spellbound. (earinor & akira)

    • "Ist es dir das wirklich?", harkte er nach. Nayantai wusste, dass sie beide nicht gleich dachten und dass die Schafe andere Regeln hatten, als es die Wölfe taten. Die Wahrheit war, unter anderem, dass Rain vermutlich nicht mit ihm hier liegen sollte, obwohl er es tat, dass er nicht lügen sollte, obwohl er es tat und dass er sein Herz nicht an einen Wolf, oder gar eine Bestie wie ihn, verschenken sollte. "Bist du dir sicher, dass dir keiner auf die Schliche kommt?" Was konnten Diener auch schon gegen ihren Meister ausrichten? Nicht mehr, als ihm gute Ratschläge zu erteilen, vermutlich - oder aber sich gegen ihn auflehnen, weil er ein dünner Ast an einem krumm gewachsenem Baum war, den man nur einmal über sein Knie legen musste, um ihm seinen Rücken zu brechen. Rain hielt nicht viel aus, ob er sich gegen seine Bediensteten wehren konnte, wenn sie es ihm nur gut meinten, war dementsprechend fraglich, auch für einen verwirrten Wolf. Warum lagen sie ohnehin schon wieder in den Armen des Anderen, ignorierten ihre Pflichten und all die Regeln, die man ihnen jemals eingetrichtert hatte und taten das, was sie für richtig hielten? Hass konnte sie nicht verblenden, das hatten sie mittlerweile festgestellt - und doch, sollten sie nicht wenigstens Abstand zueinander wahren?

      "Meinst du die Wolle der Schafe?" Wenn er schon so viel verstanden hatte, dann konnte er zumindest auch versuchen, dem Schaf zu zeigen, dass er Fortschritte machte und sich nicht dagegen weigerte, diese verfluchte Sprache zu lernen. Rikiya hätte sie ihm beibringen sollen, vor mehr als zwanzig Jahren, aber die wenigen Wortfetzen, die Nayantai damals gehört hatte, waren nicht genug, um eine fremde Sprache zu meistern und mittlerweile wusste er auch gar nichts mehr von dem, das er ab einem gewissen Alter so strikt abgelehnt hatte. Allerdings saß er nun hier, bereit dazu, sein Leben niederzulegen, wenn er es müsste, einfach nur, weil ein Schleier seine Sicht verblendete und ihm sagte, sein Herz schlug für ein Schaf weiter, das er kaum zu kennen schien - diese Situation hier war absurd und doch konnte er sie nicht bereuen, konnte nicht anders, als verwundert über den Kuss zu sein. Zuerst lachte er, dann leckte er sich über die Lippen. "Was tut dir jetzt schon wieder leid?", murrte er, bevor er den Kuss erwiderte und die seinen Lippen auf die des Schafes drückte, das sich wohl nach seiner Aufmerksamkeit sehnte. So, wie jeder Kuss, den die beiden sich bis jetzt geteilt hatten, war aber auch dieser lediglich flüchtig. "Zier' dich nicht so. Aber immerhin gut zu wissen, dass du nicht meine Aufmerksamkeit, sondern meinen Körper willst." Mehr, als ein Lachen brachte er daraufhin allerdings nicht zustande. Würde Rain ihn nur deswegen sein eigen nennen wollen, dann hätte er sich vermutlich schon genommen, was er wollte so wie ... nein, das hatte hier absolut keinen Platz und war auch nichts, woran der Wolf ausgerechnet jetzt einen Gedanken verschwenden musste.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Es... wenn es dir nicht zu gefährlich ist...? Ich kann nicht behaupten, dass ich dich vor Allem hier beschützen kann.", entgegnete Rain, der zugeben musste, dass es für den Wolf kein gutes Ende nehmen würde, würde sie irgendjemand erwischen. Für Rain konnte es auf mehrere Arten Enden, aber er glaubte nicht, dass er noch viele Jahre überleben würde, also machte er sich nicht so große Gedanken darüber, auch wenn er so nicht denken sollte. Er vertraute seinen Bediensteten jedoch insofern, dass sie keine Gerüchte verbreiteten, solange sie lediglich glaubten, Rain würde versuchen Informationen über die Wölfe zu erhalten. Es war... irgendwie abwegig, dass gerade er sowas tun würde, andererseits kannten seine Bediensteten ihn eben auch nicht wirklich, nur Sara hatte zumindest durchschaut, dass er gelogen hatte, nicht aber unbedingt, was wirklich hinter der Lüge steckte. "Wolle...? Die Wolle ist weich ja, flauschig eben.", murmelte Rain etwas abwesend.

      Der Kuss jedoch konnte über alle von Rains Problemen hinweg täuschen, bestätigten ihn darin zumindest für jetzt zuzulassen, dass der Wolf ihm und er dem Wolf so nahe kam. Aber hatte er richtig verstanden? War der Wolf dabei ihn gerade aufzuziehen? "I...Ich...", begann Rain, hätte sich beinahe erneut entschuldigt, zog aber stattdessen die Augenbrauen zusammen und sah kurz darauf so aus, als wäre er ein Kind, das sich darüber beschweren wollte, dass es schon wieder veralbert wurde. "Du bist doch derjenige, der mich zuerst geküsst hat!", empörte er sich, aber genau wegen dieser Reaktion hatte er sich ja entschuldigt. Erst antwortete der Wolf mit einem weiteren Kuss und dann... ja was sollte dieses kurze Lachen den bedeuten? Hinzu kam, dass es ja wohl der Wolf war, der ständig seine Nähe suchte! Jedenfalls war Rain nicht... er wusste eigentlich selbst nicht was er wollte. Er unterhielt sich gern mit dem Wolf und er lag gerne in seinen Armen... das eine schloss das andere ja nicht aus, oder? Aber das hatte er nun davon, dass er in letzter Zeit so wenig über das nachzudenken schien, was er tat.
    • "Wieso sollte es? Und das weiß ich, aber ich kann mich selbst beschützen. Glaube ich zumindest." Nayantai war sich jedoch auch sicher, dass er keines der Schafe hier verletzen durfte, ohne dass er nicht mit irgendwelchen Konsequenzen zu rechnen hatten, die ihn nicht nur geistig sondern auch körperlich plagen würden. So nett Rain auch sein mochte, so sehr kam es ihm vor, als würde dieser sich irgendwann dazu gezwungen sehen, dem Wolf selbst mehr Schmerzen zu zu fügen, als dieser ohnehin schon erlitten hatte - brennen würde es, wie Feuer das sich durch sein Fleisch fraß und ihm die Luft nahm, die er brauchte, um zu atmen, sobald es seine Lungen erreichte. "Mh, eben. Also wolltest du wissen, ob die Wolle eines Schafes so weich ist, wie sie aussieht? Ja", dafür waren sie Biester, die irgendwann wohl aus der Hölle gekrochen waren und diejenigen, die es zu erlegen galt. Wolf oder Schaf, hin oder her, Spaß beiseite - Nayantai wusste, dass er das hier nicht tun sollte und dass er eigentlich keinen Grund haben sollte, den jungen Fürsten so sehr aufzuziehen, wie er es tat. Er konnte sich einfach nicht helfen.

