[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Naira O'Connor

      Es war der Frau selbst bewusst, dass es nicht so weiter mit ihrem Untergewicht ging, sie konnte aber auch nichts dafür, dass der Psychopath und der Fall sie so mitnahmen. Häufig besaß Naira einfach keinen Hunger mehr und zwang sich nicht dazu, zu essen, aber heute würde sie es tun. Sie würde nun anfangen mehr acht auf sich zu geben und so vielleicht mehr Kilos auf die Waage zu bringen.
      Sie sah ihrem Partner nach, wie er in die Küche ging, um nach Besteck zu suchen. Ein kleines Schmunzeln bildete sich auf den Lippen der Dunkelhaarige, als ihr Freund ihr bestätigte, dass er wirklich ein wahrer Mann war. er besaß nicht viel, gerade mal Besteck für zwei, was sie aber mit Sicherheit ändern würde. Einen Moment lang sah sie einfach ihr Essen an und versuchte ihre Gedanken irgendwie zu ordnen, was fast der Unmöglichkeit galt. Sie wollte ihn vernichten, ihren Hund und ihren Partner retten, aber andererseits wollte sie genauso gerne einfach nur aufgeben und untertauchen..
      Als Victor meinte, sie müsse alles aufessen sah Naira erst wieder auf. Verwundert blickte sie zu ihm und schüttelte den Kopf. "Das schaffe ich ja gar nicht!", beschwerte sie sich, schmunzelte aber letztendlich. Diese Portion könnte sie sicherlich vier Mal essen, aber sie würde ihr Bestes geben. "Ich habe Bettwäsche mitgenommen.. du brauchst nicht suchen.. Wir können das Bett beziehen und uns in Bett legen.. Einen Film auf meinem Laptop schauen..". Nun, es war zwar ein Arbeitslaptop, konnte aber mit Sicherheit auch für andere Zwecke missbraucht werden, nicht, dass Naira es nicht schon mehrmals getan hätte!
      Sie schlug ihr Essen auf und roch daran, bevor sie gerne was davon probierte. Es schmeckte nicht schlecht, war für ein Fast Food Essen sogar sehr gut gewürzt. "Da müssen wir öfter bestellen!", stellte sie fest und sah grinsend zu ihrem Freund rüber. "Findest du nicht?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Manchmal beobachtete er sie nur so und merkte gar nicht, dass er anfing zu starren. Sie anzusehen erfüllte ihn mit allem was er in seinem Leben gebraucht hatte. Eine gewisse Ruhe machte sich in seiner Brust breit. Victor hatte sogar kurzzeitig aufgehört zu kauen, bis er merkte, dass sie mit ihm sprach. Er schluckte den Bissen herunter und sah runter auf sein eigenes Essen von dem er noch einmal eine Gabel voll nahm und es musterte, als sei es nicht mehr dasselbe, wie vorhin.
      Nein, sie wird es nicht alles aufessen und er definitiv auch nicht. Dafür war sein Hunger nicht ausgeprägt genug und in den letzten Tagen hatte er auch nicht unbedingt viel mehr gegessen, als seine Freundin. Also steckte er eigentlich im selben Boot wie sie.
      Als er wieder stumm aufblickte, weil er nun auch keinen Rückzieher machen wollte von seiner Forderung, bemerkte er ihr Grinsen und musste es mit einem schiefen aber verfügbaren Lächeln erwidern.
      "Ja...das kann man öfter bestellen...Damit lassen sich die Pfunde auch besser ansammeln.", er schnaufte und aß weiter.
      In der Stille des Abends hörte man lediglich das Klirren ihres Bestecks, das Knirschen der ToGo Schalen, in denen das Essen gekommen war.

      Nach gut einem Viertel musste Victor kapitulieren, in dem er laut und deutlich die Gabel neben den Essen legte und selbst erst einmal schwer durchatmend sich nach hinten beugte.
      "Vielleicht fangen wir mit kurzen und kleinen Schritten an was das Essen angeht?...Ich bin ziemlich geneigt dazu einfach nur ins bett zu gehen und zu schlafen."
    • Naira O'Connor

      Es war eine Portion, die vermutlich einem Bauarbeiter nach einem langen Arbeitstag reichen würde, aber sie war definitiv nicht für eine fünfzig Kilo schwere Frau gedacht. Nun, es gab mit Sicherheit die ein oder andere mit ihrem Gewicht, die das in Null komma nichts verzehren konnte, aber Naira hatte sich das Essen in letzter Zeit abgewöhnt und gab deshalb schon nach einer winzigen Portion auf. Sie bekam gerade mal so viel rein, wie 3a Victor getan hatte, sicherlich für sehr viele viel zu wenig.
      Ihr Freund nahm ihr den unangenehmen Part ab und fragte, ob sie es nicht bei der Portion belassen könnten. Eine Erleichterung für Naira, sie bekam nämlich immer weniger Lust auf das Essen, je länger sie es sich ansah. Eine Übelkeit bannte sich an, aber sie war fest entschlossen dieses Essen in ihrem Magen zu behalten. "Ich bin froh, dass du es sagst..", gab die Dunkelhaarige nach einigen Momenten der Stille zu und drehte sich zu ihrem Freund, um ihn anzusehen. "Ich kann mich nämlich nicht entschließen, ob ich das Essen in mir behalten will.. Lass uns einfach ins Bett gehen". Es war noch nicht allzu spät,aber morgen müssten beide wieder früh zur Arbeit. Einige Sachen auf Nairas Wohnung müssten auch noch abgeholt werden, aber das hatte noch Zeit, das könnten die beiden morgen nach der arbeit erledigen.

