[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Zugeben und es einfach dabei belassen, dass man für jemanden Gefühle hatte war eine sehr große Aufgabe, die er nicht erledigen konnte. Es fühlte sich nicht gut an.
      "Wie kann ich etwas zugeben, wenn ich von dir nicht ansatzweise weiß, ob es was sein kann! Das was wir haben ist doch scheiße! Das ist...", er nahm die Arme dabei hoch und versuchte es irgendwie zu regeln, "Das ist Bullshit! Nicht mehr als das! Keiner von uns kriegt die Scheiße hin und du erst recht nicht!", diesmal war er es, der den Finger auf sie legte und dann erst einmal aufhorchen musste.
      "Hörst du dir überhaupt beim quatschen zu? Bekommst du den Mist noch mit, den du da von dir lässt!", fuhr er sie an und überquerte dabei den letzten Schritt, der die beiden noch getrennt hatte. Er konnte das nicht länger mitmachen. Der Gedanke allein, dass er hoffnungslos in ihrer Nähe sich fühlte und dass er nichts unternommen hat, nichts tun konnte...
      "Ich versuche dir zu helfen! Du hast keine Ahnung von mir! Alles was du siehst bist du! Du und dieser scheiß...Fall! Argh...", er packte sie am Unterkiefer und hob ihren Kopf an. Es war womöglich eine Schlussreaktion dazu, dass er die Kraft verlor, sie bei sich zu halten oder gar die Oberhand zu behalten: "ich versuche es! Aber ich kann nicht wissen was in dir vorgeht, wenn du deinen Scheiß Mund hälst! Ich weiß nicht was du denkst!", sein Griff wurde fester und der Alkohol hatte die Hemmungen fallen gelassen.
    • Naira O’Connor

      „Ich halte den scheiß Mund?! Wer redet nicht mit mir und lässt mich immer blöd da stehen, weil er seinen scheiß verdammten Mund nicht aufkriegt?! Soll ich dir Beispiele nennen?! Gestern Nacht zum Beispiel!“. Es war nur kurz davor komplett zu eskaliren, wie es aussah und irgendwo tief neben der Wut, hatte Naira Angst, dass sie ihm womöglich noch die Nase brechen würde, wenn es so weitergehen würde.
      „Ich weiß nicht, ob du blöd bist oder mich für blöd hältst“. Ihr Blick war fast schon tödlich,so viel Wut war in ihren Augen zu sehen. Naira bewegte sich nicht, während Victor sie so unsanft am Kiefer packte und festhielt, sie wollte einerseits nicht zeigen, wie sehr es ihr wehtat, weil er seine Kraft gegen sie anhob, zum anderen war ihre Wut so neugierig drauf, ob er endlich ein wenig Männlichkeit zeigen würde. Sie sprach scharf und deutlich, aber nicht laut: „Ich habe keine Ahnung von dir?!“. Sie lachte kurz auf. „Victor Parker, ein depressiver Alkoholiker, der hierhin versetzt wurde und alles hasst, was überhaupt atmen kann.. Ein hoffnungsloser Fall, der nicht einmal in der Lage dazu ist zu merken, dass seine verdammte Partnerin Gefühle für ihn entwickelt hat“. Jetzt war es nicht mehr so schwer darüber zu sprechen, dass sie Gefühle für ihn hatte, solange Naira es zu einem Vorwurf machen konnte. „Und der Fall? Dieser Fall ist das einzige, was mich womöglich vor irgendwelchen psychischen Störungen bewahren kann.. weil ich die Hoffnung verloren habe, dass du mich vor dem Untergang bewahren wirst.. soll ich dir sagen, was in mir vorgeht?! Soll ich?! Ich habe verfickte Paranoia, fühle mich beobachtet, egal wo ich hingehe und habe Angstzustände.. bist du jetzt zufrieden?!“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie wehrte sich nicht und das ließ ihn innerlich ein wenig stocken. Eine Frau so anzufassen und dann auch noch so zu meinen, was er ihr antat, war nicht sein Stil. Er schlug sich nicht gerne mit Frauen. Weder stand er darauf, noch konnte er dieser Sache wirklich etwas Faires abgewinnen. Aber Naira nahm sich soviel raus. Sie hatte anscheinend keine Angst vor ihm. Während er den Griff nicht locker ließ musste Victor sich anhören, was sie zu sagen hatte und wie sehr er doch an dieser Situation Schuld war.
