[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

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    • Killian wusste nicht wie lange es dauern würde, bis Anisa all das überwunden hatte. Der Einbruch in ihrem Zuhause war im Vergleich dazu eine Kleinigkeit und selbst das hatte sie mehr schlecht als recht überstanden. Wie sollte es jetzt also nach so einem Trauma weitergehen? Es war schon das zweite Mal das ihm Anisa durch die Lappen gegangen war. Würden sie das hier heil überstehen, würde er den Alten bitten einen neuen Bodyguard anzuwerben für seine geliebte Tochter. Er war ein Mörder, kein Beschützer. Er wollte nicht das Anisa all das nur wegen seiner Unfähigkeit als Aufpasser durchmachen musste. Am liebsten würde er die Rothaarige ja schnappen und mit ihr fliehen, aber das konnte er sich abschminken. Würde er nur einen falschen Schritt machen, wäre er mausetot. Um sich selbst machte er sich keine Gedanken, aber um Anisa. Er musste so lange es geht am Leben bleiben, die Leute ablenken und somit dafür sorgen, dass die Kleine hier herauskam. Gott, es wäre so viel einfacher wenn er der Gefangene wäre. Killian spürte die zitternden Hände an seiner Jacke und für einen Augenblick war er froh, dass er sich nicht umdrehen konnte. Der Anblick von Anisa, welche sonst so stolz und wunderschön war in dieser Verfassung zu sehen ... Gott, er wollte diese Leute alle samt umbringen. Was hatten sie ihr nur angetan? Am liebsten hätte er Anisa in die Arme gezogen, ihr versprochen das alles gut wird, aber das konnte er nicht. Erstens konnte er ihr dieses Versprechen nicht geben und zweitens wäre das eine Blöße, die er nicht erlauben konnte. Darum blickte er weiterhin mit gefasster Mine und entspanntem Gesichtsausdruck zu Francesco, der gerade einen seiner Leute zusammen stauchte, was ihm den einfiele ohne seine Erlaubnis zu sprechen. "Aber aber, kein Grund gleich laut zu werden Francesco.", schnurrte Killian so glaubhaft amüsiert, dass man sich kaum vorstellen konnte in welcher Lage er eigentlich war. Er spielte dieses Spiel perfekt, er war nicht das erste Mal in so einer Situation und er wusste das eine glaubhafte Ruhe in solchen Momenten alles war. "Was mir vorschwebt? Wer weiß ... aber ist es hier nicht verdammt heiß?", flüsterte Killian zärtlich während er sich aus seiner Jacke schälte, die Waffe sinken lies und unbemerkt hinter dem Rücken Anisa sein Messer in die Hand drückte. Sie musste bewaffnet sein, falls irgendetwas passierte und das hier schief ging. Killian hatte gute Ohren und noch bessere Instinkte, es war noch jemand hier und er hoffte inständig das es seine Leute waren und nicht irgendeine feindliche Gruppierung die mal eben Stress mit Francesco, aber noch mehr Stress mit den Astolfos hatte. "Also? Was spielen wir für ein Spiel? Wollt ihr mich wirklich so einfach töten? Wo bliebe denn da der Spaß?" er ging einige Schritte auf Francesco zu, hatte die Jacke mit dem versteckten Messer bei Anisa gelassen und blickte ihm in die Augen. Zeit, er brauchte noch mehr Zeit.


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    • In so einem elenden Zustand hatte sich die schöne Rothaarige noch nie befunden, abgesehen an dem Tag, als sie die Nachricht erhalten hatte, das ihre Muter nun unter den Toten weihte, allerdings war das eine ganz andere Sache. Immerhin befand sie sich nun in Gefangenschaft, ihr Gesicht schmerzte von all den Schlägen und schmeckte das Blut, an ihren sonst so weichen Lippen. Vermutlich war ihr Gesicht ein reinstes Farbspiel, blau, grün und lila, immerhin hatte sie schon einige Stunden hinter sich bringen müssen, die sich jedoch wie Tage anfühlten. Ihre zarten, zitternden Hände griffen nach der Jacke des Dunkelhaarigen, sie brauchte ihn jetzt, hätte er es nicht geschafft, zu ihr vorzudringen, wäre sie vermutlich schon zusammen gebrochen. Auf diesem schäbigen Stuhl und vor laufender Kamera. Gott, wenn die dabei an ihren Vater dachte... Für ihn musste gerade die gesamte Welt zusammen brechen. Die tiefen Stimmen, die miteinander kommunizierten nahm Anisa nicht wahr, es war mehr ein Grummeln, mehr hörte sie aber nicht, als sie den dunklen Stoff anstarrte und nach Halt suchte, bevor ihre Beine nachgeben würden. Auch das plötzliche Brüllen und den dumpfen Aufprall hörte sie nicht, erst die plötzliche Bewegung des Stoffes brachten sie in die Realität zurück. Killian, der sich die Jacke über die Schultern Stoff und plötzlich etwas kaltes, in ihren Händen lag. Was das... ein Messer? Panisch starrte die zu Killian, der sich mit zweideutigen Worten Francesco genähert hatte und sie zurück ließ. Sie spürte, wie ihre Beine schlotterten und ihre Atmung heftiger wurde. Hatte sie jemals so gefühlt? Jemals so eine Angst in ihrem Inneren verspürt, das sie dachte, daran zu ersticken?
      "Kein Spiel.", sagte Francesco scharf und griff nach dem Kinn des Dunkelhaarigen, der sich ihr genähert hatte. Seine Augen wanderten zu seinem Verbündeten, der sofort zu Anisa geeilt war und sie an den Armen zerrte und diese hinter ihren Rücken überkreuzen. Das Messer, das Killian noch vor wenigen Sekunden ihr in die Hände gedrückt hatte, hatte sie verängstigt fallen gelassen, unfähig sich auf irgendeine Art zu wehren. Das draußen vor wenigen Minuten jemand geflucht hatte, war dem Mann im weißen Anzug völlig egal, dafür fühlte er sich zu siegessicher und widmete sich Killian, als das Messer ein klirrendes Geräusch verursachte, als es den Boden Weg zum Boden gefunden hatte. Grinsend blickte Francesco Killian in die Augen, als plötzlich ein Schuss ertönte, ebenso wie Anisas angsterfüllter Schrei und der kahlköpfige, mit einem dumpfen Geräusch, leblos zu Boden sackte. "Du verdammte Hurensohn!", hörte man eine bekannte Stimme brüllen, als John Astolfo persönlich, gefolgt von unzähligen von Männern den Raum stürmten und er Wutentbrannt nach Francesco, mit blanker Faust, schlug und diesen, als er sich perplex zur Tür drehte, mitten ins Gesicht traf.
    • Nur noch ein kleines bisschen. Er musste ihn nur noch einen Moment in Sicherheit wiegen, nur noch ein klein wenig. Gott, für Killian fühlte sich das Fernbleiben der Gefolgsleute die ausnahmsweise mal auf seiner Seite waren wie eine Ewigkeit an. Wo zur Hölle blieben diese Idioten, wenn man sie einmal brauchte? Er hatte Lev kontaktiert, er hatte ihn gebeten sämtliche Daten weiterzuleiten und er wusste das er sich auf den Russen verlassen konnte. Dennoch dauerte all das viel zu lang. Killian hatte in der kleinen Hoffnung Anisa wenigstens etwas Sicherheit zu geben seine Jacke samt einem Messer in die Hand gedrückt, während er sich Francesco näherte. Dieses siegessichere Grinsen in seinem Gesicht war genau was Killian wollte. Er sollte sich sicher fühlen, er sollte Fehler machen. Als plötzlich ein Klirren auf dem Boden ertönte, dämmerte es dem Dunkelhaarigen das er derjenige war der einen Fehler gemacht hatte. Wie konnte er erwarten das Anisa sich durch eine Waffe sicher fühlte? Sie wurde in Watte eingepackt, ihr komplettes Leben lang behütet. Jeder normale Mensch hätte Angst mit einem Mordinstrument in seiner Hand. Nur weil sie aus einer Mafiafamilie stammte, hatte sie all das nie erleben müssen. Er wollte sich zu Anisa drehen wurde aber am Kinn zurück zu Francesco gedreht. Dennoch durfte Killian keine Schwäche zeigen. Nur noch einen Moment ...
      Genau in diesem Moment wurde die Tür aufgerissen, es ertönten Schüsse und von all den Menschen welche hätten Francesco töten wollen, war genau der gefährlichste von ihnen aufgetaucht: John Astolfo persönlich. "Game Over.", flüsterte Killian zärtlich und trat ihm direkt in die Magengegend, worauf John wohl nur gewartet hatte und sich den Bastard direkt vorknöpfte. Killian war aus Reflex bereits zu Anisa gerannt, legte die Jacke um das zitternde Mädchen welche ihr zuvor aus der Hand gefallen war und drückte sie an sich. Während er mit der einen Hand die Rothaarige beschützte, feuerte die andere Hand mit seiner wiedererlangten Pistole auf die Männer welche sich ihm näherten. Es dauerte nicht einmal eine Minute bis komplett alle Feinde fein säuberlich in ihrem eigenen Blut zu Grunde gingen. Blut klebte von all den Schüssen an dem schneeweißen Hemd von Killian, ebenso wie an seinem Gesicht. Er musste für Anisa wie ein Monster aussehen und doch konnte er sie nicht los lassen. Nicht noch einmal. Erst als die Gefahr beseitigt war und er schwere Schritte zu ihnen eilen hörte, lies er Anisa los und übergab sie in die starken Arme ihres Vaters, während Killian beschämt zur Seite sah. Er hatte versagt. Er hatte das erste Mal komplett versagt. Eine schlanke Hand streckte sich ihm entgegen, wollte ihm aufhelfen während er wie ein geschlagener Hund auf dem Boden saß. Als sein Blick hinauf wanderte, entdeckte er ein junges Gesicht mit zwei verschieden farbenen Augen.Ein Junge mit seltener Heterochromie und seinem Mitgliedstattoo über dem Auge. Ein Grinsen welches ebenfalls so frech war wie das von Killian. Seine Ohren waren gepierct und seine Haare schwarz und zerzaust. Obwohl er deutlich jünger als Killian wirkte, war er mit seinem 25 Jahren sogar älter als Anisa und Isabella. "Du siehst ein wenig mitgenommen aus, Killchen."
      Mit einem schweren Seufzen nahm er die Hand des Jungen an. "Du hast was gut bei mir, Lev."



