[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

    • Natürlich konnte sich John Astolfo einen deutlich lieberen Gast vorstellen, aber da es sich um einen Notfall handelte und Lev nicht eher ruhen würde, bis er etwas unternahm, musste er ihm wohl eine Anhörung gewähren. Der junge Russe fand es ja fast schon lächerlich, dass man praktisch einen Termin bei dem Oberhaupt der Mafia brauchte, aber er würde genug andere Tage haben um sich über diesen Mann zu ärgern. Jetzt musste Lev leider Gottes ein wenig Demut zeigen und ihn um Hilfe bitten. Würde es hierbei nicht um Killian gehen, hätte er sich lieber seine Zunge abgeschnitten als mit diesem Kerl allein in einem Raum zu sehen. Allerdings ging es nun mal um Killian, also musste er sich wohl oder übel damit abfinden und seine Mordgedanken vorerst auf ein anderes Datum verschieben. Jetzt stand er also mit John Astolfo in seinem großen Büro, mit dem übertriebenen Eichenschreibtisch und dem klischeehaften Chefsessel. Eigentlich erwartete Lev jetzt eine weiße Katze im Arm von John, aber er wurde diesbezüglich enttäuscht. Glücklicherweise war wenigstens Anisa aus dem Raum getreten und der Russe konnte reinen Tisch machen. Er hatte keine Zeit zu verschwenden. "Isabella hat uns allen eine Falle gestellt, sich hat sich Hilfe von einem verfeindeten Mafiaclan geholt und Killchen herein gelegt. Jetzt sitzt er im Hochsicherheitsgefängnis von Rom und wenn wir ihn nicht bald dort heraus bekommen, wird er dort entweder zu Tode vergewaltigt oder er bringt sich noch selbst um, damit das nicht geschieht. Wir müssen ihn dort raus holen.", platzte es aus dem Schwarzhaarigen heraus ehe er einen Schritt auf John zu machte. "Ich weiß das wir nicht unbedingt die besten Freunde sind, aber Killian ist nicht nur mir wichtig sondern auch Ihnen und das können sie nicht abstreiten. Er ist ihr bester Mann und ihn können sie nicht ersetzen.", Lev argumentierte richtig, dass wusste er. Natürlich könnte er darauf anspielen, dass John ebenso seine Gelüste befriedigte indem er Killian pausenlos anstarrte oder in Anzüge steckte, aber das lies er bewusst aus. Er brauchte seine Hilfe, ob es ihm nun gefiel oder nicht.

      Killian konnte es dem gelangweilten Arzt nicht verübeln, dass er es nicht gerade eilig hatte mit der Untersuchung. Mal ehrlich der Typ hatte sich von seinem Medizinstudium sicherlich auch mehr erhofft. Kill hatte fast schon Mitleid. Allerdings hing seine Aufmerksamkeit fiel mehr an der Zigarette seinen neuen Docs. Gott, er wollte eine Rauchen. Offenbar gefiel es dem Arzt nicht, dass ihm so viele Augen bei der Arbeit beobachtete und er scheuchte die Polizisten welche Killian angeschleppt hatten aus dem Raum. Zwar protestierten diese ihn nicht mit einen Mörder allein zu lassen, aber davon lies er sich nicht beeindrucken. Außerdem hatte Killian deutlich besseres zu tun, als mal eben einen Arzt zu vermöbeln. Der Dunkelhaarige folgte also den Anweisungen des Mannes und setzte sich auf die Liege welche an der Wand postiert war. Was blieb ihm auch anderes übrig.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Nervös lief Anisa vor dem Arbeitszimmer ihres Vaters auf und ab. Was hatte dieses Biest geplant? Was hatte diese nervtötende Verrückte mit ihrem geliebten Killian vor? Hätte sie sich noch am Anfang dieser ganzen Geschichte erzählt, das sie sich irgendwann Hals über Kopf in diesen Mann verlieben würde, hätte sie sich selbst dafür ausgelacht. Und wer hatte schon erwartet, das Isabella sie, den größten Schatz des großen John Astolfo entführen würde, nur um sie von Killian zu entfernen. Und zur Zeit der Entführung, hatten sie noch keine Beziehung geführt. Erst das vibrieren ihres Handys, riss Anisa aus ihren Gedanken und hob sofort den eingehenden Anruf ab. "Anisa! Ich habe deine Stimme schon vermisst. Wie geht es dir meine Schöne? Ist Lev in deiner Nähe?", hörte Anisa vom anderen Ende des Hörers sprechen und erkannte die Stimme des Blonden. "Es ist alles in Ordnung und Lev spricht gerade mit meinem Vater. Ist alles in Ordnung bei euch?", erklärte sie dann. "Ja, alles in Ordnung. Es ist nur schwieriger als erwartet.". Seufzend lehnte sie sich gegen die weiß, gestrichene Wand und starrte an die Decke. "Kann ich Killian sprechen?", fragte sie dann, woraufhin einen Moment Stille herrschte. "Der ist gerade unter der Dusche. Vermutlich, weil ich ihn heute an der Schulter berührt habe, er denkt, er könnte durch eine bloße Berührung so verdummen wie ich. Netter Kerl.", gab Jaden als Antwort und seufzte dann schwer. Kaum merklich wanderten ihre Mundwinkel nach oben, wie gern sie Killian nun gehört hätte. "Ich rufe später nochmal an, sag Lev, das ich weitere Informationen brauche.", und mit diesen Worten hatte Jaden aufgelegt.
      Währenddessen verschränkte John seine Finger und lehnte auf seinem massiven Eichenschreibtisch und sah Lev undurchdringlich an. John musste gestehen, das er mit vielem gerechnet hatte, aber nicht damit, das sein Liebling Killian, in einem Hochsicherheitsgefängnis gelandet war. Das Isabella Farina schlaue und hinterlistige Frau war, wusste er, aber das sie so einen Schritt wagen würde, damit hatte selbst er nicht gerechnet. Aber wie man John kannte, ließ er sich von seiner Überraschung nichts anmerken und starrte Lev weiterhin an, während sein Hirn bereits ratterte. John war noch nie ein Freund vieler Worte, ließ lieber Taten sprechen und sprach nur viel, wenn er zu verhandeln hatte oder Aufträge erteilte. Und mit Lev hatte er erst Recht nie viele Worte gewechselt. Die beiden Männer konnten sich nicht ausstehen, aber nun tat dies nichts zur Sache. "Ich werde alles in die Wege leiten, damit Killian nichts geschehen wird und bald schon wieder aus diesem Gefängnis raus ist.", sagte John kühl und musterte weiterhin den Russen vor sich. Nein, John würde nicht aus seiner Rolle fallen, auch nicht jetzt.

      Nachdem der Arzt seine wohlverdiente Zigarette aufgeraucht hatte, begab er sich zu seinem Patienten zurück und scheuchte die Polizisten aus seinem Krankenzimmer raus. Er hasste es, wenn man ihm bei seiner Arbeit über die Finger linste und abgesehen davon, waren seine Patienten nur angespannt und leicht reizbar. Jedoch postierten sie sich vor die Tür und beobachteten ihn durch das kleine Fenster, durch das man in den Raum sehen, aber von innen nicht hinaus sehen konnte. Es diente allein zum Schutz des Arztes. Wie gewohnt führte der Arzt seine Untersuchungen an Killian durch, wie auch bei allen anderen neuen Häftlingen. Die Sitzung dauerte eine halbe Stunde, in der Killian sich der Untersuchung unterziehen musste und wurde folglich wieder in seine Zelle geführt.
    • Gott wie sehr Lev das Bedürfnis hatte dem Kerl die monotone Visage aus dem Gesicht zu prügeln. Lev wurde darauf trainiert hinter die Fassade von Menschen zu blicken und das von Kindesbeinen an. Die italienische Familie war kuschelig im Vergleich zu seiner in der Heimat, wem machte der Kerl also etwas vor? Auch wenn der Schwarzhaarige gestehen musste, dass John sein Pokerface wirklich bis zur Perfektion gemeistert hatte. Allerdings war es nicht so als könnte Lev sein Gesicht lesen, viel mehr wusste er einfach welchen Stand Killian in diesem Haus einnahm. Bei dem Brünetten gab es keine Mitte, entweder er wurde fast fanatisch geliebt oder er wurde gehasst und Lev wusste das John eine etwas eigene Liebe für seinen besten Auftragsmörder entwickelt hatte. Beim puren Gedanken wurde ihm schon schlecht. Allerdings brauchte er im Moment nun mal die Hilfe von dem Typen und sollten alle Stricke reißen würde Lev ein paar Freunde einschalten müssen und das würde ... sehr unschön werden. Lev war immerhin nicht allein von Moskau hier her gekommen, nur hielten sich diese eben verdeckt. Es gab ein ganzes Netzwerk. Wie auch immer, der Schwarzhaarige und John hatten sich eine Weile nach der geplatzten Bombe bezüglich Killians Inhaftierung angestarrt. Lev allerdings wandte seinen Blick nicht ab, erwartete Zustimmung und die hatte er glücklicherweise auch erhalten. Das Oberhaupt der Astolfos wäre auch extrem dumm, würde er Kill dort zurücklassen. Nicht jemand mit solch einem Talent. Lev hoffte allerdings inständig das Killian solange durch hielt. Auch wenn John die Zügel nun mit in die Hand nahm, würde auch er eine ganze Weile brauchen bis alle Formalitäten und Bestechungen geklärt waren. Der junge Russe hatte lediglich auf die Worte von John genickt und war ohne weitere Förmlichkeiten aus dem Raum verschwunden um Anisa aufzusuchen, immerhin hatte er geschworen die schöne rothaarige Frau zu beschützen. Schnell war er wieder an der Seite seiner neuen Kameradin und wuschelte ihr liebevoll durchs Haar. Etwas das er auch bei Killian tat, was diesen nur böse drein gucken lies. "Entschuldige das du solange warten musstest Anisotschka." lächelte er ihr mit ihrem russischen Kosenamen zu und führte sie langsam wieder aus der Villa hinaus. "Es ist alles geregelt, mach dir keine Sorgen."

