[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

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    • Es gab viel Unergründbares in Killian, mehr als er jemals nach außen tragen konnte, selbst wenn er es wollte. Er war wie ein endloses Meer ohne Boden, voller Tiefe ganz gleich wie er auch nach außen wirkte. Er verstand einiges an sich selbst überhaupt nicht, also erwartete er nicht das es jemand anderes tat. Er dachte mehr nach, als gut für ihn war und mehr als man ihm zutrauen würde. Er hasste nicht sein Leben, er hatte Anisa mit dieser Aussage nicht belogen. Er hasste eher viel mehr was aus ihm wurde, dass ihm all das nichts ausmachte. Das er so kalt war und Leben nehmen konnte. Er hasste es, dass er wirklich ein Monster war ...
      Er wollte nicht schon wieder darüber nachdenken. All dieses pessimistische Denken machte ihn fertig und einen erneuten Zusammenbruch würde er heute nicht noch einmal ertragen. Man sah es ihm nicht an, aber eigentlich war Killian eine sehr sensible Seele. Es gab Tage da versank er regelrecht in einem Loch aus Depressionen und es gab Tage da war er das Leben selbst. Diese Komplexität machte ihn schwierig für sich selbst und seine Mitmenschen. Während Anisa weinte hatte er sie an sich gezogen, gab etwas mehr von sich Preis als ihm lieb war und offenbar hatte der Großteil ohnehin sein Freund übernommen. "Ich bin nicht sauer auf ihn. Mein Leben ist ein offenes Buch, jeder kennt mich und meine Hintergründe. Lieber erfährst du es von ihm als von irgendwem anderes.", antwortete Killian seufzend und strich Anisa fast schon liebevoll durch das Haar um sie zu beruhigen. Ihre vielen Fragen allerdings ließen ihn dann inne halten. Er verharrte in seiner Position mit den Fingern an ihren Haarsträhnen. "Ich bin glücklich, weil ich einen Sinn gefunden habe. Ich hasse mein Leben nicht, aber vielleicht bin ich auch einfach nur ein Feigling der es nicht besser weiß.", antwortete er Anisa und lehnte sich ein wenig an seinem Sofa zurück.Als die rothaarige Schönheit so ernst mit ihm sprach und ihm versicherte, dass sie ihm vertraute würde ihm ein wenig mulmig. Und doch löste es in ihm ein wohliges Gefühl aus. Er konnte es nicht so recht beschreiben, nickte aber dennoch auf ihre Worte hin. "Ich werde dich niemals verraten, das schwöre ich."


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    • "Nur ich habe es bisher nie lesen können.", sagte Anisa. "Mein Vater hatte alles verschwiegen. Du weißt gar nicht, wie oft ich nach dir gefragt habe und immer ein Stückchen mehr hatte man versucht, dich aus meinen Gedanken zu entreißen. Er wollte sicherlich, das ich dich vergesse. Ich kenne seine Hintergründe nicht, weshalb er immer wieder so zielstrebig versucht hatte, all das vor mir zu verbergen. Vielleicht nur weil er wollte, das ich das Leben führen konnte, das ich immer leben wollte. Aber meinen Fragen ist er immer ausgewichen und ließ mich nur zu sich rufen, wenn du deiner Arbeit nachgingst. Ich hatte nur von anderen erfahren, wann du wieder in der Villa warst.", gestand sie ihm. Seine Streicheleinheiten genoss Anisa weiterhin, es beruhigte sie ungemein. Auch ihre schlanken Finger fuhren über seine Arme und malte zärtlich kleine Kreise. Sie fragte ihn, weshalb er dieses Leben mochte. Ob es an ihm selbst lag oder an der Tatsache, das ihr Vater in sein Leben getreten war und ihm Anerkennung und seine Art Zuneigung zeigte. Sie spürte, wie er in seiner Bewegung stoppte und blickte vorsichtig zu ihm auf. "Vielleicht solltest du darüber nachdenken, das du meinem Vater bereits genug gedankt hast. Du hast ihm gezeigt was du kannst, was aus dir geworden ist. Und bist du auch mit dem zufrieden? Ist es wirklich das, was du werden wolltest?", fragte Anisa vorsichtig. Ihre Worte sollten in keiner Sekunde vorwurfsvoll klingen, sie sprach diese unangenehmen Worte nur aus, damit er sich im Klaren wurde, was er eigentlich wirklich wollte. Und Anisa wusste genau, das es eine Person in seinem Leben gegeben hatte, die dies niemals für ihren kleinen Bruder gewünscht hatte. "Ich bin mir Sicher, das mein Vater stolz auf dich ist. Es mag sein, das nun etwas nicht ganz so gelaufen ist, wie er sich das vorgestellt hat. Aber glaubst du wirklich, er verabscheut dich nun? Wenn das der Fall wäre, dann wäre ich nun nicht wieder hier. Er vertraut dir noch immer, nur muss auch er diese Ereignisse erst verdauen. Mein Vater wird dir verzeihen, wenn er das nicht bereits getan hat, ich habe dir bereits verziehen und nun ist es auch an der Zeit, das du dir selbst verzeihst.", versuchte die schöne Rothaarige zu erklären und glitt mit ihrer Hand zu seiner Wange. Sie lehnte ihre Stirn an seine und erklärte, das sie ihm vertraute. Für einen Moment schloss sie erneut ihre Augen und ein zartes Lächeln zierte ihre vollen Lippen. "Ich weiß doch.", flüsterte sie kaum hörbar und schenkte ihm einen zarten Kuss auf die Stirn.