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    • Lev Koljada

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      Alter
      25

      Über Ihn

      Lev arbeitet als Informationstechniker für die Familie Astolfo und als befreundeter Informant für Killian. Egal ob Informationsvertuschung oder das Sicherheitssystem für das Schloss in Killians Wohnung, ist Lev der Mann für alle Fälle. Es scheint zudem praktisch nichts zu geben, dass der junge Russe aus Moskau nicht weiß oder ihm entgeht. Er ist kein Freund des Kampfs und zieht lieber die Fäden im Hintergrund, ist aber sehr wohl in der Lage sich selbst zu verteidigen. Lev und Killian sind seit Killians Einstieg in der Familie befreundet und zudem scheint Lev der einzige zu sein dem Killian wirklich vertraut. Er selbst gehört nicht zur Astolfo-Familie,
      sondern hat die russische Mafia hinter sich. Eine Info die außer Killian und John nicht nach außen gedrungen ist.
      Er ist als unabhängige Partei in der Astolfo-Familie aufgewachsen und genießt demnach eine gewisse Immunität.


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    • Das war's, ihr Leben war vorbei. Killian hatte sich von ihr entfernt und war nun wieder in den Fängen dieser Männer, die sie in ihrem Leben zuvor noch nie gesehen hatte, abgesehen von den letzten Stunden, als sie ihre Gefangene war. Diese dicken Finger, die sich um ihre schmalen Arme wickelten, gaben ihr das Gefühl, gleich zu erbrechen. Sie wollte davonrennen, weg von diesem Ort und sich irgendwo einsperren, wo sie niemals jemand finden konnte. Hatte Killian wirklich erwartet, das sie in der Fassung war, jemanden das Messer in den Magen zu rammen? Diese Frau war im jämmerlichen Zustand! Und selbst wenn sie noch immer das selbstbewusste Wesen war, dann wäre sie ebenso wenig imstande gewesen, jemanden ein Messer durch das Fleisch zu jagen. Schluchzend sah sie zu Killian, der sich nicht von Francesco abwenden konnte, denn er hatte bereits nach seinem Kinn gegriffen und zwang ihn somit, ihn anzusehen. Doch als unerwartet ein Schuss zu hören war und der Griff sich um ihre schmalen Arme darauffolgend löste und sie den dumpfen Aufprall hörte, schrie sie reflexartig. Der Schreck hatte sie zu Boden geworfen, ihre Beine hatten nachgegeben und konnten ihr Gewicht nicht weiter tragen. Ihre zierliche Hand spürte den kalten Boden, dann etwas warmes, dass um ihre Finger floss. Blut, es war das Blut des Mannes, der vor wenigen Sekunden von einem Scharfschützen erschossen wurde, woraufhin Anisa sich hastig und schluchzend von dem Körper entfernte. Das ihr Vater durch die Tür gestürmt kam, realisierte sie nicht, ihre Atmung war hastig und starrte die Leiche neben sich an, als glaubte sie nicht, das er wirklich Tot war. Während John Astolfo auf Francesco einschlug, auch als er bereits bewusstlos auf dem Boden lag, legten sich die schützenden Arme des Dunkelhaarigen um die Rothaarige, die erst erschrocken zurückschreckte, sich aber dann an ihn krallte, als sie realisierte, wem diese Arme überhaupt gehörten. Bei jedem einzelnen Schuss zuckte ihr Körper und ihre Tränen hörten nicht auf zu fließen. Erst als Johns Fingerknöchel brannten und sein Blut sich mit dem des Mannes mischte, den er gewalttätigen erschlagen hatte, rannte er zielstrebig zu seiner Tochter, die Killian schützend in seinen Armen hielt. "Anisa.", kam es ihm erleichtert über die Lippen, als er seine großen Arme um den zierlichen Körper seiner Tochter schlingen konnte. Weiterhin schluchzend presste sie sich an ihren Vater. "Es ist vorbei, Schätzchen.", flüsterte er seiner Tochter zu, als er mit seinen großen Händen über ihr zerzaustes Haar streichelte. "Wir verschwinden von hier. Sofort.", befahl das Oberhaupt und konzentrierte sich voll und ganz auf seine Tochter, die er persönlich aus dieser Lagerhalle schaffte und auf den Rücksitz seines schwarzen Autos schnallte. "Kill?", sagte er dann streng, zum ersten Mal an ihn gewandt, nachdem er einen Mann regelrecht tot geprügelt hatte und die Autotür der Rückbank aufhielt und ihn mit ernster Miene anblickte, um ihm zu deuten, seine Tochter unter keinen Umständen allein zu lassen. Auch nicht während der Fahrt.
    • Anisa krallte sich wie eine Ertrinkende an einen Rettungsring in Killians Arme. Das sie dabei ihre langen Fingernägel in seinen Oberarm stieß interessierte den jungen Auftragsmörder nicht wirklich. Er hatte die Rothaarige stattdessen fest in seine Arme gedrückt, wollte ihr wenigstens jetzt Schutz bieten und verfluchte sich selbst mehr als nur einmal. Er hätte sie nicht auf diese Party bringen sollen, ganz gleich das ihre Verfolger nun nicht mehr so ganz lebendig waren. Killian hätte sie dieser Gefahr niemals aussetzen dürfen. Gott, er hatte gewusst es war eine schreckliche Idee ihn zum Bodyguard des kostbarsten Geschöpfs der Astolfofamilie zu machen. Was zur Hölle hatte sich der alte Sack nur dabei gedacht? Killian war ein Mörder, ein Monster und niemand dem man sein fucking Leben anvertraute. Er wusste in dem Moment nicht auf wen er wütender war. Doch es half alles nichts, es war passiert und Kill konnte nichts anderes tun als für das gerade zustehen was passiert war. Während die Männer um sie herum fielen wie die Fliegen, hörte man noch von Weitem die brutalen Schläge als John Astolfo bereits auf den bewusstlosen Mann einschlug. Ob der Kerl nicht schon tot war, wusste Killian nicht und es war ihm auch egal. Das war eine Seite an ihrem Vater die Anisa nicht sehen sollte, weshalb er sie schützend davon abwendete. Erst als das Oberhaupt der Familie sich von dem Verräter Francesco löste und sich seiner Tochter widmete, nahm er wieder die weichen Züge an, welche er nur Anisa und auch Killian schenkte. Wobei er sich das heute sicherlich abschminken konnte. Vielleicht hatte er sein Vertrauen auch endgültig verspielt. Kill hatte noch nie versagt, auch wenn das hier kein komplettes Versagen war. Für den Dunkelhaarigen fühlte es sich so an. Er war in diesem Moment froh in ein Gesicht zu blicken, welcher ihm nicht für das Geschehene am liebsten den Kopf abschießen wollte. Lev hielt sich außer bei der Arbeit am Computer in den Familienangelegenheiten der Astolfos komplett heraus. Er war zu wertvoll für die Familie, als das sie ihn verärgerten und so ließen sie den Freigeist seinen entsprechenden Freiraum. Er arbeitete gerne für die Astolfos, aber meist diente er ohnehin als Informant für Killian. Nach all den Jahren hatten sie eine enge Freundschaft aufgebaut und zudem war der junge Russe auch der Einzige bei dem sich Kill keine Sorgen machen musste, dass er ihm an die Wäsche wollte. Zumindest nicht im nüchternen Zustand und damit konnte der Dunkelhaarige gut leben. Erst die strenge Stimme von John Astolfo riss ihn aus seiner Starre und er lies die Hand seines Freundes los. "Kopf hoch Killchen.", flüsterte Lev und deutete mit seinem Daumen und Zeigefinger eine Telefongeste an, dass Killian ihn anrufen sollte, woraufhin der attraktive Auftragskiller nickte und sich an John Astolfo wandte. "Verstanden.", antwortete er und folgte den beiden zum Wagen. Schweigend hatte er sich neben Anisa auf die Rückbank gesetzt und blickte zu ihr. Sie sah schrecklich aus ...