      "Ja, genau. Ich bin es mal wieder! Ich bin es immer, wenn es um den Gefühlsmist geht!", entgegnete er, doch es ging unter in ihrem nächsten Vorwurf. Wobei das die perfekte Umschreibung von Victor war. Er entwickelte eine Alkoholsucht und war depressiv. Der Rückschlag kam mit Nairas Koma. Er hätte sie verlieren können. Victor spürte, wie seine Hände anfingen zu zittern und um dies zu verhindern, dass sie es spürte, drückte er sie grob von sich gegen die Theke weg und drehte sich dann um.
      "Du hast keine Ahnung...", wiederholte er noch einmal, denn das wichtigste fehlte ihr tatsächlich. Die Tatsache warum er hier war, die Tatsache, dass er Alex viel zu sehr ähnelte und er damit Gefahr lief Naira für immer zu verschrecken. Die Tatsache, dass er es nicht im Griff haben konnte.
      Da half auch nicht mehr, dass Naira ihre Gefühle gegenüber ihm zu gab und im Nachhinein, über ihre Ängste sprach. Dadurch, dass sie sich gerade anschrien und bereit waren sich an die Gurgel zu gehen, waren all die liebevollen Worte ohne Gefühl.
      "Fick dich Naira! Du glaubst du bist die einzige mit Problemen?! .... Als ob ihr hier noch nie einen Serienmörder hattet...", Victor schnaubte verächtlich auf und statt sich ihr wieder zuzuwenden, drehte er ab und ging zu ihrem Vorratsschrank. Er konnte das nicht mehr aushalten. Er brauchte mehr. Er musste das Schreien im Kopf ertränken. So riss er die Tür auf, schnappte sich eine der neuen Flaschen und machte sie auf: "Wir alle haben unseren Scheiß zu schleppen! Und während sich andere um dich Sorgen machen, tust du als wäre nichts! Wegen dir halten wir den Fall doch überhaupt auf! Keiner darf ihn bearbeiten! Keiner darf die Scheiß Briefe sehen, die du und dein Vater geschrieben habt!", den nächsten Satz ertränkte er in zwei mächtigen Schlücken Scotch.
    • Naira O’Connor

      Er war tatsächlich aggressiv ihr gegenüber geworden und schubste sie gegen die Theke. Es würde alles gut gehen wenn sie wirklich nur die Theke gekommen wäre, aber es gab noch die Schränke darunter und darüber, wogegen Naira hinkam. Sie stieß sich den Kopf und knallte genau mit ihrem kaputten Bein gegen den unteren Schrank. Es war sicherlich nicht das Beste für die Frau, vor allem nicht für die Wunde, der Kopf hatte kaum was abgekriegt.
      „Fick dich Victor!“, schrie sie ihm hinterher, denn er ließ von ihr ab und drehte sich weg. „Denkst du,dass du perfekt bist?! Du bist scheiße weit davon entfernt!“. Es war ihr klar, dass er zum Alkohol griff was anderes hätte sie nicht erwartet. „Ich denke kaum, dass die Serienmörder die du geschnappt hast dich in ihrer Hütte gehalten haben und foltern wollten!“. Ihr Bein schmerzte wahnsinnig, es war aber nichts gegen die Wut, die sie verspürte. Sie erhob sich und hielt sich das Bein fest, bevor sie sich die Krücke schnappte und aus der Küche wollte. „Ist ja klar, dass du gleich wieder zum Alkohol greifst! Scheiß Alkoholiker!“. Naira schrie es ihm förmlich entgegen. „Und ich halte ganz sicher niemanden auf! Ganz sicher auch nicht den Fall! Die Briefe sagen nichts aus, was uns weiterbringen würde!“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Dass sie sich am Schrank weh getan hatte, hatte er nicht bemerkt. Zu sehr war Victor in dem Moment damit beschäftigt den Alkohol nicht wieder aufzustoßen, weil er unangenehm im Hals brannte.
      Doch er musste Lachen, als er schaffte die Flasche abzustellen und sie anzusehen. Der Boden bewegte sich. Er fixierte sie trotzdem angestrengt und kam wieder in ihre Richtung, vorerst war die Wunde vergessen, die sie davon getragen hatte.