    • Fast hätte er ihr verraten, dass es ihn leider Gottes auch auf diversen Darknet-Seiten gab, welche Lev leider noch nicht alle gefunden hatte. Glücklicherweise konnte er diese unangenehme Tatsache gekonnt verschweigen. Würde Anisa eines seiner Videos jemals zu Gesicht bekommen, würde sie sich entweder schlagartig übergeben oder ein erneutes Trauma durchleiden das sie nicht mehr verarbeiten konnte. Er jedenfalls hatte auch lange genug gebraucht, damit umgehen zu können. Er wusste selbst nicht so genau, wann ihm all diese Dinge egal geworden waren. Natürlich hatte Killian noch genug grausame Erinnerungen die er in schlimmen Nächten erneut in seinen Träumen durchlebte, aber zu seinem eigenen Erschrecken konnte er damit besser umgehen als jemals vermutet. Lev meinte einmal das Killian der Meister im Verdrängen und Hinnehmen war. Der junge Russe meinte allerdings auch, dass ihn das irgendwann einholen und umhauen würde. Killian hoffte inständig, dass er damit nicht Recht behielt. Das Problem war nur, dass Lev selten falsch lag. Killian konnte sich nicht erinnern, dass der Mann aus Moskau überhaupt jemals daneben lag. Gruseliger Typ. "Es ist besser so, dass er es vor dir verheimlicht hat. Er wollte dich beschützen.", antwortete Kill danach dann doch auf ihre Worte und wiegte sich fast ein wenig wie ein Kind in seinen Armen. Die Worte der Rothaarigen jedoch die daraufhin folgten schmerzten. Es waren Fragen die er sich natürlich selbst oft genug gestellt hatte. Er mochte dieses Leben viel zu sehr und genau das verabscheute er. Aber das konnte er Anisa ja wohl kaum erzählen, dass waren Themen über die er nicht einmal mit Lev sprach und dieser war immerhin sein bester Freund. "Als ich in eure Familie gekommen bin, habe ich das erste Mal ein Ziel gehabt. Nein, eigentlich war es mein zweites Ziel. Bei meinem Ersten habe ich versagt und das wollte ich kein zweites mal. Mein jetziges Ziel habe ich erreicht. Ich wollte der beste Auftragsmörder der Astolfos werden und bin es geworden. Ich wollte der Beste sein, ich wollte stark sein und ich wollte jemand werden der sich wehren kann.". antwortete er Anisa ehrlich und fragte sich langsam warum er eigentlich mit ihr darüber sprach. Er war kein Mensch der über sich sprach um genau zu sein, hasste er es. Das Einzige worin er sich selbst lobte war seine Arbeit, aber das hier? Nein, das war so nicht vorgesehen. Als Anisa davon sprach, dass ihn der Alte nicht hasste und stolz auf ihn war, horchte er direkt auf und sah ihr fast wie ein kleiner Junge in die Augen. Er hatte nie Kind sein dürfen, vielleicht konnte er daher einen kleinen Funken nicht unterdrücken auch wenn er bereits so alt war. "Meinst du das Ernst? Glaubst du nicht das ich ihn enttäuscht habe?", fragte er sie dann. Auch wenn er eine gute Menschenkenntnis besaß, sie war immerhin seine Tochter! Niemand kannte John Astolfo besser als sein Kind. Bei dem zarten Kuss welchen ihn Anisa schenkte, schmunzelte er amüsiert. Auf die Stirn also? "Du bist gar nicht so schlecht darin.", murmelte er dann und wuschelte ihr leicht durchs Haar. "In dieser Zuhör-Sache. Du bist gut darin."


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    • Ob John seine Tochter nun beschützen wollte oder nicht, Anisa hatte ihm so viele Fragen gestellt und nie eine Antwort bekommen, auch wenn es nur harmlose waren. Hatte es mit Killian zutun, verlor ihr Vater kein einziges Wort über ihn. Aber wie vorhin schon erwähnt, geschehen ist geschehen, nicht Wahr? Sie wollte nicht weiter über ihren Vater reden. Es sollte hier nur um Killian gehen, sie wollte ihm helfen, so wie sie es sich selbst im Stillen versprochen hatte. Wie Killian darüber sprach, das sein Ziel gewesen war, der beste Auftragskiller zu werden, zog sich ihr Magen zusammen. Es machte ihm also wirklich nichts aus? Oder sagte er das nur nicht? Gott, das war etwas, mit dem Anisa nicht umgehen konnte. Ihr würde es niemals leicht fallen, einen Menschen zu erschießen... Sie wusste noch genau, wie sie in jener Nacht das Messer in die Hand gedrückt bekommen hatte, aber sofort wusste, das sie es nicht anwenden konnte. Sie konnte es einfach nicht. Und hätte sie gekonnt, würde sie das vermutlich noch eine Ewigkeit verfolgen, auch wenn es nur zur Notwehr diente. Auf seine Worte wusste Anisa keine Antwort. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte und ging in die Worte über, das er sich selbst verzeihen sollte. John mag enttäuscht worden sein, aber er hatte Killian mit großer Sicherheit bereits verziehen, da war sich Anisa sicher. "So meine ich das nicht.", antwortete Anisa Kopfschüttelnd. "Es ist keine Schande, jemanden zu enttäuschen. Ich bin mir Sicher, das er nicht glücklich über den Vorfall ist, aber er hat dir bereits verziehen, indem er mein Leben dir weiterhin anvertraut, Killian.", versuchte Anisa zu erklären. Es stimmte, Killian hatte John enttäuscht, allerdings hieß das nicht, das man ihm nie wieder vertrauen schenken würde. Wie Anisa schon sagte, es ist keine Schande. Vorsichtig schenkte Anisa ihm einen zarten Kuss auf die Stirn. Es war ihr egal, ob er es als lächerlich empfand, aber somit wollte sie ihm ihren Dank und ihre Zuneigung zeigen. Nach einem Moment löste sie sich auch wieder von ihm und sah in diese schönen Augen, die sie als kleines Mädchen schon faszinierten. "Ich bin eine Frau und ein paar Jahre älter als du. Es wäre eine Schande, wäre ich in dieser 'Zuhör-Sache' nicht gut.", antwortete sie schmunzelnd und fügte amüsiert hinzu: "Du meisterst das aber auch ganz gut. Eine so liebevolle Art hab ich dir gar nicht zugetraut.".