      Die Frau klappte den Deckel von ihrem Essen wieder zu und seufzte, ehe sie die Gabel oben drauf legte, damit sie Packung nicht ständig auf ging. Das kleine Gewicht hielt es schon nach unten gedrückt. "Die Bettwäsche müsste oben sein, wenn ich mich nicht irre..", das war das Stichwort, um sich vom Sofa aufzubewegen und die Treppe nach oben zu nehmen. Dabei lag ihr das Essen im Magen ziemlich schwer, es bahnte sich eine Müdigkeit an, vielleicht würde diese Nacht deutlich erholsamer sein.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sein Vorschlag es dabei zu belassen nahm man fröhlich entgegen, was auch Victor ein wenig die Stimmung hob. Natürlich würde er gerne sehen, dass sie beide ein gesundes Leben führten und auch genug aßen. Aber er war nicht unbedingt der erste an den man dachte, wenn es um Prinzipien und Disziplin ging. Ein Digestif, wollte er gerade sagen, würde das Problem des Vollegefühls lösen, aber schon wieder auf Alkohol zurück zu greifen, wäre wohl nach all den Tagen Abstinenz nicht richtig. Außerdem lernte er gerade mal die Verantwortung zu übernehmen was seinen Konsum anging. Deswegen stimmte er ihr nur brummend zu, legte ebenfalls sein Essen bei Seite und schnappte sich beide Schalen, um sie in den Kühlschrank zu stellen, bei dessen Fülle es keinem aufgefallen wäre, wenn sich darin eine Maus erhängt hätte.
      "Du musst aber das Essen drin behalten...sonst wird das nichts mit dem zunehmen...", Victor trat um den Tisch herum und gähnte laut. Sein Blick fiel automatisch in Richtung des Sofas, doch da wollte er einfach nicht hin, so gemütlich es auch war.
      "Zeit ein erwachsener Mann zu sein und in einem Bett zu schlafen...", gab er gähnend von isch, bevor er als erster die Treppen hinauf in das Schlafzimmer ging. Die Kisten konnte er alle sehr gut ausblenden. Ihn persönlich störten sie nicht. Dafür war sein Kopf viel zu voll von den unterschiedlichsten Gedanken, die er nicht brauchte und nicht wollte.
      Ausnahmsweise wollte er in dem Haus auch nicht auf Naira warten, wenn sie die Treppen hoch ging. Hier gab es schließlich keine Gefahr für sie, nur da draußen...oder da wo Spike lag.
      Victor schüttelte genervt den Kopf. Er wusste, er sollte solche Gedanken nicht mit ihr teilen, trotzdem missfiel es ihm, dass der Hund im Haus blieb. Grummelnd suchte Victor nach der Bettwäsche und fand sie schließlich. Dann fing der Akt an mit einem verletzten Arm das Bett zu beziehen. Und er war müde...Das Essen hatte sie beide müde genug gemacht, um einfach nur auf das Bett zu fallen und zu schlafen. So hoffte er zumindest. Trotzdem bemühte er sich den angestrengten verletzten Arm so gut es ging einzusetzen und das höllische Spannbetttuch über die Kingsize Matratze zu ziehen.
      "Huff...Ich hasse es...", knurrte Victor und gab sich eine Auszeit, bevor er die letzte Ecke anging.
    • Naira O'Connor

      Die Bemerkung ihres Freundes, dass sie das Essen auch drinnen behalten musste, um zuzunehmen war klar, es war eine Selbstverständlichkeit, aber trotzdem tat es der Frau gut, dass er es noch einmal erwähnte. Es war, als würde er damit seine Unterstützung deutlich machen, dass es ihm lieb war, wenn sie ein wenig zunehmen würde. "Ich werde mein Bestes geben..", versprach Naira kurz und musterte Victor, bevor er sich auf den Weg in die zweite Etage machte. Seine letzte Bemerkung, dass es Zeit war, endlich erwachsen zu werden ließ die Dunkelhaarige schmunzeln, ihr Partner war grimmig und oft mit den Worten, die er sagte ziemlich böse, aber sie hatte ihn trotzdem so gern, wie er war. Natürlich waren da deutlich höhere und größere Gefühle in ihrem hrrz für ihn versteckt, aber noch hielt sich Naira ein wenig zurück, sie hatte es ihm schließlich schon gesagt gehabt und heute waren so viele gemischte Gefühle unterwegs, dass es einfach zu viel werden könnte, wenn sie ihm die drei magischen Worte sagen würde.

      Victor war schon oben, als Naira ihm die Treppe hinterher kam. Sie brauchte ein wenig mehr Zeit mit ihrem Bein und auch der Arm zwickte ganz schön, aber sie schaffte es dennoch die Treppe nach oben zu nehmen. Sie betrachtete ihren Freund bei dem Versuch, das Bett zu beziehen und musterte ihn von der Seite, während sie sich an die offene Tür anlehnte. Er war ihr wahnsinnig wichtig geworden, genauso wichtig wie ihr Hund, deshalb fiel es ihr so schwer nicht über die Worte nachzudenken, die ihr Thomas gesagt hatte. Sie könnte es beenden, wenn sie es wollte, aber was wäre der Preis dafür?
      Ihr Handy vibrierte, kurz wurde die Detective blass, als wäre sie zu einem Geist geworden, aber der Blick aufs Handy zeigte eine Nachricht von Alex an, damit beruhigte sich ihr rasendes Herz und ihr Gesicht nahm wieder eine normale Farbe an. " Ich muss mich morgen zurück halten und Alex nicht einfach verprügeln, wenn ich ihn sehe.. Der nervt mich schon wieder damit, wie sehr es ihm leid tut..".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Einer der Gründe warum er auf dem Sofa schlief, wurde ihm gerade brutal vor Augen geführt. Ein großes Bett mit einem elastischen Spannbetttuch zu beziehen, war eine Scharade, die er sich nicht gerne an tat und wahrscheinlich würde es eben so viele Wochen dauern, bis er es wieder wechseln würde. Mit einem triumphierenden Schnauben wurde er von Nairas Worten wieder abgelenkt und er lenkte den Kopf schief. Sofort bildeten sich Falten auf seiner Stirn, als sie davon sprach, sie wollte morgen Alex nicht verprügeln.
      "Ich hätte es getan...", knurrte Victor in sich hinein und wandte den Blick von ihr ab. Er hätte ihn auch erschossen wenn es notwendig gewesen wäre, aber er musste dann wohl mit den Konsequenzen leben und das war weder vorteilhaft für ihn, noch für Naira. Am Ende würde sie doch wieder zu ihm...Nein, das würde nicht. Victor fing sich bei dem Gedanken auf und holte Decken und Kissen für beide, um sie auf das Bett zu schmeißen. Der schmerzende Arm hatte sich derweit entwickelt, dass er sich eine Tablette wünschte. Aber bevor er noch einmal runterging, trat er zu Naira und sah ihr in die Augen, bevor er sie sanft am Hinterkopf zu sich drückte und ihr einen Kuss auf die Stirn gab. Vielleicht nicht sanft genug, wie es die Geste eigentlich einplante, aber es zählte ja der Gedanke.
      "Mach das Handy aus...Wir klären alles morgen. Du musst schlafen."
      Damit ging er an ihr vorbei und stapfte ins Bad, wo er sich nach ein paar Schmerztabletten umsah. Das Päckchen war schon fast leer. Er würde sich neue kaufen müssen.
    • Naira O'Connor

