❣ Red Thread of Fate ❣ [Rheira & Sanjadi]

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    • ___ Yazhen ___

      Yazhen war kein Mann der großen Worte. Seine Taten sprachen mehr als alles was er hätte sagen können. Dennoch war er jemand, der wenn er etwas sagte, immer die richtigen Worte zu finden schien. Er war diplomatisch veranlagt, dennoch so wortstark, dass man ihn fürchtete und ein Mann mit viel Erfahrung und Wissen. Yazhen wirkte auf viele Menschen wie ein alter Mann im Körper eines jungen Mannes, was einzig und allein an der strengen Erziehung der Taos lag. Der Chinese hatte keine Zeit ein Kind zu sein, als ältester Sohn des Clans musste er schnell Verantwortung tragen und doch hatte er alles daran gesetzt, dass wenigstens seine Geschwister halbwegs Kind sein durften. Yazhen hatte gearbeitet, Yazhen hatte die Verantwortung übernommen und auch die Strafen. Der Dunkelhaarige war immer der Fels in der Brandung für seine Geschwister gewesen und der Stolz seiner Familie. Von ihm wurde absolute Perfektion erwartet und niemand hatte Zweifel daran, dass er dies auch erbrachte. Niemand außer dem Chinesen selbst...
      Jetzt war sein kleiner Bruder verschwunden und Yazhen schrieb ganz alleine sich die Schuld daran zu. Er hätte besser auf Kit aufpassen müssen, er hätte ihn beschützen sollen, hätte versuchen sollen das er mehr Freiheiten bekam, auch wenn Kit mehr davon hatte als Yazhen sich selbst hätte je für sich erträumen können.
      Kit wollte eine Aufgabe übernehmen, wollte seinen Bruder und seine Eltern stolz machen und nun war er entweder in den Genuss der Freiheit gekommen oder ihm etwas zugestoßen.
      Der älteste Sohn der Familie Tao war krank vor Sorge um ihn. Er hätte Kit niemals alleine zu Taejin fliegen lassen sollen. Was hatte er sich dabei gedacht? Etwa erwartet, dass dieser herumhurende Koreaner Verantwortungsgefühl besitzen könnte?
      Wenn Kit etwas passieren würde, würde er das weder sich selbst noch Taejin verzeihen, auch wenn er wusste das Taejin nicht für Kit verantwortlich war. Er war ihr Geschäftspartner, nicht ihr Freund und Yazhen hatte noch nie verstanden, was sein kleiner Bruder an dem Kerl fand.
      Vielleicht weil Taejin all das Verkörperte was für einen Tao niemals in Frage kam.
      Yazhen wollte kein Leben wie Taejin, aber er hätte gerne diese Freiheit. Vielleicht war das der Grund weshalb er den Hellhaarigen so sehr hasste. Er hatte versucht ihn zu mögen, aber er konnte es einfach nicht.
      Taejin der dieses Leben nicht zu schätzen wusste.
      Taejin der keinerlei Verantwortungsgefühl und Ehre besaß. Dem offenbar alles egal war, solange er Spaß hatte.
      Taejin der nun mit einem Mörder anbandelte, der schon mehr als nur einen Clan vernichtet hatte, von dem man dachte sie seien unbezwingbar.
      Yazhen hasste ihn von ganzem Herzen.
      Er konnte sich nicht darauf verlassen, dass dieser Killer seinen Bruder fand und der Chinese war sich nicht ganz sicher, ob er das überhaupt wollte.
      Was wenn Shin Kit etwas antat?
      Dafür würde Yazhen ganz Seoul und Tokyo brennen lassen.
      Yazhen ließ sich mit seinem Seufzen, welches er sich erlaubte als er in seinem Hotelzimmer allein war, auf einem schwarzen Ledersessel nieder. Sein Blick glitt von dem Luxuszimmer hinab direkt auf Taejins Nachtclub, den er von hier beobachten konnte.
      Eine Woche...
      Mehr hatte auch Yazhen nicht als Zeitpuffer von seiner Familie erhalten.


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    • Kaoru
      Es hatte zwei weitere Drinks benötigt, ehe Kaoru die Nummer von der Visitenkarte des Chinesen in seinem Smartphone eingetippt hatte und einen weiteren Drink, ehe der Japaner schließlich auf das Anrufsymbol tippte. Er hatte sehr wenig Lust Yazhen abzulenken und sein Bauchgefühl sagte ihm irgendwie auch, dass der Chinese ihn womöglich sogar ausschalten würde, wenn er erfuhr, dass der Japaner ihn nur hinhielt. Kaoru könnte seinen Kopf verlieren... und das wäre verdammt schade, denn er mochte seinen Kopf sehr gerne und genau dort, wo er aktuell saß... zwischen seinen Schultern. Er müsste also versuchen den Chinesen intelligent zu täuschen und sich dabei nie direkt in Gefahr zu begeben... das könnte ja heiter werden.
      Er hatte die Freizeichen abgewartet, bis sich Yazhen am anderen Ende meldete und Kaoru sich fast wünschte, er hätte den Anruf noch ein wenig nach hinten geschoben... Kaoru räusperte sich kurz und kramte dann sein Schul-Chinesisch aus seinem Gedächtnis. Er sprach fließend Koreanisch, Englisch und logischerweise Japanisch... sein Chinesisch war allerdings ziemlich eingerostet und er konnte nur mutmaßen, wie oft er wahrscheinlich die falsche Betonung verwendete. Vielleicht würde Yazhen ihn auch einfach auslachen... wäre gar nicht so abwegig...
      "Guten Abend, mein Name ist Kaoru Hoshino, ich arbeite unter Taejin Hwang und bin der Manager des Illusion, dem Sie Ihre Karte zuvor gegeben hatten." Eine kurze Pause folgte... Kaoru überlegte, wie er die folgenden Worte auf chinesisch formulieren musste, damit sie nicht ihren Sinn verloren oder gar etwas ganz anderes ausdrückten. Diese Sprache war wirklich alles andere als einfach und er hatte sie lang genug nicht mehr verwenden müssen.
      "Wir haben womöglich eine Spur bezüglich Kit, weshalb ich Sie bitten würde mich morgen im Club zu treffen. Offenbar wurde er letzte Woche in einigen .... Etablissements gesichtet. Mr. Hwang und sein... Shin gehen diesbezüglich auch einer Spur im japanischen Untergrund nach."
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    • ___ Yazhen ___