    • Natürlich würde Anisa die Bedeutung ihrer Worte nicht verstehen können, aber für Killian bedeuteten sie die Welt. Obwohl er nie hatte Kind sein dürfen und ihm die schlimmsten Dinge angetan wurden, die man sich vorstellen konnte war ein Funke in ihm immer noch der kleine Junge, welcher einfach nur Liebe suchte. Darum funkelten seine sonst so eiskalten Augen wie die eines Kindes, als Anisa ihren Vater erwähnte und das er ihm vertraute. Er sah die Rothaarige so hoffnungsvoll an, dass es weh tat. Er klammerte sich so sehr an einen Menschen, der ihm nur das Morden beibrachte und doch hatte Killian niemanden in seinem Leben so sehr als Vater erachtet wie John Astolfo. Ganz gleich das er Anisas Vater war und seine Vaterrolle an Killian ein wenig fragwürdig gestaltete. Killian war nicht dumm, ihm waren die Blicke des Oberhauptes der Astolfos nicht entgangen, welcher er ihm schenkte. Kill kannte diese Art von Blicken, aber er tolerierte sie. John Astolfo hatte ihm dennoch nie etwas angetan. Im Gegenteil hatte er jeden töten lassen, der Killian auch nur angefasst hatte. Er hatte ihn beschützt und Killian war in seinem ganzen Leben außer von seiner Schwester von niemanden beschützt worden. "Du glaubst also er hat weiterhin Vertrauen in mich?", hakte Killian fast ungeduldig kindlich nach. Der junge Mann rechnete es Anisa hoch an, dass sie versuchte ihm eine Stütze zu sein und so liebevoll mit ihm umging. Es war etwas Neues und Abwechslungsreiches für Kill und irgendwie war es schon ziemlich süß. Allerdings konnte er sich doch seine freche Art nicht verkneifen, was aber nur darauf hindeutete das es ihm wieder gut ging. Mit einem frechen und doch typisch attraktiven Grinsen sah er Anisa an, hob eine Augenbraue und lachte leicht. "Stimmt, ich hab ganz vergessen das du ja eine alte Frau bist." Danach winkte er spielerisch ab. "Ich bin in vielen Dingen gut Kleines."


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    • Bedeutete es Killian wirklich so viel, das ihr Vater noch immer vertrauen in ihm hatte? Anisa konnte es nicht nachempfinden, wie es ohne Eltern sein musste. Oder ganz genau genommen ohne Eltern, die einen lieben. Deshalb auch versuchte sie ihm zu erklären, das ihr Vater ihm noch immer vertraute und nur erst die letzten Stunden verdauen musste, es würde ihn aufmuntern. Immerhin hatte John mit der Furcht gekämpft, nun auch noch seine Tochter zu verlieren, nachdem ihm auch schon seine große Liebe aus dem Leben gerissen wurde. Sie sah dieses Funkeln in seinen schimmernden Augen, die sie schon von der ersten Sekunde an für so wundervoll gehalten hatte. Hatte sie schon Mal so schöne Augen gesehen? Nicht das sie sich daran erinnern könnte. "Natürlich hat er das.", nickte Anisa beruhigend. "Aber er braucht etwas Zeit, lass ihm diese bitte auch.".
      Es war ein riesen Schock für John gewesen, als er die Nachricht erhalten hatte, das seine Tochter entführt wurde, es war also vollkommen nachvollziehbar, das er im Moment für nichts anderes Interesse zeigte, als um die Sorge seiner Tochter. Er hatte schon eine wichtige Person in seinem Leben verloren, er wollte nicht auch die nächste verlieren.
      Eine alte Frau? Anisa blickte Killian amüsiert an und sagte mit ihrem schönen Lächeln: "Für eine alte Frau hab ich wohl auch einiges im Kasten, was?" und zwinkerte ihm vielsagend zu. Leicht Kopfschüttelnd und mit einem leichten Lächeln auf den Lippen erhob sich Anisa von seinem Schoß. Ihr Blick wanderte zum Balkon, die Sonne stand am Horizont. Ob die Sonne gerade auf- oder unterging, konnte sie wirklich nicht einschätzen, sie hatte keine Ahnung wie lang sie sich mit Lev unterhalten oder wie lang sie geschlafen hatte.
    • Ihre Worte beruhigten ihn mehr als sich Anisa sicherlich jemals vorstellen könnte. Als die Rothaarige ihm demnach bat geduldig mit ihrem Vater zu sein nickte Killian ungewohnt folgsam. "Natürlich.", antwortete er ihr und lächelte leicht. Er hatte ihn also nicht so sehr enttäuscht wie er angenommen hatte? Vielleicht würde er seinen Platz in dieser Familie doch nicht verlieren. Für jeden anderen normalen Menschen muss sein Verzweiflung krankhaft erscheinen. Er klammerte sich an ein Leben, welches man als schrecklich erachtete. Killian kannte nur kein besseres Leben nur ein noch schlechteres als dieses. Vielleicht hatte er es deshalb lieben gelernt? Der Dunkelhaarige wusste es nicht und wahrscheinlich würde er das auch nie erfahren. Als sie das Thema wechselten und glücklicherweise wieder die spaßigere Schiene fuhren konnte sich Killian damit deutlich besser arrangieren. Er neckte Anisa wie er es sonst immer tat, lächelte sie mit einem koketen und frechen Grinsen an und erntete auch eine passende Gegenreaktion. "Nun das kann ich nicht leugnen.", antwortete er ihr und sah ihr nach als sie sich zum Balkon wandte und dort hinaus blickte. "Anisa? Was willst du tun? Ich meine wie geht es weiter? Ich werde keinen Einfallen mehr hinterher laufen um irgendwelche Täter zu schnappen, sondern mich nur noch um deinen Schutz oder die Aufgaben vom Alten kümmern. Demnach möchte ich das du entscheidest wie es weitergehen soll." sprach er dann doch wieder ernstere Takte.