      Rains Reaktion forderte ihm dann doch ein lautstarkes Lachen ab, das er einfach nicht unterbinden konnte. Gerade hatte er noch geweint, jetzt belustigte ihn ein Schaf, das sich vermutlich in Verlegenheit gebracht fühlte. "Beruhig dich, beruhig dich - das war nicht ernst gemeint", sprach er. Nein, aber Rain so aufgebracht zu sehen war wirklich lustig. "Aber gut zu wissen, dass ich mich doch in dein Herz gewurmt habe." Zu mehr diente dieser winzige Test auch nicht, einfach nur, weil er erkennen wollte, was Rain wirklich von ihm dachte - diese Antwort hatte er von seinem Lamm durchaus erhalten, dem er den Kopf tätschelte. "Lass dich nicht von mir aufziehen", ließ der Wolf verlauten, der lieber noch einen Kuss auf die Lippen des Lammes drückte, bevor er ihm wiederum in die Schulter biss, weil er gerade ohnehin nichts zu tun hatte - oder eher tun wollte - als die Zweisamkeit mit Rain zu genießen. "Außerdem - du hättest mich nicht zurück geküsst, wenn es dir nicht gefallen hätte", grummelte Nayantai, hatte sein Grinsen allerdings noch immer auf den Lippen.
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    • Die Wolle eines Schafes war also tatsächlich so weich wie sie aussah? Rain wollte wirklich mit dem Wolf da raus und alles nachholen, das er verpasst hatte. Er wollte ein Schaf streicheln, an einem Lagerfeuer im Wald sitzen und sich die Sterne im Freien ansehen, aber vor Allem wollte er es mit dem Wolf gemeinsam tun, er wollte, dass der Wolf es war, der ihm all diese Dinge zeigte und ihn beschützte vor der Welt da draußen, die Rain an den Kragen wollte. Auch wenn Rain sich nicht vorstellen konnte, dass das jemals Wirklichkeit werden würde, er mochte die Vorstellung und wenn er nicht aufpasste, dann stellte er sich gleich noch viel mehr Dinge vor, die er gerne erleben wollte. Er hatte diese Träume eigentlich schon lange aufgegeben und hätte nicht gedacht, dass jemand sie wieder in ihm aufkeimen lassen konnte.

      Rain blickte den Wolf immer noch etwas säuerlich an, hatte sich etwas getraut, ohne darüber nachzudenken und wurde damit mit einem lachen belohnt, aber er konnte nicht lange so grimmig schauen, zumal er dabei sicher auch nicht wirklich furchterregend aussah. Spätestens als die Lippen des Wolfes noch einmal die seinen küssten, erhellte sich sein Gesicht wieder und er war höchstens noch ein wenig verunsichert. "Ich... ich habe auch nie behauptet, dass es mir nicht gefallen hätte...", murmelte Rain und alleine der Gedanke an den Kuss, der so viel mehr war, als die Zärtlichkeiten die sie gerade ausgetauscht hatten, ließ Rains Herz höher schlagen. Ob es so war, weil es sein erster Kuss gewesen war, oder lag es doch an dem Wolf? So oder so hatte Rain das Bedürfnis sein Gesicht an dem Hals des Wolfes zu vergraben und nicht alles auf sich sitzen zu lassen, wie es sonst seine Art war. "Wieso... werde eigentlich ich gebissen, wenn du über mich lachst...?", hauchte Rain, bevor er selbst in die dünne Haut unter dem ausgeprägten Kieferknochen des Wolfes biss. Anschließend hob er seinen Kopf wieder, sah Nayantai an und ein breites Lächeln zierte nun sein Gesicht. "Das Wort der Schafe dafür lautet.... Rache."

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    • Fliehen würde er, früher oder später, egal, ob er Rain mit sich nehmen konnte oder nicht. Vielleicht waren all die Versprechungen, die Nayantai machte, nichts weiter als leer - die Hoffnung, die er sich einst gemacht hatte nicht mehr als eben das und Rain sollte es nicht anders gehen. Schmerz musste dem jungen Lamm nicht unbedingt widerfahren, dafür sollte er vermutlich fallen, so tief er konnte und schlussendlich realisieren, dass selbst ein Wolf, der seine Pranke nach ihm ausstreckte, noch so viel mehr tun konnte, als ihn lediglich nett anzulächeln und versuchen, ihm zu gefallen. Wann hatte er sein Herz auch das letzte Mal so schlagen gespürt? Viel zu lange war es her, viel zu fest war es und immer, wenn es passierte, dann war Rain der Auslöser für all die Aufregung und das Adrenalin, das den Körper des Wolfes durchflutete. Welches Schaf konnte ihm auch schon dermaßen den Kopf verdrehen? Bis jetzt war alles, was die Schafe ihm angetan hatten, mit Schmerz verbunden - wie lange es noch dauerte, bis das wieder der Fall war? Noch immer sah er sich hier liegen, mit einem Messer, das aus seinem Brustkorb ragte, als würde es schreien, dass er derjenige war, der naiv gewesen war, weil er ein Schaf so nah an sich heran ließ.

      "Eben, also warum zierst du dich so, weil ich dich etwas aufziehe?", fragte der Wolf, der sich eigentlich schon gänzlich andere Dinge ausgemalt hatte. Weiter, als das Lamm an sich heranzulassen, es zu beißen und ihm den ein oder anderen Kuss zu schenken, das traute er sich im Moment einfach nicht - was, wenn sie wirklich erwischt wurden, oder was, wenn Rain es doch bereute, sich auf ein wildes Tier wie ihn eingelassen zu haben? Keiner von ihnen gehörten einander, es fühlte sich so, als würden sie zwar voreinander stehen und miteinander reden, aber keineswegs so, als würden sie wirklich Worte miteinander austauschen. Wie fade. "Wieso nicht? Gibt es denn einen Grund, den ich haben muss, damit ich dich beißen kann?", sprach der Wolf, der dem Schaf dabei zusah, wie es sich wohl die Mühe machte, seinem Feind doch noch Angst einzuflößen, indem es ihn biss. Obwohl er wusste, dass das passieren würde, zuckte er für einen kurzen Moment zusammen. "Rache? Willst du dieses Wort wirklich für Trivialitäten verwenden?", wollte er noch wissen, als er dem Lamm einen Kuss auf die Stirn gab. Ach, wie schön es doch war, hier zu liegen und sich um nichts Gedanken machen zu müssen.
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    • "Das ist alles neu für mich, das solltest du eigentlich wissen...", murmelte Rain und rollte sich wieder auf den Rücken, nachdem er noch einen Kuss auf die Stirn erhalten hatte. Er war nicht sicher, was er hier eigentlich tat, oder ob es das war, was der Wolf von ihm erwartete. War es überhaupt wichtig, was der Wolf erwartete? Rain war niemals er selbst gewesen, er verbog sich ständig, um all dem Gerecht zu werden, was von ihm als Sohn des Fürsten von Fhaergus erwartet wurde und um niemanden zu enttäuschen, obwohl er genau das eigentlich ständig tat. Natürlich vergab ihm jeder seine Fehler und seine Schwächen, weil genau diese sein ganzes Sein auszumachen schienen, weil er schwach war, hilflos und jeder ständig nur damit beschäftigt war ihm zu helfen und zu beschützen. Vielleicht hing er so an dem Wolf, weil er nun in der Lage war einmal jemand anderen zu beschützen. Er hatte hier das Sagen, er war es der die Fesseln des Wolfes nach und nach löste und niemand wagte es Rain wahrlich zu sagen was er darüber dachte, aber war es wirklich richtig was er hier tat, oder war es viel mehr ein Anfall von jugendlichem Leichtsinn in den er viel mehr Interpretierte als da eigentlich war?