      Der Chinese blickte auf sein Handy, welches auf dem kleinen runden Eichentisch vibrierte, dass direkt neben dem großen schwarzen Ledersofa des Hotelzimmers seinen Platz hatte. Das Display zeigte eine fremde Nummer an und wäre Yazhen gerade nicht in einem fremden Land und wog alle Möglichkeiten ab, seinen kleinen Bruder zu finden, wäre er höchstwahrscheinlich nicht dran gegangen. Da er es aber war, meldete er sich mit einem ruhigen und doch sehr kühlen "Tao." Ein unsicheres chinesisch ertönte am anderen Ende der Leitung und der chinesische Mafiasohn war ehrlich gesagt ziemlich erstaunt, dass sich der junge Mann aus der Bar wirklich die Mühe machte mit ihm chinesisch zu sprechen. Sicherlich versuchte er die Wogen nach dem lächerlichen Auftritt seines Boss und dessen Katze zu glätten. Yazhen erinnerte sich sehr gut an den einzigen höflichen Anwesenden in diesem Club. Ein wenig Mitleid hatte Yazhen tatsächlich mit ihm gehabt. Jemand wie er hatte es sicherlich nicht einfach mit so einem Boss und der Chinese fragte sich, wieso er nicht einfach das Weite suchte, aber sicherlich gab es dafür einen der typischen Gründe: Bewunderung, Geld oder Angst. Zugegeben konnte er sich ein kleines hörbares Lächeln nicht ganz verkneifen. Der Dunkelhaarige hatte ihm nichts getan und Yazhen war niemals unhöflich zu jemanden, der ihm mit Höflichkeit begegnete. "Ich erinnere mich an sie.", antwortete er ihm im klaren Japanisch. "Sie können gerne japanisch mit mir sprechen Herr Hoshino. Aber es freut und schmeichelt mir, dass sie es mit chinesisch versuchen. Sie machen das gut." Der Chinese war niemand, der einen Streit vom Zaun brach. Dieser Kaoru hatte ihm nichts getan und nur weil er der Untergebene von Taejin Hwang war, machte ihn das nicht zu Taejin selbst. Gegen ihn hegte er keinen Groll. Das Lächeln verschwand allerdings schlagartig und der Ton wurde direkt ernster, als es um seinen kleinen Bruder ging. "Nennen Sie mir den Ort und ich werde unverzüglich dort sein."


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    • Kaoru
      Vielleicht bildete er sich das nur ein und womöglich war es nicht einmal möglich, aber als er telefonisch Yazhen erreichte und ihm dieser auf japanisch antwortete, klang es beinahe so, als würde er … lächeln. Ziemlich absurd, wenn man bedachte, wie kalt und unerschütterlich er noch wenige Stunden zuvor gewirkt hatte, beinahe so, als würde nichts und niemand auf der Welt ihn interessieren… nun vermutlich niemand außer seinen kleinen Bruder. Kaoru wusste nichts genaues über die Familienverhältnisse der Taos, allerdings hatte Taejin mal erwähnt, dass die chinesische Mafiafamilie stets unter sich blieb und die Familienmitglieder wohl dazu getrimmt wurden, emotionslos anderen gegenüber aufzutreten. Offenbar war Kit da ein wenig aus der Norm gefallen und womöglich war der junge Tao die einzige Schwachstelle seines großen Bruders.
      Warum sonst sollte Yazhen Tao nach der Information, dass Kit in einem Club gesichtet wurde, so hektisch und besorgt nach dem Ort des Clubs fragen, wenn er bis eben am anderen Ende des Hörers noch so entspannt gewesen war und Kaoru sogar mit seinem unsicheren chinesisch ermutigt hatte.
      Würde Kaoru nicht zu einem koreanischen Mafiaclan gehören… hätte er jetzt womöglich ein schlechtes Gewissen, jemanden so dreist anzulügen. Allerdings war es Kaorus Aufgabe den anderen zu täuschen und er war grundsätzlich niemand, der Reue zeigte… schon gar nicht bezüglich seiner Berufung. Er würde Yazhen nach bestem Ermessen täuschen, bis Taejin und Shin Kit wieder in Sicherheit gebracht hatten und dann würde er einfach hoffen, dass Taejin ihn vor Yazhens Wut bewahren würde.
      „Der Club nennt sich „Sunrise“ und befindet sich in Nagoya, also einige Stunden Autofahrt von hier entfernt. Ich muss morgen ohnehin beruflich nach Nagoya… soll ich Sie mitnehmen oder möchten sie selbst dorthin fahren?“, erkundigte sich Kaoru schließlich, wobei er den Club nicht ohne Hintergedanken nannte. Der Club gehörte einem Freund, der ihm einiges schuldete, weshalb dieser auf jeden Fall sich auf dieses Spielchen einlassen würde und wenn sie sich von Tokyo entfernten, würde ihm womöglich nicht so schnell auffallen, dass Taejin und Shin das Land verließen.
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    • ___ Yazhen ___

      Er war schnell wieder in der Rolle des strengen erst geborenen Mafiasohns. Sein Gesicht hatte einen kühlen und emotionslosen Ausdruck angenommen und sein Ton schlug um, kaum hatte er erfahren wo die erste Spur hinführte. Ein Anflug von Panik hatte sich kurz bemerkbar gemacht, welchen er aber direkt zur Seite stieß. Yazhen konnte sich keine Schwäche erlauben und schon gar nicht, wenn sein Bruder vermisst wurde. Er musste Kit finden und in Sicherheit bringen und das möglichst bevor seine Familie hier auftauchte, um es selbst in die Hand zu nehmen. Dann hatten nicht nur Kit und Taejin ein Problem, sondern ganz Seoul. Die Taos waren gnadenlos und wenn etwas nicht nach ihren Regel lief, dann brannten auch gerne mal Städte. Yazhen hatte diese Strenge am eigenen Leib erfahren und er wusste wie seine Familie sein Generationen lebte. "Ich werde selbst fahren. Schicken sie mir bitte die Adresse. Wenn möglich will ich so schnell wie möglich aufbrechen. Sie müssen mich nicht begleiten. Ich denke als Angestellter von Taejin Hwang haben sie ohnehin alle Hände voll zu tun." Das glaubte er tatsächlich, aber darum ging es ihm nicht. Er hatte keine Zeit zu verlieren und wenn es sein muss, dann brach er jetzt auf der Stelle auf. Was wenn sein Bruder in Gefahr war? Was wenn genau in dieser Sekunde eine wichtige Spur verschwand? Yazhen war in seinem Leben nicht vieles wichtig, aber seine beiden Geschwister waren es. Sie bedeuteten ihm alles auf der Welt und diese Schwäche nahm er gern in Kauf. Niemand hatte es bislang überlebt, der diese Schwäche ausnutzen wollte.
      Er konnte und wollte nicht wie seine Familie werden, die auch die Familie zur Not ersetzte, wenn sie nicht mehr zu gebrauchen war.
      ...
      Er hatte Kopfschmerzen.
      "War das alles Herr Hoshino?"


