[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • In der Hocke neben Naira wurde es wieder kälter, aber als sie den Becher mit Kaffee abnahm, wusste Victor wenigstens, dass sie noch ansprechbar war und nicht komplett weggetreten. Zu oft hatte er in Brooklyn auch verstörte Opfer gesehen, die nicht einen Satz zusammen brachten und nur faselten von dem was sie gesehen oder erlebt haben. Oft genug hatten sich ihre Hände in seine Uniform verkrallt und er stand nur unwissend da, wie er hätte reagieren sollen. Meistens er kühl und berechnend. Dann kam Danny...Sein damaliger Partner und bester Freund...ein Blondschopf mit dem größten Maul, aber er war offen und er hatte die Empathie, die man brauchte, um Menschen wieder auf den Boden zu holen. Er übernahm dann meistens. Nun nutzte Victor das Wissen und die bittere Erinnerung an ihn, um Naira zu helfen. Sie tat ihr bestes der Attacke nicht zu verfallen und sie war kurz. Doch sie war immer noch da. Victor musste sich vorwerfen, nicht schon wieder herunter zuspielen, was mit ihr und in ihrem Kopf geschah.
      Als sie tief durchatmen konnte und damit wieder ein wenig ruhiger wurde, nickte Victor zufrieden. Selbst hielt er sich auch nur an dem heißen Kaffee fest, um ein wenig Wärme zu behalten an den Finger.
      Dann sprach sie ihn über ihren kleinen Witz von vor Stunden an und er schmunzelte zufrieden, sah ihre Hand am Becher an und blickte dann hinaus in den Wald vor ihnen, wo niemand mehr zu sehen war und nur noch Schnee lag.
      "Klar. Lass uns den Arsch ins Gefängnis befördern und...dann lassen wir uns von Ramirez einfach rauswerfen.", er legte sanft eine Hand auf ihr Knie und drückte kurz, als Versicherung, dass er seine Worte ernst meinte, auch wenn er vor ein paar Stunden ein wenig beschwipst war. Er war immer noch Victor. Nur nüchtern eben ein richtiges Arschloch.
      "Wir bleiben hier, bis du dich beruhigt hast...Trink zu Ende."

      Alex hatte derweil das ganze Zimmer freigeräumt und hatte sich das Badezimmer dahinter angesehen. Es war klein und niedlich. Sehr altmodisch eingerichtet und an der Wand wo die Dusche stand, konnte man sehen, dass dahinter ebenfalls eine Tür gewesen ist, die man jedoch zugekleistert hatte. Allein das Relief verriet es einem noch.
      "Okay Jungs. Hier gibt es nicht mehr viel...Wollen wir die Kisten ausräumen?"
      "Wir haben sie einfach nach der Größe sortiert erst einmal.", erklärte ein junger Kerl und öffnete die erste Kiste, um einen Blick rein zu werfen. Darin befanden sich hauptsächlich lose Gegenstände, wie Stifte oder Blätter mit Gekritzel darauf. Wie es schien von einem Kind. In anderen lagen Kleidungsstücke. Pullover und wattierte Hosen. Alles getragen und alles Männerkleidung.
    • Naira O’Connor

      Sie fühlte sich wie ein Wrack. Einer, der gerade die vielen Meter in die Tiefe des Meeres sackte. Auch wenn Victor ihr Anker war und er es versuchte sie irgendwie wieder zu beruhigen drängten sich die anderen Gedanken vor und wollten raus. Sie wollten rausgeschrien werden, aber Naira versuchte sich mit den Worten zu beruhigen, dass sie hier vor den vielen Leuten keine Schwäche zeigen durfte. Sie war eigentlich der leitende Detektiv und auch wenn viele der Polizisten Verständnis dafür hatten, was sie durchmachte.. die Stimme ihres Vaters sagte ihr ständig etwas ganz anderes.
      ‚Wenn du Schwäche zeigst, wirst du untergehen!‘. Er hatte nie Schwäche gezeigt, auch nicht als Nairas Mutter ihm ihre Affäre gebeichtet hatte, jedenfalls tat er es nicht nüchtern. Irgendwie erinnerte Victor die Frau ziemlich an ihren Vater..

      Die Hände zitterten noch immer, eigentlich der ganze Körper, obwohl es ihr wirklich warm war. Die Panik war so gut wie an allem schuld. „Ich würde ihm lieber eine Kugel in den Kopf jagen, als ihn ins Gefängnis zu stecken“. Es sprach ihre Wut aus ihr, aber Victor würde es mit Sicherheit verstehen können. „Ich trinke aus und dann können wir wieder runter“.
      Ihr Magen war dankbar für etwas zu trinken, Naira hatte auch nichts gegessen seit sie mit Victor das Haus verlassen hatte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie alle hatten nichts gegessen, wobei sich Victor nicht sicher sein konnte, ob überhaupt etwas in seinem Magen bleiben würde, wenn er etwas Essen täte. Der Stress, die ständige Unruhe und das ganze hin und her erlaubten einem nicht einmal eine kurze Pause einzulegen. Klar, sie hatten vorhin eine, aber die nutzte man eben doch anderweitig. An Essen wurde nicht so recht gedacht, auch wenn sich der Körper daraufhin ziemlich fies rächen konnte.
      Victor frierte sich den Arsch ab, gelinde gesagt, solange er neben Naira auf dem Boden kauerte und hoffte, dass sie sich beruhigen konnte. Ihrem Zittern nach dauerte es noch. Aber er nahm es ihr nicht Übel. Stattdessen freute er sich ein wenig irgendwie behilflich sein zu können, denn das Zimmer drückte nur auf seinen Kopf und ließ ihn verwirrt und verzweifelt sein. Ein Zustand den er kannte, aber sicherlich nicht mochte. Seine Hand auf dem Knie ließ er so liegen. Sie war rein freundschaftlich und keiner würde es ihm verbieten seiner Partnerin im Job beizustehen. Man hörte auch bestimmt nicht wirklich was sie miteinander sprachen, solange sie hinter dem Baum mit etwas Abstand waren.
      Langsam fing er selbst an zu trinken und ließ den Kaffee ihn von innen wärmen. Sein Arm machte sich nicht besser. Die Bisswunde brannte unsäglich und das sagte wohl aus, dass die Wirkung der Tabletten nach ließ. Diesmal ließ er es aber sich welche nach zu werfen. Das würde schon gehen. Es musste eben für die paar Stunden noch ohne gehen.
      "Er hätte um ehrlich gesagt, mehr als eine Kugel verdient...Aber...wir sind nicht zur Selbstjustiz hier, nicht wahr. Wir bringen ihm das was noch in unserer Macht steht. Eine Prise Gerechtigkeit für die Leben, die er nahm und die er zerstört hat...", Victor strich sanft über ihr Knie und nahm die Hand wieder weg, um die Schutzweste ein wenig zurechtzurücken. Das Teil war schwer und raubte einem selbst beim bloßen Tragen den Atem.
    • Naira O’Connor