      "Ein Grund...", plapperte Rain dem Wolf nach, konnte nur erraten, was das Wort bedeutet und dachte darüber nach. Rain hatte so vieles die letzten Tage nur gemacht, weil ihm danach gewesen war, das konnte man zwar auch als Grund bezeichnen, aber... Für den Wolf schien es alltäglich zu sein einfach zu tun wonach ihm der Sinn stand, sich zu nehmen, was er gerne haben wollte, solange das kleine Lamm nicht sagte, dass es nichts dagegen hatte - was er nicht tat. Rain allerdings machte sich immer viele Gedanken, dachte über alles was er entschied zwei Mal nach. Was wollte er, was sollte er tun, was erwartete sein Volk von ihm und was würde sein Vater wollen? Die Meiste Zeit machte er das nicht einmal bewusst, aber in diesem Moment war ihm klar, dass er all diese Gedankengänge einfach aussperrte und vermutlich eine riesen Dummheit beging und sich selbst gegenüber dem Wolf in Situationen manövrierte, die er besser nicht herauf beschworen hätte. Kurzerhand setzte er sich auf und blickte auf den Wolf neben sich. "Machen Wölfe und Schafe das nicht? Sich aneinander rächen? Dann verhalten wir uns wenigstens annähernd wie wir sollten.", lächelte er, nur um ein paar Momente später zusammen zu zucken, weil sein Magen ein Geräusch machte, dass er noch nie zuvor gehört hatte und mit dem er im ersten Moment gar nichts anfangen konnte.
    • "Und trotzdem kann ich es nicht lassen, dich aufzuziehen - mein Fehler", bekannte sich der Wolf zu seinen Taten, der allerdings eher weniger Reue zeigte, als dass es ihm wirklich leid tat, das Lamm in Verlegenheit zu bringen oder es gar wütend zu machen. Nayantai mochte zwar Niemand sein, dem man gerne als Feind begegnete, aber die Frage war, ob es nicht sogar schlimmer war, wenn man den Wolf auf seiner Seite wusste. Viel zu gerne lehnte er sich gegen Leute auf, die ihm zumindest irgendwie übergestellt waren und auch, wenn er all das meist tat, damit er eben jener Person zeigte, dass sein Respekt vor ihr schwindend gering war, so war es in diesem Fall wohl eher so, dass er es einfach genoss, Rain ein Dorn im Auge zu sein. Was sollte man ihm auch groß tun? Wenn man ihn schon nicht wegsperren wollte, geschweige denn peinlich genau darauf achtete, dass er nur sprach, wenn er etwas gefragt wurde - wieso sollte er sich dann auch zurücknehmen? "Aber glaub mir, es ist nicht meine Absicht, dich zu kränken, geschweige denn, dir etwas anzutun", gestand er Rain, sah ihm nach, als er sich aufsetzte, blieb allerdings selbst liegen, weil sein Körper es ihm nicht gewähren wollte, im Moment einen weiteren Muskel zu rühren. Vermutlich holte ihn auch die Müdigkeit ein, die er nicht haben sollte, einfach aus dem Grund heraus, dass die beiden ohnehin nichts anderes taten, außer zu schlafen.

      "Ja, brauche ich einen dazu, um dir auf die Nerven zu gehen?", dass Rain ihn womöglich gar nicht verstanden hatte, wurde ihm im Moment noch nicht klar - dafür hatte er allerdings auch später Zeit. Verstellen konnte er sich allemal, oder versuchen, das Lamm zu hassen, das ihm noch nicht an den Kragen wollte, aber davon würde er weder profitieren, noch würde es ihm gut gehen, wenn er Gedanken daran verschwendete, wie er das Leben Rains - zumindest so lange er noch hier sein musste - zur Hölle auf Erden machte. Noch immer leuchtete es Nayantai nicht ein, wieso er sich verstellen sollte - er gefiel Rain vermutlich so oder so nicht sonderlich, also, wieso sich verstecken? "Schon, aber du versenkst keine zwanzig Pfeile in meinem Rücken, in der Hoffnung, ich würde endlich aufhören mich zu bewegen und schreist dann, wenn ich es nicht tue", seufzte der Wolf, setzte sich schließlich neben Rain auf und sah diesen an, als sein Magen knurrte. Verwechselte jemand Hunger mit Müdigkeit, oder hatte er sich da gerade verhört? "Du solltest etwas essen." Wenn das Schaf selbst Schafhirte werden wollte, dann brauchte es ohnehin etwas mehr Fleisch auf den dünnen Knochen ... aber warum dachte er auch daran? Hatte er das vorhin wirklich ernst gemeint?
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    • "Hm... ich frage mich ob du mir immer noch Angst machen möchtest und wenn das nicht funktioniert, ob du mich ärgerst, damit ich dir nicht zu nahe komme.", überlegte Rain laut und sah den Wolf an, der so lange alleine war und nun Nähe zu einem Lamm suchte, obwohl er das eigentlich nicht sollte und gänzlich gegen seine Natur ging. Rain war nicht genervt und auch nicht wirklich gekränkt, er war einfach nur unsicher wie er auf Nayantais Worte und Taten reagieren sollte, weil es ihm eben wichtig war, dass er den Wolf nicht langweilte. Wenn der Wolf sich jedoch tatsächlich lieber von Rain fern hielt, dann wollte er nicht derjenige sein, der sich ihm aufdrängte, das war niemals seine Absicht gewesen, auch wenn er die ersten tage so viel Zeit mit dem Wolf verbracht hatte. Die Frage war wohl, was hinter dem lag was er sagte und tat und Rain bekam so unterschiedliche Signale gesendet, von denen er die Hälfte nicht verstand, dass er das Gefühl hatte sich bald gar nicht mehr auszukennen und der Wolf schien sich hingegen auch nicht zu trauen alles zu sagen, was er vielleicht sagen wollte.

