[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Naira O'Connor

      Natürlich sagte sie ja und sie würde es mit Sicherheit noch tausende Male tun, aber sie verriet es ihrem Freund nicht. Naira hatte einfach eingesehen, dass sie immer zu Victor halten würde, ganz egal was er ihr an den Kopf werfen oder was er tun würde. Er könnte sich jeden Abend besaufen, damit wäre sie wahnsinnig unglücklich, aber sie würde immer noch jeden Abend auf ihn warten und hoffen, dass er zurückkommen würde. Sie wäre da, wann immer es nötig wäre.
      Seine Lippen trafen auf ihre und die Frau seufzte erleichtert, als sie ihn endlich wieder bei sich hatte. Die Küsse waren sanft und zart, aber sie erfüllten ihr Herz, welches vielleicht doch nicht mehr auf dem Gehweg vor dem Hotel lag, es befand sich in Victors Händen, er entschied, was er damit tun würde. Aber sie wollte es jetzt wissen und nicht irgendwann, wenn er wieder betrunken war, deshalb hielt die Frau ihren Freund kurz auf Abstand und blickte ihm in die Augen. Er weinte, die Tränen waren deutlich sichtbar, da erkannte sie, dass es ihn genauso nahe ging, wie es ihr tat. "Ich sage ja, weil ich...dich liebe". Sie seufzte, nahm die gesunde Hand mit dem Ring und strich Victor über die Wange. "Damit nehme ich an, dass das Angebot noch aktuell ist..",entgegnete sie und schmunzelte ein wenig. "Aber.. Ich muss sicher sein, dass es.. nicht nur eine Laune des Alkohols ist.. Wenn.. wenn du es wirklich ernst meinst.. Bin ich bereit.. für alles.. Ich werde..deine Frau ..für immer..". Der Kloß in ihrem Hals wurde noch größer und machte ihr Schwierigkeiten, weiter zu sprechen, aber sie wollte ihre Worte loswerden. "Aber du..du muss dich dafür verhalten.. wie mein Mann.. DU muss.. zu mir stehen und .. für mich da sein". Vor allem die letzten Worte waren nicht einfach, aber sie sprach es aus, wie es sich gehörte. Sie mussten endlich lernen miteinander zu sprechen und als Erleichterung für den ersten Schritt fing auch Naira an langsam zu weinen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es war so schwierig. Nicht das Weinen oder das Reden im Allgemeinen. Es war die Nähe zu ihr in dem Wissen, dass es ihr so übel ging. Victor schnaufte leise, als sie ihn auf Abstand hielt und ihm dabei verwehrte sie weiter zu küssen und einfach nur sich das zu nehmen, was er wollte und was er brauchte. Aber...sie hatte recht. Er musste auf sie eingehen. Auf sie und die Möglichkeiten alle. Victor sah sie an, während er spürte, wie ihm unweigerlich eine Träne über die Wange rutschte. Er konnte nicht anders, sein Kopf reagierte von selbst, als sie noch einmal bestätigt haben wollte, dass sein Antrag aktuell war.
      "Das...das ist er...Er bleibt...immer aktuell...", brachte er hervor, bevor er wieder verstummte und ihren traurigen Worten lauschte. Sie wurden wieder ernst und er sah, wie ihre Augen wieder ganz glasig wurden. Sie meinte das Thema ernst und diesmal konnte er nicht wütend wegrennen. Sein Kopf dröhnte heftigst, wenn er versuchte nachzudenken, aber ihre Forderung war klar. Wenn sie Miss Parker werden wollte....Dann musste er der Mann werden, den sie an ihrer Seite brauchte. Nicht das was er jetzt darstellte. Diesen Typen, der noch immer nach der Depression tanzte, die ihn bewohnte. Er musste aufhören zu trinken. Ein für alle mal und er musste für sie da sein, wenn sie weinen musste. Wenn sie seine Schulter brauchte...
      Victor ließ sich einen Moment Zeit, bevor er die Augen schloss und damit eine letzte Träne aus dem Winkel floß. Nairas Weinen konnte er nicht ansehen, aber er wollte es auch nicht. Stattdessen nahm er die Hand mit dem Ring und umfasste sie mit beiden Händen: "Naira...Ja...ich mache das...Ich will das sein...Damit du...niemand anderen...brauchst...", er hielt ihre Hand in seinen und seufzte, bevor er wieder in ihre Augen sehen konnte.
    • Naira O'Connor

