[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

    • Killian war kein folgsamer Mensch im Gegenteil. Er hatte ein gewaltige Autoritätsproblem, selbst bei seinem Gönner John Astolfo konnte er sich seine freche Klappe nicht verkneifen. Er nannte ihn ´Alter Mann´oder sonstiges, etwas das sein Chef glücklicherweise mit Humor nahm. Im Gegensatz zu den anderen Familienmitgliedern. Ihm fiel es also auch nicht leicht hier im Krankenhaus den braven Patienten zu spielen, geschweige den ruhig liegen zu bleiben. Mal ehrlich, er war nie wirklich erzogen worden woher sollte er also Höflichkeit kennen? Er war nur höflich, wenn es für seine Arbeit förderlich war und das reichte zu mindestens dem Oberhaupt der Astolfos vollkommen aus. So zumindest seine Worte. John meinte einmal, dass Killian so interessant war, weil er nicht zu zähmen war. Isabella meinte, dass Anisa ihn zahm machte und das das ein Umstand war, denn sie nicht akzeptieren konnte. Die Leute konnten sich offenbar alle nicht entscheiden was sie wollten. Wie sollte es Killian daher wissen? Da der Arzt für seine Genesung verantwortlich war und Killian zugegeben ziemlichen Respekt vor Ärzten hatte, befolgte er seine Anweisungen. Er entkleidete seinen Oberkörper, legte sich gerade auf die Liege und lies die Prozedur über sich ergehen. Als er sich wieder anziehen durfte hatte er den Doktor gefragt, ob er derjenige war, der ihn gerettet hatte. Auf seine Antwort hin schmunzelte er leicht. "Ich weiß. Ich wünschte sie würden es nicht tun.", daraufhin hatte er den Raum verlassen und war zu seinem Zimmer zurückgekehrt, an welchem Anisa immer noch saß. "Du gibst einen ziemlich niedlichen Wachhund so vor meinem Zimmer ab.", murmelte Kill mit einem sanften Lächeln. Dieses Ignorieren war doch albern. Natürlich wollte er das Anisa ihn mied, aber wenn er konnte sich nicht überwinden nicht mit ihr zu sprechen, schon gar nicht wenn sie so vor seinem Zimmer saß.


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    • Zufrieden hatte Dr. White seine Röntgenbilder abgeschlossen und Killian noch darauf hingewiesen, den Anweisungen der Krankenschwestern zu verfolgen. Wenn Killian aus diesem Krankenhaus wollte, dann würde er nur hier rauskommen, wenn er sich schonte. Der Arzt nutzte Lev und Anisa als Mittel, um Killian zu Verstand zu bringen. Meistens half es bei solch Patienten und Killian war ebenfalls ein Fall, der Krankenhäuser sonst mied. Zumindest hatte er sich von Killian verabschiedet und widmete sich nun den Röntgenbildern.
      Anisa hatte sie ganze Zeit über vor dem Zimmer gesessen und sich nicht von der Stelle bewegt. Für sie hatte es sich wie Stunden angefühlt, als Killian nur zum Röntgen gegangen war. Wer wusste schon, ob er nicht doch einfach zum Ausgang raus spazierte. Dem Dunkelhaarigen konnte man so einiges zutrauen und wenn er die Möglichkeit hatte, dann würde er vermutlich auch die Chance nutzen, einfach von hier zu verschwinden. Die ganze Zeit hatte sie auf den Boden gestarrt und ihre langen Strähnen um ihren Finger gewickelt. Irgendwann kam sogar Killian endlich wieder zurück und zu Anisas Verwunderung wandte er seine Worte an sie. Etwas überrascht blickte sie zu ihm hinauf und musterte ihn einige Sekunden, bis sie selbst zu einer Antwort fand. Niedlichen Wachhund? Das hätte er sich sparen können. "Den besten, den man sich vorstellen kann.", versuchte es Anisa aber amüsiert, auch wenn sie sich dafür anstrengen musste. Durch ihr dämliches Geständnis hatte sie so vieles zwischen ihnen zerstört. Den Mund hätte sie einfach halten sollen... "Wie geht es dir?", fragte sie dann besorgt und erhob sich vom Stuhl. Wie oft hatte sie sich nun eingeredet, ihre Besorgnis einzudämmen und ihm kalt gegenüber aufzutreten? Irgendwie klappte das nicht ganz so gut...
    • Am liebsten wäre Killian ja einfach gegangen. All das ganze Drama um ihn kotzte ihn an. Er wollte nicht die Zeit haben über sich nachzudenken und das tat er hier leider Gottes viel zu sehr. Hier war er gezwungen sich mit sich selbst auseinander zu setzen und das war ein Umstand, den er gerne vermeiden wollte. Allerdings wollte er sich noch die eine Nacht Ruhe gönnen, bevor er verschwand. Vielleicht half ihm John dabei, falls nicht würde er sich selbst darum kümmern. Er hatte seine Waffe wieder und er konnte sich mehr oder weniger verteidigen. Er musste sich ja nicht direkt in einen Kampf stürzen, aber Undercover - Missionen gehörten immerhin auch zu seinen Aufgaben. Als er zu seinem Zimmer zurück gekehrt war, hatte er dort Anisa erneut angetroffen. Es wäre Kill lieber gewesen, sie würde endlich damit aufhören und nach Hause gehen. Allerdings war das hier immer noch die Tochter seines Chefs und wenn sie etwas gemeinsam hatten, dann war es dieser typische Astolfo-Wille. Wenn diese Familie etwas wollte, dann holten sie es sich auch. Anisa hatte zwar sein Kommentar mit Humor versucht zu nehmen, aber innerlich musste sie ihn garantiert verfluchen. "Es geht mir gut. Wohin ist dieser Golden Retriever verschwunden?", hakte Killian nach, auch wenn es ihn ehrlich gesagt nicht sonderlich interessierte. Es musste erst noch beim ihm ankommen, dass es sich bei dem Blonden um seinen Bruder handelte, denn so ganz hatte er das nicht geschluckt. In seinen Augen könnte all das immer noch eine Falle sein.


