[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

    • Killian war ein Meister der Tarnung und des Schauspiels. Wie oft hatte er den Verführer gespielt, den Unschuldigen oder seine beliebteste Rolle der eiskalte Mörder? Er konnte es nicht mehr zählen, aber je mehr er in andere Rollen schlüpfte desto leichter fiel es ihm. Es gab oft Zeiten in denen er sich selbst verlor, sich fragte wie um alles in der Welt er nur so werden konnte und was für ein abstoßendes Monster aus ihm geworden war. Wäre Elaine enttäuscht von ihm? Er erinnerte sich gut daran, wie ihm seine große Schwester liebevoll durchs Haar gestrichen hatte und ihm die Worte zu flüsterte ´ Egal was du tust, du kannst mich niemals enttäuschen. Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt´. Oh Gott, er vermisste sie so sehr. Und nun sollte er einen vermeintlichen Bruder haben? Der pure Gedanke an Jaden in seiner Rolle als beschützender Bruder war so absurd, dass Kill nicht wusste ob er darüber nun lachen oder weinen sollte. Lächerlich einfach nur lächerlich.
      Als ihn der Blonde in die Kabine geschoben hatte und sich der Dunkelhaarige zu seinem eigenen Entsetzen unfassbar über die Szenerie amüsierte, hatte der Idiot natürlich einen Satz verlauten lassen, welcher sein Lachen im Keim erstickte.
      "Der Zweck heiligt die Mittel und ich nutze jede Chance die sich mir bietet um meine Ziele zu erreichen.", antwortete er in einer solch kalten Tonlage, dass er wieder direkt in sein altes Muster verfiel. Wie kam er nur auf den Gedanken eventuell Spaß mit diesem Idioten zu haben? Er würde das hier hinter sich bringen und Jaden aus seinem Leben verbannen.
      So zog Killian den Vorhang zu und machte sich bereit für den Abend.

      Es waren nur noch 2 Stunden bis zu ihrem großen Auftritt. Alle Vorbereitungen waren getroffen und sowohl Jaden, Killian als auch Lev, mit welchem sich der Dunkelhaarige zuvor noch einmal kurz geschlossen hatte, wussten was sie zu tun hatten. Kill strich sein schwarzes Schuluniformjackett noch einmal zurecht, als Jaden mit ihm sprach und blickte zu dem Blondschopf. "Natürlich. Bringen wir es hinter uns." Killian hatte seine Pistole wie Jaden in seiner Hose versteckt und das weiße Hemd darüber fallen lassen. Er war bereit Isabella ein für alle Mal aus seinem Leben zu verbannen, auch wenn er bedauerte das es so weit kommen musste.


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    • Es würde nicht mehr lange dauern, dann konnten sie endlich aus diesem eigenartigen Laden verschwinden. Mal ehrlich, gab es wirklich Menschen, die diesen Laden betraten, weil sie wirklich Uniformen für ihre Schule brauchten, oder weil sie einfach nur ihren Fetisch ausleben wollten? Gut, Jaden konnte sich den Gedanken auch nicht unterdrücken, sich Anisa in diesen knappen Röcken vorzustellen, aber das war auch nur eine kurze Vorstellung! Mehr nicht! Und mal ehrlich, diese Frau ist doch einfach nur der Hammer. Jedenfalls konnte Jaden seine Worte nicht zurückhalten, woraufhin Killian in seine kalte Art wieder zurückfiel und verschwand nach seiner Antwort auch schon wieder hinter dem Vorhang.

      Gerade als Jaden seine Waffe in die Hose klemmte und seinen Sakko anzog, fragte er, ob Killian ebenfalls bereit war. Isabella würden sie diese Nacht ausschalten, dann wäre eine Gefahrenquelle beseitigt. Bevor es losgehen würde, gingen sie noch ein weiteres Mal ihren Plan durch, jeden einzelnen Schritt, damit auch wirklich nichts Schief gehen konnte. Zumindest hatte Killian Jaden oft genug erläutert, das er ihn töten würde, würde er ihn enttäuschen und Jaden hatte immer wieder nur mit einem genervten Augen rollen geantwortet. Irgendwann reicht es doch wohl auch, oder? Es war ja nicht so, als würde Jaden pausenlos mit seiner Pistole vor Killians Nase herumfuchteln. Wie hatte es denn der Russe geschafft, den Kerl zu überzeugen? Und wie hielt Anisa es nur mit ihm aus? Immerhin hatte sie keine andere Wahl und musste ihn aushalten. Jaden griff nach dem USB-Stick, der auf dem Tisch lag und steckte diesen in die Hosentasche seiner Anzughose. "Dann lass uns diese Verrückte aus dem Verkehr schaffen.", meinte er kühl. Killian hatte ihm bereits erklärt, das das eine Sache zwischen ihm selbst und dieser Verrückten war. Nun, Jaden würde ihm diesen Gefallen lassen, aber er würde nicht zögern, würde sich Killian in Gefahr befinden.
    • Einige Drohungen seitens Killian später waren sie endlich soweit um den Plan in Angriff zu nehmen. Alles in dem Dunkelhaarigen widerstrebte es zutiefst sich auf Jaden verlassen zu müssen. Er vertraute ihm nicht und noch weniger seit er diese Geschichte mit dem Bruder verdauen musste. Mal ehrlich, wer würde es auch einfach so verarbeiten können, wenn nach all dem Jahren ein plötzlicher Bruder vor der Haustüre steht? Nicht einmal Blumen und Schokolade hatte er bekommen, lausig echt lausig. Kill versuchte sich mit Scherzen zwar von der Tatsache abzulenken, aber ihm machte diese Geschichte deutlich mehr zu schaffen als er zugab. Das war allerdings ein Thema mit welchen er nicht einmal Lev konfrontiert hatte, sondern wie er es früher tat mit sich ausmachte. Irgendwann würde er vom Sorgen in sich hinein fressen zu Grunde gehen, dass hatte zumindest sein bester Freund einmal zu ihm gesagt. Kill versuchte die Gedanken abzuschütteln und sich wieder auf den Plan zu konzentrieren. Es gefiel ihm nicht, aber er musste wohl oder übel hoffen das der Blonde Köter diese Aufgabe meistern würde. Warum wurde aber Killian den Gedanken nicht los, dass irgendetwas gründlich schief laufen würde? Die Alarmglocken des Dunkelhaarigen läuteten nie ohne Grund und seine Intuition war goldwert, aber er wusste nie wo er einen Fehler gemacht hatte. Was war hier nicht richtig? Vorübergehend wollte er allerdings nicht darüber nachdenken und sah noch einmal zu Jaden bevor sich ihre Wege vor dem Hotel trennten.
      "Punkt 02:00 Uhr nachts.", betonte er noch einmal die vereinbarte Uhrzeit wann er wieder bei Jaden sein würde, damit sie diese Mission beenden können. Er nickte noch einmal dem Älteren zu und machte sich auf den Weg in einen der bekanntes Nachtclubs Roms. Offenbar gab es hier einen Nachtclub welcher einen edlen Ruf hatte, aber nur Leute mit Zulassung hinein gelassen wurden. Die Türsteher waren streng, genauso breit wie hoch und hinter den Kulissen tanzten Frauen in Käfigen, wurden Pillen geschluckt wie Süßigkeiten und Nebenräume benutzt für alles was in den kranken Hirnen nur so zusammen gesponnen wurde.
      Das erste Hindernis was sich Killian in den Weg stellte war ein riesiger Türsteher mit Glatze. Sein schwarzes Shirt war so eng, dass es seine übertrieben Muskeln betonte. Garantiert nachgeholfen und Kill konnte auf einer kleinen weißen Aufschrift den klischeehaften Namen Brian lesen - na fucking großartig.
      Mit einem unschuldigen Blick und sich ganz in seine Uniform verkriechend hatte er den Typen angesehen. "Was willst du hier Kleiner? Das ist kein Kinderspielplatz.", brüllte ihm der Typ bereits entgegen, während einige hinter Killian anfingen zu kichern und ohne Probleme herein kamen.
      "Ich habe gehört ... naja ich kann hier schnelles Geld verdienen. Ich soll zu einem Enzo ...", stammelte Kill sich fast selbst bewundernd, dass er solch eine Show abziehen konnte. Skeptisch sah ihn Brian an, während sich neben ihm ein schlanker Kerl mit schwarzen Haaren zu einem Pferdeschwanz gebunden rührte. Er war so hager und sah in seinem überteuerten Anzug einfach nur lächerlich aus.
      "Brian, du machst dem Kleinen ja Angst.", grinsend war er auf Killian zugeschritten und hatte sein Kinn angehoben. "Was für Augen."
      "Sind ... sie Enzo?", hakte Killian nach. Lachend ließ ihn der schleimige Typ los. "Nein, aber ich bin mit ihm befreundet. Wie alt bist du Kleiner?" "16..." Grinsend legte er einen Arm um Killian, nickte Brian lediglich zu und der Schrank machte einen Schritt zur Seite damit er ihn hinein lassen konnte. "Enzo ist ein netter und großzügiger Onkel. Besuchen wir ihn doch mal."
      Oh verdammter Bastard! Alles in Killian schrie danach diesem schleimigen Typen das Hirn heraus zu pusten. Allerdings musste er sich beherrschen und folgte ihm in eine Art Lounge. Dort saß ein groß gewachsener Mann mit nachtschwarzen Haar, ebenso dunklen Augen aber in einem schneeweißen Anzug. Um ihn herum 5 leicht bekleidete Frauen die versuchten sich einzuschleimen und ein paar Typen offenbar schon total betrunken und Freunde von ihm. Das alles war so unfassbar klischeehaft das Killian am liebsten laut gelacht hätte.
      " Arturo, wenn bringst mir da?", murmelte der große Mann und schwenkte ein wenig sein Weinglas, als hätte er auch nur Ahnung davon. Am liebsten hätte Killian ja seinen Plan verworfen und sie alle samt über den Haufen geschossen, allerdings waren hier tatsächlich unfassbar viele Zivilisten und sie waren alle in Gefahr.
      Pferdeschwanz der sich als Arturo herausstellte drehte sich nun zu Killian. "Dein Name Kleiner."
      "Angelo.", etwas unschuldigeres war Killian beim besten Willen nicht eingefallen. "Angelo...", schnurrte der Riese und schubste eine der Frauen zur Seite. "Ich finde wir sollten uns unterhalten Angelo. Arturo du kannst gehen."
      "Aber ..."
      "Bist du taub? Angelo und ich möchten uns unterhalten."
      "Jawohl...", sichtlich angefressen war Pferdeschwanz verschwunden, während das geschubste Mädchen bitterböse zu Kill schielte. Mit langsamen Schritten war Killian an ihn heran getreten, als dieser ihn zu sich winkte.
      Natürlich versuchte der Typ mit allen Mitteln ihm seine Macht und Einfluss zu vermitteln, während er unauffällig sein Bein berührte oder ihm zu nahe kam. Killian beherrschte sich schwer nicht mit den Augen zu rollen. Herrje Isabella, war sie so tief gesunken?
      "Es ist so laut hier. Ich verstehe sie kaum ...Mr. Enzo.", murmelte Killian. "Mr. Enzo. Das gefällt mir.", grinsend legte er einen Arm um Killians Schulter. "Lass uns in meine private Lounge gehen."
      "Aber Enzo!", stammelten die Mädchen.
      "Schnauze.", grob hatte er sich erhoben, war wohl bemerkt sichtlich zwei Köpfe größer als Killian, was ihn ehrlich gesagt fast schon etwas wurmte. Dennoch folgte Killian ihm in einen der abgeschnittenen Räume. Das war zu leicht, viel zu leicht.
      Als sie die Tür hinter sich geschlossen hatten, drehte sich Enzo zu ihm.
      "Du bist wirklich so hübsch wie man sagt, Killian Darkbloom."
      Verdammte scheiße!


