___ Hayato ___
Bethany hatte den heißen Becher Kaffee umklammert, als wäre dieser ein Heiliger Gral. Alles in allem war jeder Angestellte der Hotelkette der Sakurais in gewisser Weise Koffein-Süchtig. Hayato war ein toller Chef und alle waren froh, dass sein Großvater den Betrieb nicht leitete, sondern Hayato eigentlich den Laden schmiss, selbst wenn auf dem Papier sein Vater stand. Sakura-Junior war ein sehr fairer und großzügiger Chef, allerdings verlangte er auch entsprechenden Einsatz und Niveau seiner Angestellten und dieser Druck war nicht ohne. Hayato war sich für viele Dinge nicht zu sein, Bethany hatte er in seinen jungen Jahren selbst eingelernt und auch wenn es für Bethany anfangs befremdlich war von einem 16-jährigen Teenie eingearbeitet zu werden, hatte sie schnell gelernt, dass es von Vorteil war, dass er sich selbst um diese Dinge kümmerte. Sie wusste von seinen Vorlieben, seinen Abneigungen und wie sie mit ihm umgehen musste. Meistens wusste sie schon was er brauchte, wenn er sie einfach nur ansah. Hayato reiste selbst zu Hotels und sah nach dem Rechten, Verhandlungen führte er immer selbst und bürdete dies nicht jemand anderem auf - dazu musste man auch sagen, dass er das Steuer auch einfach nicht abgeben konnte - aber er war ungemein penibel. Darum war er auch nie wütend, wenn jemand dem Druck nicht standhalten konnte und kündigte. Alles in allem war er ein super Chef, aber Bethany würde lügen, würde sie behaupten nicht abends komplett erledigt ins Bett zu fallen und Hayatos Perfektionsdrang zu verfluchen. Seit er Jun hatte, war er in vielen Dingen deutlich entspannter.Bethany konnte das verstehen, der Kleine war Zucker und konnte offenbar selbst einen Stein erweichen.
Ihr Kühlschrank-Chef wurde regelrecht zu einem Wattebausch, wenn er den Jungen erblickte.
Es war niedlich.
Sie schmunzelte bei den Worten des Brünetten. "Wir wissen beide, dass der Kerl Augen auf dem Rücken hat. Aber das mit der Ablenkung glaub ich dir aufs Wort." sie wackelte zweideutig mit den Augenbrauen. Sie musste dann doch lachen und winkte Jun zur Tür, damit er endlich zu seinem Freund ging.
Hayato trug ein Headset, während er vor der Fensterwand stand und auf die Stadt hinunterblickte, während er ein Telefonat auf russisch führte. Dieses Meeting ging bereits seit einer Stunde und langsam aber sicher glaubte Hayato, dass die Kerle ihn verarschen wollten. Er hatte wirklich genug heute noch zu tun. Die Baupläne für den neuen Hotelsitz in Phuket lagen noch ausgebreitet auf seinem großen Schreibtisch, aber genau jetzt hatte Russland gemeint über Hayatos Pläne außerhalb von Asien Fuß zu fassen diskutieren zu müssen. War ja nicht so, als hätte Hayato das Briefing nicht bereits vor 3 Monaten nach Moskau gesendet. Hayato war kein Freund von Spontanität und schon gar nicht im Arbeitsleben, hier musste alles geplant und koordiniert sein. So ein wichtiges Gespräch musste angekündigt werden.
Im Nachhinein aber wollten die Kerle einfach nur mit ihm plaudern und erzählten ihm nun irgendeinen Quatsch, den weder etwas mit der Hotelplanung noch auch nur im Ansatz interessant wäre. Was interessierte ihn die Frau von dem Kerl und das diese einen weiteren Schönheitswettbewerb gewonnen hatte?
Hayato fuhr sich durch das dunkle Haar, während er weiterhin charmant genau die Antworten gab, die sein Gegenüber hören wollte, aber nun langsam an dem Punkt angelangt war, dass das hier wirklich nur Zeitverschwendung war. Sein Ton wurde demnach auch deutlich strenger und kühler.
Er bemerkte zunächst nicht, dass sein Freund in den Raum kam, während er deutlich forscher seine Forderungen klar machte. 10 weitere Minuten später, hatten sie sich entschieden das eine Besichtigung angebracht wäre - nicht das Hayato das nicht bereits vor 3 Monaten erwähnt hatte - aber offenbar schien dieses Gespräch mehr bewirkt zu haben.
Sie hatten ihn aufgrund seines Alters mal wieder nicht ernst genommen und Hayato hatte direkt realisiert, dass sein Briefing nur überflogen wurde.
Im Gespräch wiederum konnten sie es gegen Ende gar nicht erwarten ihn in Moskau begrüßen zu dürfen.
Als Hayato dann endlich aufgelegt hatte, seufzte er genervt und drehte sich um.
Mit großen Augen sah er zu seinem Freund.
Er hatte ihn gar nicht bemerkt!

ღ For my lovely Warlock ღ