❣ Red Thread of Fate ❣ [Rheira & Sanjadi]

    • ___ Shin ___

      Shin war in den vergangenen Wochen alles andere als untätig gewesen und der Perfektionist in ihm hatte sich vor allem in den letzten 2 Tagen - in denen er Taejin kaum zu Gesicht bekommen hatte, nicht dass das der Grund dafür war (als ob!) - förmlich überschlagen. Er hatte Taejin wortwörtlich einen ganzen Ordner voller Informationen über die Verräter zukommen lassen, in dem nicht nur Hyunjun aufgelistet war, sondern sämtlichen Dreck welchen die anderen so am Stecken hatten. Taejin konnte sich aussuchen, was ihn störte und was nicht. Die 5 Personen um welche es eigentlich ging, nun diese hatte er in dem Schnellhefter zuvor zusammen getragen und an seinen Auftraggeber übergeben. Ein Video gab es heute auch noch, ein Video welches nicht einmal Taejin gesehen hatte oder Kean. Shin war beeindruckt, dass man ihm tatsächlich so viel Vertrauen schenkte keinen Ärger zu machen und einfach das Video vorführen würden. Einer der 5, war heute nämlich nicht anwesend. Alle waren sie zahlreich erschienen, doch dieser Stuhl blieb leer und hatte für einige verwirrte Blicke gesorgt. Nun, dazu würden sie später kommen.
      Die Runde war ansonsten vollkommen versammelt. Nicht alle waren schuldig, auch wenn jeder ordentlich Schmutz bei sich trug. Shin beobachtete die Reaktionen und Körpersprache der Anwesenden sehr genau. Nun sie waren geschult nicht zu viel Preis zu geben, aber für einen Auftragskiller wie Shin, der diesem Job schon so lange nachgeht, konnten sie nicht wirklich etwas vor machen. Er wusste genau worauf er achten musste, schauen musste und wie er Menschen zu sprechen brachte. Keine Eigenschaft auf die ein normaler Mensch stolz sein sollte, aber in seinem Metier war er nun einmal dafür bekannt.
      Irgendein Talent braucht jeder, mh?
      Wahrscheinlich würde Shin in einem normalen Leben ohne Mord und Gewalt überhaupt keinen Fuß fassen können...
      Die Anwesenden saßen an dem runden Massivholztisch wie aus einem Abklatsch des Klassikers der Pate. In ihren schicken Designeranzügen und mit ihren fetten Zigarren, wirkten sie tatsächlich filmreif.
      Taejin stach in dieser Menge nicht nur aufgrund seines Charismas und Alters förmlich heraus, sondern auch an der Art wie er sich verhielt. Shin hatte nie wirklich viel von Untergrundbossen gehalten. Alle die er bislang getroffen hatte, waren ähnlich wie diese Säcke hier. Sie hatten nur Geld und Macht, aber weder Talent noch die Eier wenn es wirklich darauf ankam. Taejin wiederum war erschreckend talentiert. Allein wie er diesen Tisch umrundete, als wäre er der König der Welt und alle hier seine Schachfiguren.
      Shin gefiel dieser Anblick und der Blonde wirkte unglaublich attraktiv wie er das Weinglas schwenkte, welches so rot war als würde der Koreaner das Blut seiner Feinde selbst trinken. Na hey, jeder in diesem Business hatte merkwürdige Vorstellungen und Kinks, die kein Normalsterblicher nachvollziehen konnte, da war Shin keine Ausnahme und Taejin sah im Augenblick einfach verboten heiß aus, wie er mit stolzer Haltung und arrogantem Blick allen verdeutlichte, dass sie Nichts im Vergleich zu ihm waren.
      Eine Sache jedoch gefiel Shin ganz und gar nicht. Taejin war so perfekt in seiner Rolle, so von Adrenalin berauscht, dass er nicht wirklich um sich sah. Der Auftragsmörder versuchte daher den kompletten Tisch im Auge zu behalten. Außer Kean, den Shin ebenfalls bis auf die Nieren geprüft hatte, konnte er hier keinem so wirklich trauen und wenn nur sie beide Shin verteidigten, musste er auf der Hut sein. Eine falsche Bewegung und Shin würde kommentarlos schießen. Dies hatte er Taejin bereits von Anfang an mitgeteilt. Der Koreaner hatte es ihm abgesegnet.
      Als Taejin das Weinglas gegen die Wand haute und der restliche Wein in einer roten Bahn elegant in schwungvollen Bewegungen seinen Weg an der Wand fortsetzten, waren selbst die alt eingesessenen Herren aufgeschreckt. Nun manche wirkten nach wie vor tiefen entspannt, wahrscheinlich weil sie einfach genug mitgemacht hatten, aber die richtigen waren wach. Shin leckte sich ein wenig über die Lippen.
      Verflucht, vielleicht war er einfach nur untervögelt.
      Wie Shin es bereits prophezeit hatte, leugnete ihr Verdächtiger alles. Auch wenn alle Blicke auf ihn gerichtet waren und viele sich bereits erhoben und ihn anklagten, blieb er standhaft. Die Stimmen verstummten, da sich Taejin von niemanden unterbrechen ließ und Kean sein okay gab, den Film abzuspielen. Shin nickte ihm zu und der treue Kean machte sich ans Werk. Er verbeugte sich kurz, während er auf einen Knopf drückte und daraufhin eine Leinwand von der Decke hinunterfuhr.
      Viele schienen äußert verwirrt, wollten Fragen stellen, wurden aber direkt unterbrochen.
      Kean trat zur Seite um den Film beziehungsweise die Aufnahme freizugeben.

      Auf dem Monitor erschien ein dunkler Raum, lediglich beleuchtet von einer sterilen langen Deckenlampe. Dort befand sich ein Tisch mit zwei Stühlen. Auf einem der unbequemen Holzstühle saß ein Mann, welcher schon deutlich bessere Tage gesehen hatte. Sein weißes Hemd war schweißgebadet, die Haare ungewaschen und mehr als ein Drei-Tage-Bart war auch schon gewachsen. Eine Hand war in einer Bandage eingewickelt und er war an den Stuhl gefesselt. Alle hier Anwesenden erkannten den Mann trotz der heruntergekommenen Optik sofort. Es war der Herr, welcher heute fehlte.
      Man hörte plötzlich Schritte in dem Raum und wie der Mann auf dem Stuhl panisch die Augen aufriss und begann zu schreien.
      "Verschwinde! Teufel! Dämon!" ertönte es auf koreanisch.
      Man hörte ein melodisches Lachen im Hintergrund und wie plötzlich ein junger Mann in schwarz den Raum betrat. Alle Köpfe drehten sich plötzlich zu Shin an der Tür, welche den Anwesenden grinsend zuzwinkerte und mit dem Zeigefinger auf den Monitor deutete.
      "Ihr wollt doch nichts verpassen?", flüsterte er spielerisch, während die Anwesenden verwirrt wieder zur Leinwand blickten.
      "Guten Abend Herr Lee." säuselte der Shin in der Aufnahme, welcher etwas in seiner Hand trug.
      "Ich habe uns ein nettes Spiel mitgebracht, wollen wir heute Abend spielen?"
      Der Mann rutschte unruhig auf dem Stuhl herum. "Du bist doch irre!"
      "Aber aber, mein koreanisch ist leider noch nicht so gut. Sieh nur..." Shin fischte in dem Video ein Koreanisches Lehrbuch heraus. "Ich übe fleißig."
      "Verschwinde in dein Land!" kam es nun auf englisch von Mr. Lee.
      "Och Korea ist ganz nett. Ihr habt so glitschige Nudeln in scharfer Soße. Die sind super. Hätte ich welche mitbringen sollen? Verzeih." Shin stellte ein kleines Gerät, welches aussah wie eine Guillotine in Miniformat auf den Tisch. Die kleinen Messer waren an Seilen befestigt und unter jedem Messer gab es an der Seite ein Loch, ungefähr so breit wie ein Finger.
      "Ich nenne es Finger-Schafott." verkündete Shin und setzte sich auf den Tisch gegenüber des kleinen Geräts und somit auch gegenüber von Mr. Lee.
      "Nein....keine Spiele mehr...."
      "Sei kein Spielverderber. Ich spiele doch auch mit." Shin schob in die Löcher, jeweils 5 an seiner Seite seine Finger. "Du darfst dir einen Faden mit einem Messer aussuchen, welches durchgeschnitten wird. Wenn du Glück hast passiert nichts, wenn du Pech hast...nun....wir werden sehen."
      "Du bist krank. Ich mach da nicht mit!"
      "Willst du mir dann eine schöne Geschichte erzählen?"
      "Ich weiß nicht warum ich hier bin. Lass mich gehen, das wirst du bereuen!"
      Shin grinste. "Na komm, such dir einen Faden aus. Ich mache auch den Anfang."
      Die Anwesenden im Raum waren mucksmäußchen still. Einer hielt sich sogar die Hand vor den Mund.
      ".....der blaue..."
      Shin schnitt ohne zu zögern mit der freien Hand den Faden durch. Nichts passierte.
      "Oh...du bist dran."
      "Ich hab wegen dir nur noch eine Hand!"
      "Du hast doch noch eine zweite."
      Dieses Psychospielchen zog sich keine 2 Minuten, bis der Anwesende bereits anfing zu singen und alles Preis gab, was bislang geschehen war.
      Von dem Anschlag auf Taejins Mutter, dem heimlichen Kontakt zu Virus bis hin zu den illegalen Machenschaften von Hyunjun selbst.
      Ein empörtes Raunen ging durch den Saal. Fluchen und Beschimpfungen an Hyunjun und einige hatten sogar schon ihre Waffe auf den Verräter gerichtet.
      Shin im Video war nun vor die Kamera getreten und verbeugte sich.
      "Das wars mit der heutigen Shins kleine Kammer des Schreckens. Ich hoffe sie hatten Spaß am heutigen Nachmittagsprogramm. Nun ist es an ihnen. Vor ihnen liegen rote Karten. Notiert doch was wir mit unserem Verräter-chan nun anstellen sollen. Noch sind alle 5 in einem Stück.....nun....noch. Bye bye."
      Daraufhin war die Aufnahme zu Ende und Shin löste sich aus dem Schatten. Die Anwesenden blickten perplex auf die roten Zettel welche tatsächlich vor ihnen lagen. "Oh, wem die kleine Vorführung nicht ausreicht." er pfefferte einen Stapel Bilder auf den Tisch, der sämtliche Schandtaten offenbarte. Hyunjun war auf vielen der Bilder zu sehen, ebenso wie einige unschöne Bilder, in dem auf Taejins Gebiet mit menschlicher Ware gehandelt wurde. Wie mit Taejins Namen Dokumente unterzeichnet wurden und sogar handgeschriebene Zettel waren in dem Stapel Bilder dazwischen geschoben worden. Briefwechsel darüber, dass Taejin als Anführer nichts taugte, er abgesetzt worden müsste und man Hyunjun als Anwärter sah. Viele Berichte darüber, dass die Hwangs schon lange versagt hatten und die Liste ging endlos weiter. Ja Shin war verflucht fleißig gewesen.
      Er hatte Taejin versprochen, dass er die Drecksarbeit erledigen würde.
      Ja, er hatte ihm versprochen das er den Schmutz auf sich laden würde. Taejin musste aber dafür stark genug sein, seinen jahrelangen engen Vertrauten zu verurteilen.