      Sie hätte ihm sicherlich helfen können dabei, das Bett zu beziehen, aber Naira ließ es sein und beobachtete lieber ihren Freund bei den Akt. Es war nicht einfach, aber er hatte es hinbekommen, das nächste Mal würde sie ihm sicherlich ein Trick zeigen, wie es deutlich einfacher und schneller ging, oder sie würde es selbst machen, immerhin war nur ihr Bein richtig verletzt, der Arm war eher eine Kleinigkeit.
      "ich weiß, dass du es gerne tun würdest..", entgegnete die Dunkelhaarige auf die Worte ihres Freundes und kreuzte die Arme vor der Brust. "Aber wir wissen beide, dass wir es noch nicht tun können..". Ihr Blick ging hoch, als sich Victor genau vor sie stellte, ein Seufzen entwich ihr und ihre Arme ließen sofort von der strammen Stellung nach. Nach dem Kuss schloss sie kurz ihre Augen, atmete durch, wollte den Moment genießen, doch Victor ließ sie nicht. So schnell er zu ihr gekommen war, so schnell war er auch wieder verschwunden und lief sturr stracks auf das Badezimmer zu. Wieder einmal seufzte Naira und zuckte sanft und kraftlos mit den Schultern, bevor sie sich ihr Oberteil über den Kopf zog. Das Handy könnte sie mit Sicherheit ausschalten, wenn etwas war, würde das Revier auch Victor anrufen und es bei ihm versuchen.

      Die Frau legte sich ins Bett, nachdem sie sich auch die Hose ausgezogen hatte und deckte sich mit der dicken Federdecke zu. Sie hielt warm, in dem Haus war es noch nicht so warm wie in ihrer Wohnung, aber das würde sich auch bald ändern. Geduldig wartete Naira, bis ihre bessere Hälfte auch ins Bett kam, um sich an dem Mann anzukuscheln. Ihre Gedanken waren wirr und durcheinander, ihr Kopf wollte ihr was sagen, aber er war zu müde um es richtig ausdrücken zu können.
      "Wenn das alles vorbei ist.. Darfst du ihn gerne verprügeln, bevor wir abhauen.. Ich lasse dir sogar den Vortritt!".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Die Tatsache, dass sie beide auf einen Konsens kamen, wenn es um Alex' Existenz ging, war etwas schönes. Noch nie hatte er wirklich mit einer Frau über so viel offen reden können. Meist hieß es nur, er solle sich doch nicht so anstellen. Ein großer Grund dafür, dass er so verbittert geworden ist. Aber nun...Nun konnte er sich einfach in ihre Arme fallen lassen. Er machte sich fertig, schluckte die Tabletten und lief dann in Richtung Schlafzimmer zurück, wo er Naira bereits unter der Bettdecke fand. Er musste ein Schmunzeln unterdrücken, als er sie so sah.
      "Dann wird das wohl ab jetzt deine Seite sein...", kommentierte er, als er sich auf die andere Seite setzte und das Hemd und die Jeans auszog. Beides landete ohne große Gedanken auf dem Boden. Für heute war es das. Es zog ihn förmlich zu ihr in eine Umarmung, um einzuschlafen und alles zu vergessen. Schlaf heilt schließlich alle Wunden, nicht wahr.
      Er schob sich unter die Decke und an sie heran, um einen Arm um sie legen zu können. "Mit aller größtem Vergnügen...wir werden beiden zeigen, dass man so...nicht mit einer Dame...umgeht...", sagte Victor und unterbrach sich mit einem langen und großem Gähnen.
      "Und nun schlaf...Wir kriegen das hin."
    • Naira O'Connor

      Offenheit war das, womit Naira sehr gut umgehen konnte, sie selbst war für Victor fast zu einem offenen Buch geworden, einiges musste sie vor ihm noch geheim halten, doch der Rest war für ihn frei zugänglich. Er könnte sie selbst nach jedem Detail fragen, was in der Hütte passiert war und was ihr gesagt wurde, er würde eine Antwort bekommen, aber nur er. Die restliche Menschheit war für sie ein wenig fremd, nicht einmal Ramirez, der besten Freundin und Geliebten ihres Vaters konnte sie es, aber wer konnte es der Frau verübeln? Sie hatte viel erlebt, vielleicht wäre es zu viel für jemanden 'normalen'.
      "ich wusste ja nicht, dass du eine Lieblingsseite im Bett hast..", entgegnete die Dunkelhaarige nach dem Kommentar ihres Freundes und schmunzelte ein wenig. "Ich dachte, du hättest nur eine Lieblingsstellung". Es kam die Freche aus ihr durch, sie wollte die Stimmung ein wenig lockern, die schwer auf ihrer Brust lag. Es löste sich auf eine magische Weise, als sich Victor zu seiner Freundin legte und sie in die Arme nahm. Selbstverständlich ließ sie sich zu ihm ziehen und legte ihr verletztes Bein auf seine Beine. So könnte sie definitiv schlafen, dass würde gemütlich und angenehm werden.
      Nach dem Gähnen ihres Freundes streckte Naira ihren Kopf hoch zu ihm und gab ihm einen Kuss sanft auf die Wange. "Gute Nacht, Vic", hauchte sie sanft hinterher und legte den Kopf auf seine Brust, bevor sie ihre Augen schloss..
      "Ich liebe dich..". Es war ein Flüstern, als würde sie keine große Sache daraus machen, es aber dennoch sagen wollen. Er hatte es verdient genau diese Worte gesagt zu bekommen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Auf ihren Versuch die Stimmung zu lockern, musste er nur Schmunzeln. Eine Lieblingsstellung...Darüber hatte er nicht einmal nachgedacht, aber es gab immer eine Stellung, die einfach war, die gemütlich war und für beide partizipierenden funktionierte. Das Naira es nun als eine Lieblingsstellung ansah, brachte ihn zum Grinsen. Dann sollte es wohl eine sein.
      Mit dem Kopf machte er sich bereits dazu nicht mehr nachzudenken, nur noch ihre Wärme wahrzunehmen und ihre Stimme. Der sanfte Kuss auf die Wange, ließ ihn entspannen. Fast wäre er in den Abgrund eines traumlosen Schlafs gefallen. Da hörte er noch ihre Worte. Leise und flüsternd. Aber es waren drei Worte, die er selten hörte, die er aber hören wollte von ihr. Es versetzte ihm einen Stich, zog die Brust zusammen. Es war wie eine plötzliche Attacke. Eine Bremse, die er nicht lösen konnte. Doch es fühlte sich nicht schlecht an. Es war...magisch. Als Antwort zog er sie noch einmal fest an sich, zeigte ihr, dass er sie nicht verlieren wollte. Aber die Worte "Ich dich auch...", verschwanden irgendwie in einer atemlosen Antwort, bevor er glücklich einschlief.