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    • In ihr spannte sich alles an. Anisa hatte sogar das Gefühl, das ihr Herz für einen Moment aussetzte, als sie die Stimme von Killian hörte. Wäre er nur weitergegangen und hätte sie ignoriert, dann hätte sie ihn nicht wieder verfluchen müssen. Aber nicht nur ihn, sondern auch sich selbst verfluchte sie, denn sie konnte es einfach nicht lassen und musste sich nach ihm erkundigen. Killian hatte sich selbst angeschossen und verdammt wäre die Kugel nur wenige Zentimeter weiter nach links gelandet, dann hätte sie direkt sein Herz getroffen. Diesen Gedanken konnte Anisa noch immer nicht ganz verkraften und brauchte ihre letzte Kraft, wenn sie endlich in ihrem Bett lag. Anisa fand die Schuld noch immer bei sich. Erst ignorierte Anisa die Bemerkung über Jaden, allerdings zeigte es ihr, das es Killian wirklich schon etwas besser gehen musste. Wieso er aber noch immer den großen, unzerstörbaren Auftragskiller der Astolfo zeigen musste, war für Anisa ein Dorn im Auge. Konnte er nicht einfach mal zugeben, das er wirkliche Schmerzen hatte? Bald würde man ihm keine Schmerzmittel mehr verabreichen, dann müsste spürte er jede einzelne Bewegung noch intensiver, als ohnehin schon. "Du meinst Jaden?", sagte sie dann und blickte zu ihm hinauf. In diese goldenen Augen, die sie nach all den Jahren noch immer so faszinierten und selbst jetzt, wenn sie ihn eigentlich hassen wollte. Seufzend wandte sie ihren Blick ab, sie wollte jetzt nicht an seine schönen Augen denken, sich nicht darin verlieren. "Er ist nachhause gegangen, was denn sonst?", gab sie ihm dann genervt als Antwort und näherte sich ihm, um ihm die Hand auf den Rücken zu legen und in Richtung Zimmer zu drücken. "Du solltest dich wieder hinlegen, Killian. Dein Körper benötigt Ruhe.".
    • "Wenn sonst?", antwortete Killian knapp, nachdem Anisa ihn gefragt hatte ob er Jaden meinte. Nun gut,es war eher eine rhetorische Frage aber was soll´s. Ihre genervte und patzige Antwort war albern, aber da Killian genauso kindisch sein konnte, nahm er ihr das nicht übel. Er hatte sie mit Absicht verletzt und Anisa würde nie erfahren warum, da hatte sie also ein gutes Recht sich ihm gegenüber so zu verhalten. Kill würde sie damit beschützen, es war besser so. Lieber fielen sie auf die alte Schiene zurück, in der sie sich nicht leiden konnten bevor er sie ins Verderben stürzte. Er würde nicht noch einmal einen geliebten Menschen sterben lassen, nie wieder. Bezüglich ihrer Antwort sagte er nichts, rollte lediglich mit seinen schönen Augen und lies sich zurück in das Zimmer schieben. "Jaja.", seufzte er und legte sich zurück in weiße Krankenhausbett. Er mochte die Atmosphäre hier nicht. All dieses Weiß, die Kälte und Neutralität machte ihn krank. Er wollte hier raus und das so schnell wie möglich. Dennoch sah er ein, dass er wenigstens heute nachgeben musste. Er war zugegeben müde und darum kuschelte er sich fast schon artig zurück in sein Zimmer. Seine Augen wanderten zu Anisa, die bei ihm im Zimmer stand. Um ehrlich zu sein wusste er beim besten Willen nicht, was er ihr sagen sollte und ob er etwas sagen sollte. Bei aller Liebe, sie versuchte ihn zu hassen, das sah man ihr an und es gelang ihr im Moment noch nicht. Vielleicht würde sie es irgendwann hinbekommen, wer weiß. Allerdings konnte sie niemanden Gefühle aufzwingen, würde sie bei jedem ihrer Geständnisse etwa so reagieren? Die armen Kerle ...
      Ein wenig unfair war es ja schon, man konnte immerhin niemanden zwingen jemanden zu lieben. Allerdings war Killian im Moment froh, dass sie so reagierte. Er liebte sie ... und genau weil er dies tat, wollte er sie beschützen vor allem vor sich selbst.


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    • Anisa reagierte nicht weiter darauf. Sie antwortete ihm ehrlich, das Jaden nachhause gegangen war. Das er ihr immer wieder SMS schickte, verriet sie allerdings nicht. Sie log nicht, sie behielt lediglich einen kleinen Teil für sich, immerhin hatte er auch nicht danach gefragt. Lieber schob sie den Dunkelhaarigen zurück in das Zimmer, in dem er seinen gesamten Aufenthalt noch verbringen würde. "Nichts Jaja.", antwortete sie schnippisch. Killian sollte seinem Körper einfach nur die Ruhe gönnen, die er brauchte. Viel zu früh war er aufgestanden und hörte nicht darauf, was ihnen die Krankenschwestern sagten. Wieso funktionierte es denn besser, wenn sie ihm Anweisungen gab? Gott, dieses Blondchen ist wirklich nicht für diesen Job gemacht, wenn sie sich nur an die Fersen der schnuckligen Typen hängte und nichts weiter machte, als ihnen nachzusabbern. Sie sollte helfen und nicht gaffen! Für diese ganzen Eifersüchtigen Gedanken könnte Anisa sich selbst Ohrfeigen. Aber es lag nicht nur daran, das dieses Mädchen ihn so ansah, sondern auch daran, das Anisa es wirklich nicht leiden konnte, wenn jemand seinen Job nicht erledigte. Sie hätte ihm nachlaufen sollen und ihm zum Röntgenraum begleiten sollen und zwar in diesem verdammten Rollstuhl! Sie spürte seine Blicke auf ihr. Es fiel ihr wirklich nicht leicht, in seiner Nähe zu sein. Und dann diese verdammten Augen... Seufzend blickte sie zu ihm und war froh, das er ihrer Aufforderung folgte und sich ohne zu murren in das Bett legte. "Bitte.", begann sie dann. "Versuch einfach etwas zu schlafen. Dein Körper braucht wirklich diese Ruhe, sonst wird es eine Ewigkeit dauern, bis deine Wunde endlich geheilt ist. Glaub mir, der Schmerz könnte unerträglich werden, beanspruchst du dich zu früh oder reißt alles wieder auf.". Anisa wollte ihn hassen, auch wenn es ihr deutlich schwer fiel, allerdings wünschte sie ihm nicht den tot.