      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Taejin
      Es herrschte angespannte Stille im Raum. Mittlerweile hatten fast alle Anwesenden ihre Handfeuerwaffen gezückt und sie aufeinander gerichtet, während nur zwei ältere Herren, die das Durchschnittsalter im Raum massiv erhöhten, gemütlich in ihren Stühlen sitzen blieben und das Szenario fast schon amüsiert beobachteten. Wahrscheinlich hatten die beiden schon zu oft in ihrem Leben solche Szenarien erlebt und konnte es nur noch als Entertainment betrachten. Kean selbst hatte ebenfalls seine Waffe gezogen, welche geradewegs auf Hyunjuns Kopf zielte, der wiederum seine Waffe direkt auf Taejin richtete. Taejin selbst hatte sich nicht bisher bewaffnet. Er sah keinen Sinn darin selbst seine Waffe zu ziehen, wenn sie doch gar nicht nötig war.
      "Entspannt euch.", raunte Taejin grinsend, während er beschwichtigend seine Hände hob und sich einmal mehr in Bewegung setzte, die Läufe von fünf Waffen ihm dabei folgend.
      "Ich weiß natürlich, dass diese Szene hier unserem Gewerbe entspricht und fast schon klischeehaft an einen Mafia Film erinnert... aber ich konnte mich nie so sehr für Schusswaffen begeistern. Sie sind plump, liegen nicht sonderlich gut in der Hand und jeder Vollidiot kann sie abfeuern und damit Blödsinn anstellen. Ich persönlich... bevorzuge elegantere Wege, um meine Ziele kalt zu machen. Schon als kleiner Junge habe ich es geliebt Zeit in unserem Garten zu verbringen. Meine Mutter hatte mir damals mein ganz eigenes Beet zur Verfügung gestellt, welches ich mit all den Blumen und Kräutern bepflanzen konnte, die ich wollte. Also säte ich Diptam, Paternostererbsen, Australische Brennnessel, Schierling und Aconitum napellus - der blaue Eisenhut. Ich experimentierte, lernte die Pflanzen tiefgehender kennen und erforschte sie. Ich erkannte schnell, das eine klitzekleine Pflanze einen ausgewachsenen Mann wochenlang schreckliche Schmerzen spüren lassen konnte. Eine kleine Blüte konnte bei Verschlucken den Atemstillstand bei vollem Bewusstsein verursache und eine einfache Berührung eines Blattes kann zu schweren Verbrennungen führen. Schon erstaunlich..."
      Taejin blieb wieder stehen, die Anwesenden immer noch wie eingefroren. Die Verräter wussten wahrscheinlich gerade nicht wirklich, ob sie sich selbst oder Taejin erschießen sollten, während sie von drei Mal so vielen treuen Hwang-Clanmitgliedern umringt waren, während besagte Mitglieder wahrscheinlich nur auf ein Kommando von Taejin warteten.
      Taejins Blick glitt zu den halbleeren Wein Gläsern auf dem Tisch, die es bereits in der Lobby zur Begrüßung gegeben hatte.
      "Ich hoffe der Aperetiv hat allen geschmeckt. Ich habe ihn eigenhändig ausgewählt und genaustens auf eure Geschmäcker geachtet."
      Hätte jemand eine Stecknadel in diesem Moment zu Boden fallen lassen, hätte es wohl jeder deutlich gehört. Augen aller Anwesenden weiteten sich langsam aber sicher, als die Erkenntnis langsam einsetzte. Panik spiegelte sich allem voran in den Blicken der Verräter wider und selbst das ein oder andere Mitglied, welches zwar nicht an diesem großen Verrat beteiligt war, aber dennoch Dreck am Stecken hatte, erblasste augenblicklich. Und dann fiel die erste Waffe zu Boden. Nicht, weil besagter Verräter sich ergeben wollte... sondern viel mehr, weil seine Muskeln ihm nicht mehr gehorchen wollten. Lähmungserscheinungen zeigten sich langsam aber nach und nach bei dem ein oder anderen, ehe sie röchelnd zu Boden gingen, nach Luft ringend. Taejin liebte diesen Anblick, musste fast schon ein triumphierendes Lachen unterdrücken, wäre es doch zu sehr Klischee gewesen, ehe er sich komplett auf Hyunjun konzentrierte, der ebenso mit seinen Muskeln zu kämpfen schien, aber zumindest noch an seiner Waffe festhalten konnte.
      "Keine Sorge... das Gift, welches ihr getrunken habt lähmt euren Körper lediglich und bringt euch nicht um... es wäre zu schade euch hier und jetzt einfach zu töten, schließlich habt ihr noch nicht für euren Verrat und eure Schandtaten gebüßt. Ich sorge dafür, dass ihr schlimmste Qualen erleiden werdet... schon vergessen? Ich trauere nicht. Ich vergebe nicht. Ich vergelte. Ich zerstöre."
      Der erste Vergiftete übergab sich jämmerlich und ging in seinem eigenen Erbrochenem zu Boden. Sie waren absolut erbärmlich. Doch im Gegensatz zu den anderen, schien Hyunjun stärker dagegen anzukämpfen. Oder aber... Taejin dachte schärfer nach, konnte sich nicht genau daran erinnern, dass der Kerl überhaupt etwas getrunken hatte. Verdammte scheiße... er hatte sich arroganterweise vielleicht doch ein wenig verkalkuliert.
      Gerade als Taejin nach seiner eigenen Waffe griff, hörten Hyunjuns Zuckungen auf und der Verräter hob böse grinsend sein Waffe, direkt auf Taejins Herz gezielt. "Naiver kleiner Junge...", verpöhnte er den Hwang-Erben, ehe er abdrückte.
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ
    • ___ Shin ___

