[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

    • "Er weiß genau was er sagt, auch wenn er betrunken ist. Meine Mutter war kein Unschuldslamm, allerdings war sie immer an meiner Seite, während er seiner Arbeit nachgehen musste.", murmelte sie zögerlich, während sie weiterhin auf die Sterne hinauf blickte. Wie oft war sie denn als kleines Kind schon auf dem Balkon gesessen und hatte mit der Bürste in der Hand auf ihre Mutter gewartet? Anisa liebte es, wenn man mit ihren Haaren spielte, wenn man sie kämmte und ihr die Liebe zeigte, die man für sie empfand. Sie wünschte sich ihre Mutter zurück, die nun an ihrer Seite sitzen würde und sie in ihre tröstenden Arme ziehen würde um ihr zu sagen, das die Welt bald wieder ganz anders aussehen würde. Immer wieder hatte Camilla ihrer Tochter erklärt, das sie genauso stark, wie schön ist. Diese Schönheit und diese Stärke hatte sie von ihrer Mutter geerbt, ebenso wie die liebevolle Art, die sie nur wenigen zeigte. Zu weinen hätte nichts mit Schwäche zutun, sagte sie, es ist etwas völlig menschliches, seine Gefühle freien Lauf zu lassen. "Du hättest sie geliebt und ich weiß, sie hätte auch dich wie ein zweites Kind behandelt.", fügte sie dann hinzu. Ihr Körper fühlte sich schwer an, er war müde, aber durch ihre wirren Gedanken konnte sie nicht schlafen, egal wie sehr sie es wollte. Am liebsten würde Anisa verschwinden, ein komplett neues Leben anfangen, doch leider war ihr dies nicht möglich. Die Menschen, vor denen sie sich Fernhalten sollte, kannten sie, nur sie kannte ihre Feinde nicht, ein großer Nachteil. Würde sie also in eine neue Stadt, in ein neues Land ziehen, könnte sie keinen dieser Menschen einschätzen. Und wer weiß, vielleicht würde sie sich auf der schnelle wieder irgendwo in einem schäbigen Lagerhaus wiederfinden. Anisa zog ihre Knie nah an ihren Körper heran und wandte den Blick nicht von dern leuchtenden Sternen. "Danke... Das du mich gerettet hast.", flüsterte sie dann und sah mit glasigen Augen zu Killian.
    • Aufmerksam hatte Killian ihr zugehört und schwieg einen Moment. Natürlich wusste er das ihre Mutter nicht so unschuldig wie ihre Tochter war, zumindest was die Mafiarbeit betraf. Sie war angeblich eine ziemlich gute Schützin, auch wenn sie selbst das Töten verabscheute. Der Dunkelhaarige hatte viele Geschichten über die geheimnisvolle Camilla erzählt bekommen. Ob er nun wollte oder nicht. Wenn der Alte sich wieder einen über den Durst getrunken hatte, wurde er verdammt redselig und mit Killian hatte er in privaten Stunden über alles Mögliche geredet über das Kill schwören musste, niemals etwas nach draußen gelangen zu lassen. Der attraktive Auftragskiller wusste das hier niemand in der Familie nur seine harte und kalte Seite besaß. Einmal hatte er John Astolfo weinen sehen, einen Anblick den er niemals im Leben vergessen würde, genauso wenig wie die darauf gefolgte Umarmung. Wenn er daran zurück dachte, wusste er nicht so recht wie er damit umgehen sollte. Bis heute warfen einige Momente seit er der Familie beigetreten war in ihm große Fragen auf. Er lies Anisa weiter sprechen, äußerte sich zu Beginn nicht. Erst als sie davon sprach, dass sie ihn ebenfalls als ihren Sohn betrachtet hätte, blickte er nachdenklich weiter in den Himmel. "Wie ist es? Ich meine eine liebende Mutter zu haben?", er konnte sich ein wenig den Neid nicht verkneifen, denn er bei der Erzählung der Rothaarigen verspürte. Verübeln konnte man es ihm nicht. Als Killian noch klein war, hatte er auch sehr nach der Aufmerksamkeit von John Astolfo gerungen, sehr zum Leidwesen der anderen Angestellten der Familie. Nun ja eigentlich war er immer noch ein Kind. Ein Kind das nicht Kind sein durfte. Er war jünger als Anisa, auch wenn es sich nur um wenige Jährchen handelte, aber er merkte oft das sie in vielen Dingen anders dachte als er. Er dachte dabei nicht an die Arbeit, sondern viel mehr was alltägliche Dinge anging. Es begann schon beim Frühstück oder dem Rauchen. Vielleicht bildete er sich das aber auch nur ein. Er war müde und wollte eigentlich nur noch schlafen. Dennoch wollte er die Seite von Anisa nicht noch einmal verlassen. "Gerettet?", antwortete Killian verächtlich auf ihre viel zu schönen Worte. "Ich habe dich erst in diese Situation gebracht. Ich bin kein Bodyguard, ich tauge dazu nichts. Sieh dich nur an. Ich habe keinen Kratzer und du bist übersät mit Wunden.", seine Worten klangen verletzt. Nicht verletzend an Anisa, sondern weil er es selbst war. Er war traurig, er war verletzt über sein Versagen und demnach sah er sie auch an. "Warum haben sie nicht mit mitgenommen? Es wäre so viel einfacher gewesen und du hättest das nicht durchmachen müssen." Er schüttelte den Kopf und erhob sich langsam. "Entschuldige. Komm lass uns schlafen gehen, es war ein viel zu langer Tag und uns beiden würde eine Pause gut tun." Daraufhin reichte er ihr seine Hand.