      Alles in Killian rang danach den Arzt einfach niederzuschlagen und ihn nach seinen Zigaretten abzusuchen, aber er versuchte dem Drang zu widerstehen. Was hatten sie ihm auch seine Kippen abnehmen müssen, als sie ihn in dieses Drecksloch gesteckt hatten? Seine Waffen verstand er ja, aber seine Zigaretten? Das war unmenschlich! Auch wenn dem Dunkelhaarigen alles andere nach einer Untersuchung war lies er die Behandlung schweigend über sich ergehen. Der Kerl machte auch nur seine Arbeit und je mehr sich Kill quer stellte, desto länger würde er dort fest sitzen, also unterließ er irgendwelche Schwierigkeiten. Ob es den Arzt nun verwunderte das er einen folgsamen Patienten hatte oder nicht, interessierte den attraktiven jungen Mann herzlich wenig. Er war einfach froh das er ohne weitere Probleme wieder aus der provisorischen Praxis verschwinden konnte. Auch wenn er sich fragte, warum. Nur damit er wieder in seiner Zelle saß? Vielleicht sollte er sich doch nochmal untersuchen lassen ...
      Jedenfalls erwartete ihn wenigstens ein Mithäftling der nicht sonderlich kommunikativ war. Für diese glückliche Fügung war Kill mehr als nur dankbar, es ersparte ihn einige Nerven. Hoffentlich blieb der Typ auch so schweigsam.


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    • Lev's Worte waren für die Rothaarige in keiner Hinsicht beruhigend. Nichts war größer als das Vertrauen und die Liebe zu Killian, aber auch er war nur ein Mensch. Nicht immer konnte alles nach Plan laufen und nicht immer konnte er unbeschadet aus einem Auftrag zurück kommen. Nun, jenachdem wie man 'unbeschadet' definieren konnte. Aber nach Jaden's Anruf war sie wieder so aufgewirbelt wie Wochen zuvor schon, als alles begonnen hatte. Während Anisa nur sorgenvoll auf die Worte des Russen nickte, war auch John in seinem Büro fassungslos. Jetzt, da ihn niemand mehr sah, konnte man die Fassungslosigkeit beim genaueren hinsehen erkennen. Isabella hatte bereits die Bombe zum platzen gebracht, als sie es gewagt hatte, seine geliebte Tochter zu entführen, das sie allerdings schaffte, seinen best ausgebildetsten Auftragsmörder hinter Gitter zu stecken... John würde alles in die Wege leiten, um Killian aus diesem Gefängnis zu befreien und Isabella auszuschalten. Diese Frau würde für ihre Taten bezahlen.

      In den nächsten Tagen wurden Anisas Nerven immer weiter auf die Probe gestellt. Von Tag zu Tag, an dem Killian sich nicht meldete, wurden die Sorgen und die Angst immer größer. Lev hatte ihr bereits beim ersten Anruf von Jaden erzählt, das der Auftrag sich als schwieriger erwies, als erhofft. Aber um Himmels Willen, weshalb wimmelte man sie sofort ab, wenn Jaden Lev kontaktierte? Die Anrufe hatten irgendwann aufgehört, vermutlich kontaktierte Jaden Lev nicht mehr über Anisa, sondern über sein eigenes Handy. Und auch ihr Vater nagte an einem Stein. Auch seine Arbeit bezog sich nur noch auf die Befreiung von Killian. Das Killian sich in einem Gefängnis befand, wusste Anisa noch immer nicht. Sie saß auf heißen kohlen und hoffte, das sich die Wohnungstür bald öffnete und Killian unerwartet in den Raum stürmte und sie in seine Arme schloss. Aber was sich bei dem Dunkelhaarigen wirklich abspielte, das wäre selbst in ihren schlimmsten Träumen nicht geschehen.
      Killian's Gesicht war wunderschön, sein Körper ein Augenmerk und die goldfarbenen Augen, zog sogut wie jeden in den Bann. Die meisten der Insassen starrten ihm nach, pfeiften, wenn er an ihren Zellen vorbei geführt wurde und sprachen ihn mit den absurdesten Kosenamen an. Einige von ihnen hatten es sich nicht nehmen lassen, ihn bei jeder Gelegenheit, die sich ihnen bat, Körperkontakt aufzunehmen.
    • Die vergangenen Tage waren für Killian die reinste Tortur geworden. Immer wieder hatte er sich in Schwierigkeiten gebracht, für Ärger gesorgt oder sich mit den Polizisten in den Haaren gelegen. Mal ehrlich, wer hätte diesem Idioten der ihn an den Hintern gepackt hatte nicht eine Gabel in die Hand gerammt? Nun hatte er jedenfalls offiziell ein Gabelverbot und musste alles mit einem Löffel zu sich nehmen. Versuch das mal einer mit Salat, das ist nicht witzig! Da er mehr als nur einen Typen auf dem Hofgelände verprügelt hatte, hatte er sich wenigstens mehr oder weniger Respekt verschafft. Die meisten ließen ihn in Ruhe oder wollten sich gar mit ihm anfreunden. Kill hatte sogar schon Angebote für Geleitschutz zu den Duschen. Wäre das nicht eine schlechte Idee, hätte er sich über so einen Vorschlag kaputt gelacht. Allerdings gab es leider immer noch genug Idioten, welche den großen Boss heraus hängen lassen mussten, meinten ihn dominieren zu müssen und ihm allerhand skurrile Spitznamen verpassten. An Prinzessin hatte er sich bereits gewöhnt, das war das angenehmste von der Sorte. Nur hatte sich der attraktive Auftragsmörder geschworen seine Freundin nie wieder Prinzessin zu nennen! Die Verbindung war eindeutig nicht geeignet! Hätte Killian geahnt das Lev und Jaden heute endlich einen Plan hatten um ihn aus dem Gefängnis zu holen, wäre er niemals auf die Idee gekommen seine Zelle für heute zu verlassen.
      Dann hätte er sich eindeutig so vieles erspart ...