      Nach seiner kleinen Videovorführung hatten die Leute die roten Karten, auf denen eigentlich schon längst etwas geschrieben stand direkt vom Tisch geworfen und ihren Waffen aufeinander gerichtet. In feinen goldenen Lettern stand auf jeder Karte der Name einer Pflanze. Deuten konnte das wahrscheinlich nur Taejin und Shin, der sich wegen dem Koreaner ein wenig damit beschäftigt hatte. Die Pflanzen angerührt hatte der Japaner allerdings nicht. Sein Auftraggeber hätte ihm auch die Hölle heiß gemacht, wäre der Pflanzenschreck seinen Babys auch nur einen Schritt zu Nahe gekommen. So hatte sich Shin also mit den Büchern und Aufschrieben des Hellhaarigen begnügt. War ihm auch lieber, er hatte einfach kein Händchen für Pflanzen. Die brachte er auch um, so makaber und traurig es auch klang. Ob sein Kaktus eigentlich noch lebte? Nun wenn sein Freund sich darum kümmerte, während er auf Ram aufpasste, sollte es dem Pflänzchen besser gehen den je.
      Nun wie auch immer, die Waffen waren kreuz und quer im Raum auf alle möglichen Parteien gerichtet. Shin kümmerte das meiste nicht wirklich, seine Augen wanderten nur zu bestimmten Personen im Raum. Wie eine Katze bewegte er sich lautlos von Kean weg, welcher tapfer die Stellung hielt, während Shin mit dem Raum verschmolz. Obwohl sie alle panisch zu ihm gesehen hatten, achtete jetzt keiner auf ihn, was wohl auch daran lag das er einfach keinen Laut von sich gab. und sich bereits bewegt hatte, während Taejin seine Rede hielt.
      Die Erklärung über die einzelnen Pflanzen und was er damit angestellt hatte, war typisch für den Hellhaarigen und wer ihn kannte, sollte eigentlich nicht überrascht sein. Shin gefiel die Art des Koreaners mit seiner Tonlage zu spielen, genauso wie dieses machthungrige Glitzern in diesen wunderschönen Augen.
      Alles lief perfekt und genau wie Shin es vorher gesehen hatte. Der Schwarzhaarige war zufrieden. Jetzt musste dem Ganzen nur noch ein Ende gesetzt werden und der Spuk war vorbei. Die Pflänzchen hatten direkt die Wirkung entfaltet, wie Taejin es ihm erklärt hatte und fast wie ein Kartenhaus stürzten die überheblichen Idioten zu Boden. Die einen mit Muskelkrämpfen, die anderen zuckten oder übergaben sich. Es war ein echtes Spektakel.
      Sein Blick wanderte zu Hyunjun und seine Augen weiteten sich. Shin hatte etwas übersehen, verdammt! Er hatte einen Fehler gemacht und ihn nicht die ganze Zeit beobachtet. Er hatte nicht getrunken und Taejin war nicht bewaffnet. Kean sah ihn noch etwas verwirrt an, als Taejin plötzlich auf alle Lautlosigkeit zu pfeifen schien und auf den Tisch sprang, dabei sämtliches Geschirr um warf, nur um direkt vor Taejin zum stehen zu kommen, auf den genau in diesem Moment eine Waffe gerichtet und abgedrückt wurde.
      Shin hatte gerade noch den Lauf der Waffe zu fassen bekommen und von seinem Auftraggeber weggedreht. Verhindern das Hyunjun abdrückte konnte er nicht, aber das Taejin getroffen wurde.
      Hyunjuns Augen weiteten sich vor Schock, da er damit nicht gerechnet hatte. Nun Shin hatte auch nicht unbedingt damit gerechnet sich eine Kugel einzufangen, doch diese hatte ihn getroffen. Das rauchblaue Hemd nahm plötzlich an seiner Brust einen tiefroten Farbton an, während aus dem Mundwinkel des Japaners Blut lief.
      Dennoch hielt er mit der anderen Hand die Waffe an die Stirn des Verräters und wiederholte genau die Worte mit denen Hyunjun Taejin verhöhnen wollte.
      "Richtig, naiver kleiner Junge. Oyasumi." daraufhin drückte er ab und Hyunjun sackte zu Boden.
      Shin atmete erleichtert aus, ehe er den Arm sinken ließ. "Meine Perfektionsrate hat gerade einen Knick bekommen...."damit kippte er nach hinten in die Arme des Hwang-Erben.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Taejin
      Er hatte gedacht, er hätte alles unter Kontrolle. Er hatte all das so gut durchdacht und geplant... und dabei einen klitzekleinen Faktor vollkommen außen vor gelassen. Was, wenn Hyunjun den Wein gar nicht trank? Er hatte alles bedacht, alle Möglichkeiten mit einberechnet... außer dieses simple Szenario. Taejin hatte allerdings nicht allzu viel Möglichkeiten sich darüber zu ärgern, oder aber einen Alternativ Plan zu erarbeiten, da hatte der miese Verräter auch schon seine Handfeuerwaffe direkt auf Taejin gerichtet und ohne weitere Vorwarnung abgedrückt. Taejin hatte versucht rechtzeitig nach seiner eigenen Waffe zu greifen, aber keine Chance, dass er selbst es rechtzeitig schaffen würde. Ein wenig ärgerte er sich sogar, dass er zuvor nicht an eine schusssichere Weste gedacht hatte. Er wurde nachlässig an den ungünstigsten Stellen und die echt Frage war doch, ob er das nun endgültig bereuen würde? Scheiße... das war echt nicht so geplant...
      ...
      und dann...
      kein Einschuss. Stattdessen ereignete sich ein Szenario von Taejins Augen, welches er nicht einmal in seinen wildesten Träumen gedacht hätte. Shin hatte sich in Bewegung gesetzt, förmlich zwischen Hyunjun und Taejin geworfen und damit die Kugel abgefangen, die eigentlich den Hwang-Erben direkt hätte erwischen sollen. Der Japaner revangierte sich für den Schuss, natürlich nicht ohne einen gewitzten Spruch dazu, ehe erst Hyunjun zusammensackte... und schließlich auch Shin. Augenblicklich weiteten sich Taejins Augen, während er noch verarbeitete, was sich da eigentlich gerade vor ihm abgespielt hatte. Kean reagierte zuerst, zog Taejin zurück und hinter sich, um ein Schutzschild darzustellen, während er überprüfte, ob noch irgendein anderer Verräter austicken könnte, während die treuen nicht-vergifteten Mitglieder des Hwang-Clans förmlich die regungslosen Verräter aus dem Raum schleiften.
      Doch Taejin ließ sich nicht wirklich von Kean zurückschieben. So sehr der Dunkelhaarige es auch versuchte seinen Boss im Zaum zu halten, er hatte wenig Erfolg und so drängte sich der Blonde vor zu dem blutenden, am Boden liegenden Japaner und ging neben ihm förmlich auf die Knie. Kean musste nicht Gedanken lesen, um zu verstehen, was Taejin von ihm wollte und während der Hwang-Erbe seine Hand auf die Wunde des anderen presste, um die Blutung irgendwie stillen zu können, hatte Kean bereits einen Krankenwagen gerufen und sich um die Koordination und 'Entsorgung' der Verräter gekümmert. Er kannte Tae zu gut, um zu wissen, dass es sinnlos wäre den Koreaner dort wegziehen zu wollen. Also nutzte er mehr Kraft darauf Taejin von hier aus zu beschützen und alles zu organisieren.
      Während die eine Hand von Tae die Wunde versuchte zuzudrücken, strich die andere beruhigend durch Shins Haare, als wolle er ihm damit signalisieren, dass er nicht alleine war und nicht sterben würde. Reden fiel ihm aktuell schwer, überhaupt einen klaren, vollständigen Gedanken fassen zu können war absolut unmöglich... Also konzentrierte er sich nur darauf ihn zu streicheln und die Wunde zu drücken, als wäre er zu nichts anderes überhaupt fähig.
      .
      Es fühlte sich wie Stunden an, doch Taejin wusste, dass es ptentiell nur einige Minuten waren, ehe die Notärzte förmlich den Saal stürmten, einen Moment irritiert aufgrund des Szenarios ihren Blick gleiten ließen, sich dass aber auf die beiden blutenden Individuen auf dem Boden konzentrierten. Taejin wurde förmlich von Shin weggezogen, damit die Ärzte sich um ihn kümmern konnten und er konnte erahnen, dass Kean derjenige hinter ihm war, der ihm gerade versuchte einzureden, dass er so nicht helfen könnte...
      All das wirkte zu sureal und Taejin war sich nicht einmal sicher, wie sie in den folgenden Minuten überhaupt in den Privatflügel des nächstgelegenen Krankenhauses gelangten, eine Not-OP an Shin durchgeführt wurde... und Taejin schließlich erst wieder am Bett des operierten Patienten so wirklich zu Bewusstsein gekommen zu sein schien. Noch immer hatte er Probleme alles zu verarbeiten, aber er war mehr als erleichtert, dass Shin lebte, wieder genesen würde und sich nicht umsonst für ihn opfern wollte... scheiße... warum hatte der Vollidiot das überhaupt getan?
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ
    • ___ Shin ___