    • Mit einem schweren Seufzen kam er der Bitte von Anisa nach und legte sich zurück ins Bett. Er hatte zwar keine sonderliche Lust darauf, sah aber ein das Anisa und der Arzt Recht hatten. Er musste sich schonen, sonst würde dieser komplette Genesungsprozess noch ewig dauern und das würde ihm nur noch mehr gegen den Strich gehen. "Jaha~." murmelte er kindlich und kuschelte sich zurück in das weiche Kissen. "Ich liege doch schon." flüsterte er leise und betrachtete Anisa, welche an seiner Seite war. Killian fragte sich wirklich wie das weiter gehen sollte. Es war ein wahrer Eiertanz, den sie beide da aufführten. Kill gehörte auch nicht zu den geduldigsten Menschen. Eigentlich war er geduldig wie eine Zeitbombe, darum war es nur sprichwörtlich eine Frage der Zeit bis ihm das Ganze so auf die Eier gehen würde, dass er austickte. Es nervte ihn, all das nervte ihn. Natürlich wäre er gerne an Anisas Seite, aber das ging nicht. Dann tauchte auch noch irgendein ominöser Bruder auf und John Astolfo hatte ihm offenbar gerade erst verziehen das Anisa entführt worden war, weil er mal eben am Rande des Todes stand. Ey, er brauchte tatsächlich mal eine Pause von allem und jedem. Hatte Killian eigentlich jemals Urlaub seit er bei den Astolfos war? Er konnte sich nicht daran erinnern...
      Es gab so viele Orte, welche er sehen wollte. Nach Russland wollte er beispielsweise mit Lev auch irgendwann und sich dessen Heimat ansehen. Und vielleicht irgendwann zurück nach Amerika ...


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    • Wie lange sollte das noch zwischen ihnen so gehen? Wie lange hielt es Anisa noch aus? Es war gerade Mal ein verdammter Tag vergangen und Anisa fühlte sich bereits so elend, das sie am liebsten alles wegschmeißen würde. Verdammt nochmal, es war doch ihre Schuld, das Killian hier in diesem Bett lag. Einen Moment sah sie einfach nur in seine goldenen Augen und verfluchte sich dafür, das sie nicht einfach den Mund gehalten hatte. Verdammt nochmal, dann wäre noch immer alles normal zwischen ihnen! Und wäre sie nicht hier... Dann läge auch Killian nicht in diesem Bett und Isabella hätte ihn niemals dazu gedrängt zu wählen. Mario wäre noch hier und könnte stolz seinem Jungen zusehen, wie er seine ersten Schultage meisterte. Seine Frau müsste nicht trauern und auch all die anderen Männer, die ihr Leben für ihren Schutz gaben. Für einen einzigen Menschen, dessen Leben so unglaublich wertlos war. Sie hatte die ganzen Leben nicht verdient, die für ihres bezahlten. Sie brachte all die Menschen in Gefahr, die sich in ihrer Nähe befanden. Alle, die ihren Schutz wollten. Und irgendwann müsste Killian tatsächlich mit seinem Leben zahlen. Das war kein schöner Gedanke, es zerbrach ihr das Herz und das könnte sie sich niemals vertrauen. Mit einem bitteren Lächeln wünschte sie Killian eine gute Nacht und verschwand aus dem Zimmer. Sie sollte das beenden, was Tot und Trauer schaffte. Die Tränen, die sie noch bis vor wenigen Sekunden zurückhalten konnte, flossen nun über ihre Wangen, als sie die Tür hinter sich geschlossen hatte. Sie musste von hier verschwinden, bevor Killian noch mehr passieren konnte. Und Lev? Er befand sich ebenfalls in Gefahr, wenn er für ihre Sicherheit sorgen wollte. Jeder der an ihrer Seite war, musste irgendwann mit seinem Leben bezahlen. Anisa konnte sich noch immer daran erinnern, wie alles angefangen hatte. Wie Mario gegen ihre Tür hämmerte und die ersten Schüsse folgten. Ängstlich hatte sie sich hinter ihrem Sofa versteckt, während Killian hinaus gespäht hatte um die Lage zu überprüfen. Irgendwie hatten sie tatsächlich hinaus gefunden, nachdem sich Anisa panisch daran erinnert hatte, wie sie aus diesem Gebäude fliehen konnten. Wäre ihr das früher eingefallen, dann hätten sie auch schon aus ihrem eigenen Apartment fliehen können... Sie hatte Killian in Gefahr gebracht. Und sogar in die Villa, in die sie flüchteten, sind Männer eingedrungen! Und warum? Nur weil sie das Fenster offen gelassen hatte. Zielstrebig folgte Anisa den Fluren, die sie durch ihre Tränen nur verschwommen sah. Sie hatte das Fenster offen gelassen und dadurch wurde sie gefasst. Sie wurde hinaus gezerrt, ins Gesicht geschlagen und Killian hatte einen Streifschuss von ihrer dämlichen Aktion davongetragen. Und dann der Abend, als sie auf dieser Party waren. Sie wurde entführt und Killian war erneut der Gefahr ausgesetzt. Anisa wusste, das es seine Arbeit war, das er sich der Gefahr auch ohne sie aussetzte, aber sie wollte nicht daran Schuld sein, das er starb. Er sollte nicht wegen ihr sterben und verdammt nochmal auch nicht wegen dieser beschissenen Arbeit! Anisa wusste nicht mehr, wie sie den Weg gefunden hatte, aber ihre Füße folgten den Fluren wie von selbst. Stiegen die Treppen hinauf und dann spürte sie den kühlen Wind, der mit ihrem langen, feuerrotem Haar spielte. Sie war auf das Dach des Krankenhauses gelangt. Es hatte doch ohnehin keinen Zweck mehr, an diesem beschissenen Leben zu hängen. Der Mann, den sie in ihr Herz gelassen hatte, erwiderte ihre Gefühle nicht und seine Nähe konnte sie nicht weiter ertragen. Anisa dachte, würde sie diese Therapie anfangen, würde es sie wieder voran bringen, das tat es aber nicht. Schon bei der ersten Sitzung hatte sie bemerkt, das sie nichts heilen konnte. Es würde sie immer verfolgen. Sie hatte das Gefühl, immer weiter in einer Tiefe zu versinken, aus der sie nicht mehr heraus kam. Zu viele Menschen gaben ihr, nur um ein Einziges zu beschützen. Und dieser Mensch war keine hunderte Leben Wert. Von Tag zu Tag spürte sie den Druck, der auf ihren Schultern lag. An ihr klebte das ganze Blut. Sie hatte all diese Menschen getötet. Sie mussten mit ihrem Leben zahlen, nur damit sie leben konnte. Das sollte nun ein Ende haben. Zitternd rieb sie sich die Tränen aus den Augen und trat nah an die Kante des Gebäudes, um einen Blick nach unten zu spähen. Sie konnte all das beenden und das würde sie.

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    • Es war ein merkwürdiger Abend. Anisa hatte ihm zwar Gesellschaft geleistet, aber es hatte sich nicht richtig angefühlt. Ungeachtet dessen, dass es zwischen Ihnen im Moment ohnehin merkwürdig war. Das Geständnis seitens der Rothaarigen lag immer noch wie ein Richterschwert über ihren Häuptern und wartete nur darauf auf sie beide hinunter zu fallen. Wenn Killian ehrlich war, wünschte er sich einfach nur die Zeit zurückdrehen zu können ...