      "Ich bin Scheiße weit davon entfernt! Klar! Glaubst du ich weiß das selbst nicht?" und gerade als er glaubte, dass er reichen würde, setzte sie nach. Nicht mit dem Argument, er sei niemals von einem Serienmörder gefoltert worden, dagegen konnte er tatsächlich nichts sagen, stattdessen griff sie wieder auf den Alkohol zurück, den er nicht aus der Hand ließ. Erst nach ihrem Kommentar stellte er die Flasche weg. Er würde sie sich gleich wieder holen, dachte er.
      Mit wenigen Schritten holte er sie ein, während sie nicht einmal 2 Meter von der Küche weg kam mit der Krücke und ergriff sie fest und unkontrolliert am Oberarm, an dem er sie leicht hochzog zu sich, um ihr direkt ins Gesicht zu sagen: "Ich weiß genau was für ein elender Mensch ich bin! Du hast kein Recht zusagen was mir erlaubt sei! Du hast nicht mein Leben gehabt! Ich wollte hier nie hin! In Brooklyn wäre ich wieder gesund geworden! Ihr hättet hier alleine gegen diesen Idioten kämpfen können, während du!", er riss sie umher und schmiss sie in Richtung des Sofas, das seiner Meinung nach nah genug hätte stehen sollen, um sie darauf zu befördern. Doch das war sie nicht. Damit ließ er sie zu Boden stolpern, ohne ihr gleich darauf aufhelfen zu wollen. Stattdessen stellte er sich über sie: "Wegen dir werden wir ihn verlieren! All die Scheißzeit in der du in deinem beschissenen Koma gelegen hast, hat keiner am Fall arbeiten können! Auch nicht dein beschissener Kumpel Alex!", knurrte Victor runter, "Wir verlieren, weil du nicht nachdenkst! Weil du niemanden in deinen Kopf lässt! Keinen interessiert dein Vater! Aber du bist die einzige mit der Thomas reden will! Verflucht!"
      Die Verzweiflung wie lang ihr Fall schon andauerte kam zum Vorschein. Victor gefiel es nicht und je länger es dauern würde, desto weniger heil würden sie aus dem Kampf entkommen können.
    • Naira O’Connor

      Es hätte ihr klar sein müssen, dass Victor irgendwann die Grenze nicht mehr kennen und sie überschreiten würde. Natürlich, nüchtern würde es sicherlich nie so passiert sein, er hätte sie nicht auf den Boden geworfen und sich über die gestellt. Leider konnte sich die Frau mit ihrem kaputten Bein nicht wehren und musste wohl oder übel auf dem Boden landen. Erinnerungen waren vor ihrem geistigen Auge zu sehen, sie war schon einmal in dieser Situation gewesen.

      „Was musst du tun, wenn dein Angreifer es tatsächlich schafft dich zu Boden zu bringen?“, fragte er streng und sah mich an. Ich war mir sicher, dass so etwas nicht passieren würde, ich war bestens vorbereitet und das sagte ich ihm auch. Es war nur ein Moment, ehe ich auf dem Boden lag und er sich über mich stellte. „Was tust du jetzt?!“,rief er mir förmlich entgegen und ich sah zu ihm auf. Ich versuchte mich zu erinnern, aber es war nicht möglich. Ich hatte es verdrängt.. „was tust du Naira?!“.


      Es war ihr klar, was sie jetzt tun sollte, viel zu oft hatte es ihr ihr Vater eingetrichtert. Er wollte die Dunkelhaarige auf alles vorbereiten, aber sie war nicht in der Lage sich zu wehren. Es machte ihr innerlich irgendwie Angst, was mit Victor los war, aber sie zeigte es ihm nicht. Angst war eine Schwäche.
      „Ist Dir nicht aufgefallen, dass alles mit deinem Auftauchen angefangen hat?! Ist Dir nicht aufgefallen, dass ich es mir vielleicht nicht gewünscht hatte im Koma zu liegen?! Wenn ich jetzt zurückdenke wäre ich lieber draufgegangen als sich jetzt mit dem verfickten Bein zu quälen!“. Sie zeigte Stärke, obwohl Victor deutlich über ihr war, er hatte in diesem Moment die bessere Position, aber sie wusste doch, wie sie ihn zu Boden bringen würde.