      Sie fühlte eine große Erleichterung, als er es aussprach, dass der Antrag noch aktuell war und das er für sie da sein wollte. Ein großes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen und Naira konnte nicht anders, als sich trotz ihrer Schmerzen zu erheben und ihn fest in den Arm zu nehmen. Ihren Kopf verbarg sie an seinem Schlüsselbein und gab ihren Tränen den freien Lauf, jetzt weinte sie aber wirklich nur durch Glück.
      "Ich liebe dich, Vic", sprach sie und biss sich auf die Zähne, denn noch immer schmerzte ihr Brustkorb, aber sie würde es aushalten, um ihm wieder nah zu sein, ihm zeigen, dass es endlich ein richtiges Wir gibt. "Und wir schaffen es.. Zusammen.. Nicht jeder einzelnd.. Wir schaffen es zusammen, du und ich..". Für einen Moment ließ sie den Mann los, an dessen Geruch sie sich schon irgendwie gewöhnt hatte, und sah ihm in die Augen. Sie lächelte erleichtert, dass es endlich wieder vorbei war und strich ihm über die Wange. " Dann werde ich wohl oder übel.. Miss Parker..", es erfreute sie die Tatsache, dass sie es wirklich werden würde. "Miss..Parker..irgendwie..hört es sich ganz schön an". Und das würde auch einer der schönsten Dinge werden, was jemals in ihrem Leben passieren wird. Für diesen Moment war sie sich sicher, dass sie es nicht bereute, ihren mürrischen Victor kennengelernt zu haben.
      "Ich...bin froh dich zu haben".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Dass sie sich wieder selbst Schmerzen zufügen musste, nur um sich an ihn zu lehnen, konnte Victor sich zwar gut vorstellen, aber er war auch überrumpelt, als sie ihren Kopf an ihm vergrub und weinte. Das was er sich nicht vorstellen konnte, waren die vielen unterschiedlichen Schmerzen, die diese Frau erleiden musste, nur um jetzt wieder in seinem Arm liegen zu können. Victor drückte sie nur kurz und sanft, bevor er nickend ihren Worten zustimmte.
      "Miss Parker...meine...Verlobte...", er lächelte. Er musste es einfach, weil ihm das alles so bescheuert und übertrieben vorkam und weil die Schmerzen ihn wohl ebenfalls nicht mehr gerade aus denken lassen wollten. Er weinte und gleichzeitig fing er an zu lachen. In so einem Moment jemanden zu heiraten war doch Wahnsinn. Und er hatte ihren Vater gar nicht nach seiner Erlaubnis gefragt. Ein Segen wäre wohl eigentlich ganz gut gewesen.
      "Ich...schulde dir einen richtigen Antrag, oder?", kam er dann doch wieder zur Ruhe und lehnte sich zurück. Victor hatte sich ihre Hand geschnappt und sie fest mit den eigenen Fingern verzahnt. Nicht dass sie ging. Nicht dass sie vergaß, wie sehr er doch eigentlich darauf bestand, dass sie diesen nächsten Weg, die nächsten Jahre gemeinsam gehen könnten.
      "Ab jetzt...geht es nur noch aufwärts oder? Und wir...nehmen uns eine große Auszeit...heiraten...Ich mache das richtig alles.", er hauchte einen Kuss auf ihre Hand bevor er sich unter Anstrengung hoch auf seine Beine kämpfte und Naira mit sich hoch ziehen wollte.
      "Aber...willst du nicht erst einmal schlafen?...Wenigstens zwei Stunden. Ich ...gehe auch nirgends hin. Auch nicht an die Minibar..."
      Und das obwohl ihm ordentlich übel war zu diesem Zeitpunkt.
    • Naira O'Connor

      Damit war sie an ihn gebunden und vielleicht dann würde Victor endlich sein Leben in den Griff bekommen, wenn er den Beweis hatte, dass sie immer bei ihm bleiben würde. Sie würde nie wieder gehen.
      "Du brauchst mir keinen.. 'Richtigen' Antrag machen", sprach Naira und betonte dabei das Wort Richtig mit Gänsefüßchen, die Sie in die Luft gemacht hatte. Der Antrag war sehr speziell gewesen, aber egal wer es kritisieren würde, die Frau würde immer wieder sagen, dass es seine Art ist ihr seine Liebe zu zeigen. Anders kannte sie es jedenfalls bisher nicht, außerdem.. Naira war keine typische Frau, sie wollte auch keine große Hochzeit haben, von ihr aus konnten die beiden einfach zum Standesamt hingehen und heiraten, mehr brauchte sie da wirklich nicht.
      Als seine Hände ihre Hand ungriffen bildete sich eine Gänsehaut auf ihrem Körper. Es war schon ein wenig kühl, aber es war viel mehr die Berührung, die in ihr das Gefühl auslöste. "Du hast schon alles richtig damit gemacht..dass du zurück gekommen bist". Sie sah zu ihm hoch in seine Augen und lächelte sanft. "und ich weiß, dass es nur noch alles gut werden würde". Naira ließ sich auf die Beine ziehen und hielt sich einen Moment lang an ihrem Freund, um das Gleichgewicht zu erhalten. Sie lächelte noch immer sanft, blickte zur Uhr, als ihr Freund fragte, ob sie nicht etwas schlafen wollte. "Kommst du mit.. Ins.. Bett?", fragte sie vorsichtig und blickte auf die Seite zu dem Bett. "Ich will deine.. Nähe spüren".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie konnte sagen was sie wollte. Es war wahrscheinlich das klein bisschen Stolz, dass Victor noch empfand, warum er ihr sagte, dass er es richtig machen wollte. Mit einem richtigen Antrag. Vieles in seinem Leben ging drunter und drüber und er meinte, dass Naira dieses Chaos nicht verdient hatte. Nicht nach all dem was sie durchgemacht hatte. Victor seufzte leise, hielt sie fest und schloss noch einmal die Augen, bevor er sich dazu bereit erklärte sich mit ihr ins Bett zu legen. Nicht weil er nicht wollte...Er wollte sehr sogar.
      Victor lächelte, atmete noch einmal tief durch und kletterte einfach rückwärts auf das Bett, bevor er sich hinsetzte und darauf wartete, dass Naira ebenfalls den Schritt ins Bett machte. Für den Moment kam ihm die Idee, dass er eigentlich duschen gehen könnte...Und möglicherweise auch tatsächlich sollte, denn sonst roch das Bett noch am nächsten Tag nach ihm und Naira erfreute sich bestimmt nicht an dem schlechten Geruch, der an ihm haftete. Bar, Kippen, Alkohol...Alles, vielleicht sogar noch mehr. Victor zog sie aber trotz seiner Gedanken an sich heran. Natürlich so vorsichtig wie es eben mit ihren Verletzungen ging.
      "Du sollst schlafen...okay? ich bin ja nicht der einzige, der fertig ist von allem und jedem...Du brauchst es sicherlich mehr...", säuselte er bereits wieder müde von der Lage.
    • Naira O'Connor

      "Ich liebe dich.. Mein Mann". Sie hatte sich zu ihm gelegt und ihm wieder einmal gesagt, wie sehr sie ihn liebt. Lange brauchte es nicht, da schlief sie in seinen Armen ein und konnte das erste Mal seit Wochen ein paar Stunden schlafen ohne von Alpträumen geplagt zu werden.