      Der nächste Morgen kam. Victor wacht auf, weil sein Handy den penetranten Alarm auf die beiden schlafenden losließ.
      Er hatte sich über die ganze Nacht hinweg nicht bewegt. Die Wärme unter der Decke und mit Naira an sich war fast schon unerträglich, aber er hatte nicht loslassen wollen. Sie durfte nicht weg sein...
      Müde und verschlafen drehte er sich auf seinen Rücken und sah an die Decke, gähnte laut.
    • Naira O'Connor

      Es war schön warm unter der Decke und die Nähe ihres Freundes machte es nur noch besser. Am liebsten hätte Naira auch nur die Augen zugemacht und sich ins Schlaraffenland begeben, aber es war für sie nicht möglich, nicht, nachdem ihr Freund ihr die drei für sie bisher wichtigsten Worte sagte. Es war nur ein Hauch von Nichts, ein Flüstern, aber es war für die Frau kaum zu überhören, es war die Erwiderung ihrer Gefühle. Plötzlich fühlte sich sie sich hellwach und konnte ihre Augen nicht mehr geschlossen halten, das Herz raste und ein wohliges Gefühl verbreitete sich in ihrem Magen. Es war Liebe, die sie da spürte, Liebe und Glück, so jemanden gefunden zu haben. Ein breites Lächeln bildete sich auf Nairas Lippen, sie betrachtete ihren schlafenden Freund und strich ihm sanft über die Wange, musterte jeden einzelnen Winkel seines Gesichts. Schon lange hatte sie sich nicht mehr so gut gefühlt, so frisch und lieblich, schon lange konnte sie nicht mehr ihre Ruhe genießen und etwas tun, was sie gerne tat. Victor zu beobachten wurde definitiv zu ihrer Lieblingsbeschäftigung werden, er zuckte im Schlaf und bewegte seinen Mund, als würde er im Schlaf sprechen.
      Alles änderte sich rasant, irgendwann in der Nacht, als Naira ihre eigenen Gedanken wieder runter zogen. Es drängte sich die Erinnerung an den Psychopathen am Mittag, der nun nicht mehr vor dem Wohngebäude stand, in dem sich die Wohnung der Frau befand, sondern vor dem Haus, im dem das Paar nun gemeinsam wohnte. Damit sank die Stimmung und auch Nairas Bedürfnis nach Nähe, es drängte sich der Gedanke auf, wie es nun weiter laufen sollte. Könnten sie beide wirklich Thomas irgendwann abhängen und sich irgendwo in einem fremden Land neu anfangen? Würde sie der Psychopath nicht finden und womöglich dann sein Spielchen weiter treiben? Irgendetwas wollte Thomas, er würde doch nicht locker lassen, nur weil die beiden Detectives aus dem ständig kalten Land verschwinden würden. Nur was war das?
      Naira wusste, dass es mit ihr zu tun haben musste, es war ihr auch klar, dass er es nur auf die abgesehen hatte und auf alles, was ihr lieb war. Spike hatte er schon mitgenommen gehabt und ihm wehgetan, was würde er denn mit Victor machen? Würde er ihm auch etwas antun und womöglich die Frau dazu zwingen, alles erforderliche zu machen, um ihn wieder rauszuholen. Sie seufzte schwer und legte sich auf den Rücken, um auf die Decke zu starren, als gäbe es dort Antworten auf alle Fragen, die in ihrem Kopf rumschwirrten. Viel zeit blieb ihr dafür nicht, Victors Handy vibrierte mehrmals hintereinander, jedoch nicht zu oft, dass es Victor wach machen würde, aber es gab der Frau zu verstehen, dass sie nachgucken sollte. Normalerweise bekam Victor keine Nachrichten, jedenfalls hatte sie bisher es nie mitbekommen und derjenige, der ihm schrieb wollte sofort eine Antwort haben deshalb erhob sie sich und griff nach dem Telefon, um drauf zu sehen.

      "Geh in die Küche. Nimm dein Telefon mit. T."