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    • Wenigstens brachte dieser Auftrag nicht nur Abwechslung, sondern auch eine kurze Verschnaufpause von Killians feindlichen Kommentaren. Mal echt, eigentlich brauchte Jaden sich nicht anzustrengen, der Kerl hasste ihn ohnehin. Verübeln konnte er es ihm nicht, aber es war verdammt anstrengend. Bisher hatte Jaden zum Großteil allein gearbeitet und konnte sich auf sein Ziel konzentrieren, mit Killian aber war es anstrengender. Ungewöhnlich für den Blonden hatte er sich nämlich damit befasst, jemandens Vertrauen zu gewinnen. Das war etwas, das nicht sonderlich oft vorkam. Vor dem Hotel blickte Jaden auf die Uhr an seinem Handgelenk, als Killian nochmal ausdrücklich erwähnte, wann er wieder zu Jaden stoßen würde. In stillen Gedanken wünschte er dem Jüngeren Glück und nickte ihm ebenfalls zu, ehe er in die andere Richtung ging. Jaden hatte sich bereits überlegt, wie er die Dame an der Rezeption beschäftigen konnte, damit er ungestört den USB-Stick an den Rechner stecken konnte. Es würde sich nur als ein Problem darstellen, wenn sich weitere Personen in dem Foyer befanden, was er allerdings um diese Uhrzeit stark bezweifelte. Wenn sich aber Isabella in diesem Hotel befand, war es dann doch sehr wohl möglich, das überall Männer durch das Hotel spazierten oder einen festen Posten hatten. Jaden richtete seinen Sakko, tastete nach seiner Waffe und betrat mit einem schmeichelnden Lächeln das Hotel.
      "Herzlich Willkommen, der Herr.", begrüßte eine nette Dame, mit schwarzen, schulterlangen Locken, den Blonden. "Ich hoffe, ich kann Ihnen behilflich sein?". Mit einem charmanten Lächeln begrüßte auch Jaden die Dame hinter der Rezeption und ließ seinen Blick durch den Eingangsbereich schweifen. Und tatsächlich saß auf einen der bequem aussehenden Sesseln eine junge Frau, die ihre blonden, Hüftlangen Haare zu einem strengen Zopf gebunden hatte. "Ich bin mir Sicher, das Sie das können.", gab der Blonde höflich zurück und trat näher an die Rezeption heran. "Vor wenigen Wochen habe ich eines ihrer wundervollen Suite gebucht, allerdings ist mir meine äußerst wertvolle Uhr abhanden gekommen und wollte mich nun überzeugen, ob sie vielleicht in Ihren Fundsachen untergebracht worden sind. Und natürlich wollte ich fragen, ob Sie denn noch ein Zimmer für mich frei hätten, Belladonna.". Wie erwartet errötete die junge Frau vor dem charmanten Blonden und erklärte, sofort in den Fundsachen nachzusehen. "Nur einen kurzen Moment.", mit diesen Worten verschwand die Schwarzhaarige hinter einer Tür, die sich hinter der Rezeption befand. Nun, das war bisher einfach. Ungeduldig tippte Jaden auf der Rezeption herum und blickte zu der blonden Frau hinüber, die ihn eindeutig beobachtete. Die Möglichkeit bestand, das die Dame aus dieser Entfernung, nichts von seinem Gespräch gehört hatte, weshalb er ein Grinsen aufsetzte und sich schwankend der Frau näherte. "Naaaa, hübsche Dame.", lallte Jaden und lehnte sich lässig gegen den Sessel, auf dem sie saß. "Ich hab ganz genau gesehen, wie du mich beobachtet hast.", hickste er täuschend. Nicht nur Killian hatte ein Talent zum Schauspielern. Mit hochgezogenen Augenbrauen blickte die Fremde Jaden an, schweigte allerdings. Dann holte der Blonde eine kleine, durchsichtige Flasche aus der Tasche seines Sakkos hervor, öffnete sie und nahm einen ordentlichen Schluck des Schnaps. Wie sollte ein Betrunkener echt wirken, wenn er nicht nach Alkohol roch? Jaden hatte wirklich an viele Möglichkeiten gedacht und sich bestens vorbereitet. "Die Dame da vorne...", Jaden zeigte zur leeren Rezeption, "Die hat mir erklärt, das keine Zimmer mehr frei wären... Wie wär's, wenn du mich mit auf dein Zimmer nimmst?", grinsend wackelte Jaden mit seinen Augenbrauen auf und ab. "Wir Zwei, was sagst du?". "Verschwinde.", antwortete die Blondine kalt und blätterte in der Zeitschrift herum, die sie vorher schon in den Händen gehalten hatte. "Sei doch nicht so, hübsches Ding.", drängte Jaden die Fremde weiter und streckte seine Hand aus, um ihr Kinn anzuheben, damit sie ihn wieder ansah. Allerdings hatte sich die Blondine sofort abgewandt, Jaden die Hand weg geschlagen, dieser allerdings ließ sich davon nicht abhalten und näherte sich ihr weiter und beugte sich sogar zu ihr nach vorn, um sich ihrem wütend aussehenden Gesicht zu nähern. Sie sah nicht nur wütend aus, sie war auch verdammt wütend, weshalb sie im nächsten Moment Jaden von sich schubste und dieser vorgab, das Gleichgewicht nicht halten zu können und fiel zu Boden. "Auf dem Boden? Du wilde Maus...", lallte Jaden grinsend und gab vor, nicht aufstehen zu können. "Alles dreht sich...", nuschelte er, ehe die Blondine abdampfte und an irgendetwas an ihrem Ohr drückte und Jaden noch hören konnte, wie sie sagte: Giulio, Schichtwechsel. Es hatte sich bei dieser Frau also tatsächlich um eines der Aufpasser der Verrückten gehandelt. Eines musste man der Frau ja lassen, organisiert war sie. Jaden rollte noch immer am Boden herum, lallte unverständliche Worte vor sich hin, bis die Blondine im Aufzug verschwunden war und Jaden sofort auf die Beine sprang, hinter die Rezeption sprintete und den USB-Stick in den Rechner steckte. Im selben Moment hörte er, wie sich die Türklinke hinter ihm bewegte und eilte zurück auf die andere Seite der Rezeption. "Es tut mir leid, Mr. Vianello, aber ich konnte leider keine Uhr finden.", erklärte die Angestellte, die zu Jadens Glück nichts bemerkt hatte. "Oh, das ist natürlich Schade. Ich hatte gehofft, dass ich sie hier finden würde.", meinte Jaden seufzend und fuhr sich nachdenklich durch das Haar. Wo er wohl seine imaginäre Uhr hingelegt hatte? "Es tut mir auch leid, Ihnen sagen zu müssen, dass wir komplett ausgebucht sind, leider verfügen wir über keine freien Zimmer.", erklärte die Rezeptionistin mit einem bedauerlichen Lächeln, woraufhin Jaden dankbar lächelte, während sein Blick zum Fahrstuhl gleitete, als sich dort etwas bewegte. Ein Mann steuerte auf den Sessel zu, wo eben noch die Blondine gesessen hatte. Nun setzte er sich dort hinein, hatte Jaden jedoch keine Sekunde aus den Augen gelassen. "Dennoch, vielen Dank für Ihre Mühe. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.", sagte Jaden, griff nach der zarten Hand der Frau und hauchte ihr einen Kuss auf ihren Handrücken. Zum Abschied zwinkerte er ihr zu und wandte sich dem Gehen. Allerdings stolperte er absichtlich über seinen eigenen Fuß, um seinem Auftritt auch dem Mann, der vermutlich Giulio sein musste zu präsentieren und erhob sich schwankend wieder und verließ das Hotel. Solange ihm der Kerl oder ein anderes Mitglied der Aufpasser der Verrückten, nicht folgten, dann wäre sein Teil des Plans bereits erledigt. Wie Jaden sagte, auf ihn war Verlass.
    • Natürlich war es zu leicht, es war viel zu leicht. Isabella war schon immer eine vorbereitete Frau gewesen und das in absolut allen Lebensbelangen. Sie ging nicht einmal ohne einen Terminplaner vor die Haustür. Alles an ihr war analytisch und sie würde es niemals zulassen, sollte sie überrascht werden. Es würde Kill ja nicht einmal wundern, hätte sie sämtliche PCs im Hotel mit diversen Sicherheitsfunktionen ausgestattet, damit Lev länger brauchte. Der Russe würde es knacken und das wusste die Italienerin, aber sie konnte ihn hin halten und Zeit war im Moment nicht unbedingt der Freund von Killian und Jaden. Hoffentlich lief es bei dem Blonden besser als bei ihm. Der attraktive Auftragskiller hatte noch nicht verloren, aber es machte die Sache deutlich komplizierter das sein Gegenüber kein Idiot war. Die unschuldige Fassade von Killian fiel, genervt strich er sich durchs Haar und blickte seinen Gegenüber kalt an. "Warum die Scharade, wenn du weißt wer ich bin?", hakte er dann nach, woraufhin Enzo lediglich amüsiert grinste. "Oh, ich soll dich nur hinhalten bis Isabella deinen Bruder abholt."
      Woher ...