      Lev hatte nachdem er mit John Astolfo einige Hände geschmiert hatte, wie man so schön sagte, endlich alle Vorbereitungen getroffen um seinen besten Freund aus dem Gefängnis zu holen. Es wurde von Tag zu Tag schwerer Anisa von all dem was Geschehen war fern zu halten, damit sie nichts von der Aktion erfuhr. Der junge Russe fühlte sich schlecht dabei seine inzwischen sehr gute Freundin so hinter das Licht zu führen, aber er wollte sie beschützen und auch Jaden war der Meinung das man der Rothaarigen diese Geschichte verheimlichen musste. Es widerstrebte dem Schwarzhaarigen zwar mit jeder Faser seines Körpers mit John so direkt zu arbeiten, da ihre Kommunikation sonst stehts über Kill erfolgte, aber leider war er nun mal auf diesen Mann im Moment angewiesen. Da Lev bei Anisa bleiben musste, hatte er John lang und breit erklären müssen, dass er es Jaden überlassen würde, Kill dort heraus zu holen nachdem er ihm den Plan vermittelt hatte. Natürlich hatte er dem Oberhaupt der Astolfos die Verbindung zwischen Killian und Jaden verschwiegen, ihm aber erklären müssen das er ein Mitglied der Mafia war und nun auf ihrer Seite stand, da gemeinsame Interessen vorlagen. So etwas war nicht selten, dass verschiedene Organisationen zusammen arbeiteten wenn sich die Interessen deckten. Dennoch war John nicht blöd und weiterhin skeptisch, hatte es aber gezwungenermaßen toleriert.
      Es hatte ein paar Tage gedauert, bis Lev endlich Jaden die Entlassungsdokumente für Killian aushändigen konnte. Natürlich war diese alles andere als auf legalem Weg entstanden und sicherlich würde der Blonde nicht einfach mal eben ins Gefängnis spazieren können um seinen Bruder dort heraus zu holen, aber es gab den ein oder anderen Polizisten der mit Ihnen unter einer Decke stand. Jaden musste also den Kontaktmann ausfindig machen. Diesen provisorischen Plan hatte Lev dem Blonden bereits geschildert.


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    • Die schöne Rothaarige zählte bereits die Tage, fast schon die Stunden, sie vergingen in denen sie noch immer nichts von Killian gehört hatte. Ab und an hörte sie, wie Lev mit jemanden telefonierte und glaubte immer wieder, das es sich um Jaden handelte. Weshalb telefonierte Jaden mit Lev, aber Killian meldete sich bei ihr nicht? Bei jeder weiteren Stunde, in der Killian nichts von sich hören ließ, wurde sie immer verrückter! Jaden und Lev waren nicht die besten Freunde und wenn der junge Russe ehrlich war, hatte er stark an der Geschichte des Blonden gezweifelt, weshalb also hatten sie so vieles zu Bereden? Es mag sein, das es sich für schwerer erwies, Isabella zu fassen, aber irgendetwas stimmte nicht. Ganz und gar nicht. Aber egal wie oft Anisa sich auch erkundigte, niemand wollte ihr etwas verraten. Lev erzählte ihr immer wieder das selbe, ebenfalls wie Jaden, der ihre Anrufe meist ignorierte. Auch ein Grund zur Beunruhigung, denn Jaden ignorierte Anisa niemals. Und ihr Vater? Er steckte voll und ganz in seiner Arbeit, telefoniere viel und schien irgendwelche Geschäfte ins Rollen zu bringen. Was war hier los?



      Für Jaden war es ein gefährliches Spiel, sich weiterhin in Rom aufzuhalten und die Schritte auszuführen, die Killian zur Rettung verhalfen. Der Blonde wusste, wie ungemütlich es in einem Gefängnis werden konnte und er glaubte nicht, das Killian sich zurückhaltend verhalten würde. Lev hatte ihn immer wieder mit Informationen versorgt und Johns Hilfe beansprucht, auch wenn es ihm widerstrebte. Jaden hatte sich wiederum neu eingekleidet, sich in dem schäbigen Hostel aufgehalten, um unendeckt zu bleiben. Würde er sich nun nicht darum kümmern müssen, die Vorbereitungen in Rom zu treffen, hätte er Isabella ausfindig gemacht und eigenhändig erschossen. Sogar das schlechte Gewissen plagte ihn. Er hatte zugelassen, das diese Verrückte seinen kleinen Bruder ins Gefängnis einbuchtete und somit in Gefahr war! Gut, von seiner Arbeit war abzusehen, denn in dieser Welt kannte Killian sich bestens aus, er war der beste Auftragsmörder Italiens, aber ein Gefängnis...
      Jedenfalls befand sich Jaden nun in der letzten Vorbereitung, prüfte seine Waffe, steckte das Magazin ein, klemmte sie in seine schwarze Jeans und knöpfte sein dunkelblaues Hemd zu. Komme was wolle, ein weiteres Mal würde er ein Familienmitglied nicht zurücklassen. Jeder der seinem kleinen Bruder auch nur ein Haar gekrümmt hat, bricht er beide Arme und Beine. Nun lag es erstmal daran, ihre Kontaktperson ausfindig zu machen, der ihn durch die Kontrollen schleusen konnte und Killians Entlassung einleiten konnte. Vermutlich würde es Stunden dauern, aber im Moment gab es nur diese eine Lösung. Zwar hatte Jaden bereits mit dem Gedanken gespielt, einfach dort einzumarschieren und jeden abzuknallen, der sich ihm in den Weg stellte, leider aber war es mehr als Unvernünftig. Wüsste er aber, das in diesem Moment Insassen einen eigenen Plan ausgetüftelt hatten und diesen in die Tat umsetzen wollten, hätte er vermutlich doch den unvernünftigen Weg gewählt... Würde er erleben, wie sie den Dunkelhaarigen in die Ecke drängten und ihm grausame Dinge antaten, hätte er sie alle nach dem Anderen zu tode geprügelt. Niemals würde er Killian wieder alleine lassen. Nie wieder...
    • Hätte er gewusst das sein Bruder auf dem Weg war, wäre er vorsichtiger gewesen. Er hätte besser aufgepasst, seine Zelle nicht verlassen oder sich nur in der Nähe der Polizei aufgehalten. Aber nein, er hatte geglaubt das er hier noch eine Weile feststeckte und wollte die Bücherei aufsuchen. Wenigstens verdummte man hier nicht komplett, für die wenigen Menschen die hier halbwegs ein geregeltes Leben versuchten auf die Reihe zu kriegen, gab es eine kleine Bücherei mit den verschiedensten Werken. Lesen wäre eine gute Art der Zerstreuung, während Killian darüber nachdenken konnte, wie er hier am Besten wieder heraus kam. Er vermisste Lev, er vermisste Anisa, er vermisste John und verdammt sogar diese Nervensäge Jaden wäre ihm als Gesellschaft tausend Mal lieber gewesen, als diese Hackfressen mit denen er sich im Moment herum ärgern musste. Killian wusste das er sich überschätze, viele Dinge mit so großen Selbstbewusstsein anging, aber bislang hatte er hier jeden Typen der sich ihm auf sexueller Weise näher wollte erfolgreich in die Luft geschlagen. Gabelverbot, wir erinnern uns? Selbst wenn sie zu zweit waren, war es kein Problem gewesen. Killian war ein ausgebildeter Mörder, ein Elitekämpfer. Doch was brachte ihm das, wenn sie in Gruppen vorgingen und er allein war? Richtig, es brachte ihm überhaupt nichts.
      "Hey Prinzessin, was lesen wir denn schönes?", hatte ihm ein schmieriger Typ ins Ohr gehaucht. Gelangweilt hatte sich Killian zu ihm gedreht und bereute es direkt wieder. Er erinnerte sich an den Kerl mit den fettigen Haaren und dem schiefen Grinsen. Er hatte ihn oft genug in der Kantine belästigt. Sein Blick wanderte auf seine verbundene Hand. Oh und er hatte Bekanntschaft mit Killians Gabel gemacht.
      Kill entschied das es vernünftiger war ihn zu ignorieren und steckte seine Nase wieder zurück in sein Buch. Er hatte nichts besseres auftreiben können als Sherlock Holmes, aber es war ein guter Anfang und Sir Conan Arthur Doyle war ihm eine deutlich liebere Gesellschaft.
      "Nicht so schüchtern Prinzessin, wir haben noch eine Rechnung offen." der Typ schlug ihm daraufhin das Buch in der Hand, was Killian schwer seufzen lies. "Ich wüsste nicht, was ich mit dir zu besprechen hätte."
      "Du bist doch ein Pornostar. Ich hab deine Filme gesehen.", grinste ein anderer Kerl mit langem schwarzen Haar und kleinen stechenden Augen.
      "Zeig uns doch, was du so alles kannst."

      Es fühlte sich an wie ein krankes Déjá vu. Er hatte nicht geglaubt, dass ihm so etwas noch einmal passieren würde, nicht wenn er in der Lage war sich zu verteidigen. Doch mit mehreren Leuten, ohne Waffen war auch er nur ein Mensch. Ein Kind, ein Kind der nicht vermeiden konnte was man ihm antat.
      Vielleicht wäre alles anders ausgegangen, wäre er nur nicht in diese Bücherei gegangen. Aber er hatte es getan und nun saß er mit zerrissener Gefängniskleidung, blauen Flecken und blutenden Wunden auf dem dreckigen Boden, der garantiert noch nie einen Wischmopp gesehen hatte und starrte zu seinem Bruder hinauf, der gerade von einem Polizisten zu ihm gebracht wurde, der ihn geschockt anstarrte und die Kerle direkt in ihre Zellen verdammte.
      "Jaden ..."