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    • Anisa hatte ihre Mutter geliebt und liebte sie auch noch immer. Ein Teil von ihr hatte man durch Camillas Tot mitgerissen, auch John Astolfo blieb nicht unbeschadet. Die schöne Rothaarige wusste noch genau, wie sie in die großen Arme ihres Vaters gestürzt war, als er ihr mit glasigen Augen mitgeteilt hatte, das ihre Mutter ermordet wurde. Spätestens als sie ihrem Vater schluchzend in die Arme gefallen war, konnte auch er die Stärke, die er vor ihrer Tochter versuchte zu zeigen, nicht standhalten. Zuhause auf der beigen Couch lagen Vater und Tochter Arm in Arm und trauerten um geliebte Ehefrau und liebevolle Mutter. Die Frage des Dunkelhaarigen überraschte Anisa nicht, es steigerte eher ihre Traurigkeit. Killian kannte das wunderschöne Gefühl nicht, das eine Mutter in einem auslöste. "Es ist, als hättest du deinen Schutzengel immer an deiner Seite. Sie ist deine bessere Hälfte, verzeiht dir all deine Fehler und heilt alle deine Wunden. Sie pustet dir all deine Sorgen und Wunden regelrecht weg. Ich würde die gesamte Nacht damit verbringen, über eine Mutter zu reden.", erklärte die Rothaarige mit kurzen Worten. Es trieb ihr die Tränen in die Augen, sie dachte an ihre Mutter und das war etwas, das sie im Normalfall nur tat, wenn sie allein war. Ihr Herz schmerzte an den Gedanken, das sie ihre wunderschöne Mutter nie wieder sehen würde, obwohl diese Trennung schon vor Jahren war. Mit einem anderen Thema wollte sich die schöne Rothaarige ablenken, weshalb sie sich dann flüsternd bei dem Dunkelhaarigen bedankte. Das er allerdings solche Worte ausspukte, damit hatte sie schon fast gerechnet. Immerhin hatte Killian noch nie versagt und war vermutlich etwas, das er in seinem Leben nicht akzeptieren konnte. Allerdings war auch er nur ein Mensch und keine Maschine, so wie man es von ihm verlangte und außerdem, gab Anisa sich dafür die Schuld. Sie wollte sich nicht daran zurück erinnern, was noch vor einigen Stunden geschehen war. Allerdings wollte sie, auch wie es ihre Mutter immer getan hatte, all die Last von seiner Schulter nehmen. Oder es zumindest versuchen, tröstende Worte konnten auch für Killian Balsam sein. Kopf schüttelnd griff sie nach seiner Hand und erhob sich mit seiner Hilfe von dem harten Boden. "Sei nicht so hart zu dir selbst.", begann sie dann. "Ich bin eine Erwachsene Frau, ich hätte einfach nicht davon laufen sollen. Du bist ein Mensch und keine Maschine, die jeden einzelnen Schritt in ihrem Leben perfekt durchführen kann. Jeder macht Fehler und ich verzeihe sie dir, das solltest du vielleicht auch.", meinte sie mit sanfter Stimme und hatte ihre Hand zu seinem Hals gleiten lassen und ihn vorsichtig gestreichelt. Langsam zog sie dann ihre Hand weg, um in das Schlafzimmer zu tapsen und sich unter die Decke zu murmeln.
    • Fast als würde er einer Märchenstunde lauschen, hatte Killian der Beschreibung von Anisa zugehört. Es klang traumhaft, dass musste er gestehen. Jemand der dich liebt wie du bist, froh ist über deine Existenz und mit der Freude und Trauer teilt, klingt wie in einem Märchenbuch. Solche Bücher hatte seine Schwester regelrecht verschlungen und ihm als er klein war jedes Mal vorgelesen. Sie hatte das Glück das Lesen von einer Freundin zu Lernen, welche die Schule besuchte. Als Killian versuchte sich seine Mutter in der Rolle vorzustellen, welche ihm Anisa beschrieb hätte er fast angefangen zu lachen. Die Vorstellung war so albern, dass er nicht so genau wusste ob es nun eher traurig oder amüsant war. Er entschied sich für die amüsante Variante, alles andere wäre zu schmerzhaft und sich damit auseinander zu setzen. Daher grinste er ein wenig amüsiert während er weiter in die Sterne blickte. "Ich bin echt neidisch. Wenn ich mir versuche meine Mutter in der Rolle vorzustellen, muss ich mich beherrschen keinen Lachanfall zu bekommen.", antwortete er dann doch lachend. "Aber hey wenigstens sah sie verdammt gut aus. Ich komme also auch nach meiner Mutter.", grinste Killian weiterhin amüsiert und schüttelte leicht den Kopf. "Lassen wir das. Behalte Sie immer in guter Erinnerung Anisa. Es ist schön das du solche Gefühle mit ihr verbindest." Danach hatte sich der Dunkelhaarige erhoben, obwohl die Rothaarige welche trotz all der Wunden immer noch so unglaublich schön war, dass es fast schon erschreckte, versuchte ihm seine Last abzunehmen. Das war wiederum kannte er nur von seiner Schwester, etwas das Jahre her und längst vergessen war. Killian war es nicht gewohnt seine Sorgen zu teilen, dass man ihm verzieh oder nicht böse auf ihn war. Es war eigentlich sogar verständlich das Killian diese Worte nicht annehmen konnte. Woher wenn er sie nie gelernt hatte? Daher schüttelte er vehement den Kopf. "Nein.", war daraufhin alles was er sagte und damit war für ihn das Thema erledigt. Es würde ihm erst besser gehen, würde John Astolfo eine Strafe über ihn verhängen. Das war etwas mit dem er umgehen konnte, auch wenn das bislang von dem Alten nicht kannte. Als er der Rothaarigen vorschlug das sie endlich schlafen gehen sollten, sehnte sich Killian regelrecht nach seinem Bett oder Sofa je nachdem. Er konnte es kaum abwarten diese viel zu langen Stunden endlich hinter sich zu lassen. Er hatte genug.
      "Soll ich bei dir bleiben oder auf dem Sofa schlafen?", fragte er Anisa dann während er am Türrahmen seines Schlafzimmers lehnte und auf sein Bett blickte. Er wusste nicht wie Anisa im Moment zu großer Nähe stand, weswegen er mit dem Thema vorsichtig umging. Das waren wenigstens Dinge die er bestens nachvollziehen konnte und wusste wie er handeln musste.