      Es war wie Schlag ins Gesicht für die Frau, sie war sich nicht sicher, ob wirklich sie gemeint war. Hatte Victor etwa etwas zu verbergen? Führte er ein Doppelleben oder war die Nachricht nicht für ihn, sondern womöglich für Naira selbst bestimmt? Sie bewegte sich nicht, starrte nur das Handy an und beruhigte die rasenden Gedanken in ihrem Kopf. Da sie sich nicht rührte kam schnell eine weitere Nachricht, ein Bild, welches ein wenig brauchte zum laden. Es lief der Frau kalt den Rücken runter, als sie erkannte, was auf dem Bild zu sehen war. Es war ihr Hund, der friedlich im Körbchen im Erdgeschoss schlief. Ohne groß zu zögern erhob sie sich, griff nach einem Oberteil, um es sich über den Kopf zu werfen und lief die Treppe schneller herunter, als es eigentlich für sie möglich war. Mit beiden Handys in der Hand erreichte sie die Terrassentür und den Platz, an dem ihr Hund friedlich weiter schlief, aber hinter der Glastür war niemand zu sehen. Die Tatsache, dass Thomas nicht im Garten zu sehen war konnte nicht die Tatsache abblenden, dass er sich auf dem Grundstück befand. In nur einem T-Shirt und ihrer Unterwäsche bekleidet griff die Dunkelhaarige schnell nach ihrer Waffe und schaltete ein kleines Licht in der Küche an. Ihr Herz raste, das Blut pulsierte im ganzen Körper. Sie wagte es das Handy anzuschalten, sofort kamen mehrere Nachrichten des blonden Polizeikollegen, aber diese blendete sie aus, sie wartete auf etwas ganz anderes. Lange dauerte es nicht an, da rief sie eine unterdrückte Nummer an. Es dauerte wenige Sekunden bis ihre zittrigen Hände den Anruf annahmen und sie auf die Stimme auf der anderen Seite wartete.
      "Du bist ja flott.. Trotz der Verletzung..". Am liebsten hätte sich die Frau die Kugel gegeben, um diese Stimme nicht in ihrem Kopf hören zu müssen, aber sie versprach sich es durchzuziehen.
      "Was willst du?!", zischte sie und erhob ihren Blick, denn ein Schatten war auf dem Fußboden zu sehen. Da stand er, genau hinter der Glastür, als wäre nichts geschehen. Als erste Reaktion nahm Naira ihre Waffe hoch und zielte auf seinen Kopf, bevor sie diese entsicherte und sich Mühe gab, ihre Hand nicht mehr zittern zu lassen. Bisher hatte sie nie gezittert, wenn es um ihre Waffe und einen Schuss ging, sie hatte auch noch nie ihr Ziel verfehlt. aber dieses Mal war sie sich sicher, dass wenn sie schießen, den Kopf definitiv verfehlen würde.
      "Nimm die Waffe runter, bevor du dir noch wehtust..", sprach der Mann ruhig und machte nicht einmal den Anschein, als würde es ihm irgendetwas ausmachen.
      "Was willst du?!". Naira musste aufpassen und ihren Freund nicht wecken. Er würde sich auf Thomas stürzen, aber dann würde sie niemals erfahren, warum ausgerechnet sie von dem Kerl ausgewählt wurde.
      "Ich habe einen Vorschlag für dich..", ertönte die dunkle Stimme auf der anderen Seite der Leitung. Seine Augen betrachteten dabei das verletzte Bein der Dunkelhaarigen, die sofort ihr Oberteil weiter runter zog, um die Narbe und Wunde zu verdecken. Dafür musste sie die Waffe runter nehmen.
      "Ahja? Was willst du mir vorschlagen?! Wie du dich endlich aus meinem Leben verpissen wirst?!", zischte die Frau zurück, ihre Augen glühten vor Wut.
      "Genau diesen Vorschlag will ich dir machen..". Es war, als hätte Naira plötzlich alles um sich herum ausgeblendet, sie hörte nur noch das Atmen auf der anderen Seite und sah auch nur den Mann hinter der Glastür. Sie wartete, bis der Mann weiter sprach, ihr ganzer Körper spannte sich an und selbst ihre Hand mit der Waffe hörte auf zu zittern.
      "Ich lasse sie alle in Ruhe.. Spike, Ramirez.. Alex.. die Stadt und auch Victor..". Es lief Naira kalt den Rücken runter, sie schluckte schwer und wollte weiter zuhören, aber es kam nichts.
      "Ja und was willst du?!", fragte sie nach, denn der Mann sah nicht so aus, als würde er ohne eine Aufforderung weiter sprechen.
      "Dich." Die Antwort war klar und zu erwarten, dennoch musste die Frau nach der Küchenplatte greifen, um sich abzustützen. Sie wollte es nicht wahrhaben. gäbe es für sie und Victor etwa keine Zukunft?!
      "Du wirst das machen, was ich dir sage.. Meinen Plan verfolgen,dafür werde ich sie in Ruhe lassen, vor allem den Rotschopf.. Du kannst es alles beenden, es liegt in deiner Hand..".


      Naira hatte kein Auge mehr zubekommen, auch nicht, als sie sich wieder zu Victor gelegt und an ihn angekuschelt hatte. Die Worte ihres Verfolgers kreisten in ihrem Kopf, alles lag in ihrer Hand und für die Entscheidung bekam sie achtundvierzig Stunden. Sie machte sich verrückt, ging jedes einzelne Szenario durch, aber nichts würde ihn aufhalten, nur sie selbst.
      Gut zehn Minuten vor dem Wecker erhob sich die Frau und ging unter die Dusche in der Hoffnung, das Wasser würde ihre Sorgen irgendwie verwischen. DIe Nachrichten von dem Handy ihres Freundes waren verschwunden, es würde keiner erfahren, dass es dieses Gespräch jemals gegeben hatte..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Nach und nach kehrte sein Bewusstsein in die aktive Welt zurück. Er bemerkte dass der Platz neben ihm leer war als erstes. Und das riss ihn sofort in eine Hab Acht Stellung. Sein Blick glitt durch das ganze Schlafzimmer, sein Herz raste mit einem Mal und dann erst hörte er zwischen dem Wummern, dass die Dusche lief. Es war leise und gedämmt, aber hörbar. Victor schloss die Augen, rutschte nach hinten und lehnte sich erst einmal an der Kopf des Bettes an. Wieso war er nur so? Seine Hände fühlten sich ein wenig taub an, nach dem plötzlichen Schrecken und er fühlte sich dumm, dass er sich unnötig in Angst versetzte. Aber er hatte ein schlechtes Gefühl. Ein übles noch dazu.
      Stöhnend schob er sich aus dem Bett, zog eine Hose über und wanderte nach unten in die Küche. Es würde schon Naira sein, die im Bad war. Danach konnte er gehen. Die Zeit sollte er aber nutzen, um ihnen beiden ein gutes Frühstück zu machen. Soweit es ihm natürlich erlaubt war mit seinen Fähigkeiten.
      Victor lief mit nackten Füßen über die kalte Treppe hinunter und bemerkte ein unsicheres Scharren an der Tür. Als er diese aufmachte, starrte ihn Spike mit traurigen Augen an. Der Hund legte sich hin und wartete auf seine Worte, auf seine Erlaubnis. Victor konnte aber an diesem Morgen noch nicht einverstanden sein mit dem Hund. Er schüttelte nur den Kopf. Wie konnte man den Hund noch bei sich behalten? Aber er konnte ihn Naira nicht wegnehmen. Sie würde zerbrechen. Also entschied sich Victor dazu die Tür offen zu lassen. Aber selbst in Richtung der Küche zu gehen. "Ich werde dich draußen anleinen, wenn du ihr noch einmal etwas tust...", warf Victor noch hinterher. Wenn der Hund ihn verstand, dann würde er sich Naira nicht einmal mehr nähern wollen.
      Victor machte das Licht an in der Küche und dem Wohnzimmer. Sein Blick fiel auf die Terrassentür, die in den Garten führte. Als er an sie heran trat, bemerkte er, dass sie offen war. Eigentlich hatte er sie gestern sicher abgeschlossen gehabt. Aus mehreren Gründen...Victor brummte, als er hoch sah und den dunklen Garten musterte. Doch ihm zeigte sich nichts. Es war alles still...Auch das Rauschen der Dusche aus dem oberen Stockwerk war verstummt. Es wurde ersetzt durch das laute Summen und Brummen der Kaffeemaschine, die er anwarf.
      Mit den paar Kochzutaten machte er sich daran Pancakes zu probieren. Auch wenn er glücklich sein sollte an diesem Morgen...etwas bitteres lag in der Luft, dass ihn daran hinderte an ihr Liebesgeständnis zu denken. "Möglich...dass ich es mir nur einbilde...", murrte er leise in den Bart hinein, an dem er sich kratzte, bevor er die Eier aufschlug und mit der Milch vermengte.
    • Naira O'Connor

