gesicht schon beinahe begrub. Zum Scherzen war er gerade nicht unbedingt aufgelegt, aber er wusste, dass das vermutlich daran lag, dass man nach ihm rief, in weit entfernten Träumen, in die er untertauchen sollte - in denen er vermutlich untergehen konnte, wenn er sich anstrengte. "Wir können sie wieder aus meinen Haaren nehmen, wenn du willst", gähnte er schlussendlich und drehte sich um, damit er ihn ansehen konnte.

      Etwas unbehelligt griff Nayantai mit seinen Pranken nach einem der Polster und stopfte diesen zwischen seine Arme und seinen Kopf, damit er es zumindest einigermaßen angenehm hatte, wenn er Rain schon den Platz stahl, den er sonst in diesem Bett hatte. "Pff, genau", scherzte er noch, wusste aber auch gar nicht, wieso er das gesagt hatte - vermutlich, weil Rains Wortwahl nicht gerade die Schlauste gewesen war, aber ... woher sollte er auch wissen, dass ein ziemlich müder Wolf einen ziemlich dämlichen Gesprächspartner ergab? Das würde keinen Sinn machen. "Und ... dir ist kalt? Oder doch nicht?" Wollte er wissen, als er Rain wieder etwas näher kam, sich selbst unter die Decke schummelte und seinen Polst einfach mit sich zog, damit er sich ordentlich - auf seinen Rücken - legen konnte. "Wenn du willst, dann kannst du deinen Kopf auf meine Brust legen", bot er dem Lamm an, nach dessen Hand er griff, damit er sie leicht drücken konnte und ihm ein - wenn auch müdes - aber aufrichtiges Lächeln schenken konnte. Auch, wenn ihm selbst nicht wirklich kalt war, dann war es unter der Decke noch immer einigermaßen auszuhalten - vermutlich, weil ein Eisklotz neben ihm lag.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Es ist nur ein Stück Stoff, nichts besonderes.", lachte das Lamm, der es irgendwie amüsant fand, dass der Wolf das Bettlaken als 'Ding' bezeichnete. Es war auch nichts anderes als Kleidung, nur eben für ein Bett, aber ein bett kannte der Wolf wohl auch nicht wirklich, oder eine Matratze. Sie kamen aus zwei verschiedenen Welten in die sie eines Tages auch zurück kehren mussten. Wieso war der einzige Mensch, der Rain noch ein Lächeln auf die Lippen zaubern konnte jemand, der hier nicht bleiben konnte. Würde Rain es überhaupt ertragen können, wenn der Wolf von hier fort ging? Vermutlich nur, wenn er sich einreden konnte, dass der Wolf ihn eines Tages wieder besuchen kam, dass er ihn wieder sehen konnte und weiter leben musste, um ihn eines Tages wieder zu treffen und ihn nicht in ein leeres Steinhaus stolpern zu lassen. Konnte er das denn? So lange leben? Ein Jahr, zwei, drei? Vielleicht wäre es auch besser, er begleitete den Wolf so weit er konnte und starb einfach in seinen Armen, wenigstens wäre er nicht alleine...

      "Die Federn werden dich pieksen, wenn du sich bewegst und dich auf sie legst.", erklärte Rain mir einem Lächeln, aber er vermutete, dass sie beide zu müde waren, um sich darum zu kümmern. Rains Finger waren so kalt, dass sie schon ganz steif wurden, der Moment in dem er dachte, er könnte da draußen in der Kälte vielleicht auch überleben, war vorbei. "Mir ist...kalt...sehr sogar...", murmelte Rain und sah den Wolf an, der unter seine Decke gekrochen kam, obwohl ihm damit ohnehin viel zu warm war. Die Hand des Wolfes, die Rains eigene nahm war so warm, dass Rains Hand im ersten Moment unangenehm kribbelte, während sie langsam wieder auftaute, nur weil er ein paar Minuten in der Kälte gestanden hatte. Auch seine Füße waren eiskalt, die den Boden normalerweise nie ohne Schuhe berührten. Rain rückte also an den warmen Wolf heran, legte sich auf die Seite und den Kopf auf Nayantais Brust, so wie es ihm angeboten wurde. Seine freie Hand fand ebenfalls ihren weg zu dem warmen Körper und ruhte schließlich neben Rains Kopf. Seine kalten Füße suchten ihren Weg ebenfalls zu Nayantai und drückten sich gegen seine Wade. Es dauerte noch, bis die Wärme ihren Weg gänzlich in Rains Körper finden konnte. "Das nächste Mal, wenn ich mich ausziehen soll... machen wir vorher nicht das Fenster auf...", murmelte er. Hatte er das gerade wirklich gesagt? Verflucht...
    • "Stoff hin oder her, es ist ja nicht so, als ob er nicht seinen Nutzen hat", nuschelte Nayantai schließlich und schmiegte sich noch etwas mehr an Rain heran. Die zuvor vermutlich etwas abgestandene, aber angeheizte Luft in diesem Zimmer hatte der Wind von draußen zu sich geholt, hatte nichts weiter hinterlassen als laue, frische Luft die dem Lamm vermutlich - vor allem um diese Uhrzeit - nicht wohl bekam. Es störte Nayantai nicht, ihm als Unterlage zu dienen und es störte ihn nicht, Rain warm zu halten, wenn er sich im Gegenzug an der Kälte des Lammes bereichern konnte. Wie lange es wohl noch dauern würde, bis der Schnee schmolz und er seinen Heimweg antreten durfte? Hoffentlich noch eine ganze, lange Weile. "Ich hoffe, ich träume von dir", flüsterte er und lächelte dabei. Seine müden Augen ließen sich kaum noch offen halten und er sah lediglich die tanzenden Flammen, die Funken und spürte Rain, der sich auf ihm niederbettete, als wäre die Einladung des Wolfes etwas durchaus Natürliches gewesen. In nichts standen sie sich nach, beide schienen sie ohne einander nicht funktionieren zu wollen und das dumpfe Gefühl, das vorher noch auf seiner Brust lag, verschwand - er fühlte sich, als würde Rain in brauchen, als wäre er willkommen, dort, wo er war. "Deine bloße Anwesenheit beruhigt mich ..." Hätte er das Lamm nicht an seiner Seite, wer wusste, ob es ihm dann nicht noch schlimmer gehen würde.