      Selbstjustiz.. etwas, wovon an Anfang der Ausbildung jeder gesprochen hatte. Jeder Ausbilder machte der Klasse damals deutlich, dass so etwas nichts in ihrem Job zu suchen hatte und Naira war auch jemand gewesen, der nie dazu geneigt hatte, bis sie auf Thomas traf. Seit dem kribbelte es in ihren Fingern und sie würde am liebsten ihr ganze Munition an ihm rauslassen, auch wenn es ihr bewusst war, dass es falsch war. Es gab dennoch Möglichkeiten, es anders wirken zu lassen.. ein Unfall oder eine Flucht des Täters zum Beispiel..
      Naira seufzte und trank ihren Kaffee aus, bevor sie die Augen noch einmal für einen Moment schloss. Die Hand an ihrem Knie fühlte sich gut an und selbst nachdem Victor sie wieder genommen hatte verspürte die Frau die Wärme noch immer. Er war für sie da, das wollte er ihr damit signalisieren und sie nahm das sehr wohl war. „Ich bin echt froh, wenn das alles vorbei ist“. Nach den Worten sah sie kurz zu ihrem Partner, bevor sie sich erhob. „Aber ich glaube, wir sollten Alex nicht allzu lange alleine lassen.. er wird sich noch vernachlässigt fühlen“.
      Ihre Panik hatte sie soweit im Griff, dass das Zittern deutlich nachließ und sie viel gefasster wirkte. In ihrem Innern herrschte ein Krieg, bei dem sich die Angst, die Vernunft und auch noch alles andere bekämpfte, ganz vorne dabei war auch Thomas. Aber Naira war soweit gut im Schauspielern,dass sie nach außen hin nichts zeigte, aber nur solange nicht noch etwas oben drauf kam. Das würde es sicherlich, aber es war ihr verdammter Job da runter zu gehen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor drückte sich wieder hoch, als Naira fertig war und sich wohl zusammenraffen konnte, wieder runter zu gehen.
      Sie hatten einen Job gemeinsam zu erledigen und gefühlt, war Alex gerade derjenige, der mehr arbeitete. Er war von allem hier unberührt und er konnte einfach arbeiten und das wichtigste war, einen kühlen Kopf bewahren.
      Während Victor und Naira draußen waren, hatte er sich mit seinen Kollegen durch die Kiste gewühlt und angefangen alles ein wenig zu ordnen und zu kategorisieren. Unteranderem wollten sie auch direkt nach jemandem schicken, das das abfotografieren sollte. Damit sie keine Arbeit doppelt machen mussten. So war es sicherer und sie kamen durch ohne etwas zu vergessen.
      Victor ging wieder vor, damit sich Naira im Notfall auf ihn fallen lassen könnte und er hielt sie auf. Er wollte für sie da sein und der Gedanke irgendwo fernab des ganzen Schlimmen und Traumatischen mit ihr in Ruhe im weißen Bett aufzuwachen, weil die Vögel zwitscherten, war soweit in der Ferne, dass selbst sein Herz ein wenig stach.

      Als sie im Wohnzimmer wieder ankamen begrüßten sie die vielen unterschiedlichen Habseligkeiten eines einzigen Mannes, der sie in die Abstellkammer gestellt hatte. Sie waren genug, fast schon zu viele, um in einer kleinen Abstellkammer zu leben.
      "Ah...Ihr seid wieder da. Also...kurzes Update...", Alex versuchte zu lernen von Nairas Ablehnung und sie nicht mehr zu sehr zu bedrängen mit seinen Fragen und seinen Sorgen, "Wir haben die Abstellkammer und alle Kisten rausgeschafft. 7 an der Zahl. Das Bad ist altmodisch, aber sauber. Nichts besonderes. Keine persönlichen gegenstände darin. Hinter der Dusche schien es mal eine Tür in das Kinderzimmer gehabt zu haben. In den Kisten ist das einzige, das nach...persönlichen Dingen aussieht."
      Alex tippte mit dem Stift an seine Stirn. Er hatte sich die Jacke bereits ausgezogen. "Es ist eine Katastrophe hier für die Spurensicherung, aber...na ja...ich glaube es war erst einmal wichtig, das wir alles durchgesucht haben. Von den meisten haben wir auch Bilder und Phil hier...ist eh von der Sicherung. Der gibt uns die Grenzen vor."
      Alex lächelte zufrieden und sah die beiden an. Victor sah grimmig wie eh und je aus, aber auch durchgefroren. Naira war nicht mehr so blass, wie zuvor. Die kalte Luft und die Pause, hatte ihr geholfen.
    • Naira O’Connor