      Ganz ehrlich? Shin hatte keine Ahnung was er sich dabei gedacht hatte und das sollte für jemanden mit so einem hohen Intelligenzquotienten ein Grund zur Besorgnis sein. Allerdings war Shin weder danach sich jetzt darüber Gedanken zu machen, noch irgendetwas zu bereuen. Der Witz war ja, er bereute es nicht und auch wenn er nicht so ganz wusste, weshalb sein Körper von allein reagiert hatte, war er sich sicher, er würde es wieder tun. Verflucht nochmal, blöder Taejin.
      Vielleicht war das tatsächlich der erste Auftrag in Shins Karriere der eine Nummer zu groß für ihn war? Unsinn, für den Reaper war nichts zu groß. Nur wenn er jetzt drauf gehen würde, hätte er einen echt heroischen Abgang, was als Auftragskiller irgendwie dämlich war. Eigentlich war sein Plan, wenn er schon irgendwann draufging, dass es still und leise war. Er wollte im Nichts verschwinden, so wie er damals auch auf der Bildfläche der Untergrundwelt aufgetaucht war, aus dem Nichts. Niemand wusste wer Shin war, woher er kam, wie er überhaupt hieß und warum er all das tat und genau so wollte Shin auch verschwinden. Naja natürlich nachdem er ordentlich Spuren hinterlassen hatte, schließlich war er in dem Business einer der Besten und das ließ sich der Japaner nicht streitig machen. Jetzt wurde er das erste Mal ordentlich verletzt - naja zumindest, das es jemand mitbekommen hatte - und das in der Funktion eines Bodyguards. Würde gerade alles nicht so schrecklich weh tun, hätte er sich gern selbst ausgelacht. So hatte sich Taejin das alles nicht vorgestellt und es kotzte ihn an, dass seine Planung einen so idiotischen Leichtsinnsfehler beinhaltet hatte. Ernsthaft, wie konnte er nicht darauf achten, ob dieser Idiot sein Getränk trank oder nicht? Anfängerfehler...den Schuss hatte er verdient.
      Hoffentlich gelang das nicht an die Öffentlichkeit, das war ja peinlich. Er musste also wieder genug Leute zum Schweigen bringen, großartig. Shin konnte sich nicht mal bewegen.
      Allerdings erschien ihm all das überhaupt nicht so wichtig wie es sollte. In seinen Gedanken kreiste die ganze Zeit ein viel zu attraktiver Koreaner herum und er fragte sich, ob es ihm gut ging. Shin wusste, dass die Kugel abgewehrt und auf sich gelenkt hatte. Taejin dürfte also nicht verletzt worden sein.
      Um ihn herum herrschte reges Treiben. Es gab einige loyale Anhänger der Hwangs welche tapfer ihren Chef verteidigten. Shin spürte eine Hand auf seiner Brust und konnte erkennen, dass diese zu Taejin gehörte.
      Wieso sah dieser so aufgewühlt aus? Irgendwie niedlich.
      Mh, Shin hätte niemals gedacht, dass er nicht einsam sterben würde. Er lag in den Armen von Taejin. Gab schlechtere Orte für einen Abgang soviel stand fest.
      Allerdings hatte der Japaner nicht vor das Zeitliche zu segnen, noch nicht jedenfalls.
      Der Schwarzhaarige hätte gern etwas gesagt, aber sobald er den Mund öffnete quoll Blut aus diesem und er hatte das Gefühl in der roten Flüssigkeit zu ersticken. Shin wusste das er sich gerade noch rechtzeitig gedreht hatte, damit die Kugel sein Herz verfehlte. Gute Instinkte, wieso lobte ihn hier keiner?
      Ah, man war wohl eher verwirrt wieso zur Hölle ein Auftragsmörder seinen Auftraggeber rettet.
      Ja, gute Frage, konnte Shin ihnen nicht verübeln.
      Vielleicht weil er diesen blonden Idioten irgendwie ziemlich mochte.
      ...
      Er hätte diesen Auftrag nie annehmen sollen.
      Dann würde alles Dunkel und plötzlich war all der Schmerz verschwunden.
      ...

      Zu früh gefreut.
      Ein schrecklicher Schmerz, den wohl nicht einmal die Schmerzmittel abfangen konnten durchfuhr seinen Körper als er aus dem Schlaf schreckte und die Krankenschwester neben ihm wahrscheinlich den Schock seines Lebens versetzte. Er hätte noch gar nicht aufwachen dürfen, aber war er nun einmal.
      Die Blondine hatte vor Schock ihr Klemmbrett in die Luft geworfen.
      Moment Krankenschwester.
      Shin brauchte erst einen Moment um sich zu orientieren. Weiße Wände, merkwürdiger Geruch und beklemmende Atmosphäre: Eindeutig ein Krankenhaus.
      Sein Blick wanderte zur Seite und er erkannte den Taejin, welcher an seinem Bett schlief. Soweit er sich bewegen konnte, wanderte seine Hand zu dem weichen Haarschopf des Koreaners, dem er leicht durch das Haar strich.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Taejin
      Er hatte lange Zeit am Bett des Japaners gesessen, hatte regelmäßig Pflegepersonal zu unrecht angeblafft, war unruhig durch den Raum getigert und hatte zwischenzeitlich sogar begonnen das VIP-Krankenzimmer freundlicher und heller umzugestalten, was wahrscheinlich beim gesamten Krankenhauspersonal für massive Verwirrung gesorgt hatte, aber sie hinterfragten und kritisierten es nicht, schließlich war das Hwang-Imperium einer der größten Geldgeber des Krankenhauses und jegliche Interaktionen mit einem Hwang-Familienmitglied waren mit strengster Geheimhaltungspflicht verbunden. Nicht das erste Mal wurde jemand nach einer Unterwelt Eskalation hier zusammengeflickt, ohne dass die Öffentlichkeit erfuhr und abgesehen vom Geldaspekt war die Tatsache, dass der Direktor des Krankenhauses ein angeheirateter Onkel von Taejin war vielleicht auch kein unwichtiger Grund. Besagter Onkel hatte in den vergangenen Stunden mehrfach nach dem Blonden gesehen, sich besorgt bei ihm erkundigt, ob er nicht nach Hause gehen wolle und schließlich resignierend nachgegeben und ihm Essen bringen lassen, dass Taejin nicht anrührte.
      Die Schwestern betonten immer wieder, dass Shin noch eine Weile aufgrund der Betäubungs- und Schmerzmittel schlafen würde, aber Taejin hatte gekämpft wach zu bleiben und zu warten, bis der Dunkelhaarige die Augen aufmachte. Dass der Erbe das nicht durchhielt und er schließlich doch am Krankenbett sitzend einschlief, war aufgrund der Ereignisse des Tages und der ganzen Aufregung dann wohl auch nicht sehr verwunderlich.
      .
      Er spürte eine angenehme Berührung, schmiegte sich an diese und glaubte für einen Moment, dass sie seinem unruhigen Traum entsprang, doch als er langsam wieder zu Bewusstsein kam und mehr von seiner Umwelt realisierte, erkannte er, dass er tatsächlich gestreichelt wurde. Sein erster Gedanke war Hayato oder Chanyeol, aber die dürften mittlerweile wieder in ihren Hotels in Sicherheit sein. Langsam öffnete Tae die müden Augen und fing Shins Blick auf, der auf ihn gerichtet war. Er war wach!
      Augenblicklich richtete der Blonde sich mehr auf, beugte sich über den Japaner und betrachtete ihn besorgt, während er ihm eine Hand an die Wange legte. "Wie geht es dir?", erkundigte er sich mit leicht rauer Stimme, während sein nächster Blick zu dem dicken Verband glitt, welcher die Schusswunde bedeckte, welche zum Glück keine wichtigen Organe getroffen hatte. Zwei Rippen waren durch den Schuss gebrochen und Shin hatte echt viel Blut verloren, aber ansonsten hatte er definitiv Glück im Unglück. Er wurde auf jeden Fall wieder gesund werden und dann würde er sich hoffentlich nie wieder dummerweise vor einen Mafiaboss schmeißen, wenn dieser angeschossen wurde.
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ
    • ___ Shin ___