      Er hätte niemals mit ihr schlafen dürfen, vielleicht war das der ausschlaggebende Punkt? Weil er wie eine männliche Hure einfach mit ihr ins Bett gestiegen war. Der Dunkelhaarige wusste nicht ab wann zwischen Ihnen beiden es so intim geworden war. Klar gegen Flirtereien war nichts einzuwenden, aber diese Tiefe hätte es niemals annehmen dürfen! Was hatte er sich dabei gedacht? Er hatte Anisa noch mehr in Gefahr gebracht, als sie ohnehin schon war. Er hatte sie in ihr Leben gelassen und das schlimmste an allem war, dass er ebenfalls begonnen hatte sich ihr zu nähern. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Er hatte es zugelassen, dass er ebenfalls etwas für sie empfand, auch wenn er es nicht nach außen trug. Wie lange würde es dauern, bis sie all das vergessen konnten? Was musste er tun, damit die Rothaarige wieder Lachen konnte? Mit einem schweren Seufzen hatte er Anisa nachgesehen, als diese das Zimmer verlassen hatte. Was war das für ein merkwürdiges Lächeln zum Schluss? Killian hatte kein gutes Gefühl mit diesem Abend. Irgendetwas stimmte nicht und seine Intuition lag selten daneben.
      Grummelnd drehte er sich auf die andere Seite des Bettes und starrte aus dem Krankenzimmerfenster. Der Mond und die Sterne hatten sich ihren Weg zum Himmelszelt gebahnt und wäre es nicht so eine drückende Stimmung, wäre das ein wunderschöner Anblick gewesen. Killian hatte die Nacht schon immer geliebt, genauso wie die Sterne und den Mond am Firmament. Vielleicht sollte er schlafen...
      Morgen früh würde er von hier verschwinden. Er würde John beauftragen für Anisa einen anderen Bodyguard zu finden, während der Zeit in welcher er sich nach Rom begeben würde um Isabella zu jagen. Noch ein Umstand bei dem er versagt hatte. Irgendwo lief eine irre Psychopathin herum, welche nach dem Leben von Anisa trachtete, als wäre dieses nicht schon kompliziert genug. Kill zwang sich dazu die Augen zu schließen, aber ganz gleich wie sehr er sich auch dazu bringen wollte Schlaf zu finden, er konnte es nicht.
      "Verdammte Scheiße.", fluchte er immer wieder als er die Augen auf riss, nur um wieder an die dunkle Decke zu starren. Und warum zur Hölle ging ihm dieses blöde Lächeln von Anisa nicht mehr aus dem Kopf? Es sah nicht nur traurig aus, es hatte so etwas ... endgültiges.
      Schnell schüttelte er den Kopf. Unsinn so dumm ist sie nicht ... nicht wegen ihm. Erneut versuchte Killian sich auf die andere Seite zu drehen, aber ganz gleich was er auch versuchte, er fand einfach nicht die nötige Ruhe um sich wenigstens auch nur ansatzweise entspannen zu können.
      Es half alles nichts. Grummelnd war er wieder in diese peinlichen Hausschuhe gestiegen, die allerdings unfassbar bequem waren und seine kalten Füße warm hielten, ehe er sich aus dem Bett hievte. Langsam ließen die Schmerzmittel nach und zugegeben tat ihm die Verletzung inzwischen tatsächlich weh. Vielleicht sollte er einen Spaziergang durchs Krankenhaus machen und eine Nachtschwester aufsuchen, die ihm neue Medikamente verabreichen würde. Sicherlich half das auch beim Schlafen. Er hatte ohnehin ein Stein im Brett bei den Krankenschwestern und Pflegern, abgesehen von der gruseligen Alte von der Killian hoffte keine Nachtschicht im Augenblick zu haben. Bei seinem Glück würde aber genau sie dort sitzen und ihn finster anstarren - große Klasse.
      So schleppte sich Killian also durch den kargen Krankenhausgang, welcher ein klischeehaft flackerndes Licht an der Decke besaß. "Wie in einem fucking Horrorfilm.", brummte Killian seufzend, ehe er an einer Tür vorbei lief, die wohl eigentlich geschlossen sein sollte. Seit wann durfte man den auf das Dach des Krankenhauses? Perplex blickte er sich um, während die schwere Tür auf welcher ´Kein Durchgang´stand offen stand und sich niemand die Mühe machte diese zu schließen.
      Der innere Regelbrecher in Killian klatschte förmlich vor Freude in die Hände, dass er sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen konnte. Also schlich er sich auf das Krankenhausdach hinauf, nur um einen Anblick zu erleben, welchen er sein Leben lang nicht vergessen würde ...

      "Anisa..."


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    • Dieses Leben verdiente sie nicht. Es war kein Tag vergangen, an dem Anisa nicht daran denken musste, wer alles nur wegen ihr gestorben war. Es mag sein, das diese Menschen, die ihr Leben gelassen hatten, wussten, auf was sie sich einließen und das sie sterben konnten, aber das hieß nicht, das sie sich damit anfreunden konnte. Ein Leben gegen hundert andere! Das war es nicht Wert. Anisas Leben war all das nicht wert. Würde sie entführt werden, würde man nur weiter nach ihr suchen, in der Hoffnung, sie wäre nicht schon ermordet. Sie würde als Druckmittel eingesetzt werden und das morden würde weitergehen. Nur sie konnte es beenden, sie allein. Der kühle Wind spielte mit ihren langen Haaren und ließen ihre langen Strähnen wie seidenes Feuer im Wind wehen. Ihre zarte Haut fühlte sich so kalt an und spürte jede Träne über ihre Wange kullern. Es musste beendet werden, sonst würde es niemals aufhören. Die Tränen verschleierten ihre Sicht, weshalb sie diese aus ihrem Gesicht wischte und sich vorsichtig herantastete um hinunter zuspähen. Solch einen Sturz könnte niemand überleben. Kaum hatte sie über die Kante hinunter gesehen, stolperte sie einige Schritte wieder zurück. Anisa hasste sich. Sie hasste ihr Leben und was es mit ihren tapferen Beschützern anrichtete. Was es mit Killian anrichtete und was es mit ihrem Kopf anstellte. Mit jedem weiteren Tag dachte Anisa, verrückter zu werden. Es fraß sie auf und diese höllischen Kopfschmerzen hörten nicht mehr auf. Sie wollte nicht mehr und nun gab es kein zurück mehr...