      -Wochen später.. -

      Sie saß auf dem Beifahrersitz und wackelte nervös mit dem Bein ein wenig. So wirklich wusste sie nicht, was Victor zu ihrer Überraschung sagen würde, aber Naira wagte es trotzdem, immerhin war es noch nicht ganz beschlossen. "Wir sind gleich da", sprach sie, als sie die bekannten Straßen entdeckte und blickte zum Navi, welches ihr das gleiche sagte. Victor wusste von nichts, er wusste nicht von ihren Plänen, aber es musste ihm gefallen, ob er wollte oder nicht,schließlich haben die beiden in den letzten Wochen so viel von den Staaten gesehen, dass sie sich wieder zur Ruhe setzen sollten, jedenfalls war es ihr Plan.
      Victor bog in die richtige Straße ab und Naira bat ihn ums Anhalten, noch bevor sie das Ziel erreicht haben. Sie drehte sich zu ihm um und beschloss, dass es wohl besser war, wenn sie vorher was sagte. "Okay.. Bevor wir ankommen muss ich dir was sagen", fing sie an und spielte nervös mit dem Ring an ihrer Hand, eine neue Angewohnheit, seit sie den Ring trug. "Wir haben so gut wie jeden Fleck von den Staaten gesehen.. Und wir haben viel Spaß gehabt.. Tolle Leute kennengelernt.. Aber ich habe etwas getan, worüber du vielleicht nicht ganz so glücklich sein könntest..". Sie brach kurz ab und sah zu der Akte, die sie in ihren Händen hielt, bevor sie wieder hoch sah." Okay.. Folgendes.. Es ist noch nicht beschlossen, okay? Nur mit deinem ok ist es beschlossen.. Ich habe nämlich.. Uns ein Haus gekauft..".
      Aus Angst, er könnte sauer werden kniff Naira ihre Augen zu und biss die Zähne zusammen. Das Thema war die letzten Wochen selten vorgekommen, aber sie hat ein Haus gefunden, am Ende der Straße, in einer ruhigen Gegend. Es war groß, aber nicht allzu groß, eingerichtet und ganz anders geschnitten, als Victors Haus in Anchorage. Dabei würde es ein Arbeitszimmer für Victor geben, ein großes Schlafzimmer, ein Ankleidezimmer und noch ein leerstehenden Zimmer, mit dem man etwas anfangen könnte. Es gab noch mehr gute Nachrichten, aber die würde sie erst ansprechen, wenn Victor das Haus und die Gegend gefallen würde. Spike möchte die Gegend allein schon wegen der vielen grünen Fläche. "Es ist das letzte Haus am Ende der Straße...".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es vergingen Wochen, die sie gemeinsam dazu nutzen, um so wohl die eigene Psyche aufzubauen, als auch endlich etwas von der Welt zu sehen. Beide waren mal in den Staaten gewesen, aber keiner von ihnen hatte sich Zeit genommen in der Zeit, um die Kultur kennenzulernen oder ausnahmsweise Mal ein Museum zu besuchen. Sie sammelten einiges an schönen Erinnerungen und Victor konnte entspannen. Es war zwar immer noch nicht alles vorbei gewesen, was sie durchzuleben haben, aber er und Naira mutierten langsam zu einem normalen Pärchen. Sie besuchten Strände, liefen in Parks herum, hielten sogar hin und wieder die Hand des anderen. Und manchmal sogar kam es von Victor selbst, dass er den Halt ihrer Hand suchte.
      Gemeinsam machten sie sich über seltsame Statuen lustig, beobachteten andere Menschen und vergaßen Stück für Stück das was ihnen vor Monaten zugestoßen war.
      Dann...eines Abends warnte Naira Victor bereits vor, dass sie morgen wo hinfahren und ihm persönlich etwas zeigen wollte. Victor konnte nicht einmal ahnen was es war. Er fühlte sich glücklich, weswegen er meinen konnte, dass er nichts mehr in diesem Leben brauchten wird. Doch Naira war wohl anderer Meinung. Sie fuhren 3 Stunden hinaus in eine andere Stadt. Es war mitten im Wohngebiet und die Häuser wurden nach und nach breiter, die Rasen immer grüner und sauberer. Victor brummelte vor sich hin, wenn sie jedes mal ablehnte ihm zu erzählen, warum sie dahin fuhren. Victor fuhr aber, sah auf das Navi Display und hielt an, als Naira es von ihm verlangte.
      Was auch immer sie vor hatte, er hätte niemals erahnen können, dass sie tatsächlich ohne ihn sich für ein Haus entschieden hatte. Sie war die, die die Aktionen machte. Victor ließ sich wohl noch immer treiben. Ihm gefiel das. Er hatte erst angefangen eine gewisse Ruhe in seinem Körper zu empfinden.
      "Du...hast was gemacht?", fragte er noch einmal nach, aber das war rein rhetorisch. Denn Er hatte sie schon verstanden. Victor verengte die Augen, wandte sich in seinem Sitz zu seiner Verlobten um und legte die Hände zusammen, die er sich vor den Mund hielt: "Du hast ein haus gekauft?" Er spielte sich natürlich auf, trotzdem musste er feststellen, dass diese Entscheidung ihn doch etwas überrumpelte.
      Sein Blick ging wieder vorne raus. Sie konnten noch nicht um die Ecke sehen, aber Naira warnte ihn schon davpr, dass es das Haus am Ende der Straße war. Das hieß sehr viel Platz und einfach nur Ruhe. Victor brummte: "Ich habe keine Wahl, als es mir wenigstens einmal anzusehen, mh?", mit einer angehobenen Augenbraue seufzte Victor, legte den Gang ein und fuhr den Wagen die letzten hundert Meter auf das Haus zu. Den Mietwagen ließ er auf der Einfahrt stehen. Es stand noch ein anderer Wagen da und eine Frau in einem Anzug kam heraus. Ihre blonden Haare waren gemacht und sie grinste über beide Ohren, als sie Naira wieder erkannte: "Mister und Misses Parker.", begrüßte sie die Verlobten. In ihrer rechten Hand hielt sie die Schlüssel der Immobilie.
    • Naira O'Connor