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    • John Astolfo selbst fuhr das Auto, das seine Tochter in Sicherheit bringen würde, zurück IN DIE VILLA. Immer wieder blickte er in den Rückspiegel, um seine Tochter zu mustern. Es brach ihm das Herz, seine Tochter in diesem Zustand sehen zu müssen. Das letzte Mal, als er so eine Todesangst gespürt hatte, war seine Frau spurlos verschwunden. Er konnte sich noch genau an die Bilder erinnern, die ihm, wie es auch bei Anisa war, die ihm zu gesendet wurden. Halb erschlagen und ihr schöner Körper mit Schnitten übersät, aus denen das Blut noch immer geflossen war. Man wollte ihn erpressen, so wie man es auch mit seiner Tochter versucht hatte. Noch immer kämpfte die Wut mit seiner Trauer, unwissend, welch Gefühl in ihm größer war, wenn er seine Tochter erblickte. Seine langen Finger umklammerten das Lenkrad, um seine Wut zu zügeln, damit er nicht dem Verlangen nachging, solange auf die Leiche einzuprügeln, bis man keinen einzigen Gesichtszug erkennen konnte. Jahrelang schaffte er es, seine Tochter, sein kostbares Juwel aus diesem Leben zu halten, hatte sie in Watte eingepackt und jeden vorstellbaren, verfügbaren Mann angeheuert, seiner Tochter auf Schritt und Tritt zu verfolgen, ohne das sie jemals etwas davon erfuhr. Bis vor wenigen Tagen hatte er es ihr noch ermöglichen Können, seiner Tochter ein relativ normales Leben zu schenken, das, was sie sich immer wünschte. Hatte er als Vater versagt? Innerlich schüttelte er den Kopf und konzentrierte sich wieder auf die Straße, als er sich in Höchstgeschwindigkeiten von der Lagerhalle entfernte, das nach wenigen Minuten in lodernden Flammen aufging und all die leblosen Körper mit sich riss. Wer glaubte schon, das der gefürchtete John Astolfo jemals den Gedanken haben würde, ob er ein schlechter Vater wäre. Camilla hatte sein steinerndes Herz erwärmt und für Anisa würde es weiter schlagen. Während John mit seiner Wut und der Trauer kämpfte, starrte Anisa mit zitterndem Körper aus dem getönten Fenster. Ihr Körper zitterte noch immer, nur ihr schluchzen hatte sie unterdrücken können, ihre Tränen allerdings flossen noch immer über ihre Wangen. Ihr Gesicht schmerzte, ebenso wie ihre Handgelenke und Knöchel, das Blut an ihren Lippen war bereits getrocknet und ihre Haare waren völlig zerzaust. Wann sie eigentlich ihre High Heels nicht mehr trug, konnte sie nicht beantworten, für teure Schuhe und ihr zerrissenes Kleid hatte sie aber im Moment auch nicht die Gedanken. Ihre Hände hatte sie in ihrem Schoß gefaltet, versuchte das Zittern zu unterdrücken, allerdings hilf alles nichts, im Moment hatte sie ihren Körper nicht unter Kontrolle. Über die gesamte Fahrt sprach Anisa kein Wort, auch John behielt seine Worte für sich und fuhr in eine Gegend, die ihnen nur allzu bekannt war. Eigentlich wollte John seine Tochter in die Villa bringen und ihre Wunden von jemandem untersuchen lassen, allerdings war das einzige worum sie bat, zu Killian gebracht zu werden. In diesem Zustand, indem sich seine Tochter befand, wollte er ihr nicht widersprechen, es würde nutzlos sein, mit ihr zu diskutieren, denn er wusste, sie würde wieder in lautes Schluchzen ausbrechen, müsste sie sich dazu ringen, sich zu erklären, weshalb er also ihren Wunsch akzeptierte und den Wagen stoppte, als er das Wohngebäude erreichte.
    • Es war eine kalte Fahrt. Nicht weil die Temperaturen schwankten, sondern viel mehr weil zwischen all den Anwesenden einige eisige Stille herrschte. Niemand brachte nach dem Geschehenen auch nur ein Wort über die Lippen. Diese Ereignisse waren für John Astolfo und Killian keine Seltenheit, nur betraf es in diesem Fall jemanden, dessen Verlust absolut nicht in Frage kam. Jemand Unschuldiges wurde in die Sache hinein gezogen und das war für die Astolfo-Familie unverzeihlich. Vor allem wenn die unschuldige Person auch noch die Tochter des Oberhauptes ist. Im Gegensatz zu den meisten Organisationen im Untergrund hielten sich die Astolfos was Zivilisten anging im Hintergrund. Natürlich forderten sie Schutzgelder ein oder es kam oft genug vor, dass Unschuldige von ihrem Treiben mitbekamen. Beispielsweise wie es beim Bordell in dem Killian das Oberhaupt ausgeschaltet hatte der Fall war. Ansonsten hatten sie mit Zivilisten nichts zu tun und wollten auch niemanden unnötig mit in ihre Angelegenheiten ziehen. Das Anisa die Achillesferse von John Astolfo war, war im kompletten Untergrund bekannt. Doch bislang hatte es niemand gewagt das Juwel des gefährlichsten Mannes Venedigs anzurühren. Eine Linie wurde überschritten und Killian war sich ziemlich sicher, dass John nun andere Geschütze auffahren würde. Es würde ein Blutbad geben, der jeden Verräter ausschaltete. Der Alte kümmerte sich selten um die kleinen Fische, doch seine Wut war angefacht und er würde jeden der auch nur ein falsches Wort verlor hinrichten. Killian war sich nicht sicher, ob er diesen Auftragen nachkommen sollte oder ob er seinen Boss zu sehr enttäuscht hatte. Der Dunkelhaarige gehörte nicht zu den gesprächigsten Menschen, aber in diesem Moment wünschte er sich das wenigstens irgendjemand etwas sagte. Es herrschte eiserne Stille.