      Wieder einmal rutschte sie auf der Treppe beinahe aus und griff sofort zu Victors gesunden Arm, um sich festzuhalten und nicht auf die Schnauze zu fallen. Der Rest klappte sehr gut und die beiden Detektivs wurden von einer stickigen Wärme begrüßt. Lieber war der Frau die Kälte draußen, aber sie konnte nichts tun, sie musste hier unten bleiben.
      Alex setzte die beiden auf den neusten Kenntnisstand, während sich die Dunkelhaarige die Sachen aus den Kisten ansah. Es war gut, dass die Jungs schon einmal angefangen haben, dann könnten die beiden gleich weiter machen, solange der Herr von der Spurensicherung nicht irgendetwas verbot.
      Naira sah zu dem Blonden und seufzte innerlich, als sie seinen Blick sah. Er hatte sie nicht gefragt, aber sie sah ihm schon an, was ihm auf der Zunge brannte. „Mir gehts besser..“,bestätigte die Frau es und nickte ihm zu, bevor sie sich Handschuhe anreichen ließ, um in den Kisten mitwühlen zu können. Das Bein pulsierte, aber es war deutlich besser als eine weitere Panikattacke, deshalb war sie recht froh, dass sie dieses Mal Schmerzen verspürte.

      Sie erkannte einiges in den Kisten wieder, vor allem die Zeichnungen, die sie als Kind gemalt hatte. Naira hatte die Befürchtung, dass Thomas womöglich bei ihren Eltern eingebrochen war und nahm sich vor,ihre Mutter später anzurufen und zu fragen, ob alles soweit in Ordnung war. Sonst hatten sie ja keinen Kontakt miteinander.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Viele Sachen waren es nicht, aber sie passten in das Muster und irgendwie konnte sich Victor auch gut vorstellen, dass ihr Mann da draußen diesen Ort als Rückzugsort genutzt hatte. Ein Zimmer, Vier Wände, die ihm Kraft gaben beziehungsweise Ruhe schenken konnten, wenn man es brauchte. Er nutzte es nicht um hier zu leben...

      Victor lief die Wände noch einmal ab und versuchte nicht über die Kisten zu stolpern oder etwas durcheinander zu bringen.
      "Habt ihr irgendwelche Anschlüsse oder...Wege gefunden...Die diesen Bunker hier mit den Wegen für die Hunde verbunden hat?"
      Die Polizisten sahen Victor an, meinten aber, dass sie bis jetzt nichts dergleichen finden konnten. SIe hatten sich auch bereits gefragt, wie es zusammen passen konnte und ob die Hunde einfach nur in die Tunnel gesteckt wurden ohne große Verbindungszelle. Victor trat in das Kinderzimmer und stellte sich an das Bett, das direkt in der Mitte davon stand. Weiße Tullvorhänge ließen alles Märchenhaft wirken. Die Silhouetten von Ballerinas tanzten über die rosane Tapete. Es wirkte wie der Traum eines kleinen Mädchens, dem es noch gut ging. Victor legte eine Hand auf einen Bettpfosten und schloss die Augen. Er stellte sich in dem Zimmer die Streitgespräche der üblichen Eltern vor und wie die kleine Naira sich unter die Decke verkroch, um nichts zu hören.

      er sah sich um, trat um das Bett herum und berührte die Vorhänge, die scheinbar auf ein Fenster hinweisen sollten, aber stattdessen nur eine graue Wand dahinter einrahmten. Thomas war sehr auf Naira fokussiert und eigentlich kam ihm nur die Antwort in den Kopf, dass sie etwas miteinander zutun haben mussten. Thomas und ihr Vater... Viele Polizisten hatten Dreck am Stecken und am Ende konnte man zusehen, wie ein guter Mann zu einem Bösewicht wurde.
      Victor sah sich die kleine Kommode an und öffnete eine Schublade, fuhr die Ecken ab und alle Enden, die er nicht sehen konnte, um etwas zu finden, dass hätte einen Hinweis bringen können. Aber nichts..."Fuck...Was willst du von ihr...", knurrte Victor, drehte sich um und starrte in einen kleinen Spiegel, der jedoch einem Kind ausreichte, um sich im Ganzen betrachten zu können. Er starrte den Spiegel an, sah sich und sein Spiegelbild erst, dann musterte er den Spiegel an sich und trat näher heran. Er legte seine Hand darauf. Ein Zweiweg-Spiegel.
    • Naira O’Connor

      Letztendlich setzte sich Naira auf den Zweisitzer und legte ihre Füße auf dem kleinen Tisch ab, um sich alles anzusehen. Das Stehen mit dem Bein wurde einfach zu unerträglich, so hätte sie nicht lange ausgehalten, da hatte auch der Mann von der Spurensicherung kein Problem mit, nachdem er die Augen verdreht hatte. Hätte sie ihn nicht gebraucht, wäre er schon längst rausgeflogen, immerhin übernahm sie auch die Leitung dafür.
      Eine der Kosten lag neben ihr und sie griff behutsam rein, um alles genauer anzusehen und sich im Klaren darüber zu werden, was es eigentlich war und ob es weiter helfen könnte. Es beschäftigte sie zwar ein wenig, aber irgendwann war die Kiste auch leer, da lehnte sich die Frau ein wenig zurück und schloss die Augen, während ihre Arme vor der Brust gekreuzt waren. Sie schlief nicht, ruhte sich nur einen Moment aus und ging alles im Kopf durch, was wichtig sein könnte. Ihr Herz schmerzte, Spike würde hier ganz nützlich sein,er könnte vielleicht etwas verstecktes riechen.. oder ob Thomas hier überhaupt unten war in letzter Zeit.