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    • Es war alles vorbereitet, nun war es also an der Zeit, das auch Jaden sich wieder aus seinem Versteck traute. Jaden hatte nicht riskieren wollen, das Isabella oder ihr Gefolge ihn irgendwo auffanden. Ob er nun gesucht wurde, wusste er nicht, allerdings wollte er es auch nicht raus finden. Sicherer war es, wusste Isabella nicht, wo er sich befand. Vielleicht glaubte sie auch, das Jaden sich sofort auf den Weg zurück nach Venedig machte, um Anisa zu schützen. So sehr er es auch wollte, hatte er kein Risiko eingehen wollen. Jetzt zählte nur Killian und diesen aus dem Gefängnis zu befreien. Ein letztes Mal überprüfte Jaden die Kugeln in seinem Magazin und steckte die Papiere ein, die Killian in seine Entlassung führen würden. Vor wenigen Stunden hatte der Blonde sich mit einem Informant, an vereinbarter Stelle getroffen, um die Papiere entgegen zu nehmen, die Lev und John Astolfo besorgt hatten. Jetzt gab es keine Zeit mehr zu verlieren, weshalb Jaden seine schwarze Sonnenbrille aufsetzte und das Hostel zügig verließ. Ein Taxi fuhr ihn in die Nähe des Gefängnisses, den Rest lief er zu Fuß. Eigentlich lief er nicht, Jaden rannte. Killian musste gerettet werden, er musste aus diesem Gefängnis, bevor noch irgendetwas passieren würde. Stunden vergingen, in denen Jaden hoffen musste, das endlich die Papiere durchgingen und ihr Komplize ihn zu Killian führen konnte. Die Stunden fühlten sich an wie Tage und alles mögliche flog Jaden durch den Kopf. Was wäre passiert, hätten sie Anisa davon berichtet? Wäre sie wieder zusammen gebrochen? Jaden wusste noch immer nichts von der Beziehung zwischen seiner Angebeteten und seinem kleinen Bruder, allerdings wusste er, wie viel ihr ihre Freunde bedeuteten. So wie man Anisa einschätzen konnte, wäre sie in den nächsten Flieger gestiegen und nach Rom geflogen, oder aber auch selbst in ihr Auto gestiegen, wenn der nächste Flug zu lange dauern würde. Nervös fuhr Jaden sich durch sein volles, blondes Haar, als ihr Komplize, mit einem wirklich schrecklichen, braunen Schnurrbart aus dem Büro zurückkehrte und die beigefügten Papiere in der Hand hielt. Mit einem knappen Nicken gab er Jaden zu verstehen, das er ihm folgen sollte. Die Papiere gingen also wirklich durch! Ohne zu zögern sprang Jaden von dem unbequemen Holzstuhl auf, auf dem er die letzten Stunden verbracht hatte und folgte dem Polizist, durch die Gänge. Insassen brüllten aus ihren Zellen heraus, schimpften und spuckten vor ihre Füße. Angeekelt ging Jaden an den Zellen vorbei, die meisten der Männer schienen Körperhygiene nicht sehr ernst zu nehmen, denn man sah ihnen an, das ihre letzte Dusche weitaus über einer Woche her war. Als ihr Komplize vor einer Zelle stoppte, schielte Jaden hinein, allerdings befand sich kein Killian darin, sondern nur ein viel zu großer Mann, der ihm grimmig entgegen starrte. "Wo ist er?", fragte Jaden skeptisch und war bereit seine Pistole zu zücken, falls es sich wieder um eine Falle handeln sollte. Dann aber hörte Jaden aus der Zelle, in der sich eigentlich Killian befinden sollte ein leises brummen. 'Bibliothek'. Und dann setzten sie sich auch schon wieder in Bewegung, mit dem Anblick, dem sich Jaden allerdings in der Bibliothek bot, hatte er nicht gerechnet. Insassen umzingelten einen jungen Mann, mit dunkelbraunem Haar, dessen Uniform zerrissen war und darunter Verletzungen rausblitzten. Wut stieg in Jaden auf und er konnte mitten in der Bewegung seine Hand noch stoppen, die zu seiner Pistole wanderte um jeden einzelnen dieser Männer zu erschießen. "Ihr verdammten Bastarde!", schrie Jaden und stürmte auf einen der Männer los. Seine Faust prallte mit einem entsetzlichen knacken in dem Gesicht des Mannes auf, dessen Haare einem Ölbad glichen, daraufhin war ein Schrei zu hören. "Hey! Sofort aufhören!", schrie sein Komplize, dessen Name Jaden vollkommen entfallen war und schreitete ein, bevor Jaden auch schon seine nächste Faust schwingen konnte. "Wenn du weiter machst, dann war alles umsonst!", zischte er Jaden zu, der den Insassen, den er bereits als nächsten gepackt hatte, schnaufend von sich schubste. Keine Sekunde später erschienen auch schon weitere Polizisten, die die aufgewirbelten Insassen zurück in ihre Zellen verdammten und den Verletzten, in die Krankenstation verfrachteten. Er hätte noch mehr als nur eine gebrochene Nase verdient! "Killian...", sagte Jaden dann ungewohnt sorgenvoll und beugte sich zu seinem Bruder hinunter. "Lass uns gehen, ich hab dir gesagt, du kannst dich auf mich verlassen.", sagte Jaden mit gesenkter Stimme und schlang seinen Arm um Killian, und dessen Arm um seine Schulter, um ihn zu stützen und half ihm auf die Beine. "Es ist vorbei...". So schnell wie möglich wollte Jaden seinen Bruder aus dem Gefängnis schaffen. Keine Sekunde länger, wollte er sich hier aufhalten.
    • Es war nicht das erste Mal das ihm so etwas passierte. Eigentlich war Killian der festen Überzeugung gewesen, sich langsam daran gewöhnt zu haben, aber wenn diese Spiele nicht von ihm aus gingen sondern mit Gewalt geschahen, war das offenbar immer noch etwas er nicht so wirklich verdauen konnte. Ihm war schlecht, sein Körper zitterte und er hatte sich selten so dreckig gefühlt wie in diesem Augenblick. Unter jedem anderen Umstand hätte Killian diese Männer, nachdem was sie ihm angetan hatten verprügelt, aber er brauchte einen Moment. Nur einen kurzen Moment um seine Fassung wieder zu erlangen. Immer wieder versuchte er sich in Gedanken zu rufen, dass es nicht das erste Mal war, so traurig dieser Umstand auch war und er das bislang immer überlebt hatte. Überleben galt für ihn als oberste Priorität, alles andere folgte hinterher. Dennoch diesen Moment lies man ihm einfach nicht. Sie wollten ihn zum Schreien bringen und doch hatte er eisern geschwiegen. Seinen Stolz verlor er nicht so schnell und lieber würde er sterben, als den Pissern die Genugtuung zu bereiten, dass er nach Gnade flehte. Nein, nicht mit ihm. Die Kerle waren laut genug, dass man sie sicherlich im kompletten Gefängnis hätte hören müssen, doch es kam niemand. Vielleicht interessierte es die Leute schlicht und ergreifend nicht, immerhin war so etwas nicht unbedingt eine Seltenheit. Niemand interessierte was mit den Insassen passierte, solang sie sich nicht gegenseitig umbrachten. Gott, wie sehr er sie töten wollte. Alles in ihm schrie danach ihnen den Kopf abzureißen. Genau wegen solchen Leuten hatte er mit seinem Beruf noch nie ein Problem gehabt.
      Gerade als er geglaubt hatte, es wäre endlich vorbei war einer der Typen an ihm mehr oder weniger vorbei geflogen. Mit einer blutenden Nase wohl bemerkt und Killian traute seinen Augen kaum, als er Jaden in der Tür vorfand. Zusammen mit einem sehr skurill aussehenden Polizisten an seiner Seite. Kill war sich nicht unbedingt sicher, ob es sich bei dem Typen wirklich um einen Polizisten handelte, aber das war ihm im Moment eigentlich so ziemlich egal. Ungeachtet dessen das der Schnurrbart verboten gehörte.
      Die goldenen Augen des jungen Mannes wanderten zu seinem vermeintlichen Bruder und er hätte nie geglaubt einmal so froh zu sein ihn zu sehen. In diesem Moment erschien er ihm fast wie ein Ritter. Wäre er nicht so fertig, hätte er über den Vergleich gelacht. Dennoch er konnte nicht leugnen in diesem Moment froh zu sein, dass Jaden da war. Um ehrlich zu sein, war er ihm im Moment sogar am liebsten. Anisa würde diesen Anblick nicht ertragen, Lev hätte jeden einzelnen umgebracht und wäre direkt eine Zelle weiter neben ihm gelandet und von John wollte er nicht so gesehen werden. Alles was er im Moment über die aufgeplatzten Lippen brachte, war der Name des blonden Mannes der ihm aufhalf.
      "Wiedersehen Prinzessin, jederzeit wieder.", rief ihm einen der Kerle nach, woraufhin ihn der Polizist anschrie und hoffte das Jaden seine Warnung von vorhin ernst nahm. Als Jaden ihm aufhalf, war Killian selbst erstaunt das er in diesem Moment seine Arme um ihn schloss und sein Gesicht bei ihm vergrub. Das er am ganzen Körper zitterte machte es nicht besser, aber er brauchte einen Augenblick. "Nur ganz kurz. Es geht gleich wieder.", flüsterte er dem Blonden zu um sich wieder zu fassen.