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    • Anisa hatte nicht oft die Gelegenheit bekommen, sich um die Sorgen ihrer Freunde zu kümmern. Sie tat einfach das, was sie von ihrer Mutter gelernt hatte. Demnach vermutete sie auch nur, das sie Killian hatte aufheitern können. Immerhin trug er ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen und schien zu verstehen. Nach den beruhigenden Worten hatte sich Anisa von Killian gelöst und blickte zum verfärbten Himmel hinaus, der in den schönsten rot und Orange- und Rottönen schimmerte. Auf seine Frage hin brauchte die schöne Rothaarige einige lange Sekunden, musste erst selbst eine Antwort zu dieser Frage finden. Denn sie wusste es nicht. Eigentlich hatte sie nichts weiter vor, als nie wieder einen Fuß raus in diese Welt zu setzen, aber das wäre keine dauerhafte Lösung. Es war nicht ihre Art, so kleinlich zu sein. Anisa war schon immer eine Selbstbewusste Frau gewesen und noch nichts und niemand hatte sie in die Knie gezwungen. Zwar hatte sie immer mal, wie jeder andere Mensch auch, ihre Zeiten, in denen es ihr einfach seelisch nicht gut ging. Ein Beispiel war zu der Zeit, als sie die Nachricht erhalten hatte, das ihre Mutter ermordet wurde. Und auch die nächsten Tage würde sie Zeit benötigen, um die ganze Sache verdauen zu können. Aber sie wollte weiterhin zur Uni gehen und ihr Medizinstudium fortführen. Die Uni... Anisa konnte gar nicht anders, als an Viola zurückzudenken. Man hatte ihr erzählt, das sie an diesem Abend die Schuld trug, weshalb sie entführt worden war. Niemals hätte Anisa damit gerechnet, das ausgerechnet Viola einer ihrer Feinde war... Sie hatte ihr so vieles anvertraut und nun hatte sie mit ihrem Leben bezahlt. "Ich weiß nicht.", murmelte die Rothaarige unsicher und betrachtete weiterhin den verfärbten Himmel. "Im Moment schaff ich es einfach noch nicht, zurück zur Uni zu gehen.", gestand sie dann flüsternd.
    • Killian lies Anisa die Zeit, als sie in Schweigen versank und nach einer Antwort suchte. Er hatte ihr eine schwierige Frage gestellt, dessen war er sich bewusst. Er würde ihr die Entscheidung überlassen, denn als er sie getroffen hatte war es für alle Seiten alles andere als positiv ausgegangen. Er musste lernen nicht zu forsch an die Dinge heran zu gehen. Sein Perfektionismus und Eifer waren zwar für seine Arbeit förderlich, aber nicht wenn sie andere Menschen betraf. Er hatte dies auf eine eher schmerzliche Art begreifen müssen und er würden diesen Fehler sicherlich kein zweites Mal begehen. Also überließ er Anisa die nächsten Schritte. Während sie schwieg hatte er sich vom Sofa erhoben, nach seinen Zigaretten in seiner Hosentasche gegriffen und festgestellt das diese Fehlten. Grummelnd blickte er sich um und erkannte eine zusammen gedrückte blaue Schachtel. Das war eindeutig Levs Werk. Killian rollte mit den schönen Augen und öffnete seinen Schrank im Wohnzimmer, in welchem er Alkohol aufbewahrte aber auch die ein oder andere Zigarettenschachtel. Dort fischte er sich eine Packung aus der Stange heraus, entfernte die Folie und ging mit dieser an die Seite von Anisa. Er schob sie sanft zur Seite damit er die Tür öffnen konnte und trat an die frische Luft, welche er erst einmal einatmete. Nur in Socken betrat er den Balkon, lehnte sich dort an das Geländer und zündete sich die Zigarette an während er ebenfalls die Röte des Nachthimmels betrachtete. Im Hintergrund vernahm er nach langem Schweigen die Antwort von der Rothaarigen, deren Haar dem atemberaubenden Nachthimmel glich. "Natürlich, nimm dir die Zeit welche du brauchst. Ich werde es dir überlassen.", antwortete er ihr dann.


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    • Und Jaden? Was war mit Jaden? Anisa wollte gar nicht darüber nachdenken. Killian hatte in ihrer Wohnung die Aufnahmegeräte gefunden und hatte die Vermutung, das sie von Jaden stammten. Aber was wenn sie von Viola waren? Viola hatte sie ebenfalls in ihre Wohnung eingeladen und einige Abende dort verbracht. Sie hatte nur erfahren, das Viola an diesem Arbeit die Schuld trug, was aber mit Jaden passiert war, wusste niemand. Er war plötzlich verschwunden, nachdem Killian sie auf die Tanzfläche gelotst hatte. Mit diesem Mann hatte sie viele schöne Abende verbracht, er hatte ihr Gesellschaft geleistet und war mit ihm sogar intim geworden. Würde sie wieder auf ihn treffen, wenn sie wieder zur Uni gehen würde? Oder wäre er wie vom Erdboden verschluckt, nach diesem Vorfall auf dieser Party? Anisa wollte gar nicht weiter darüber nachdenken und gab dem Dunkelhaarigen eine Antwort, während sie ihn dabei beobachtete wie er sich eine Zigarette anzündete. "Danke.", murmelte sie und trat an seine Seite heraus. Der sanfte Wind wirkte erfrischend und spielte mit ihren langen Strähnen, als sie sich an das Geländer lehnte. Hierbei war zu erwähnen, das sie noch immer die Angst hatte sofort erschossen zu werden, obwohl sie ihren Feinden, die sie nicht kannte, lebend mehr nützte. Aber Killian könnten sie einfach in den Kopf schießen, auch er könnte dagegen nichts unternehmen. Das unwohle Gefühl schluckte Anisa für den Moment hinunter, griff nach der Zigaretten Schachtel, die Killian in der Hand hielt. "Du solltest weniger rauchen.", sagte sie, als sie die Schachtel mit den unschönen Bildern darauf betrachtete.