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    • Auf Killians Worte konnte Anisa nur mit den Augen rollen. Solch eine Einstellung gegenüber seiner Mutter? Er lachte und äußerte sich nur über ihr gutes Aussehen. Ja, Anisa war ein Ebenbild ihrer Mutter und konnte nicht abstreiten, das Camilla eine wunderschöne Frau gewesen war, sie in diesem Falle auch, aber das war nicht das Erste, an das sie sich erinnerte, wenn sie an ihre Mutter dachte. Konnte sie ihm das aber Übel nehmen? Er kannte diese Liebe und diese Zuneigung nicht und seinen Vater brauchte man gar nicht erst zu erwähnen. Killian war ein Fall für sich selbst und wie Anisa fand, eigentlich ein bedauernswerter junger Mann. Das sollte sie ihm allerdings nicht gestehen, das waren Worte, die sie schön für sich behielt. Dieses Thema 'Mutter' ließ sie lieber hinter sich und war froh, das auch Killian dieses Thema beendete und ihr die Hand entgegen streckte, nachdem er aufgestanden war. Lieber hatte sie ihr Glück damit versucht, ihm Worte zu schenken, die ihn etwas trösten könnten. Das allerdings hatte er nicht so aufgefasst, wie es Anisa gern gewollt hätte. Dieser Idiot, sie befand sich nicht in dem Zustand, um mit ihm zu diskutieren, also beließ sie es einfach dabei und entschied sich die restlichen Stunden in Schweigen zu verbringen. Sofort hatte sie also also auf dem Absatz kehrt gemacht und sich in das Schlafzimmer begeben, wo Killian im Türrahmen zum Stoppen kam und sich erkundigte, ob er bei ihr bleiben sollte oder nicht. Ohne ein Wort zog sie die Jogginghose aus und auch den Pullover, um in ein Shirt zu schlüpfen, das ihr wieder zu groß war, als sie die Türen des Kleiderschrankes geöffnet hatte und sich dahinter versteckt umzog. "Bleibst du hier?", fragte sie dann untypisch unsicher, als sie die Türen wieder schloss und sofort unter der Decke verschwand.
    • Auch wenn ihr Zustand nichts war was man sich wünschen sollte, war Killian erleichtert das sie nicht mit ihm diskutierte. Nicht nur sie hätte dazu heute keine Kraft mehr, denn das wäre ganz sicher in einem Streit geendet. Was hatte er sich überhaupt dabei gedacht mit der Rothaarigen solche ein Gespräch zu führen? Sie konnte diese Dinge nicht nachvollziehen und wie sollte sie es auch? Abgesehen von dem Umstand ihres Familienhintergrundes war ihr Leben perfekt. Ihre Mutter war liebevoll gewesen, ihr Vater sah sie als das Wertvollste in seinem Leben an und auch wenn die Umstände deutlich besser sein könnten, hatte sie eine deutlich andere Weltanschauung als er. Vielleicht war es der Neid, welcher ihn so eklig werden lies? Er hatte keine Mutter, die ihn in den Arm nahm und liebte. Seine Mutter war eine Prostituierte, welche sich ständig neue Männer ins Haus holte, es leichtfertig abtat wenn die Säcke ihren eigenen Sohn und Tochter berührten und am Ende die Kohle einsteckte. Wie sollte er da positiv denken? Ja, er war neidisch auf Anisa und er hasste sich dafür. Hatte er nicht schon genug widerliche Charaktereigenschaften, musste diese etwa auch noch dazu kommen? Gott, manchmal fragte er sich ja ob es nicht besser gewesen wäre, John Astolfo hätte damals abgedrückt. Den Gedanken verwarf er aber schnell wieder, denn trotz all dem Leid wollte er leben. Er wollte leben und gebraucht werden. Er hätte nicht Trinken sollen, dass machte ihn immer so rührselig und damit konnte er noch nie sonderlich gut umgehen. Als er sich an den Türrahmen lehnte, blickte er zur Seite als Anisa sich vor ihm umzog. Nicht weil er das alles nicht schon gesehen hätte, sondern viel mehr weil es nach so einem Tag nicht sein musste das sie sich noch unwohler fühlte. Als er ihr die Frage stellte, ob er bleiben sollte folgte direkt eine Gegenfrage. So etwas mochte Killian für gewöhnlich nicht, aber er nickte und näherte sich ihr langsam. "Wenn du das möchtest, bleibe ich." Daraufhin hatte er sich neben sie in das große Bett gelegt, welches genug Platz bot wenn man nicht nebeneinander liegen wollte.


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    • Zu Anisas Erleichterung würde Killian die Nacht bei ihr verbringen. Eigentlich wollte sie allein sein, denn sie würde ohnehin nicht einschlafen können und wenn doch, dann würde sie nur in einen unruhigen Schlaf verfallen. Der Gedanke an die letzten quälenden Stunden waren etwas, das sie erst noch verdauen müsste. Sie wurde geschlagen, bis ihr Blut auf den Boden tropfte, ihr schönes Kleid wurde zerrissen und fast wurde sie vergewaltigt... Es war nichts, was man jemanden wünschte und eine Frau die ihr bisheriges Leben in Watte eingepackt verbracht hatte, würde einige Zeit benötigen, bis sie überhaupt verstehen konnte, was geschehen war. Anisa hatte ihren schmalen Rücken zu Killian gewandt und berührte vorsichtig ihre Handgelenke, die die Stellen, an denen sie gefesselt wurde, deutlich zeigten. Es schmerzte, auch wenn sie diese Wunden nicht berührte, ebenso wie ihre Knöchel und ihr Gesicht. Ob sie Narben an Handgelenk und Knöchel davontragen musste? Solch eine Erinnerung wollte sie nicht bei sich tragen, sie wollte vergessen und nun all ihre Gedanken abschalten und einschlafen. Leider nur war es nicht so einfach, wie sich die Rothaarige wünschte und starrte an die Wand, die sie in der Dunkelheit nicht sehen konnte. Wie hatte Killian nur damit leben können, ohne den Verstand zu verlieren? Könnte sie sich denn wieder normal benehmen? Konnte sie ohne Angst die Straßen wieder betreten? Und das ohne einen Menschen, der sie auf Schritt und Tritt beobachtete, um sie in Sicherheit zu wiegen. Wieso konnte sie nicht einfach ein neues Leben beginnen, ohne das man erfahren würde, wer sie wirklich war? Tränen stiegen ihr wieder in die Augen und kullerten über ihr Gesicht, jedoch ließ sie sich davon nichts anmerken und blieb stumm.