      "Es gibt weitaus schlimmeres", erzählte er dem Lamm, wusste allerdings, dass er hier nicht mit einem Messer im Brustkorb oder noch einer klaffenden Wunde in der Seite enden würde, nur, weil er sich genierte oder aber anderes tat. Wozu sollte das alles auch noch führen? Nayantai brummte, hielt die Hand des Lammes fest in seiner. "Dafür hast du mich", erklärte er Rain, als wüsste dieser nicht, dass ihm immer warm war, dass er selbst nach der Kälte verlangte und dass er es sich nicht entgehen lassen wollte, seinen einzigen Lichtblick - den Sonnenschein, der neben ihm lag - etwas anzuwärmen, wenn er es denn brauchte. Irgendwie, so glaubte er, durfte er gerade das nicht laut sagen, ansonsten würde er sich selbst so vorkommen, als hätte er etwas unsagbar kitschiges von sich gegeben. "Und ich habe dich, weil du so schön kalt bist." Waren sie beide füreinander geschaffen oder war es nur Einbildung, dass Rain sein Schicksal war? Glaubte Nayantai schlussendlich wirklich nicht mehr an die seinen Götter, verteufelte sie und wollte nicht mehr, als mit einem einfachen Schaf den Rest seiner Tage zu verbringen, in der Hoffnung, er wurde nicht erschlagen? Die kalten Füße und Beine, die sich teilweise gegen seine Wade drückten, ließen ihn dumm schmunzeln, bevor er die Augen schloss und sich lieber auf ein ihm unbekanntes Gefühl konzentrierte. "Damit kann ich leben - vielleicht sollte ich mich das nächste Mal einfach allein ausziehen."
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    • "Von...mir? Hm ja... wir wollten doch zusammen Träumen, vielleicht klappt das ja heute...", lächelte Rain und schmiegte sich an die breite Brust die ihm angeboten wurde und die langsam mit half Rain aufzuwärmen. "Legst du... deinen Arm um mich?", bat das Lamm, das noch etwas mehr Wärme gebrauchen konnte und das auch gar nicht mehr anders schlafen wollte, als in einer engen Umarmung, in der er sich so geborgen fühlte. Er hörte gern Nayantais kräftigem Herzschlag zu, während er seine Augen schloss und darauf wartete einzuschlafen. Er hoffte, er schaffte es ebenfalls nicht von seinem üblichen Traum heimgesucht zu werden, er träumte lieber von Nayantai und vielleicht vom Süden, oder etwas ganz anderem, das war egal. Er hoffte auf eine ruhige Nacht, hatte aber auch kein Problem damit, wenn sie wieder den halben morgigen Tag verschlafen würden, eigentlich wollte Rain aus diesem Bett gar nicht mehr aufstehen, solange Nayantai auch hier war und er freute sich darüber, dass Nayantai sich ebenfalls wohler fühlte, wenn er Rain an seiner Seite hatte.

      "Mh... mir wird schon wärmer, danke...", nuschelte Rain gegen Nayantais Brust, die sich langsam hob und senkte und Rains Kopf dabei mit beförderte, es störte ihn jedoch ganz und gar nicht. Er zog lieber auch die Decke noch einmal fester um sich und machte es sich so bequem wie möglich. Sie funktionierten beide wohl nicht richtig, dem einen war ständig zu kalt und dem anderen zu warm, aber zusammen ergaben sie wohl etwas, das funktionierte. Sie schienen füreinander beide genau das zu sein, was der jeweils andere brauchte, das war schon seltsam. Als müsse er auch bewusst darauf achten, dass Nayantais Körper abgekühlt wurde, wendete Rain seine Hand, drückte nun seinen Handrücken auf Nayantais Brust, der noch nicht dabei war aufzuwärmen und die gesamte Kälte der Nachtluft noch in sich trug, zudem bekam Nayantai noch einen flüchtigen Kuss auf seine Brust, an eine Stelle, zu der Rain es ohnehin nicht mehr weit gehabt hatte. "Du hast doch meistens ohnehin nicht viel an...", schmunzelte Rain, aber das war eigentlich nicht was er sagen wollte. "Nein, ich... deine Haut an... meiner... war angenehm... noch viel... wärmer...das könnten wir... wiederholen... irgendwann..." Rain wurde immer leiser, während er aussprach, was er wirklich dachte, es war ihm peinlich und trotzdem fühlte er sich, als musste er es dem Wolf mitteilen, damit dieser nicht dachte, dass er nicht noch einmal tun konnte, was er schon getan hatte... Sie mussten nichts überstürzen, aber es hatte durchaus einen Punkt gegeben, an dem sie sich beide sehr wohl gefühlt hatten und Rain hätte auch jetzt den Stoff zwischen ihnen beiden wieder entfernt, wenn er nicht befürchtet hätte, dass sie sich im Schlaf so drehten und wendeten, dass Rain am Ende nur wieder krank wurde.
    • "Ausprobieren sollten wir es auf alle Fälle", murrte er und schmiegte sich wiederum an Rain, über den er alsbald seinen Arm legte, als wäre es ein Befehl gewesen, den er nicht hatte verneinen können. "Wenn du das möchtest, gerne." Einen Grund, Rain seine Wünsche auszuschlagen hatte er nicht - gleich wenig, wie er einen Grund dazu hatte, in der Welt der Lebenden - der Wachen - zu verbleiben und sich nicht schon längst seinen Träumen hingegen zu haben. Was war es denn nur, dass sie beide auch so plagte, wenn es darum ging, einfach einzuschlafen? War es die Ungewissheit über das, was danach kam, wenn sie erst einmal eingeschlafen waren oder war es die Realisation, dass nichts mehr Sinn ergeben musste, wenn sie erst untergetaucht waren und ihnen das schwarze Wasser ihrer stetig dunkler werdenden Träume bereits aus jeder Pore triefte? "Und mir ist nicht mehr so warm ... danke, Rain", murmelte der Wolf, der so einfach hätte einschlafen können. Auch, wenn die ihre Position nicht so wirkte, so war es im Endeffekt so, dass er sich wohl fühlte, so wie er nun da lag und gerne dabei zusah, wie Rain sich auf ihn legte und sich selbst wohler fühlte als vor Minuten noch. Eventuell würde eben das auch ihn darin bestärken, von guten Dingen zu träumen und nicht Angst davor zu haben, was ihn heute Nacht erwarten könnte. "Nun, die Hemden engen mich ein, das weißt du", lachte Nayantai noch, der nicht wusste, ob das ein Vorwurf, eine Feststellung oder gar etwas gänzlich anderes sein würde.