      Erst als Anisa verlauten lies, sie wollte nicht in die Villa sondern zu Killian konnte der Amerikaner seiner Überraschung nicht verbergen. Gut sein Zuhause war wirklich sicher, aber nach all dem was geschehen war, vertraute sie ihm da noch? Man sah John Astolfo an, dass ihm das widerstrebte, da er selbst ein Auge auf sie haben wollte aber er kam ihrer Bitte nach und fuhr die bescheidene Behausung seines Auftragskiller an. Bevor die Rothaarige aus dem Wagen steigen konnte, war Killian zusammen mit Astolfo zuerst aus dem pechschwarzen Wagen gestiegen, welcher mit der Nacht verschmolz. "Ich nehme jede Strafe in Kauf.", murmelte Killian ungewohnt demütig. Für gewöhnlich hatte er nur freche Worte selbst für seinen Boss übrig, aber bisher hatte er auch nicht versagt.


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    • Diese Fahrt war eine weitere Qual. Es dauerte über eine Stunde, bis sie endlich wieder in vertrautes Gebiet fuhren und Anisa sich endlich irgendwo verkriechen konnte. Nicht nur das ihr alles schmerzte, es war ihr auch unangenehm, immer wieder die kontrollierenden Blicke ihres Vaters auf sich zu spüren und ganz zu schweigen von dieser eisigen Stille, die in diesem Auto herrschte. Das ihr Vater nicht sonderlich begeistert war, das sie nicht in die Villa möchte, war ihr vollkommen Klar, sie hätte ebenfalls ein Auge auf ihr Kind werfen wollen, wäre es entführt worden, aber ihr Zustand ließ dies nicht zu. Sie wollte niemanden hören, wollte Matteo nicht sehen, der sofort in ihre Richtung eilte, würde er nur eine rote Haarsträhne an sich vorbeifliegen sehen. Zeit und Ruhe, das war es, was sie brauchte, ebenso wie eine vertraute Umgebung und wo sie niemand in diesem schrecklichen Zustand sehen konnte. Erst als John das Auto anhielt und aus dem Auto stieg, folgte auch schon Killian und blieb für einen Moment allein im Auto zurück. "Wir besprechen das ein anderes Mal. Lass sie unter keinen Umständen aus den Augen.", befahl er dem jungen Auftragskiller kalt und öffnete die rechte Hintertür um seine Tochter aus dem Auto zu helfen. Anisa nahm die ausgestreckte Hand ihres Vaters entgegen, der daraufhin das Auto mit seiner kleinen Fernbedienung zusperrte und seine Tochter bis zur Wohnungstür begleitete. Er hatte sie die Stufen hinauf getragen und blickte sie immer wieder voller Sorge an, wie man es von einem liebenden Vater kannte. Achtsam legte John seine Lippen auf die Stirn seiner Tochter, ehe er sie ein letztes Mal in die Arme schloss und ihr zuflüsterte, wie sehr er sie liebte und sie sein kostbarster Schatz war. Auch von Killian verabschiedete er sich, eher halbherzig, und machte dann auf dem Absatz kehrt und lief die Treppen hinunter, nachdem er Sicher gegangen war, das Anisa hinter der verschlossenen Wohnungstür verschwunden war. Das musste auch erst der große John Astolfo verdauen und konnte sich, im unbeobachteten Moment die feucht werdenden Augen nicht kontrollieren.
    • Es war das erste Mal das ihn John Astolfo so ansah. Natürlich war Killian diese Blicke gewohnt, aber nicht von seinem Gönner. Killian war für John bislang sein schöner Auftragskiller gewesen. Jemand der seine Aufgaben erledigte und den man ansehen konnte, wenn einem danach war. Kill hatte diese Vorliebe zwar nie verstanden aber geduldet und nun hatte er all seine Privilegien in einer Nacht verspielt. Es war nicht so das der attraktive Auftragskiller als jemand Besonderes behandelt werden wollte, aber dieser Mann hatte ihm ein neues Leben ermöglicht. Ihn gelobt, gefördert und aufgezogen. Er war die einzige Person die er nie enttäuschen wollte und für die er jeden Auftrag annahm. Würde Killian jetzt als Sexobjekt enden,weil er zu nichts anderem taugte? Bislang hatte ihn jeder als solches betrachtet, abgesehen von John, der ihn nur ansah und sonst nichts tat. Vielleicht würde es nicht mehr beim Ansehen bleiben oder vielleicht brachte er ihn direkt um und züchtete sich einen neuen Killer heran? Killian wusste es nicht, aber auch er hatte für heute genug. Er wollte nur noch in sein Bett, natürlich nachdem er geduscht und geraucht hatte. "Verstanden.", war das Einzige was er dem Oberhaupt der Astolfos antwortete, ehe er Anisa welche von ihrem Vater getragen wurde in sein Haus folgte. Killian gab den neuen Code den er von Lev erhalten hatte in seinen kleinen Computer an der Haustür ein und übernahm nun die Aufgabe von John, die Rothaarige in die Wohnung zu tragen. Vorsichtig hatte er seine Arme unter ihre Beine gelegt und mit der anderen ihren Rücken gestützt ehe er sie auf die Arme hob. Mit seinem Fuß schloss er die Tür die hinter ihm einrastete und legte Anisa zuerst auf das Sofa, gab einen neuen Code in das Schloss ein und war direkt wieder an ihrer Seite. Schweigend ging er vor dem Sofa in die Hocke, betrachtete die schöne Rothaarige die trotz all der Wunden immer noch atemberaubend war und seufzte leicht. "Es tut mir Leid. Ich werde jede Strafe annehmen die dein Vater und du von mir verlangt.", murmelte er dann und deutete Richtung Badezimmer. "Soll ich dir ein Bad einlassen?"