      „Und nun?! Macht es dir Spaß über mir zu sein?! Na wie fühlt es sich an, nicht besser zu sein als der Mann, der für all das verantwortlich ist?! Ich habe dich ja noch nie so männlich gesehen!“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er hielt sich nicht mehr zurück. Nie hätte er sich so über die gestellt, nie mit ihr so geredet. Der Scotch machte ihn rasend und wütend darüber, wie sie mit ihm sprach. Wie sie unter ihm lag und immer noch diese giftigen Worte in den Mund nahm.
      Victor verzog das Gesicht. "Nein!", fuhr er instinktiv auf, als sie sagte, sie wäre lieber gestorben. Dort im Krankenhaus, wo er nicht aufhören konnte sie zu besuchen. Dort wo es ihn wieder runter gezogen hatte und er viel lieber an der Flasche hing, als nirgendwo sonst. Ihm stiegen tatsächlich Tränen in die Augen, doch er kämpfte gegen sie an, gegen das brennende Gefühl im Kopf, dass alles zu Bruch ging. Er konnte nicht mehr, konnte sich das nicht mehr länger anhören und gerade als er glaubte von ihr weichen zu können, verglich sie ihn mit Thomas...Victor sah sie mit weit aufgerissenen Augen an, bevor er ausholte und mit der flachen Hand ins Gesicht schlug. Dabei nahm er seine Kraft nicht zurück. Er nutzte sie voll und ganz aus. Es war nicht der Angriff auf die Männlichkeit, es war nur dieser Vergleich...Der, der ihn zurück warf.
      Damals, als er zitternd über der Leiche saß. Seine Hände waren voller Blut gewesen und die Augen seines Partners starrten in den Himmel. Es war seine Schuld. Er war sein Mörder gewesen, egal was die Akten am Ende sagten und wie gut die Anwälte waren. Victor hat ihn getötet...Er japste nach Luft: "Halt dein Maul! Halt dein Maul!", er trat mit dem Fuß gegen den Kaffeetisch direkt neben ihr und wankte ein paar Schritte zur Seite, bevor er sich mit einer Hand am Kopf wieder fing.
      "Nein...nein...Spiel nicht die Unschuldige jetzt! Schieb nicht alles auf mich! Ich habe es nicht gewollt! Ich habe damit nichts zu tun!", seine Stimme brach und schwankte, als er schrie.
    • Naira O’Connor

      Es waren drei einfache Schritte, die Victor zu Boden bringen sollten, auch wenn er deutlich schwerer war, als Naira selbst. Er war betrunken genug, dass sie ihn hätte festhalten können und sie ging diese drei Schritte auch immer wieder durch, doch so richtig wollte sie nicht funktionieren. Der Schlag ins Gesicht saß und das sogar sehr gut, er würde die Frau nicht wundern, wenn man den Abdruck seiner Hand auf ihr sehen würde. Die Wange schmerzte, so etwas hatte sie sicherlich noch nie erlebt, auch wenn sie viel im Unterricht damals abgekriegt hatte, aber nichts hatte bisher so geschmerzt, wie ihre Wange. Ihr Herz brach dabei von selbst, da musste Victor nicht viel mehr machen.
      Der Moment, nachdem sich Naira wieder fasste war auch der Moment, ab dem sie nicht mehr wirklich nachdenken konnte. Sie lief nur noch automatisch ab, als würde jemand einfach die Anleitung ablesen. Es war nicht schwer das Bein auszustrecken und gezielt Victor zu Boden zu reißen, er wankte ja nur noch auf seinen Beinen. Es war auch nicht das Problem sich über ihn zu knien und seinen Arm auf den Rücken zu drücken, es fehlten nur noch die Handschellen.
      „Du hast nichts damit zu tun?!“. Sie schrie ihm fast schon ins Ohr, so nah war sie, aber den Griff lockerte sie trotzdem nicht. „Wer hat meine Bedenken ignoriert, als wir in dieser verfickten Hütte waren?! Weil du viel zu sehr damit beschäftigt warst unsere letzte Nacht zu verdauen! Ich sage ja, ein depressives kleines Arschloch!“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Dass nicht schon längst die Nachbarn kamen, um sich zu erkundigen ob alles in Ordnung bei ihnen war...