      Es gab keine schwere, goldene Krone die man einem Wolf aufsetzen wollte und es gab auch keinerlei Verpflichtungen, die sich an ihn schmiegen würden, als wären sie Ketten, die maß-gefertigt worden waren, um den Kronprinzen der Wölfe am Boden der Tatsachen zu behalten, bevor er sich gegen seine Peiniger wehren konnte und realisierte, dass nicht er es war, der das Problem dieser Welt darzustellen vermochte. Im Endeffekt war es jedoch gleich, was das alles bedeuten könnte - sie lebten in einer Welt, die weder ihn noch Rain so akzeptierte, wie sie waren - ihre Heimat, von der sie abgestoßen wurden, als wären sie Gift, das sich durch einen schwachen Körper fraß, der sich nur selbst schützen wollte. "Rain, das könnten wir ... aber nicht jetzt", gähnte der Wolf, strich dem Lamm über die bleichen Haare und lächelte. Brauchten sie die Welt denn, um glücklich zu werden? Seiner Meinung nach reichte es, einfach zu versuchen, er selbst zu sein und sich wiederzufinden, sich einzugestehen, dass es in Ordnung war, für eine Weile vergessen zu wollen, bevor man wieder realisierte, was genau der Fall war. "Wir sollten ... schlafen. Eine Weile ..." Seine Augen waren geschlossen, seine Gedanken galten ganz Rain - nur die Welt, die aus dem knisternden Feuer und dem Wind, der dort draußen hin und wieder aufkam, bestand, lenkte den Wolf noch davon ab - aber nur für den Moment. Sein Atem flachte ab, die Welt geriet aus seinen Fängen - Nayantai schien sich leicht dabei zu tun, einfach einzuschlafen. Kein Wunder, wenn seine Energie aufgebraucht und die Welt um ihn herum sowieso nicht mehr so wichtig schien.
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    • Nayantai beschützte Rain, ja, vor der Kälte, dem Tod und seinem einen dunklen Traum, der ihn immer wieder heimsuchte und aus dem Schlaf riss. Mit dem starken Arm um sich, konnte ihm eigentlich gar nichts passieren und Rain zog seine Beine an, lag halb auf Nayantai, der ihm kurz durch die Haare strich und formte den Rest seines Körpers zu einem Oval, damit er die Wärme besser speichern konnte. Er zitterte nicht mehr und die Müdigkeit, die ihm schon längere Zeit in den Knochen saß, zog Rain alsbald ebenfalls in den Schlaf. Er hörte Nayantais Stimme, aber nickte nur noch leicht, schmiegte sich dabei noch einmal mehr an ihn und legte seinen Arm schließlich locker über den großen Körper, dessen Atmung bereits ruhiger wurde. Sie beide waren müde, erneut, wie immer wie es schien, aber die Nacht brach bereits herein, also war es in Ordnung sich schlafen zu legen. Der Tag war anstrengend gewesen und hatte so viel bereit gehalten, das es erst zu verarbeiten galt, wobei Rain lieber nur von dem tollenden Nayantai im Schnee träumen wollte, der so glücklich ausgesehen hatte.

      Rain träumte tatsächlich von Nayantai, aber nicht so, wie er es erwartet hatte. Sein Gehirn hatte sich wohl die letzten Momente mit ihm heraus gepickt und versuchte scheinbar weiter zu führen, was sie beide in der Realität beendet hatten. Nayantais Hände wanderten über jeden Zentimeter von Rains Körper und hinterließen überall ein kribbelndes Gefühl, während seine Lippen immer wieder einen Schaue durch Rains Körper jagten. Er schreckte aus seinem Traum, als er selbst dem Wolf dort erlaubte, den Bund seiner Hose nach unten zu schieben und als er die Augen öffnete, merkte er erst, wie schnell sein Herz klopfte, als wäre das alles wirklich passiert. Rain war nur einen Traum gewohnt, einen Albtraum, der ihm zeigte, dass er ertrank, aber das war etwas gänzlich anderes gewesen und Rain war bisher nicht klar gewesen, dass sein Gehirn zu so etwas überhaupt fähig war. Seine Wangen glühten, sein Körper kribbelte und er bewegte sich kein Stück, für den Fall das Nayantai noch schlief. Erst wollte er sich beruhigen, auch wenn die Bilder nicht gleich aus seinem Kopf verschwinden wollten und Nayantai seinen Arm immer noch um Rain gelegt hatte. Es war schwer zu vergessen, was direkt unter ihm lag, auch wenn das hier der echte Nayantai war und keine Fabrikation seiner Einbildung, die er aus irgendeinem Grund genau so geschaffen hatte, wie er es getan hatte. Wieso? Weil er doch mehr wollte, oder weil Rain von Natur aus neugierig war und die Situation nicht so halbfertig hatte stehen lassen wollen?
    • Die Welt seiner Träume war selten eine schöne gewesen - immer öfter türmten sich Berge von Dingen auf, die er in einer Nacht kaum schaffen konnte und immer mehr wurde ihm klar, dass es nicht wichtig war, wer oder was es war, der seine Hände um ihn oder an ihn legte, insofern er wusste, dass nichts davon permanent war, dass nichts davon an ihm haften bleiben würde - dass er frei war, zumindest frei genug, so dass seine Fesseln ihn nicht mehr am Boden festhalten sollten, sondern abrutschen ließen - er war nicht er. Nayantai war sich dessen bewusst, dass der Name, den er trug, nicht mehr ihm gehörte und die Hände, die in seinen Träumen auf ihm lagen auch nicht die seinen waren, sondern die eines Fremden, dessen Namen er nicht einmal vernommen hatte. All das schien in dieser Nacht jedoch fast schon nichtig, als wären die verwirrenden Worte über Schicksal und Wahrheit selbst nicht wahr - als würde er glauben, dass er sich selbst noch dazu zwingen konnte, von anderen Dingen zu träumen. Heute Nacht schien es, als wäre die Welt eine andere - als wäre die Wahrheit es, die ihm fehlte und als träumte er nicht von Thria. Eher einem unberührten Fleckchen Land, ein grünes Stück Wiese, auf das er sich - zusammen mit Rain - betten konnte. Ausflüchte waren es, in eine Welt die nicht existierte - auf eine Lichtung, von der aus man die Sterne durch die Baumkronen erspähen konnte, auf der man zusammen liegen konnte und die Brise genoss, die den Geruch von getrocknetem Gras und den Gesang der Grillen mit sich schleppte - es war eine Einbildung vom Süden, die es so vermutlich nicht gab, aber es war ein schöner Ort, dort, irgendwo unter dem Sternenmeer während Rain sich an ihn schmiegte.

      Dennoch - jeder Traum musste ein Ende finden, auch, wenn dieser nur endete, weil sich neben ihm - neben seinem Körper, seiner leeren Hülle - etwas rührte und ihn dadurch wachrüttelte. Rain bewegte sich und der Wolf, der eigentlich nicht länger schlief, bis es dämmerte, murrte das erste Mal seit langem darüber, dass er nun doch aus dem einzigen, schönen Traum erweckt wurde, den er haben durfte. Wieso träumte er auch ausgerechnet jetzt von einem Ort, an den sie beide nicht finden konnten und warum bildete er sich ein, dass er Rain einfach so nach draußen zerren konnte? Die müden Augen der hungrigen Bestie öffneten sich, als wolle sie ihre Beute erspähen und ergründen, wieso sie sich rührte und gefühlt herumzappelte - sein Arm lag noch immer um Rain, dem er sanft über den Hinterkopf strich. "Mh, guten ... Morgen", gähnte der Wolf, der sich etwas zerdrückt und erschlagen anfühlte, als er sich mit der freien Hand die Augen rieb um dann doch etwas mehr mitzubekommen, als seine Aufmüpfigkeit. Die Hand, die um Rain lag, drückte das Lamm etwas mehr an sich, als wolle Nayantai sich wieder umdrehen und - mit seiner Beute in den Armen - einschlafen, hoffentlich wieder vom Süden träumen und all die Zauber, die er auferlegt bekommen hatte, wieder abschütteln. "Ist ... alles ... in ... Ordnung?", faselte der Wolf halbwach vor sich hin, als seine Hand in den Nacken des Lammes wanderte und dort verblieb.
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    • Irgendwie hatte Rain ein schlechtes Gewissen, weil er so etwas geträumt hatte, auch wenn er für seine Träume herzlich wenig konnte und sie auch noch nie hatte kontrollieren können, sonst hätte er sich ja auch nicht jede Nacht an den selben, dunkel Ort begeben, der ihn langsam ersticken ließ. Der Traum dieser Nacht war zwar schöner gewesen, aber danach, jetzt, fühlte er sich irgendwie elend, weil er sich vorkam, als hätte er etwas falsch gemacht. Zum einen sollte er als zukünftiger Fürst von Fhaergus nicht von der Zweisamkeit mit einem Wolf träumen, der sein Feind sein sollte, zum anderen sollte er sich nicht vorstellen, sich von einem Mann in seinem Bett verwöhnen zu lassen, aber das waren eigentlich alles Dinge, die er ja auch in der Realität schon falsch machte. Was ihn wirklich beschäftigte war, dass er sich fühlte, als hätte er Nayantai ausgenutzt, oder missbraucht, obwohl der Nayantai in seinen Träumen ja viel eher ihm selbst entsprang, als dem echten Wolf, der noch immer unter Rains Körper lag und doch hatte er ein schlechtes Gewissen.