    • Natürlich musste Anisa erneut ein Kommentar bezüglich seiner Gewohnheit ablassen, was Killian nur ein genervtes Seufzen entlockte. "Jaha ~" antwortete er in einem fast schon typischen Teenagerton, auch wenn er keiner mehr war und hatte sich die Zigarettenschachtel zurück erobert, die er sicherheitshalber in seiner Hosentasche verstaute. "Lass mich raten, Lev hat dich natürlich damit bestärkt.", murmelte der Dunkelhaarige und zog an seiner Kippe, während er dem Qualm nach sah. Der Russe hatte ebenfalls den Plan gehabt seinen Freund von allem Ungesunden fernzuhalten. Leider war er damit kläglich gescheitert, auch wenn er ihm mindestens einmal die Woche etwas leckeres zu Essen vorbei brachte. Laut Lev ernährte sich der Amerikaner nämlich lausig und demnach stopfte er ihm den Kühlschrank pausenlos mit Gemüse und anderem Zeug voll, dass Killian nicht einmal wenn er wollte alles Essen könnte. Oft reichten die Vorräte für eine ganze Armee, aber einen Russen umzustimmen war selbst für Kill eindeutig eine gruselige Zumutung. Lev zu widersprechen war fast so als würde man in den Lauf einer Waffe blicken, also hatte sich Kill damit abgefunden und ihm die Freude gelassen. Sollte er eben den Kühlschrank bis oben hin vollstopfen, wenn es ihn denn glücklich machte. Die goldenen Augen des jungen Auftragskillers wanderten zu Anisa die an seiner Seite stand, während er ihr mit der freien Hand leicht durchs Haar wuschelte. "Hast du noch starke Schmerzen?", erkundigte er sich bei ihr und betrachtete ein wenig ihr Gesicht, dessen Farbe langsam normal wurde. Es würde dauern bis all die Blutergüsse verschwunden waren, aber wenigstens würden ihr keine Narben zurückbleiben.


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    • Natürlich hatte Killian wie ein genervter Teenie geantwortet, der keine Lust auf die Moralpredigt seiner Mutter hatte. Daraufhin war die Zigarettenschachtel auch schon wieder aus ihrer Hand verschwunden und landeten in Killians Hosentasche. Das Rauchen hatte Anisa noch nie als gut empfunden, auch bei ihrem Vater nicht. Sie konnte sich noch genau daran erinnern, das ihre Mutter ihm verboten hatte zu rauchen, wenn sie in der Nähe war. Ihre schöne Mutter hatte noch nie geraucht und auch Anisa rauchte nicht. Es ist nur eine dumme Angewohnheit und etwas, wofür man unnötig Geld ausgab. "Natürlich hat er das.", antwortete Anisa schmunzelnd. "Und er hat Recht. Wir beide haben Recht, Killian. Und danach riechst du eben unangenehm.", auf ihre letzten Worte wedelte sie übertrieben vor ihrem Gesicht, als würde sie einen unangenehmen Duft vertreiben wollen. Und mal ehrlich, wer roch schon gerne nach Zigarette? Gerade wollte Anisa schon in die Wohnung zurückkehren, als sie die Hand des Dunkelhaarigen in ihren Haaren spürte und eine Frage folgte. "Es geht.", antwortete sie und blickte auf ihre Handgelenke hinunter, die noch immer die Schrammen der Fesseln zeigten und sie sich daran erinnerte, wie Killian sie an ihren verletzten Handgelenken aus der Villa gezerrt hatte. "Nur wenn man die Wunden berührt. In der Bewegung spüre ich noch meine Knöchel, die Fessel haben sich ziemlich in meine Haut geschnitten.", murmelte Anisa und erinnerte sich daran zurück, als sie auf diesem Stuhl gefesselt war, mit der Kamera auf sie gerichtet. Der Blitz beim Auslösen hatte ihr verraten, dass Bilder von ihr im jämmerlichen Zustand geschossen und an Killian und ihren Vater geschickt wurden. Die Bilder allerdings hatte sie nicht gesehen, wollte es auch nicht.
    • "Ihr seit beide echte Dramaqueen, wisst ihr das?", antwortete Killian bezüglich ihrer Antwort und sah sie ein wenig vorwurfsvoll an. "Jeder hat ein Laster, das ist eben meines. Du zum Beispiel schlingst deine Beine um Schlaf um jemanden, wie eine Kobra.", den letzten Teil hatte er wie immer mit einem frechen Grinsen von sich gegeben. Mal ehrlich das Spiel konnte er auch zu zweit spielen. Lev musste seine Kommentare auch einstecken, also würde er auch die hübsche Anisa nicht verschonen. "Pass auf das ich Lev nicht in deinen hübschen Kopf schleicht, dass kann er verdammt gut.", fügte er dann mit erhobenem Zeigefinger hinzu, lachte leicht und drehte sich mit seiner Zigarette wieder zurück an das Geländer. Er hatte hier zwar bei Weitem keine so schöne Aussicht wie Anisa Zuhause, aber der kleine bescheidene Balkon genügte ihm, ebenfalls wie seine kleine Wohnung. Für ihn war all das hier schon der größte Luxus. Mit zu viel konnte er nicht umgehen. Als er seinen ersten teuren Anzug getragen hatte, hatte er damals nicht einmal gewusst wie er sich daran bewegen sollte. Wenigstens daran hatte er sich mehr oder weniger gewöhnt, aber auch nur mehr oder weniger. Er war froh wenn seine Geschenke mal nicht eine ganze Jahresmiete wert waren, nur leider waren sie das ständig. Gott, diese Mafia hat eindeutig zu viel Kohle. Als Anisa sich wieder in die Wohnung begeben wollte, hatte Killian sich noch nach ihrem Zustand erkundigt, immerhin verzog sie konstant das Gesicht wegen der Schmerzen. "Dann solltest du heute Abend vielleicht noch ein Bad mit dem Mittel nehmen, es hat gut geholfen und deine blauen Flecke sehen deutlich besser aus. Ich hab auch noch einige Salben hier.", überlegte der Dunkelhaarige dann. Immerhin benutzte er das Zeug oft genug, nur war er die Schmerzen im Gegensatz zu Anisa gewohnt. Eine Tatsache die verdammt traurig klang, wenn er so darüber nachdachte. Er nahm all das viel zu einfach hin ...