      Die arme Krankenschwester hatte überfordert ihr Klemmbrett vom Boden aufgesammelt und studierte dieses erneut, während sie nochmal perplex zu ihrem Patienten blickte, der einfach nicht schon hätte wach sein dürfen. Jeder normale Mensch schlief nach so einer OP erst einmal ordentlich durch und nach all dem Blutverlust war es ein Wunder, dass er sich überhaupt rührte und doch war der Kerl wach und strich dem Oberhaupt des Hwang-Imperiums durch das Haar, als wäre er nicht jemand der mit einem Fingerschnippen für den nächsten Tod sorgen könnte. Sie wollte ihm zureden, dass er doch schlafen sollte, sich danach erkundigen ob er nicht noch Schmerzmittel benötigte, aber gab es auf, aus dem einfachen Grund da Shin sie komplett ignorierte. Der Schwarzhaarige war viel mehr damit beschäftigt, zu Taejin zu blicken, welcher einfach an seinem Bett eingeschlafen war. Schon wieder war er so hilflos und verletzlich vor ihm. Was sollte er nur mit diesem Kerl machen? Ein leichtes Lächeln lag auf den Lippen des Auftragsmörders, welcher fast erschreckend liebevoll durch das weiche Haar streichelte und ein wenig mit den Haarsträhnen spielte.
      Die Krankenschwester warf die Hände in die Luft, brummte irgendetwas von wegen "Macht doch alle was ihr wollt." und war aus dem Raum verschwunden.
      Es dauerte keine Minute, da war der Koreaner aufgrund der Berührung aufgewacht. Taejin hatte sich so schnell aufgerichtet, dass Shin Sorge hatte der Kerl flog ihm noch vom Stuhl. Allerdings sah ihn der Hwangerbe so besorgt an, dass es Shin ganz mulmig wurde. Wieso war der Kerl so besorgt um ihn? Naja wieso hatte er sich vor eine Kugel geworfen, die nicht für ihn bestimmt war? Eine Hand hatte sich an die Wange von dem Schwarzhaarigen gelegt und Shin ließ die Berührung geschehen. Irgendwie fühlte sich das verflucht schön an.
      "Abgesehen von meinem angekratzten Ego?", krächzte Shin und bemerkte wie lausig seine Stimme gerade klang, er versuchte sich zu räuspern, aber es wurde nicht wirklich besser. Er grinste leicht. "Es geht mir gut, so leicht sterbe ich nicht. Geht es dir gut? Was ist passiert als ich weg war?" Es musste leicht Husten und kniff die Augen aufgrund des aufkommenden Schmerzes zusammen. Offenbar hatte er sich mehr als nur eine Rippe gebrochen - großartig. Er sollte wohl die nächste Zeit Husten, Lachen und am Besten einfach alles vermeiden. Sein Blick wanderte auf der Suche nach Wasser durch den Raum. Sein Mund fühlte sich sprichwörtlich an die wie Sahara.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Taejin
      Er war durch Shins Berührung aufgewacht und hatte sich sogleich bei ihm erkundigt, wie es ihm ginge. Die Tatsache, dass er direkt wieder ironische Bemerkungen machen konnte, sprach Bände und nachdem Taejin dem Auftragskiller aus Japan ein Glas Wasser gereicht hatte, welches der Dunkelhaarige natürlich direkt leerte, stellte er das leere Glas wieder beiseite und... boxte ihm mit ziemlicher Wucht gegen seine rechte Schulter. Sein Gesicht glich nun mehr einer Mischung aus Wut, Strenge und einem Hauch Besorgnis, welche er auch sogleich an dem Japaner ausließ, während er sich aufgebracht von seinem Platz erhob. "Ist dir eigentlich bewusst, wie unfassbar dumm das war, was du da getan hast? Welche beschränkte Zelle in deinem Gehirn empfand es als intelligent vor eine fucking Kugel zu springen? Hast du nicht damit geprahlt, was für ein hohes IQ du besitzt? Davon hab ich nicht viel gesehen... Jedes kleine Kind, wüsste dass das eine absolut beschissene Idee ist und du kannst von Glück sprechen, dass die Kugel keine wichtigen Organe erwischt hat. Laut dem operierenden Chirurgen fehlten nämlich nur wenige Millimeter bis zu deinem Herz und dann hätte es richtig hässlich enden können. Ernsthaft? Was hast du davon? Bist du lebensmüde oder was?"
      Taejin tigerte aufgebracht durch den Raum, wetterte dabei förmlich gegen Shin und musste förmlich den Drang zurückhalten Shin an beiden Schultern zu packen und zu schütteln... bis er endlich wieder zur Besinnung kommen würde. Taejin war immer noch gefrustet, dass Shin sich selbst in Lebensgefahr gebracht hatte, um den Hwang-Erben zu beschützen, wenn das doch komplett gegen den Beruf des Japaners sprach und weit entfernt von jeglicher Logik war. Shin brachte Leute für Geld um und beschützte sie nicht. Die Rolle als Bodyguard war nur ein dummer Deckmantel um nicht erklären zu müssen, weshalb Taejin einen Auftragsmörder so dicht bei sich behielt und doch hatte Shin etwas untypisches getan, das ein komplettes Gefühlschaos in dem Chaebol auslöste und ihn fast Wände hochlaufen ließ. Ernsthaft... er war mental am Ende.
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ
    • ___ Shin ___

      Mit einem einzigen Zug hatte Shin das Glas Wasser geleert, bat erneut um einen Schluck und reichte nun endlich mit genug Flüssigkeit versorgt dankbar das Glas zurück an Taejin. Nun er fühlte sich zwar nicht wie neu geboren, aber das Wasser hatte definitiv geholfen und fast hätte er erleichtert geseufzt, als ihn der Koreaner mit einer solchen Wucht gegen die Schulter boxte, das Shin sich auf die Unterlippe biss. Gerade wollte er protestieren, dass man Verletzte gefälligst nicht verprügeln sollte, aber als er in das aufgebrachte Gesicht des Hellhaarigen blickte hielt er inne. In den Augen von Taejin spiegelten sich so viele Emotionen wieder, dass sie Shin förmlich erschlugen. Der Koreaner ließ eine wahre Sintflut an Maßregelungen von sich, die natürlich alle gerechtfertigt waren und der Japaner auch keinen Grund hatte sich dafür rechtfertigen zu müssen. Shin wusste wie furchtbar dumm diese Aktion gewesen war, auch wenn er gerne ein wenig damit geprahlt hätte, dass er sehr wohl wusste, dass sein Herz verfehlt worden war und er schließlich gelernt hatte lebenswichtige Punkte zu schützen, aber das erschien ihm gerade nicht angebracht. Mal ehrlich, er war Auftragsmörder und kein Bodyguard. Das er sich für seinen Auftraggeber einfach vor eine Waffe gestellt hatte, war fast schon zum totlachen - okay makaberer Witz. Allerdings war es wirklich surreal, dass gerade er eine Heldenaktion brachte, wo er doch so weit entfernt davon war ein Held zu sein, wie es nur irgend möglich war. Nun davon abgesehen, dass er einen Kerl gerettet hatte, der ebenfalls sehr vielen Seelen das Leben zur Hölle gemacht hatte, aber das war eine andere Geschichte. Shin äußerte sich nicht, sondern ließ Taejin erst einmal toben und all seine Wut, Frust und offenbar auch ernste Sorge Luft machen. Ein untypisch sanftes Lächeln lag auf den Lippen des Japaners, der sich alles mögliche hatte ruhig an den Kopf werfen lassen, ohne einmal etwas zu seiner Verteidigung zu sagen. Nun, es gab nichts zu seiner Verteidigung zu sagen. "fertig?", hakte er sanft nach. Nicht ironisch, nicht mit seinem gewohnten Witz. Er fragte nach, ob Taejin noch etwas sagen wollte, bevor er sich selbst äußerte. "Kommst du wieder zu mir oder willst du weiter durch den Raum tigern? Du bist zwar wirklich süß, wenn du dich so aufregst, aber setz dich bitte. Ich sehe doch das du gerade wirklich fertig bist und ich weiß, dass ich dazu einen ordentlichen Beitrag geleistet hab. Ich möchte nicht unbedingt, dass du mir im Nachbarkrankenbett Gesellschaft leistest." er klopfte also neben sich, damit Taejin Platz nahm und sie sich in Ruhe unterhalten können.


      ღ For my lovely Warlock ღ

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rheira ()

    • Taejin
      Nachdem er seinen kleinen Aufstand beendet hatte, vernahm er Shins Stimme und hielt einen Moment inne. Er seufzte innerlich leicht, bevor er sich wieder in Bewegung setzte, einen kleinen Abstecher zu der Kommode mit dem Wasser machte, sich selbst welches in ein Glas goss und schließlich einen großen Schluck nahm. "Du musst doch aber zugeben, dass du dumm und verantwortungslos warst...", grummelte der Blonde kleinlaut mehr an sich selbst gerichtet, bevor er das Glas wieder auf der Kommode abstellte, sich in Bewegung setzt und schließlich wieder auf dem Stuhl an Shins Bett niederließ, um etwas zur Ruhe zu kommen. Er blickte den Japaner noch immer mit einer Mischung aus Frust, Resignation und Besorgnis an, versuchte aber letzteres mehr zu verstecken als die anderen beiden Emotionen, wenngleich er sich nicht sicher war, inwiefern er das tatsächlich erfolgreich schaffte.
      Einmal mehr versuchte er sich zu sammeln, um seine Zuneigung für Shin mehr zurückzuhalten, während er sich darauf konzentrieren sollte ihm den Kopf zu waschen, Shin hier schnellstmöglich wieder aus dem Krankenhaus zu holen und schließlich sich um alle lose Enden hier in Seoul zu kümmern, damit er nach Tokyo und damit zu dem Problem mit Virus zurückkehren konnte. Er war die ganzen Konflikte, Probleme und Kriege langsam Leid und spürte wie sehr das alles mental und auch physisch an ihm zerrte und die Nahtoderfahrung von Shin und seine im Koma liegende Mutter machten das absolut nicht besser. Er sehnte sich zu der Zeit zurück, in der seine größten Probleme die Wahl der Betthäschen für die kommende Nacht waren... oder eine schlecht gegossene Pflanze, die die Haushälterin bei seiner Abwesenheit vergessen hatte. Wo waren diese Zeiten nur hin?
      "Dir ist doch bewusst, dass du eine dumme Entscheidung getroffen hast, oder?", grummelte der Chaebol diesmal doch direkt an Shin gerichtet, als würde er nur eine Bestätigung des anderen erwarten.
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ
    • ___ Shin ___