      Rain erschreckte beinahe, als er die Stimme des Wolfes vernahm, hatte gehofft noch ein wenig allein zu sein, damit er seine Gefühle und Gedanken unter Kontrolle bringen konnte. "Guten... Morgen...", nuschelte Rain, ohne sich zu dem Wolf zu drehen und ihn anzusehen. Nein, er starrte lieber weiter über seinen Körper hinweg und... nein, das machte er eigentlich auch nicht gerne, er schloss die Augen, aber auch da ließ ihn der Traum noch nicht los, als würde Rain noch halb schlafen. "I-i-ich... ja! Alles in Ordnung! Warum auch nicht?", antwortete Rain viel zu schnell und aufgeregt, nur um im nächsten Moment merklich zu erschaudern, weil der Wolf seine Hand plötzlich in Rains empfindlichen Nacken legte. Sein ganzer Körper fühlte sich noch immer so an, als wäre er noch in seinem Traum, nur dass sein Kopf längst in der Realität angekommen war und sich bei Nayantai entschuldigen wollte.
    • Kannte er sich nicht selbst um einiges besser, dann würde er vermutlich wieder einschlafen und sich noch grämen, weswegen er eigentlich aufgewacht war, weil er doch noch eine Nase Schlaf verdient hatte. Jedoch entsprach das nicht seiner Natur, das wusste Nayantai selbst gut genug. Wäre er erst einmal wach, dann gab es kaum noch die Möglichkeit, eine Ausflucht in das Traumland zu haben, aus dem er gerade erst entflohen war. War es so verwerflich, dass dem so war, oder aber glaubte er eher, dass sein Körper noch mehr verfallen würde, wenn er sich nicht an all die Dinge hielt, die man ihm eingebläut hatte? Schlafen konnte er, mit und neben wem er wollte, aber nicht neben einem schwachen Schaf, auf dem eine bloße, feste Berührung einen blauen Fleck hinterlassen durfte, der aus seiner bleichen Haut heraus stach und einem sofort ins Auge springen würde. Rain war makellos, als bestünde er aus zerbrechlichem Porzellan - und wenn er so halb auf dem Wolf lag, der seine müden Augen wieder aufzwang, dann sah man den Kontrast alleine schon durch ein verschwommenes Sichtfeld. Nayantai selbst wollte es nicht wagen, sich zu fragen, wie ein Leben ohne schmerzende Narben war - würde sich vermutlich zu sehr in etwas hineinsteigern, das er nicht haben konnte.

      "Bist du ... dir ... sicher?", wisperte der Wolf, der seinen Kopf zur Seite neigte, damit er einen Kuss auf den Kopf des Lammes drücken konnte, so lange er sich noch ablenken konnte und seinem Halbschlaf nicht zu entfleuchen vermochte. Was war die Wahrheit, wenn nicht, dass sie beide schon viel zu nah und viel zu hastig aneinander geraten waren und es sich jetzt anfühlte, als würde der schwarze Teer sie nicht mehr voneinander ablassen wollen? "Du hörst dich etwas aufgebracht an", murmelte er gedankenverloren. Waren eben das seine Fesseln? Egal - mehr wollte er darüber im Moment auch gar nicht erst wissen. Das, was wichtig war, war nun einmal, dass er nicht aus einem Traum erwacht war, der schlechte Gefühle mit sich zog, sondern, dass er sich wohl fühlte, so nah an Rain - es war schön, einfach an seiner Seite zu sein. Seine Hand wanderte nach oben, in die Haare des Lammes, und streichelte ihm schließlich über seinen Hinterkopf. Was war die Wahrheit denn auch wert? "Habe ich etwas ... Falsches ... getan?" War er wirklich so müde, dass er durchgehend gähnen musste?
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    • Um sich zu entschuldigen müsste Rain erst einmal erklären wofür und das würde die Entschuldigung für Nayantai erst relevant machen, sowie die Tatsache, dass Rain doch mehr von ihm haben wollte, im Gegensatz zu dem, was er gestern noch zu ihm gesagt hatte. Eigentlich wollte er das aber gar nicht, vielleicht schon, irgendwo in einem Teil von sich, der auch für den Traum verantwortlich gewesen war, ein Teil der neugierig war, oder einfach nicht sterben wollte, bevor Rain alles erfahren hatte, was es zu erfahren gab. Der vernünftige, wache und scheue Rain allerdings, wollte seine Hose lieber anbehalten, zumindest noch eine ganze Weile. Bis er sich nicht daran gewöhnt hatte, sich nur halb vor Nayantai zu entblößen, gab es keinen Grund, auch noch den Rest zu offenbaren, der dem Wolf entgegen seiner Worte, vermutlich nicht genug war. Wie sollte Rain sich auch mit Wölfen messen? Das konnte er auf kaum einer Ebene. Abgesehen davon war er einfach viel zu nervös und die Ungewissheit über das, was folgen würde, war viel zu groß, auch wenn er dem Wolf natürlich vollends vertraute.