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    • Stünde hier nicht die Befreiung von Killian auf dem Spiel, hätte Jaden sofort allen dieser ekelhaften Männern das Maul gestopft. Es wäre nicht nur bei einer gebrochenen Nase geblieben und vermutlich würde mindestens die Hälfte der Männer erschossen auf dem Boden liegen, bevor man den Blonden aufhalten konnte. Aber er musste sich zusammen reißen, musste daran denken, das er Killian aus diesem Gefängnis befreien musste und das, ohne selbst eingebuchtet werden zu müssen. Killian brauchte ihn nun und sein Zustand, indem Jaden ihn aufgefunden hatte, schmerzte mehr als erwartet. Eigentlich kannten sich die zwei Männer nicht, sie wussten nichts voneinander. Abgesehen von den Fakten, die man auch im Internet finden konnte oder auch das, was mit ihrer Vergangenheit zutun hat. Behutsam half Jaden seinem jüngeren Bruder wieder auf die Beine und gab ihm alle Zeit der Welt. Sobald Killian sich aber wieder imstande fühlte, würde er ihn aus diesem Gefängnis bringen. Killian musste endlich hier raus und Jaden ebenfalls, bevor er doch noch die Beherrschung verlor. Ohnehin musste er einiges an Selbstbeherrschung zusammen kratzen, das er nicht sofort losstürmte und diesem grinsenden Bastard ebenfalls die Nase brach. Oder auch die restlichen Zähne noch aus dem Mund prügeln, wenn er noch ein weiteres Mal sein dreckigen Mund öffnete. Schützend legte er seine Arme um Killian, der im Moment so zerbrechlich wirkte, wie sich Jaden niemals hatte erträumen lassen. "Alles gut, Kumpel. Nimm dir die Zeit, die du brauchst.", gab Jaden mit gesenkter Stimme zurück und wandte seinen Blick zu seinem Schnauzbärtigen Komplizen, der seine Kollegen erklärte, alleine mit diesem Frack an Insassen klar zu kommen. Bis Killian wieder die Fassung erlangte, bewegte sich Jaden in keinen Millimeter von der Stelle und hatte auch weiterhin seine Arme um ihn geschlossen. Gott... Er kam zu spät. Wieder hatte er versagt und wieder hatte er jemanden enttäuscht. Wäre alles nur etwas schneller gegangen, hätte alles nur etwas schneller funktioniert, dann hätte er Killian nun nicht so auffinden müssen... Ob es das erste Mal passiert war? Hatte man seinem jüngeren Bruder bereits mehr angetan? Wenn ihm einer dieser Kerle jemals wieder unter die Augen käme... Jaden konnte für nichts garantieren.
    • Es würde nicht lange dauern bis er sich gefasst hatte. Killian konnte damit umgehen, das konnte er immer. Er brauchte nur einen Moment, einen kleinen Moment. Es demütigte ihn, dass er diesen Moment der Schwäche vor Jaden zeigte und auch noch nach seinem Schutz suchte. Es demütigte ihn, dass er sich nach dieser Umarmung sehnte und noch viel mehr, wie unglaublich froh er war ihn zu sehen. Killian hasste es Schwäche zu zeigen, Schwäche war etwas das ihn umbrachte und ihn nicht für diesen Leben rüstete. Dennoch konnte der Dunkelhaarige nicht verhindern, dass er sich in die Arme des Blonden schmiegte, sein Gesicht an dessen Oberkörper vergrub und versuchte das Zittern seines Körpers unter Kontrolle zu bekommen. Die beruhigende Stimme seines vermeintlichen Bruders machte es nur noch schlimmer. Immer wieder versuchte sich Kill vor Augen zu führen, dass er dies mehr als nur einmal überlebt hatte und er würde es auch erneut. Er lebte, er hatte diesen Knast überlebt und es war egal mit welchen Mitteln er es überstanden hatte. Er registrierte in diesem Moment seine Umgebung nicht einmal mehr. Er bemerkte weder ihren merkwürdigen Informanten, welcher sich verabschiedet hatte, noch die Wut von Jaden oder die Pfiffe der Wachen. Ihm war es in zwischen sogar egal, dass seine Kleidung praktisch nicht mehr vorhanden war und ihm alles weh tat. Nur noch einen Augenblick.
      Killian atmete tief durch, drückte Jaden leicht von sich und fuhr sich durch das zerzauste Haar, ehe seine Augen den gleichen kalten Ausdruck wie sonst auch annahmen. "Lass uns gehen. Es geht mir gut." Er war voraus gelaufen, war ziemlich perplex von den Leuten um sich herum angestarrt worden, ehe einer der Wachen wenigstens die Güte besaß ihm seine Kleidung mit welcher er hier gelandet war wieder zu geben. Nun gut es handelte es sich um diese beschissene Uniform, die ihm all das erst eingebrockt hatte, aber wenigstens war diese nicht zerrissen und mit nicht aussprechbaren Flecken besudelt. Es interessierte ihn nicht das man ihm beim Umziehen anstarrte, das machte spätestens jetzt ohnehin nichts mehr. Sie hatten doch hier alles gesehen und wenn nicht konnten sie ja das Internet nach seinen Videos absuchen. Vielleicht sollte er langsam Geld dafür verlangen, das wäre deutlich lukrativer, statt den armen Lev die Arbeit zu machen, weiter nach diesen bescheuerten Aufnahmen das Dark Net zu durchforsten. Killian sprach keine unnötigen Worte mehr, eigentlich sagte er überhaupt nichts mehr, bis sie nicht dieses Gefängnis hinter sich gelassen hatten. Er richtete seine Stimme erst wieder an Jaden, als sie außerhalb der hohen Gittermauern waren. "Hast du Zigaretten?"