    • Killian hatte sich schweigend zu Anisa ins Bett gelegt, zog die Decke über sie beide und verschränkte die Arme hinter den Kopf während er an die weiße Decke über ihn blickte. Das Zimmer war dunkel, lediglich die mondhelle Nacht erleuchtete den Raum fast als hätte er ein kleines Nachtlicht eingeschaltet. Er war müde, er war müde von all dem was heute passiert war. Das Gefühl des Versagens nagte an ihm und auch wenn der Dunkelhaarige es nie zugeben würde hatte er Angst, dass John Astolfo ihn nun verstoßen würde und das er in seinem Ansehen sank. Er wollte weiter der beste Auftragskiller der Astolfos sein, er wollte weiter das Lob eines so hochrangigen Mannes ernten. Privilegien besitzen, die er sonst niemals in seinem Leben erfahren würde und wenn er sich dafür vor ihm ab und an auszog, interessierte es ihn auch nicht weiter. Immerhin hatte ihn der alte Mann nie zu etwas gezwungen, auch ein Auftragskiller wurde er freiwillig. Er konnte also im Gegensatz zu Anisa die Schuld nicht bei ihm suchen. Wozu auch? Killian hatte sich für das Leben entschieden und das hatte eben dieses Leben vorausgesetzt. Ein besseres Leben würde sich ihm niemals bieten. Was wenn er diesen Status aufs Spiel gesetzt hatte und verlor? Killian konnte das Zittern seiner Hände nicht unterdrücken weswegen er sie direkt unter der Decke versteckte. Der attraktive junge Mann hoffte inständig, dass es morgen entschieden wurde wie es weiter geht und man ihn nicht so in der Schwebe lies. Warten war noch nie eine Stärke von Killian gewesen, zumindest nicht in diesem Zusammenhang. Seufzend drehte er sich um, kuschelte sich in das Kissen und schloss die Augen.
      Fuck!


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    • Anisa hatte wirklich keine Ahnung wie viele Stunden bereits vergangen waren, aber sie starrte noch immer auf den gleichen Punkt, als sie sich ins Bett und auf die Seite gelegt hatte. In keiner Sekunde fand sie in ihrem hübschen Kopf die Ruhe, die sie brauchte, um endlich in den Schlaf zu finden. Jedoch vermutete sie bereits, das sie keinen angenehmen Schlaf finden würde, sondern in einem Traum gefangen wäre, der sich so echt anfühlte das sie dachte, wieder entführt worden zu sein. Ihr Magen zog sich zusammen und grummelte nach etwas Essbarem, aufstehen wollte Anisa aber nicht. Auch wenn es höchst unwahrscheinlich war, was wenn jemand im Flur nur auf sie wartete, um sie dann unauffällig zu entführen. Ein absurder Gedanke, das wusste die Rothaarige und doch bewegten sich ihre Beine keinen Millimeter. Immer wieder fasste sie an ihre wunden Handgelenke und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Erst als es hinter den schweren Vorhängen heller wurde, schlief die Rothaarige ein, das allerdings auch nur für nicht einmal eine ganze Stunde. Der Schlaf war zu kurz, als das sie in einen Traum hätte verschwinden können. Die Sonnenstrahlen kitzelten an ihren Augen, woraufhin sie gegen das Licht blinzelte und merkte, wie ihr Körper schmerzte. Nach diesem kurzen Schlaf hatte ihr Körper sich endlich entspannen können und dann spürte man seine Muskeln noch viel intensiver, auch die Wunden, die ihren schönen Körper zierte. Ihr Körper brauchte den Schlaf, Anisa wollte ihm diese Ruhe aber nicht geben und wenn sie ehrlich war, konnte sie auch nicht entspannt einschlafen. Wie lange würde sie das verfolgen? Stumm erhob sich die Rothaarige und schlüpfte in die Jogginghose, die sie am gestrigen Abend von Killian vor die Badezimmertür gelegt bekommen hatte. Ihr Gesicht glich einem bunten Farbmalkasten, es schimmerte bläulich, grünlich und violet und von ihren Augenringen sollte man gar nicht erst sprechen.
    • Obwohl Killian müde war wie ein Stein und am liebsten einige Tage durch geschlafen hätte, war seine innere Uhr pünktlich auf die Minute. Der Dunkelhaarige war schon immer ein Morgenmuffel, wollte am liebsten nur seinen Kaffee und eine Zigarette, aber heute hatte er zudem einen echten Brummschädel. Es lag nicht am Alkohol das wusste er, fiel mehr an all dem was geschehen war. Natürlich war das nichts im Vergleich zu dem was er schon erlebt hatte, aber das Versagen saß ihm schwer in den Knochen. Mit einer Kopfschmerztablette im Blut und einer Zigarette in der Hand hatte er sich schon ziemlich früh auf dem Balkon wiedergefunden, während er Anisa schlafen lies. Sie brauchte den Schlaf, auch wenn er gemerkt hatte das sie diese Nacht kaum ein Auge zu gemacht hatte. Das Geschehene würde ihr noch lange im Gedächtnis bleiben. Sie musste es auf ihre Art und Weise verarbeiten und das konnte ihr leider niemand abnehmen. Der junge Mann wünschte sich, dass er derjenige gewesen wäre der entführt geworden wäre um ihr das Leid zu ersparen, aber so wichtig war er bei weitem nicht. Nach dem aktuellen Sachstand, wusste er nicht einmal ob ihn der Alte nicht direkt zum Mond schoss. Seufzend zog an der Zigarette in seiner rechten Hand, die er zwischen Zweige- und Mittelfinger hielt, während er über die Stadt blickte. Es war ziemlich frisch draußen, der Wind wehte ihm durch das dunkle Haar und vielleicht hätte er sich mehr überziehen sollen als lediglich eine schwarze Kapuzen-Sweatjacke über den nackten Oberkörper, die er offen gelassen hatte. Gegen 11 Uhr würde er Anisa zu ihrem Vater bringen und sich seine Strafe abholen, zumindest war das im Moment der aktuelle Plan. Im Hintergrund hörte er leise Schritte Richtung Badezimmer, also war Anisa bereits aufgestanden.