      "Mhm. Ja. Ich bin sicher. Ich muss erst noch wach werden, das ist alles.", entgegnete Rain und spürte den Kuss auf seinem Haupt. Er war ein wenig enttäuscht, dass er nicht ganz genießen konnte, wie schön es war mit Nayantai aufzuwachen, wie er ihn streichelte und neben ihm aufwachte, als wäre es ganz normal, als hätten sie schon jahrelang im selben Bett geschlafen. Nun drehte Rain aber doch seinen Kopf, sah Nayantai beinahe schon schockiert an und schüttelte vehement seinen Kopf. "Nein! Du hast nichts Falsches getan.", erklärte Rain bestimmt. Wie kam Nayantai überhaupt auf die Idee? War es Rains Schuld, weil er sich gerade so seltsam benahm? Aber das war doch nur wegen ihm selbst, Rain wollte Nayantai nicht das Gefühl geben, dass er sich auf einmal entschuldigen musste, obwohl es wenn Rain war, der das tun sollte. "Es tut mir Leid, falls ich dich auf den Gedanken gebracht habe."
    • Wieso lag er hier auch noch herum? Einfacher wäre es gewesen, die Hände von Rain zu nehmen, Abstand zu gewinnen - und dann würde er ihm vermutlich wieder, wenn auch nicht mit Absicht, vermitteln, dass er irgendein Problem mit ihm hatte, das er nicht aussprechen konnte. Nayantai konnte sich nicht dazu bringen, sich von ihm abzuwenden, oder gar ihn von sich wegzustoßen; er war hier, viel zu gerne. Rain's bloße Anwesenheit ließ eine Welle der Erleichterung über den erwachenden Wolf strömen, als gäbe es nichts, wovor er sich fürchten musste, als wäre er mehr als der letzte Rest seines alte Ichs - aber wer wachte schon auf und hatte gerne solche Gedanken? "Mhm, ich auch", gähnte er erneut und streckte sich, blieb jedoch liegen und ließ die dunklen Iriden eher auf Rain ruhen, der sich noch nicht so ganz sicher schien, ob der Nayantai unter ihm echt war, oder doch eher einem Traum entsprang. "Das ist gut ... kein Grund ... dir Sorgen zu ... machen." Das Einzige, worüber sich der Wolf wohl Sorgen machen könnte, war, dass er nicht mehr länger an der Seite des Lammes, in dessen Bett, willkommen war - aber wieso philosophierte er auch über diese Dinge? Rain würde ihn schon nicht verscheuchen, dafür war er zu warm, zu angenehm - zu weich.

      "Hast du nicht ... du siehst nur ... aus ... als ob ... dich etwas ... plagt ...", murrte er. Wieso wollte die Müdigkeit nicht einfach schwinden? Weder hatte er Zeit dazu, sich damit herumzuschlagen, noch wollte er sich jetzt gerade wieder aufsetzen und Rain einfach alleine liegen lassen. Stattdessen schüttelte er selbst den Kopf, gähnte nochmals und strich Rain mit einer Hand über die Schulterblätter und die Schultern selbst, bevor er innehielt. "Hast du gut geschlafen?", wollte Nayantai nun doch wissen, wollte sich ablenken und erhoffte sich dabei, er würde andere Dinge hören, als das letzte Mal. War Rain so aufgebracht, weil er schlecht geschlafen hatte? Oder hatte er doch gerade realisiert, was der Wolf gestern mit ihm angestellt hatte - dass er seine Hände an ihn gelegt hatte, ihn berührt hatte und sich eigentlich selbst zu Dingen zwingen wollte, die er unmöglich schaffen konnte? Nein, ansonsten würde er vermutlich schon weggestoßen worden. "Ich habe von ... dir geträumt." Nayantai lächelte, beinahe schon verträumt, als er Rain dabei ansah.
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    • Rain musste sich beruhigen, zurück in die Realität finden und den Traum als eben einen Traum abtun, nicht mehr. Was Rains Kopf ohne sein Zutun fabrizierte war nicht wichtig und auch nicht Rains Schuld, solange er sich zu benehmen wusste, während er wach war und das tat er. Nayantais sanfte Berührung half, auch wenn solche Berührungen erst der Grund für Rains Aufgewühltheit waren. Die großen Hände, die über die dürren Schultern strichen und noch mehr Wärme verteilten, taten einfach gut und Rain konnte sich kaum etwas Schöneres vorstellen, als mit Nayantai am Morgen aufzuwachen und sich über nichts Sorgen machen zu müssen. Während sie beide noch ein wenig schlaftrunken waren, schien alles andere, das sonst an ihnen nagte, einfach so weit entfernt und statt sich nun auch noch von einem Traum verunsichern zu lassen, sollte Rain sich einfach über diesen Moment zu Zweit freuen.

      Rain schüttelte erneut den Kopf und schob den Traum der dort herum geisterte beiseite. "Nein, alles in Ordnung. Ich hab gut geschlafen.", lächelte er, zwang sich dazu den Wolf weiter anzusehen, auch wenn er danach fragte ob er gut geschlafen hatte und lächelte breit, weil er eben das gut konnte. Aber es war nicht vollends eine Lüge, wenn er behauptete, er hätte gut geschlafen, denn er fühlte sich ausgeruht und war in der Nacht kein einziges Mal wach geworden, auch der übliche Albtraum hatte ihn nicht heim gesucht, eigentlich war sein Lächeln weitaus nicht so falsch wie sonst, er war tatsächlich glücklich. Neugier funkelte jedoch in seinen Augen, als das Lächeln noch ehrlicher wurde und er in Nayantais verträumt drein blickende Augen sah, die vermutlich gar nicht so aussehen sollten, nur weil er an einen Traum über ein kränkliches Schaf dachte. Dennoch freute Rain sich so sehr darüber, dass es beinahe schon lächerlich war. "Ja? Willst du es mir erzählen?"
    • War eben das die Wahrheit, nach der der schwache, zusammengekauerte Wolf stetig suchte? Wollte er denn hier sein, bei den Schafen? Zu gerne vertrieb er sich die Zeit mit Rain, fühlte sich, als würde er in einer Nussschale auf einem endlos großem, weitem See treiben und die gelegentlich wehende Brise genießen, die nicht nur ihm gut tat, sondern auch sein Boot weiterhin vorantrieb, in egal welche Richtung. Ob er sich hier heimisch fühlte, war abzustreiten, aber er fühlte sich zumindest gut, gut genug um sich kein Stück mehr rühren zu wollen und Rain seine vollkommene Aufmerksamkeit schenken zu wollen, weil es sich nach dem plausibelstem anhörte, das ein müder Wolf tun konnte, wenn er sich schon nicht rührte. "Das freut mich", murmelte der Wolf, noch immer lächelnd, als wollte er eben das hören, damit er sich selbst sicher sein konnte, dass es nicht nur ihm gut erging. Irgendwann, vermutlich alsbald wenn sie so weitermachten, dann war vielleicht auch gar nicht mehr daran zu denken, dass einer von ihnen es schaffte, ohne den Anderen glücklich zu sein. Wie sich das wohl anfühlen würde? Vermutlich nie mehr so schön, wie es jetzt der Fall war - hier, neben Rain schlafen zu können, war besser als jeder Traum, den er hätte haben können.