      Victor hatte sich um die Kopfschmerzen gekümmert und wollte zu der Flasche zurückkehren. Doch in dem Augenblick wo er einen Schritt tat, riss man ihn von den Füßen. Er realisierte es nicht einmal, konnte die Muskeln nicht anspannen und landete direkt auf dem Boden und mit dem Kinn dagegen. Es knirschte in seinen Ohren für einen Bruchteil der Sekunde, dann schoß ihm der Schmerz von der Schulter direkt ins Rückenmark. Victor riss den Mund auf, um den Schmerz zu kompensieren: "Bist du völlig bescheuert?!", entfuhr es ihm zwischen dem ein oder anderem Schrei. Er versuchte den Kopf zu wenden, um hinter sich zu schauen. Naira hatte sich mit ihrem vollen Gewicht auf seinen verdrehten Arm gelegt, die Beine mit den Knien am Boden fixiert. Victor schnaufte schwer. Aus so einem Griff entkam kaum jemand, da war es egal wie groß oder stark man war. Um da raus zu kommen, musste man sich schon etwas brechen.
      "Verfickte Scheiße...", knurrte und schnaubte er, während sich sein Körper versuchte unter ihrem Griff zu winden und zu entkommen, doch nichts half, "Du hast keine Ahnung! Du hast doch gemeint wir sollen den Fick als Erwachsene sehen! Ich konnte das nicht! Ich kann das bis heute nicht!! Ich will es auch nicht!", schrie er zurück, bis er es aufgab den Kopf nach hinten zu wenden und sich direkt auf den Boden hinlegte. Seine Augen brannten und sein Atem ging aufgrund des Alkohols schneller, als sonst, "Und lass meine Scheiß Depression aus dem Spiel! Hätte ich sie nicht, würde ich nicht hier sein! Ich hätte dich und dieses Scheißland nicht einmal...ugh...sehen müssen!"
      Ein letztes Mal versuchte Victor sich aus dem Griff zu befreien, doch Naira war eine fähige und gut ausgebildete Polizistin. Sie wusste wie man jemanden festhielt.
    • Naira O’Connor

      Sie ignorierte es, dass ihr Bein schmerzte und sie ignorierte auch, dass es Victor wehtat. Selbst seine Beleidigungen und Schreie waren ihm egal.
      „Es war verdammt nochmal nötig es einfach zu vergessen, weil du scheinbar nicht damit klargekommen bist, dass wir überhaupt Sex hatten! Was sollte ich sonst sagen?! ‚Es tut mir leid,Victor aber ich habe mich in dich verknallt und wollte von Dir gefickt werden‘?! Du hättest jederzeit dein Maul endlich aufmachen können um es mir zu sagen!“. Die Nachbarn hätten sich schon längst beschweren sollen, aber irgendwie interessierte es sie nur wenig, was bei Naira passierte. Sie hatte die Nachbarn bisher vielleicht nur zwei Mal gesehen.. ihre Gedanken waren aber wieder zurück, als Victor endlich aufgab und ihr die Wahrheit vor den Augen hielt, die wirklich wehtat. Er wollte sie also nicht sehen, er bereute es.
      „Es tut mir wahnsinnig leid, dass du ausgerechnet mir zugeschrieben worden bist! Weiß du, bei deinen Worten bereue ich es auch, dass du versetzt worden bist! Vielleicht wäre ich nicht in der Situation, in der ich heute bin!“. Mehrmals atmete sie durch und drückte Victors Arm gerne noch weiter gehen seinen Rücken, er sollte Schmerzen spüren. Sie senkte ihren Kopf bist zu seinem Ohr und sagte ihm scharf und deutlich:
      „Nie wieder hebst du deine verfickte Hand gegen mich! Nicht in diesem Leben und nicht in irgendwelchen nächsten Leben!“. Es reichte, dessen war sie sich bewusst und ließ den Rothaarigen los, bevor sie einen Abstand zwischen den beiden verschaffte. Sie kniete noch immer auf dem Boden, die Wunde war nicht mehr nur eitrig sie blutete auch und der Fleck war auf der Hose zu sehen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sein anderes Ich weigerte sich gegen diese Worte, die sie aussprach. Er wollte nicht, dass es ihr schlecht ging. Er wollte auch nicht, dass sie es bereute. Er tat es auch nicht. Alles was da gerade aus ihm sprach war Verzweiflung, Trauer und die Unwissenheit, wie er mit allem fertig werden konnte. Er selbst war fertig, nicht der Fall, nicht die Beziehung, nach der er sich so sehnte. Alles stürzte ein und das nur weil er nicht reden konnte, weil er nicht gestehen konnte, was in ihm abging.