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    • Kaoru
      Er hatte sich wohl definitiv geirrt. Genauso schnell wie dieser Anflug von einem Lächeln gekommen war, war es auch schon wieder fort und stattdessen wirkte sein Gesprächspartner am anderen Ende geradezu eisig... offenbar war er ganz und gar nicht davon begeistert, dass seinen Weg ihn nach Nagoya führen würde. Entweder konnte er die Stadt nicht sonderlich leiden oder seine Sorge um seinen kleinen Bruder war mit der Information gestiegen, dass er sich nicht mehr in Tokyo befand... Kaoru mochte sich kaum ausmalen, wenn Yazhen wüsste, dass Kit nicht einmal mehr im Land war... Er schien es auf jeden Fall äußerst eilig zu haben, was für dieses Ablenkungsmanöver natürlich weniger von Vorteil war, aber Kaoru durfte sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Er durfte den Chinesen nicht misstrauisch werden lassen.
      "Wie Sie wollen. Der Club nennt sich wie bereits erwähnt "Sunrise". Die Adresse müssten sie in ihrem Navi finden können. Allerdings öffnet der Club erst morgen Abend wieder, da der Besitzer des Clubs erst heute aus Taipei zurückkehrt... weshalb ich auch morgen mit ihm verabredet bin. Sie können aber sehr gerne selbst schon hinfahren und sich in Nagoya umhören, wenn sie sich davon Erfolg versprechen. Dann treffen wir uns so oder so morgen Abend im Sunrise..." Kaoru versuchte so gelassen und nonchalant wie möglich zu klingen, während er mit dem Tao Clan Mitglied sprach und hoffte, dass er nicht zu manipulativ wirkte. Yazhen durfte nicht wittern, dass er ihn nur an der Nase herumführen würde. Sollte der Tao allerdings tatsächlich sofort losfahren, würde Kaoru seine Kontakte in Nagoya nutzen, um Yazhen vorerst noch ein wenig hinhalten zu können... hauptsache Kaoru könnte diese ätzenden Bodyguards des Chinesen, die mehr Schränke als Menschen aus Fleisch und Blut waren, loswerden. Er befürchtete nämlich, dass diese seinen Plan schnell zunichte machen könnten.
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    • ___ Yazhen ___

      Nach Schlaf oder Ruhe war für Yazhen ohnehin nicht zu denken. Er war es gewohnt keine Atempause zu bekommen und so unfreiwillig ziemlich abgehärtet. Allein die Tatsache, dass es vielleicht eine erste Spur gab, würde der Chinese nutzen und keine weitere unnötige Minute verstreichen lassen. Wenn Kit etwas passiert war, würde er Taejin dafür vernichten. Natürlich war es nicht die Aufgabe des Koreaners gewesen auf seinen kleinen Bruder aufzupassen, aber konnte man von Geschäftspartnern nicht wenigstens erwarten, dass sie sich um ihre Gäste kümmerten? Verdammt nochmal, er war ja auf sich selbst noch wütender als auf diesen verfluchten Hwang. Wenigstens war seine Abneigung gegen den Kerl groß genug, dass es vorerst genügte, dass er seinen Frust gedanklich an ihm raus ließ. Nach Außen hin zeigte er es nicht. Er zeigte selten überhaupt irgendeine Emotion nach außen außer pure Höflichkeit, Ruhe und Autorität. Es war nicht so, als würde Yazhen dieses Leben leben wollen, er hatte keine andere Wahl. Wurde man als Tao geboren, starb man auch als einer. "Ich werde direkt losfahren und erste Informationen einholen. Bitte kontaktieren sie mich sobald sie beim Club eintreffen. Ich danke ihnen für ihre Hilfe." antwortete der Dunkelhaarige höflich, ehe er sich auch schon von ihm verabschiedete. Er wollte das Gespräch nicht unnötig in die Länge ziehen, dafür hatte er keine Zeit. Wie es Kaoru Hoshino ihm geraten hatte, suchte er online nach dem Club und fand diesen recht schnell.
      Yazhen hatte das ungute Gefühl das seine Suche nicht mit Nagoya endete, aber eine gewisse Hoffnung schwang doch mit, dass alles schnell vorbei war und er seinen kleinen Bruder nach Hause bringen konnte. Dort würde ihn zwar seine Eltern erwarten, aber Yazhen würde versuchen die Strafe auf sich zu nehmen, so wie er es schon immer getan hatte. Als er Kaoru mehr oder weniger am Telefon abgewimmelt hatte, schnappte er sich seine Sachen und rief seine Männer zusammen.
      "Nagoya." war alles was er verlauten ließ und die Männer fügten sich sofort. Er würde sofort aufbrechen.


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    • Kaoru
      Sein Lächeln gefror beinahe, als Yazhen ihn förmlich abwimmelte und dann mehr oder weniger schnell auflegte. Der Kerl hatte es wirklich verdammt eilig und wahrscheinlich würde er seine Pitbulls auch mitnehmen... nun gut... dann mussten halt härtere Geschütze her. Erneut öffnete Kaoru sein Adressbuch in seinem Smartphone und wählte eine Nummer, die er schon lange nicht mehr angerufen hatte. Wenn Yazhen das alles verkomplizieren musste, dann würde Kaoru nicht zögern, um es für ihn und seine Wachhunde so unangenehm wie möglich zu machen...
      "Melody", säuselte der Japaner sofort, als sich eine männlich Stimme am anderen Ende meldete und ein Lächeln seine Lippen umspielte. Du schuldest mir doch noch den ein oder anderen Gefallen und ich würde diesen gerne morgen einlösen." Melody am anderen Ende zögerte einen Moment, ermutigte Kaoru dann aber weiter zu reden, weshalb der DUnkelhaarige sich kurz räusperte, ehe er seinen Wunsch äußerte. "Ich komme morgen vorbei und treffe mich bei dir mit einer Art... Geschäftspartner. Ich habe gehört, dieser Geschäftspartner ist ein großer Fan von einschlägigen Etablissements und bei dir findet doch einmal im Monat eine "Gay Night" statt... was müsste ich tun, damit du diese spontan auf morgen Abend verschieben kannst und du dafür sorgst, dass deine Stammgäste vor Ort sein werden? Ich bin mir sehr sicher, dass sich mein Geschäftspartner dort pudelwohl fühlen wird." Kaorus Worte trieften nur so vor Sarkasmus, der Melody natürlich nicht entging, weshalb nach einem kurzen Moment vom anderen gefragt wurde, ob Kaorus Besuch vom chinesischen Festland stammte. Mit einem leisen Lachen bestätigte er das und kurz darauf wurde ihm zugesichert, dass sein Gast morgen Abend etwas erleben würde, was er so schnell nicht wieder vergessen würde. Kaoru wiederum hoffte, dass das alles gut klappte... und er würde definitiv Fotos für Taejin machen. Er wusste, sein Boss würde sich diese einfordern sobald er davon erfuhr.
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    • ___ Yazhen ___