      Mit klackernden Absatzschuhen, einen großen Sonnenbrille und rot geschminkten Lippen steuerte die schöne Italienerin auf den blonden Mann vor dem Eingang ihres Hotels zu. Sie wusste das Jaden es nicht erwarten würde und demnach hatte sie bereits vorgesorgt. Woher Isabella wusste wer der Mann war? Nun sie hatte nie aufgehört Killian zu beobachten, keinen einzigen Augenblick. Ihr wunderschöner Mörder mit den unglaublichen goldenen Augen. Sie wollte ihn wieder, sie wollte ihn so wie er vor dieser verfluchten rothaarigen Hexe war und wenn Isabella dafür andere Seiten aufziehen musste, dann musste es wohl sein.
      Mit einem zärtlichen Lächeln war sie hinter Jaden getreten. "Jaden nehme ich an? Falls du nicht möchtest das dein kleiner Bruder in Schwierigkeiten gerät, solltest du mir besser folgen.", flüsterte sie ihm ins Ohr und war danach direkt an ihm vorbei gelaufen, während die weiße Kunstpelzjacke im Wind wehte.


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    • Nachdem Jaden das Hotel verließ, dachte er wirklich, er hätte seine Arbeit getan. Natürlich war es zu einfach gewesen, was hatte er sich auch anderes gedacht? In den seltensten Fällen verlief alles nach Plan und diese verrückte Frau schrie danach, den Plan der zwei Männer zu durchkreuzen. Jaden richtete seinen Sakko, strich den Stoff glatt und streifte seinen Ärmel etwas hinauf, um auf seine silberne Armbanduhr zu blicken. Nicht weit entfernt konnte er bereits die hohen Schuhen einer Dame hören, die bei jedem Schritt auf dem Pflasterstein laut klackerten. Der Blonde achtete nicht weiter darauf und wollte sich gerade vom Hotel distanzieren, als er eine weibliche Stimme, direkt an seinem Ohr, vernahm. Seine blauen Augen weiteten sich schockiert und starrten für einen Moment auf den Boden. Sein kleiner Bruder? Wer war das? Wer zur Hölle wusste, wer er war? Immer nur hatte er sich im Schatten aufgehalten, seine Aufträge erledigt und auch selbst dem Dunkelhaarigen hatte erst vor wenigen Wochen erklärt, das er sein Bruder war. Die Einzigen die ebenfalls von Jaden wussten, waren Anisa und Lev. Der Rothaarigen vertraute er, aber Lev... Er kannte den Kerl nicht, wusste nicht, ob er ihn verraten hatte, allerdings bezweifelte er dies stark. Killian und der Russe waren schon seit Kindesalter befreundet und selbst Lev hatte zuvor noch niemals etwas von einem vermeintlichen Bruder gehört. Schnell aber fasste Jaden sich wieder, ging über in die Rolle, die er spielte, wenn er seine Arbeit verfolgte und fixierte die Frau mit den langem, braunem Haar. "Wer bist du?", rief er ihr nach und hielt mit ihr schritt. Killian durfte nichts passieren. Er durfte nicht schon wieder versagen.

      In dem Nachtclub, indem Killian sich befand, hatten sich bereits weitere Anhänger von Enzo versammelt. Jede einzelne Tür wurde bewacht, sogar die Fenster ließ niemand aus den Augen und jeder der Männer glich einem riesigen Gorilla. Zwei kahl rasierte Männer hatten sich vor dem Spielzimmer ihres Bosses platziert und warteten auf ihre nächsten Befehle. Sie würden es Killian unmöglich machen, nun davon zu kommen, selbst wenn er die Mehrheit einfach erschießen würde, gäbe es nur winzige Chance, diesen Nachtclub zu verlassen. Wäre Isabella nicht, dann hätten sie für Killian ohnehin einem guten Platz zugeteilt, wenn sie ihn nicht sogar einfach erschießen würden. Aber Isabella wollte diesen Mann lebend und demnach hatten die Männer keine andere Wahl, als sich gedulden zu müssen, bis sie ihre nächsten Schritte ausführen konnten.
    • Mit ihren langen schlanken Beinen, den großen Augen und langen Wimper, der von der Sonne geküssten Haut und dem langen Haar war Isabella die typische Südseeschönheit. Die Blicke der Männer lagen auf ihr als sie elegant die Straße hinunter lief, wissend das ihr der Blonde folgen würde. Ihr weißer Mantel schützte sie vor der Brise, welche ihr Haar wehen lies, währen die lange schwarze Lederhose ihre Beine betonte und ihre rot geschminkten Lippen der perfekte Beweis für ihr Temperament deuteten. Isabella liebte das Rampenlicht und das Rampenlicht liebte sie. Leider aber hatte sie gegen eine Göre verloren, eine verwöhnte Göre und das nagte an dem Ego der Italienerin. Sie bekam immer was sie wollte und wenn es nicht klappte Anisa aus dem Weg zu räumen wie sie geplant hatte, musste sie eben andere Seiten aufziehen. Als sich Jaden danach erkundigte, wer sie war, drehte sie sich mit einem amüsierten Grinsen um. "Das musst du wirklich fragen, Jaden?", schnurrte sie entzückt und schritt in Richtung des Nachtclubs. Ihr wurde bereits von den Besitzern die Türe aufgehalten, kaum hatten sie die italienische Schönheit erblickt. Es dauerte nicht lange da hatte Isabella ihren Besucher in den selben Raum geführt, in welchem sich auch Killian befand. Dieser sah alles andere als gut gelaunt aus, während ihn die Kerle anschmachteten und einer von ihnen sich eine blutende Nase hielt. Verächtlich schnalzte Isabella mit der Zunge. "Ich habe gesagt, ihr sollt ihn nicht anfassen!", fauchte sie und blickte zu ihrem Angebeteten. Was trug er da bitte? Mit geröteten Wangen sah sie Killian an und hielt sich die schlanke Hand vor den Mund. "Mein Kätzchen...", sagte sie entzückt, woraufhin Kill lediglich genervt zu ihr sah. Seine Augen weiteten sich allerdings geschockt als er seine Begleitung sah. "Was zur Hölle hast du hier verloren?"
      "Aber aber, sei nicht wütend auf deinen großen Bruder. Er hilft mir bei meinem Plan.", schnurrte Isabella entzückt, schnippte mit den Fingern und Enzo erhob sich. Ganz gleich wie talentiert Killian auch war und wie viele Schritte er voraus dachte, damit hätte er nicht rechnen können. Der Schwarzhaarige hatte sich tatsächlich erhoben und seine eigenen Kameraden abgeknallt! Es dauerte nicht einmal eine Sekunde, da stieß Isabella einen lauten Schrei aus und die Polizei stürmte den Laden.
      "Was zum ...",
      Killian wusste nicht genau warum er das tat, es war wohl eine Kurzschlussreaktion, aber er hatte Jaden gepackt und in den Nebenraum gestoßen, ehe er die Tür schloss, damit der Blonde nicht zwischen all den Leichen stand.
      Es war kein brüderlicher Akt, warum er Jaden vor dem was nun geschah beschützt hatte wusste er nicht, aber es dauerte nicht einmal eine Minute, da stand eine heulende Isabella im Raum in den Armen eines Polizisten der sie offenbar mehr als nur heiß fand und Killian bekam Handschellen um die Handgelenke.
      Was war gerade passiert? Wann hatte er einen Fehler gemacht? Wo war er unvorsichtig geworden? Die letzten Worte die ihm Isabella ins Ohr raunte waren "Jetzt wo du nicht mehr im Weg bist, werde ich den einzigen Störfaktor der unsere Liebe trennt beseitigen. Bald wirst du Mein sein Liebster. Halte noch etwas durch, ich rette dich."
      Und er befand sich auf der Rückbank eines Polizeiwagens ...