      Ihm kam sein letztes Treffen mit der Psychologin in den Kopf. Sie hatte ihm helfen wollen, aber er hatte sich so sehr geweigert, dass sie aufgeben musste. Ihre letzte Worte waren, dass erst er sich dazu entscheiden musste, bevor jemand anderes die Hand reichen konnte.
      "Fuck...", er knirschte nur noch mit den Zähnen, als sie den Arm stärker hochzog und ihm damit ein letztes Mal zu verstehen gab, dass er keine Chance hatte. Aber innerlich wollte sich Victor auch nicht mehr wehren. Er bäumte sich nur noch ein wenig auf, als sie ihn los ließ, um den Arm wieder vor zu holen. Schnaufend und erschöpft griff er nach seiner Schulter, blieb aber weiterhin liegen, das Gesicht drückte er in den Teppich auf dem Boden. Warum musste es soweit kommen.
      "Du...wärst nicht in der Situation...Ich wäre nicht hier gewesen...Es wäre alles einfacher gewesen...", nuschelte Victor schwer, doch er wagte es nicht sie anzusehen. Scham überkam ihn, aufgrund seiner Reaktionen heute. Ein Husten kämpfte sich hervor und Victor war nicht im Stande ihn für die nächsten Minuten fort zu halten, bis sein Hals kratzte und schmerzte, als würde bei jedem Huster eine Rasierklinge mehr hinein fallen. Sich zusammenzureißen dauerte fast 2 Minuten, die er unentwegt hustete. Nur schwerlichst kam er dabei wieder hoch und konnte sich auf seinen Hintern setzen. Er holte wieder Luft und sah Naira unter rot unterlaufenen Augen an, wischte sich die dabei entwichenen Tränen und Speichel fort.
      "Es tut mir leid, dass ich hier bin...Dass ich das alles angestellt habe...Ich...", er brach innerlich zusammen, als seine Augen auf ihr blutiges Hosenbein fielen. Das war seine Schuld. Das ganze Blut klebte an seinen Händen.
    • Naira O’Connor

      Sie beobachtete den Rothaarigen genau, wusste nicht, inwiefern er sich noch weiter wehren würde, aber er blieb liegen und damit konnte Naira auch ruhig aufatmen. Sie war sich nicht sicher, was diese Auseinandersetzung nun für beide bedeutete, aber sie war sich sicher, dass es so einiges verändern würde, nicht nur für sie.
      Es dauerte einen Augenblick, bis sich Victor erhob und fast tat er Naira leid, als sie in seine Augen sah. Sie hatten es übertrieben und das auch wirklich beide, aber nun hatten sie den Salat und mussten da irgendwie raus. Und dieser wurde noch viel größer, als Naira Victors verstörten Blick folgte und auf ihr Bein sah. Ihr wurde es plötzlich schlecht und schwindelig, sie wollte sich am liebsten wieder übergeben, aber sie blieb standhaft. Wieder einmal musste die Dunkelhaarige für beide die Erwachsene spielen, aber das würde sie hinbekommen, wie immer bisher.
      „Fuck..“,entkam ihr, bevor sie sich auf die Lippe biss und zu Victor sah. Sie mussten beide handeln, die Frau konnte es sich nicht vorstellen, dass das so gesund war. Widerwillig rutschte sie auf den Knien zu Victor und griff an seine Arme, um ihn festzuhalten. Ihr Blick war eindringlich. „Victor, ich sage es jetzt ungern.. aber du muss dich zusammenreißen und mich ins Krankenhaus fahren.. und zwar jetzt.. okay?“. Sie versuchte ihre Angst nicht in ihrer Stimme deutlich zu machen. „Vergiss alles, was ich dir gerade gesagt hatte, wir reden nachher darüber, okay? Denkst du, du bist in der Lage das Auto zu fahren?“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ob es gesund war, wenn sich diese beiden als Paar wiederfanden, konnte wohl keiner von ihnen sagen. Doch in diesem Zustand waren sie für niemanden gut. Victor kämpfte mit dem starken Verlangen nach der Flasche zu greifen und alles was er nicht verstand in dem Alkohol zu ertränkten, weil nur dann alles aufhörte zu vibrieren und zu schreien. Naira konnte nicht zurecht kommen mit der Tatsache, dass ein Mörder es auf sie abgesehen hatte und nur spielte, statt geradewegs heraus zu sagen, was er von ihr wollte.