      Ihr Herz pochte bis zu ihrem Hals, es schmerzte schon, so schnell schlug es, ihr Hände wurden feucht und die Tränen stoppten nicht mehr. Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen und war bereit, das ganze zu beenden. Es musste aufhören. Gerade als sie ihre Atmung beruhigen konnte und die Augen schloss, hörte sie eine vertraute Stimme. Killian. Würde er sie vermissen? Würde er ohne Trauer weiterleben? Ob er überhaupt jemals einen Gedanken an sie verlieren würde? Aber es war nicht nur eine Stimme, die sie sich einbildete, er war tatsächlich hier, auf diesem Dach und sagte ihren Namen. Verdutzt stoppte sie in ihrer Bewegung und wandte sich um. Killian war tatsächlich hier. Ein verzweifeltes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen und die Tränen rollten weiter. Sie hätte es getan, nun hatte sie den Mut dazu. Wäre Killian nicht aufgetaucht, hätte sie es innerhalb weniger Sekunden beendet, aber jetzt... "Was... Was tust du hier?", begann sie mit brüchiger Stimme, "Du solltest doch in deinem Zimmer sein... Bitte.. Geh.". Ihre Hände zitterten und ihre Knie wurden ganz weich. Als sie noch die Zeit dazu hatte, hätte sie springen sollen. Jetzt hoffte sie nur, das Killian ihr einfach den Rücken zukehrte und ging.
    • Dieses Bild würde er sicherlich niemals wieder aus dem Kopf bekommen. Das schöne rothaarige Mädchen, an deren Lachen er sich in seiner Kindheit immer noch erinnern konnte. Wie sehr er dieses Lachen geliebt hatte. Er selbst fand in seiner Zeit der Ausbildung keinen Grund zum Lachen, immer wieder wenn er geglaubt hatte seine Welt könnte nicht mehr in den Wolken hängen folgte irgendein anderes Ereignis das ihm den Boden unter den Füßen weg zog. In all dieser Hässlichkeit der Welt, hatte er ihr Lachen gehört. Es klang so rein, so unschuldig und so ehrlich. Selbst als Kind hatte er es verstanden, dass so etwas nicht selbstverständlich war. Wie oft hatte er sich vor Anisa verstecken müssen, aber immer wieder das Mädchen mit den langen rothaarigen Zöpfen beobachtet und ihr Lachen genossen. In all diesem Tod, Elend und Leid der Mafiawelt, gab es jemanden der von all dem unberührt wurde. Fast wie eine einzelne Blume in mitten eines Kriegsgebietes. Und genau jetzt stand dieses Mädchen an dem Rand des Daches des Krankenhauses in welchem er stationiert war und wollte sich für alles die Schuld geben, wofür sie doch überhaupt nichts konnte. Warum mussten also Menschen verschwinden, die er in sein Leben gelassen hatte? Vielleicht war doch dazu verdonnert allein zu sein ...
      Er wollte sie Anschreien, wollte sie beschimpfen und ihr sagen wie feige sie war. Er wollte ihr sagen, dass er tausend mehr Gründe hatte sich das Leben zu nehmen, aber ihn offenbar nicht einmal eine fucking Kugel erlösen konnte. Doch er tat es nicht. Nicht noch einmal... er würde nicht noch einmal jemanden verlieren, nicht schon wieder. Er hatte nicht die Kraft seine Schwester zu beschützen, aber er würde nicht auch noch bei Anisa versagen. Er durfte sie nicht verlieren ... bitte nicht sie auch noch. Er ignorierte ihre Worte, schritt neben sie an den Rand des Daches und atmete die kalte und klare Nachtluft ein. Der Wind hier oben war stark, spielte mit seinem dunklen Haar, während er den Mond von hier aus betrachten konnte.
      Ahh ~ von hier aus sieht die Welt so friedlich aus, so wunderschön. Ganz gleich wie furchtbar sie auch war, er liebte diese Welt. Er liebte sie so sehr. Denn in dieser Welt konnte man in all dem Elend immer noch ein Licht finden, eine Blume mitten in der Zerstörung.
      Sein Blick wanderte hinunter, hinab in die Tiefe. "Ganz schön hoch ...", murmelte er und drehte sich mit dem Rücken zu der Kante, während er seine Arme ausbreitete. "Also wann springen wir?"


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    • Wieso konnte Killian nicht einfach gehen? Seine Anwesenheit machte es der schönen Rothaarigen nur noch schwerer. All dieses Leid und diese Gewalt konnte sie nicht ertragen. Bis vor kurzem war sie noch in Watte eingepackt und nichts konnte durchdringen. Vielleicht hatten schon öfter Menschen versucht sie zu entführen aber wurden immer wieder rechtzeitig gestoppt, bevor sie es auch nur mitbekommen konnte. Womöglich waren damals schon, ohne ihr Wissen, wegen ihr gestorben? Sie konnte all diese Gedanken nicht mehr ertragen. Eine Stimme in ihrem Kopf rief ihr immer wieder zu, das all diese Menschen nur wegen ihr gestorben waren. Nur weil sie beschützt werden musste. Es gab also keinen besseren Weg, als sich in diese Tiefe zu stürzen und das zu beenden, was mit ihrer Geburt begonnen hat. Anisa hatte all ihren Mut zusammen gekratzt, war bereit, in diese Tiefe zu stürzen aber diese Stimme, diese vertraute Stimme und diese wunderschönen Augen hielten sie davon ab. Wie sollte sie einen Schritt weiter wagen, wenn Killian dort stand und zu ihr blickte? Wie sollte sie es schaffen, dort hinunter zu springen? Sie bettelte und ihre Tränen erstickten immer wieder ihre Worte. Killian sollte einfach nur gehen und vergessen, was er gerade gesehen hatte. Aber er tat es nicht, er reagierte nicht auf ihre Worte, stattdessen trat er an ihrer Seite, während sie ihn verzweifelt beobachtete. Dann blickte er hinunter, so, wie sie es vor einer Minute getan hatte. Tränen rannen noch immer ihre Wangen hinunter und verschleierten ihr die Sicht. Und dann sprach er die Worte aus, die sie in ihrem Leben nicht erwartet hätte. Seine Arme waren ausgebreitet und warteten darauf, bis sie gemeinsam mit ihm hinunter sprang. "Was... Was redest du da.", sagte sie entsetzt. "Killian..", schluchzte sie, trat etwas zurück und griff nach seiner Hand um ihn ebenfalls von der Kante zu locken. "Tu das nicht. Tu mir das nicht an.". Hatte er das auch gewollt, als Isabella sie entführt hatte? Wollte er nicht weiter leben? Anisa wollte ihr Leben beenden, da es viel zu viele mit sich riss. Aber nicht Killian, er sollte weiter leben. Er sollte ein neues Leben mit seinem Bruder beginnen, Lev würde ihn ganz sicher dabei unterstützen. Wenn nun Killian in seinen Tot stürzen würde und das nur wegen ihr, dann könnte sie sich das niemals mehr verzeihen.