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    • Das hätte alles nicht passieren dürfen. Er war zu unaufmerksam gewesen, aber nicht einmal Killian hatte mit diesen Schritten der Verrückten gerechnet. War das nun seine Strafe, für seine fahrlässigkeit? Jaden hatte seine Arme schützend um den Dunkelhaarigen gelegt, immerhin seine Trauer konnte er in Wut umwandeln. Bei diesem grässlichen Anblick der ekelhaften Fratzen der Männer war dies allerdings auch nichts, was Jaden schwer fallen konnte. Diese Männer würden früher oder später mit ihrem Leben zahlen, ebenfalls wie Isabella, die zugelassen hatte, seinen kleinen Bruder dies anzutun. Nur Killian, dessen Körper Jaden zittern spüren konnte, hinderte ihn daran, nun nach seiner Waffe zu greifen und die Insassen zu erschießen. Er würde wieder kommen. Erst als Killian sich wieder rührte, wandte Jaden seinen Blick wieder auf den Dunkelhaarigen, der ihn von sich drückte und die Kälte annahm, die man nur allzu gut an ihm kannte. Die Sorge die sich in Jaden aufbaute, unterdrückte er und folgte ihm mit einem knappen Nicken. Jeder der es wagte, Killian dämlich anzugrinsen, würde er ebenfalls die Nase brechen und funkelte deshalb einen nach dem Anderen wutentbrannt an. Dem Drang, zurück zu laufen und diese Männer zu prügeln und zu erschießen, musste er mit ganzer Kraft verdrängen. Das es Killian alles andere als gut gehen musste, war dem Blonden bewusst. Aber nun dagegen zu sprechen, wusste Jaden, würde keine Wirkung zeigen. Aufmerksam folgte er Killian und hoffte, das sie ohne weitere Zwischenfälle aus dem Gefängnis gelangen. Fast schon Zähnefletschend schnaufte er den Männern entgegen, die es wagten, Killian beim Umziehen zu beobachten, nachdem er diese schreckliche Uniform wieder überreicht bekommen hatte. Bis sie das Gefängnis verließen, hatte keiner von den jungen Männern gesprochen, erst als Killian das Schweigen mit seiner Frage brach, seufzte Jaden schwer, "Hier." und reichte Killian die halbvolle Schachtel Zigaretten, die man dem Dunkelhaarigen bei der Einweisung abgenommen hatte. Sogar die Pistole hatte ihr Komplize, mit dem schrecklichen Schnauzer, Jaden in die Hand gedrückt. "Lass uns von hier verschwinden.", meinte Jaden und steuerte ein Taxi an, das bereits am Ende der Straße wartete. Es handelte sich um das selbe Taxi, mit dem er auch gekommen war. In dem schäbigen Hostel blieb ihnen noch etwas Zeit, vermutlich würde Killian eine Dusche vorziehen, neue Klamotten hatte Jaden bereits besorgt.
    • Natürlich würde er das Geschehene nicht so leicht verdauen können und er würde einen Moment brauchen, um weiter machen zu können aber er würde es. Er hatte so vieles in seinem Leben überstanden und vor allem überlebt. Das hier war nur ein weiterer Fels der ihm auf einen Abhang entgegen gerollt war und den er überwunden hatte. Sein Beruf war gefährlich und er hatte schon von Kindesbeinen an mit Erlebnissen umgehen müssen, die kein Kind erleben sollte, aber er lebte. Er hatte all das bereits einmal überstanden und er würde es auch erneut. Er zerbrach nicht. Würde sich Killian jemals erlauben zu zerbrechen, würde man diese Scherben niemals wieder zusammen setzen können, dass wusste er. Er war stark, verdammt stark und er würde es nicht zulassen zu zerbrechen. Nein, ihn würde niemals jemand brechen können - niemals. Ob es nun bewundernswert oder einfach nur traurig war, konnte man nicht sagen, aber Killian machte weiter. Er hatte bisher immer weiter gemacht. Darum konnte er nach einem kurzen Moment der Schwäche mit erhobenem Haupt, wenn auch etwas schwankend vor Schmerzen aus diesem Gefängnis gehen. Jadens Blicke waren da eindeutig schlimmer. Man erkannte das er etwas sagen wollte, es aber Kill zur Liebe nicht tat. Der Dunkelhaarige musste zugeben, dass das ziemlich taktvoll war und er war ihm dankbar. Killian war vieles, er war unhöflich, unberechenbar und launisch. Aber er war niemals undankbar. Einen Augenblick lang sah Killian seinen Bruder an. Das blonde Haar, das feine Gesicht und die funkelnden Augen. Sicherlich konnten auch diese einen ganz anderen Glanz annehmen, aber Kill glaubte das Jaden für diese Art von Beruf dennoch nicht geeignet war. Er war zu freundlich ...
      Vielleicht sollte er ihm glauben. Entweder war dieser Blondschopf ein begnadeter Schauspieler oder aber er meinte es ernst mit ihm. Hatte er einen Bruder in diesem Mann gefunden? Der Gedanke machte ihm Angst, aber eine kleine Stimme in ihm hatte Hoffnung. Ein klein wenig Hoffnung. Natürlich waren einige Hürden zwischen Ihnen die sich nicht so einfach überwinden ließen. Die größte davon war ihre gemeinsame Zuneigung zu Anisa, die zweite war das Killian ihn nach wie vor nicht leiden konnte. Aber vielleicht ... aber nur vielleicht hatte sich die letztere Hürde ein klein wenig geschmälert. "Danke...", murmelte er leise und griff nach der Zigarette nach der sich diese Wochen zu gesehnt hatte. Er versuchte das Zittern seiner Hände zu ignorieren, zündete sich die Kippe an, die er sich zwischen die aufgeplatzten Lippen steckte und atmete erleichtert das giftige Zeug in seine Lungen. "Ich meine damit nicht die Zigarette...", fügte er leise hinzu. "Danke ... das du hier bist." Weitere Worte brachte er nicht über sich, rauchte die Zigarette zu Ende und bat Jaden ihm doch eine Packung aus einem Automaten zu holen, da er leider Gottes im Moment nicht einmal Bargeld besaß. Danach fanden sie sich in einem schäbigen Motel wieder, was Killian aber nicht daran hinderte direkt die Dusche aufzusuchen.