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    • Dieser verdammte braunhaarige Teufel! Was verdammt ist passiert, das diese Frau plötzlich auftauchte und ihn vor dem Hotel, in dem sie sich eigentlich befinden sollte, abfing? Was ging hier vor? Hatte Killian etwas übersehen? Wieso hatte Jaden nichts von diesen Verrückten mitbekommen? Anstatt das er sich nun über getane Arbeit freuen konnte, folgte er dieser Brünetten Schlange und fragte sich, wohin er ihr überhaupt folgte. Was wenn es eine Falle war? Jaden musste sich mehr als nur beherrschen, nun nicht nach seiner Waffe zu greifen und dieser Verrückten den Kopf wegzupusten. Der Gedanke an Killian, das er in Gefahr sein könnte hielt ihn auf und natürlich die Passanten, die sie anstarrten, oder eher gesagt der Brünetten nachsabberten. Aber mit dem Gedanken, in der Öffentlichkeit jemanden zu erschießen, könnte er sich sogar anfreunden. Das er dafür im Gefängnis landen würde, war ihm ebenso bewusst, aber Killian könnte in Gefahr sein und das war der ausschlaggebende Punkt. Verdattert hatte er die Frage gestellt, wer die Frau, der er folgte, war, obwohl er die Antwort bereits dachte zu kennen. Und es handelte sich wirklich um Isabella Farina. Die Verrückte, die Anisa entführt und Killian dazu brachte, sich selbst zu erschießen. Nun, zum Glück hatte Killian diese Sache überlebt, aber Verdammt soll Jaden sein, wenn der Jüngere wieder in Schwierigkeiten steckte. Zu einfach! Es war einfach zu einfach gewesen! Mit zusammengepressten Zähnen folgte der Blonde der Brünetten, die Straßen entlang, bis er erkannte, welchem Gebäude sie sich näherten. Mit Schock geweiteten Augen starrte er zum grell, leuchtenden Nachtclub und dann wieder zu Isabella, die bereits darin verschwand. Das war der Teil des Plans, den Killian ausführen sollte... Ob er noch immer dort drin war? Ob sie veranlasst hatte, ihn erschießen zu lassen!? Nur die Sorge zu Killian trieb ihn dazu an, den Club zu betreten und den wehenden braunen Haaren nachzueilen, ehe er sich in einem Raum wieder fand, indem sich nicht nur Isabella befand, die ihn hier her geführt hatte, sondern auch Männer, die eher Felsen glichen und Killian, der ihn ebenfalls schockiert anstarrte. Gerade als Jaden auf Killians Worte eine Antwort geben wollte, öffnete bereits Isabella den Mund, woraufhin Jaden sie verwirrt anblickte. Wie bitte? Er sollte ihr helfen? Den Teufel würde er tun! Lieber würde er sich hier und jetzt erschießen, als Killian zu untergehen. Kein weiteres Mal... Was aber im nächsten Moment geschah, brachte selbst den Blonden aus der Fassung. Der schmierige Kerl knallte seine eigenen Leute ab und dann hörte er den lauten Schrei der Frau, die ihn hier her geführt hatte. "Du Kranke...", begann Jaden noch wütend, ehe er auch schon in einen Nebenraum taumelte, da er von Killian in diese Richtung gestoßen wurde. Perplex starrte er den Dunkelhaarigen an, ehe er die Tür zuschlug und Jaden hörte, wie auf der anderen Seite der Tür sie verschlossen wurde. Jaden warf sich gegen die Tür, schrie nach Killian, ehe er verstummte als er hörte, wie Polizisten die Räume stürmten. Fuck... Fuck! Wie hatte er das nur übersehen!? Wieso hatte er diese Frau nur so dermaßen unterschätzt! Am liebsten hätte Jaden sich gegen die Tür geworfen, hätte diese Verrückte abgeknallt und würde mit Killian geflüchtet, aber das wäre mehr als nur dämlich gewesen. So suchte Jaden also hastig in dem kleinen Raum nach einer Fluchtmöglichkeit. Er musste verschwinden und Killian retten. Dann entdeckte er am anderen Ende des Raumes ein kleines Fenster, durch das er vermutlich gerade so schlüpfen konnte. Das war seine einzige Möglichkeit aus diesem Schuppen zu verschwinden, ohne ebenfalls gefasst oder gar erschossen zu werden. Also eilte Jaden zum Fenster, das sich nicht öffnen ließ, egal mit wie viel Kraft er daran zog. Instinktiv schnappte er nach irgendetwas, das massiv genug aussah und schmiss es durch das Fenster, das in tausend Scherben zerfiel und hievte sich hindurch. Einzelne Scherben waren noch immer fest im Rahmen verankert, weshalb es sich nicht verhindern ließ, an den breiten Stellen wie den Schultern oder seinen Händen einige Verletzungen durch seine Flucht davonzutragen. Im selben Moment, als Jaden die andere Seite des Fensters erreicht hatte, hörte er, wie die Tür gewaltsam aufgebrochen wurde. Er musste weg von hier und Killian finden. So sprintete der Blonde los, egal wie sehr die Schnitte an seinem Körper brannten und entfernte sich immer weiter vom Nachtclub, konnte aber die Sirenen und das Blaulicht noch immer sehen.
    • Er wusste nicht genau warum er Jaden gerettet hatte und ihn in das Nebenzimmer geschubst hatte. Er hätte dem Blonden die Schuld geben können, stattdessen hatte er ihm geholfen. Mehr als nur das, er hatte verhindert das er ins Gefängnis zusammen mit ihm wanderte. Warum genau Kill das getan hatte war ihm ein Rätsel und wie er das bitte Anisa beibringen sollte. Oh Gott Anisa ...
      Was bezweckte Isabella mit dieser Idee? Sie meinte sie würde so leichter an die Rothaarige heran kommen. Hatte er deswegen Jaden beschützt? Nein, er wollte den Blonden nicht an ihrer Seite und doch hoffte er inständig das sein vermeintlicher Bruder und Lev auf seine Freundin Acht gaben. Anisa musste unter allen Umständen beschützt werden und wenn Killian dafür in den Knast musste, dann war es eben so. Isabella hatte sie alle verarscht und hinter das Licht geführt. Sie hatte diesen Typen manipuliert seine eigenen Gefolgsleute abzuknallen, sie hatte Killian herein gelegt und nun befand er sich in Handschellen auf der Rückbank eines Polizeiwagens. Während Isabella hinter vor gehobener Hand grinste, während man sie für schwach hielt. Sie war alles andere als schwach! Sie war der Teufel und Kill hatte sich mit dem Teufel eingelassen. Es brachte nichts sich zu wehren, würde er im Polizeiwagen nun Theater machen würde man ihn abknallen. Sie hatten ja auch eine Skrupel davor ihm in die Hose zu greifen und die Waffe heraus zu holen. Vom Rückspiegel aus beobachtete ihn der Beifahrer genau. Ein groß gewachsener Kerl mit Dreitage-Bart, schlank und mit dunklen Augen. Er sah müde aus und wäre er nicht mit einem chronisch schlecht gelaunten Gesicht bestraft, würde er gar nicht mal so schlecht aussehen. "Er sieht gar nicht aus wie ein Krimineller.", sprach er zu seinem Partner am Steuer. Ein blonder Kerl, korpulent mit grässlichem Vollbart. "Wenn es Kinder sind, ist es immer am Schlimmsten. Armer Junge, sicher hatte er nie die Chance ein anderes Leben zu führen.", sprach der halbwegs gut aussehende Kerl weiter. "Ich kann euch im übrigen hören.", brummte Killian schlecht gelaunt. "Dein freches Mundwerk wirst du schon verlieren.", sprach nun der Fahrer mit finsterem Grinsen. "Weißt du nicht was man mit hübschen jungen Jungs im Gefängnis macht?"
      "Hör auf damit.", schimpfte ihn sein Kollege. Killian wusste nicht genau worüber sie sich stritten und ganz tief in sich wusste er, dass er das auch überhaupt nicht wissen wollte. Dennoch konnte er es nicht verhindern, dass er in das bekannteste Gefängnis in Rom gebracht wurde. Ein altes riesiges Gelände mit hohen Mauern und Absicherungen, dass nur so nach Endgültigkeit schrie. Nach allem was Killian in seinem Leben getan hatte, war es nicht unbedingt falsch ihn in Haft zu stecken und dennoch konnte er es nicht verhindern, dass er panische Angst vor diesem Anblick hatte. Was wenn er dort nie wieder heraus kam? Was wenn ...
      Killian bekam nicht lang genug Zeit um in Panik zu versinken, denn er Blonde hatte ihn grob aus dem Auto gezerrt und offenbar zu einem der Gefängniswärter gebracht, vielleicht auch ihr Vorgesetzter, Killian wusste es nicht genau. Der Kerl war jedenfalls riesig, hatte kurzes schwarzes Haar, einen finsteren Blick und war sehr muskulös. "Ihr bringt mir ein Kind?", ertönte eine dunkle Stimme, während er Killian in seiner Schulkleidung musterte. "Das Jugendgefängnis ist wo anders, dass solltet ihr wissen."
      "Das ist Killian Darkbloom.", beantwortete der Blonde seine Frage und plötzlich entglitten dem Riesen sämtliche Gesichtszüge. "Der Profikiller ist ein Kind?"Lange sah er ihn an, ehe er nur schwer seufzte. "Ich hab fast Mitleid mit dir, aber du hast dir das selbst zu verschulden Kleiner."
      "Ich pfeife auf eurer fucking Mitgefühl.", brummte Killian genervt, währender abgeführt wurde und einen langen Flur entlang gebracht wurde, in dem er einige der Zellen begutachten konnte. Natürlich nicht ohne eine gewisse Reaktion zu erzielen.
      Er war jung, er war schön und genau das würde sein Todesurteil werden.
      "Hey Prinzessin! Willst du nicht in meine Zelle?"
      "Hey Süßer, wie wäre es mit einem richtigen Mann?"
      "Ey Cop, bring die Prinzessin zu mir."
      Der blonde Polizist blickte zu Killian. "Habe ich es dir nicht gesagt? Die Kerle haben lange keinen junges Fleisch mehr gesehen und noch dazu bist du hübsch."
      "Auf das Kompliment kann ich verzichten, alter Sack!", fauchte Killian während er prompt in eine der Zellen geworfen wurde.
      "Beschissene Göre."
      Hier saß er nun Killian Darkbloom, in einem hässlichen schwarz weiß gestreifen Aufzug, dessen Oberteil er wenigstens aus ziehen konnte, damit er immerhin ein weißes Shirt trug und sich nur mit der Hose ärgern musste und fristete sein Dasein mit einem Typen in der Zelle, der ihn anstarrte als wäre er vom Mond.
      Fucking awesome!

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    • Jaden wusste nicht wie, aber er hatte es tatsächlich geschafft, seine Verfolger abzuhängen. Seine Hände brannten durch die Schnitte der Scherben, ebenso wie seine Schultern und Arme. Er war im zick-zack gerannt, von einer Gasse zur Anderen und Mauern und Zäune überwunden. Sogar einem Jugendlichen hatte er das Fahrrad gestohlen, damit er sich so schnell und so weit wie möglich vom Nachtclub entfernen konnte. Eigentlich glich es einer filmreichen Verfolgungsjagd, fehlten nur noch die Schüsse, die auf ihn abgefeuert wurden. Weshalb er so ein Glück besaß, nicht abgeschossen zu werden? Die Männer, die mit Isabella Farina zusammen arbeiteten, wollten ihre Deckung nicht verlieren. Würden sie entdeckt werden, wie sie einem Blonden Verdächtigen nachjagten, dann würde es einiges aufwerfen können, denn Unschuldslämmer waren die alle Mal nicht. Völlig außer Puste und keuchend befand er sich in einem der dunklen Gassen, stützte sich an seinen Knien und blickte hastig von einer Seite zur Anderen. Killian... Die Polizei hatte Killian fest genommen! Was war Isabellas Plan? Wollte sie, indem sie Killian ins Gefängnis steckte, Anisa beseitigen? War das ihr Ziel? Wenn ihr Wille groß genug war, um Killian hinter Gitter zu bringen, dann würde sie es auch schaffen, an Anisa heran zu kommen. Isabella hatte die Astolfo's verraten, das wertvolle Juwel von John Astolfo höchst persönlich entführt und den besten Auftragskiller Italiens ins Krankenhaus, und nun ins Gefängnis befördert. Was sollte diese Frau also noch aufhalten? Am liebsten würde Jaden sich nun in den nächsten Flieger setzen und zu Anisa eilen, nur um sie vor der vermutlich größten Gefahr überhaupt zu beschützen. Aber etwas in Jaden rebellierte gegen diesen Drang. Es war der Gedanke an Killian. Er musste ihn aus dem Knast holen, so schnell wie es ihm auch nur möglich war! Egal mit welchen Mitteln und egal, ob er dafür selbst eingeperrt werden würde. Es mag sein, das Killian skeptisch gegenüber Jaden war und sie sich beide eigentlich kaum, bis gar nicht kannten - mal abgesehen von dem, was man alles im Internet herausfinden kann. Kein weiteres Mal würde er seinen jüngeren Bruder im Stich lassen. Niemals.
      Zurück in das Hotel konnte er nicht, wenn Isabella wusste, wer er war, musste sie auch wissen, wo sie sich die gesamte Zeit aufgehalten hatten. Verdammte Scheiße. Mit dieser Verrückten hatte wirklich keiner von Ihnen gerechnet! Okay Jaden, bloß nicht die Nerven verlieren. Angespannt linste er aus der Gasse heraus, um die dunklen Straßen zu scannen. Niemand befand sich auf den Straßen, keine Menschenseele. Man konnte es als ein gutes oder schlechtes Zeichen sehen, allerdings blieb dem Blonden keine Möglichkeiten, als das er sich schnellst möglich von seinem Standort entfernt, wenn er nicht wollte, das er entdeckt wurde. Deshalb ging er in Eiltempo die Straße entlang, mied die Laternen, die den Weg erhellte und blieb direkt vor einem der Münztelefone zum Stehen. "Fuck...", brummte er, tastete hastig in seinen Taschen, um Geldmünzen zu finden, allerdings trug er nur Scheine bei sich. Auf der anderen Straßenseite befand sich eine Tankstelle, Jaden jedoch traute im Moment keiner Menschenseele und verschwand hinter der Plexiglastür, in der Hoffnung, jemand hat eine Münze verloren oder gar vergessen. Und tatsächlich, in dem kleinen Münzfach befand sich eine Münze, die er sofort einwarf und die Nummer der Rothaarigen wählte.
      "Hallo?", hörte Jaden die vertraute Stimme der Rothaarigen, nachdem es bereits eine etlich, lange Sekunden geläutet hatte. "Anisa!", kam es ihm erleichtert über die Lippen. "Schön dich zu hören.", fügte er noch hinzu. Er durfte nicht aus seiner Rolle fallen, Anisa durfte keinen Verdacht schöpfen, würde sie erfahren, was hier gerade vorgefallen war, würde sie aus allen Wolken fallen. Er hatte gesehen, wie am Boden zerstört sie gewesen war, in was für einem schrecklichen Zustand sie sich befunden hatte, nachdem Killian in das Krankenhaus eingeliefert worden war. "Ist etwas passiert?", fragte Anisa verwundert, über seinen Anruf. Jaden rang sich zu einem Lachen, dann folgte ein Seufzen. "Alles in Ordnung, meine Schöne. Aber Killian war so nett und hat mein Handy aus dem Fenster geworfen, es ist kaputt. Der Kerl hat echt Nerven.", am anderen Ende war ein Lachen zu hören, "Würdest du mir Lev an den Hörer geben? Ich brauch etwas, um es ihm heimzuzahlen.". Nach wenigen Sekunden befand sich dann auch schon Lev am anderen Ende des Hörers und Jaden bat den Russen, Anisa nichts von ihrem Gespräch hören zu lassen und erklärte in kurzen Worten, was passiert war.