      Der Chinese hatte eifrig wie eine Biene versucht Informationen zu sammeln, nur um am Ende gar nichts zu haben. Nagoya schien absolut keine Spur zu haben was auch nur ansatzweise mit seinem kleinen Bruder zu tun hatte und Yazhen fühlte sich schlicht und ergreifend verarscht. Natürlich hatte Kaoru Hoshino mit keiner Silbe erwähnt, dass er dort fündig werden würde, aber es gab wohl Ansätze in diesem Club. Er hatte nur gehofft wenigstens davor etwas brauchbares zu erfahren. Hatte er nicht und demnach war seine Laune extrem im Keller. Seine Bodyguards hatten statt die Leute auf Sicherheitsabstand zu halten sich selbst auf Abstand gehalten. Einen Yazhen Tao verärgerte man nicht, auch wenn er im Gegensatz zu seinen Eltern sehr milde war. Er galt ohnehin als der vernünftigste und umgänglichste der Taos. Was wohl auch einer der vielen Gründe war, weshalb er die Geschäftstermine wahrnahm. Mit seinen Eltern schloss man Verträge aus Angst, mit Yazhen aus Respekt. Respekt war dem ältesten Sohn schon immer wichtiger gewesen als Angst und Schrecken zu verbreiten. Allein sein Nachname sorgte ja schon für Albträume. Es war ein Wunder, dass sie noch nicht auf der Liste von diesem Shin gelandet waren. Selbst in China hörte man langsam von dem Untergrund-Reaper aus Japan. Vielleicht war dem Katzenjungen die Fahrt zu weit oder aber niemand war so lebensmüde es in Auftrag zu geben. Er schätze den Jungen nämlicher leider so bescheuert ein, es tatsächlich zu versuchen.
      Wie auch immer, alles was ihm von dem heutigen absolut verschwendeten Tag übrig blieb war zu hoffen, dass Kaorus Anhaltspunkt Früchte trug. Er hatte sich mit dem Japaner vor dem besagten Sunrise verabredet. Ihm hätte das grelle rote Licht schon ein Warnsignal sein sollen, ihm hätten die eigenartig gekleideten jungen Männer ein Hinweis sein sollen. Spätestens die pinken Cocktails, aber er hatte trotzdem nicht damit gerechnet, dass man ihm kaum waren sie in den Club eingetreten eine rosafarbene Federboa um den Hals hing und alles nach zig verschiedenen Parfums roch.
      "Hier verbringt man in Japan also seine Freizeit?", hatte Yazhen trocken gefragt, während die Bodyguards eine schrecklich ungesunde Gesichtsfarbe aufwiesen. Noch wusste der Chinese nicht was ihn erwartete, aber ihm ging es einzig und allein darum seinen Bruder zu finden oder wenigstens irgendetwas das auf den Kleinen deuten konnte.


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    • Kaoru
      Die Fahrt nach Nagoya war recht entspannt gewesen. Er hatte zwischenzeitlich mit Melody telefoniert, um dieser ein paar Tipps zu geben, wie sie und ihre speziellen Stammgäste am besten mit dem Chinesen und dessen Anhang umgehen sollten. Sie hatte sich schnell bereit erklärt dem Manager des Illusion bei seinem Schauspiel zu helfen, wobei er nicht ganz ausschließen wollte, dass sie womöglich sich einfach nur freute einen Grund bekommen hatte, um sowohl eine Party zu schmeißen, als auch um ein wenig Drama anzustiften. Kaoru wusste, es würde nicht ganz einfach mit Yazhen werden, dennoch musste er gestehen sich insgeheim ebenfalls darauf zu freuen, den Chinesen eine Lebensweise unter die Nase zu reiben, die sie ganz offensichtlich abzulehnen schienen, wenn man bedachte, wie sie auf Taejin und Shin reagiert hatten. Das könnte witzig werden.
      Kaoru hatte seinen schwarzen Jeep vor dem Club in einem der VIP Parkplätze geparkt, ehe er ausstieg und wenige Meter entfernt bereits Yazhen und seine Schoßhunde entdeckte, die mit wenig Begeisterung langsam zu verstehen schienen... was das für eine Bar war.
      "Sind Sie schon lange da?", erkundigte sich Kaoru viel mehr aus Höflichkeit, als tatsächlich aus Interesse, ehe er leicht lachte, bei der Bemerkung des Chinesen. Er schien allerdings gar nicht begeistert.
      "Wie verbringt man denn seine Freizeit in China?", entgegnete der Japaner nur amüsiert, ohne wirklich eine Antwort zu geben. Stattdessen ging er voran in den Club, wo er bereits von lauter Musik, bunten Lichtern und zahlreichen tanzenden Männern begrüßt wurde, die eng umschlungen mit einem oder mehr Partnern tanzten.
      Durch die Mengen bahnte sich eine zierliche Person mit wunderschönem Puppengesicht, blonden schulterlangen Haaren und einer geradezu feenhaften Ausstrahlung. "Melody!", begrüßte Kaoru sie mit einem strahlenden Lächeln und einer engen Umarmung, die besagte Melody erwiderte, ehe sie sich langsam löste und in einer ungewöhnlich tiefen Stimme für ihr Erscheinungsbild, ihre Gäste begrüßte.
      "Kommt herein und folgt mir!"