      "Tut mir Leid, ich schätze ich hätte das nicht sagen sollen.", murmelte Rain, auch wenn er nicht gänzlich verstanden hatte, was der Wolf gesagt hatte. Wieder blickte er auf seinen Bauch und legte seine Arme darum. "Essen...? Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal hunger gehabt hab... komisch." Rain stand jedoch auf, normalerweise hätte er um die Zeit auch schon ein wenig etwas herunter gewürgt, aber nachdem der Wolf von seiner Portion alles aufgegessen hatte, konnte Rain sich da nicht bedienen, er musste also in sein Zimmer. "Ah... aber wir wollten eigentlich dein Buch suchen.", stellte er fest und wollte zumindest einer Idee noch nach kommen und ließ sich auf den kalten Boden sinken. Er legte seinen Kopf auf den Teppich und sah unter das Bett, streckte schließlich eine Hand in den dunklen Raum unter der Matratze, tastete ein wenig hin und her und richtete sich anschließend wieder auf, um Nayantai sein Buch zu überreichen, dass da unten ein wenig Staub abbekommen hatte. "Na bitte.", lächelte er.
    • "Ich will dich momentan nur nerven", lachte Nayantai, der weder glaubte, er könnte Rain jemals dazu bringen, vor ihm Angst zu haben, noch, dass er ihn loswerden wollte. Dafür hatte sich das Schaf - sein Lamm, eher - zu sehr in sein eigenes Herz gewurmt und jetzt gab es Konsequenzen, die der Wolf ausbaden musste. Würde er wollen, dass Rain wirklich Angst vor ihm hatte, würde er ihm vermutlich eine Leiche vor die Füße legen, oder ihm davon erzählen, was genau er schon alles angestellt hatte. "Dir Angst einzuflößen hat sowieso noch nie funktioniert", brummte der Wolf etwas unzufrieden, fragte sich, ob er sich sein Hemd nicht doch anziehen sollte, aber ihm war warm - die Luft in diesem Raum war unabstreitbar stickig und Rains Anwesenheit hielt ihn davon ab, ein Fenster aufzureißen und eine Nase der frischen, eiskalten Luft zu nehmen. "Wenn ich dich hier rauszerre ... dann glaube ich kaum, dass du wieder zurückkommen kannst. Willst du das wirklich? Glaubst du nicht, dass du Heimweh haben wirst?" Nayantai würde sein eigenes Leiden nicht als Heimweh, sondern eher Fernweh beschreiben - er würde sich in einem steinernem Haus nie wohlfühlen, würde den Ausblick nach einer Zeit nicht mehr genießen wollen, sondern wieder an einen neuen Ort wollen, wo es andere Dinge zu entdecken gab - beispielsweise die elende Meeresbrise, von der der Wolf nie wieder träumen wollte.

      "Mach dir keinen Kopf darüber", seufzte er und schüttelte den Kopf, fast schon vehement - Rain entschuldigte sich durchgehend, schien immer etwas zu finden, das der Wolf in den falschen Hals kriegen könnte und wollte, vermutlich instinktiv, einfach kein schlechtes Bild bei diesem hinterlassen. "Du hast tagelang geschlafen, natürlich bist du hungrig." Rain erging es hier anders, er musste sich keine Sorgen darüber machen, dass das Essen knapp wurde, oder dass die Pampe, die ihm vorgeführt wurde, vermutlich mit Gift versetzt war, damit er sich nicht so sehr wehrte, wenn jemand seine Hände an ihn legte und sich ihm aufzwang. Bevor er jedoch darauf antworten konnte, dass sie das Buch auch noch später suchen konnten, fischte Rain es unter dem Bett hervor. "Mh, ich glaube, ich bin ziemlich schlecht darin, meine Augen offenzuhalten", brummte der Wolf, der eigentlich auf seine Besitztümer aufpassen wollte - stattdessen war er wohl einfach während dem Lesen eingeschlafen und das Buch war vermutlich aus dem Bett gefallen. "Danke, Rain", murmelte er, als er dem Lamm das Buch aus der Hand nahm und es wieder an seinen Platz zurücklegte. Irgendwie war er beschämt darüber, wollte sich aber nichts anmerken lassen. "... du meintest, du hast Hunger?"
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    • "Vielleicht habe ich keine Angst, weil du im Grunde auch nur ein Mensch bist.", lächelte Rain, auch wenn der Wolf sicher viele Schafe gerissen hatte, so hatte doch Rains Vater dasselbe mit den Wölfen getan. Wieso sollte man einen Menschen dafür verurteilen und den anderen nicht, nur weil man mit dem einen verwandt war? Nein, Rain glaubte daran, dass am Ende alle Menschen gleich waren und nur für ihre Überzeugungen kämpften, das war entweder verkehrt, oder nicht, da spielte es keine Rolle, wer man war. "Ich glaube außerdem nicht, dass du mich hier nach draußen bringst, ich denke einfach nur gerne darüber nach, weil es... einfach ein schöner Traum ist. Ein Traum, mehr nicht.", erklärte er, glaubte der Wolf hatte viel zu ernst genommen, was Rain vorhin gesagt hatte. Vielleicht... wenn Rain doch irgendwann wirklich genug hatte, dann würde er sich nach draußen bringen lassen und unter den Sternen sterben, statt in diesem Gefängnis.

      "Du magst es wohl nicht, wenn ich mich entschuldige.", bemerkte Rain und stand nun etwas unschlüssig im Raum. Hunger sollte er haben? Er hatte das Gefühl ganz vergessen, aber das Gefühl in seinem Magen wurde immer deutlicher, fast war ihm sogar übel davon. "Keine Ursache wegen dem Buch." Sollte er jetzt einfach gehen und den Wolf hier alleine lassen? Zumindest konnte er sich seine Zeit nun wieder mit Lesen vertreiben und er selbst konnte ja später wieder kommen? Oder der Wolf kam einfach mit, aber es war vermutlich langweilig Rain beim Essen zuzusehen. "Ich habe vorhin darum gebeten mir etwas zu Essen in mein Zimmer zu bringen, ich... hatte nicht geplant so lange hier zu sein.", erklärte er und verfluchte seinen Körper, als sein Magen erneut zu knurren anfing, wieso ausgerechnet jetzt? Er hatte zuletzt als Kind solch einen Hunger verspürt, üblicherweise war sogar genau das Gegenteil der Fall, er wollte nichts herunter schlucken, musste seinen Körper zwingen. Woher kam der Wandel? "Mh... also... ich gehe dann mal, bevor mein Magen noch lauter wird. Danke.... äh... für deine Zeit schätze ich." Rain machte sich also auf den Weg zur Tür, die nicht versperrt wurde und wo keine Wachen mehr aufpassen würden, wie Rain es versprochen hatte.
    • "Du glaubst nicht an all die Worte darüber, was für unmenschliche Biester wir Wölfe sind? Dann wärst du ja immerhin der Erste", seufzte der Wolf, beinahe schon erleichtert. Nayantai wusste, dass man noch nie gut von ihnen gedacht oder gesprochen hatte - mehr, als Bestien waren die vermaledeiten Wölfe für die Schafe nicht, die so sehr daran glaubten, dass sie eines Tages eine Berechtigung für den Völkermord fanden, den sie begingen. War ihr König eigentlich mehr als ein größenwahnsinniger Fanatiker, der glaubte, er täte sich selbst etwas Gutes, indem er sich eines Volkes entledigte, das für ihn keinen Wert hat - ein Volk, das es leid war, sich von den Adrestianern bevormunden zu lassen und das nicht länger wollte, dass unzählige von ihnen starben, nur, weil ihr gefrorenes Land angeblich so kostbar für jemanden war, der keine Ahnung davon hatte, wie man ein Land regierte. "Dann werde ich dich einfach irgendwann davonstehlen, ob du möchtest oder nicht", lachte der Wolf, der sich sein neues Leben bereits irgendwie ausgemalt hatte. Weit weg von hier, von Adrestia und Thria, von seinen Sorgen, die allesamt im Süden keinen Platz mehr fanden, während er sich selbst nur mehr um Trivialitäten kümmern musste, zusammen mit dem Fürsten ... aber warum? Das würde nie passieren und doch wünschte er sich diese Idylle irgendwie herbei.