      Sie schmunzelte, als sie die Reaktion von Victor auf den Kauf des Hauses sah. Sie kannte ihn schon um zu wissen, dass er nicht böse war, er war nur.. Überrumpelt und das durfte er sein. "Nun, ich habe es fast gekauft.. Ich wollte deine Einwilligung haben, denn vielleicht gefällt dir die Gegend nicht, oder die Stadt..". Es war ein ruhiges Wohngebiet außerhalb der nächsten Großstadt, dennoch zu ihr hätten sie es vielleicht ne halbe Stunde, um zur möglichen Arbeit zu gelangen, denn noch hatte sie nicht alles gesagt.
      Das Haus war genauso schön, wie es auf den Fotos war. Es war in einem leichten weiß gestrichen, sah schon von außen sehr gepflegt und vor allem auch sehr groß aus. Eine kleine Veranda zierte den Eingang, der Garten erstreckte sich erst hinter dem Haus so richtig. Naira stieg aus, sie war begeistert von den Anblick und ließ zunächst ihren Hund raus, bevor sie zu ihrem Verlobten sah auf die Dame zuging. "Hallo Miss Brown", begrüßte die Dunkelhaarige die Blondine und schüttelte die Hand. Sie gingen rein, das Haus sah auch von innen sehr gepflegt und vor allem genauso möbliert, wie auf den Fotos. Es war sehr modern gehalten, die Farben sehr schlicht, aber die Qualität war dem anzusehen. Ein Traum vom Haus war es, der Garten schien ebenfalls sehr gepflegt, trotz dessen, dass das Haus leer stand kam immer wieder jemand vorbei, der sich darum kümmerte. Das Haus war sein Geld definitiv wert. Immer wieder sah Naira zu ihrem Freund, hatte aber ein Zimmer bei der Besichtigung ausgelassen, denn dort wollte sie mit ihm sprechen.
      Mit einem Nicken bestätigte sie der Marklerin, dass sie wie verabredet für einen Moment verschwinden sollte, dann sah sie zu Victor. Naira seufzte kurz, aber sie lächelte, bevor sie das ausgestattete Büro betrat. "Ich habe gedacht, dass es dein Zimmer sein könnte.. Wenn ich dich mal nicht im Bett haben möchte", sie schmunzelte, lehnte sich aber gegen den Schreibtisch und blickte zu dem Rotschopf. "Wie findest du das Haus?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor versuchte so gut wie es ihm nur möglich war, nicht wertend zu gucken. Doch das haus war wirklich ein Hingucker und die Gegend schön ruhig. Wahrscheinlich stand das Haus für die Marklerin an diesem Tag sogar mehr als perfekt, denn die Sonne schien und ein lauer Wind brachte eine gewisse Kühle des Frühlings mit sich. Es war frisch und alle waren sie doch ausgeschlafen. Victor begrüßte Miss Brown ebenfalls mit einem Händedruck und folgte dann an Nairas Seite in das Haus. Die Marklerin zeigte ihnen ausgiebig das Foyer, den großen Flur damit und dann das Wohnzimmer, welches eine offene und große Küche hatte, sowie eine ganze Hauswand mit Panoramafenstern. Victor gefiel der moderne Ansatz im Haus und er bekämpfte das zufriedene Lächeln, was sich bei ihm einschlich. Seit dem er mit Naira zusammen war, hatte er nach und nach gelernt, dass es niemandem etwas ausmachte, wenn er Gefühle oder gar Emotionen an sich zeigte. Dann gingen sie über in die zweite Etage. Keller und Dach waren hauptsächlich leer und geräumig. Victor folgte nur, nickte und hatte auch bis kurz vor dem Ende, was er für das Ende der Führung hielt, keine Fragen an die Frau. Sie verabschiedete sich für den Moment, als sie im Büro stehen blieben. Am Fenster stand ein großer Holztisch, an den Seiten des Zimmer standen deckenhohe Regale, die man gut mit Ordnern oder Büchern füllen könnte. Victor hatte mit Naira nur einmal darüber gesprochen, dass er vielleicht noch einmal arbeiten gehen wollte. Als Berater oder tatsächlich wieder als Detective, irgendwann, wenn sie sich niederließen...Oder er arbeitete Selbstständig. Es war vieles, dass er noch nicht wusste und er fand das Thema noch zu frisch. Interessiert stellte er sich hinter den Schreibtisch und sah durch das Fenster, wodurch er den Garten sehen konnte. Eine Bank, Apfelbäume und eine große flache Rasenfläche.
      "Du meinst, wenn wir unsere sinnlosen Diskussionen haben?", Victor drehte sich zu ihr um, lehnte sich auf den Tisch und schien bereits jetzt auszuprobieren, wie er sich hinter diesem Tisch fühlen konnte. "Aber wenn das ein Schlafzimmer werden sollte...dann brauche ich auch ein Bett...Oder wenigstens ein Schlafsofa, damit auch mein Rücken versteht, dass ich mit dir streite..."
      Er presste die Lippen aufeinander und ließ den Blick noch einmal durch den Raum schweifen: "Weiß nicht...Findest du es gut?", warf er die Frage zurück, aber nicht weil er seine Antwort nicht kannte. Ihm gefiel das Haus wirklich, aber er konnte es sich nicht entgehen lassen Naira ein wenig zu sticheln.
    • Naira O'Connor