      Einer der Männer stellte sich an die Couch und räusperte sich, da er die Frau zwar nicht wecken wollte, aber musste. Victor hatte was wichtiges gefunden.
      „Was gibts?“,fragte sie fast genauso mürrisch, wie Victor es normalerweise tat.
      „Deteciv Parker hat etwas..“.
      Naira öffnete ihre Augen und musterte den jungen Burschen, dem es unangenehm erschien sie zu stören. Sie erhob sich aber ohne wenn und aber und ließ sich zeigen, wo Victor war. Behutsam ging sie an allen Sachen vorbei und blickte zu ihrem Partner, damit er sie aufklären konnte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor hätte am liebsten in den Spiegel reingeschlagen. War es ein Hinweis auf damals, dass das kleine Mädchen, dass Hilfe suchend und vor Angst nichts mehr würde mehr sein wie es mal war, nie alleine war und immer unter Beobachtung? Oder war es seltsam verstricktes Labyrinth?
      Aber Victor warnte sich davor die Faust in das Glas zu schlagen und rief lieber nach jemandem, der ihm helfen sollte, dieses abzunehmen und sauber auf die Seite zu legen, so dass es die Spurensicherung ansehen konnte und dann damit tat, was auch immer es damit tun musste. Es dauerte einen Moment und er sah dem Typen zu, der von der Spurensicherung hier war und einem anderen, wie sie den Spiegel abmontierten und aus den Haken hoben. Dann legten sie es neben das Bett auf den Teppichboden. Victor legte den Kopf schief. Der Schrank der hätte einer sein sollen wurde zu einem dunklen Loch, dass ins Nichts führte, weil es zu dunkel war. Die Wände waren erdig und nicht so gefestigt, wie alles andere in den Zimmern. Ein wenig überrascht, ging er darauf zu, hielt aber an, als er Naira hörte und wies für sie auf den Tunnel hin.
      "...Das...ist nicht der Weg nach Narnia...", witzelte er trocken und doch konnte er damit auch den anderen im raum ein prusten abringen. Hier und da schaffte es der Rothaarige nun einmal lustig zu sein.
      "Ich weiß nicht wie Schränke bei euch in Alaska aussehen sollen...vor allem für Kinder, aber in Brooklyn befanden sich darin Regale und die Kleidung, die man trug. Kein...Tunnel tief in die Erde."
      Überfordert richtete sich Victor auf und öffnete die Jacke, um sich ein wenig Luft zu gönnen. Je länger man hier war, desto wärmer erschien es einem und der Kopf schmerzte unglaublich. Victor zückte seine Taschenlampe und schien hinein. Der Tunnel war etwa 4 Meter lang und auf der anderen Seite gab es scheinbar etwas wie eine Käfigtür.
    • Naira O’Connor

      Sie kreuzte ihre Arme vor der Brust und betrachtete das Loch in der Wand
      , auf welches sie alle im Raum starrten. Victor klärte seine Freundin auf, sie schmunzelte auch ein wenig, als er von Narnia sprach, trotz ihrer schlechter Laune empfand sie es als witzig. Natürlich, der mangelnde Schlaf und die vielen negativen Erinnerungen ließen ihre Laune senken, sie würde am liebsten alle anmotzen und sie zur Arbeit bewegen, aber die Müdigkeit machte die Frau sehr gefügig.
      Sie sah sich das Loch an, vor allem als Victor da rein schien und so etwas wie ein Käfig am Ende zu sehen war. Die Lust da reinzusteigen war gering, aber irgendwie mussten sie herausfinden, was sich dort befand, zum Glück war der Tunnel groß genug, um in einer gebückten Haltung da durchlaufen zu können. „Ich brauche mein Gewehr..“,entgegnete Naira und deutete dem jungen Polizisten, der sie vorhin holen sollte, wo sich das Gewehr befand. Da die hier scheinbar sicher waren hatte die Frau es neben dem Sofa abgelegt, jetzt brauchte sie es. Der Kerl war schnell, gab ihr sie in die Hände und sie entsicherte diese, bevor sie sich an Victor wandt. „Ich gebe dir Rückendeckung, falls was da rausspringen sollte“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Seine Lust in den Tunnel zu steigen war minimal und das zeigte er auch damit, dass er sein Gesicht verzog, als sie meinte sie würde ihm Rückendeckung geben. Victor schüttelte nur den Kopf. "So eng wie es da ist...schieß mir nur nicht in die Schulter oder sonst wohin...", grummelte Victor, nahm die Taschenlampe in den Mund für den Moment und zog seine eigene Waffe heraus. Dann legte er die Taschenlampe in die Hand mit der Waffe, so dass er eben beides tragen konnte und seinen verletzten Arm noch immer schonen konnte.
      Dann stieg er durch die kleine Türe und stöhnte bei der Anstrengung, dass er sich bücken musste im Tunnel. Er war nicht breit, nur sehr lange. Gerade mal 1,60m hoch vielleicht und nur einen Meter breit. Victor schrammte mit seiner Jacke an beiden Wänden des Tunnels vorbei. Je näher sie kamen, desto weniger warm wurde die Luft. Ein kalter Zug kam aus dem Raum vor ihnen. Victor trat langsam im seitlichen Schritt und mit erhobener Waffe an die Käfigtür und berührte sie. Es war dunkel auf der anderen Seite. Er schien mit der Taschenlampe hinein. Der Lichtkegel lief über die kalten Wände. Man sah zwei Öffnungen die ein wenig über der Erde lagen. Auf dem Boden verteilt lagen Schüsseln und in einer Ecke befand sich ein dunkler Fleck, der sich auf und ab bewegte, als wäre es ein atmendes Tier. Victor brauchte einen Moment und wollte gerade die Tür aufdrücken, wenn es denn überhaupt ging, aber in dem Moment sprang ein Schatten direkt vor seiner Nase gegen das Gitter und kläffte mit Speichel und Sabber, auf die Beiden ein. Victor hatte sich dabei erschreckt und war nach hinten auf den Hosenboden gestürzt. Einerseits aus Instinkt, weil er somit auch naira freie Schussbahn gewähren konnte, andererseits, weil man einen Hund doch besser am Boden bekämpfte. Dabei kam Victor aber dummerweise auf seinen verletzten Arm und konnte nicht anders als schmerz erfüllt zu Stöhnen und sofort nach seinem Arm zugreifen.
      Der Hund sprang immer wieder wütend und bellend an das Gitter.
      Von hinten riefen die Kollegen nach ihnen und fragten ob alles in Ordnung sei und ob sie Hilfe brauchten. Victor fluchte.
    • Naira O’Connor