      "Nein, ich glaube nur, dass du das nicht musst, weil du nichts falsch gemacht hast." Nayantai glaubte auch gar nicht so recht, dass es einen Grund dazu gab, sich bei ihm zu entschuldigen - Rain war mehr als nur freundlich zu dem Wolf, der so vieles hätte tun können, aber es nicht tat, weil er dieses Mal keinen Grund sah, die Hand zu beißen, die zumindest versuchte, ihn zu füttern - etwas, das er das letzte Mal wohl nicht behaupten konnte. Wohin mit ihm? Hier sollte er nicht sein, redete er sich ein, wusste, dass Rain vermutlich andere Verpflichtungen hatte, die ihn nicht inkludierten - dass er sich nach seiner Nähe sehnte, war ein Fehler. "In dein Zimmer?", fragte er und merkte, dass Rain eigentlich bereit war, ihn wieder links liegen zu lassen, sich in seine eigenen Gemächer aufzumachen und seinem gewohnten Tagesablauf nachzugehen, damit er doch nicht zu viele Gedanken an den Wolf verschwendete, der hier hauste, als wäre er ein Parasit. "Rain, ich ...", der Wolf seufzte, fand seinen Weg auf seine Beine und folgte dem Schaf bis zur Tür, als er nach dessen Hand griff. "Willst du mich wirklich alleine lassen?", fragte er beinahe schon beleidigt. "Ich ... will nicht alleine sein. Bitte." Nayantai war einsam, so sehr, dass er es nicht länger aushalten wollte.
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    • Rain hatte erneut wenig Ahnung davon, was der Wolf eigentlich sagte, aber er hatte ihn wohl erfreut und das reichte ihm. Da war er eben, der Wolf der so gar nicht eine Bestie war, der lachen konnte und sich wohl fühlte, wenn ihn jemand nicht als Tier behandelte, weil er das nun einmal nicht war. Rain hatte nie einen anderen Wolf getroffen, aber genug Schafe die ihm selbst nur Verachtung entgegen gebracht hatten, warum also sollten sie besser sein als Thrias Volk? Ganz einfach, sie waren es nicht. Rain war ein Risiko eingegangen, indem er darauf vertraut hatte, dass der Wolf nicht mehr war als verängstigt und sich nach etwas Ruhe sehnte, aber er wurde nicht enttäuscht und er war sicher, er würde es auch in Zukunft nicht werden.

      Er wollte gerade die Tür öffnen, als Nayantais Hand sich um seine eigene schloss. Er drehte sich wieder um, sah den Wolf an, der erst enttäuscht und dann fast schon ein wenig verängstigt aussah. "Du... willst mit mir kommen?", fragte er etwas verwundert, lächelte dann aber und nickte. "Natürlich. Vielleicht solltest du dir aber dein Buch mitnehmen, falls dir langweilig wird. Ich weiß nicht ob wir uns weiter unterhalten sollten, wenn es uns doch beide nur frustriert, dass wir einander nicht verstehen, aber abgesehen davon werde ich zumindest kurz mit meinem Essen beschäftigt sein." Er deutete auf eben dieses, das auf dem Nachttisch lag und endlich zu seinem Besitzer zurück gefunden hatte. Jedoch konnte Nayantai nun wirklich nicht so nach draußen, Rain löste seine Hand aus dem Griff, sah sich kurz um und nahm schließlich das Hemd auf, das Nayantai nicht mehr anhatte. "Zieh dich an, zumindest für den kurzen Weg.", schmunzelte Rain, der sich schon darauf einstellte Nayantai mit den Knöpfen zu helfen.
    • Lief er für den Rest seines Lebens einem Schaf hinterher, dann wusste er vermutlich auch schon lange nicht mehr, was er mit sich selbst anzustellen hatte. Es fühlte sich so, als wäre es ein unsichtbares Band, das zwischen ihnen existierte - dass er sich traurig fühlte, wann auch immer Rain einen Schritt in die falsche Richtung - weiter weg von ihm - machte, lag ausgerechnet daran. Wohin mit sich, wenn nicht in die Arme eines schwachen Schafes? Zurück in den Palast der Tränen, aus dem er gekrochen kam? Wer wusste schon, ob man ihn freiwillig gehen ließ oder ob der König sich einen Scherz mit seinem Haustier erlauben wollte, das er so weit weggeschickt hatte, nur, damit er einem schwachen Lamm gehören konnte, das sich um ihn sorgte, als gäbe es keine Kluft zwischen ihrer Völker. Konnte man es ihm verübeln, dass er sich zu diesem hingezogen fühlte und nach jedem Grashalm griff, dass es dem verwundetem Wolf schenken wollte? Nein, selbst ein Wolf konnte nicht so grausam sein und ihm seine Freude verbieten, auch, wenn das hieß, er musste sich ergeben und seinen Zorn begraben, sich dem Lamm hingeben - und irgendwie beschlich ihn das Gefühl, dass er das bereits getan hatte, dass sein Herz sich sicher war, was es wollte, während sein Kopf viel zu viel verarbeiten musste. War er glücklich mit seiner Entscheidung? Nayantai wusste zumindest, dass er keine Ahnung hatte.