      Sie schmunzelte, es waren die Blicke, die es ihr verraten hatten, dass er entweder dachte, sie ser verrückt oder es gefiel ihm wirklich. Naira war sich spätestens in dem Arbeitszimmer sicher, dass sie gewonnen hatte, aber es gab ja noch mehr, was sie sagen sollte. "Das Haus kann man auch unmöbliert haben..wenn dir die Einrichtung nicht gefallen sollte..", erklärte sie und spielte mit der Akte, die sie in der Hand hielt. Es war schwer, es über ihre Lippen zu bringen, zumal Victor selbst keine Ahnung hatte, was er machen wollte.
      Naira zeigte auf eine relativ leere Ecke des Zimmers und schmunzelte noch mehr. "Da könnte das Sofa hin, dann kannst du arbeiten und schlafen, ohne dich aus dem Zimmer bewegen zu müssen..". Sie seufzte, da hatte sie das Thema angesprochen, aber das Haus war so perfekt, es musste klappen. "Da wären wir auch schon beim Thema Arbeit.. Ich bekomme manchmal Mails von Ramirez mit potentiellen Arbeitsangeboten..denn du hast es ja selbst gesehen, dass sich die Presse um uns gerissen hat.. Und vor einiger Zeit bekam ich ein sehr verlockendes Angebot.. Es war.. Uninteressant, bis ich das Haus hier gefunden habe".
      Sie sah auf und reichte ihrem Verlobten die blaue dünne Akte mit dem Angebot für sie beide. "Sie suchen einen leitenden Detective und wollten uns beide haben, aber ich habe dir versprochen, dass ich nicht mehr zum Job zurückkehre.. Stattdessen sind sie mit dir zufrieden, wenn ich die Leitung der Polizeischule übernehme, um den Nachwuchs das bestimmte etwas zu vermitteln, was wir haben". Naira war ernst geworden, sie war ruhig und wartete, was ihr Verlobten dazu sagen würde. Es war ein hervorragendes Angebot, gut Arbeitszeiten, eine noch bessere Bezahlung.. Urlaub, mehr Personal und vor allem für Victor eine ganze Menge Stolz, die er aufarbeiten könnte. "Ich lasse es von dir abhängig machen, ob es dir gefällt, denn wenn es nicht das ist, dann finden wir was anderes.. Aber wenn ich ehrlich bin.. Guck uns an, Vic.. Ich glaube, wir sind für was anderes nicht bestimmt".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ob mit oder ohne Möbel. Victor war das herzlich egal. So wie er in seinem haus oder gar in der Wohnung in Brooklyn gelebt hatte, wäre für ihn ein Sofa und ein Klappstuhl mit Plastiktisch in Ordnung. Er war leicht zu befriedigen, wenn es um die Inneneinrichtung ging. Als Naira ihm dann in einer Ecke das Sofa vorstellte, legte den Kopf schief. Sie sprach Arbeit an. Also sollte es ein Büro werden und sie hatte es so geplant. Deswegen sprach sie mit ihm hier. Er war dann doch nicht gänzlich unaufmerksam. Sie hielt die Mappe bereits seit Beginn ihrer Fahrt in der Hand und konnte kaum ruhig sitzen bleiben. Victor musterte sie skeptisch und wartete einfach. Dann erklärte sie ihm, dass es Angebote gab. Victor hatte die ganze Zeit versucht alles zu ignorieren. Denn er wollte weder Naira noch sich selbst wirklich wieder in so einem Job wiedersehen. Aber als sie ihm die Mappe reichte und er sich dazu brachte wenigstens hinein zu schauen, musste er nachdenklich brummen. Leitender Detective in einem Präsidium ganz in der Nähe. Er würde seinen Titel wieder bekommen und durfte arbeiten mit einem viel besseren Gehalt. Auch dass Naira nicht als Detective arbeiten wollte, sondern in der Polizeischule sprach sogar für diese Entscheidung. Victor legte das Angebot auf den Tisch, stützte sich darüber und dachte nach.
      "Haben die denn gar nicht geguckt, dass ich gar nichts gemacht habe.",fragte Victor, erwartete aber auch hier keine wirkliche Antwort. Denn in dem Moment ging er um den Tisch, lehnte sich neben Naira dagegen und verschränkte die Arme vor der Brust.
      "Mhh...Mit den Urlaubstagen kann man immer noch einmal im Jahr mindestens einen Monat auf einem anderen Kontinent verbringen...", er hob die Schultern an. Damit war er eigentlich bereits einverstanden. Er wird die Bewerbung machen. Er wird sich im örtlichen Präsidium melden und...er war mit dem Haus einverstanden. Victor legte dann einen Arm um seine Verlobte und drückte sie an sich: "Gibts noch eine Überraschung, auf die ich mich vorbereiten sollte?"
    • Naira O'Connor