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    • Kaum hatte Jaden einen Fuß aus dem Gefängnis gesetzt, atmete er die frische Luft tief ein und wieder aus. Das bedrückende Gefühl, Killian nicht in die Freiheit beschaffen zu können, war zum Teil verschwunden, allerdings konnte selbst jetzt noch so vieles schief gehen. Wer wusste schon, ob Isabella sogar diese Schritte aufmerksam verfolgt hatte, ob sie nicht sogar in dem schäbigen Zimmer wartete, indem sich Jaden die letzten Tage aufgehalten hatte. Er hatte Killian die Zigaretten zugesteckt und ihm eine weitere Schachtel, ohne weitere Worte, aus dem Automaten zog und ebenfalls entgegen streckte. Womit er aber nicht gerechnet hatte, waren die dankenden Worte, die der Dunkelhaarige an ihn wandte. Einen Moment lang sah Jaden ihn nur schweigend an, nickte dann aber knapp und sagte nur: "Dafür ist ein großer Bruder da.". Jaden besaß die Hoffnung, das Killian nicht mehr den Drang verspürte, ihm die Nase zu brechen oder vor die Gleisen zu werfen. Vielleicht hatte er durch seine Rettungsaktion Pluspunkte sammeln können und wurde nicht mehr verflucht. Zumindest nicht mehr ununterbrochen. Das Taxi hatte die zurück zum Hostel gebracht, in dem Jaden die letzten Tage verbracht und den Plan vorbereitet hatte. Kaum hatten sie das schäbige Zimmer betreten, suchte Killian auch schon die Dusche auf. Vermutlich nicht die beste Idee, wenn man sich vor einem nicht geleckten Badezimmer eckelte, aber nachdem was dem Braunhaarigen passiert war, vollkommen nachvollziehbar. Auch Jaden hatte sich keinen Luxus gegönnt. Bevor Killian im Badezimmer verschwinden konnte, hatte Jaden ihm saubere Kleidung entgegen gestreckt. Ein Shirt und eine Jeans, sowie Unterwäsche in schlichten Farben, in diesem Aufzug wollte Killian vermutlich keine weitere Sekunde stecken.
      Während Killian unter der laufenden Dusche stand, hatte Jaden Lev kontaktiert und packte seine wenigen Sachen in einen schwarzen Rucksack. Leider blieb ihnen nicht viel Zeit um sich auszuruhen, denn Isabella würde jede Sekunde nutzen, um ihr Ziel auszuschalten.
    • Killian hatte sich bezüglich der Antwort von Jaden nicht geäußert. Was sollte er darauf sagen? Diese ganze Brudergeschichte war immer noch etwas, dass ihm suspekt war und etwas mit dem er lernen musste umzugehen. Nur weil er begonnen hatte Jaden ein klein wenig weniger zu hassen, bedeutete das nicht das er ihm direkt in die Arme fiel. Okay, er war ihm in die Arme gefallen. Dafür würde sich Kill später noch lang genug verfluchen können, aber vorerst war er über die Gesellschaft das Blonden dankbar. Sicherlich freuten sich beide darauf, wenn er wieder auf dem Damm war und sie sich gegenseitig auf die Nerven gehen konnten. Dafür würde der Dunkelhaarige nicht lange brauchen, dass wusste er. Schwäche war ein Luxus den er sich nicht leisten konnte, vor allem nicht auf einer Mission. Nur weil ihm ein Fehler unterlaufen war, bedeutete es nicht, dass er Isabella nicht ausschalten würde. Er würde sie kriegen, dass sollte selbst die Italienerin wissen. Sie nannte ihn doch nicht umsonst ein Raubtier und ein Raubtier lässt nicht von seiner Beute ab, höchstens zum Verschnaufen. Das hier war also nichts weiter als eine Verschnaufpause. In dem schäbigen Motel, welches sich Jaden offenbar zur Tarnung gesucht hatte, steuerte Kill direkt das Badezimmer an, wurde aber von dem Blonden aufgehalten. "Will ich wissen woher du meine exakte Größe kennst du Stalker?", grinste Killian schief und nahm die Klamotten an sich. Vielleicht hatte Jaden bei ihrer Shoppingtour doch nicht konstant geschlafen. Wenigstens hatte sein angeblicher Bruder keine Sachen gewählt bei denen er sich lieber aus dem Fenster werfen würde, statt sie zu tragen. Also blieb ihm eine weitere Modesünde erspart, Glück gehabt. Als Killian in das Badezimmer schritt, hätte er sich natürlich deutlich mehr Sauberkeit gewünscht, aber glücklicherweise war er bezüglich seiner Umgebung noch nie wählerisch gewesen. Mal ehrlich, er hatte schon schlimmere Badezimmer gesehen als dieses kleine Ding. Es kümmerte ihn herzlich wenig, dass das Wasser mehr kalt als warm war und das Shampoo und Duschgel, für welches er Jaden extra zum Drogeriemarkt gejagt hatte, als sie im Taxis saßen nicht seinem Geschmack entsprach. Dann roch er zu allem übel eben noch nach einer Mischung aus Orangen und Rosenblüten. Es schrie zwar nicht gerade nach Männlichkeit und die Frau auf der Verpackung mit dem sonnenblonden Haar, war auch nicht unbedingt der beste Beitrag, wenn man eigentlich ein Männershampoo wollte, aber das war im Moment eindeutig seine kleinste Sorge. Das Duschgel brannte an den offenen Wunden und er zog scharf die Luft an, als er sich das ganze Blut vom Körper kratzte, da es schon angetrocknet war. Anisa würde ihn dafür wahrscheinlich steinigen, würde sie das jemals mitbekommen. Killian hatte sich Zeit mit der Dusche gelassen, sicherlich kontaktierte Jaden schon Lev. Die beiden waren bei seiner Rettungsaktion eng in Kontakt gestanden und offenbar war Killian seinem besten Freund mal wieder etwas schuldig. Wie oft rettete der Russe ihm jetzt eigentlich schon den Arsch? Irgendwann hatte Kill aufgehört zu zählen.
      Natürlich hatte der Russe kaum hatte er Jaden am Handy wie ein Verrückter nach Killian gefragt. Der Rest war für den Schwarzhaarigen absolut nebensächlich. Killian konnte seinen besten Freund von Weitem schon Brüllen hören, kaum hatte er das Badezimmer verlassen, während er sein nasses Haar mit einem der überraschend weißen Handtücher aus dem Badezimmer trocknete. Amüsiert nahm Killian Jaden das Handy aus der Hand. "Du musst nicht so schreien, der Junge wird ja noch taub.", begrüßte er seinen besten Freund locker. Seine Tonlage als wäre niemals etwas passiert und keiner würde vermuten, was ihm bis vor wenigen Stunden noch widerfahren war. "Es geht mir gut. Ich lebe noch und Jaden hat sich gar nicht mal ganz so doof angestellt.", grinste Kill in den Hörer, schnappte sich eine Zigarette und warf sich auf das schäbige Sofa um sich dort die Kippe anzuzünden. "Wie geht es Anisa? Sag der kleinen Nervensäge das ich Heim komme. Was Isabella angeht, werde ich einen neuen Plan brauchen. Sicherlich ist der alte Sack alles andere als glücklich darüber.", murmelte Killian nachdenklich, während ihm Lev entgegen brüllte, dass das sowas von egal war, was John dachte. Killian hatte das Gespräch nicht lang gehalten, kaum hatte er aufgelegt dem Blonden das Gerät wieder in die Hand gedrückt, ehe er ihm in die Augen sah. "Das was passiert ist, wirst du für dich behalten."


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    • "Ich bin nur Aufmerksam.", antwortete Jaden knapp und widmete sich seinen letzten Erledigungen und berichtete auch Lev davon, Killian erfolgreich aus dem Gefängnis geholt zu haben. Bei diesem Telefonat glaubte Jaden, sein Trommelfell zu verlieren, denn so wie Lev ihm in den Hörer brüllte, war das gut möglich. Seufzend übergab er Killian das Handy und war durch sein Erscheinen mehr als nur froh, das er ihm den brüllenden Russen abnahm. Mal ehrlich, Jaden war ebenfalls froh darüber, Killian wieder im Ganzen bei sich zu wissen, aber weshalb musste man ihm direkt das Trommelfell zerstören, obwohl er seine Arbeit mehr als nur gut gemacht hatte? Nachdem Killian das Gespräch beendet hatte, nahm Jaden das Handy wieder entgegen und steckte es in seine Hosentasche. Ihre Blicke kreuzten sich und Jaden nickte, "Natürlich.", meinte er knapp. Killians Aufforderung resptektierte Jaden und würde Schweigen wie ein Grab. Es ging niemanden etwas an, was Killian zugestoßen war, man wusste ohnehin schon viel zu viel über den Dunkelhaarigen. "Wir haben nicht mehr sehr viel Zeit. Wir hatten uns so auf deine Entlassung konzentriert, das wir Isabellas weiteren Schritte nicht komplett folgen konnten. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sie nah genug an Anisa ran kommt. Vielleicht hat sie sogar einen Komplizen innerhalb eures Clans, bisher allerdings konnten wir noch nichts ungewöhnliches feststellen.", erklärte Jaden und reichte Killian die Pistole, die ihm bei seiner Einflieferung abgenommen wurde. "Alles Klar?", fragte Jaden und deutete auf seinen Zustand an, einen winzigen Funken von Sorge konnte er sich einfach nicht zurückhalten.
    • Nun Lev war schon immer ziemlich überfürsorglich was Killian betraf. Das er aber Jaden praktisch in den Hörer brüllte, dass hatte nicht einmal Kill erwartet. Er hätte schwören können, dass der Russe am anderen Ende sogar geschnieft hatte. Wenn es um Killian ging wurde der harte Russe immer unfassbar sensibel. Mensch, was wenn das seine Leute in Moskau mitbekamen? Die würden sich ja kaputt lachen. Lev war immer sehr diszipliniert, aber sobald um seinen besten Freund ging warf er sämtliche Erziehung über Bord. Killian wusste nie so Recht ob er das nun niedlich oder witzig finden sollte. Solange jedenfalls Anisa von all dem Drama nichts mitbekam, war alles in Ordnung. Seiner Freundin konnte er das nicht zumuten. Sie mochte zwar einiges aushalten, aber ihre Psyche war nicht sonderlich stabil und sie war sensibel. Killian würde es nicht verdauen können, sie noch einmal auf irgendeinem Dach wiederzufinden. Nachdem der Dunkelhaarige also sein Gespräch mit Lev beendet hatte, nachdem er ihm hundert Mal versichern musste, dass es ihm gut ging und er sich doch bitte zusammenreißen sollte, hatte er Jaden sein Handy wiedergegeben. Er hatte dem Blonden aufgetragen kein Wort über das was hier in Rom geschehen war zu verlieren und war froh, dass er sich wenigstens darum keine Gedanken machen musste. Jaden schien den Ernst zu begreifen und versicherte ihm die Klappe zu halten. So kommunikativ wie er war hoffte Kill ja inständig das sein vermeintlicher Bruder dieser Bitte tatsächlich nach kam. Da er ihn allerdings ein klein wenig weniger hasste als zuvor, wollte er daran glauben. Der Gedanke das er tatsächlich zitternd in den Armen von Jaden gehangen war, hatte er noch nicht ganz verdaut und er betete förmlich, dass er die Erinnerung daran schnell wieder vergaß. Das würde eindeutig nicht mehr vorkommen! Er hatte immerhin einen Ruf zu wahren. Killian war davon ausgegangen, dass sie beide sich nun auf den Weg nach Hause machen würde, aber gerade als er Jaden darüber informieren wollte, kam ihm der Blondschopf zuvor und berichtete den aktuellen Status bezüglich Isabella. Die konnte sich warm anziehen! Das würde Killian ihr so schnell nicht verzeihen. In den Knast, ernsthaft Isabella? Wenigstens hatte seine Inhaftierung den Vorteil das seine Schusswunde gut versorgt wurde und ausgeheilt war. Kill würde ja fast schon den gelangweilten Arzt mit der unpassend gelben Kaffeetasse vermissen, aber nur fast. Nur wie erklärte er seine Ärztin Anisa all die neuen Kratzer und Schrammen? Wenigstens war es dieses Mal keine Schussverletzung und solche Wunden die er im Moment besaß, könnten auch stinknormale Kampfverletzungen sein, also nichts was man an ihm noch nicht gesehen hätte. Sich damit tröstend, nickte er Jaden bezüglich seiner Erklärung zu. "Ich werde das voran treiben, sobald wir zurück in Venedig sind. Ich bin Anisas Bodyguard, ich werde auf sie aufpassen und nicht noch einmal versagen. Isabella ist mir jetzt zwei Mal entwischt, eine echte Schande für meine Karriereleiter. Ich hab also einiges zum aufarbeiten.", den letzten Teil versuchte er ein wenig aufzulockern, grinste leicht und blinzelte ein wenig perplex als sich Jaden noch einmal nach seiner Gesundheit erkundigte. "Awww, du bist ja richtig niedlich wenn du dir solche Sorgen um mich machst.", zog er ihn etwas auf um die Sache zu überspielen und steuerte die Tür des schäbigen Motelzimmers an. "Lass uns verschwinden."