      Warum fühlte es sich auch so richtig an, sein Herz in die schwachen Hände eines Lammes zu legen und so falsch, daran zu denken, dass er das alles nur tat, weil er sich einen Scherz erlauben wollte und eigentlich gar nicht wusste, wo ihm der Kopf stand? Die Müdigkeit würde überwiegen, das wollte er sich einreden, aber das war nun einmal nicht die Wahrheit, gleich wenig, wie es die Wahrheit war, dass er nicht Angst davor hatte, Rain würde sich wieder schlafen legen und noch eine Woche durchschlafen. Nayantai hatte es satt, alleine zu sein. "Ja, ich will nicht mehr alleine sein", gab er dem Lamm zu verstehen, das vermutlich denken musste, der Wolf hätte den Verstand verloren und war nun doch nicht mehr als ein Hund, der um die Aufmerksamkeit seines Besitzers bettelte. "Mhm", meinte er nur, ließ die Hand des Lammes los und sprintete beinahe schon zurück zu seinem Nachttisch, schnappte sich das Buch und kehrte wieder zu diesem zurück - Rain wollte also wirklich, dass er dieses unbequeme Stück Stoff wieder anzog. Nayantai seufzte, griff nach diesem und begann, es sich wenigstens überzustülpen. "Muss ich es auch zuknöpfen?", brummte der Wolf, der die Knöpfe schon nicht mehr sehen konnte. Wieso war bei den Schafen alles so winzig!? "Bitte sag nein."
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    • Rain hatte sich so lange einsam gefühlt, aber im Gegensatz zu Nayantai hatte er Menschen die sich um ihn kümmerten, die ihm halfen, mit ihm sprachen, auch wenn es nichts persönliches war. Nayantai musste lange in dem Kerker des Königs ausgeharrt haben und dort hatte er bestimmt niemanden, mit dem er sprechen konnte, geschweige denn sich anvertrauen. Nun dachte Rain, dass er viel zu viel gejammert hatte, hatte er es doch bei weitem nicht so schlimm gehabt wie der Wolf, der ausgepeitscht und in ein kaltes, dreckiges Loch geworfen wurde, der nichts zu Essen bekommen hatte, vielleicht für Tage. Rain war nicht gänzlich alleine, hatte ein weiches Bett, ein Feuer und etwas zu Essen, das Essen das er das letzte Jahr über verschmäht hatte, während der Wolf hungern musste. In relation betrachtet hatte Rain gar keinen Grund unglücklich zu sein.

      Nayantai holte sein Buch in Windeseile, war es wirklich so schrecklich für ihn, wieder alleine irgendwo zu sein, selbst wenn es ein warmes Zimmer war? Rain machte sich immer noch Gedanken darüber, dass der Wolf nur nach ihm verlangte, weil er der Einzige war der zur Stelle war, aber war es okay von Rain das so einfach anzunehmen und seine Situation auszunutzen, weil er sich ganz einfach selbst einsam fühlte? Nayantai zog das Hemd über, wollte es wohl nicht so recht zu machen und Rain lächelte ihn an, während er schon nach dem ersten Knopf griff um dem Wolf zu helfen. "Du führst dich auf wie ein Kind... ein Welpe.", schmunzelte er, konnte es nicht fassen, dass der Wolf das Stück Stoff so unbedingt los werden wollte, aber auch seine eigene Kleidung schien ihm nicht so recht zu behagen. "Hast du Schmerzen, weil der Stoff sich auf die Wunden legt?", fragte Rain, der Nayantais Rücken nun schon mehr als einmal gesehen hatte und der sich gar nicht vorstellen konnte, was für Schmerzen der Wolf erleiden musste. "Vielleicht sollte ich dich doch zum Arzt bringen. Spätestens morgen, wenn du heute nicht willst."
    • Der Dreck, dem man ihn in dem dunklen Loch serviert hatte, so fernab von Sonnenlicht, an dem lediglich die ein oder andere Fackel Licht spenden konnte, hatte der Wolf anfangs noch heruntergewürgt, doch mit der Zeit, als er glaubte, die Glocken des weit entfernten Kirchturmes würden ohnehin schon für ihn und den Untergang seines Volkes schlagen, hatte er aufgehört, seinen eigenen Körper zu vergiften und lediglich darauf gehofft, irgendwann würde er mehr als nur eine Messerspitze Gift in seiner Pampe wissen, die ihn weit weg brachte. Ketten raschelten und lösten sich so oft kein Stück, ließen nicht nach, oder wurden immer kürzer, weil er es wagte, sich gegen einen Verrückten aufzulehnen, obwohl seine Kraft immer weiter schwand. Nayantai war in diesem modrigen Kerker gestorben, irgendwann, als Blut alles gewesen war, das er sehen und schmecken konnte, das seine Sinne dominierte und nicht mehr aus seinem System wollte, zumindest für den Moment, bevor er sich selbst so fühlte, als würde ihm das Blut wieder dem Rachen empor kriechen, das er gerade eben noch h- nein. Nein. Rain war hier, wieso erinnerte er sich auch an so grässliche Dinge, die er aus seinem Kopf verbannt hatte? Vielleicht, weil es Zeit dazu geworden war, oder aber, weil er schon lange genug geschlafen und sich eingeredet hatte, seine Schmerzen waren trivial - aber was war die Wahrheit?

      Mehr, als sich selbst zu entkommen, oder gar dieser Welt, das wollte der geschundene Wolf gar nicht - in Fhaergus fühlte er sich einigermaßen wohl, gut aufgehoben, umsorgt und doch wollte er gar nicht erst hierbleiben. Nayantai wusste, dass es töricht wäre, sich gegen Rain aufzuhetzen und schlimmer, wenn er wortlos verschwinden würde, aber das musste er nicht - zumindest noch nicht. Seine Augen wanderten seinen Torso herunter, zu den zierlichen Händen, die es sich nicht nehmen ließen, den Träger des Hemdes dabei zu helfen, dieses zu schließen. "Mir ist warm, du Lamm", brummte er als Antwort, unterbrach Rain aber nicht dabei und sah ihm zu, wie er sich mühelos um die winzigen Knöpfe kümmerte, die diesen Fetzen zusammen hielten. So ganz anders als die Kleidung der Wölfe war das hier, so unbrauchbar und unbequem. "Nein, die Kleidung ist unbequem - der Schmerz in meinem Rücken ist ... dumpf und kaum da. Es ist totes Gewebe, Rain - ich glaube nicht, dass ich so schnell wieder etwas spüre, wenn überhaupt." Nicht nur der Geist des Wolfes war ein Scherbenhaufen, auch sein Körper war nicht mehr als flüchtig an allen Ecken und Enden zusammengeklebt - aber auch das hinderte ihn nicht daran, die schwere Tür aufzustoßen und Rain wieder an der Hand zu packen, um ihn mit sich zu nehmen. "Ich wäre ihm verbunden, wenn er diesen Verband behält, aber mehr brauche ich nicht. Wirklich."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Warm...? Es ist nur ein Hemd.", gab Rain zurück und schüttelte den Kopf, während er den letzten Knopf zu machte und absichtlich oben noch ein paar offen ließ. Zumindest sah der Wolf nun ein bisschen ordentlicher aus. Rain musterte ihn, überlegte, ob der Wolf nur den starken Mann spielte, oder ob es ihm tatsächlich besser ging, als er aussah. Rain kannte es von seinem Vater, dass er durch das Anwesen stapfte, allen sagte, dass es ihm gut ginge, aber in Wahrheit konnte er sich kaum auf den Beinen halten. Vielleicht wollte auch Nayantai nicht zugeben, dass er sich schwer tat aufrecht zu stehen, oder dass sein Rücken ständig brannte, aber was blieb Rain anderes übrig, als auf seine Worte zu vertrauen, wenn er es nicht selbst fühlte? Rain konnte den Wolf allerdings nicht viel länger begutachten, wurde an der Hand genommen und aus dem Zimmer gezogen. Etwas Sorgen machte sich Rain, dass sie so gesehen werden konnten, aber andererseits war das nicht das erste Mal, dass der Wolf Rain an der Hand mit sich zog.