      Dem Kerl, der nun mit Killian die Zelle teilen musste, konnte man ansehen, das er nicht sonderlich erfreut darüber war. Bisher hatte er das Glück, die Zelle für sich allein zu haben, hatte sich bereits daran gewöhnt und nun musste er sich mit diesem Idioten auseinander setzen. Für einen Idioten war er wenigstens gut aussehend. "Was macht eine Puppe wie du, hinter Gittern?", brummte der Insasse mit den braunen, öligen Strähnen, die er sich nach hinten strich.
    • Lev wäre fast das Handy aus der Hand gefallen, auf welchem er angerufen wurde, nachdem ihm Anisa ihr Handy gegeben hatte. Zuerst hatte er gehofft das sein bester Freund an der anderen Leitung war, aber dieser hätte es nicht riskiert Anisa direkt anzurufen und den Laptop benutzt, es sei den sein Auftrag wäre erledigt. Allerdings hatte Lev vor nicht einmal einer Minute erst die Sicherheitskameras lahm gelegt, also musste etwas passiert sein. Nur damit, damit hatte er nicht gerechnet. Die Gesichtsfarbe des Russen nahm einen ungesunden weißen Ton an, glich mehr der Küchenwand als einem Menschen und sein Mund stand offen. Lev war jemand der selten die Fassung verlor, aber als ihm Jaden panisch erzählt hatte was passiert war, hatte er sich dagegen einfach nicht wappnen können. Wie auch sonst sollte er reagieren, wenn sein bester Freund in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht wurde? "Entschuldige mich kurz.", versuchte er so gut es ging ruhig mit Anisa zu sprechen und ging eilig in das angrenzende Schlafzimmer von Killian um dort mit Jaden zu sprechen. "Wir müssen ihn dort raus holen! Das überlebt er nicht ...", platzte es aus dem Schwarzhaarigen heraus, während er wie ein unruhiges Tier in dem Zimmer auf und ab lief. Killian war gefundenes Fressen für die Leute im Knast! Er war stark, aber er würde niemals eine komplette Gruppe ohne Waffen bekämpfen können. Sie würden ihn alles Mögliche durchmachen lassen, was in ihren perversen Köpfen durch ging, bis er irgendwann zusammen brach und starb. Natürlich klang all das mehr als nur Negatives und Lev ging ungern vom Schlimmsten aus, leider entsprach dies der Wahrheit. Killian würde den Knast nicht überleben, nicht mit diesem Gesicht, dem Alter und den Leuten dort hinter den Mauern. "Jaden ich fliege sofort zu dir. Ich bringe Anisa zu ihrem Vater, ich kann Killian nicht allein lassen!" Es war das erste Mal das er Killian nicht bei seinem Spitznamen nannte und das bedeutete nichts Gutes. Er würde den Jüngeren dort heraus holen und wenn es ihn umbrachte. Er hatte sich geschworen Killian nicht noch einmal solch eine Hölle durch machen zu lassen.

      Killian saß nachdem man ihn so ´sanft´ in die Zelle geworfen hatte auf dem Boden und versuchte zu überlegen, ob es so intelligent war dort weiterhin sitzen zu bleiben. Allerdings erschien ihm jeder Winkel der kleinen Gefängniszelle ebenso dreckig wie der Platz an dem er gerade saß, also schenkte es sich nicht sonderlich viel. Nun Kill hatte mit vielem gerechnet, hatte sich irgendwann tatsächlich einmal im Knast gesehen, aber nicht so früh und vor allem jetzt. Was zur Hölle hatte Isabella sich dabei gedacht? Es wäre gnädiger gewesen wenn sie ihn umgebracht hätte. Wollte sie ihn brechen? Seine Psyche zerstören? Allerdings war diese Idee hier nicht dumm. Hätte sie ihn lediglich gefangen gehalten um ihn so von Anisa fern zu halten, wäre das schief gelaufen. Er wäre geflüchtet, hier drin konnte er nicht einfach abhauen. Er wurde rund um die Uhr bewacht, besaß keine einzige Waffe zumindest noch nicht und ohne fremde Hilfe standen seine Chancen extrem schlecht. Große Klasse...
      Erst eine raue und fremde männliche Stimme riss ihn aus seinen Gedanken, während er sich zu ihm umdrehte. Der Typ in seiner Zelle war ebenso ein Riese und langsam fragte sich Killian ob das hier wohl ein Auswahlkriterium war. Er hatte sich nie als klein betrachtet, änderte aber langsam seine Meinung diesbezüglich. Neben den meisten hier, erschien er wirklich wie ein zarter kleiner Junge und der Dunkelhaarige wusste, dass das verdammt schlecht schwer. Wenigstens seine Augen konnten für sich sprechen, diese waren trotz der heiklen Situation eiskalt, als er den Brünetten ansah. "Ich wollte die Innenarchitektur bewundern.", antwortete Killian sarkastisch auf diese dumme Frage und hoffte das es sich damit mit dem Gespräch erledigt hatte. Er hatte weder die Zeit noch die Nerven sich jetzt um den anderen Insassen zu kümmern. Er musste sich überlegen wie er hier wieder heraus kam.


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    • Das Lev alle Farbe aus dem Gesicht gewichen war und seine Gesichtszüge nichts gutes verrieten, ließ Anisa auf dem Sofa unruhig hin und her rutschen. War etwas passiert? Anfangs hatte Anisa nichts Schlimmes in Verdacht, wenn sie aber Lev weiterhin so beobachten konnte, glaubte sie anderes. Erst als er sich erhob, sich entschuldigte und im Schlafzimmer verschwand, runzelte sie ihre Stirn und konnte dem Drang nicht widerstehen, ihm zu folgen und an der Tür lauschen. Ganz ehrlich, das war noch nie Anisas Art gewesen, aber verdammt soll sie sein, wenn Killian etwas zugestoßen war und sie wusste nichts davon. Lev verschwand nicht einfach aus dem Raum, um mit Jaden zu sprechen. Was sollten sie schon zu sprechen haben, was sie nicht hören durfte? Bisher hatte sich der Russe nicht vom Fleck bewegt, wenn er ein Telefonat mit Killian geführt hatte. Traurigerweise konnte Anisa durch die schwere Tür kaum etwas hören, nur einzelne Wortfetzen die für sie keinen Sinn ergaben.
      Im Gegensatz zu Anisa, wusste Jaden ganz genau worum es ging, immerhin war er dabei gewesen und wartete darauf, bis ihm Lev raten würde, wie sie vorgehen sollten. Jaden befand sich in einem Schockzustand, war froh, das er weiterhin gerade aus laufen konnte, so sehr diese Schnitte an seinem Körper auch brannten. Killian befand sich in großer Gefahr und das bestätigte sich, als Lev erklärte, das der junge Auftragsmörder sein Gefängnisbesuch nicht überleben würde. Jaden hatte seinen Bruder von den Fängen seines Vaters nicht befreien können, jetzt würde er aber nicht versagen. Sie mussten Killian dort raus bekommen, egal wie und mit welchen Mitteln. Jaden würde kein weiteres Mal versagen. Elaine hatte er bereits verloren... Seine gutmütige, selbstbewusste kleine Schwester. Ob es das war, was Jaden in Killian sah? Seine kleine Schwester? Sie hatten eine unglaubliche Ähnlichkeit und seine Augen waren ebenso schön wie von Elaine. Fast schon panisch wanderten Jadens Augen durch die Dunkelheit und hofften, nicht entdeckt zu werden, allerdings befand er sich gerade wie auf einem Präsentierteller inmitten der Straße. Er musste mit Lev klären, wie sie vorgehen würden und schnellstmöglich aus den Augen der Menschen verschwinden. Er musste untertauchen, bevor Isabella oder ihre Hunde ihn finden würden. "Verdammte Scheiße, glaubst du ernsthaft, Anisa wird dich einfach so gehen lassen, ohne dir zu folgen? Isabella weiß alles über John und diese verdammte Villa! Diese Verrückte wird Anisa finden und töten! Es gibt niemanden, der besser für ihre Sicherheit sorgen kann. Mach das, was du am besten kannst und sorge für alles technische, ich kümmere mich um den Rest. Ich hole Killian dort raus!". Es waren Worte der Versprechung. Jaden würde alles daran setzen, Killian aus dem Gefängnis zu befreien.