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    • Als Jaden dem Dunkelhaarigen die Pistole entgegen streckte, war er mehr als nur froh, das er seine eigene nicht benutzen musste, auch wenn er gestehen musste, das er gern diese verdammten Idioten nieder geschossen hätte, die Killian angerührt hatten. Einem hatte er die Nase brechen können, allerdings reichte es bei weitem nicht aus, um ihn zufrieden zu stellen. Und Isabella... Wäre diese Verrückte ihm über den Weg gelaufen, hätte er keine Sekunde gezögert und sie getötet. Jaden erklärte Killian die derzeitige Lage und die Schritte, die sie von Isabella verfolgen konnten, auch wenn es nicht sonderlich viel Information war, die sie beschaffen konnten. "Daran zweifelt niemand.", antwortete Jaden mit einem schwachen Lächeln. Isabella hatte Schritte gewählt, die niemand vorhersehen konnte und Jaden war niemand, der auf die kleinen Fehler zurückblickte, die sich jemand leistete. Es mag sein, das in ihrer Branche kleine Fehler fatale Folgen hatte, allerdings waren sie alle nur Menschen. Keine Superhelden mit außergewöhnlichen Superkräften. Solch eine Sicht konnte man allerdings nicht von jedem erwarten, denn jeder Boss würde seine Gefolgen dafür erschießen lassen. Aber Killian war jemand Besonderes, sein Verlust wäre viel zu groß. Und abgesehen davon ging es nicht um Killian als Menschen, sondern um das, wozu er imstande ist. Mit der Sorge, die Jaden für Killian verspürte, wollte er ihm keinen Grund geben, ihm erneut die Nase zu brechen, denn wenn Killian etwas nicht leiden konnte, dann war es etwas wie Mitleid oder Sorge. Zumindest glaubte Jaden so, aber ein letztes Mal wollte er sich erkundigen und meinte seine Frage mehr als nur ernst. Er wollte wissen, ob sich Killian auch wirklich imstande fühlte, sofort weiter zu machen. Die einzige Ruhe die ihm noch bleiben würde wäre im Flugzeug, bis sie landeten. Die erste Katastrophe würde bei Anisa beginnen, wenn sie die Verletzungen ihres Bodyguards entdecken würde. Da klingelten nicht nur die Alarmglocken einer angehenden Ärztin, sondern auch einer Freundin. Jaden kannte ihre aufbrausende und Sorgenvolle Art nur zu gut. Auf Killians neckende Worte ging Jaden nicht weiter ein und nickte ihm nur zu, als er bereit war, das Motel zu verlassen. Ein Taxi brachte sie zum Flughafen, wo bereits die Flugtickets auf die zwei Brüder warteten. Gepäck hatten sie nun keines mehr, weshalb sie sich diese Tortur sparen konnten, aber bis sie endlich in das Flugzeug steigen konnten, das sie wieder nach Venedig brachte, war eine gefühlte Ewigkeit vergangen. Wenigstens hatte Jaden sich und auch Killian in dieser Zeit etwas zu essen besorgen können und auch der darauffolgende Flug war ohne weitere Probleme verlaufen.
    • Es war erschreckend wie umgänglich Jaden über die komplette Zeit plötzlich war. Er quasselte Killian weder zu noch ging er ihm unnötigen auf die Nerven. So sehr es der Blonde auch versuchte zu unterdrücken, Killian erkannte sehr wohl die sorgenvolle Blicke und es kotzte ihn an. Wenigstens hatte seine vermeintlicher Bruder nichts mehr gesagt, für dass ihn der Dunkelhaarige anschnauzen konnte, also musste er wohl oder übel mit den Blicken leben. Es wäre ihm lieber gewesen der Blonde wäre ihm weiterhin auf die Nerven gegangen, denn er konnte sich nicht helfen irgendwie fühlte sich Killian von ihm viel zu umsorgt behandelt. Das hatte er auch Lev schon immer gehasst, bei jemanden wie Jaden war es gleich doppelt so schlimm. Der attraktive Auftragskiller konnte damit nicht umgehen, er war es nicht gewohnt wenn sich die Leute Sorgen um ihn machten und er konnte Geschehnisse nicht verarbeiten, wenn man ihn pausenlos mit besorgten Augen daran erinnerte. Allerdings war Kill wie bereits oft genannt alles andere als undankbar. Er war sogar froh über die Gesellschaft von Jaden in diesem Augenblick, also äußerte er sich diesbezüglich auch nicht. Der Stress auf dem Flughafen, obwohl sie kein Gepäck mehr hatten da sich Lev offenbar darum gekümmert hatte, sorgte wenigstens dafür das absolut keiner der beiden mehr an irgendetwas anderes dachte als endlich in das Flugzeug zu kommen. So schön das Reisen auch war, die Reise selbst war immer wieder ein Staatsakt und nichts das Killian gerne machte. Er liebte es andere Länder zu sehen, aber wenn es nach ihm ging könnte man das Fliegen ruhig überspringen. Wenigstens konnte er die kurze Flugzeit nutzen und noch etwas Schlaf nachholen. Das dabei im Schlaf sein Kopf auf der Schulter von Jaden ruhte hatte er nicht mit bekommen und als er aufwachte nachdem sie gelandet waren, wollte er auf diesen ´Zwischenfall´auch unter keinen Umständen eingehen! Gott, er wollte jetzt nur noch zu Anisa und seinem besten Freund und in der Gesellschaft der beiden einen Monat durchschlafen.


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    • Im Flugzeug hatte Jaden die Zeit genutzt und bei einer der netten Stewardess erneut ein Sandwich bestellt, das er diesmal ohne blutende Nase essen konnte. In der letzten Woche hatte der Blonde sich schrecklich ernährt und für ihn gab es nichts wichtigeres, als gutes Essen. Genüsslich biss er in sein erwähntes Sandwich hinein und blickte aus dem kleinen Fenster, während er merkte, das etwas schweres auf seiner Schulter landete. Das Killian einschlafen würde, kaum das sie sich gesetzt hatten, war dem Blonden bewusst gewesen und konnte den Flug mit Ruhe genießen. Vermutlich hätten sie nicht viele Worte gewechselt, allerdings wäre Jaden unruhig neben Killian gesessen und immer wieder kontrollierende Blicke zu ihm geworfen. Killian konnte den Schlaf, wenn er auch kurt ausfiel, gut gebrauchen und Jaden konnte eine erneute Mahlzeit gut gebrauchen. Manchmal fragte er sich ja, wie er es überhaupt schaffte, kein Gramm Fett anzulegen. Jeder der den Blonden kannte wusste, wie viel er aß und auch essen konnte. Leider war der Flug schneller vorüber, als es Jaden lieb war und hatte, nachdem Killian ihm erklärte, auch über diesen 'Zwischenfall', wie er so schön sagte, nicht weiter reden zu wollen. Es wäre niemals passiert, hatte er ihm erklärt und Jaden hob amüsiert die Hände und hatte grinsend ein Taxi gerufen, das sie vom Flughafen wegfahren würde. "Du wirst bei deiner Wohnung rausgelassen, ich werde weiter fahren. Ich hab noch etwas zu erledigen. Falls du meine Hilfe benötigst, stehe ich dir gerne zur Verfügung.", erklärte Jaden und stieg in das Taxi, das vor dem Gebäude bereits auf sie wartete.
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