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    • Endlich. Sie war endlich in in einer Wohnung die sie kannte und in der sie sich auch wohl fühlen konnte. Auch in ihre eigene Wohnung hätte sie nicht mehr gewollt, selbst wenn diese bereits gesäubert worden wäre und aussah, als wäre nie etwas geschehen, denn sie wusste, was geschehen war. Nicht nur Mario, sondern auch viele andere Männer waren gestorben, um ihr Leben zu schützen, daran erinnerte sie sich, würde sie das Gebäude wieder betreten müssen, deswegen also, entschied sie sich für Killians Wohnung, ob ihm das nun recht war oder nicht, darüber könnte sie sich wann anders Gedanken machen. In der Villa wäre sie natürlich geschützt, unzählig bewaffnete Männer, die ihr Leben für die Tochter des Oberhauptes lassen würden, nur würden sie alle so entstellt sehen und ihr Vater würde ihr keine Sekunde Ruhe gönnen. Nicht weil er diese nicht gönnte, sondern weil er sich um seine geliebte Tochter sorgte und sie nicht mehr aus den Augen lassen würde. Killian aber würde ihr die Ruhe gönnen, die sie brauchte, würde sie ebenfalls beschützend, wäre es von Nöten. Er hatte ihr oft genug versichert, wie Sicher seine Wohnung war und das wollte sie, etwas Sicheres, Ruhe und verdammt nochmal alleine sein. Gut, fast alleine, denn ohne den Mann, der sie die letzten Wochen beschützt hatte, brauchte sie. Sie fürchtete sich, womöglich war ihnen jemand gefolgt und wusste nun, wo Killian wohnte und sah dementsprechend auch die Tochter des Oberhauptes in das Haut treten. Ein Hirngespenst, mehr war dieser Gedanke nicht, das wusste die Rothaarige, trotzdem furchteinflößend. Die ersten Worte des Dunkelhaarigen ignorierte Anisa, nickte nur auf seine Frage, ob er ihr ein Bad einlassen sollte und starrte auf ihre Hände, als er im Badezimmer verschwand, um ihr ein Bad einzulassen. Sofort fiel ihr Blick auf ihre geschundenen Handgelenke, das Seil hatte sich bei jeder Bewegung in ihre sensible Haut geschnitten, ebenfalls wie an ihren Knöcheln. Vorsichtig fuhr sie sich über das Gesicht und spürte, wie es an manchen Stellen mehr und an manchen Stellen weniger schmerzte, sogar das trockene Blut auf ihren weichen Lippen und ihrem Kinn konnte sie spüren. Niemals in ihrem Leben hatte sie derartige Schmerzen spüren müssen, ein Schlag war ihr vor wenigen Stunden noch völlig fremd gewesen. Wieder stiegen ihr die Tränen in die Augen, die sie vor wenigen Minuten noch zurück halten konnte und verdeckte mit ihren noch immer zittrigen Händen ihr Gesicht, als sie wieder begann, leise zu schluchzen.
    • Nach seinen Worten beließ es Killian mit Schweigen. Was sollte er ihr auch groß sagen? Sie hatte etwas durchmachen müssen, dass sie nicht kannte und jeden normalen Menschen aus der Bahn warf. Man hatte ihr schrecklich weh getan und ob sie das psychisch packen würde war ein Thema das noch in den Sternen stand. Alles was Killian im Moment tun konnte war sie in Ruhe zu lassen und ihr zu helfen, sollte sie etwas benötigen. Er war kein Therapeut und auch wenn er all diese Dinge schon mehr als einmal am eigenen Körper erlebt hatte wusste er auch was es aus ihm gemacht hatte. Seufzend hatte er sich also wieder erhoben und war ins Bad gelaufen um ihr ein warmes Bad einzulassen. Neben seiner großen Wanne hatte er allerhand kleine Fläschchen mit Badezusätzen. Eines davon nahm er grundsätzlich wenn er verletzt war. Isabella hatte es ihm zusammen gemischt und in seinen Augen wirkte es wahre Wunder. Natürlich lies es die blauen Flecke nicht verschwinden, aber es reinigte und nahm ein wenig von dem Schmerz. Davon träufelte er ebenfalls ein paar Tropfen in das Wasser. Als er zurück in das Wohnzimmer kam, hatte sich die Rothaarige klein gemacht und begonnen zu weinen. Nichts was er ihr übel nehmen konnte. Vorsichtig war er auf sie zugegangen, strich ihr sanft über den Kopf. "Soll ich dich ins Bad bringen?", fragte er sie dann und ging nicht weiter auf ihre Tränen ein. Wozu auch? Ganz gleich was er sagte, er würde ihr den Schmerz nicht nehmen können und besser war es sie lies ihren Gefühlen freien Lauf. Killian wusste nur zu gut wie es war, wenn man alles in sich hinein fraß. Er konnte im Moment nichts anderes für Anisa tun.