      Du wirst das machen, was ich dir sage...
      Du wirst das machen, was ich dir sage...
      Es liegt in deiner Hand...
      Es liegt in deiner Hand...

      Naira lehnte ihren Kopf gegen die Fliesen und ließ das heiße Wasser auf ihren Körper fließen. Ihr Kopf war voll mit dem, was ihr Thomas in der Nacht gesagt hatte und erstaunlicherweise spielte sie mit dem Gedanken dem zuzusagen. Es ließ wahrscheinlich alles genau so, wie er es geplant hatte und wahrscheinlich fiel die Frau genau auf alles so ein, wie es sein sollte.
      Es stieg in der Dunkelhaarigen das Bedürfnis sich den Kopf einzuschlagen oder vielleicht doch zu der Waffe zu greifen und sich in den Kopf zu schießen, damit ihre Gedanken endlich anhalten würden. Seit Stunden gab es kein anderes Thema mehr für sie, als das Angebot, welches sie bekommen hatte. Sie konnte alles beenden..
      Nachdem sich Naira abgetrocknet und ihre Klamotten angezogen hatte, steckte sie ihre Dienstwaffe und ihr Handy weg, bevor sie in den Spiegel sah. Die Augenringe waren dunkel und ließen sie deutlich älter aussehen, als sie es wirklich war. Ein Seufzer verließ die Lippen der Frau, sie musste nun ihr gutes Gesicht aufsetzen und es schaffen, nicht auszusehen, als hätte man ihr ein unmoralisches Angebot gemacht. Sie sagte sich, dass sie es schaffen würde, setzte ein Lächeln auf und nahm die Treppe langsam runter. Auf dem Weg roch es nach Kaffee, Victor war scheinbar nicht untätig gewesen und erledigte die Aufgabe, die Naira selbst machen wollte. Spike lief auf sie zu und entschuldigte sich dafür, dass er sie am Vortag verletzt hatte. Ein Blick glitt zu der Wunde am Unterartm, aber sie schüttelte einfach nur den Kopf und kraulte ihren Hund hinter den Ohren. Sie lief weiter in die Küche und lehnte sich an eine der Arbeitsplatten, um ihren Freund am Herd zu mustern. "Guten Morgen..",hauchte die Frau und setzte sich ein Lächeln auf die Lippen. Sie musterte den Rothaarigen, musterte die nackte Haut, die sie zu sehen bekam. EIn wohliges Gefühl durchfuhr sie, sie musste sich einfach ablenken, dann würde es auch schon klappen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Hin und wieder musste Victor gähnen. Er hatte eine gute Mütze Schlaf bekommen, die Art, die ihn eigentlich auch wach und fit machen sollte. Aber dieser juckende Gedanke. Hatte er etwa ein schlechtes Gefühl, gerade weil sie sich diese drei verheerenden Worte gesagt haben? Er konnte es nicht sagen und zu diesem Zeitpunkt, war er sich auch nicht gerade sicher, ob er es ansprechen sollte.
      Victor grummelte, machte den Teig fertig und holte die Pfanne heraus. Ob es was werden würde, sahen sie gleich. Das letzte Mal wurde aus seinen Pancakes verbrannter Teigkuchen.
      "Hm?", überrascht drehte sich Victor nach hinten zu Naira um, als diese ihn begrüßte. Er musterte sie einen Moment, bevor er ihren Gruß erwiderte ohne groß zu wissen, wie er das machen sollte. Ein Kuss? Ein Lächeln? Alles wozu er fähig war, war letztlich ein fragwürdiger Blick: "Du...siehst aus, als hättest du nicht geschlafen...", Victor war schließlich nie großartig charmant gewesen. Er drehte sich um, machte sich daran den Teig in die heiße Pfanne zu geben und darauf zu warten, dass er es wenden konnte.
      "Sorry...", er warf einen Blick zurück: "Ich...hab dich bestimmt zu sehr beansprucht in der Nacht...", dabei verwies er indirekt auf die Tatsache, dass er sie im Arm gehalten hatte. Natürlich glaubte er weiterhin, dass er sie gar nicht losgelassen hatte.

      Als die Pancakes fertig waren, sie sahen sogar halbwegs appetitlich aus. Zwischen den zu fettigen und den zu trockenen, gab es den ein oder anderen Pancake, der perfekt zu sein schien. Victor brachte den Teller und eine Tasse zum Esstisch. Victor warf Spike einen Blick zu, als der Hund sich in ihre Richtung begab, wegen Victor aber Abstand hielt und sich wieder auf den Boden legte. Er hatte die ganze Nacht durch geschlafen und Victor kam der Gedanke den Hund in den Garten zu lassen. Somit wäre er auch erst einmal von der Bildfläche.
      "Kannst du die anderen Teller holen?...Ich lass den Hund raus.", ohne eine Miene zu verziehen ging Victor zur Gartentür und schob sie auf, um den Vierbeiner rauszulassen.
    • Naira O'Connor

      Er war in der Tat nicht der charmanteste Kerl auf der ganzen Welt, aber es war keine Tatsache, die ihn in Nairas Augen schlechter darstehen ließ. Ihre Blicke trafen sich, als Victor aufsah und für einen Moment hatte sie wirklich Angst, ihre Fassade würde kaputt gehen und sie würde ihm alles offenbaren, was letzte Nacht passiert war. Sie war Thomas so nah gewesen, sie hätte ihn einfach töten können, ohne großes Wenn und Aber, sie hats aber nicht getan.
      "Alpträume haben mich geplagt..", sagte sie, als der Mann nicht zurück gesehen hatte und blickte selbst zu der Terassentür, an welcher in der Nacht der Psychopath gestanden hatte. Seine Stimme drängte sich ihr wieder auf, aber Naira schüttelte sachte den Kopf und ließ die Gedanken wieder verschwinden. "Ich fands aber angenehm, neben dir..",sprach sie weiter und sah wieder zu dem Mann, der am Herd stand. Er konnte so gut dabei aussehen, dass wusste er bestimmt nicht.