      Taejin war noch nicht fertig. Shin übte er sich also weiter in Geduld und beobachtete wie der Koreaner weiterhin auf und ab lief. Ein wenig erinnerte er ihn an eine wütende Henne. Der Auftragsmörder wollte und durfte diesen Anblick nicht niedlich finden, aber leider tat er es. Es frustrierte ihn ungemein, dass er dieses verfluchten Mafiaboss ein wenig zu sehr mochte. Auch wenn Shin in der Regel keine so jungen Kunden hatte, geschweige den mit ihnen sympathisierte war er dennoch selbst wenn es der Fall war immer in der Lage, privates Interesse und berufliches Interesse perfekt zu trennen. Sein Beruf der nun einmal den Großteil seines Lebens einnahm verbot ihm regelrecht das er er jemanden aus seinem Metier gern hatte. Kameradschaftliche Sympathie oder eher Zweckgemeinschaft war eine Sache, aber das er jemanden mochte eine andere und Shin verstand einfach nicht, weshalb es ihm dieses Mal einfach so misslungen war. Ja, Taejin war verflucht nochmal unglaublich attraktiv und sein Charakter, Verhalten und auch seine Art zu flirten entsprach genau dem Typ den der Japaner interessant fand. Flirten war ja die eine Sache, aber hatte er sich echt vor eine Waffe stellen müssen? Er, der dafür bekannt war immer praktisch ohne einen Kratzer - nun gut das vielleicht nicht - davon zu kommen? Shin war ein Phantom. Er tauchte auf und verschwand genauso schnell wie er gekommen war. Der Auftragsmörder war dafür bekannt in erschreckender Perfektion seine Aufträge zu erfüllen und dabei immer eine spielerische Unnahbarkeit zu bewahren. Davon fehlte gerade jede Spur, absolut jede.
      Als Taejin endlich damit fertig war im Raum herumzurennen und den Schwarzhaarigen damit verschonte einen Drehwurm zu bekommen, nahm er endlich auf dem Stuhl neben dem Krankenhausbett platz. "Du hast Recht, es war dumm und ich kann es nicht einmal wenn ich wollte abstreiten.", antwortete Shin sachlich, ehe er den Blick des anderen suchte. "Ich weiß nicht wieso ich mich so untypisch verhalten habe. Das ist nicht meine Art, aber mein Körper hat sich regelrecht von alleine bewegt." Einen Moment schwieg er, ehe er leicht den Kopf schief legte und schmunzelte. "Bereuen tu ich es aber nicht."


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Taejin
      Auf die letzten Worte des Japaners zuckte Taejin leicht zusammen und schenkte dem anderen einen langen nachdenklichen Blick. Die Aussage konnte vieles bedeuten... sie konnte absolut harmlos ohne Hintergedanken sein oder aber weltenverändernd. Das war beunruhigend in einem gewissen Ausmaß... und irgendwie auch das komplette Gegenteil. Es ließ Taejins Herz einen klitzekleinen Hüpfer machen, dass Shin es nicht bereute, den anderen beschützt und sich selbst in Gefahr gebracht zu haben. So dumm es eben auch eigentlich war... diese Aussage führte aber auf jeden Fall dazu, dass Taejin bei weitem nicht mehr so aufgebracht war und stattdessen einen ruhigeren Tonfall anschlug. "Ich denke ich muss dir das nicht sagen... aber solche Aktionen sind eher kontraproduktiv für deinen Job... du sollst doch eigentlich Leute umbringen und sie nicht beschützen, erwiderte der Blonde schließlich mit einem Hauch Ironie in der Stimme, während er fast schon amüsiert leicht den Kopf schüttelte und instinktiv seine Hand ausstreckte, um durch das dunkle Haar des anderen zu streicheln.
      "Ich sollte mich wohl... bedanken. Ohne deinen Einsatz hätte mich definitiv die Kugel erwischt und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mich nicht so harmlos erwischt hätte. Nicht auszuschließen, dass ich andernfalls jetzt tot wäre. Ich... danke dir also und ich schulde dir was... Und glaub mir, das nehme ich definitiv nicht auf die leichte Schulter. Sollte unsere Vereinbarung also beendet sein, wir gehen beide wieder unserer Wege und du hast die Schuld bis dahin nicht eingelöst, bleibt sie bestehen. Ich bin zwar ein Clan-Oberhaupt, aber solche Dinge nehmen wir nun einmal verdammt ernst.", betonte der Chaebol schließlich bestimmt, während er unbewusst begann ein Muster mit seinem Finger auf Shins Haaransatz zu malen. Er hoffte, dass Shin diese Geste ebenso beruhigte, wie es ihn selbst auch zu beruhigen und herunterzukommen schien. Taejin fand langsam Ruhe und in solchen Momenten schien die Erschöpfung der letzten Wochen, Tage und Stunden ganz besonders an ihm zu zerren.
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ
    • ___ Shin ___

      Taejins Stimme hatte sich wieder beruhigt und klang weniger danach, als wolle er Shin im nächsten Moment ebenfalls abknallen. Natürlich aus Sorge, denn die hörte der Auftragsmörder tatsächlich ziemlich deutlich heraus, auch wenn das Mafiaoberhaupt dies versuchte zu verstecken. Jetzt wirkte er einfach nur müde und sicherlich wollte der Koreaner eigentlich nur noch Ruhe und das wahrscheinlich für die nächsten paar Jahre. Sie waren in der Zeit in der sie nun schon diesen Verrätern nachgerannt waren wahrscheinlich spontan 10 Jahre gealtert und auch wenn Shin kein Auftrag zu schwer erschien, dieser hatte es in sich und er gestand sich ein, dass er danach echt erst einmal Urlaub brauchte und Urlaub hatte der Schwarzhaarige seit Jahren nicht mehr gemacht. Als Taejin einen wohl mehr als offensichtlichen Satz aussprach, grinste Shin ebenfalls amüsiert. "Ich würde mich ja gern selbst auslachen, aber mir tut alles weh, wäre ein schlechter Plan." kam es belustigt von dem Schwarzhaarigen, ehe er plötzlich eine Hand in seinem Haar spürte und erstaunt zu dem Hwang-Erben blickte. Das er einmal von einem der mächtigsten Männer im Untergrund getätschelt wurde, hätte Shin auch niemals gedacht. Irgendwie fühlte es sich schön an, diese Streicheleinheit. Das war etwas das Shin nicht kannte. Mal ehrlich mit Auftragsmördern kuschelt man in der Regel nicht. Der einzige der keine Angst vor ihm hatte war sein bester Freund und der war nicht gerade ein Kuscheltyp. Nicht das Shin ein Kuscheltyp war! Er war ein eiskalter Killer! Trotzdem....es fühlte sich schön an. Taejin verkündete fast schon feierlich, dass er diese Rettungsaktion von Shin wieder gut machen würde, was Shin amüsiert schnaufen ließ. "Gerngesehen." Der Schwarzhaarige schloss einen Moment die Augen. "Also....muss ich diese Schuld einfach nicht einlösen, damit du nicht aus meinem Leben verschwindest, mh? Erscheint mir ein fairer Deal." Als er sich bewusst wurde, was er da gesagt hatte öffnete er schnell die Augen und starrte Taejin einen Moment an. "Sorry...sind wohl die Medikamente."