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    • ___ Yazhen ___

      Yazhen betrachtete die rosa Federboa, welche ihm kaum war er in den Club getreten, mit solch einer Sachlichkeit, als würde er gerade Zeitung lesen. Er machte sich nicht die Mühe sie abzunehmen, da es offenbar der Belustigung ihrer japanischen Begleitung diente und der Chinese ganz genau wusste, dass dieser seine Grenze austesten wollte. Sollte dies eine Art Herausforderung oder Test sein, würde der Dunkelhaarige nicht kneifen. Zudem war Yazhen, auch wenn er diesen Gedankengang in seiner Heimat niemals laut aussprechen durfte, in Sachen Sexualität ziemlich entspannt. Er selbst hatte sich damit nie befasst herauszufinden, ob er irgendwelche Neigungen haben könnte. Für ihn war Sex bislang lediglich reine Formalität, weil es von einem Mann nun einmal erwartet wurde. Sein kleiner Bruder Kit war in dieser Hinsicht deutlich aufgeschlossener. Als ihm der Jüngere gestanden hatte, dass er sich für Taejin interessierte, hatte Kit so eine Angst vor seinem Bruder gehabt, welcher lediglich mit einem Lächeln durch das Haar seines kleinen Bruders gestrichen hatte und nur verlauten ließ. "Warum ausgerechnet Taejin, von allen Männern dieser Welt?" Für ihn war nicht das Geschlecht sondern die Person das Problem gewesen. Kit hatte vor Erleichterung geweint. Dennoch hatte Yazhen seinen Bruder angehalten dies niemals vor ihren Eltern oder auch ihrer Schwester zu erwähnen. Es war das Geheimnis der Tao-Brüder und Yazhen hütete dies wie er auch seine Geschwister hütete.
      Während er also mit einer toternsten Mine die Location abgecheckte und inständig hoffte, dass sein kleiner Bruder nicht gerade in einem Käfig tanzte, wobei er ihn dann wenigstens gefunden hätte, waren seine Bodyguards ungefähr so weiß wie das Puder, dass einer der Männer im Gesicht trug, der an ihnen vorbei getänzelt war. Der Chinese hatte von seinen Bodyguards noch nie viel gehalten, warum auch? Er war stärker als sämtliche Bodyguards ihres Clans und auch deutlich furchteinflößender. Eigentlich waren die Kerle lediglich Formalität. Wie so ziemlich alles in dem Leben des Dunkelhaarigen. Als ein Wesen mit Feengesicht auf sie zu tänzelte und sich als Melody vorstellte, schien es wohl einem der Chinesen zu reichen. Sein Name war Li- was klischeehafter nicht sein konnte - und er war mindestens so breit wie hoch, mit kahl rasierten Kopf und einer Tätowierung am Hals, welche Yazhen noch nie hatte richtig deuten können. Es war ihm ehrlich gesagt auch egal. Ihn störte viel mehr, dass dem Kerl sämtliche Anzüge offenbar zu klein waren, die er besaß.
      "Willst du uns verarschen?!", Li hatte Kaoru am Kragen gepackt. "Schleppst du uns in Auftrag deines verfluchten Bosses in diese Schwuchtelbar, um euch über uns Lustig zu machen? Über unseren Boss!"
      So schnell konnte wahrscheinlich weder Li, noch Kaoru oder ein anderer der Anwesenden schauen, als Yazhen das Handgelenk seines Bodyguards gepackt hatte und so schmerzhaft verdrehte, dass dieser vor ihm in die Knie ging.
      "Boss....", unter schmerzverzerrten Gesicht versuchte er etwas zu sagen, was lediglich mit einem eiskalten Blick von Yazhen endete, was die anderen Chinesen einen Schritt zurückgehen ließ. Ein Yazhen Tao war selbst mit Federboa gruselig.
      "Ich kann mich nicht erinnern um deine Meinung gebeten zu haben. Ihr alle verschwindet sofort aus meinem Blickfeld." Sein Blick wanderte zu einem anderen der Bodyguards. "Dan, kümmere dich um ihn. Keine Zeugen sonst bist du der nächste."
      "Verstanden, Boss."
      "Ne..nein Boss, ich...ich tu es nie wieder...Boss bitte..."
      Man hörte ein Knacken der Hand, als Yazhen Li los ließ und die Chinesen verschwanden.
      Der Dunkelhaarigen widmete sich Kaoru. "Herr Hoshino ich möchte mich für diese Unhöflichkeit aufrichtig entschuldigen. Dies wird nie wieder vorkommen, dass versichere ich ihnen." Sein Blick wanderte zu Melody. "Melody, war ihr Name? Ich bitte auch Sie um Vergebung. Ihr Etablissement zu beleidigen und hier einfach hereinzuplatzen, ist respektlos und absolut inakzeptabel." Yazhen verneigte sich kurz vor Melody. "Ich bin hier, weil ich jemanden suche und mir gesagt wurde, dass er hier eventuell gesichtet worden sein könnte. Hätten Sie eine Minute ihrer Zeit für mich?"



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    • Kaoru
      Yazhen reagierte bei weitem nicht so empört wie seine Bodyguards bei der Realisierung, was dies für ein Ort war und in welcher Gesellschaft sie sich hier befanden. Einer der Bodyguards dachte sich sogar tatsächlich, dass es intelligent sei Kaoru anzugreifen und wenngleich sich Yazhen tatsächlich recht schnell selbst darum kümmerte, hätte der Japaner auch keine Sekunde länger gezögert und seine Handfeuerwaffe gezückt, die er stets bei sich trug. Schließlich geriet man recht oft in Gefahr, wenn man für Taejin Hwang arbeitete. Der Koreaner machte sich regelmäßig viele Feinde und sein Geschäft war schließlich auch alles andere als harmlos. Da verbrachte man nun einmal mehr Zeit in seinem Leben mit einer Waffe am Körper, als ohne... Mittlerweile fühlte es sich fast schon falsch an, wenn er nicht das Gewicht der Pistole an seiner Hüfte spürte.
      Yazhen kümmerte sich allerdings sehr sauber um seine Leute und schickte diese ziemlich direkt aus dem Club, wobei er seine Coolness behielt und sich auch nicht an der pinken Federboa stören ließ, die er beim Betreten des Clubs um den Hals gelegt bekommen hatte. Kaoru und Melody warfen sich vielsagende Blicke zu, wobei letztere den Chinesen kurz beeindruckt abcheckte, ehe Kaoru bei Yazhens Worten abwinkte und fast schon nonchalant mit den Schultern zuckte. "Wenn man unter Taejin arbeitet, ist soetwas für einen fast schon Kindergarten. Ich weiß zwar ebenfalls, wie man ungezogene Hunde erzieht, aber ich weiß die Geste zu schätzen. Ehrlich gesagt gingen mir Ihre Anhängsel ein klein wenig auf die Nerven.", merkte er nur schulterzuckend an, ehe auch Melody den Kopf schüttelte.
      "Das war wahrscheinlich die harmloseste Beleidigung, die ich diese Woche gehört habe.", meinte die Fee ein wenig augenrollend, ehe sie erneut andeutete, dass die beiden ihr folgen sollten, ehe sie auch schon in ein Zimmer hinter der Bar verschwanden, welches ganz offensichtlich ein spärliches Büro darstellte. Der Club war bei weitem davon entfernt auch nur in der Liga des Illusion zu spielen, aber Kaoru wusste aus erster Hand, dass diese kleinen Clubs gerade für die Community besonders wichtig waren... Es war schön mit Leuten auf gleicher Wellenlänge in einer Umgebung anzubandeln, die vertraut und gemütlich wirkte. So exklusiv das Illusion eben auch war, Kaoru bezweifelte, dass irgendwelche langfristigen Beziehungen in seinem Club entstanden.
      "Setzen Sie sich! Wollen sie etwas zu trinken?", erkundigte sich Melody und deutete dabei auf eine ältere Ledercouch, ehe sie zu einem kleinen Kühlschrank neben dem Schreibtisch ging und eine Flasche Wasser hervorholte.
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    • ___ Yazhen ___