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    • Amüsiert hob sie eine ihrer gezupften Augenbrauen und sah Killian an. Wie eine Kobra? "Dann solltest du netter zu mir sein, bevor ich dich bald erwürge, werter Herr Darkbloom.", witzelte sie. Das sie bevor sie einschlief, sich an ihn kuschelte war ihr natürlich bewusst, aber das ihr Griff so stark war, war ihr nicht bewusst. Nicht das Anisa seine Worte nun als Beleidigung empfand, es war amüsiant, das sie sich wirklich so an ihn klammerte. Nun, eigentlich weniger, wenn man daran dachte, das sie verflucht nochmal angst hat, im Schlaf unbemerkt entführt zu werden. Vielleicht tat sie es einfach unterbewusst, nicht nur weil sie die Angst selbst in den Schlaf folgte, sondern seine Nähe einfach genoss... Bis der Dunkelhaarige das aber erkannte, würde ihm Isabella einen Heiratsantrag machen. Die Frau war doch völlig verrückt nach ihm. "Glaubst du das etwa? Vielleicht hat er das ja schon.", antwortete Anisa auf seine Worte hin und zwinkerte ihm zu. Natürlich hatte Lev sich nicht in dieser Hinsicht in hübschen Kopf geschlichen, aber er war ein guter Freund geworden. Bezüglich ihrer Wunden hatte Anisa nicht wieder von ihrem Handgelenk aufgesehen und betrachtete den Kreis um ihr schmales Gelenk. Killian hatte Recht, die Wunden waren tatsächlich besser geworden und schmerzten weniger. Was sich für ein buntes Chaos in ihrem Gesicht abspielte, wusste sie nicht, immerhin hatte sie noch immer keinen einzigen Blick in den Spiegel riskiert, das wollte sie wirklich nicht sehen. "Wenn du der Übezeugung bist, das es hilft, dann werde ich das tun.", sagte sie seufzend und löste sich von dem Geländer und trat zurück in die Wohnung. Sie wollte nicht weiter im freien Stehen und es wäre ihr Lieb, würde Kilian es ebenfalls bevorzugen, hinein zu gehen.
    • "Brrr, gruselig.", witzelte der attraktive Dunkelhaarige auf ihre Bemerkung hin und streckte ihr frech die Zunge heraus. Ja, Anisa klammerte sich im Schlaf tatsächlich an ihn wie eine Kobra, auch wenn sie das die letzte Nacht nicht getan hatte. Normalerweise war Kill kein Freund von Gekuschel in der Nacht, aber bei der Rothaarigen störte es ihn zu seiner persönlichen Überraschung tatsächlich nicht. Eigentlich war es sogar ziemlich niedlich, es wirkte obwohl Anisa alles andere als unschuldig war so rein. Das Isabella ihn begehrte war kein Geheimnis, aber bei der schönen Brünetten war es zu einer Besessenheit geworden, was man bei Anisa nicht behaupten konnte. All ihre Berührungen wirkten so unschuldig obwohl es gar nicht zu ihrem Verhalten passte, dass es das vielleicht so interessant machte. Es klang merkwürdiger als es gemeint war. Jedenfalls schien Lev das wohl ach zu bemerken, denn der skeptische Russe schien die Rothaarige zu mögen. Isabella hingegen konnte er nicht ausstehen, noch nie. Es gab keinen Tag an dem er nicht über die attraktive Italienerin lästerte, über Anisa hingegen hatte er nie ein schlechtes Wort verloren. Nun es gab ja auch keinen Grund dazu, auch wenn die kleine Prinzessin tatsächlich ab und an die verwöhnte Göre heraus hängen lies und zickig war, konnte sie niemand hassen. "Mh, er ist ganz schön manipulativ was?", grinste Kill amüsiert und drückte seine Zigarette aus, ehe er Anisa zurück in die Wohnung folgte. Da er sie konstant beobachtete war ihm nicht entgangen wie unruhig sie draußen gewirkt hatte. Allerdings konnte sie sich ihr Leben lang nicht verstecken, dass würde sie krank machen. Dennoch würde Killian sich dazui nicht äußern, er wollte nicht erneut den selben Fehler begehen und sie in Gefahr bringen. Als er Anisa bezüglich ihrer Wunden ansprach, nahm sie brav seine Vorschläge an, dass ihn sehr zufrieden stimmte. Anisa war glücklicherweise eine sehr pflegeleichte Patientin. Sie hörte auf das was man ihr sagte und das machte ihm die Arbeit leichter. "Brav.", schmunzelte er und deutete auf das Sofa. "Mach es dir bequem. Ich werde dir Badewasser einlassen."