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    • Es dauerte nicht lang, bis Killian wieder aus dem Bad kam, nachdem er das heiße Wasser aufdrehte, um es dampfend in die Badewanne fließen zu lassen. Anisa hatte in der Zwischenzeit wieder mit dem Weinen begonnen, in ihrem Zustand etwas total nachvollziehbares. Mit Tränenüberströmten Gesicht setzte sie sich auf und vergrub ihr schönes, geschundenes Gesicht in ihren zierlichen Händen. Es war vorbei endlich, man hatte sie aus den Fängen des Bösen befreit, nur leider nicht unbeschadet. In den Spiegel wollte sie in keinem Fall sehen, ihr schönes Gesicht würde sie vermutlich nicht mehr als schön empfinden und ihr eigener Anblick, würde ihr nur weitere Tränen entlocken. Auch Killians tiefe, vertraute Stimme stoppten ihre Tränen nicht und dann seine Berührung, die sie reflexartig zurückschrecken ließ. Würde sie wieder ein normales Leben führen können? Ohne Angst? "Ja.", murmelte sie dann leise und versuchte ihr Schluchzen zu stoppen. Wie hatte nur Killian damit begonnen leben zu können? Er war so jung gewesen, als er das erste Mal jemanden ermordet hatte und dann war es auch noch sein Vater gewesen. Und sie hatte es nicht geschafft, sich selbst zu verteidigen. Wäre Killian nicht gewesen, wäre sie vermutlich vor ihrem tot weiter gefoltert und vergewaltigt worden, einer der schlimmsten Bestrafungen für einen Menschen. In keinem Fall, gab sie dem Dunkelhaarigen die Schuld. Er war kein Bodyguard, er wurde zu einem Killer erzogen und so dachte er auch.
    • Er hielt einen Moment inne, als Anisa vor seiner Berührung zurück schreckte. Seine Hand schwebte noch über ihren Kopf, als hätte er auf eine Herdplatte gefasst. Er war ebenso wie sie zurück geschreckt, aber mehr weil sie es war. Natürlich reagierte sie auf Berührungen empfindlich, das erging ihm damals nicht anders. Irgendwann würde sie damit zu leben lernen, es war glücklicherweise nicht zum Schlimmsten gekommen. Aber es könnte auch gut möglich sein, dass sie das nicht verarbeiten konnte. Auch das war ihr nicht übel zu nehmen. Sie hatte in den letzten Tagen so viel Blut, so viel Tod, so viel Leid und Kampf erlebt, dass ein normaler Mensch nicht normal bleiben konnte. Nun ´normal´ist subjektiv. Er fragte zur Sicherheit nach ob er ihr in das Badezimmer helfen durfte, oder ob sie es selbst versuchen wollte. Plötzliche Berührungen sollte er vermeiden und sie darauf vorbereiten indem er sie ankündigte. Wenigstens das war etwas, dass er nachvollziehen und mit dem er umgehen konnte. "Ich helfe dir, hab keine Angst vor mir.", flüsterte er leise und hob sie vorsichtig auf seine Arme zurück. Wie er es bereits zuvor getan hatte, waren seine Arme unter ihren langen Beinen während seine andere Hand ihren Rücken stützte und sie so in das Badezimmer trug. Vorsichtig hatte er sie auf den Badewannenrand gesetzt. "Ich habe in das Wasser ein Mittel getan, welches gut gegen Schmerzen und Prellung ist. Es riecht etwas streng, aber ich habe Duft herein getan um es ein wenig abzumildern. Ich hoffe es geht so. Ich werde dich jetzt in Ruhe baden lassen. Schrei nach mir, falls du etwas brauchst. Ich werde im Wohnzimmer sein und dich sofort hören." Um sie ein wenig zu beruhigen deutete er auf das kleine Fenster im Badezimmer, welches nach außen blickdicht war und man nur von drinnen nach draußen sehen konnte. "Das Fenster ist aus Panzerglas, genau wie alle anderen in dieser Wohnung. Es kann also nichts passieren.", danach wandte er sich ab und ging langsam zurück zur Tür.


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    • Sogar Killian war vor ihr zurück geschreckt, aber auch nur, weil sie es tat. Sie wusste, das sie sich in seiner Wohnung befand und niemand aus ihm und ihr befanden sich innerhalb dieser Wände, allerdings konnte sie diese Berührung im Moment nicht ertragen. Zumindest nicht, wenn sie diese nicht kommen sah. Vorsichtig nickte sie, murmelte bejahend und blickte zu Killian hinauf, als er ihr erklärte, sie bräuchte sich nicht zu ängstigen. Bedacht gleiteten seine Hände an ihre nackte Haut und als er sie hob, schlang sie ihre Arme um seinen Hals und versteckte ihr Gesicht in seiner Schulter, als verspürte sie nicht nur angst, ihr könne wieder etwas passieren, sondern hatte angst, Killian könnte sie allein zurück lassen. Mit bedacht setzte er die Rothaarige an der kalten Kante der Badewanne ab, sie allerdings brauchte einige Sekunden, bis sie sich von ihm lösen konnte. Auch wenn sie allein sein wollte, wollte sie es wiederum nicht, Anisa kämpfte noch immer mit ihrer Angst, man könnte jeden Moment der Einsamkeit nutzen und sie erneut in ein Auto verschleppen. Nur schwer hatte sie sich von dem Dunkelhaarigen lösen können und lauschte seinen Worten, ohne ihn anzublicken. Ein leises "Danke.", war zu hören und Killian deutete auch schon auf das kleine Fenster und versicherte ihr auch hier, das ihr nichts passieren würde. Daraufhin war Killian schon bereit zu gehen, als Anisa ihn noch um eine Kleinigkeit bat. "Lässt du die Tür einen kleinen Spalt offen?", fragte sie kleinlich und krallte sich mit ihren Fingern am kühlen Rand fest. Sie fühlte sich elend, wie ein kleines Kind, das Angst vor dem schwarzen Mann hatte.
      Erst als Killian aus dem Bad verschwunden war und die Tür nur anlehnte, konnte sie sich langsam dazu ringen, das zerrissene Kleid auszuziehen, ebenso wie ihre Unterwäsche und stieg vorsichtig mit ihren langen Beinen in die Badewanne. Es brannte an den geschundenen Stellen ihrer Knöchel, auch an ihren Handgelenken, als sie ihren gesamten Körper in das dampfende Wasser gleiten ließ und ihre Hände ebenfalls unter das Wasser tauchte.
    • Er gab Anisa die Zeit die sie brauchte. Wenigstens in der Hinsicht wusste er wie er mit jemanden umzugehen hatte. Im Kampf ihr aber ein Messer in die Hand zu drücken war falsch. Killian hatte vergessen, dass dieses Mädchen von allen Waffen fern gehalten wurde, dass Kampf etwas abstoßendes für sie war und sie trotz das sie die Tochter des mächtigen John Astolfo war nicht in diese Welt gehörte. Wenn er jetzt darüber nachdachte, bemerkte er selbst wie dumm es war. Allerdings hatte er nur aus Reflex gehandelt, er hatte nicht nachgedacht und dafür hatte er die Quittung bekommen. Vielleicht sollte er wirklich den Alten bitten als Bodyguard zurücktreten zu dürfen, falls er das nicht ohnehin musste. Er wusste nicht welche Strafe sich John Astolfo einfallen lies, aber er würde sie akzeptieren und wenn es den Tod bedeutete, dann sei es so. Kill hatte mit solchen Forderungen lang genug gerechnet, immerhin begleitete ihn der Tod praktisch jeden Tag und irgendwann verlor man die Angst davor, ganz gleich wie sehr man leben wollte und das Leben lieben lernte. Er hatte Anisa nochmal erklärt das ihr hier nichts passieren konnte, als sie gemeinsam das Bad betreten und er sie abgesetzt hatte. Die Rothaarige brauchte noch einen Moment, bevor sie ihn los lassen konnte und auch das akzeptierte Killian wortlos. Eine gefühlte Ewigkeit waren die schlanken Arme um seinen Nacken gelegt, auch als er sie abgesetzt hatte. Er fühlte ihr zittern, ihre Angst und ganz gleich wie locker Killian mit Situationen umgehen konnte, in diesem Moment konnte er es nicht. Das hatte den Grund, dass es sein Fehler war. Immer und immer wieder rief er sich vor sein inneres Auge was er hätte anders machen müssen. Erst die Stimme der verängstigten Anisa holte ihn aus seinen Gedanken. "Natürlich. Du hast auch noch Kleidung hier, ich werde sie dir vor die Tür stellen.", antwortete er ihr auf ihre Bitte bezüglich dem Anlehnen der Tür und schritt aus dem Badezimmer. Er kam natürlich ihrem Flehen nach und lehnte die Tür lediglich an, während er in das Schlafzimmer ging und aus einer kleinen Schrankecke eine bequeme Hose aus schwarzem Vliesstoff holte und dazu einen weichen weißen Pullover der ein wenig Oversize geschnitten war, zudem auch frische Unterwäsche die er Anisa vor die Badezimmertür legte. Er selbst würde warten bis er Duschen gehen konnte, in der Zwischenzeit war er zu seinem Alkoholschrank im Wohnzimmer heran getreten und hatte sich ein Glas Whisky eingeschenkt, dass er sich direkt genehmigte bevor er sich überhaupt auf das Sofa gesetzt hatte. Sich setzen sollte er ohnehin nicht und so schenkte er sich noch ein Glas ein, sammelte seine Zigarettenschachtel vom Küchentresen ein und ging auf den Balkon.