      Victors Herz raste und es wurde nicht langsamer. Die Erinnerungsfetzen von früher, kamen hoch und brachten alles was er noch im Magen hielt mit sich nach oben. Er schluckte es aber runter, als sie auf ihn zukam und ihn darum bat zu fahren. Sie holte ihn raus. Sie war half ihm, weil sie ihn ablenkte. Er konnte die schlimmen Zustände vergessen, weil er sich um sie kümmern konnte.
      Ohne groß zu antworten, nickte Victor und wankte auf die Beine hoch. Er musste sich fassen. Er musste Ruhe bewahren. Mit kurzen Handzeichen gab er ihr zu verstehen, dass sie sich nicht bewegen durfte, während er ins Schlafzimmer lief, dabei fast jede Ecke mitnahm und sich dort eine Jeans und ein Hemd überwarf. Das sollte reichen. Er schlüpfte in die Schuhe und rannte noch einmal ins Bad wo er zwei Handtücher mitnahm, die er unter Nairas Bein legen konnte und das andere darauf.
      "Nein nein nein...", wiederholte er hechelnd, als auch Spike aus dem Zimmer brach und sein Frauchen am Boden entdeckte.
      Victor konnte bei Gott sagen, dass er sich zusammenreißen konnte mit dem Pegel. Auch wenn sein Gleichgewicht zu wünschen übrig ließ.
      "Wir müssen...auf eins...", er versuchte Naira auf ihr gesundes Bein zu helfen, konnte dabei selbst kaum gerade stehen und hätte sie fast beide noch ein weiteres Mal auf den Boden befördert.
    • Naira O’Connor

      Sie konnte nicht sagen, wie viel Zeit ihr noch übrig blieb, bis es ihr schwarz vor den Augen werden würde, aber Naira war erleichtert, dass ihr Partner zusagte. Er würde sie fahren, das war das Beste, alleine würde sie nicht wirklich hinkommen. Lange musste sie auch nicht warten, Victor kam angezogen und mit Handtüchern zurück, Spike war direkt bei ihm und lief auf sein Frauchen zu. Es tat ihr Leid, dass der Hund alles mitkriegen musste, aber jetzt war es das wichtigste Ruhe zu bewahren und nicht daran zu denken, was gerade war. Erstaunlicherweise schaffte es Victor sogar ganz gut..
      Die Dunkelhaarige schaffte es auf ihr Bein und hielt sich an dem Sofa fest, bevor sie sich nach der Krücke umsah. Sie deutete Victor an, ihr diese zu reichen und atmete tief durch. „Wir kriegen das hin..“. Es war mehr für sich selbst, als für Victor, er behielt die Ruhe sie war kurz davor durchzudrehen. Mit der Krücke konnte die Frau mühsam in den Flur laufen, dort musste sie sich nur die Schuhe anziehen und die Jacke drüberwerfen, dann wäre alles in Ordnung. „Die Schlüssel sind in der Küche, mein Portemonnaie liegt auf der Kommode im Wohnzimmer“, weiste sie ihn an und lehnte sich an der Wand, um in die Schuhe zu kommen. Spike saß da und beobachtete sein Frauchen, auch er war scheinbar aufgeregt, aber es war sicherlich besser ihn nicht mitzunehmen. Wobei..er konnte auch mit Victor in der Notaufnahme warten.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Als wirklich ruhig empfand sich Victor nicht. Ihm schlug das Herz bis in den Hals, während der Boden immer wieder unter seinen Füßen es lustig fand wegzurutschten. Das Gleichgeweicht war gestört genug, die Koordination litt darunter, aber alles in allem konnte er sie auf die Beine bringen und auch die Krücke in die Hand drücken. Es tat ihm so leid, ihm wurde schlecht von dem gedanken, dass er das was er hatte zerstörte. Doch er konnte jetzt nicht liegen bleiben. Nicht wie gestern. Es ging um Naira, nicht um ihn. Immer wieder wiederholte er diese Worte und schaffte es so allen Anweisungen zu folgen, die sie ihm gab. Auch wenn er einmal mies gegen eine Ecke stieß, rappelte er sich auf. Der Schmerz in der Schulter war verflogen. Alles war verflogen...Er arbeitete wie seit langem nicht mehr auf Autopilot.