      Nach dem Frühstück konnte Naira die Sachen in die Spüle legen und sich fertig machen, um zur Arbeit zu fahren. Spike kam natürlich mit, für sie war es gestern nichts gewesen, wofür der Hund etwas konnte. Victor sah es etwas anders, aber er war auch nicht der, der darüber bestimmte, so kalt es auch klingen mag. "Ich hoffe, ich muss Alex Gesicht nicht allzu lange betrachten..", murmelte sie, als sie sich auf den Beifahrersitzt gesetzt hatte und schnallte sich an. Er könnte zu dem Ventil werden, welches sie dringen brauchte, aber der Mann konnte auch nichts dafür, dass der Psychopath überhaupt vorhanden war. Nairas Gedanken rasten und am liebsten würde sie erfahren, warum sie ausgerechnet die war, die so schikaniert werden musste.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er wusste nicht, wie attraktiv er auf andere Frauen wirkte. Bei den meisten hatte er es auf seine Arschloch-Tour vermasselt. Bei anderen wieder rum war das eine der genialsten Strategien, die man auffahren konnte. Aber da sein Interesse an Frauen so begrenzt war, dachte er gar nicht erst lange daran. Erst bei Naira hatte es einfach gefunkt. Und das reichte ihm. Er wusste um ihre Liebe zu einander, wusste, dass sie zusammen gehörten und dass keiner von ihnen sich gezwungen fühlte, irgendwie in der Beziehung zu bleiben.
      Victor war ihr dankbar...mehr als das. Sie aßen gemeinsam, schwelgten noch ein wenig im Schlaftrunkenen, bevor sie schließlich aufbrechen mussten. Victor nahm sich noch die Zeit und nahm eine schnelle Dusche, zog sich an und holte unten seine Jacke. Dass Naira den Hund mitnahm, stimmte ihn nicht gerade zufrieden, aber er sagte nichts. Allein sein missmutiger Blick, als sie die Tür aufmachte für Spike, sprach Bände.
      Victor fuhr sich durch das Gesicht, um sich abzulenken und an etwas anderes zu denken. Das lieferte ihm dann Naira. Er warf ihr einen Blick zu: "Sag es nur...ich nehme ihn bei Seite. Er wird heute wohl oder übel gehorchen...Ob er will oder nicht..."
      Victor ließ den Motor an und fuhr los zum Revier. Dort ließ er den Wagen wie immer auf dem Parkplatz direkt vor dem Haupteingang stehen. Doch bevor sie ausstiegen, ergriff er Nairas Hand und zog sie zu sich heran. Während der Fahrt konnte er ein wenig nachdenken und meinte, dass es eine Sache gab, die ihm den Schmerz und den Druck nehmen würde.
      "Einfach...tief durch atmen...okay?", er beugte sich zu ihr rüber, um sie zu küssen. Nach dem Kuss sah er sie wieder an und seufzte leise: "Ich liebe dich..."
    • Naira O'Connor

      Der Weg zum Revier zog sich in die Länge, vielleicht aber auch nur, weil sie beide schwiegen und Naira genug Zeit hatte, um über das nachzudenken, was sie seit dieser Nacht bedrückte. Am liebsten hätte sie es Victor gesagt und mit ihm darüber nachgedacht, was das Beste wäre, aber sie wusste, dass wenn sie ihn in den Plan integrieren würde, es womöglich schief laufen könnte. Er mochte schon die Idee nicht, dass sich seine Freundin die Waffe an den Kopf gehalten hatte, was würde er nur dazu sagen, sich Thomas zu stellen.
      Victor hielt vor dem Revier an und die Dunkelhaarige schnallte sich ab. Sie wollte die Tür aufmachen, aber der Mann griff nach ihrer Hand und zog sie zu sich. Ein wenig verwundert war die Frau schon, es klärte sich aber auf, als sich ihre Lippen trafen und Victor sie in aller Öffentlichkeit küsste. Natürlich waren sie im Wagen und von weitem würde sie keiner sehen, aber allein das Bewusstsein darüber, dass sie jeder sehen konnte, der zum Revier kam machte die Sache irgendwie prickelnder. Alles kribbelte in der Frau, ihr Herz fing an zu rasen und sie erwiderte den Kuss leidenschaftlich. Damit wäre es eigentlich vorbei, jedenfalls dachte sie es, ihr Freund hatte etwas ganz anderes vor. Die drei Worte, die er sehr leise und sanft aussprach fühlten sich wie ein Tornado voller gemischten Gefühle an. Naira freute sich, ihr Herz freute sich und machte Sprünge in die Luft, während sich eine Gänsehaut auf ihrem Körper bildete. Ein Lächeln zierte die roten Lippen, es war ein ehrliches und vor allem ein breites. "Ich liebe dich auch...", hauchte Naira zurück und beugte sich vor, um auf seiner Wange einen Kuss zu hinterlassen. Vielleicht gab es doch Hoffnung für sie, vielleicht würde alles gut werden.
      ]"Lass uns reingehen und dem Arschloch zeigen, dass er uns mal kann". Damit wären beide gemeint. Sowohl Alex als auch Thomas.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Als er sah wie sie auf seine Worte hin lächelte, war ihm klar, warum er es gesagt hatte. Er liebte sie nämlich wirklich. Sie und ihre roten Lippen, ihre glänzenden Augen. Er liebte es wenn sie ihn so ansah und genau das ließ ihn noch einmal aufatmen. Sie erwiderte seine Worte und mit einem Mal fühlte er sich beflügelt. Das hatte er gebraucht. Und er hoffte, dass auch sie das gebrauchen konnte. Erst danach stieg er aus. Ihm war es egal geworden, dass sie jemand sah. Schließlich waren sie auf der Feier und auch sonst immer nur gemeinsam unterwegs gewesen. Und Ramirez wusste es auch schon. Die Gefahr wirklich bloß gestellt zu werden, war niedrig.
      Victor schloss den Wagen ab und ging voraus in das Revier. Es war still, hier und da brannte eine Tischlampe. Wie es schien war Ramirez da. Ihre Stimme drang aus dem Büro. Sie telefonierte mit jemandem. Victor lief direkt in ihr großes Zimmer, wo die Wände voller Hinweise hingen.
      Alex fand er auch dort vor. Der blonde Mann sah auf und sprang sofort auf die Beine als er hinter Victor auch Naira entdeckte. In seinen Augen sah man direkt das Schuldbewusstsein. Doch er hielt es nicht für notwendig mit Victor erst zu reden, stattdessen rieb er sich die Hände und sah zu Boden. So schnell wie er aufgesprungen war, konnte er gar nicht sagen was er damit hatte bezwecken wollen.
      "Naira...Eh. Guten Morgen erst einmal.", Alex atmete tief durch und setzte an, um sich zum gefühlten hundertsten Mal zu entschuldigen.
      Victor kam ihm aber in die Quere: "Seit wann bist du hier?...Was raus gefunden?"
      "Huh?", etwas überrascht sah Alex von Naira zu Victor, der ungeniert seine Jacke auf den Stuhl schmiss und sich dann hinsetzte: "Hast du herausgefunden wo er ist?"
      "Du meinst Thomas?", Victor warf Alex einen genervten Blick zu, doch Alex grummelte nur darauf und schnaufte: "Ihr kommt hier rein ohne Guten Morgen oder sonst was...Ich will auch mal nicht nur angemotzt werden."
    • Naira O'Connor