      Wohin konnte er sich aber tatsächlich mit Rain davonstehlen? Zwischen hier, dem Rest Adrestias, Thria und dem Süden gab es nicht viel, das dem Wolf bekannt war, geschweige denn wusste er, an welchen Orten er die Temperaturen aushalten würde, oder wo es wiederum für Rain zu kalt wäre. Das nomadische Leben eines Wolfes war wohl etwas, das nicht für ein kränkliches Lamm gemacht war, aber auch die heißen Gebiete waren nichts für einen Welpen, der bei jedwedem Gedanken an Hitze innerlich zerschmolz. In Fhaergus konnten sie schlecht bleiben, aber ... was war auch hinter dem eisigen Meer, das sich an Thria's Küste erstreckte? Vermutlich nichts, das Rain je zu Gesicht bekommen könnte - allein die Reise an das Eismeer würde ihn das Leben kosten. "Ich ... ich kann es v-versuchen?", stammerte der Wolf, der wohl besser seinen Traum mit Rain teilte, bevor er unterging und er gar nicht mehr wusste, wovon er eigentlich geträumt hatte. "Wir haben uns die Sterne angesehen, irgendwo, alleine im Wald", meinte er etwas beschämt, als wäre so ein schönes Traum etwas schlimmes. "Du hast dabei so glücklich ausgesehen", erklärte Nayantai, als er seine Hand wieder in den Nacken des Lammes gleiten ließ. "Ich wünschte, es wäre nicht nur ein Traum gewesen."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain lauschte dem Traum, auch wenn die Erklärung eher kurz ausfiel und sah den Wolf dabei wohl eben so verträumt an, wie der Wolf ihn anblickte. Wenn der Wolf von ihm träumte und es ein guter Traum war, ja was bedeutete das denn? Manche Menschen träumten wohl von dem was sie sich wünschten, während Rain und Nayantai bisher eher davon geträumt hatten, wovor sie sich fürchteten, aber das bedeutete das dann für ihre heutigen Träume? Rain konnte die rage höchstens sich selbst beantworten, aber auch das war schwierig. Er hatte Angst davor, was ihn erwarten konnte, was es war, das der Wolf vielleicht irgendwann von ihm wünschte und dass Rain es ihm nicht geben konnte, weil er nicht war, was der Wolf suchte und weil er nicht wusste, was er tun sollte. Ganz allgemein fühlte er sich im Moment auch gar nicht bereit zu mehr, was auch immer mehr bedeutete und er würde es vielleicht niemals in einem Maße sein, das der Wolf gewohnt war. Er hatte doch selbst gesagt, dass es schon Männer und Frauen in seinem bisherigen Leben gab und sie alle waren vermutlich erfahrener gewesen als Rain, bei dem man gar nicht von Erfahrung sprechen konnte. Andererseits glaubte Rain nicht, dass Angst es war, die diesen Traum ausgelöst hatte, sondern das unbefriedigende Gefühl, mitten in etwas aufgehört zu haben, das ihm im Gedächtnis verblieben war und mit in seine Träume geschwappt war und ihn nicht los gelassen hatte, weil er nun mal sehr neugierig war.

      Der Traum war schön, einfach nur alleine mit Nayantai die Sterne zu beobachten und das draußen, in der Natur, davon hätte Rain auch gerne geträumt und es freute ihn auch ungemein, dass Nayantai seine Zeit in seinen Träumen mit Rain verbracht hatte. Auch Rain wollte diesen Traum irgendwie Wahr werden lassen, aber wie sollte das schon möglich sein? Sie drehten sich im Kreis, wenn sie erneut von Szenarien sprachen, die sie beide nicht zulassen durften. "Das klingt tatsächlich nach einem schönen Traum...", lächelte Rain, dem erneut ein Schauer die Wirbelsäule entlang tanzte, der aber dieses Mal ein angenehmes Gefühl hinterließ, als Nayantai seine Hand wieder in Rains Nacken legte. Wenn der junge Fürst den Wolf so ansah, dann reicht das schon, um ihm Schmetterlinge in den Magen zu zaubern und er konnte nicht aufhören zu lächeln. Er rutschte ein wenig nach oben und kuschelte sich wieder an Nayantai. Er drückte sein Gesicht an den Hals des Wolfes und legte seine Finger auf dessen Brust, wo er gedankenverloren ein paar Narben folgte, während er sich den Ort den Nayantai gerade eben kurz beschrieben hatte vorstellte.
    • Wenn, dann war der Wolf noch nie jemand gewesen, der gut mit Worten und ausführlicher Sprache, mit blumigen und fantasievollen Erzählungen, hatte punkten können. Was man Welpen in Thria als Gutenachtgeschichte verkaufte schien schon beinahe egal, aber Rain fühlte sich so an, als würde das kleinste Wort über Schmerz, Gewalt oder Leid ihm selbst Schaden zufügen können, wenn es nur ausgesprochen wurde - wenn er nur einen Blick auf die Funken erhaschte, den der Tumult in Nayantai's Innerem versprühte. Die Müdigkeit klang immer mehr ab, als die Fesseln der Realität es waren, die an ihm zogen und seinen unwilligen Körper aus der träufelten Tiefe zogen, ihm von der Dreck der letzten Nacht befreien wollten und ihm dennoch nicht zu zeigen vermochten, dass es in Ordnung war, einfach nur hier zu sein und sich kein Stück weiter zu rühren. "Und es ist noch schöner, neben dir aufzuwachen", sprach der Wolf mit einem zufriedenen Lachen, als er die Finger wiederum nicht von Rain lassen wollte, sondern mit seiner anderen Hand schließlich nach der griff, die sie Narben auf seinem Oberkörper nachzogen. "Du findest immer etwas an mir, das dir gefällt, hm?", fragte er nach und grinste das Schaf dabei an. Eigentlich störte es ihn auch gar nicht, wenn Rain ihn auf diese Art und Weise berührte.

      Wie spät war es überhaupt? War das denn noch wichtig? Oder sollte er sich lieber freuen, dass er ausgeruht war, dass es egal war, wie spät es war, so lange er sich nicht fühlte, als ob er ertrunken wäre? Wäre es doch besser, er verteufelte alles und jeden, versteckte sich vor Rain und kauerte sich in einem Eck zusammen, in dem er hoffentlich nicht mehr beachtet wurde? Ach, woran dachte er schon wieder? Sich selbst davon abzuhalten, an all diesen Müll zu denken, war eher schwer und die Wahrheit war, dass er sich oftmals auch gar nicht selbst dabei erwischte, wie er es tat. Beide Arme schlossen das Lamm schließlich in einer Umarmung ein, wollten es wohl auch gar nicht mehr gehen lassen - so, wie sonst auch - ansonsten fürchtete er, er würde sich unsagbar einsam fühlen und sich selbst auch gar nicht erst helfen können, wenn seine Gehirngespinste wieder Überhand nahmen. "Weißt du, es ist schön hier, bei dir, zu liegen ... aber ...", so, als ob der Wolf es absichtlich gesagt hätte, knurrte dessen Magen. "Ich bin hungrig ..."
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    • Rain sah auf die Hand, die plötzlich in der des Wolfes lag und ließ sie eben dort. "Tut mir Leid, ich wollte nicht...", begann er und sah den Wolf an. Er grinste, aber Rain war sich nicht sicher, ob er nicht gerade erneut etwas getan hatte, was er nicht hätte tun sollen, vielleicht war es besser, er ließ seine Hände bei sich und dachte ein wenig darüber nach, was Nayantai erlebt haben musste und wie er ihn nicht ständig daran erinnerte. Etwas unsicher darüber, ob der Wolf nun etwas dagegen gehabt hatte, oder nicht, lächelte Rain Nayantai an. "Ich ähm... ja, ich schätze schon.", murmelte er, als wäre es etwas schlechtes, wenn der Wolf ihm gefiel, sagte auch lieber nichts weiter. Er fand ihn interessant und es gab so viel an ihm zu entdecken, so viele Geschichten, die sich an seinem ganzen Körper abzeichneten, aber an die der Wolf sich vielleicht lieber nicht erinnerte. Jedoch schien der Wolf jedenfalls noch nicht ganz von Rain ablassen zu wollen und drückte ihn schließlich fest an sich.