      Selbst Spike hatte den Kopf schief gelegt und wartete auf eine Entscheidung seines Herrchens, als welcher Victor nun seit längerer Zeit galt. Naira war aufgeregt, sie war sich nicht sicher, ob es nicht zu viel auf einmal und vor allem zu viel Risiko war. Sie konnte es sich gut vorstellen, dass sie sich damit ein Eigentor geschossen haben könnte, aber noch was es nicht entschieden, noch sagte er nicht nein. Stattdessen las er es sich durch, sah drüber und ließ seine Frau warten. Immer ungeduldiger wurde Naira, bis sich ihr Freund neben sie hinstellte und anfing zu reden. Er war mit dem Urlaub einverstanden war er dann auch mit dem Rest einverstanden? "Heißt das, du stimmts den zu? Und bist mir nicht böse, dass ich es vorher geplant habe?", fragte sie erwartungsvoll und ließ sich zu ihm drücken. Immerhin waren die Rippen verheilt und es tat nicht mehr weh, wenn er sie an sich drückte. Sie dreht sich ganz zu ihm um und legte ihre Arme um seine Schultern, um ihn zu umarmen. " Ich freue mich, dass wir was für uns gefunden haben.. Und nein, ich habe keinerlei Überraschungen mehr". Es gab für Victor einen Kuss auf die Wange und das glückliche Gesicht seiner Verlobten. Sie wusste, dass es falsch war, es hinter seinem Rücken zu planen, aber letztendlich wusste sie auch, dass ihr Freund vielleicht in dem Weg zu ihrem Glück gestanden hätte, wenn sie ihm nicht den Ruck geben würde. Aber nun war es beschlossen.
      Die Marklerin kam wieder rein, sie sah das glückliche Paar und musste lächeln. "Ich nehme an, Sie haben sich entschieden?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor schnaubte mit einem zufriedenem Lächeln auf den Lippen, als sich Naira zu ihm drehte und ihn umarmte. Der Kuss auf die Wange war zwar nur mässig zufriedenstellend, denn er liebte es ihre Lippen auf seinen zu spüren und er würde wohl weniger damit aufhören, trotzdem war er einverstanden und nickte auch. Alles war in Ordnung. Sie war die treibende Kraft, diejenige die die Hosen an hatte.
      Als die Marklerin rein kam, sah Victor auf. Er wich nicht von ihr, verlegte seine Hände aber auf Nairas Hüfte und lehnte sich wieder gegen den Tisch, um sich an die Frau zu wenden. Ihre Augen funkelten, sie witterte bereits ihren Sieg und die Prozente, die dafür auf ihr Konto fließen würden. Victor sah die Frau an, dann Naira: "Wir nehmen es."
      Keine 5 Minuten später waren die Papiere unterzeichnet und Naira und Victor teilten nun ihr erstes und gemeinsames Haus. Es war ihr Haus nun. Victor hatte zwar kein anderes gesehen, aber er akzeptierte und vertraute Naira. Zu allem Übel war das ja auch immer noch ihr Geld und nicht seins und ob sie es wollte oder nicht, nutzte er das Geld immer noch mit einem gewissen Abstand und Respekt davor.
      Die Frau hinterließ ihnen den Schlüssel und wünschte ihnen alles gute. Dann war es vorbei. Für die Unterzeichnung standen sie unten im Wohnzimmer an der Bar. Victor trat von dieser zurück und stemmte die Hände in die Seiten und sah in den Garten hinaus.
      "Dir ist aber klar, dass bei irgendwelchen Problemen mit dem Nachbar, ich dich hinschicken werde und es nicht selbst erledige. Oder?", er wandte sich zu ihr nach hinten.
    • Naira O'Connor

      Victor war derjenige, der letztendlich entschied, dass sie es nahmen und es auch verkündete. Keine zehn Minuten später waren sie unten und haben den Vertrag unterzeichnet. Noch einmal warf sich die Dunkelhaarige an ihren Verlobten und umarmte ihn fest, weil sie sich so freute, dass sie den Schritt gewagt haben. Sie waren nun ein wirkliches Paar, waren verlobt und hatten eine gemeinsame Zukunft miteinander.
      Die Schlüssel lagen auf dem Thresen in der Küche und die Marklerin verließ zufrieden das Haus, sie freute sich auf den Check, der in den nächsten Tagen auf ihren Schreibtisch landen würde. Victors Worte nahmen Naira die letzte Anspannung, sie musste lachen und trat von hinten an ihren Freund, an welchem sie sich von hinten anschmiegte. Den Kopf lehnte sie an seinen Rücken und schloss für einen Moment die Augen. "Wir haben es wirklich getan..", murmelte sie zufrieden, das Lächeln auf ihren Lippen breitete sich weiter auf. "Aber wir müssen jetzt ordentlich arbeiten.. Ich bin nämlich beinahe pleite..". Das Reisen und das Haus haben wahnsinnig viel gekostet und das Geld, welches ihr Vater für sie hinterlassen hatte war aufgebraucht, sogar sehr gut aufgebraucht. "Aber ich bin froh, dass wir das Geld so aufgebraucht haben.. Wir müssen uns nur einen kleinen Kredit für einen Wagen aufnehmen.. Oder wir lassen meinen Geländewagen hier rüber transportieren..". Sie machte nicht einmal den Anschein, als würde ihren Freund loslassen, aber Spike wollte raus in den Garten. Victor musste ihm aufmachen, Naira würde sich nicht bewegen." Das beste ist.. Wir können morgens immer noch zusammen zur Arbeit fahren.. Und abends oder nachmittags wieder heim fahren.. Ich hoffe doch nur, dass du mich nicht allzu sehr vermissen wirst".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Das war es auch schon. Sie hatten in weniger als einem Jahr alles abgehackt was man abhaken konnte. Und nun standen sie vor der Terrasse und sahen hinaus in den Garten. Victor legte seine Hände an ihre, die sie um seinen Bauch hielt und watschelte rüber zu der Terrassentür. Das mit dem Humor bekam er immer besser und besser hin.