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    • Das Anisa Killian bereits schon wieder sticheln konnte, war doch nur ein gutes Zeichen. Auch das sie seine Worte konterte oder ab und an ein Lächeln zeigte, waren große Fortschritte und das in so weniger Zeit. Um hinaus zu gehen, hatte Anisa noch zu große Angst und um die Uni zu besuchen, konnte sie sich nicht genug konzentrieren. Es würde also noch dauern, bis sie wieder ein normales Leben führen konnte, allerdings fand Anisa, das sie sich schon ganz gut machte. Immerhin hatte sie erwartet, sie würde die nächsten Wochen nicht wieder aus ihrer Höhle kriechen und kein einziges Wort verlieren. "Manipulativ? Nein. Ganz niedlich wohl eher.", antwortete Anisa auf sein Grinsen. "Und dieser Akzent! Hinzu kommt, das er nicht raucht, immer höflich zu mir ist, mit mir redet und ich glaube, das er auch charmant sein kann. Du solltest dir also ein Beispiel nehmen.", fügte sie dann amüsiert hinzu. Es war viel zu verlockend, als Killian nicht weiter zu ärgern und außerdem lenkte es die schöne Rothaarige ab. Nachdem Killian sich bei Anisa nach ihren Wunden erkundigt hatte, antwortete sie ihm zögerlich, ging aber dann in die Wohnung zurück, sie wollte sich nicht länger als Nötig auf diesem Balkon befinden. Wer wusste schon, was noch passieren würde. Er schlug ihr vor, wieder ein Bad mit diesem Mittel zu nehmen, das er erwähnt hatte. Es stimmte, ihre Wunden brannten nicht und ihr Gesicht tat auch nicht weiter weh, wenn sie sich nicht gerade an die Wunden fasste. Seufzend folgte sie seinen Worten, setzte sich artig auf das Sofa und blickte zu ihm hinauf. "Jetzt schon? Sagtest du nicht am Abend?", sagte sie fast schon schmollend. Ob sie dieses Bad nun Abends oder jetzt nahm, spielte überhaupt keine Rolle, immerhin wollte sie ohnehin keinen Fuß hinaus setzen. Aber vielleicht könnte er sich etwas nützlich machen und zum einkaufen sprinten? Wie schon erwähnt würde sie nicht hinaus gehen, auch nicht um zu einkaufen, sie könnte also im nachhinein kochen. "Was isst du denn gerne? Also abgesehen von Pizza.", fragte sie dann plötzlich.
    • Als sie beide sich über Killians Freund unterhielten, versuchte Anisa ihren Bodyguard wohl ein wenig zu ärgern. Natürlich wusste Kill das sein bester Freund fantastisch war. Natürlich hatte der junge Russe eine etwas eigene Art an sich, die hatte er immerhin auch. Killian wusste selbst nicht so genau wie Lev es geschafft hatte, aber er hatte es hinbekommen das Kill Vertrauen zu jemanden fasste. Obwohl Lev einen Beruf betrieb, der ihm beibrachte wie ein Weltmeister zu lügen, gab es niemanden dem Killian mehr vertraute. Vielleicht lag es daran das Lev nicht ein einziges Mal locker gelassen hatte, seit sie sich als Kinder in der Villa hatten kennengelernt. Lev hielt sich meistens aus den Dingen der Mafia heraus, aber half ihnen oft genug aus der Klemme weswegen er für John Astolfo unersetzlich geworden war. Der Russe kontrollierte die Medien, beschaffte Informationen und hatte oft genug Gerüchte im Keim erstickt. Allerdings tat er diese Arbeit für Killian wenn er ihn darum bat, weniger für John Astolfo und das wusste der Alte, weswegen er ihn meistens mit Killian ködern musste. Lev half John nämlich nur wenn er Lust und Laune dazu hatte. Da er aber der mit Abstand Beste seines Fachs war, konnte er sich das erlauben und er war selbst für die Astolfo-Familie gefährlich. Es gab genug Leute die ihm nach dem Leben trachteten, aber auch genug die sich die Gunst bei dem jungen Russen verdienen wollten. Immerhin hatte Lev die russische Mafia hinter sich und mit dieser war nicht zu spaßen, weswegen es auch keiner so wirklich wagte ihm zu nah zu kommen. Hinter Lev steckte eine komplexere Geschichte als man zuerst annahm.
      "Du hast Recht. Vielleicht sollte ich ihn mir krallen?", konterte Killian bezüglich der Schmeichelei für Lev mit einem frechen Grinsen und war zusammen mit Anisa in die Wohnung zurück gekehrt. Er unterbreitete ihr bereits das Angebot für sie ein Bad einzulassen. "Naja ich dachte du hast Schmerzen und ich sollte dir jetzt schon eines einlassen.", murmelte er bezüglich ihrer Worte und fuhr sich durch das dunkle Haar. "Ich muss gestehen das ich selten jemanden den ganzen Tag um mich herum habe. Ich bin es also nicht gewohnt mit jemanden einfach nur herum zu sitzen, ich muss etwas tun."


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    • Das Killian ausgerechnet in diese Richtung konterte, konnte Anisa doch nicht ahnen. Um ehrlich zu sein, wusste sie nicht viel über Lev, aber für Anisa war das doch nichts mehr ungewöhnliches. Sie wusste nichts über die ganzen Menschen, die für ihren Vater arbeiteten. Abgesehen von Matteo. Dieser gut aussehende junge Mann sabberte ihr ohnehin hinterher, wie ein läufiger Hund. Viele Augen wandten sich zu Anisa, wenn sie den Raum betrat, nicht nur in der Villa war sie es gewohnt, auch in der Universität sahen ihr viele nach. Aber Matteo mochte nicht nur ihr aussehen, er interessierte sich wirklich für die Rothaarige, weshalb er viel über sich erzählte, um ihr zu verdeutlichen, wie er außerhalb dieser Arbeit war. Falls es jemals überhaupt eine Freizeit gab. Eigentlich ist Anisa daran selbst Schuld, immerhin wollte sie mit all dem auch nie etwas zutun haben und nachdem ihr nie auf ihre Fragen geantwortet wurde, wurde die Interesse auch immer kleiner, auch wenn sie immer wieder nach Killian sehen musste, ob er auch in ganzen Stücken wieder zurück gekehrt war. "Oh, tu das dem armen Kerl doch nicht an! Und außerdem wäre das doch viel zu unfair, immerhin würden deine Gedanken doch nur um mich kreisen, oder nicht? Oder um Isabella?", sagte Anisa neckend und gleichzeitig neugierig. Oft genug hatte Anisa den Verdacht, sie zwei wären ein Paar, allerdings hörte sie immer wieder von irgendwelchen Ecken anderes, weshalb sie den Gedanken genauso schnell verwarf, wie er gekommen war. Im Wohnzimmer angekommen und artig auf das Sofa gesetzt, blickte Anisa zu gold schimmernden Augen hinauf. "Schon Okay.", sagte sie nur und stand auf, um in Richtung Badezimmer zu verschwinden, um sich selbst Wasser einzulassen. "Killian? Was isst du gern?", fragte Anisa.