      „Keine Angst.. wenn, dann schieße ich in beide Schultern, damit es gleich stark wehtut“, kommentierte Naira und schüttelte den Kopf. Sie konnte genauso stumpfe Antworten und Kommentare geben,wie es Victor tat und daran durfte er sich ruhig gewöhnen.
      Sofort stieg sie hinter ihren Partner in den Tunnel und musste sich zusammenreißen, um nicht vor schmerzen zu stöhnen. Es war ein kleines Problem, dass sie sich bücken und ein wenig in die Knie gehen musste, aber das würde sie schon irgendwie hinkriegen. Sie blieb dicht hinter ihm und versuchte über seine Schulter in den Käfig zu sehen, während ihr Herz wie verrückt schlug. Da konnte so gut wie alles drinnen sein, aber das Herz rutschte ihr für einen Moment in die Hose, als ein Hund auf die beiden zulief und gegen die Metallkäfigtür sprang. Victor fiel auf den Boden, Naira selbst zögerte nicht lange, sondern legte sich in einem Augenblick das Gewehr in, um ihre Dienstwaffe zu ziehen und auf den Hund zu zielen. Er lief für einen Moment von der Tür weg, sprang aber noch einmal gegen, da schoss die Frau und traf den Hund direkt am Kopf. Er war nicht sofort tot, sondern sprang noch einmal gegen das Gitter, die Frau schoss aber noch einmal und erledigte das Tier. Erst dann entsicherte sie die Waffe und ging in die Hocke, um nach Victor zu schauen.
      „Alles okay?“,fragte sie kurz und sah nach hinten zu den anderen. „Alles gut, es war ein Hund!“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Ach, No Shit Sherlock!", entfuhr es Victor, der sichtlich keinen Spaß für die Sekunde verstand. Ihn kotzte das Alles an. "Wer von diesen Flach Wichsern, hielt es für eine wunderbare Idee zwei Krüppel in diesen verfickten tunnel zu stecken!", brüllte er an andere ende damit man ihn hörte. Die Rude und Fragen nach ihrer Gesundheit verstummten. Man sah sie auch nicht mehr am Tunnel. Wahrscheinlich versteckten sie sich lieber, da zwei schlecht gelaunte Detectives nur schlimmer sein konnten, als einer. Auch wenn sie sich wohl nicht entscheiden könnten, wer schlimmer von den beiden war. O'Connor hatte die Leitung und somit konnte sie jedem, den sie nicht mochte einfach rausschmeißen. Victor war dagegen noch ein ziemlich ungeschriebenes Blatt im Revier. Trotz der paar Monate die er da gewesen war.
      Victor ließ sich trotz seinen Ausrufen von Naira wieder auf die Beine helfen, wobei er sich mehr an der Wand abstützte als an ihr und dann die Hand an der Hose sauber machte.
      "Scheiß Töle...es sollten wohl noch vier drin stecken...", sprach er wieder ruhiger und sah durch das Gitter, ließ den Schein der Taschenlampe noch einmal durch das Gitter fallen und suchte die Ecken ab. Die anderen Hunde waren wohl aufgewacht und sie fingen laut und deutlich an zu knurren.
      "Knallen wir sie nicht ab...vielleicht hat einer der anderen Betäubungspfeile dabei oder sowas...Sie tun uns theoretisch nichts...", Victor schnaubte und beleuchtete noch einmal die Gittertür. sollen das die anderen machen. Wir können zurückgehen...lassen die Sicherungsleute ran und...schauen uns das alles später an...Ich schätze aber dass da nicht viel mehr ist, außer die Hunde und die Wege nach oben...Unsere Frage bleibt wohl eher warum das da ist...", Victor schnaufte angestrengt und wartete darauf, dass Naira sich umdrehte und sie gemeinsam wieder zurück gehen konnten.
    • Naira O’Connor

      Victor musste natürlich eine blöde Bemerkung machen, aber daraufhin verdrehte Naira nur die Augen und schüttelte den Kopf ein wenig. Sie war die dummen Kommentare gewohnt, es war nichts Neues für sie, aber Victor sollte damit ein wenig aufpassen, er sollte den schlafenden Drachen nicht kitzeln. Naira war schlecht gelaunt und die Mischung der anderen Gefühle machte sie fast schon unberechenbar.
      Andere Hunde kamen aus der Dunkelheit und die Frau war bereit sie auch zu erschießen, aber der Rothaarige wollte es anders und sie nahm die Waffe auch wieder runter. Ihr Herz schmerzte als sie die Hunde näher betrachtete, ihr Spike fehlte ihr auch und das wirklich stark. Er würde ihr die Laune jetzt um einiges heben, aber leider war er weit weg von ihr. Wie sollte sie es ihm erklären, dass sie ihn gar nicht verlassen hatte? Und was tat Thomas ihm an..?