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    • Es würde noch einige lange Tage und Nächte werden, bis Anisa endlich wieder zu normaleren Gedanken finden könnte. Schon immer ist sie eine starke Frau gewesen aber das war etwas, vor dem sie ihr bisheriges Leben gehütet wurde. Ihr war etwas zugestoßen, worüber ihr Vater sich am meisten gefürchtet hatte und sie wusste, das er die erste Nacht ebenso wenig geschlafen haben musste wie sie selbst. Keine ganze Stunde konnte sich ihr Körper entspannen und sich von diesen schrecklichen Stunden erholen. Träge hatte Anisa sich aus dem Bett geschält und war in die Jogginghose geschlüpft, um daraufhin im Badezimmer zu verschwinden. Nur ungern wollte sie zu ihrem Vater in die Villa, wo jeder ihre Wunden sehen konnte. Matteo würde ihr vermutlich nicht mehr von der Seite weichen und darauf bestehen, das er ihr Bodyguard werden dürfte. Aber Anisa wollte niemand anderen, an Killian hatte sie sich endlich gewöhnt und diesen Jungen hatte sie schon als kleines Mädchen gemocht, auch wenn sie nur selten mit ihm in Kontakt getreten war. Diese Wohnung war ihr vertraut und dieser Geruch, der sich überall in den Stoffen gesammelt hatte. In ihre Wohnung wollte sie nicht mehr, auch wenn sie wieder wie geleckt aussehen würde und obwohl sie ihre Ruhe haben wollte, wollte sie auch nicht allein sein. Und mit Killian war ihr das möglich. Er ließ ihr die Ruhe, die sie brauchte, kümmerte sich auf seine ganz eigene Art um sie und legte gar seine starken Arme um sie, wenn sie sich ihm näherte. Er musste doch wissen, wie sie sich fühlte und was sie durchmachte, oder?
      Auf leisen Sohlen verkrümelte sich die Rothaarige in dem Badezimmer, wusch sich und putzte ihre Zähne, in den Spiegel warf sie allerdings keinen Blick.
    • Die nächsten Stunden waren ohne viele Worte vergangen. Killian hatte sich heute nicht zu einem Frühstück überwinden können und lies die Rothaarige die meiste Zeit ohnehin in Frieden. Er wusste das sie auf ihn zukommen würde, sobald sie eben soweit war. Wenn sie ihn brauchte war er da, wenn sie eine Umarmung wollte kam er dem nach. Wie bereits erwähnt war das ein Umstand mit dem er umgehen konnte und aus Erfahrung handelte. Er erachtete ihr Schweigen auch nicht als negativ, sondern als normale Reaktion. Der Dunkelhaarige hatte nachdem er das erste Mal eine eher weniger schöne sexuelle Erfahrung machen musste, eine komplette Woche nicht gesprochen und sich pausenlos übergeben. Irgendwann kam er damit klar und er war sich sicher, dass Anisa bei der zum Glück wenigstens diesen Umstand verhindern konnte, auch einfach die Zeit die Dinge richtete. So hatte er nach einer Zeit des stillen Schweigens Anisa in die Villa zu ihrem Vater gebracht. Erstens da dieser sie natürlich unbedingt sehen wollte und zweitens weil Killian nicht wusste wie es mit ihm nun weitergehen sollte. Er brauchte eine Ansage von John, sonst würde er verrückter werden als er ohnehin schon war.
      Natürlich war die komplette Villa im absoluten Ausnahmezustand. Sämtliche Mitglieder wuselten wie aufgescheuchte Hühner durch die großen Hallen, versuchten Anisa mit Geschenken und Zuneigung zu überhäufen, weil sie anders nicht wussten wie sie mit ihr umgehen sollten. Isabella hatte sich ebenfalls nach der Rothaarigen erkundigt, ihr liebevolle Worte gesagt und sich danach direkt um Killians Wohlergehen gesorgt. Da Kill nicht sonderlich in der Stimmung für irgendjemanden im Moment war, hatte er die komplette Gruppe aus dem Wohnzimmer-Salon, in dem sie sich mit John Astolfo treffen sollten geworfen. Außer der blondhaarigen Assistentin des Chefs und seinem Hauptbodyguard war niemand im Raum. Die Blondine hatte Anisa direkt einen Tee und Killian einen schwarzen Kaffee gebracht, und Anisa einmal zärtlich durch das weiche Haar gestrichen. Sie sagte nichts, lächelte sie nur sanft an und hielt sich danach im Hintergrund, während sie auf den Boss der Familie warteten. Der junge Auftragskiller hatte sich unterdessen auf das große dunkelrote Sofa geworfen, während er genervt zur großen Flügeltür des Salons blickte. Wetten sie alle standen an der Tür und wollten nun lauschen?