      Weitere Tage verstrichen ins Land. Victor und Naira fingen an ihr neues Heim einzurichten und sich nach und nach immer wohler zu fühlen in diesem Haus. Victor schickte seine Bewerbung ab, um bei dem Präsidium anzufangen und gemeinsam konnten sie sich sogar ein Einstiegsdatum aussuchen. Victor ließ sich Zeit. Teilweise ließ er auch immer noch Naira die Entscheidung wann sie hingehen sollten. Und dann war es auch schon so weit. Sie fingen an mit einem neuen Leben. Da sie kein Geld mehr hatten für einen Mietwagen und ihr erster Tag noch nicht vergangen, kamen die beiden mit einem Taxi vor dem Gelände an. Es war weiträumig und es waren teils viele Leute unterwegs. Es war noch früh morgens und die ersten Schüler und Azubis rannten in Richtung der Polizeischule. Victor musste sich aber hier von Naira trennen. Er musste in die andere Richtung laufen, um sich bei seiner neuen Stelle zu melden und die ersten Stunden eine einfache Einführung zu haben. Ein wenig schwer fühlte er sich dennoch, als sie gemeinsam auf dem Scheideweg standen. Er gab Naira einen knappen Kuss: "Dann ... sehen wir uns zur Mittagspause wieder? Oder...hast du keine Lust mehr mein Gesicht zu sehen?", fragte er stichelnd und sah zu ihr runter. Ihm war es egal geworden was die anderen dachten. Sie gehörten zusammen und er wollte auch schon bald ihr den richtigen Heiratsantrag machen. Ob sie wollte oder nicht...jetzt hatte er die Energie dazu aufgesammelt.
    • Naira O'Connor

      Der erste Arbeitstag begann und Naira war sichtlich aufgeregt, sie war schon mehrere Monate ohne Arbeit und noch nie in einem anderen Betrieb, als im Revier von Anchorage. Während der Fahrt mit dem Taxi hatte sie nach der Hand ihres Verlobten gegriffen und ihm zugelächelt, obwohl sie es war, die ein wenig mehr Zuneigung brauchte. Ihre Wege trennten sich, aber zum Glück war die Schule direkt neben den Revier, in einem anderen Gebäude, sie sollte sich im Sekretariat melden und würde sogar eine eigene Klasse leiten.
      Victor nahm sie noch ein letztes Mal zu sich, die Dunkelhaarige musste seufzen. "Ist komisch, ohne dich arbeiten zu gehen", gestand sie ihm und lächelte sanft. Der kleine Kuss tat ihr gut, aber sie musste sich auf die Zehenspitzen stellen und sein Gesicht in die Hände nehmen, um ihre Lippen noch einmal auf seine zu drücken. Sie küsste ihn liebevoll vor der versammelten Gewerkschaft, aber es war ihr egal, hier durften sie es. "Ich esse liebend gerne mit dir zu Mittag.. Und jetzt geh und zeig den anderen, wer hier das sagen hat!". Sie war stolz auf ihn, dass sah man deutlich in ihren Augen, er bekam noch einen letzten Kuss auf die Wange, bevor sich die Frau abwendete und Richtung der Schule ging. Ein letztes Mal sah sie ihm nach, wunk ihm zu, bevor sie im Gebäude verschwand mit einen Lächeln auf den Lippen. Sie würde es schaffen, definitiv.

      Naira bekam schnell ihre Klasse zur Gesicht, eine Gruppe voller junger Erwachsener, die ihre Ausbildung beenden und die Straßen von dem Bösen reinigen sollten. So wirklich hatte sie selbst keine Ahnung, was sie machen sollte, aber da die Klasse ebenfalls neu war, fing sie mit einer Begrüßung und der Vorstellung dessen an, was sie ihnen vermitteln wollte. Dafür hatte sie sich die Tage zuvor vorbereitet, aber sie hatte keine Ahnung vom Lehren, dennoch wollte man sie haben und sie würde es durchziehen.. Und ihnen alles beibringen, was sie selbst wusste.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Den beiden stand praktisch nichts im Weg. Sie durften tun und lassen was sie wollten. Es ging hauptsächlich nur noch darum, dass sie nur nicht kompletten Mist erzählten. Victor sah ihr noch nach und schmunzelte dabei, wie herzlich sie sich nun doch verabschieden durften. So vieles hatte sich geändert. Doch er durfte nun nicht darüber nachdenken, sondern musste sich daran erinnern, dass er jetzt wieder ein Detective war. Mit einem Team, dass ihm unterstellt war und auch wieder Aufträgen. Durch seine Spezialisierung dun Mord und Tötungsdelikte kamen auch mal wieder nur Leichen, Schwerverletzte und Ähnliches als Fälle in Frage.
      Aber das erste was geschah, war eine Rundschau. Man führte Victor durch die unterschiedlichen Abteilungen. Er durfte alle kennenlernen und zum ersten Mal seit Jahren fühlte er bei keinem der blonden Männer das Gefühl, dass ihm die Luft wegblieb. Auch bei den Frauen, die eine Ähnlichkeit zu Naira hatten, regten ihn nicht auf. Er war selbstsicher und zeigte das auch. Er lernte sein Team kennen, lernte einen hauseigenen Mediziner und die Tatortreinigung sogar kennen. Es war ein riesiges Präsidium. Mit Allen Abteilungen, an die man sich wenden konnte, wenn es soweit war.
      "Wir sind froh Sie hier zu haben, Detective Parker."
      Victor nickte, reichte den meisten die Hände, wenn diese es erwidern konnten und bekam sowohl Marke, als auch Dienstwaffe ausgehändigt. Einen psychologischen Test, ob er wieder mental stabil und belastbar war, hatte er in der letzten Woche bereits abgegeben, so dass dem neuen Job nichts mehr im Wege stand.