      Das Aber das Nayantai aussprach, beunruhigte Rain erneut, obwohl es gar keinen Grund dazu gab. Der Wolf hatte nur ganz offensichtlich hunger und Rain atmete auf, während er einen Arm zwischen aus der Umarmung zog, sich streckte und dafür sorgte, dass das Essen bald auf dem Tisch stehen würde. "Kein Problem.", lächelte Rain, der froh darüber war, dass der Wolf auch tatsächlich hunger hatte und der hoffte, dass der Wolf nun auch einmal ordentlich aß. Was stand sonst so auf dem Plan? "Ich habe ein paar... Dinge zu erledigen, bis der Winter um ist. Du kannst nach dem Essen mit mir kommen, aber dir wird vermutlich langweilig. Vielleicht findest du eine andere Beschäftigung, du kannst auch nach draußen gehen. Ach und die Naht wird heute gezogen richtig? Soll ich dich dann begleiten?" Plapperte er zu viel? Vielleicht hätte er die Umarmung noch ein paar Momente genießen sollen.
    • Nayantai hätte den Mund gar nicht erst öffnen sollen, hätte die Klappe halten sollen und darauf hoffen dürfen, dass Rain vielleicht nochmals auf ihm eingeschlafen wäre, dann hätte er zwar noch immer Hunger gehabt, aber er hätte wenigstens nach dem Buch greifen können, ein paar Seiten gelesen und wäre dann - vielleicht - sogar selbst nochmals eingeschlafen. Jetzt fühlte es sich eher so an, als würde man viel zu schnell an ihm ziehen, ihn auf die Beine zerren wollen und ihm sagen, er sollte sich rühren, sollte sich bewegen und nicht länger herumtrödeln, sondern sich um seinen Körper kümmern, um seinen angeschlagenen Geist - um sich selbst. Noch immer gab es für ihn nicht mehr als die Welt, die langsam untergehen sollte - Thria, das es vermutlich bald nicht mehr gab - und all die Zweifel, die in seinem Kopf waren. "Du hast nichts getan, ich finde dich ... süß", lachte der Wolf zufrieden. Hatte er das Lamm wieder verunsichert? So sah es auch aus. "Wenn du es nicht tust, ist das auch kein Problem." Nayantai störte es nicht großartig, ob er geliebt oder gehasst wurde, so lange Rain ihm all diese Dinge nicht all zu übel nahm - es störte ihn auch nicht, dass sein ganzer Körper vermutlich schmerzen würde, wenn er sich bewegte und auch die Federn, die noch immer in seinen Haaren waren, störten ihn gerade nicht.

      Rain entfloh seiner Umarmung und der Wolf sah eben das als Erlaubnis an, sich aufzusetzen, sich nochmals zu strecken und herzhaft zu gähnen, eben deswegen weil er sich nicht darum zu kümmern hatte, dass er dem Lamm wehtun könnte, sondern weil es ohnehin von sich selbst aus schon von ihm abgelassen hatte. "Ich verstehe diese Schnüre noch immer nicht", murmelte Nayantai und wischte sich mit der Hand, die nun freigeworden war, den Sand aus den Augen, als wäre er ein kleines Kind, das gerade von seinen Eltern geweckt worden war. Aber was dann? Jetzt, wo er nur mehr auf sein Essen zu warten hatte und nichts weiter tun musste, außer anständige Kleidung zu tragen, wenn er seinen Körper zum Tisch schleppte, fühlte sich sein Leben etwas essenzlos an. "Ich will nicht alleine nach draußen", meinte der Wolf nur knapp, der Rain noch einmal über sein Haar strich. "Und ja, ich will ... nicht alleine dorthin. Dein Mediziner macht mir Angst", gestand er dem Schaf ehrlich und kratzte sich etwas beschämt wiederum am Hinterkopf. Eigentlich musste er keine Angst zu haben und doch - er kam nicht drumherum. "Ich habe mein Buch, also wird mir nicht langweilig."
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    • "Süß...?", fragte Rain nach und lachte ein wenig, verstummte aber recht bald wieder. Süß war wohl treffend und auch nicht das erste Mal, dass er so bezeichnet wurde, auch wenn er ein wenig jünger gewesen war, als er es das letzte Mal gehört hatte. Man fand ihn entweder süß, oder seltsam, eins von Beidem und er konnte nicht abstreiten, dass selbst einige Frauen und Mädchen größer waren als er, teilweise waren sie auch weniger gut erzogen. Rain hatte sich immer so verhalten, wie man es von ihm erwartet hatte, war höflich und zuvorkommend und traute sich gar nicht, etwas anderes zu sein, es kam ihm aber auch gar nicht in den Sinn. Naja, bis auf jetzt vielleicht, wo er das Bett mit einem Wolf teilte, ihn küsste und umarmte, das war definitiv nicht, was ihm beigebracht wurde. Süß fand der Wolf Rain trotzdem, aber er war vermutlich auch anderen Umgang gewohnt.

      Rain blickte noch einmal zu den Schnüren und schüttelte den Kopf. "Ich weiß nicht, wie ich es dir erklären soll.", gab er lächelnd zu und zuckte mit den Schultern. "Die Schnüre reichen bis zum Bedienstetenflügel... mh... bis dort hin, wo Sara und die anderen wohnen und dort ist auch die Küche... wo das Essen gemacht wird. Am Ende ist eine Glocke und wenn man die Schnur bewegt, dann zieht man von hier aus an der Glocke, die das Zeichen gibt, dass ich hunger habe. Mh... ich weiß nicht ob es verständlich ist, vielleicht kann ich es dir ja mal zeigen, aber aus der Küche werde ich immer heraus gescheucht. Da nimmt man mich als zukünftiger Fürst nicht wirklich ernst." Rain kicherte leise, eigentlich war es ganz lustig, Petra, die Köchin, hatte ihn nie wirklich wie ihren Fürsten behandelt, sondern mehr wie ihr eigenes Kind und sie scheute sich nicht ihre Meinung zu sagen.