      Victor wollte zurückgehen und Naira sah ihn einen Moment an, bevor sie sich still umdrehte und den Weg wieder raus aus dem Tunnel nahm. Die Hilfe da rauszusteigen ließ sie unbeantwortet, sie stieg lieber selbst raus und stellte sich zur Seite, damit sie als erstes das Gewehr wieder sichern konnte. „Holt die Hunde da irgendwie raus, aber passt ja auf, dass ihr nicht gebissen werdet..“, befahl sie kurz und betrachtete die Männer, die in der Tür standen und warteten. Sie waren ein wenig überfordert, dafür hob die Frau ihre Augenbraue hoch. „Soll ich das etwa selbst machen?“. Sie schüttelten zusammen die Köpfe, bevor einer von ihnen Betäubungswaffen anforderte. Naira seufzte und lehnte sich gegen die gegenüber liegende Wand an, während ihre Augen den Tunnel musterten. „Er hat auf uns gewartet.. was anderes kann ich mir nicht erklären.. und er sieht, was wir tun.. definitiv..“.

      Sie wusste gar nicht, wie recht sie mit der Vermutung hatte. Er beobachtete sie, in jedem der Räume hatte er eine kleine Kamera, die ihn alles sehen ließ, was die verzweifelten Detectives taten.
      Währenddessen vergnügte er sich mit dem Hund, der erst der Anfang werden sollte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor war froh wieder aus dem dunklen Tunnel entkommen zu können und versuchte nicht seine Meinung kundzutun. Am liebsten hätte er weiter irgendwelche unnetten Worte in den Mund genommen. Aber er war sich ebenso sicher, dass diese Gedanken nur von den Schmerzen kamen, die ihn gerade plagten. Da war die kurze Stunde mit Naira nicht mehr gewichtig genug. Auch wenn er sie liebte, das tat er wirklich, aber er konnte es ebenso bei Seite schieben, wenn sein Gehirn alles andere nicht mehr verarbeiten konnte.
      Zischend fiel er fast schon aus der Schranktür und richtete sich auf. Der Schrecken war vorbei und ein warmer Schauder ging ihm die Wirbelsäule nieder.

      Naira übernahm es den Polizisten zusagen was sie zu tun hatten und sie gehorchten den unzufriedenen Detectives, auch wenn erst mit Zögern. Victor schob sich auf das Kinderbett und setzte sich erst einmal hin und warf einen Blick hoch zu Naira, die sich eigentlich hätte setzen sollen und er merkte bei ihrem zerknirschten Gesichtsausdruck, dass seine Worte nicht weise waren. Sie machte sich Sorgen um alles und hatte vor weniger als einer Stunde eine Panikattacke. Mit vor dem Gesicht zusammen geschlagenen Händen atmete Victor tief durch, beugte sich vor und schob sich wieder auf die Beine zum Stehen.
      "Okay...Hast...", er zögerte selbst und suchte nach Worten mit denen er Naira ansprechen konnte. Bevor er irgendwie wieder ansetzen konnte, kam Alex zu ihnen rein und zog die Handschuhe von seinen Händen und sah zwischen den beiden hin und her, bevor er den Tunnel bemerkte und wie bereits einer voran ging und zwei hinterher, die den Tunnel und den hinten anliegenden Raum beschienen, um die Hunde zu treffen.
      "Gut...dann haben wir wohl auch das Ende hier gefunden...", er richtete sich auf und ließ den Hals durchknacken.
      "Wir nehmen die Kleidung definitiv mit und lassen es mal im Labor durchlaufen. VIelleicht war er doch nicht so klug und es gibt irgendwo eine Hautschuppe oder ein Haar von jemandem.", dass die Stimmung gerade nicht die beste war, merkte Alex zwar, aber er konnte den beiden letztlich auch nicht groß helfen.
    • Naira O’Connor