      Nachdem es schließlich zur Mittagspause kam, lud man ihn zwar ein, um das Team ein wenig auf persönlicher Ebene kennen zu lernen, aber Victor erklärte, dass er wenigstens in den ersten Wochen das Mittagessen bei seiner Verlobten verbringen wollte. Bei dem Wort Verlobte war er sogar stolz darauf sie so nennen zu dürfen. Der Chief grinste breit und entließ Victor. Da er es ruhig angehen konnte, lief er bereits rüber, er rief sie nicht an oder wollte sie irgendwo treffen, sondern machte sich die Mühe ihr Klassenzimmer aufzusuchen. Als er es fand, er musste dazu mehrere Leute ansprechen und immer wieder hoffen, dass sie alle die neue Miss Parker kannten. Vor der Türe nahm er sich einen Moment und lauschte, passte einen guten Moment ab und trat dann schließlich ein.
      Alle Gesichter drehten sich um. Victor mimte einen unbeeindruckten und ernsten Blick, den er durch das Zimmer gleiten ließ. Sie alle sahen fähig aus...und unter Nairas Führung würden sie sogar noch besser werden.
      "Miss Parker. Kann ich Sie sprechen? Es ist dringend..."
    • Naira O'Connor

      Sie saß auf dem Schreibtisch und ließ ihre Beine runterbaumeln, während sie den angehenden Polizisten und Polizistinnen erklärte, was die wichtigsten Werte in ihrem Job waren. Sie erzählte nicht das, was in den Büchern stand, sie erzählte ihnen das, was sie selbst gelernt hat, was wichtig war. Dabei erwähnte sie, dass Teamarbeit eine der wichtigsten Merkmale war, vor allem das Merkmal, welches ihr mehr geholfen hat, als Mut oder Intelligenz. Sie betonte dabei, was man alles erreichen konnte, wenn man ein Team hatte, auf welches man sich verlassen konnte, denn alleine, würde man definitiv nichts schaffen.
      Einer der Herren in der letzten Reihe meldete sich und mit einem Nicken nahm sie ihn dran. "Miss.. Aber sie haben ihren letzten Fall doch ohne fremder Hilfe hinbekommen, oder nicht? Sie haben es alleine durchgezogen und hatten es geschafft, aus den Händen des Psychopathen zu entkommen.. Man braucht doch kein Team, man braucht nur sich, auf sich kann man immer zählen..". Der junge Bursche hatte recht, es wunderte Naira sehr, dass die meisten der Schüler von ihr und ihrem Fall gehört haben und das, obwohl sie fast auf der anderen Seite der Staaten waren und damit weit weit weg von Alaska. Sie schmunzelte, ließ den Kopf kurz hängen und nickte. Es störte sie irgendwie nicht, dass diese Frage gestellt wurde. "Nun..", fing sie an und sah wieder zu der Klasse, die sichtlich erwartungsvoll auf die Antwort wartete. "Es mag sein, dass ich den letzten Zug alleine durchgezogen habe.. Aber ihr müsst wissen, dass ich immer einen Backup hatte, den ich mehr genutzt hatte, als es mir lieb war.. Es waren meine Kollegen, die mir in den Arsch getreten haben und mir dadurch geholfen haben..und nun, ohne meinen Partner, würde ich nicht hier sitzen.. Meistens erbt nur eine Person den ganzen Ruhm, aber wenn ich jemanden für die ganze Arbeit loben sollte, dann nicht ich.. Ich war nur der Dickschädel, der da durchgerannt ist.. Das ganze restliche Team, mein Partner.. Die haben die ganze Arbeit gemacht..".
      Die Hände wurden hochgehoben, es haben so viele der Schüler Fragen gehabt, aber die Tür ging auf und Naira blickte genauso zu dieser,wie auch die jungen Leute. Ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen, der Mann war einfach das Beste, was sie hätte finden können.. und sie liebte es, wenn er sie 'Miss Parker' nannte. DIe Schüler waren erstaunt, die meisten waren sich nicht sicher, ob es wirklich Victor war, der da stand. "Aber sicher, Detective Parker..", antwortete die Dunkelhaarige mit einem breiten Grinsen auf ihren Lippen und entließ die Klasse in die Mittagspause mit dem Versprechen, sie würde später ihre Fragen beantworten. Die Leute stürmten raus, übrig blieb nur Naira und ihr Verlobter. "Was ist so wichtig, Detective?".Es war Mittagspause, also wollte er sie abholen, so viel war sich sicher, aber ein wenig necken konnte sie ihn trotzdem.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor trat bei Seite, als die Tutorin die Klasse entließ und sie alle an ihm vorbei zogen und versuchten nicht zu genau ihn anzusehen. Sie liefen alle vorbei, fingen an zu quasseln und es wurde noch einmal richtig laut. Er sah den jungen Leuten nach und schloss die Türe hinter ihnen ab. Er grummelte, als er bemerkte, dass er keinen Schlüssel hatte, um diese Tür zu verriegeln. Wahrscheinlich aus Brandschutzgründen, die man einfach mal so annehmen sollte. Aber für den Moment war es für ihn unpassend. Victor schnaubte belustigt, als sie ihn mit Detective ansprach und musste doch stolz die Marke hervor ziehen: "Ich habe Dinge gehört, Miss Parker. Sie reden über mich.", sagte er und sah sie eindringlich an. Eigentlich sollten sie ja die Mittagspause nutzen, um etwas zu essen, aber Victor fand den Moment, den sie jetzt miteinander hatten eigentlich ganz schön. Sie beide strotzten nur so vor Selbstbewusstsein und Naira war größtenteils endlich über den Schmerz hinweg. Er trat an sie heran, zog sie zu sich an ihrer Hüfte und sah zu ihr runter, weil sie ein paar Zentimeter nun einmal kleiner war als er.
      "Ich wollte dich eigentlich jetzt zum Essen einladen.", sagte er zufrieden, zeigte ihr aber, dass er nicht nur daran dachte, sondern ihm noch anderes im Kopf vorschwebte: "Wie ist deine erste Stunde? Sind Sie nett zu dir?"
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