    • Das hier war garantiert kein Optimalfall und Killian schämte sich, dass er ausgerechnet mit Anisa dieses Psychospielchen spielte. Allerdings gab es keine andere Möglichkeit. Natürlich könnte er bitten es nicht zu tun, aber sie würde weiterhin mit diesen Gedanken leben, selbst wenn sie für heute aufgeben würde ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die einzige Möglichkeit war es also sein Leben mit dem ihren aufzuwiegen. Sie würde niemals springen, wenn er es ihr gleich tat. Das wusste Killian und das nutzte er auch aus. Er hatte kein Problem damit solche Spielchen mit anderen Leuten zu treiben, aber mit Anisa war das eine andere Sache. Es war ein schmutziger Weg aber der einzige welcher ihm übrig blieb. Blöd wäre es nur, sollte sie dennoch springen. Allerdings würde er auch das tolerieren ...
      Immerhin war es nicht nur Anisa, welche mit solchen Gedanken spielte. Allerdings schätze Kill nach all dem was ihm bereits angetan wurde, sein Leben dennoch. Er war eben durch und durch ein Egoist. So egoistisch, dass er Anisa an seiner Seite wollte. Wann war all das nur so schrecklich kompliziert geworden. Die mondhelle Nacht erleuchtete das Dach, warf sie beide in ein blasses Licht und lies die Situation in eine tiefe Melancholie stürzen. Der junge Auftragskiller fragte sich, warum alles in seinem Leben nur immer so schwierig sein musste. Hätte es einen anderen Weg gegeben als diesen, welchen er gewählt hatte? Wahrscheinlich nicht, immerhin hatte ihm John Astolfo nur zwie Alternativen gestellt. Doch was wäre passiert, hätte er diesen Mann niemals ausgeraubt. Wäre er auf der Straße zu Grunde gegangen? Wäre er als Stricher geendet oder hätte er es vielleicht wirklich geschafft ein normales Leben zu führen? Nein, für ein normales Leben war er nicht geeignet. Anisas Stimme klang so flehend, so bittend und so kraftlos das es selbst einem Mörder wie ihm das Herz brach. Nein, dieses Anblick würde er nie vergessen können. Der Anblick der schönen Frau mit dem langen roten Haar, welche alles um sich herum beenden wollte, während sie trotzdem Tränen des Bedauerns vergoss. "Ich sagte es dir bereits, ich werde dich mit meinem Leben beschützen." ein leichtes Schmunzeln lag auf seinen Lippen. "Glaubst du wirklich, dass du so einfach davon kommst?" Das Lächeln verschwand und mit einem schweren Seufzen hatte er anch ihrer Hand gegriffen und sie an sich gedrückt. "Es ist nicht deine Schuld Anisa."

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    • Wäre sie doch einfach nur gesprungen! Hätte sie früh genug das getan, wofür sie ihren Mut zusammen nehmen musste, dann wäre alles schon lange beendet. Wenn er nur in seinem Bett geblieben wäre, dann hätte er nicht seine Kraft dafür aufbringen müssen, sich mit ihr herumzuärgern. Sie wäre einfach gesprungen und am nächsten Morgen hätte er die Nachricht erhalten, das sie vom Krankenhausdach gestürzt wäre. Er wäre endlich diesen lästigen Job als Bodyguard los und vielleicht könnte er sich auf Jaden konzentrieren. Womöglich könnte Lev ihm sogar diese verfluchte Arbeit ausreden. Aber das er sich einfach zu ist stellte und erwartete, das sie gemeinsam mit ihm hinab springen würde, war zu viel für sie. Anisa wollte nicht, das Killian starb. Nicht auch noch, weil sie ihn in irgendeiner Weise aufforderte. Er ist bereits einmal dem Tot haarscharf entkommen, jetzt sollte er es nicht einfach so aufgeben. Am liebsten hätte Anisa ihm gesagt, das er verschwinden sollte. Ihn angeschrien, das er sein Leben auf die Reihe bekommen und sich vor ihrem Vater in Acht nehmen sollte. Aber es kam nichts weiter als ein Schluchzen hervor. Langsam entfernte sie sich der Kante und griff verzweifelt nach seiner Hand, um ihn ebenfalls von der Kante zu locken. Killian durfte nicht sterben. Das würde sie selbst nach ihrem tot noch verfolgen. Ihr gesamter Körper zitterte und langsam verlor sie den Halt, ihre Beine fühlten sich an wie Pudding und hätte Killian sie nicht in seine Arme gezogen, wäre sie auf die Knie gesunken. Schluchzend legte sie ihre Arme um seinen Körper und vergrub ihr Gesicht in seiner Brust. Anisa war so verzweifelt und so geprägt von den letzten Monaten, das sie ihr Leben beendet hätte, um allem ein ende setzen zu können. "Mario.. Die ganzen Tote und Isabella... Meine Entführung hätte dich dein Leben kosten können. Es ist alles meine Schuld, Killian.", schluchze Anisa verzweifelt. "Ich kann nicht mehr. Ich halte es nicht mehr aus.", gestand sie, "Dir nah zu sein schmerzt, ich ertrage es nicht.".