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rheira ()

    • Die gesamten Stunden die Anisa bei Killian verbrachte, waren schweigend. Die richtigen Worte fielen ihr nicht ein und wenn sie ehrlich war, dachte sie auch nicht darüber nach, was sie mit Killian für ein Gespräch anfangen könnte. Sie wollte ihre Ruhe und Killian wusste sicherlich am besten, wie man sich nach so einem erschütternden Erlebnis verhielt. Und er schien ihre ruhige Art zu respektieren, es fielen keine reizvollen Worte und auf einen wiederholten Flirt mit Killian... Wie sollte sie nach so etwas nur Lust darauf verspüren? Am liebsten würde sie einfach in ihre kleine heile Welt verschwinden, in ihren Büchern versinken und nicht weiter darüber nachdenken. Und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, dann musste sie ihrem Vater danken. Unzählige Male hatte sie ihrem Vater vorgeworfen, was für ein schreckliches Leben sie führen musste. Das er sie jahrelang von all dem beschützen konnte, das hatte sie zuvor nie gesehen. Wie auch? John hatte seine Tochter so gut aus seiner Welt heraushalten können, das sie in keiner Sekunde bemerkt hatte, das sie oft genug verfolgt wurde, die Feinde allerdings schon ausgeschaltet worden waren, bevor sie sich dem kostbaren Juwel des Oberhauptes nähern konnten.
      Bevor Killian und Anisa aufgebrochen waren, war Anisa in ihre Jeans und in ihren Pullover geschlüpft, den ihr Killian besorgt hatte, damit sie wieder etwas passendes zum Anziehen hatte. Auch die Autofahrt verlief nicht sehr viel anders ab, als die letzten Stunden in seiner Wohnung. Sie schwieg und starrte lediglich aus dem Fenster und beobachtete die vorbei ziehende Landschaft. Bei der Villa angekommen, fühlte Anisa sofort das unwohle Gefühl. Das sie Anfangs annahm, das vielleicht niemand wüsste, was geschehen war, war sofort fortgeworfen. Natürlich wussten all diese Menschen, was geschehen war, überhäuften sie mit ihren Geschenken und ihrer Aufmerksamkeit. Anisa hatte versucht sich zu flüchten und das aufkommende zittern zu unterdrücken. Es war fast so, als wäre ein Promi inmitten Venedigs erblickt worden und mit Kamerablitzen bedrängt worden. Erst als sie auf dem Sessel in dem Salon ihre Ruhe von den neugierigen Blicken finden konnte, umschlangen ihre zierlichen Hände die heiße Tasse, die sie von der hübschen Assistentin ihres Vaters bekommen hatte. Es dauerte eine Ewigkeit, bis endlich die großen Flügeltüren aufsprangen und der gefürchtete John Astolfo den Raum betrat. Sofort war er an die Seite seiner Tochter geeilt, um sie in seine großen Arme zu schließen. Sanft hauchte er einen Kuss auf ihre Stirn und wisperte ihr väterliche Liebesgeständnisse zu, die nur für die Ohren seiner Tochter bestimmt waren. Es war fast schon ein absurder Gedanke, das John Astolfo so liebevoll sein konnte, wenn man bedenkt, welch ein grausames Monster er sein konnte. Es hat seine Gründe, weshalb John Astolfo als der gefürchteste Mann Italiens galt, weshalb es immer wieder für große Verwunderung sorgte, wenn er gefühlvoll mit seiner Tochter sprach.
    • Es war ungewöhnlich für den sonst so frechen Killian kein Wort zu verlieren, wenn er hier in der Villa war. Abgesehen davon das er die komplette Gruppe aus dem Raum geworfen hatte, war er leise gewesen. Weder hatte er mit der hübschen Assistentin geflirtet, auch wenn diese nie drauf einging, noch hatte er etwas gesagt als der Chef persönlich den Raum betrat. Schweigend waren seine goldenen Augen auf die beiden gerichtet, welche sich in den Armen lagen und sicherlich sämtliche Erinnerungen Review passieren ließen. Anisa ging dieser Abend noch aus dem Gedächtnis und dem Alten wurden wahrscheinlich die Erinnerungen an seine Frau in den Kopf gehämmert. Das Unterbewusstsein war schon immer ein grausames Biest. Ein einziger Blick des dunkelhaarigen Auftragskillers genügte und er hatte ein Bild der Gedankengänge seiner Vorgesetzten im Kopf. Sie umarmten sich als hätten sie Angst der andere zerbrach würden sie einander los lassen. Es war wenn man ganz ehrlich war ein trauriges Bild. Killian wandte daher den Blick ab, richtete sein Augenmerk auf das dunkelrote Sofakissen aus Samt, an deren goldfarbenen Kordeln an den Seiten er herumspielte. Schon seit er sich erinnern konnte, spielte er immer mit Kissen herum, wenn er nervös war. Hierbei sollte man erwähnen das Kill praktisch nie nervös ist, aber in diesem Moment war er es. Er saß praktisch auf Kohlen, verdammt heißen Kohlen. Würde das Oberhaupt der Familie Astolfo kein Machtwort sprechen, würde er durchdrehen. Killian musste den aktuellen Stand kennen, welchen er nun bei John eingenommen hatte. Verfluchte er ihn? Würde er ihn einfach auf den Strich schicken, weil er da deutlich besser für geeignet war oder würde er ihn direkt umbringen? So schockierend es auch klang, er würde mit allem davon besser zurecht kommen als mit dieser Ungewissheit. Er atmete also tief durch und blickte wieder zu den beiden. "Können wir reden?", richtete er nun die Frage direkt an John und erhob sich vom Sofa.