      Mit einem guten Gefühl in ihrer Brust stieg auch Naira aus und ließ ihren Vierbeiner aus dem Auto, der sofort seine Runde um das Revier drehte. Es dauerte nicht lange, da kam der Husky angerannt und folgte den beiden Detectives in die warme Stube rein. Es war noch ziemlich leer, die wenigsten waren so früh schon da, umso überraschte war die Frau, als sie Alex erblickte. Natürlich erhob er sich und natürlich wollte er sich gleich wieder entschuldigen, doch bevor Naira selbst was sagen konnte kam ihr Victor zur Rettung. Er war wirklich eine treue Seele und vor allem ein guter Freund, nicht nur ihr Partner und Geliebter. Genau so etwas hatte sie schon länger gesucht, war jedoch immer wieder gescheitert.
      "Morgen", murmelte die Dunkelhaarige uns zog sich ihre Jacke aus, bevor sie diese über die lehne legte und aus dem Raum raus lief. Spike brauchte Wasser, sie brauchte dringend einen Kaffee, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Allein Alex Visage brachte ihr Blut zum kochen, aber Victor versprach sich um ihn zu kümmern, deshalb war sie raus gegangen.
      Die Maschine gab die typischen Geräusche von sich, währenddessen füllte die Frau den Napf ihres Hundes mit Leitungswasser. Sie bereitete absichtlich nur zwei Tassen Kaffee zu, wagte es nicht einmal daran zu denken, Alex etwas mitzubringen. Beide trug sie in den großen Versammlungaraum, Spike folgte ihr nach, nachdem er einen großen Schluck aus dem Napf genommen hatte, der Hund war durstig gewesen. Naira selbst sprach kein Wort, als sie wieder reinkam, bemerkte aber den Blick des blonden Kollegen, der um Verzeihung bitten wollte. Sie stellte ihrem Partner wortlos den Kaffee hin und setzte sich an ihren Platz, der noch immer voll mit Büchern und Zeitungen stand. Sie wusste genau, wie sie es beenden konnte, aber sie konnte ihren Freund doch nicht einfach so im Stich lassen, er würde wahrscheinlich wieder in ein Down fallen.. Trinken, seinen Job hinwerfen.. Womöglich nicht so schnell da raus kommen, aber wenn sie blieb würde er sterben und sie gleich mit ihm. Es hieß nun die Vor- und Nachteile abzuwägen, um eine Entscheidung zu fällen, womöglich die größte in ihrem Leben bisher.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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    • Alex spielte sich auf. Ein Verhalten, das Victor selten belohnte und keins dass er wirklich tolerierte. Trotzdem ließ er Alex sich einmal ausheulen. Sobald Naira den Raum aber verlassen hatte, stellte sich Victor direkt vor Alex und musterte ihn. Er sah seinem ehemaligen Kollegen so ähnlich, dass es ihm kalt den Rücken wieder herunter fuhr, wenn er auch nur daran dachte. Es war zu viel, aber sie kannten sich nun lange genug, dass er wusste, dass Alex nicht sein Partner war oder sein konnte.
      Victor schnaubte ihm ins Gesicht: "Lass Detective O'Connor für heute in Ruhe. Du hast dich oft genug entschuldigt."
      Er war nicht darauf aus, dem anderen eine Standpauke zu halten, aber er wollte auch, dass Alex verstand worum es ihm dabei ging. Als Reaktion auf seine Vorwarnung kam aber lediglich ein unzufriedenes Gemurmel. Alex ließ sich wieder auf seinen Platz am Tisch fallen und vergrub sich in seinen Papieren: "Ja...Sorry, Mr. Bodyguard."
      Victor knurrte ihn an, erwiderte aber nichts darauf. In dem Moment, pünktlich, kam Naira wieder in den Raum und brachte Victor und sich eine Tasse Kaffee. Fast hätte er sogar gelacht, denn diese Aktion war so typisch Frau. Einfach passiv aggressiv, um zu zeigen, dass Alex nicht mehr akzeptiert wurde. Victor nahm einen Schluck vom heißen Kaffee und verschluckte sich fast daran. Mit einem langen Husten überlebte er es dann aber schließlich und widmete sich den Unterlagen auf dem Tisch.
      Alex schob derweil Naira einen Zettel rüber: "Hier, das hat Ramirez heute morgen da gelassen. Es sind die letzten Zusammenstellungen der Finanzen und die Ressource,viel ist das nicht mehr.", sagte er und seine Stimme klang dabei brüchig und eingeschnappt, aber er bemühte sich darum mit ihr auf einen Konsens zu kommen auf dem sie gemeinsam arbeiten konnten.
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