    • Er war erleichtert, dass es funktioniert hatte. Ja, es war ein billiger Trick und das er zu so einer Manipulationstechnik greifen musste war eine Schade. Was hätte er aber anderes tun können? Er hätte es ihr nicht ausreden können, er hätte sie nicht mit Gewalt dort wegbekommen, nun das vielleicht schon aber das war in dem Fall noch schlechter. Er war weder in der Position etwas anderes zu tun, noch hatte er das Recht dazu. Kill drückte das zierliche Mädchen, welches in seinen Augen so viel schwächer und schutzbedürftiger wirkte als er sie jemals gesehen hatte und drückte sie an sich. Er hatte seine Arme um sie geschlossen, lies sie all ihre Tränen weinen welche sie benötigte. Es war sicherlich ein fragwürdiges Bild mitten auf einem Krankenhausdach und hätten das die Ärzte gesehen, wäre es sicherlich für keinen von beiden glücklich ausgegangen. Sie wären mit irgendwelchen Antidepressiva vollgepumpt worden, als man sie für suizidal hielt und sie wären hier eingesperrt worden. Vielleicht nicht mal die schlechteste Möglichkeit. Schweigend hatte er Anisa zugehört, strich ihr liebevoll durch das lange Haar und wartete darauf, bis ihre Stimme verstummte damit er sprechen konnte. "Ich sage es dir noch einmal, es nicht deine Schuld. Hast du verlangt das man sich für dich opfert? Nein. Hast du Isabella gesagt, sie soll dich entführen? Nein. Hast du mir gesagt, dass ich dir folgen soll? Nein. Mit keinem Wort hast du irgendeinen der Tode befohlen oder sie verschuldet. Der Befehl dich zu beschützen ging nicht von dir aus und du hast nicht den Abzug gedrückt um irgendein Leben zu beenden. Gib dir nicht für alles im Leben die Schuld, du bist lediglich dafür verantwortlich was du tust.", flüsterte er ihr leise zu und strich ihr weiterhin durch das Haar. "Ich weiß das es schwer ist. Ich trage den Tod so vieler Leute auf meinen Schultern, ich trage es jeden Tag und jede Sekunde mit mir herum. Aber Anisa, wirf das Leben nicht weg welches die Leute dir geschenkt haben. Lebe für sie mit, sieh die Welt nicht nur mit deinen Augen sondern auch mit ihren. Ich .... wollte nach dem Tod von Elaine sterben. Das habe ich bisher niemanden erzählt. Ich habe mich in eine gefährliche Situation zur nächsten gebracht, aber als es dann soweit war und ich gehen konnte ... hatte ich immer wieder ihr Gesicht vor Augen. Wenn ich sterbe, durch wenn sieht sie das Leben das sie verpasst hat? Wenn ich sterbe, stirbt sie wirklich, weil man sie vergessen wird. Ich bin der einzige Anker der sie in diesem Leben hält. Sei also du der Anker für die Personen, welche keine Familie haben und die vergessen werden könnten, wenn du nicht mehr da bist. Halte sie am Leben, wenn du stirbst, dann sterben sie mit dir und dann sind sie wirklich tot." Als Anisa ihm dann sagte, dass die Nähe zu ihm schmerzte, nickte er leicht. "Möchtest du das ich deinen Vater bitte, dass du von jemand anderen beschützt wirst? Ich werde an deiner Seite sein, aber du wirst mich nicht mehr sehen wenn dir das leichter fällt."


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    • Warum musste das alles so schwer sein? Wieso hatte sie nicht die Chance genutzt, als sie diese noch hatte. Jetzt hatte sie nicht mehr die Kraft und die Tränen kamen einfach weiter so unkontrollierbar aus ihr heraus. Aus jedem Wort das sie über ihre Lippen brachte, hörte man ihre Verzweiflung heraus. Es war alles zu viel und alles brachte sie nicht mehr in ihrem Kopf unter. Ihre Stimme bebte und ihre Tränen hörten nicht auf zu rollen. Ihr Hals fühlte sich so trocken an und ihr Kopf brummte. Auch wenn ihr Hals bereits schmerzte, versuchte sie zu reden und folglich Killians Worten zu lauschen, auch wenn sie glaubte, ihr Herz schlug lauter als er sprach. Er hatte Recht. Sie hatte niemanden darum gebeten und keinem den Tod gewünscht. Und doch fühlte sie sich so schuldig, da es ihr Leben war, das beschützt werden musste. Wäre sie nicht am Leben, hätten auch die unaufgeforderten Aufträge ihren Schutz bezüglich ein Ende. Es gäbe keine Anisa Yulis Astolfo mehr, dessen Leben beschützt werden musste. Die Rothaarige sprach nicht, hörte seinen Worten einfach weiter zu und weinte. Sie weinte, schlug sich noch immer mit ihren Gedanken herum und war doch so überrascht, das ihr Killian plötzlich gestand, das er selbst nach Elaines tot sterben wollte. Sie drückte ihren zierlichen Körper an seinen, vergrub weiter ihr Gesicht, als hätte sie angst, er würde sich in den nächsten Sekunden von ihr lösen und verschwinden. Im stillen dankte sie Killian für seine tröstenden Worte und seine Berührung. Sie sollte für all die anderen weiter leben? Ein Gedanke, mit dem sie sich womöglich anfreunden konnte, aber noch nicht jetzt. Anisa gab keine weitere Antwort auf seine Worte, sondern merkte mit brüchiger Stimme an, das sie seine Nähe nicht ertrug. Aber auch auf seinen Vorschlag konnte Anisa sich einfach nicht einlassen. Seine Nähe ertrug sie nicht, es schmerzte ihn zu sehen und doch wollte sie ihn nicht von ihrer Seite. Niemandem vertraute sie so sehr, wie Killian. "Nein.", antwortete sie kaum hörbar. Es ergab wenig Sinn, aber lieber ertrug Anisa diesen Schmerz, als ihn nie wieder sehen zu können. Und wer sorgte sich denn dann um ihn? Killian brauchte jemanden, der auch auf ihn achtete. Zittrig löste sie sich von ihm, um zu diesen goldenen Augen hinaufzublicken, die sie so sehr vermissen würde.
    • Es war für sie beide eine schwierige und schwere Situation. Killian rang immer wieder mit sich selbst, einfach aufzugeben und ihr zu sagen das er genauso für sie empfand, aber er durfte es nicht. Er würde sie nur noch mehr in Gefahr bringen, es würden noch mehr Leute ihr Leben lassen und die Schuldgefühle würden Anisa endgültig auffressen. Erst musste er dafür sorgen, dass sie mit all dem umgehen konnte. Die Gesundheit von Anisa war wichtiger und dann konnte er sich um Weiteres Gedanken machen. Wann war alles nur so schrecklich kompliziert geworden? Er hatte sie immer noch in seinen Armen, versuchte beruhigend auf sie einzureden und hoffte inständig das er wenigstens jetzt einmal gute Arbeit leistete. Wenigstens kam sie halbwegs zur Ruhe, mehr konnte er im Moment auch nicht verlangen. Das Wichtigste war sie von diesem verdammten Dach zu bekommen und ihr diese Aktion auszureden. Als Killian sich daran erkundigte, ob er lieber nicht an ihrer Seite sein sollte, hatte sie die Frage verneint. Im ersten Moment stimmte ihn das unsagbar glücklich, aber im nächsten Moment brachte es ihn zur Verzweiflung. Wie sollte das weitergehen? Würde Anisa vielleicht irgendwann damit umzugehen lernen? Vielleicht war sie es durch ihre Erziehung einfach nicht gewohnt, dass sie mal etwas nicht bekam was sie wollte? Auch wenn Killian wollte, durfte er es nicht, aber das würde er ihr nicht sagen. Es war besser sie würde lernen sich damit abzufinden. An ihrer Seite bleiben wollte er dennoch ... er wollte es so sehr. Als sich die Rothaarige von ihm löste, griff er nach ihrer Hand und lief langsam mit ihr zurück Richtung Ausgang. "Lass uns hier weg. Die Krankenschwestern werden zwar nicht begeistert sein, aber bleib heute bei mir. Wir können die ganze Nacht reden wenn du willst, oder aber ich passe auf dich auf. Auch wenn alles im Moment unsagbar schwer erscheint, wird es dir besser gehen. Daran glaube ich, tu du es bitte auch."