      Yazhen zu verärgern war ungefähr so intelligent wie in ein Piranhabecken zu steigen. So etwas tat man nur einmal und hatte keine Chance es zu wiederholen. Es brauchte einiges, damit der Chinese seine Ruhe verlor, aber Respektlosigkeit war etwas das dem Dunkelhaarigen gewaltig gegen den Strich ging. Er war selbst jemand, der seine Feinde mit Höflichkeit und Respekt behandelte. Nicht das er Kaoru oder Melody als solche betrachtete. Yazhen war jemand der stehts seine Würde und seinen Anstand behielt, selbst wenn er dabei eine Federboa um den Hals trug. Wahrscheinlich wirkte damit niemand seriöser als er. Ehrlich gesagt hatte er das fedrige Ding in diesem Augenblick vergessen. Es erschien ihm aber nach der Eskalation unangebracht diese nun abzulegen. Es reichte, wenn seine Bodyguards respektlos diesem Club gegenüber waren. Es war egal, ob der Chinese diesen Geschmack teilte oder nicht, aber es handelte es sich hier um einen Club und nicht um ein Schlachthaus. "Daran gewöhnt oder Harmlosigkeit, sind keine Entschuldigung und ich dulde kein Respektlosigkeit in meinen Reihen. Sowohl Sie Herr Hoshino als auch Sie Melody wurden beleidigt und das ist inakzeptabel." sein Blick wanderte zu Kaoru. "Nun.....ich würde lügen würde ich behaupten, dass mich meine Anhängsel nicht ebenfalls nerven. Nennen wir es Formalität. Ich bitte Sie so gut Sie können diesen Haufen zu ignorieren." daraufhin folgte er Melody in ein Büro, welches sie für ihr Gespräch auserkoren hatte und setzte mit den anwesenden. "Vielen Dank, ich nehme gerne ein Glas Wasser." Selbst wenn es vergiftet wäre würde Yazhen es sofort merken und....auch wenn man es nicht glauben wollte, verabreichte man den Tao-Kindern von klein auf kleine Mengen Gift, damit sie Resistenz entwickelten.
      Die Familie Tao war...anders.
      Höflich wie Yazhzen nun einmal war, nahm er das ihm gereichte Wasserglas erneut dankend an, behielt dabei eine ruhige Tonlage, als hätte er nicht gerade erst befohlen einer seiner eigenen Männer aus dem Weg räumen zu lassen.


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    • Kaoru
      Yazhen hatte eine erstaunlich rechtschaffene Seite und der Manager des Illusion musste sogar leicht grinsen, als der Chinese seine Männer fast schon fertig machte und sie anschließend aus dem Club rausschmiss, mit der Rechtfertigung, dass sie niemanden zu beleidigen hatten. Das machte Yazhen tatsächlich deutlich sympathischer, wenngleich Kaoru sich ins Gedächtnis rief, dass der Mann ein Tao war und ihn wahrscheinlich ohne zu zögern kalt machen würde, sobald er erfuhr, dass Kaoru ihn hinters Licht führte. Er konnte nur hoffen, dass der Chinese das nicht in nächster Zukunft erfahren würde und Taejin den jüngsten Tao so schnell wie möglich finden würde. Er war noch nicht bereit den Löffel abzugeben... dafür mochte er sein Leben tatsächlich viel zu gerne.
      Nachdem Melody belustigt das Spektakel betrachtet hatte und der indirekten Entschuldigung zugehört, ehe sie den Tao und Kaoru in ihr Büro führte, wo sie ihnen Wasser anbot, während die beiden sich auf der Couch niederließen. Melody goß etwas Wasser in zwei Gläser, die sie anschließend dem Japaner und dem Chinesen reichte, bevor sie sich selbst an den Bürotisch lehnte und ihre Arme vor der Brust verschränkte. Sie wusste, was Yazhen wollte und nach wem er suchte, Kaoru hatte sie schließlich so gut es ging vor informiert und er hoffte schlichtweg, dass sie ihre fantastischen Schauspielkünste nun gut anwenden würde, damit Yazhen nicht misstrauisch wurde.
      "Sie suchen nach ihrem kleinen Bruder...", begann Melody langsam und blickte dann langsam zu dem Chinesen, der alles andere als entspannt wirkte. Kaoru beobachtete den Tao aus dem Augenwinkel, versuchte dabei allerdings nicht ganz so auffällig zu sein.
      "Vor etwa zwei Wochen ist Kit hier in Nagoya aufgetaucht. Ich bin mir nicht sicher was er hier wollte, aber etwas drei Tage in Folge ist er jeden Tag abends hierher gekommen. Er hat sich mit unterschiedlichen Stammgästen von mir unterhalten und ich dachte erst, dass er einfach nur Gesellschaft sucht und vielleicht sogar mit ihnen flirtet... allerdings ist er nie mit einem meiner Gäste gegangen. Er kam, hat sich knapp eine halbe Stunde unterhalten und ist dann immer alleine wieder gegangen. Am dritten Tag wurde ich neugierig und frage meinen Stammgast mit dem er sich unterhalten hatte, worum es ging... offenbar suchte Kit etwas bestimmtes, was er hier in Nagoya wohl erwartete und hoffte hier im Club Informationen zu bekommen."
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    • ___ Yazhen ___

      Der Chinese nahm einen Schluck Wasser, schmeckte darin kein Gift und widmete sich dann der aktuellen Situation. Sie hatten sich in einem kleinen Büro des Clubs eingefunden, welches erstaunlich gut isoliert war, dafür das es doch sehr bescheiden wirkte. Man vernahm nur am Rand ein wenig fragwürdige Musik, mit der Yazhen nicht viel anfangen konnte und ehrlich gesagt auch nicht kannte. Was er aber eindeutig erkannte war, dass ihn der Japaner aus dem Augenwinkel beobachtete. Yazhen, welcher seine langen Beine übereinander geschlagen hatte und in dem schwarzen Sessel gegenüber von Melody aber neben Kaoru saß, sah ihn daraufhin direkt an, damit dieser sehr wohl bemerkte, dass er aufgeflogen war. Sicherlich hatte er von Taejin die Anweisung ihn genau im Auge zu behalten und der Ermittlung von diesem Shin nicht in die Quere zu kommen, während auch sie Spuren verfolgten. Der Chinese traute Shin nicht und er wusste nicht, ob er wollte, dass gerade ein Auftragsmörder seinen Bruder fand. Allerdings war er gerade auf jede Hilfe angewiesen. Er musste seinen kleinen Bruder finden, weshalb er auch Melody aufmerksam zuhörte, aber fragend die Stirn runzelte. Der Dunkelhaarige konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, was Kit suchen könnte. Wo Taejin war wusste der Jüngere und auch wo seine Familie war. "Haben Sie eine Idee, wohin er als nächstes gegangen sein könnte? Mit welchen Leuten hat er gesprochen? Ich würde mich gerne mit diesen Leuten unterhalten. Vielleicht hat Kit dem ein oder anderen etwas gesagt, was mir einen Hinweis gibt. Ich wäre ihnen sehr dankbar, wenn sie mir die Leute vorstellen könnten." bat er Melody dann und hoffte das die mysteriöse Fee ihm tatsächlich hilfsbereit gesonnen war. Es war frustrierend, aber im Augenblick hatte Yazhen keinen anderen Anhaltspunkt.