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    • Das heiße Wasser umhüllte ihre zarte Haut und die Hitze brannte an ihren offenen Wunden. Ihre Atmung war ruhiger und auch ihre Tränen wurden immer weniger, bis sie komplett stoppten und ihre großen Augen sich wie ausgetrocknet anfühlten. Erst als das heiße Wasser und der Dampf, der zur Decke hinauf stieg, ihren Körper beruhigte, milderte sich ihr zittern und bald schon, konnte sie wieder klare Gedanken fassen. Gedankenverloren starrte Anisa an die Decke. Wie hatte ihr Vater es all die Jahre nur geschafft, von diesem ganzen fernzuhalten? Seit dem ersten Vorfall war es ein unmöglicher Gedanke für die Rothaarige, das sie überhaupt in einer heilen Welt lebte. So oft hatte sie ihrem Vater Vorwürfe gemacht, sie hatte nie so ein Leben gewollt und nun sehnte sie sich danach und würde sich auf Knien bei ihrem Vater entschuldigen. Zu diesem Zeitpunkt war ihr erst bewusst geworden, wie sehr er sich dafür bemühte, das seine Tochter das Leben führen konnte, das sie sich immer gewünscht hatte. Und Killian? Er beschützte sie, ebenso wie all die anderen Männer es getan hatten, mit seinem Leben. Das es mehr als nur ein Fehler war, auf dieser Party aufzukreuzen würde Anisa nicht bestreiten, allerdings war auch er nur ein Mensch, der Fehler begehen konnte. Sie gab ihm für die Entführung nicht die Schuld, sie war davon gelaufen, obwohl sie mit dem Gedanken gerangen hatte, nicht von seiner Seite zu laufen.
      Mit diesen und noch vielen weiteren Gedanken befasste sie sich in den nächsten Stunden, auch, als das Wasser bereits kalt geworden war. Wie lange lag sie schon in der Badewanne? Eine Stunde? Zwei? Zumindest trocknete sie bereits ihre nasse Haut und zog das an, was Killian ihr vor die Tür gelegt hatte, ohne sie zuvor anzuschauen. Es war ihr völlig egal wie sie aussah, sie wollte einfach nur in etwas bequemes schlüpfen und am besten sollte es auch ihren Körper bedecken, Killian schien das schon geahnt zu haben. Ihre noch feuchten Haare band sie zu einem hohen Dutt und verließ das Badezimmer, nachdem sie das Wasser abgelassen und ihr Gesicht gewaschen hatte, ohne es im Spiegel zu betrachten.
    • Es verging eine Ewigkeit die Anisa bereits im Bad verbrachte, aber auch das hatte Killian bereits geahnt und sie daher auch nicht gestört. Er gab ihr so viel Zeit wie sie brauchte und wenn das Stunden im Badezimmer beinhaltete, dann war es eben so. Der Dunkelhaarige hatte es sich inzwischen auf dem Sofa bequem gemacht, sich wenigstens umgezogen und wartete darauf das auch er sich den Tag mit klaren Wasser vom Körper waschen konnte. Die angebrochene Whiskyflasche hatte er vorsorglich aufgeräumt, nicht das Anisa auf den Gedanken kam sich jetzt die Kante zu geben, wobei das vielleicht mal das Schlechteste wäre. Allerdings würde es Kill eindeutig nicht überleben, würde er sie mit einem fetten Kater zu ihrem Vater morgen zurückbringen. Mit den Beinen angezogen und den Kopf in den Nacken gelegt, starrte der attraktive Auftragskiller an die Wohnzimmerdecke. Das war eindeutig ein Tag für die Tonne, anders konnte er es nicht bezeichnen. Erst als er plötzlich die Tür ganz aufgehen sah und bemerkte wie Anisa sich anzog, blickte er wieder zu ihr. Anisa sah schrecklich aus, sie hatte Augenringe, verweinte Augen, aufgerissene Lippen und wirkte so verloren das es selbst einem kalten Killer wie Killian Darkbloom schmerzte. "Hey Kleine.", murmelte er und klopfte neben sich auf das Sofa. "Ich werde jetzt duschen gehen. Du kannst dich hier setzen und etwas Fernsehen oder auch direkt schlafen gehen. Mein Bett gehört dir.", meinte er dann und wartete bis Anisa an seiner Seite war, ehe er aufstand um in das Badezimmer zu gehen. Er entschied sich, sich ein wenig zu beeilen damit er sie nicht zu lange allein lies, auch wenn das sicherlich nicht unbedingt einen großen Unterschied machte. Das Wasser der Dusche färbte sich rot, während er in den Abguss wanderte. Fremdes Blut, er hatte keinen Kratzer ...Gerne hätte er die Schmerzen von Anisa auf sich genommen, damit konnte er deutlich besser umgehen als mit der Situation in der sie beide sich nun befanden. Seufzend shampoonierte er sich das Haar mit einem Shampoo das seltsamerweise nach Vanille roch und er sich nicht daran erinnern konnte, es gekauft zu haben. Ebenso wie das Zitronenduschgel das in der Ecke stand. Er hinterfragte es nicht weiter, duschte sich schnell ab, putzte sich die Zähne und brachte seine Haare mit einem Föhn halbwegs in Ordnung. Mit einer Mischung aus trockenem und nassen Haar war er aus dem Badezimmer getreten und sah nach Anisa.