      Sie sah erst auf, als Victor wieder anfing zu sprechen und sah auch zu ihm, aber er brach ab, da der Blonde reinsah. Naira war es fast schon egal, sie war eigentlich mit ihren Gedanken wo anders und gab grade nicht wirklich viel acht auf das, was Victor wollte. Bett schrie nach ihr, lange würde sie nicht mehr auf den Beinen stehen können, irgendwann würde die Müdigkeit nachlassen.
      Ein Blick auf ihr Telefon verriet ihr, dass es schon früh am Morgen war, seit vierundzwanzig Stunden war sie auf den Beinen, es würde alles nicht so schlimm sein, wenn ihre Gefühle nicht Achterbahn spielen würden, die Panikattacke hatte ihr noch den Rest gegeben. Sie seufzte und legte das Handy wieder weg, um Alex anzusehen. Die Stimmung war nicht die Beste, aber dennoch hielten sich die drei irgendwie auf den Beinen. „Wir lassen die Hunde da rausholen und lassen das mal ansehen, dann ist Schluss für heute.. wir haben sowieso nichts mehr, was wir tun könnten.. und ich brauche keine müden Leute hier, die Fehler machen..“. Sie wandt sich ab und verließ das Kinderzimmer, um sich in Wohnzimmer die Sachen auf dem Boden anzusehen. Es war eine gute Arbeit, die die Leute hier erledigt haben und wirklich mehr gab es auch nicht, was sie tun könnten. Jetzt müsste das Labor noch was finden oder die Spurensicherung.
      Die anderen dürften auch gehen, wenn sie die Sachen mitnahmen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex war mehr als einverstanden, als Naira meinte, dass sie nur noch die Kammer durchsuchen sollten und es damit es vorbei war für den heutigen Tag. Der einzige Grund nach einer kurzen Pause wieder die Strecke auf sich zu nehmen, war die Chance Thomas aufzuspüren. Aber sie fanden nichts. Nichts, eben außer der typischen Hinweise und Spuren, die der Täter für sie hinterließ, damit sie dran bleiben, aber niemals an ihr Ziel kamen. Das regte nicht nur ihre Jäger auf, aber umso mehr ihre Beute. Wie Naira.
      Victor unterließ es seinen Gedanken freien Lauf zu lassen und beließ es dabei, was Alex noch beizutragen hatte zu ihrem Fall und was noch Naira dazu zusagen hatte. Ansonsten wurde es doch recht ruhig und nichts wurde groß besprochen.
      Die abgestellten Kollegen kümmerten sich um die Hunde, die in dem Raum übrig geblieben waren. Alle wurden innerhalb kürzester Zeit einfach ruhig gestellt und mit einer Betäubungspfeil in seinem Bein zur Seite gelegt. Es wurde zusätzlich ein Tierarzt herbei geholt, der sich um das Wohlergehen der Tiere kümmern sollte. Der selbe, der auch beim letzten Übergriff über Naira und Victor die Schlittenhunde versorgt hatte.
      Schließlich wurde der Raum dann auch für alle freigelegt. Die ersten die ihn jedoch begingen war der oberste Leiter der Spurensicherung. Er hatte auch Naira darum gebeten, da sie ja letztendlich als die Detecitves des Feldes auch nicht mehr viel machen konnten deswegen und überhaupt für den Fall. Victor und Alex ließen sich lediglich Zeit bei der ganzen Sache und sahen sich noch kleine Details an, die sie glaubten, einen Vorsprung in dem Fall bringen könnten. Nichts davon geschah tatsächlich. Alles was sie hatten musste untersucht werden und wie berets gedacht war auch die Kammer nichts anderes, als ein Hof für die Hunde, um hoch zu kommen an die Oberfläche. Warum aber ein Spionspiegel am Schrank eines kleinen Mädchens hängen musste. Das mussten sie sich noch überlegen.

      Eine weitere Stunde verging in der sie nichts herausfinden konnten. Victor verblieb in einer Ecke und beobachtete stattdessen seine Kollegen. Die Schmerzen an seinem Arm machten ihn fertig und er schob es auf die Aktualität der Wunde. Alex war einfach nur noch müde und auch Naira konnte man ansehen, dass sie ein wenig Schlaf willkommen heißen wird. Da half auch nichts mehr der kalte und bittere Kaffee, den die Kollegen mitgebrachten hatten.
      Alex trat zu ihnen in das Wohnzimmer und zog sich die Winterjacke über: "Ich bin dafür, dass wir es für heute lassen. Es wird genug geben für Morgen...Aber ich kann heute keinen Zentimeter weitedenken, geschweige denn wollen..."
      Victor stimmte dem ganzen nur leise grummelnd zu.
    • Naira O’Connor

      Ihre Laune war an dem Nullpunkt angelangt, als auch in der Kammer nichts zu finden war. Ihr Gehirn verweigerte die Arbeit und ihr Bein schmerzte wirklich, von den heutigen Aktivitäten. Es war schon der frühe morgen am nächsten Tag, sicherlich hätten sie es irgendwie noch geschafft weiter zu arbeiten, aber das würde nur noch eine Qual für alle werden.
      Alex sah die Frau hoffnungsvoll an, nachdem er seinen Wunsch aussprach, am liebsten nach Hause zu fahren. Auch alle anderen stimmten zu, deshalb nickte auch Naira. „Ja, ich glaub eine Pause tut uns gut..“, kommentierte sie es und nickte noch immer ein wenig abwesend, sie wusste aber auch selbst nicht, wo ihre Gedanken waren. Vermutlich überall, nur nicht hier und jetzt, aber das konnte man keinem mehr verübeln. „Morgen früh am Revier.. vierundzwanzig Stunden Ruhe..“. Es war der letzte Befehl, bevor sie den Jungs auf den Ausgang deutete. Ramirez würde es sehr begrüßen, dass sie Zeit zur Erholung hatten und morgen erst weiter machen würden. Wenn etwas passieren würde, konnte man sie immer noch rufen.