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    • So sehr Anisa auch wollte, das ihr Vater sie in seine starken Arme wog, sollte er sie auch wieder in Frieden lassen. Diese Nähe und diese Zärtlichkeit brachten sie nur wieder den Tränen nahe. Es war schlimm genug, das sie diese Stunden, die sich anfühlten wie Tage, noch immer nicht verkraftet hatte. Gut, nur ein Tag war seither vergangen, jedoch fühlte Anisa sich nicht wie die starke Frau, die sie immer gewesen war. Sie bezweifelte gar, das sie jemals wieder in ihr normales Leben einsteigen könnte. Wie sollte sie weiterhin studieren, ohne das ihre Gedanken zu diesen Stunden schweiften? Ganz von allein bewegte sich ihre zarte Hand zu ihren aufgeplatzten Lippen, die sich so rau anfühlten, das sie dachte, sie würden nie wieder heilen. Natürlich war dieser Gedanke absurd, aber die schöne Rothaarige konnte noch immer ganz genau den Schmerz spüren, als die Faust, die sich wie hartes Metall angefühlt hatte, ihr zartes Gesicht getroffen hatte. Nach einigen flüsternden Worten, die ihr verrieten, wie sehr ihr Vater sie liebte, löste er sich von seiner Tochter, als Killian sich ebenfalls zu erkennen gab. Bisher war er nur stumm auf dem Sofa gesessen, bis er es letztendlich nicht mehr aushielt und wohl wissen musste, was mit ihm geschehen würde. "Sei nicht so hart, es ist nicht seine Schuld.", flüsterte Anisa ihrem Vater zu, der sie für einen Moment etwas verwirrt anblickte, ehe er sich zu Killian wandte. "Ja.", antwortete John knapp und ging ohne ein weiteres zu einer dunkelbraunen Tür, die sich im Raum befand und zu einem kleinen Nebenraum führte, indem ein Schreibtisch mit sämtlichen Büchern und Blättern bestapelt war. John Astolfo forderte Killian stumm auf, ihm zu folgen. Als sich die Tür hinter dem Dunkelhaarigen dann schloss, sprach auch John endlich wieder zu Killian. "Kill.", sagte er, "Du hast mich noch nie enttäuscht und deine Aufträge gewissenhaft und zu meiner großen Zufriedenheit ausgeführt. Ich hatte dir meine Tochter anvertraut, du solltest sie mit deinem Leben beschützen, kein Haar sollte ihr gekrümmt werden. Und was sehe ich? Meine Tochter, traumatisiert und verwundet.". Im nächsten Moment schwieg John, sah Killian lediglich undurchdringlich an, ehe er nach einigen Sekunden wieder das Wort erfasste. "Bis zu diesem Zeitpunkt hast du mich noch nie enttäuscht, ich bin anderes von dir gewohnt, Kill. Versage auch dieses Mal nicht, es wäre eine Schande, dein Talent wegzuwerfen.", erklärte John und gab Killian mit diesen Worten eine Chance. Eine letzte Chance.
    • Es gab zwei Möglichkeiten, entweder er würde das arme Sofakissen weiterhin misshandeln in dem er an den goldenen Fransen zog oder er würde John Astolfo einfach direkt ansprechen. Da Kill noch nie zu den feigen Menschen gehört hatte und sein Mut fast mit Leichtsinn verglichen werden konnte, hatte er sich für die letztere Version entschieden. Er musste wissen wie es nun mit ihm weiterging. Er hatte das Oberhaupt der Astolfo-Mafia enttäuscht. Eigentlich überlebte das niemand. Das Oberhaupt der Familie war zwar als fantastischer Boss bekannt, aber auch gefürchtet. Er verzeiht nicht und er straft Enttäuschung direkt. Kill konnte sich nicht daran erinnern, dass der Alte jemals irgendjemanden ungestraft davon kommen lies. Der Dunkelhaarige machte sich also schon seelisch dafür bereit, dass es für ihn ein böses Ende nahm. Es gab genug das er sich vorwerfen konnte und doch hatte er sich Mühe gegeben, wenn auch nicht genug. Vielleicht war es aber okay so. Es wäre vorbei. Killian hatte sich ehrlich gesagt oft genug vorgestellt, was wäre wenn er endlich all das hinter sich lassen könnte. Allerdings hängte er zu sehr an diesem Leben, auch wenn er selbst nicht so genau verstand warum. Er wurde geschlagen, misshandelt, vergewaltigt, gedemütigt, verletzt und verachtet und doch klammerte er sich so sehr an dieses erbärmliche Leben fest. Warum? Nachdem er tief durchatmet hatte, fasste er also den Entschluss John anzusprechen, welcher seiner Bitte nach kam und ihn in einen anderen Raum bat. Es handelte sich hierbei um einen kleinen Nebenraum, welcher für Recherchen benutzt wurde. Meistens um andere Leute ausfindig zu machen. Jedenfalls vermittelte dieser Raum ohne jegliche Dekoration einem kein gutes Gefühl. Nur ein Eichetisch, ein viel zu großer Schreibttischsessel, Papier und Bücher, ansonsten absolute Leere. Schweigend lauschte er der strengen Stimme von John Astolfo, schloss seine wunderschönen golden Augen und wartete auf seine Strafe. Er würde jegliche in Kauf nehmen, dass hatte er sich schon geschworen als all das geschehen war. John sprach zwar mit ihm, aber Killian fühlte sich als würde jemand anderes zu ihm sprechen. Auch wenn die Stimme nicht so sanft wie gewöhnlich zu ihm war, war es die Chance. Moment ... perplex öffnete Killian die Augen und starrte ihn an. "Moment, was?", irritiert ließ er in seinen Gedanken das eben Gesprochene Review passieren. "Eine Chance ... eine weitere.", wiederholte er immer noch verstört.