    • Offenbar hatte er mit seinem Konter direkt ins Schwarze getroffen. Hah! Mit dieser Richtung hatte die Rothaarige wohl nicht gerechnet. Am liebsten hätte sich der Killian ja stolz auf die Schulter geklopft. Nach all dem ganzen Drama welches um sie herum einbrach, hatte er wenigstens seinen Sinn für Humor nicht verloren. Ehrlich gesagt hielt ihn dieser auch am Leben. Seine freche Art war sein Selbstschutz und seine Arroganz sein Schwert. Der junge Auftragskiller hatte sich in all den Jahren seinen eigenen Weg zurecht gelegt wie er mit dem Erlebten umgehen konnte und wie er sein Leben weiter führte. Unter anderen Umständen wäre er schon längst zusammen gebrochen und verrückt geworden. Aber das er damit umgehen konnte, machte ihn für John Astolfo perfekt. Sein Innenrestes allerdings zweifelte jeden Tag mehr an sich. Er hatte Angst vor sich selbst, so lächerlich es auch klang. Würde er auch einfach Anisa oder Lev ausschalten können, würde es darauf ankommen? Könnte er selbst das? Er hoffte inständig, dass er niemals in diese Lage kam, denn er kannte die Antwort nicht. Er war kalt und er hasste sich dafür. Er wollte daran glauben, dass er kein so schrecklicher Mensch sein konnte. Er wollte daran glauben, dass er diese beide ihm kostbaren Menschen beschützen würde, dass er alles für sie tun würde. Diese beiden welche ihn menschlich hielten. Er schüttelte den Kopf um diese dunklen Gedanken schnell zu vertreiben. Was war los? Warum tauchten diese Gedanken öfter auf als sonst? Um sich davon abzulenken, sprach er direkt mit Anisa weiter. "Ich sollte ihm das tatsächlich nicht antun, dafür liebe ich ihn ja zu sehr. Aber vielleicht verfällt er mir ja doch?", grinste er amüsiert und streckte Anisa neckend die Zunge heraus. Als sie allerdings wieder mit Isabella anfing, seufzte er leicht. "Du meine Güte, man könnte langsam echt glauben du bist eifersüchtig. Ich habe doch bereits gesagt, dass ich nicht auf diese Art an ihr interessiert bin." antwortete er ihr dann und lief in das Badezimmer um ihr nun doch das Badewasser einzulassen. Während er den Wasserhahn aufdrehte vernahm er die Frage von Anisa und brauchte auch nicht lange für eine Antwort. "Ich esse alles. Ich hab es mir nicht leisten können wählerisch zu sein und ich habe daher kein Lieblingsessen. Ich muss aber sagen das eure Küche viel besser ist als die aus meiner Heimat."


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    • "Ach, das glaubst du? Ich glaube, er wird vor dir flüchten. So viel Arroganz und Selbstbewusstsein wird ihm sicherlich zu viel sein.", witzelte die schöne Rothaarige und sprach im nächsten Moment auch schon davon, wie unfair es wäre und auch Isabella erwähnte sie. Die ersten Sekunden hielt sie inne, starrte den Dunkelhaarigen ungläubig an, ehe sie innerlich den Kopf schüttelte und mit den Augen rollte. "Sei doch nicht gleich so zickig.", sagte sie dann und starrte auf seinem Rücken, als er in Richtung Badezimmer flüchtete. Stimmte es? War es Eifersucht? Gott, was war mit Anisa nur passiert, das sowas in ihrem Leben passierte. Eifersucht, das hatte die schöne Rothaarige noch nie empfunden. Zumindest nicht in diesem Zusammenhang. Das war fast schon furchteinflößend. War es denn wirklich so? Mit Isabella hatte Anisa nicht viel zutun, seit sie allerdings aber bei Killian lebte, weil es die Umstände nicht anders zuließen, sah sie Isabella häufiger als gewollt. Killian hatte schon einmal erwähnt, das diese Frau ihn anhimmelte, allerdings nicht ganz auf der gesunden Weise. Lev hatte sie angesprochen, ob sie ihn denn ebenfalls mochte und sie wusste, seine Worte zu deuten. Er sah, in welcher Bindung Anisa sich zu dem Dunkelhaarigen fühlte. Wenn sie sich zurück erinnerte, war Isabella plötzlich in der Uni aufgetaucht und Anisas Rektion war daraufhin, ihren weichen Körper an seinen zu legen und ihm etwas verführerisches ins Ohr zu flüstern. Und das war nicht nur einmal so passiert. War sie wirklich... Eifersüchtig? Verdammt, Nein. Schnell verwarf sie den Gedanken, folgte Killian in das Badezimmer und warf die Frage auf, was er denn gerne aß, jedoch fiel seine Antwort nicht sehr wählerisch aus. "Gut.", sagte sie daraufhin und verließ wieder das Badezimmer um Papier und Stift zu suchen. Am Esstisch nahm sie platz, während sie eine Einkaufsliste schrieb und hoffte, die Gerichte noch immer kochen zu können, die sie auch damals mit ihrer Mutter oder ihrer Nanny gekocht hatte. Und wenn sie vielleicht nicht mehr die beste Köchin war, dann hätte sie nun genügend Zeit zum lernen. Nachdem Anisa für die restliche Woche einen Einkaufszettel geschrieben hatte, ging sie wieder zurück zu Killian in das Badezimmer. "Du müsstest etwas für mich besorgen.", erklärte sie ihm und hob den Zettel. "Oder du lässt jemand anderen laufen, das überlasse ich dir.".
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