      "Weißt du überhaupt wo du hingehst?", schmunzelte Rain erneut, ließ sich aber noch ein Stück mit ziehen. Er wollte schon vorschlagen, der Wolf könnte zum Arzt gehen, während Rain aß, aber er bezweifelte, dass dem Wolf die Idee gefiel und dem Mediziner bestimmt auch nicht. Zudem würde der Wolf das Zimmer vermutlich nicht finden und vielleicht war er auch gar nicht da, weil er bei irgendjemandem einen Hausbesuch machte. Rain zog leicht an Nayantais Hand, schlug eine andere Richtung ein. "Mein Hunger kann noch ein wenig warten, komm schon, bevor sich die Wunde erneut infiziert, sollte sich ein Arzt die Mal ansehen.", lächelte er, zog Nayantai durch die Gänge und klopfte schließlich bei einer großen Tür an, von der Rain nicht wusste, ob sich Nayantai noch daran erinnern konnte. Immerhin hatte er zu dem Zeitpunkt als er hergebracht wurde hohes Fieber gehabt und hatte sich auch bestimmt nicht für die Einrichtung des Anwesens interessiert. Als eine Stimme sie beide herein bat, öffnete Rain die Tür und schob Nayantai anschließend hinein. "Könnten Sie sich die Wunde noch einmal ansehen?", fragte er und entließ den Wolf in die Hände des Arztes, während er bei der Tür wartete und seinem Magen verbot noch einmal zu knurren.
    • "Und es stört mich doch", bekannte sich der Wolf zu seinem Unmut. Warm sollte ihm bleiben, mehr verlangte man vermutlich von der lebenden Leiche gar nicht mehr, aber was dann? Was, wenn ihm wieder warm genug war? Dann verbrannte er in diesem Ding, irgendwann sicher. Wieso trugen Schafe diese unbequemen Stoffe auch? "Wenigstens fühlst du dich in deiner Kleidung wohl", murrte er in die Richtung des Lammes, das sich wohl nun einen Spaß mit dem übergroßen Wolf erlaubte, für den es vermutlich komisch sein musste, einfach so nach der Hand eines Schafes zu greifen, nur, weil er sich alleine und verlassen fühlte. Aber was, wenn er diese Gefühle erst überwunden hatte? Wäre Rain dann überhaupt noch interessant für ihn, oder bildete er sich auch nur ein, dass er sich wirklich um ein Lamm scherte? Vermutlich war das alles nur Humbug dem er blind folgte, weil er sich anders nicht zu helfen wusste und glaubte, wenn er sich mit Rain nicht auseinandersetzen würde, dann würden ihm wiederum Dinge erfahren, die er sich nicht ausmalen wollte. Nayantai schluckte. Was dachte er da auch? Rain war, verflucht nochmal, Niemand der seine Hände freiwillig an ihn legte, aber im Umkehrschluss auch nichts von ihm verlangte. Waren solche Gedanken nicht töricht? Er schüttelte den Kopf, so, als würde es alle schlechten Gedanken aus diesem befördern. "Nein, aber den Weg werde ich schon irgendwie finden. Glaube ich."

      Rain hatte die Führung übernommen und schliff den Wolf in eine ganz andere Richtung - hatte er sich vertan? War das Zimmer des Lammes doch nicht hier, wo er es vermutet hatte? Nein, er plapperte etwas von Arzt, woraufhin es dem Wolf die Nackenhaare aufstellte und er sich wieder an diesen fasste - war Rain nicht hungrig. "Du willst mich wirklich dorthin schleifen?" Verblendet war er nicht mehr, glaubte er zumindest und die Schmerzen, die ihn plagten, dumpf und schwer, gingen von seinem Rücken und nicht von dem Ziehen an seiner Seite aus, das er manchmal verspürte, wenn er Rain hochhob oder sein gesamtes Gewicht auf seine Hände stützte. Ihm ging es, wenn er von der Definition der Wölfe ausging, eigentlich mehr als nur gut - und doch konnte er sich vermutlich gar nicht erst aus dem Schlamassel reden. "Solltest du nicht etwas essen?", versuchte er, das Schaf umzulenken, aber Rain brachte ihn auch schon zu einer unbekannten Tür, an die sich der Wolf allen Anschein nach nicht erinnern konnte - wobei es dafür ohnehin schon zu spät war. Mit einem mulmigen Gefühl zog er das Hemd wieder aus, nachdem man ihn darum bat und war sich nicht sicher, warum er nicht reis aus nahm - weil Rain an der Tür stehen blieb? Weil er keine wilde Bestie war, die nicht mehr wusste, außer wie man mordete?

      Der Arzt löste die Verbände und der Wolf blieb ruhig, selbst als dieser die Naht begutachtete und ihm noch etwas anderes auffiel, das das ehemalige Mosaik aus blauen, grünen und violetten Flecken versteckt hatte. Was genau das war, wusste Nayantai allerdings nicht, weil er womöglich peinlichst genau darauf achtete, nicht nach unten zu sehen. Der Austausch der beiden verlief wortlos - was sollte Nayantai auch schon mit einem sturen Schaf reden? -, aber auch der Naht entledigte man sich noch nicht, dafür war es kein weiterer Verband, dem man ihm auferlegte. Tatsächlich ließ man ihn dann doch in der Mitte des Raumes stehen, während der alte Mann sich seinen Weg zu Rain bahnte. "Es ist vermutlich besser, wenn ich ihm die Naht erst in ein paar Tagen entferne", sagte er zu Rain, einfach, weil er seinem eigentlichen Patienten nichts vermitteln konnte. "Außerdem ... bereiten die restlichen Narben, die er an der Stelle hat, mir Sorgen. Vielleicht solltet Ihr einen Blick darauf werfen, wenn Ihr die Gelegenheit dazu findet."
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    • "Es gehört sich nun mal nicht, in der Welt der Schafe, unbekleidet herum zu laufen. Ich glaube es ist besser, du bist wenigstens angezogen, solltest du jemandem über den Weg laufe.", erklärte Rain ruhig. Es hatte gar nicht so viel damit zu tun, ob es in der Kleidung warm, oder bequem war. Rain fand seine Kleidung jetzt nicht unbequem, aber es gab durchaus Modeerscheinungen die unpraktisch und nervtötend zu tragen waren, besonders für Frauen. Zum Glück legte Rain keinen Wert darauf, wofür sollte er sich auch schick machen, er sah ohnehin immer nur die selben Leute und sein neuer Gast interessierte sich auch nicht dafür, was er anhatte. Für Rain musste seine Kleidung also tatsächlich nur einen Zweck erfüllen und der war es, ihn vor der Kälte zu schützen, die sich auch in den kalten Gängen ausbreitete, die keine Zugänge zu einem Kamin hatte, in dem ein warmes Feuer loderte.