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    • Kaoru
      Melody war gut überzeugend. Kaoru war ziemlich beeindruckend, wie einfach es ihr zu fallen schien den Tao Erben anzulügen und Kaoru war sich nicht sicher, ob er selbst überzeugender hätte sein können. Vielleicht war sie auch die geborene Schauspielerin und Kaoru wusste das bisher nur noch nicht. Es sollte ihm auf jeden Fall von Vorteil sein, schließlich wirkte Yazhen, als würde er ihr glauben und weniger zweifeln, als es der Japaner erwartet hätte.
      Melody war währendessen direkt auf die Fragen von Yazhen eingegangen,stieß sich von dem Schreibtisch ab und umrundete ihn, um eines der Schubfächer zu öffnen. Während sie darin herumsuchte, begann sie zu reden. "Ich denke, ich habe einen Hinweis für sie... Kit hat alle drei Tage meine Gäste immer nach dem gleichen Symbol gefragt und ob sie das schon einmal irgendwo hier in der Nähe gesehen hätten." Melody holte eine simple Serviette aus dem Schubfach hervor, auf welche mit einem Kugelschreiber ein Zeichen gemalt wurde. Kaoru erkannte es und er war sich mehr als sicher, dass auch Yazhen es sofort erkennen musste. Der Japaner wurde blasser und war gleichermaßen fassungslos. Was Melody da hochhielt war das offizielle Wappen der Taos... so wie sie es nur in der Unterwelt verwendeten... mit dem Unterschied, dass ein chinesisches Schriftzeichen fehlte und dafür ein koreanisches stattdessen in der Mitte des Wappens prankte. Ein Kloß bildete sich in Kaorus Magen... Melody dachte sich das nicht aus... Sie wusste weder über die Unterwelt Bescheid, noch konnte sie das Wappen der Taos kennen. "Das hatte er wohl meinen Gästen gezeigt und am dritten Abend liegen lassen. Ryo, mit dem er zuletzt gesprochen hatte, meinte sich zu erinnern dieses Symbol vor einem knappen Monat im Stadtteil Midori-ku in einem kleinen 7-Eleven gesehen zu haben, direkt hinter der Kasse. Vielleicht ist Kit ja ebenfalls dorthin um dem nachzugehen."
      Kaoru blickte Melody wortlos an. Sie hatte ihn nicht vorgewarnt und jetzt war er derjenige, der hinters Licht geführt wurde...
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    • ___ Yazhen ___

      Der Chinese nippte an seinem Glas Wasser und beobachtete Melody mit Adleraugen, wie diese sich erhob und ihn umrundete. Während sie in den Schubfächern des kleinen bescheidenen Schreibtisches kramte, redete sie weiter mit ihm und Yazhen wurde direkt hellhörig als Melody von einem Symbol sprach. Einem Symbol, welches sein kleiner Bruder verfolgt hatte. Melody malte ihm das Symbol auf und die Augen des Chinesen weiteten sich. Yazhen war kein Mann der großartigen Gefühlsreaktionen, aber die Überraschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er konnte sich nicht vorstellen, dass ihn die zugegeben sehr hübsche Dame anlog, wie er es zuerst bei Kaoru vermutet hatte. Der Japaner hatte ihn aber tatsächlich zu einem wichtigen Hinweis geführt und der Dunkelhaarige fühlte sich tatsächlich ein wenig schlecht, dass er gedanklich dem Manager des Clubs von Taejin misstraut hatte. Er konnte nichts dafür, die Taos waren von Grund auf Skeptiker. Yazhen, höflich wie er nun einmal war, blickte zu Melody. "Darf ich?" als sie es ihm gestattete hatte er die Serviette an sich genommen. Das Tao-Logo wurde abgeändert, verfälscht, verschandelt. Jemand benutzte ihren Namen! Verräter. Die Sache wurde größer und komplizierter als gedacht. Kit war einer wichtigen Spur auf den Grund gegangen. Sein kleiner Bruder war nicht einfach verschwunden, er wollte dem Clan helfen. Eine Mischung aus Stolz, aber auch Panik machte sich in Yazhen breit. Sie wussten nicht wer der Feind war und auch wenn Kit sich sehr wohl verteidigen konnte, war er in Gefahr. Er musste ihn um jeden Preis finden! Melody sprach weiter und Yazhen hörte ihr aufmerksam zu. Jedes Wort welches ihre Lippen verließ wurde direkt von dem Chinesen analysiert. Alles was sie ihm sagte war ein Hinweis und sie war im Augenblick so hilfreich, dass Yazhen seinen Dank kaum in Worte fassen konnte. Er hatte erwartet, dass dieser Abend ein Reinfall werden würde.
      Natürlich könnte Melody auch die beste Lügnerin überhaupt sein, aber sie machte keinerlei Anzeichen, dass sie sich das ausdachte und offenbar schien auch Kaoru das nicht erwartet zu haben. Diese Story war ihm wohl nicht bekannt gewesen.
      Yazhens Theorie, dass der Schwarzhaarige wohl nur Zeit für Taejin schinden wollte, war also doch nicht so weit hergeholt. Allerdings hatte sich die Spur als echte Goldgrube erwiesen. Er würde dieser Melody definitiv diesen Gefallen irgendwann zurückzahlen.
      "Melody, ich weiß nicht wie ich ihnen danken soll. Wenn es etwas gibt, dass ich für sie tun kann, zögern sie bitte nicht mich um Hilfe zu bitten. Können Sie mir vielleicht die Kontaktdaten von Ryo geben? Ich weiß dies widerspricht dem Datenschutz ihres Geschäfts, aber es geht um meinen kleinen Bruder. Ich verspreche ihnen absolute Diskretion und werde ihren Namen nicht vor ihm erwähnen. Sollte dies nicht möglich sein, haben sie vielleicht eine Idee, welcher 7-Elven es sein könnte? Ansonsten werde ich dort jeden einzelnen absuchen."