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Taejin
      Er hielt in seiner Bewegung inne, sein Mund stand vermutlich leicht offen und nun war er es, der Shin überrascht ansah, als dieser doch tatsächlich meinte, sie müssten nicht aus dem Leben des jeweils anderen verschwinden, solange Shin diese Schuld nicht einlöste. Das schockierendste dabei... er klang wirklich ernst. Als der Japaner realisierte, was er da gesagt hatte, ruderte er sofort ein bisschen zurück und schob die Aussage auf seine Medikamente, aber der Schaden war bereits angerichtet und Taejin konnte nicht so leicht darüber wieder hinwegkommen, wie er eigentlich wollte. "Soetwas kannst du doch nicht sagen...", murmelte der Koreaner fast schon gequält, während er sich auf seinem Stuhl mehr nach hinten lehnte und sich seine eigenen blonden Haare aus den Augen strich. Dieser Man machte ihn wirklich absolut fertig.
      "Shin... hör auf." Langsam blickte Taejin wieder zu dem japanischen Auftragskiller und wirkte dabei einfach nur so erschöpft. "Es ist kein Geheimnis, dass ich auf dich stehe. Und ich bin aktuell in einer beschissen labilen Situation, die ich nur ungerne überhaupt zugebe. Wenn du solche Sachen sagst, werfe ich meinen gesunden Menschenverstand, mein Gewissen und mein Verantwortungsbewusstsein über Bord, nur um schlechte Entscheidungen zu treffen. Glaub mir, das ist in meinem Leben öfter vorgekommen, als es mir lieb ist. Also wiederhole ich meine Worte von vor zwei Tagen uns beiden zu liebe: bitte halte dich einfach nur fern von mir und versuch uns privat nicht allzu nah kommen zu lassen. Du musst mir doch zustimmen, dass es für dich ebenfalls von Nachteil wäre, oder nicht? ...
      Ich bin dir dankbar Shin, ich mag dich und ich genieße deine Gesellschaft, aber jegliche Rationalität spricht komplett dagegen und mal ehrlich, eigentlich ist es auch zum Scheitern verurteilt. Wir leben zwar irgendwie in der gleichen Welt, aber doch eben auf komplett unterschiedlichen Seiten."
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ
    • ___ Shin ___

      Verflucht was hatte er da nur gesagt? Ja, er fand Taejin interessant und der Koreaner hatte etwas an sich, dass Shin ungemein faszinierte, aber er konnte doch nicht jahrelange Prinzipien über Bord werfen. Der Japaner war professionell, klar ein wenig am flirten, aber das bedeutete nichts und nun sagte er solche Dinge? Gut in Anbetracht dessen, dass er sich für diesen Kerl vor eine Kugel geworfen hatte, musste ja etwas ganz und gar nicht mehr richtig passen. Shin konnte vielleicht andere anlügen, aber nicht sich selbst und er wusste ja inzwischen mehr als nur zu gut, dass er Taejin mochte. Er durfte ihn auf diese Art nicht mögen und Taejins Bestürzung war gerechtfertigt, alles was der Hellhaarige von sich gab war richtig und Shin wusste das. Ja, er wusste es und doch bekam er es nicht auf die Reihe. Hatte Shin nicht immer mit seinem Hang zur Perfektion geprahlt? Gerade verhielt er sich absolut nicht rational und einfach kindisch. Shin war niemand der auf sein Herz hörte, sondern immer auf seinen Verstand. Der Schwarzhaarige war sich nicht einmal sicher, ob er ein Herz besaß, außer aus biologischer Sicht und nun klopfte es ihm bis zum Hals und er hatte fast Angst, dass er es Taejin entgegen warf. Gefühle machen schwach und verletzlich. Gefühle sind in dieser Branche nutzlos und unbrauchbar. Scheiße.
      "Ich weiß das du recht hast. Das was du sagst ist richtig und ich sollte darauf hören. Ich verhalte mich gerade absolut nicht rational und mir ist das in meinem ganzen Leben noch nie passiert, dass ich mich je so verhalten habe.", Shin war nicht der Typ dafür, solche ehrlichen Sachen von sich zu geben, was sein Innenleben anging. Er kommentierte alles mit lockeren Sprüchen, winkte alles amüsiert ab und lebte in seiner perfekten Blase aus Dunkelheit und Mord. Das hier passte nicht zu ihm, weshalb er sich an den Kopf fasste. "Ich weiß doch auch nicht was mit mir los ist, warum ich all das sage und warum gerade ich mich so verhalte. Ich würde mich am liebsten selbst auslachen, so wie den kompletten Tag schon, weil ich wohl offenbar durchdrehe" Sein Blick wanderte zu Taejin, dem er lange in diese wunderschönen und doch verzweifelten Augen blickte. "Lass mich noch eine Dummheit tun, dann stoß mich weg und sag mir diese Worte noch einmal." Auch wenn es ihm scheiße nochmal echte Schmerzen bereitete, schaffte er es Taejin zu fassen zu kriegen, ihn zu sich zu ziehen und seine Lippen auf die des Koreaners zu legen.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Taejin
      Es musste doch Shin genauso wie Taejin bewusst sein, dass das was da zwischen ihnen so seltsam lief, gefährlich und riskant war und gegen jegliche Logik und jegliche Rationalität ging. Sie würden das definitiv bereuen und die Möglichkeiten, wie sich das entwickeln könnte waren hauptsächlich negativer Natur. Ernsthaft... wirklich alles sprach dagegen. Und doch... wollte ein Teil von Taejin das und Shin schien es ebenfalls zu wollen. Wie könnte der Chaebol sich sonst erklären, dass der Japaner eine Dummheit ankündigte, ehe er sich auch schon zu Taejin beugte und seine Lippen auf die des Koreaners legte.
      Mal ehrlich... in diesem Moment sollte Taejin definitiv Selbstkontrolle und ein wenig Stolz an den Tag legen, doch davon war nirgends etwas zu sehen und dementsprechend gab Taejin sich diesem Kuss voll und ganz hin, statt den anderen wegzustoßen, wie er es wohl eigentlich tun sollte. Gefühle waren manchmal schon verdammt unpraktisch...
      Der Chaebol rückte näher an Shin heran, schlang einen Arm um den anderen und schloss genüsslich die Augen, während er den Kuss erwiderte, seinen Kopf ein wenig neigte, damit Shin selbst eine bessere Position hatte und Taejin schließlich seine Zunge ins Spiel brachte.
      Eine klitzekleine Stimme tief in ihm widersprach alldem, versuchte ausgiebig zu erläutern wie falsch das war und dass dies potentiell das Todesurteil für den Blonden sein konnte, aber Taejin nahm diese Stimme kaum wahr, waren die anderen positiven Gefühle bezüglich dieses Kusses doch zu überwältigend und viel lauter, als diese kleine, rationale Stimme jemals sein könnte. Nun... das war vielleicht das Problem daran, dass Taejin bisher immer ein freigeistiges und lockeres Leben im Bezug auf Beziehungen und Liebschaften geführt hatte. Das brachte wohl eine gewisse Immunität gegen Rationalität und Sinnhaftigkeit mit sich. Taejin wollte nicht ganz ausschließen, dass sein verstorbener Vater sich im Grabe umdrehen würde, wüsste er, wie viel der Chaebol hier gerade für einen Kuss und ungewohnte Gefühle riskierte.
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ
    • ___ Shin ___