      Ohne irgendeine Regung beobachtete der Insasse seinen neuen Zellengenossen, der weiterhin auf dem Boden sitzen blieb. Im Gegensatz zu den anderen, war Killian zierlich, etwas, das den Männern, die schon längere Zeit hinter Gittern saßen deutlich gefiel. Immer wieder hörte man tiefe Stimmen schreien, verlangten nach der neuen 'Prinzessin' und pfiffen. Mit seinen dunkelbraunen Augen musterte er den Dunkelhaarigen, der sich nicht darum scherte und noch immer auf dem Boden saß. Auch dieser Zimmergenosse war jemand, der schon eine längere Zeit hinter Gittern saß, sich allerdings noch nie an einen der Neulingen vergriffen hatte. Er verschränkte seine muskulösen Arme vor seiner hervorstehenden Brust, brummte vor sich hin und ließ seinen Blick nicht von Killian ab. Und dann noch eine freche Zunge... Das war wohl eher etwas, mit dem der riesige Insasse, den man als 'breiten Schrank' betiteln konnte, arrangieren konnte. Bisher hatten die Frischlinge nur gejammert, aber gewehrt hatte sich noch niemand, bei diesem Dunkelhaarigen Schönling, würde es vermutlich anders ablaufen. Etwas, das ihn doch sehr reizte.
    • Auch wenn es Lev schwer fiel hatte er leise am Handy gesprochen, da er nicht ausschließen konnte das Anisa sein Verhalten verdächtig fand. Die Rothaarige war schlau und sicherlich würde sie an der Tür stehen und lauschen, etwas das ihr der Russe nicht verübeln konnte. Mal ehrlich es ging hier um Killian und da brannten selbst bei dem coolen Lev alle Sicherungen durch. Er hatte Killian ein einziges Mal weinen sehen und das Bild bislang nie wieder aus dem Kopf bekommen, auch wenn er zu dem Zeitraum noch ein kleiner Junge war, aber er wollte ihn beschützen. Er wollte nicht das er noch einmal all das durch leiden musste und seine Augen noch kälter wurden. Killian war durch Anisa sanft geworden, fast zahm und er lächelte mehr als jemals zuvor. Sie tat ihm gut und Lev gefiel diese süße Seite an dem Dunkelhaarigen. Er wollte nicht das dieses Ich welches zu Killian gehörte verschwand. Lev dachte von Kill wie von einem kleinen Bruder und darum wollte ein Teil in ihm Jaden dafür erwürgen, dass er aufgetaucht war und ihm seinen Platz streitig machte. Aber der Russe wusste, dass das albern war. Darum sah er auch ein das der Blonde am Telefon Recht hatte. Er musste hier tun was er tun konnte und er musste Jaden vertrauen. Die Stimme des vermeintlichen Bruders seines besten Freundes log nicht. Die Stimme war zu panisch und zu besorgt um es spielen zu können. Lev erkannte solche Kleinigkeiten nach jahrelanger Ausbildung besser als jeder andere. Es blieb ihm also gar nichts anderes übrig als Jaden ein gewisses Vertrauen entgegen zu bringen. "Du ... hast Recht.", seufzte er also in den Hörer. "Ich werde alles in die Wege leiten und es dir einfacher machen. Gib mir etwas Zeit damit ich mich in das System des Gefängnis hacken kann um Informationen zu sammeln. Es wird etwas dauern, sie Sicherheitsvorkehrungen sind enorm, aber unsere beste Möglichkeit. Wenn du dort einfach rein marschierst, wirst du nur selbst eingebuchtet und erleidest das gleiche wie Killchen statt ihm zu helfen." Lev atmete tief ein. "Lass uns an ihn glauben, dass er es bis dahin durch hält. Wir werden so schnell es geht handeln. Ich werde auch einen Besuch bei John einlegen. Ich bezweifle das er möchte das sein Lieblingsspielzeug beschädigt wird.", als Lev über den Mann sprach war seine Abscheu und Ekel nicht zu überhören. Allerdings wusste er das John es nicht zulassen würde, dass man ihm Killian weg nahm und somit war der Chef der Astolfos im Moment ihre beste Möglichkeit.

      Das war eindeutig sein neuster Tiefpunkt. Mal ehrlich der beste Auftragsmörder Italiens, ach was der ganzen EU saß hier eingebuchtet und rein gelegt von seiner damaligen Bettgefährtin. Das war nicht nur peinlich, das war erniedrigend. Alle Skrupel die er noch zuvor hatte Isabella zu töten und mit ihr noch einmal zu sprechen, waren spätestens jetzt verschwunden. Oh er würde diese Frau in Stücke reißen! Kill blieb allerdings nicht viel Zeit sich sämtliche Mordpläne in Gedanken zu rufen, denn offenbar war er genau rechtzeitig zum Essen eingeliefert worden. Bewaffnete Polizisten schlossen die Zellen auf und ließen die Insassen zur großen Kantine im Herzen des alten Gemäuers laufen. Natürlich entgingen Killian all die Blicke und Pfiffe nicht, aber er fragte sich ehrlich gesagt schon warum es so extrem war. Die ganze Welt konnte doch nicht plötzlich anfangen auf Männer zu stehen.Nun gut solange ihn keiner anfasste, sollten sie eben schauen. Mit kaltem Blick und Desinteresse lief Killian nachdem er also ein graues Tablett überreicht bekommen hatte und Essen von dem er lieber nicht so genau wissen wollte was es war, zu einem der Tische. Hunger hatte er keinen, aber er würde ohne Essen keine Kraft haben und das würde bedeuten, er würde hier erst Recht zur Zielscheibe werden. Was wohl Anisa gerade machte? In Gedanken an seine Freundin spielte er mit der Gabel mit einer Tomate auf seinem Teller herum. Zumindest hoffte Killian das es sich hier um eine Tomate handelte.


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    • Sie durften keine Zeit verlieren. Womöglich befand sich Killian bereits in dem Gefängnis, war alle möglichen Tests unterzogen worden, um nun in einer der ekelhaft, stinkenden Zellen sitzen zu müssen. Keine Sekunde ließ Jaden die Straßen außer Augen, prägte sich jeden Winkel ein und achtete auf die kleinsten Veränderungen. Wer wusste schon, ob sich einer dieser Idioten nicht doch in einem Mülleimer versteckten, um sich damit unentdeckt fortzubewegen. Jaden müsste auf alles gefasst sein, wer wusste schon, ob diese Verrückte vielleicht nicht noch mehr Verbündete hatte. Erleichtert, das Lev ihm Recht gab, ließ ihn schwer seufzen. Vielleicht besaß Farina sogar innerhalb der Astolfo Familie Verbündete und wartete nur darauf, bis Lev einen Fehler machte. Anisa durfte nichts geschehen, Killians Arbeit durfte nicht umsonst gewesen sein... Angespannt wanderten seine blauen Augen durch die Dunkelheit, folgte den Worten des Russen und versuchte sich bereits einen Plan vorzubereiten. Sie durften sich keinen einzigen Fehler erlauben. Keinen! Es könnte nicht nur das Aus für Killian oder Jaden sein, sondern auch für Anisa. Es ging hier um so vieles Mehr, als nur einem Leben. Es lag nun an Lev und Jaden, Killian aus dem Gefängnis zu befreien und Anisa vor einer Irren zu beschützen. Egal was Killian jemals von ihm verlangt hatte, würde er Isabella noch einmal über den Weg laufen und hätte er die Chance, würde er diese Frau erschießen. Keine Sekunde würde er zögern, diese Frau durfte keine Sekunde weiter leben. Sie musste sterben. "Fuck...", murmelte Jaden, als er zwei bewaffnete Männer erblickte, die aus derselben dunklen Gasse kamen, wie Jaden zuvor. "Ich muss hier weg, ich versuche dich später wieder zu erreichen.", sagte er noch, ehe er den Hörer hastig in die Vorrichtung schlug und die restlichen Münzen, herausfischte und schnell aus der Telefonzelle eilte. Noch hatten sie die Männer nicht entdeckt, weshalb er unbemerkt in die Dunkelheit flüchtete und in eine Richtung rannte, die ihn weit weg von diesem Nachtclub brachte. Er brauchte einen neuen Unterschlupf, wo er unbemerkt mit Lev über ihren Plan sprechen konnte. Sie mussten sich beeilen, bevor es zu spät sein würde. Jaden rann ohne Pause weiter, bis er erschöpft vor einem herunter gekommenen Hostel Halt machte. Es blieb ihm keine andere Möglichkeit, irgendwo musste er rasten.

      Kein weiteres Wort sprach der Riese, beobachtete Killian lediglich und brummte vor sich hin, als wäre er eine Maschine, die gerade in Betrieb war. Passte es nicht sogar? Eigentlich sah dieser Mann mehr wie eine Maschine aus, als ein Mensch. Zumindest ein Berg an Muskeln war dieser Mann. Sein Blick löste sich erst von dem Dunkelhaarigen, als ihre Gittertüren geöffnet wurden, damit sie wie Tiefe zu ihrer Nahrung kamen. Als der Insasse aufstand, erkannte man erst, wie groß er eigentlich wirklich war und auch die Männer, in den anderen Zellen, waren ebenfalls ein riesen Berg an Muskeln. Samiel, der Mann, der nun unglücklicherweise seine Zelle teilen musste, setzte sich an den selben Tisch wie Killian und beobachtete ihn weiterhin, während er das, was auch immer das auf seinem Teller war, mit einem der Plastiklöffel zu seinem Mund führte.
      "Ein Neuer also.", hörte man am gegenüberliegenden Tisch sagen. Ein Mann, der zwischen den ganzen Riesen normal groß wirkte. Seine öligen Haare fielen bis zu seinen Schultern, seine Stimme klang, als wäre er dem Stimmbruch niemals nahe gekommen und hätte einen deutlichen Umweg gemacht. Wie ein verrückter Doktor. Klischeehaft hing ein junger, zierlicher Mann an seiner heraushängenden Hosentasche und gab keinen Ton von sich und starrte nur zu Boden.
    • Lev hatte aufgelegt, kaum hatte Jaden das Gespräch beendet. Sie durften keine weitere Zeit verlieren. Jaden würde sich um sich selbst kümmern können und Lev war an der Reihe nun den Plan voran zu treiben. Sie brauchten einen perfekten Ausweg für seinen besten Freund und das in kürzester Zeit. Selbst für jemanden mit einem perfekt analytischen Verstand wie des Schwarzhaarigen fiel diese Aufgabe nicht leicht. Jeder Fehler war tödlich und jede Sekunde kostbar. Verdammt was hatte sich Killian da nur wieder eingebrockt? Erst war er kurz vor dem Tod und nun war er in seiner eigenen persönlichen Hölle gelandet. War sich der der Amerikaner bewusst in welcher Gefahr er in diesem Gefängnis schwebte? Er war Frischfleisch, noch dazu schön und sein Mundwerk würde ihn wenn nicht in das Bett von jemanden in andere Schwierigkeiten bringen. Gott Lev malte sich bereits die schlimmsten Ereignisse aus und hoffte inständig das sein Freund das durch hielt. Wenn Killian klug war, würde er versuchen kein Aufsehen zu erregen, aber mal ehrlich wie konnte jemand wie Killian nicht auffallen? Diese Augen, dieses Gesicht und die Stimme und das in einem Haufen ausgehungerter Schwerverbrecher! Gott Lev wurde schlecht. Schnellen Schrittes war er aus dem Schlafzimmer geeilt, hatte Anisa ihr Handy wiedergegeben und versuchte wenigstens für die Rothaarige ruhig zu bleiben. Er durfte Anisa keine Angst machen, er musste sie beschützen das hatte er Killian und Jaden versprochen. Aber jetzt brauchte er ihre Hilfe. "Anisa ich muss mit deinem Vater sprechen, es ist dringend. Ich bin nicht gerade sein Lieblingsgast also weiß ich nicht ob er mich empfängt, kannst du mir helfen?", bat er dann die schöne Frau neben sich, mit welcher er sich in letzter Zeit immer besser angefreundet hatte. Ja er mochte Anisa und er mochte vor allem was sie aus Killian machte. Die beiden waren perfekt füreinander.