      Rain richtete sich nun auch endlich auf, saß neben Nayantai im Bett, aber rückte ein Stück nach hinten, bevor er anfing die Federn aus seinen Haaren zu zupfen, die sich in der Nacht noch mehr darin verfangen hatten. So schön Nayantais Haare gestern noch frisiert waren, jetzt waren sie wieder so zerzaust wie vorher, in Zukunft müsste Rain die Haare wohl zu einem Zopf binden, damit sie sich nicht so verhedderten. "Bist du sicher? Das Buch ist auch irgendwann zu Ende, aber wenn du willst, natürlich. Vielleicht... hm... ich habe Sara gebeten ein paar Handschuhe zusammen zu tragen, da kannst du dich ja durchprobieren und... ein Fell sollten wir nun auch haben, falls du deine Kleidung flicken willst? Du wolltest doch einen Pelz?", fragte Rain noch einmal nach, der sonst keine anderen Ideen mehr hatte. Vielleicht wollte Nayantai sich ja auch seine eigenen Handschuhe stricken, das konnte er natürlich auch tun, wenn er das wollte und konnte? Er war nicht sicher wie das bei den Wölfen war, bei den Schafen war das mehr die Aufgabe einer Frau, aber bei den Wölfen war es ja auch nicht so, als wäre das Kämpfen nur die Aufgabe der Männer. "Kein Problem. Ich begleite dich, aber... er ist eigentlich ganz nett. Keine Sorge. Er passt auf mich auf, seit ich auf der Welt bin."
    • "Ja, süß", wiederholte der Wolf, der glaubte, Rain würde ihn eher etwas ungläubig ansehen. Hätte er das nicht sagen sollen? Nayantai war nicht gut darin, kein Blatt vor den Mund zu nehmen - er sang wie ein Vögelchen, wenn es darum ging, seiner Meinung kundzutun und die Wahrheit war eben auch, dass er nicht anders konnte. Schoss ihm etwas in den Kopf, dann bewegten sich seine Lippen fast schon zeitgleich dazu, ließen sich nicht zügeln oder ihn gar noch einmal überlegen, dass er eventuell etwas dummes sagen könnte - war es denn überhaupt wichtig? "Du ... musst es mir auch nicht wirklich erklären", sagte er schließlich und lauschte dennoch der Erklärung, die wie so manches der letzten Tage in die wölfische Sprache übergeschwappt war. Rain stellte sich, vor allem dafür, dass die Sprache der Wölfe keine leichte war, besser an als so manch anderer, bemühte sich tatsächlich, die grässliche Bestie im menschlichen Gewand zu verstehen, die dort, neben ihm im Bett saß und ihm die Welt der Monster näher zu bringen, in der er jetzt gefangen war. "Also ... ziehst du einfach an diesem Strick und alle wissen, dass du Hunger hast?", fasste der Wolf zusammen, überlegte eher laut, als dass er etwas anderes tat und wollte ehrlich gesagt nicht genau wissen, was auf ihn zu käme, würde er selbst einfach - spaßeshalber - zu später Stunde an den Schnüren zerren. "Küche?" Irgendwie fühlte sich Nayantai so, als müsste er mehr lernen, als er konnte.

      Nayantai selbst nahm die vorderen Strähnen in seine Hand und - so wie es das Schicksal wohl vermutlich von ihm wollte - fing an, die Federn aus diesen zu ziehen, in der Hoffnung er würde alle von ihnen erwischen, was vermutlich noch unmöglicher war, als Fhaergus bei diesem Wetter zu verlassen. Sehnte er sich nach Freiheit? Nach einem anderen Ort, an dem komische Stricke und wüste Gepflogenheiten nicht mit grenzdebilen Traditionen einher gingen und die Leben derjenigen zerstörten, die nicht nach ihnen leben wollten? "Das Buch ist auch nicht gerade leicht zu lesen ..." Handschriften warne eigen, das wusste der Wolf selbst, der anfing, irgendwelche Buchstaben einfach abzukürzen und miteinander zu vermischen, wenn er sich nicht länger damit plagen wollte - aber Enebish war nicht so, er tat sich einfach nur nicht leicht, das fremde Alphabet zu verwenden. "Beides hört sich trotzdem gut an, dann wäre ich zumindest beschäftigt", stieß der Wolf aus und fasste sich wieder an den Hals, dort, wo der Talisman so verräterisch baumelte. Wieso trug er dieses Ding noch gleich? Damit er sich vollkommen fühlen konnte? "Das glaube ich dir aber ... ich bin ein Wolf." Wer war einer Bestie schon wohlgesonnen?
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    • "Was an mir... findest du süß...?", wollte Rain wissen, aber bereute die Frage fast schon wieder. Was erhoffte er sich? Eine zufriedenstellende Antwort? Einen wahrhaftigen Grund? Oder doch nur, dass er sich selbst einfach gut fühlte, weil Nayantai aufzählte, was er an ihm mochte? Das waren alles keine guten Gründe und er widmete sich lieber Nayantais Frage zu der Vorrichtung neben Rains Bett. "Nein, nicht alle im Haus. Nur die Menschen die sich in dem Raum befinden zu dem so eine Schnur führt.", verneinte er und erklärte es genauer. Das Wort Küche war wohl auch nicht geläufig und während Rain es ganz einfach erklären wollte, fiel ihm auf, dass die Wölfe so etwas vermutlich gar nicht hatten, wahrscheinlich hatten sie nicht einmal ein Wort dafür? Es gab wohl kaum eine Küche in einem Zelt und so wie Rain die Wölfe einschätzte, kochten sie einfach zusammen, draußen am Lagerfeuer. "Also... eine Küche ist ein Raum, ein Zimmer, in dem wir Schafe kochen, also... das Essen machen. Mit einer geeigneten Feuerstelle und was man sonst so braucht." Vielleicht sollte Rain Nayantai die Küche tatsächlich einmal zeigen, aber Petra würde sie beide mit ihrem Besen hinaus scheuchen und Rain nachher eine Predigt halten, die er bis jetzt hatte vermeiden konnten, weil niemand riskieren wollte, dass Rain wieder aufhörte zu essen. Vielleicht konnten sie sich ja einfach in der Nacht hinein schleichen?

      Ob Nayantai sich neben Rain wirklich den ganzen Tag in nur einem Raum beschäftigen konnte? Der Wolf schien nicht wirklich dafür gemacht und nach und nach gewann er an Kraft und Energie, wenn Rain sein Verhalten damit verglich, wie es war, als er hier angekommen war. Viel zu schnell war er müde geworden, aber das würde sich bald ganz aufhören und Rain würde bald nicht mehr mithalten können. Vielleicht konnten sie Aufgaben im Haus für ihn finden, damit er einen Zweck hatte, etwas worauf er sich konzentrieren konnte und damit er zeigen konnte, dass er sich tatsächlich benahm, wenn er schon hier war. Rain würde es ihm vorschlagen, aber noch nicht heute, er wollte nicht den Eindruck erwecken, dass er ihn los werden wollte und wenn die Naht erst einmal gezogen war, dann sollte er sich vielleicht auch noch ein paar Tage schonen.

      "Du bist ein Wolf, ja. Aber ich mag dich ja auch!", rief Rain aus und legte seine Arme ohne Vorwarnung von hinten um den Wolf, während er sein Gesicht an seinen breiten Rücken drückte. "Weißt du ein Arzt schwört... dass er jedem hilft, der Hilfe benötigt... das schließt glaube ich Wölfe mit ein. Außerdem bin ich hier der zukünftige Fürst, also brauchst du dir keine Sorgen zu machen, man tut, was ich sage und in diesem Fall ist das, dir nicht weh zu tun.", murmelte er beruhigend. "Vertrau mir, du bist hier sicher, auch wenn ich nicht bei dir bin. Aber ich bleibe in deiner Nähe, solange du mich lässt. Versprochen."