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    • Kaoru
      Melody reichte Yazhen das auf eine Serviette gezeichnete Symbol, welches dem Wappen der Taos erschreckend ähnlich sah und gleichermaßen ganz offensichtlich nicht dem Original entsprach. Kit war also über gefälschte Tao-Waffen gestolpert hier in Japan... war er deswegen einfach verschwunden? Und warum hatte er in einer Drag Bar ohne Untergrund-Connections danach gefragt und nicht im Illusion? Kit war zwar in Taejin verknallt, aber offenbar hieß das nicht, dass er ihm oder seinem Clan irgendwie vertraute. Dass der junge Tao sich offenbar selbst auf die Suche nach den Verrätern gemacht hatte, ohne auch nur seine Familie zu informieren... zeugte von Dummheit, Naivität, aber eben auch Mut. Das Kit nicht hundertprozentig zu den Taos passte, war Kaoru sehr schnell aufgefallen und wahrscheinlich war das auch ein Versuch von ihm gewesen, etwas für seinen Klan zu tun. Ob nun Kit immer noch der Spur folgte und unversehrt war oder ob er sich bei der Recherche tatsächlich in Gefahr begeben hatte, war allerdings noch unsicher.
      "Ich kann nicht seine Nummer herausgeben, allerdings weiß ich wo er ungefähr in Midori-ku lebt und kann es für euch eingrenzen." Melody zückte ihr Smartphone und öffnete eine Navigations App, auf der sie erst ein wenig auf der Nagoya Karte herumscrollte, bevor sie innehielt und das Display den beiden hinhielt. "Es muss einer von den drei 7-Elevens sein. Alle anderen dürften für Ryo zu weit entfernt sein." Kaoru blickte auf die Karte. Midor-Ku war etwa eine halbe Stunde Autofahrt von hier entfernt... sie könnten also gleich noch dort hinfahren. Langsam sah er zu Yazhen hinüber, der bei weitem nicht mehr so emotionslos wirkte und gerade tatsächlich eine reelle Chance sah, seinen kleinen Bruder zu finden.
      Melody lächelte vage, als Yazhen ihr so überschwänglich dankte und beteuerte, dass er sich revanchieren würde, woraufhin sie zwar leicht die Augen verdrehte, dann aber mit einem leicht verschwörerischem Lächeln die Hand ausstreckte und ihn direkt ansah. "Geben Sie mir ihre Nummer, dann melde ich mich, wenn ich den Gefallen einlösen möchte."
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    • ___ Yazhen ___

      Mit der Antwort gab sich der Älteste der Tao-Geschwister zufrieden. Ohnehin war der Abend vielversprechender und erfolgreicher verlaufen als er geahnt hatte und allein, dass Melody ihm schon besagten nächsten Zielort soweit eingrenzen konnte, war dem Chinesen eine größere Hilfe, als sie sich vorstellen konnte. Die Taos hatten in China ein Netzwerk größer als es sich ein Hwang erträumen könnte, aber hier in Korea waren es nun einmal reine Geschäftskontakte, die nicht von gegenseitigem Vertrauen gezeichnet waren. Die Taos waren nicht nur in China, sondern auch in Korea, Japan, Taiwan und Thailand bekannt. Vielleicht auch noch anderswo, wer wusste das schon. Sie wurden gefürchtet, verehrt und verachtet, wobei gefürchtet eigentlich am meisten zutraf. In China schlug man sich förmlich darum mit ihnen in Kontakt zu kommen beziehungsweise in ihrer Gunst zu stehen, in den anderen Ländern war die Angst zu groß und darum hielten sich die meisten Leute eher bedeckt.
      Yazhen hatte sich bedankt, wie es sich nun einmal für ihn gehörte und auch wenn Melody zuerst wirkte, als würde sie das eher lächerlich finden, zierte ein beunruhigendes Lächeln plötzlich ihre Lippen. Der Chinese konnte nicht anders als ebenfalls ein sehr eigenartiges Lächeln aufzusetzen, von dem man nicht wusste, ob es gefährlich war oder nicht. "Sie sind eine sehr kluge und gewiefte Person Melody, behalten sie sich das bei." da sie noch ihr Handy in der Hand hielt, hatte Yazhen nun seine Hand ausgestreckt und bat ihr dieses zu überreichen. Dort speicherte er tatsächlich eine Nummer ein und reichte es ihr wieder. "Sie können sich jederzeit melden." Ein Tao beglich immer eine Schuld und blieb niemals einem Gefallen schuldig. Ein Kredo, was Yazhen zwar nicht mehr hören konnte, aber er ebenfalls lebte. Er erhob sich und blickte nun zu Kaoru. "Wollen sie mich begleiten Herr Hoshino oder trennen sich nun unsere Wege? Sie haben mir heute bereits sehr geholfen." Ob es der Japaner nun wollte oder nicht.
      Sie waren Kit einen Schritt näher gekommen und auch wenn es beunruhigende Hinweise waren, war es eine Spur.


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    • Kaoru
      Melody forderte sich Yazhens Nummer ein, während Kaoru noch immer zu verarbeiten schien, was zuvor geschehen war und was er nun erfahren hatte. Dass der chinesische Clan-Erbe sie daraufhin so lobte, überraschte Kaoru allerdings schon ein wenig, da er nicht unbedingt den anderen für so freundlich gehalten hatte. Außer Kit machte niemand der Tao Familie wirklich den Eindruck, als würden sie irgendjemanden loben können... allein aus Stolz.
      Der Manager des Illusion würde auf jeden Fall nach diesen neuen Erkenntnissen mit Taejin reden müssen. Sie waren aktuell noch der Meinung gewesen, dass Kaoru den Tao lediglich ein wenig ablenkte, bis Taejin und Shin Kit wieder sicher zurückgebracht hatten... allerdings nun tatsächlich eine Spur in Nagoya zu finden, änderte in der Tat absolut alles. Kaoru würde definitiv bei Yazhen bleiben müssen, denn nun war absolut nicht mehr sicher, was sie womöglich noch alles aufdecken würden. Kaoru hinterfragte in diesem Moment tatsächlich, ob Shins Spur in Korea so richtig gewesen war, allerdings hatte das koreanische Schriftzeichen in dem Wappen der Taos durchaus eine gewisse Logik in Verbindung mit der Spur des japanischen Attentäters. Kaoru hoffte nur, dass Shin und Taejin sehr schnell fündig werden würden... denn Kaoru konnte zwar kämpfen, aber er war definitiv nicht für den Außeneinsatz geeignet. Normalerweise war er ganz glücklich nur vom Club aus agieren zu müssen. Nun außerhalb seiner Komfortzone zu sein, gefiel ihm gar nicht und er konnte nur beten recht bald wieder Heimkehren zu können... seine vier Katzen würden ihm das definitiv nicht verzeihen, wenn er zu lange fortblieb.
      Bei der Frage von Yazhen also, ob Kaoru mitkommen würde, nickte der Japaner eilig. Taejin würde ihn schließlich einen Kopf kürzer machen, würde er Yazhen nun aus den Augen lassen und alleine den Spuren folgen.
      "Natürlich komme ich mit. Das ist das mindeste, das ich tun kann.", entgegnete der Japaner schließlich und wandte sich dann dankend an Melody. Er umarmte sie kurz, ehe er sich von ihr verabschiedete. Das könnte eine lange Nacht werden...
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