      Killian hatte sich entschlossen keine großartigen Worte an diese Kerle zu verlieren. Er bemerkte die Blicke der Polizisten auf sie als wären sie der Abschaum der Gesellschaft. Nun eigentlich waren sie das hier ja auch und Kill konnte nicht bestreiten das er irgendwie ja doch dazu gehörte. Er war ein Mörder, also auch nicht viel besser als dieser widerliche Haufen hier und das Gedanke sorgte für Übelkeit noch mehr als er ohnehin schon verspürte. Das Essen war schrecklich, ebenso das sich ausgerechnet sein Zellenkollege zu ihm an den Tisch setzte. Das Positive war, das der Typ kaum mit ihm sprach und ihn in Ruhe lies, damit konnte Killian umgehen. Das allerdings irgend so ein Irrer einen Tisch weiter feststellte das jemand Neues hier war, kotzte ihn an. Mal ehrlich was sollte er darauf sagen? ´Sorry, ist nur Zufall?´oder ´Oh, schön du hast mich bemerkt! Lasst uns doch alle ein Erinnerungsfoto schießen!´erschien ihm keine sonderlich gute Idee zu sein, also schwieg er und ignorierte den schmierigen Typen, während er weiter das widerliche Essen zu sich nahm. Einer der Polizisten hatte ihm gesagt, dass er nach dem Essen noch zu einer ärztlichen Untersuchung musste. Nicht das er irgendwelche Krankheiten hatte. Mal ehrlich, wenn er jetzt keine hatte, dann spätestens nach seinem Aufenthalt hier. Killian entschied sich, dass es vorerst das Klügste war den Anweisungen der Polizisten zu Folgen. In ihren Augen sollte er ruhig ein Kind sein, vielleicht würde man dann anders mit ihm verfahren? Allerdings glaubte er nicht wirklich daran, dazu war sein Strafregister einfach zu lang und sicherlich hatte er mehr Leute auf dem Gewissen als die meisten hier. Das würde eine verdammt lange Zeit werden ...


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    • In der Zwischenzeit stand Anisa vor der Schlafzimmertür und versuchte, das Gespräch zu belauschen. Sie fühlte sich schlecht, es war nicht ihre Art, ein Gespräch einfach so zu belauschen, sie wurde aber das Gefühl nicht los, das irgendetwas nicht in Ordnung war. Lev seine Gesichtszüge waren ihm entglitten, das hatte Anisa bisher bei dem jungen Russen noch nie gesehen. Es brauchte ein echtes Wunder, das Lev jemals aus seiner Fassung bringen konnte und vielleicht war genau jetzt ein Wunder passiert. Aber was war es, das Anisa nicht erfahren durfte? Erst als Lev's Stimme verstummte und sich nach wenigen Sekunden die Tür öffnete, blickte sie sorgenvoll ihren neu, gewonnenen Freund an. Ihr Handy nahm sie wieder entgegen, steckte es in ihre hintere Hosentasche und wollte bereits den Mund öffnen, als Lev ihr zuvor kam. Lev wollte ihren Vater sprechen? Wie er schon bereits erwähnte, war er nicht der liebste Gast ihres Vaters und auch der Russe war nicht gut auf ihren Vater zu sprechen. Den Verdacht, das irgendetwas geschehen war, verstärkte sich deshalb nur umso mehr. "Ich werde dir helfen.", antwortete sie voller Sorge. "Aber bitte sag mir, ist etwas passiert? Geht es Killian gut?". Ihre Sorge konnte sie wirklich nicht verbergen, sie wollte es auch nicht. Würde ihre größte Sorge womöglich doch Wahr werden? Ist Killian etwas zugestoßen? Gott, sie hoffte nicht...

      Samiel, der Riese wendete seine Augen von dem Dunkelhaarigen vor ihm nicht ab. Er aß seinen komisch, aussehenden Brei auf seinem Tablett, das nach verkochten Gemüseresten schmeckte. Zumindest glaubten die meisten der Insassen, das es sowas in der Art war. Lebensmittel, die die Leute wegwarfen und für die Leute aufhoben, die es ohnehin nicht Wert waren. So behandelte man sie hier drin und auch sie selbst behandelten sich untereinander nicht anders. Es gab Gangs, Regeln, Einzelgänger oder die jungen Geschöpfe, die einem am Hemd hingen, weil sie allein diesen Käfig nicht überleben konnten. Samiel beobachtete stumm die Szenerie, während einige Männer sich umwandten, nur um den Neuen zu erblicken, von dem der bekannte Perverse sprach. "Milan! War doch Klar, das du perverser Sack den Kleinen sofort riechst!", gab einer am anderen Ende des Tisches amüsiert von sich, während Milan breit grinsend zu Killian starrte. "Du hast doch schon einen!", hörte man aus einer anderen Ecke. "Ganz hübsch ist er ja.", sagte ein glatzköpfiger Riese und Tattoos an den anabolartigen Armen, der sich Killian genähert hatte und nach seinem Kinn griff, um ihn dazu zu zwingen, ihn anzusehen.
    • Was sollte Lev ihr sagen? Er war es im Gegensatz zu Killian der Lügen hasste gewohnt zu lügen. Lev war ein Meister darin anderen ins Gesicht zu schwindeln, aber inzwischen gab es Menschen bei welchen er es einfach nicht übers Herz brachte. Dazu zählten Killian und auch Anisa. Im Gegensatz zu ihrem Vater hatte der junge Russe das hübsche Mädchen schon immer sehr gemocht. Er mochte den feurigen Wirbelwind, der gute Laune in der Villa verbreitete, wo jeder sonst finster drein schaute. Ob sich Anisa noch daran erinnerte, wie sehr er Schokolade liebte und sie ihm als Kind immer welche geschenkt hatte? Wahrscheinlich nicht, auch dem Schwarzhaarige war es vor kurzem wieder eingefallen, als er mit Killian über Anisa gesprochen hatte. Wie sanft die sonst so kalten Gesichtszüge seines besten Freundes geworden waren, kaum hatte er den Namen der Rothaarigen ausgesprochen. Es war niedlich, wirklich niedlich. "Isabella macht es uns nicht gerade leicht und die Jungs brauchen Hilfe um mit ihr fertig zu werden, darum hat Jaden angerufen. Killchen ist doch viel zu Stolz um nach Hilfe zu fragen.", erklärte Lev glaubwürdig, wobei er nicht wirklich gelogen hatte. Die Jungs brauchten Hilfe und das dringend. "Bitte sprich mit deinem Vater, wir sollten gleich aufbrechen. Er muss mich auf alle Fälle anhören damit ich ihm die Sachlage erklären kann. Jaden und Killian sind zu beschäftigt um ein Telefonat zu führen." Auch das war nicht gelogen, nur war Lev sehr talentiert darin alles harmloser klingen zu lassen als es war. Diese Fähigkeit würde ihm allerdings dabei helfen, dass die arme Anisa nicht komplett durchdrehte vor Sorge um ihren Liebsten. Gott Kill, wo bist du nur schon wieder hinein geraten?

      Killian währenddessen versuchte irgendwie sein Essen hinter zu bekommen. Glücklicherweise war er nicht sonderlich wählerisch und hatte schon weit aus Schlimmeres in seinem Leben zu sich genommen. Allerdings wurde er von John verwöhnt und inzwischen konnte er ziemlich gut unterscheiden ob etwas schmeckte oder einfach nur dazu diente, damit er nicht elend verhungerte. Dieses Zeug jedenfalls zählte eindeutig zu letzterer Kategorie. Die Leute hier sprachen sich nur mit Nachnamen an, aber irgendwie hatte ihn hier keiner jemals beim Namen angesprochen. Wussten sie überhaupt mit wem sie es hier zu tun hatte? Er war talentierter als diese Vögel hier, kälter und verdammt was glaubten sie eigentlich wie sie mit ihm umgingen? Ja er war ein Kind und im Vergleich zu ihnen ein halbes Hemd, aber mussten sie ihn so offensichtlich als Sextoy abstempeln? Okay es war nichts was Kill nicht gewohnt war, aber die Leute versuchten meistens ihn heimlich zu vergewaltigen und sprachen es nicht direkt aus, so wie dieser Haufen hier. Wie er mit dieser Offenheit umgehen sollte, war ihm noch fraglich, aber vorerst hatte er sich entschieden einfach keine unnötigen Worte zu verlieren. Eigentlich hatte er seit er hier war mit niemanden auch nur ein Wort gewechselt, lediglich einen kalten Blick aufgesetzt und hoffte, dass ihm bald etwas einfiel damit er hier verschwand. Alles worauf er hoffen konnte war, dass John davon Wind bekam. Killian konnte nicht weiter in Gedanken versinken, da ihn einer der schmierigen Typen direkt am Kinn gepackt hat und zwang ihn anzusehen. Killian war darauf trainiert aus allem eine Waffe zu machen, John und seine Männer hatten ihn in sämtlichen Lagen ausgebildet und so war es nicht verwunderlich das der Dunkelhaarige instinktiv die Gabel in seiner Hand drehte und dem Typen blitzschnell an die Kehle hielt. Seine Augen kalt wie Eis. "Wenn ich mit der Gabel eine bestimmte Stelle deiner Schlagader treffe, wirst du hier verbluten und elend krepieren. Fass mich noch einmal an und ich mache meine Drohung war, elender fucking Bastard."
      Seine ersten Worte waren bereits eine Morddrohung, na wunderbar. Wenigstens hatte der Typ ihn panisch los gelassen, während die Polizisten bereits auf ihn zu rannten. "Darkbloom, Gabel fallen lassen!"
      Da man ihn hier das erste Mal beim Namen nannte, reagierten einige ziemlich geschockt, andere allerdings grinsten viele auch noch perverser als ohnehin schon. Sein Name war nicht unbekannt. Für viele war er gefährlich, für andere ein Grund Spaß zu haben.