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    • Während John und Killian in dem Nebenraum verschwanden, konnte Anisa sich nicht vorstellen, das jemand, nur wegen seines Versagens, bestraft werden würde. Zumindest nicht so, als das jemand mit seinem Leben zahlen müsste. Sie hatte ihrem Vater zugeflüstert, es wäre nicht Killians Schuld gewesen, ob ihre Worte auch etwas brachten, wusste die schöne Rothaarige nicht. John jedenfalls gab Killian eine Chance. Seine letzte Chance, denn niemand würde jemals mehr Chancen erhalten, als eine Zweite. Und das war schon ungewöhnlich genug. Noch immer blickte John seinen besten Auftragskiller an, der nicht glaubte, was er eben gehört hatte. Sein Tonfall war nicht so höflich wie sonst, er war ernst und würde dem jungen Mann vor sich seine Worte nicht wiederholen. Es war eine weitere Chance, sein Können unter Beweis zu stellen, John wollte ihn nicht umsonst aus der Gosse gerettet haben wollen. Aber Killian einfach zu erschießen oder in den freien Markt laufen zu lassen, war Verschwendung, nur durch sein Jahrelanges durchhalten und seine erledigten Aufträge, gewährte John ihm, weiterzuleben wie bisher. Killian sollte sein Juwel weiterhin mit seinem Leben schützen, kein weiteres Leid für die schöne Astolfo Tochter, denn das nächste Mal wäre John nicht so gnädig. Vielleicht waren es aber auch ihre Worte, denn Anisa hatte oft genug erwähnt, das sie nicht wollte, das Killian etwas geschehen solle. Er wäre nicht Schuld, sie sei davon gelaufen. Aber das waren keine Worte, die den großen John Astolfo davon aufhielt, jemandem in die Schranken zu weisen oder gar zu erschießen. "Es wäre eine Schande für dein Talent.", wiederholte John. "Und wenn Anisa auf den Gedanken kommt, erneut davon zu laufen, dann halte sie gefälligst davon ab, ich will kein weiteres Mal hören, das sie sich für diese beschissene Sache die Schuld gibt.", erwähnte John warnend, während er zur Tür schritt und die Türklinke hinunter drückte. "Dennoch, ganz ungestraft kommst du mir nicht davon.", sagte er noch, ehe er die Tür öffnete und in die roten Augen seiner Tochter blickte. Gott, dieser Anblick seiner gebrochenen und verwundeten Tochter zerbrach ihm sein, in Ketten gelegtes Herz. "Es wird kein weiteres Mal passieren, Schätzchen.", sagte John mit gesenkter Stimme und setzte Killian somit unter Druck, seine Chance in keinem Fall zu verspielen, als er sich vor Anisa kniete und sanft ihren weichen Kopf streichelte. "Versuche zu Schlafen, gönne dir die Ruhe, die du brauchst. Es wird alles in Ordnung, mein Juwel.", flüsterte John seiner Tochter zu und erhob sich dann wieder.
    • Er war wieder bei Null angekommen, all die Jahre lange harte Arbeit und nun war er wieder ganz am Anfang. Er musste sich das Vertrauen von John Astolfo erneut erarbeiten und das war etwas das Killian ärgerte. Er wusste das John sein gutes Aussehen alleine nicht ausreichte. Ja, er sah ihn gerne an oder wünschte sich seine Gesellschaft, aber sein hübsches Gesicht hatte ihn nicht zum besten Auftragskiller der Organisation gemacht. Kill war ein Monster geworden und er war es immer noch. Er war ein Raubtier, mit scharfen Krallen und Zähnen und schon wieder musste er Jagd machen. Jagd um endlich angenommen und anerkannt zu werden. Ja, das Oberhaupt der Mafia hatte ihm eine weitere Chance gewährt und doch fühlte sich der Dunkelhaarige elend. Ihm war schlecht ...
      Tief atmete der junge Mann durch und nickte. "Ich werde nicht noch einmal versagen.", daraufhin lief er direkt an John Astolfo vorbei, ignorierte die Drohung einer Strafe und wartete darauf das sich der Mann mit dem schlohweißen Haaren von seiner Tochter verabschiedete, ehe er sich Anisa näherte. "Anisa, lass uns gehen.", richtete er seine Worte an die schöne Rothaarige und lief zur großen Tür welche den Salon vom Hausflur trennte. Mit einem kräftigen Ruck hatte er die Flügeltür aufgerissen und die restlichen Familienmitglieder welche gelauscht hatten flogen direkt in den Raum hinein. Dumm für die Gruppe, dass Killian praktisch einen lautlosen Gang besaß und sie ihn nicht haben kommen hören. Er hatte sie lediglich angesehen, drehte sich danach zu Anisa und streckte die Hand nach ihr aus. "Komm."


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    • Es ärgerte John, das ausgerechnet Killian ihn enttäuscht hatte. Der Mann, den er aus der Gosse geholt und ausgebildet hatte, in keiner einzigen Sekunde hatte er ihn enttäuscht, war immer bemüht und das war es auch, das den Dunkelhaarigen mit seinen gold schimmernden Augen gerettet hatte. John sah über die Enttäuschung hinweg, allerdings konnte und wollte er seinen Ärger nicht verbergen. Killian würde noch eine saftige Strafe erwarten, jetzt allerdings, brauchte seine Tochter Zeit um wieder in ein normales Leben zu finden. Das Oberhaupt verabschiedete sich von seiner Tochter, strich ihr ein letztes Mal über das weiche Haar, das sie zu einem Knoten zusammen gebunden hatte und legte seine Lippen sanft auf ihre Stirn. Killian war währenddessen zur Tür geschritten, um diese zu öffnen. Die weichen Züge waren sofort aus Johns Gesicht gewichen und sah die Männer warnend an, die allesamt auf dem Fliesenboden lagen und aufeinander stapelten. Knurrend wies er die Männer zurecht, während Anisa sich erhoben, die leere Tasse beiseite gestellt und zu Killian geeilt war, um verloren nach seiner Hand zu greifen, als wüsste sie nicht, wie sie aus dieser Villa käme. Für Anisa war es noch immer schwer zu verkraften, sie schwieg die meiste Zeit, als das sie wie vor wenigen Tagen noch ihr freches Mundwerk öffnete. Sie sah verloren aus, als wäre sie in einer Welt die sie nicht kannte. Und wenn man sich das alles ein weiteres Mal durch den Kopf gehen ließ, war es auch genau das, Anisa befand sich in einer Welt, die sie nicht kannte. Sie war wie ausgewechselt. "Fahren wir zu dir zurück?", fragte sie dann unsicher, als sie den Salon hinter sich ließen.
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