      Shin hatte es inzwischen aufgegeben sich zu fragen, was zur Hölle mit ihm nicht stimmte. Er hatte immer seine Arbeit über alles gestellt. Als ein Auftragsmörder war er ein Mann ohne jegliche Empathie, geschweige den hatte er etwas übrig für Liebe und Zuneigung. Flirtereien, Spielereien und gelegentlicher Spaß waren eine Sache, aber das was Shin hier gerade tat sprach absolut gegen seine Natur und all der Rationalität, auf die er doch sonst so stolz gewesen war. Er warf das was er sich Jahre erarbeitet hatte über Bord und bekam eine Schwachstelle. Nicht das er Taejin als Schwachstelle bezeichnen würde, der Kerl konnte Leute mit einer verfluchten Zimmerpflanze umbringen. Shin wollte aber keinen Menschen in seinem Leben, da dieser niemals sicher sein würde. Taejin lebte jetzt schon gefährlich genug, mit Shin an seiner Seite, wäre das quasi der Super Gau. Der Japaner konnte nicht zählen wie viele Leute ihn tot sehen wollten und wenn er jemanden beschützen musste, dann konnte er nicht mehr logisch handeln. Hatte man ja gesehen, er lag im Krankenhaus. Das war ihm in seiner ganzen professionellen Laufbahn noch nie passiert. Klar, war er oft verletzt worden, aber diese Information hatte nie jemand nach außen getragen, dafür hatte Shin gesorgt. Niemand wusste wer er war, woher er kam, wie er überhaupt hieß, wo er wohnte oder dergleichen. Von ihm existierten zig gefälschte Papiere, in keinem Register war er auffindbar. Er lebte als Schatten in der Welt und als Schatten sollte er weiterleben und jetzt? Jetzt hatte dieser Schatten Zuneigung und Gefühle für einen Kerl entwickelt, der zwar nicht weniger Leute auf der Liste hatte die ihn abmurksen wollten, aber der ihm das Leben schwer machen konnte. Nicht weil Shin nicht mit großen Nummern im Untergrund umgehen konnte, schließlich war es bekannt das der Japaner mehr als nur ein großes Mafiahaus zerschlagen hatte, sondern weil er nun Partei für eine Seite ergriff. Shin war als neutraler Mörder bekannt und damit war es dann auch vorbei. Außerdem wurden Taejins Feinde nun auch seine werden und umgekehrt. Als hätten sie beide davon schon nicht genug, jetzt gab es diese in doppelter Ausführung. Ja, sie durften das nicht weitertreiben. Der Schwarzhaarige sollte seinen Auftrag beenden und dem viel zu attraktiven Koreaner den Rücken kehren und doch gab es etwas, dass viel mehr wog als all die Vernunft und Selbstbeherrschung welche Shin wohl besitzen sollte. Er wollte Taejin.
      Er wollte diesen Mann mit Haut und Haaren. Wenigstens einmal wollte er ihn geküsst haben, ohne ihn von sich stoßen zu müssen. Wo war bitte seine Selbstbeherrschung von dem vergangenen Abend hin? Hatte er damals nicht komplett vernünftig gehandelt? Jetzt zog er Taejin von sich aus näher an sich heran und küsste ihn.
      Und dieses Gefühl war besser als alles was er sich hätte vorstellen können. Taejins Lippen waren überraschend weich, wenn man bedenkt was er alles durchgemacht hatte. Er schmeckte süß...
      Der Hellhaarige war näher zu ihm gerückt und erwiderte diesen Kuss. Nein, er erwiderte diesen nicht nur, er intensivierte ihn. Taejin hatte seine Arme um ihn gelegt und bat mit der Zunge um Einlass. Dieser Bitte kam der Japaner nur zu gerne nach, weshalb er dieses intensive Zungenspiel erwiderte. Er zog Taejin näher zu sich, so dass dieser fast mehr auf seinem Bett lag, als das er saß.
      Es war dumm, aber es fühlte sich verdammt gut an.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Taejin
      Die richtige Entscheidung jetzt, wäre den Kuss zu unterbrechen, aufzustehen, das Krankenzimmer zu verlassen, Shin per Textnachricht wissen zu lassen, dass er gekündigt war, den nächsten Flieger auf die Phillipinen zu nehmen, sich dort ein teures Hotelzimmer zu mieten und sich ein paar Schönheiten anzulachen und sich solange vögeln zu lassen, bis er Shin vergaß. Anschließend würde er zu seinem umtriebigen, bedeutungslosen Liebesleben zurückkehren und danach nie wieder auch nur an einen heißen, dunkelhaarigen Japaner, mit Katzenaugen und einer Stimme zum niederknien denken, geschweige denn ihn auf irgendeine Art vermissen. Das war ein verdammt guter Plan und er wusste, würde er ihn durchziehen, würde Shin das durchaus respektieren und ihn weder kontaktieren, noch jemals wieder auf seiner Bildfläche auftauchen... vorausgesetzt natürlich er wurde nicht angeheuert, den Hwang-Erben umzubringen. Dann wiederum wäre ein Wiedersehen mehr als bittersüß und gleichzeitig verheerend für beide Parteien.
      Aber Taejin brachte es nicht über sich Shin zurückzuweisen und seiner eigenen Wege zu gehen. Stattdessen entschied er sich die Dummheit zu verschlimmern und sich dem Dunkelhaarigen mit seinem innigen Kuss fast schon hinzugeben, während er sich an den anderen schmiegte und seine Zunge um Einlass bat. Es gehörte verboten, dass sich das so gut und so verdammt richtig anfühlte. Er sah förmlich Hayatos und Chanyeols schockierte und entsetzte Gesichter vor seinem geistigen Auge, wenn sie wüssten was er hier tat, nachdem er doch geschworen hatte massiv auf Abstand zu gehen. Fakt war: er war bereits komplett verloren und würde Shin diese Chance nutzen und ihn tatsächlich umbringen, weil er sich ihm so schwach zeigte, würde es ihm Taejin nicht einmal sonderlich übel nehmen. Mal ehrlich. Jeder Auftragskiller würde diese Chance nutzen. Und Taejin? Der lag mittlerweile halb auf dem Bett, musste den Impuls unterdrücken auf Shins Schoß zu klettern, da der Kerl immernoch verletzt war und potentiell Schmerzen haben würde. Also rutschte Taejin schlichtweg neben Shin auf das Bett und ließ eine Hand zur Hüfte des Japaners gleiten, wo er ihn während ihres Kusses streichelte.
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ
    • ___ Shin ___

      Wenn er ihn jetzt einfach umbringen würde, wären eigentlich alle Probleme gelöst was seine chaotischen Emotionen betraf. Es würden aber einige neue Probleme hinzukommen, weshalb das ein durchaus schlechter Deal wäre. Taejin würde es dem Japaner wahrscheinlich nicht einmal krumm nehmen, würde er jetzt eine Waffe an die Stirn gehalten bekommen, denn sicherlich verfluchte sich das Clanoberhaupt der Hwangs gerade selbst. Sie beide waren Idioten, anders konnte man es nicht bezeichnen. Sie gaben sich beide gerade ihren Trieben und Emotionen hin, obwohl das absolut fatal war. Ja, sie beide gehörten in die Unterwelt und konnten mit den Schatten des jeweils anderen deutlich besser umgehen, als es irgendjemand sonst könnte. Allerdings machten sie sich beide angreifbar. Gefühle hatten in ihrer Art von Leben keinen Platz. Vielleicht konnte Taejin als Clanoberhaupt so etwas wie eine Familie besitzen, schließlich brauchte er Erben. Allerdings würden sie alle irgendeinen Mafiacodex unterliegen, denn Shin eben nicht betraf. Shin führte ein Leben weit entfernt von diesen Dingen. Es war amüsant, das sie beide auf gewisse Art Killer waren, aber in komplett unterschiedlichen Ebenen des Untergrunds lebten. Es war gefährlich, es war dumm und doch war es so verboten reizvoll. Der Japaner war von diesem Kuss hin und weg und gleich noch mehr als sich der Koreaner ihm so hingab und seine Nähe suchte. Inzwischen lag der Hellhaarige mehr oder weniger auf ihm, fast angeschmiegt neben ihm im Bett und strich an seiner Hüfte entlang, während Shin die Arme um ihn schlang. Eine Hand hatte er ganz dreist auf den knackigen Hintern des Hwangserben gelegt, während sie ihren Kuss überhaupt nicht mehr lösen wollten. Allerdings gab es da so menschliche Bedürfnisse wie Atmen, die Hormonen klar überlegen waren und sie mussten sich leicht keuchend lösen. Shin wusste das ein Kuss mit Taejin perfekt sein würde, aber das wäre untertrieben. Dieser verfluchte Bastard war absolut perfekt für ihn. Wie er ihn küsste, berührte, ansah und sich bewegte. Alles war genau das was Shin wortwörtlich unter Attraktivität verstand und Taejin entsprach sowas von seinem Beuteschema, dass es echt unfair war. Scheißkerl...
      Verdammt nochmal, das hier war so falsch und doch hatte sich fast nichts derartiges in Shins Leben trotzdem so richtig angefühlt.
      Sein Blick lag in den wundervoll glänzenden Augen seines Auftraggebers. "Sieh mich an und sag mir nochmal das wir uns voneinander fernhalten sollen.", hauchte er ihm zu. "Sag mir, dass es dumm ist dich haben zu wollen."


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Taejin
      Das ganze fühlte sich einfach viel zu gut an und der Chaebol hätte es nur zu gerne ewig in die Länge gezogen, hätten sie beiden nicht so etwas unbedeutendes wie Luft zwischenzeitlich benötigt. Küsse waren gut. Dann waren sie beiden beschäftigt und konnten nicht die Fragen stellen, die sie beide eigentlich beschäftigen sollten. Kaum hatten sie sich aber gelöst, um nach Luft zu schnappen, musste Shin natürlich Worte aussprechen, die Taejin einmal mehr zwiespalteten. Einerseits ging es ihm ähnlich wie Shin, er wollte den Japaner so sehr und immer mehr sank seine Selbstkontrolle oder jegliche Vernunft, andererseits wussten sie beide es aber eigentlich besser. Sie waren absolut verdammt, ohne Frage.
      "Wir sollten uns definitiv voneinander fernhalten. Das wäre mit Abstand das sinnvollste.", bestätigte Taejin dem Dunkelhaarigen ernst, während er ihm direkt in die Augen sah und sich anschließend herunterbeugte und begann, an seinem Hals leicht zu knabbern, als wolle er eine Spur hinterlassen. Zwischen kleinen Bissen erhob Taejin ein weiteres Mal seines Stimme und bestätigte Shin schließlich auch noch seine zweite Aufforderung. "Und es ist definitiv die dümmste Idee, die du wahrscheinlich jemals hattest, mich haben zu wollen."
      Er hatte seine Spur mittlerweile zu Shins Schlüsselbein fortgesetzt, ehe er innehielt und zu dem Japaner mit den wunderschönen Katzenaugen und der Stimme zum niederknien aufsah. "Nur zu blöd, dass wir beide wohl zu gerne dummes tun und uns absolut nicht sinnvoll verhalten. Hätten wir beide doch nur mehr Vernunft in uns, an der wir uns festhalten könnten... "
      Und damit ließ Taejin seine Hand zu dem Saum des Krankenhausshirts gleiten, welches Shin aktuell trug und schob es behutsam hoch, um nicht die Wunde auf seiner Brust durch unnötig ruppige Bewegungen zu reizen oder dem anderen Schmerzen zu bereiten. Shin hatte in den letzten Stunden genug Schmerzen für Taejin erlitten und wäre beinahe gestorben... da musste es der Chaebol definitiv nicht noch schlimmer machen.
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