      Naira ging die Treppe vor und sie war schon so fertig, dass es ihr egal war, wie rutschig die Treppe wirklich war. Sie stieg nach oben und machte die Jacke direkt zu, um nicht krank zu werden, draußen war die Temperatur noch deutlich gesunken. Sie wartete auf die beiden Jungs, gab auch den anderen an der Oberfläche Bescheid, dass sie zusammenräumen dürften bevor sie nach dem Handy griff und Ramirez anrief. Naira hatte es versprochen, dass sie anrufen würde, jetzt hatte sie die Zeit dafür und konnte sagen, dass sie kaum etwas fanden, was sie weiter brachte. Aber sie würden ihr die Ergebnisse sowieso präsentieren, nur am nächsten Tag.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor versuchte es zwar und dachte nach, was ihnen entging, aber sein Kopf machte nicht mehr mit. Die eine Stunde, die er geschlafen hatte und das wenige an Essen, dass sie wirklich zu sich nahmen und die Energie mit Kaffee kompensierten, war nicht ausreichend.
      Als naira also die Arbeit abblies und alle nach Hause schickte mit ihrem Befehl, durften auch Alex und Victor aufatmen. Nicht, dass sie Naira alleine gelassen hätten, aber wenigstens Alex war glücklich nach Hause zu können und in einem richtigen Bett zu schlafen.
      Sie kamen alle aus dem Bunker unter Tage geklettert und wurden von seinem seichten Sonnenschein, der durch die Bäume glänzte begrüßt. So freundlich wie die Sonne aber auf sie schien, konnten sie die Szene gar nicht wahrnehmen. Es war grauenvoll alles. Ausnahmslos. Langsam packten alle zusammen und räumten die wichtigsten Sachen zusammen, um sie in die Autos zu laden. Die meisten würden noch im Revier vorbei fahren müssen. Auch die Detectives mussten hin, um die Schutzwesten und die Gewehre ordnungsgemäß abzugeben.

      Alex fuhr wieder, weil er beide verletzten nicht ans Lenkrad lassen wollte. Doch von dort aus, konnte er ihnen nicht wirklich weiterhelfen. Sie luden den Wagen aus und ließen alles zurück, meldeten sich ab und trafen sich dann draußen zu dritt noch einmal auf dem Parkplatz. Alex musterte die zwei skeptisch: "Ich kann euch auch zu Hause rausschmeißen jeweils...", er ging immer noch davon aus, dass sie getrennt wohnten, dabei hatte Victor wirklich selten in seinem Haus geschlafen. In all der zeit vielleicht...4 Mal? Nicht mehr. Er konnte es an der Hand abzählen.
      "Schon gut. Wir haben Nairas Wagen, ich bring sie heim und wir sehen uns dann frisch am nächsten Tag."
      Alex sah ihn einen Moment an, doch dann schüttelte er den Kopf und gab es auf. Er hatte keine Kraft zum diskutieren oder gar zu argumentieren und mit einer Hand konnte Victor theoretisch ja noch fahren, auch wenn es nicht mehr ganz so legal war.
      "Dann sehen wir uns morgen. Schlaft euch aus. Wir haben gut was geschafft heute.", Alex hob die Hand und ging zu seinem Wagen. Victor holte die Schlüssel für Nairas SUV hervor und trat an den heran. Wirklich nach Reden war ihm nicht. Er wollte nur noch in ein warmes Zimmer. Und doch rauschten die Gedanken und sein Kopf fühlte sich warm an. Er konnte sich kaum vorstellen, wie es Naira ging...Sie traf das alles schließlich persönlicher.
    • Naira O’Connor

      Sie kommentierte nichts, denn es war ihr nicht wirklich nach reden. Mit ihrer schlechten Laune würde Naira zu viel ausrichten können, dessen war sie sich bewusst, es war ihr somit lieber zu schweigen.
      Alex ließ die beiden Heim fahren, er hatte ja keine Ahnung das Victor eigentlich mitkommen würde, um mit Naira in einem Bett zu schlafen. Sie hatte für einen Moment den Gedanken, ihn damit richtig fertig zu machen, aber sie biss sich auf die Zunge, denn es war eine dumme Idee, eine sehr dumme Idee. Das könnte sie den Kopf kosten und den Posten, außerdem so gut wie das ganze Leben, welches sie sich hier aufgebaut hatte..

      Aus Reflex wollte die Frau zuerst die hintere Tür aufmachen, um ihren Hund reinzulassen, ihr Kopf registrierte aber noch schnell genug, dass Spike gar nicht da war. Ihr Herz tat für einen Moment wieder weh, sie musste die Augen schließen und durchatmen, bevor sie letztendlich auf den Beifahrersitz stieg. Wortlos schnallte sich die Dunkelhaarige an und lehnte den Kopf zurück, bevor sie die Augen schloss. Ihr Kopf fühlte sich vorhin noch so leer und müde an, jetzt ratterten alle Gedanken wieder von vorne, als hätten sie sich ausgeruht und könnten nun von vorne anfangen.

      In Naira Wohnung wartete eine angenehme Wärme auf die beiden. Sie selbst hatte sich die Fahrt über eingebildet, dass ihr Hund oben auf sie warten würde, aber es war nichts als eine Leere zu finden. Um sich abzulenken sah sie sich nach dem Ausziehen die Post durch, die gekommen war, während sie ihre Beine in die Küche trugen. Naira bildete sich ein, ihr Hund würde überall zu spüren sein, aber mehrmals wiederholte sie in ihrem Kopf, dass Spike nicht hier war.
      Ein wenig runzelte sie die Stirn, als ein Brief ihres Vermieters unter den Rechnungen und der Werbung dabei war. Es war der einzige Brief, den die Frau sehr energisch öffnete und sich ihn durchlas. Schön war es definitiv nicht, sie wurde aus ihrer Wohnung geschmissen, nachdem sie schon gute sechs Jahre drinnen wohnte. Er wollte sie als sein Eigenheim nutzen und schmiss sie deshalb raus. Ein wenig genervt warf die Frau den Brief auf den Tisch und knirschte mit den Zähnen. Sie war eine tickende Zeitbombe..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Benutzer online 43

      43 Besucher