      Dass Nayantai nicht zu Rains Arzt wollte, war ihm bewusst, Nayantai hatte nicht einmal etwas sagen müssen. Trotzdem wollte Rain auf Nummer sicher gehen, wollte, dass alles gut verheilte und er auch keine Probleme mit den Nähten bekam, die am Ende auch noch drin zu bleiben schienen. Zumindest war die Wunde gut geschlossen, blutete nicht mehr und auf dem Verband selbst war auch kaum etwas zu sehen gewesen, auch wenn Rain mit einem gewissen Abstand zuschaute. Dass der Arzt dann zu ihm kam, um ihm noch etwas zu sagen, war wohl vorhersehbar gewesen, wie sollte er auch mit einem Wolf kommunizieren? Vermutlich wollte der Mediziner das auch gar nicht, machte nur den Job, um den Rain ihn bat. "Die restlichen Narben...?", fragte Rain und sah an dem älteren Mann vorbei, nur dass er von hier wenig erkennen konnte. Es hatte wohl keinen gesundheitlichen Grund, warum der Arzt sich Sorgen machte, wenn er Rain sagte er solle es sich ansehen und das machte den jungen Adeligen etwas stutzig. Er nickte jedoch lediglich und bedankte sich für die Zeit. "Komm Nayantai, wir können gehen.", erklärte er, wollte erst einmal in sein Zimmer und etwas Essen, bevor er versuchte sich anzusehen, was den Arzt beunruhigte. Es würde wohl nicht so schwer werden, den Wolf dazu zu bringen sein Hemd wieder auszuziehen, wenn er es denn überhaupt wieder über zog.
    • "Ihr seid so kompliziert", brummte der Wolf unzufrieden. Wenn er sich schon den Schafen beugen musste, dann nicht auf diese Art und Weise - eher fühlte es sich so an, als würde man ihm Bräuche aufzwingen, die kein anderer Wolf befolgen musste, aber wenn er ehrlich war, war es einfach der Stoff der Kleidung, den er verschmähte und nicht die Kleidung selbst - in Thria war es zu kalt, um so herumzurennen, wie er es hier tat - dafür war ihm, lediglich durch die Wärme, die der Kamin ausstrahlte, viel zu warm. Wölfe waren derartige Bedingungen nicht gewohnt und Nayantai war, wenn auch gleich er es sich nicht immer eingestehen konnte, noch immer ihr Prinz und noch nicht so tot, wie er es oftmals gerne wäre. Wider Erwarten war der Besuch bei Rains Arzt schmerzlos, ziemlich wortlos und schneller beendet, als eigentlich gedacht - ein erlöster Seufzer verließ seine Lippen, als Rain ihm sagte, sie könnten gehen und anstandshalber, streifte er sich das Hemd zumindest über und versuchte, sobald sie den Raum verlassen hatten, auch wieder einige der Knöpfe zu schließen, die ihn plagten, allerdings irgendwann wieder aufgab, weil er nicht einmal nach unten sah, sondern viel lieber mit diesem Ding herumzufummeln schien.

      "Und? Was hat er dir erzählt?", wollte der Wolf wissen, als sie sich etwas von dem Arzt und dessen Räumlichkeiten entfernt hatten und sich vermutlich den Weg zu Rains Zimmer bahnten. Irgendetwas musste es doch sein - vielleicht auch, dass man ihm nicht mehr helfen konnte, aber dann wäre die Tonlage vermutlich anders gewesen. "Wahrscheinlich irgendwelchen Stuss", konkludierte Nayantai, der wiederum nach Rains Hand griff und wohl kaum Mühe damit hatte, ihn hinter sich her zu ziehen, in der Hoffnung, er erinnerte sich noch an den Rückweg und sorgte nicht dafür, dass sowohl er als auch Rain sich in diesem zu groß geratenem Steinhaufen verirrten. "Ich meine, ich hätte es mir schlimmer vorgestellt, aber irgendwie hat er auch ... nichts getan?" Mehr als den Verband entfernt und die heilende Wunde abzutasten war es gar nicht, dafür war er wenigstens besagten Verband losgeworden und musste sich jetzt nicht mehr darum kümmern. Ein Bad wäre nett, aber nicht jetzt - morgen war auch noch ein Tag. Schlussendlich hielt der Wolf vor einer Tür, die er als Rains Zimmer identifizierte. "Siehst du? Ich weiß es doch!"
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    • Rain warf nur noch einen kurzen Blick auf Nayantai als dieser auf ihn zu kam und an seinem Hemd herum fummelte, ihm fiel jedoch nur die Naht ins Auge, die zwar heilte, aber immer noch sehr rustikal aussah. Er schloss die Tür zum Zimmer des Arztes, nachdem Nayantai mit ihm in den Gang getreten war und folgte ihm. Er wollte wohl wissen, was die beiden Männer miteinander gesprochen hatten, es war verständlich, als eigentlicher Patient. "Die Naht...", er deutete auf Nayantais Seite mit der Wunde, "...sieht gut aus. In ein paar Tagen kommt sie raus. Wie es aussieht wirst du wieder wie neu sein." Das war alles was er vorerst sagte, schlicht weil er noch nicht wusste, womit er es zu tun hatte und weil er Nayantai nicht schon wieder auf den Schlips treten wollte.

      Rain schmunzelte, ließ sich von Nayantai durch die Gänge ziehen und war am Ende nicht sicher, ob er wirklich stolz sein sollte, dass der Wolf sich zurecht gefunden hatte und sie am Ende tatsächlich vor Rains Zimmer angekommen waren. Er lächelte, öffnete die Tür und trat ein. "Ich hatte auch angenommen, dass ein Wolf der sich in der Wildnis zurecht findet, auch hier von A nach B findet.", lächelte er, nickte aber dennoch bestätigend. Nachdem Nayantai eingetreten war, schloss Rain die Tür hinter sich, versperrte sie auch, weil er ohnehin gerade da stand und nicht wollte, dass neugierige Augen etwas sahen, was sie nicht sehen sollten. Anschließend ging er zu dem kleinen Tischchen neben dem großen Sessel auf dem Nayantai gestern noch gesessen hatte, dort stand ein Tablett mit etwas zu Essen und Rain widmete sich dem, weswegen er eigentlich aus Nayantais Zimmer gegangen war. Er setzte sich und nahm ein paar Bissen, während er zu Nayantai hinüber schielte. "Hier drin... brauchst du das Hemd nicht unbedingt tragen, wenn es dich stört.", murmelte er und hatte ein schlechtes Gewissen, weil er natürlich einen Hintergedanken bei alle dem hatte. "Mh... kann ich dich etwas zu dem Kerker und dem König fragen...? Zu deiner Gefangenschaft?"