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    • Wenn Anisa sich in das Gesicht fasste, spürte sie, das ihre Haut sich nicht wie sonst anfühlte. Und es tat schrecklich weh. Wer waren diese Männer gewesen und was verflucht war in ihrem Leben passiert, das sie einem Menschen solch eine Qual zufügen konnten? Diese Aggressivität und der Gedanke, jemand ohne mit der Wimper zu zucken zu ermorden, war für die geschundene Studentin unvorstellbar. Als Killian die Rothaarige erblickte, murmelte er Worte, die ihr kleines Herz schneller klopfen ließ. Diese Stimme hatte sie so vermisst, diese vertraute Stimme, die sie die letzten Wochen gehütet hatte. "Hey.", murmelte sie kaum hörbar und folgte seiner Geste, sich neben ihn zu setzen, während er ihr dann erklärte, das er duschen ginge und sie den Fernseher benutzen dürfte oder auch sein Bett, wenn sie schlafen wollte. Nickend dankte sie ihm und erhob sich erst, als Killian im Bad verschwunden war, um eine dünne Decke aus seinem Schlafzimmer zu holen. So wie damals, als kleines Mädchen setzte sie sich vor den geschlossenen Balkontüren und blickte hinauf in den dunklen Himmel, um die Sterne zu beobachten, während sie sich in die Decke einmurmelte. Unzählige Male saß sie damals, mit ihren feuerroten Zöpfen auf dem Balkon und hatte mit ihrer Mutter die Sterne gezählt und war unfassbar stolz, als sie ein Sternzeichen entdeckt hatte. Es fehlte nur noch, die sanfte Stimme ihrer Mutter, die ihr immer wieder sagte, wie sehr sie sie liebte und währenddessen ihre wilden Zöpfe öffnete und ihre langen Haare kämmte und die heiße Schokolade, die Camilla selber machte. Nur jetzt wollte sie nicht hinaus, die Angst war zu groß.
      "Dieser Mann kannte meine Mutter.", flüsterte Anisa, als sie Killians Schritte hörte, die sich vom Badezimmer entfernten und starrte weiterhin zum Himmel, durch das Fenster hinaus.
    • Wie er es immer tat wenn er Zuhause war, trug Killian eine lässige schwarze Jogginghose welche ihm lässig an den Hüften saß und ein dieses Mal dunkelgraues Shirt. Ein großer Farbenfreund war er nicht, wie er immer wieder feststellte wenn er in seinen Kleiderschrank saß. Dabei liebte er die Farben Rot und Blau und auch Gold und Silber. Nur irgendwie fanden sie nie den Weg in seinen Kleiderschrank. John Astolfo hatte ihm zwar einmal einen schneeweißen Anzug gebracht, denn Killian so furchtbar fand das er selbst den Alten davon überzeugen konnte, dass es eine sehr schlechte Idee war. Zumal Kill in einer so unschuldigen Farbe ein wenig verloren wirkte, abgesehen von einem weißen Hemd hatte die Farbe an ihm nichts zu suchen. Das hatte selbst der Boss eingesehen und der Fehlkauf wurde vergessen, ebenso wie die Unsummen an Kohle die dafür mal wieder gesprungen sind. Der Dunkelhaarige war sich aber ziemlich sicher, dass nach der heutigen Aktion solche Spontaneinkäufe nicht mehr vorkommen würden. Sicherlich musste er seinen Posten abtreten oder er verschrieb sich direkt irgendeinem Freier. Es gab genug in der Branche die sich nach ihm die Finger leckten. Bei dem Gedanken wurde Killian speiübel. Seufzend hatte er das Badezimmer verlassen und entdeckte die Rothaarige vor dem Balkonfenster. Sie wirkte in der großen Decke so verloren wie ein Kind. Vielleicht glaubte sie ja tatsächlich noch den Schutz von Decken? Selbst Killian hatte als Kind geglaubt er wäre unter einer großen Decke sicher, auch wenn er jedes Mal eines besseren belehrt wurde. Ein bitteres Lächeln legte sich auf seine Lippen und er versuchte den Gedanken schnell zu verwerfen, in dem er den Kopf schüttelte. Natürlich hatte das bei dem halbtrockenen Haar zu Folge das ihm einige Wasserspritzer ins Gesicht tropften, was ihn grummeln lies. Gut, der Tag war ohnehin gelaufen, da hätte sich der attraktive Auftragskiller praktisch über alles geärgert. Er wollte nur noch ins Bett ...
      Dennoch war er wie er es nicht anders gewohnt war, auf leisen Sohlen zu Anisa an den Balkon heran getreten und setzte sich neben sie auf den Boden in den Schneidersitz. Auf ihre Worte hin nickte er und lies seinen Blick ebenso in den Himmel wandern. Er liebte die Sterne und fragte sich oft wie es wohl wäre wenn er sterben würde. Würde er sie dann erreichen? Wäre er frei und konnte dort oben sein? Lächerlich, selbst wenn er gläubig wäre, war ihm bewusst das er ewig im Höllenfeuer schmoren würde. Sicherlich hätte der Teufel seine reine Freude mit ihm. Nicht das Killian sich beschweren würde, er hatte es nicht anders verdient. In seinen Augen blieb er nach wie vor ein Monster. Wann hatte es aufgehört, dass ihm der Tod nichts mehr ausmachte? Wann war ihm all das Blut egal geworden? Wann genau war das passiert und wie viel fehlte noch, bis er seine Menschlichkeit komplett verloren hatte? Die Gedanken trübten ihn und er versuchte sie aus seinen Gedanken zu bekommen. "Ich hatte leider nicht das Glück sie kennenzulernen, aber ich habe viel von ihr gehört. Sie soll unglaublich gewesen sein und so schön, dass ein jeder sie haben wollte. Der Alte hatte mir einmal erzählt, dass er nie müde war sie anzusehen und ein Blick von ihr genügt hat, dass ihr jeder zu Füßen lag. Er sagte mir aber auch, dass sie das einzige in seinem Leben war, dass nicht verdorben war.", murmelte Killian dann leise und blickte zu ihr. "Hat er dir jemals gesagt, dass er genau darum wollte das du von dieser Welt fern bleibst? Nicht nur zu deinem Schutz, sondern weil er geglaubt hat, dass ihr Licht auf dich übergegangen ist?", Killian musste bei seiner Erzählung leicht lachen. "Ich sollte hierbei vielleicht erwähnen, dass er sturzbetrunken war als er mir das erzählt hat."


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