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    • Killian und Jaden benötigten Hilfe? Wie oft hatte sie sich in den letzten Stunden selbst erklären wollen, das alles schnell wieder vorbei sein würde und Killian in den nächsten Tagen wieder an ihrer Seite wäre. Anisa hatte angst, schreckliche angst! Was tat Isabella dort nur mit dem Mann, in den sie sich verliebt hatte? Ihr letztes Telefonat hatten sie geführt, nachdem er in Rom gelandet war, seitdem hatte sie aber nichts mehr von Killian gehört. Sie wollte seine Stimme hören, sich vergewissern, das ihm nichts fehlte und das auch seine Schmerzen bezüglich seiner Brust schwindeten. Aber nun von Lev zu hören, das Isabella ihnen Steine in den Weg legte und sie mit ihrem Vater reden sollte... "Ich ruf ihn sofort an.", sagte sie und zückte wieder ihr Handy und wählte die Nummer ihres Vaters. Mit knappen Worten erklärte sie ihm, das sie sich sofort in den Wagen setzte und gemeinsam mit Lev in die Villa fahren würde. Egal wofür Killian ihre Hilfe benötigte, sie würde keine Sekunde zögern. Nach wenigen Minuten beendete Anisa das Gespräch mit ihrem Vater und machte sich mit Lev unverzüglich auf den Weg zur Villa. Die Sorgen in Anisa wuchsen allerdings. Isabella war unberechenbar und würde vermutlich alles dafür tun, Killian wieder an ihrer Seite zu wissen. Ob sie auch Anisa beobachtete? Ob sie wusste, das Killian ihr bereits folgte und Lev bei ihr war, um sie vor allem Unheil zu schützen? Im Auto begann wieder das Zittern ihrer Hände, das sie in letzter Zeit wieder in den Griff bekommen hatte. Dort war wieder diese Angst, die Anisa verspürt hatte, als alles begonnen hatte. Würde all das denn jemals ein Ende finden? Würde Killian jemals zu dem Entschluss kommen, John den Rücken zu kehren? War dies überhaupt möglich?

      Der Zellengenosse blieb noch immer stumm, beobachtete den Dunkelhaarigen weiterhin und führte eine Gabel, mit dieser eigenartig aussehenden Brühe, nach der anderen zu seinem Mund. Der Kerl, der es gewagt hatte, sich dem Neuling zu nähern, wurde nach wenigen Sekunden bewusst, das es ein Fehler gewesen war, Killian so anzufassen. Es mag sein, das dieser Junge deutlich jünger war, als der ganze Haufen hier, aber das hieß bei weitem nicht, das er ungefährlich war. Niemand wurde einfach so hier eingewiesen. Kaum merklich wanderte Samiels Mundwinkel nach oben, als sich die Polizisten eingeschaltet hatten und nach dem Namen des Neuen riefen. Scheinbar war nicht vielen bewusst gewesen, um wen es sich bei diesem attraktiven jungen Mann handelte. "Das war's für dich mit der Pause!", rief einer der Polizisten, die nicht so geduldig schienen wie seine Kollegen und packte nach den Handgelenken des Mannes und drehte seine Arme so, das sie hinter seinem Rücken kreutzten. "Du gehst sofort zum Doc.", meinte der Polizist und zerrte Killian unsanft aus der Kantine und führte ihn zum vorgesehenen Arzt.
    • Glücklicherweise schlug John Astolfo seiner Tochter keinen Wunsch aus und gewährte seinem unliebsamen Gast Lev eine Audienz. Natürlich konnte sich der Russe deutlich besser Gesprächspartner vorstellen, leider war John nun mal einer der mächtigsten Männer von Italien und kaum jemand hatte so viel Einfluss wie er. Lev musste also seinen Groll gegen seinen verhassten Gastgeber hinunter schlucken, seinem besten Freund zu Liebe. Ob es nun gut oder schlecht war, dass Kill so einen guten Stand bei dem Oberhaupt der Mafia besaß wusste Lev nicht, aber in diesem Fall würde seine Besessenheit gegenüber Killian wohl die Rettung für den Dunkelhaarigen sein. Garantiert wollte John nicht das sein bester Auftragskiller im Gefängnis zu Grunde ging. Lev konnte sich gut daran erinnern, wie aggressiv John reagiert hatte, als es zum ersten Mal passiert war als sich sein Bodyguard an Kill vergriffen hatte. Einer der wenigen guten Dinge die Lev für John übrig hatte, war das er hart durch griff und offenbar tatsächlich nicht zu ließ, dass jemand einfach mal so Spaß mit seinem Liebling hatte. Der Schwarzhaarige hoffte inständig auch dieses Mal auf eine solche Reaktion seitens des Mafiaoberhauptes. Sie waren ziemlich schnell von einem der schwarzen Wagen abgeholt worden, welches sie sicher zur Villa bringen sollte. Als Lev mit Anisa auf der Rückbank Platz nahm, bemerkte er das Zittern ihrer Hände und nahm sanft ihre Hand in seine. Vielleicht auch um sich selbst zu beruhigen, er konnte ihren Zustand nachvollziehen. "Es wird alles gut. Das ist Killchen über den wir uns hier Gedanken machen. Er schafft das schon.", versuchte er sowohl Anisa als auch sich Mut zu machen. Was wohl Jaden unternahm?

      Offenbar hatte man tatsächlich vergessen, dass das Prinzesschen Killian hier nicht umsonst war. Sein vermeintlicher Verehrer hatte so panisch sein Kinn wieder los gelassen, als hätte er sich an einer heißen Herdplatte verbrannt. Eine gewisse Genugtuung machte sich ihn dem attraktiven Auftragsmörder breit. Gerade als er damit fort fahren wollte sein nicht definierbares Essen weiter hinunter zu würgen, hatte man ihn schon aus der Kantine gebracht. Alles andere als sanft nur um das mal anzumerken. Killian wehrte sich nicht gegen den Griff des Polizisten, auch wenn alles in ihm danach schrie den Kerl zu vermöbeln. Die Gabel allerdings hatte er unauffällig im Bund seiner Hose verschwinden lassen. Man konnte hier alles zu einer Waffe werden lassen und Kill war nicht so dumm, seine Waffen aus der Hand zu geben. Alles in Killian schrie danach dem Polizisten einen patzigen Kommentar an den Kopf zu werfen, aber er beherrschte sich. Stress mit Polizisten bedeutete einen noch unangenehmeren Aufenthalt hier und darauf konnte er echt verzichten. Der Arzt welcher Killian vorgestellt wurde, war ein Mann mittleren Alters mit drei Tage Bart, verschlafenem Gesicht und einem weißen Kittel. Sein Blick war alles andere als begeistert, offenbar hatte man gerade seine Mittagspause gestört, was die leere Instandnudelpackung erklärte. "Ihr Kerle kennt auch keine Öffnungszeiten.", hatte er sie trocken begrüßt, während er sich eine Zigarette ansteckte. Gott, hatte er Lust auf eine Kippe ...


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Wie würden die nächsten Tage ablaufen? Würde Killian bald wieder in Venedig sein oder würde sein Aufenthalt noch verlängert werden müssen? Isabella war eine Verrückte, die nicht wusste, wann sie verloren hatte. Anisa hatte sich mit einer Therapeutin zusammen gesetzt, so wie sie es auch Killian schon im Krankenhaus erzählt hatte. Im Krankenhaus war sie so verloren, wusste selbst nicht, was sie nun mit ihrem Leben anfangen sollte und hatte das Gefühl, alles war nur ihre Schuld. Irgendwann hatte sie es nicht mehr ausgehalten und hatte sich innerlich bereits von Killian verabschiedet und war auf das Dach des Krankenhauses geflüchtet. Sie war bereit dazu gewesen, sich hinunter zu stürzen, aber Killian war es, der sie davon abgehalten hatte. Er sollte nicht sterben, nicht wegen ihren Dummheiten. Und nun begann sie wieder, die Fehler bei sich zu suchen, denn Isabella wäre niemals so außer Kontrolle geraten, wäre sie nicht aufgetaucht. Dieser Frau traute sie sogar zu, das sie bereits ganz genau wusste, wie tief die Gefühle ihres Angebeteten bereits gingen. Und das diese Gefühle nicht für sie bestimmt waren, sondern für Anisa, machte sie nur noch gefährlicher. Diese Frau machte vor nichts Halt. Erst als sie plötzlich spürte, wie eine große Hand sich um ihre zitternde legte, wurde sie wieder in die Realität zurück geworfen und sah zu Lev, der versuchte sie zu beruhigen. Ihre zierliche Hand drückte sanft die des Russen und ihr Blick wanderte wieder aus dem getönten Fenster.
      Die Fahrt hatte sich wie eine Ewigkeit angefühlt und Anisa konnte nicht sagen, wie lange sie nun gefahren sind, denn ihre Gedanken wanderten immer wieder zu Killian. Die besorgte Rothaarige hoffte inständig, das es ihm gut ging.
      Der schwarze Wagen hielt vor dem Eingang der Villa, um den jungen Russen und die Tochter seines Bosses aussteigen zu lassen und fuhr dann zu den Parkplätzen, nachdem er Anisa die Tür geöffnet hatte. Die Rothaarige blickte zu Lev, um irgendetwas an ihm zu erkennen, das verdächtig sein könnte. Aber diesen Mann konnte man einfach nicht lesen. Erleichternd, das sie Matteo nicht begegnet war, der nicht aufhören konnte, sie zuzuquasseln und mit Komplimenten um sich warf, war sie als erstes zu ihrem Vater in das riesige Büro getreten. Nach langen zehn Minuten verließ sie allerdings den Raum, denn John wollte mit dem Russen alleine reden. Über seinen Besuch war auch John nicht sonderlich erfreut.

      In der Zwischenzeit hatte man Killian zum besagten Arzt gebracht, der weniger begeistert von ihrem Besuch war. Aber wem konnte man es schon verdenken, der mit Häftlingen arbeiten mussten. Viele konnten sich Besseres vorstellen, als mit gefährlichen und lebensmüden Insassen zu arbeiten. Aber jeder suchte sich seine Arbeit selbst aus, nicht Wahr? Während der Arzt sich mehr als nur Zeit ließ, den Raum zu betreten, in dem er Killian untersuchen sollte. Der Mann ließ sich seine Pause eben nicht nehmen und stieß erst zu Killian, der von zwei Polizisten bewacht wurde, als er seine Zigarette gemütlich aufgeraucht hatte. "Dann beginnen wir mit der Untersuchung.".
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