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    • Anisa wusste wirklich nicht, was sie sagen oder denken sollte. Er erschien ihr so schwer, wieder normal leben zu können. Was wenn sie es nicht schaffte, wieder in ein normaleres Leben zurückzufinden? Sie hatte es doch ohnehin schon so schwer. Egal wie sehr Anisa es auch versuchte, sie schaffte es einfach nicht. Eine Therapie hatte sie angefangen und schon nach der ersten Stunde gab Anisa auf. Sie glaubte einfach nicht daran, wieder in ein normales Leben zu finden. Mit seinen Worten machte er es doch nur noch schlimmer. Wie konnte er nur so fürsorglich sein? Konnte er sie nicht einfach hier zurücklassen und vergessen, das er sie auf diesem Dach getroffen hatte? Gab es nicht irgendetwas wie ein Serum, das sie ihm einfach verabreichen konnte und dann wieder hier hinauf flüchten? Alles in ihr schrie, ihm zu folgen und ihr Körper gehorchte auf die Bewegung, die sie dazu animierte, Killian von diesem Dach zu folgen, aber diese Stimme in ihrem Kopf sagte ihr immer wieder, einfach zu springen. Sie könnte endlich loslassen und vergessen. Vielleicht waren es die Menschen, die ihr Leben für sie geben mussten, die ihr immer wieder sagten, zu springen. Womöglich wollten sie nicht mehr das sehen, was sie sah und riefen deshalb immer wieder, das sie gehen sollte. Allerdings sprach sie nicht, starrte einfach stumm auf das Dach und folgte ihm wieder hinein. Ihr Körper zitterte immer noch und die Tränen hatten ebenfalls kein Ende gefunden. Wann würde das neue Leben beginnen? Wie lang würde es dauern, bis sie endlich abschließen konnte? "Warum tust du das...", sagte sie dann mit zittriger Stimme, als sie seine Hand drückte. "Wieso kannst du mich das einfach nicht beenden lassen...".
    • Als er Anisa wieder zurück ins Krankenhaus führte, behielt er ihre Hand fest in seiner. Wenn er ehrlich war glaubte er das sobald er sie los ließ, sie wieder verschwinden würde. Würde er sie los lassen, dann wäre es für immer und das würde er nicht ertragen. Nicht noch einmal. Ihm sollte nicht schon wieder jemand genommen werden. Natürlich war es ein selbstgefälliger Wunsch von ihm und unsagbar egoistisch. Er hatte nicht das Recht über ihr Leben zu entscheiden, aber glücklicherweise war er schon immer ein Egoist. Seufzend blickte er zu ihr, als sie ihm diese Frage stellte und sah sie streng an. "Machst du es dir nicht etwas zu einfach? Beendet ist das Leben schnell, aber was hast du damit bezweckt? Das Leute um dich herum die gleichen Gefühle entwickeln wie du, weil sie sich für deinen Tod die Schuld geben werden. Aber dir kann es ja egal sein, du bist ja nicht mehr da um es zu erleben.", er drehte sich wieder nach vorn, immer noch die zarte Hand in seiner und führte sie langsam zurück den Gang entlang. "Beantworte mir eine Frage, warum darf ich nicht gehen? Warum hast du mich nicht springen lassen?". Er drückte ihre Hand leicht und blieb vor seiner Zimmertür stehen, ehe er sie ansah. "Fuck. Ich will nicht noch einmal jemanden verlieren der mir viel bedeutet. Warum zur Hölle lasst ihr mich alle allein?", bei seinen Worten biss er sich auf die Lippen. Verdammt, Gefühlsausbrüche kann er jetzt überhaupt nicht gebrauchen. "Vergiss was ich gesagt habe. Komm...", daraufhin schob er sie zu sich zurück in das Krankenzimmer und schloss die Tür. Es musste ja nicht das halbe Krankenhaus mitbekommen was gerade geschehen war. Gott, er war müde ...


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    • Es schwirrte ihr immer wieder durch den Kopf. Die Menschen waren wegen ihr gestorben. Weil ihr Boss meinte, das seine Tochter diesen Schutz benötigte und tatsächlich tat sie dies auch. Aber sie wollte diesen Schutz nicht. Sie wollte ein normales Leben führen und davon war sie im Moment verdammt weit entfernt. Und dann diese Frage, weshalb Killian sich diese Mühe machte und sich mit ihr herum ärgerte. Er wäre all diesen Ärger los, wenn er sie einfach hätte springen lassen. Sie wendete ihren Blick vom Boden ab und starrte auf die Hände. Diesen bestimmten Druck spürte sie und sie wusste, das sobald Killian sie loslassen würde, sie auch wirklich davon rennen würde und auch Killian teilte diesen Wissen. Immer wieder wischte sie sich die Tränen aus den Augen, die nicht aufhörten zu fließen. Irgendwann hatten sie sogar die Etage erreicht, auf der sich Killians Zimmer befand. Bei seinen Worten hob sie allerdings ihren Blick und starrte auf seinen Hinterkopf, auf seine weichen braunen Haare. War seine Frage wirklich ernst gemeint? Hatte sie sich damals nicht klar ausgedrückt oder hatte er ihre Worte bereits wieder vergessen? "Weil ich dich liebe.", antwortete sie betrübt. Und diese Gefühle hegte nur sie, Killian konnte sie nicht erwidern. Obwohl seine nächsten Worte sie dann plötzlich stutzen ließen. Hatte er diese Worte wirklich so ausgesprochen oder bildete sie sich nur mehr darauf ein!? "Killian...", flüsterte sie und starrte ihn verwundert mit geweiteten Augen an, wurde aber schon in das Zimmer geschoben. Mit glasigen Augen blickte sie zu ihm hinauf, nachdem er die Tür geschlossen hatte. Sie hoffte so sehr, das Lev mit seiner Vermutung doch richtig lag. Das Killian sie nur schützen wollte und sie deshalb abgewiesen hatte. "Empfindest du mehr für mich, als du mir eigentlich sagst?", fragte Anisa vorsichtig aus Angst erneut abgewiesen zu werden und doch so hoffnungsvoll.
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