      Er half ihr die Treppen schneller nach unten zu nehmen ohne noch mitzubekommen, was sie sagte. Victor bekam nur noch mit wie er den Wagen startete. Spike hatte Glück, dass er noch mitkommen konnte, weil er sich nicht dumm anstellte, sondern ohne Befehl tat was man von ihm brauchte. Er legte sich auf die Rückbank und wartete geduldig darauf was geschehen würde.
      Victor fuhr den Jeep aus dem Graben, ein wenig zu ruckartig, ein wenig zu schnell. Doch er schaffte es auf die Straße und ließ den Warnblinker die ganze Zeit über laufen. Die meisten machten Platz oder wollten gar nicht erst überholen.
      Während er das Lenkrad mit einer Hand hielt, nutzte er die andere um die Hand von Naira zu halten. Nicht für sie. Eher für sich. Er drückte sie immer wieder, flüsternd dass alles gut werden würde und das es ihm leid täte.
    • Naira O’Connor

      Es war ein gewaltiger Weg, den Naira vor sich nach unten hatte, aber Victor unterstützte sie so weit er konnte. Nun, sie musste ihm nicht verraten, dass die Schmerzen kaum aushaltbar waren und es ihr so langsam wirklich übel wurde, solange es unausgesprochen war konnte Victor fahren und Naira fühlte sich deutlich sicherer. Sie stieg mit seiner Hilfe in den Wagen und schnallte sich an, bevor sie den Sonnenschutz runter machte und den Spiegel frei gab. „Oh scheiße..“,murmelte sie, als sie den roten Fleck auf der inzwischen echt dicken Wange sah, steckte den Sonnenschutz dann aber wieder weg, um nicht sehen zu müssen, wie elendig sie aussah. Es reichte ihr es zu wissen.. Der Rothaarige fuhr auch los, er sollte mit Sicherheit nicht betrunken Auto fahren, aber sie waren Cops und das würde niemandem von ihren Kollegen auffallen,dessen war sie sich sicher. Die Hand auf ihrer Hand gab ihr so viel Kraft, mehr als Worte es tun konnten. Dabei war es ihr unwichtig, ob er es für sie oder für sich tat. Hauptsache es half.
      „Victor..“, murmelte die Frau und lehnte ihren Kopf nach hinten, während sie ihren Blick zu Victor warf. „Es tut mir leid.. vor allem für die ganzen Vorwürfe, das war alles ..Bullshit“. Sie wollte es lieber jetzt raushauen, bevor sie womöglich nachher gar nicht in Stande war. Man musste auch ehrlich mit sich sein, vielleicht würde es nun nur noch bergabwärts gehen?

      Sie kamen am Krankenhaus an und Naira öffnete die Tür, um mit Hilfe der Krücke auszusteigen. Die Dunkelhaarige wusste genau, wo sie hin mussten, um in der Notaufnahme zu landen und lange mussten sie nicht warten, bis Schwestern Naira mitnahmen und nach dem Arzt riefen. Sie selbst bekam es kaum mit, sie war langsam dabei das Bewusstsein zu verlieren.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er musste sie nicht sehen, er wusste was er getan hat und dass das alles was er getan hat nicht rechtens war. Weder sie schlagen, noch so zu schreien, noch die Flasche aufzumachen oder den Mund zu halten. Nichts hatte er an diesem Tag richtig hinbekommen und das zerrte an seiner Kraft. Nicht mehr so viel wie vorhin, nun galt es sich um Naira zu kümmern. Im Hintergrund fiepste leise der Hund, der nicht wusste was geschah, auch wenn es direkt vor seinen Augen passierte.
      Leise drang ihre Entschuldigung an ihn und Victor versuchte zu ihr zu sehen, doch im selben Moment hupte ein Wagen wild, dem er ausweichen musste. Victor fluchte ihm nicht hinterher, wie er es sonst getan hätte. Stattdessen konzentrierte er sich wieder auf Naira im Beifahrersitz und drückte ihre Hand noch fester. Er hätte sie so gerne geküsst. Hier und jetzt, damit die Zeit sich zurück drehte und er ihr alles beichten konnte, was sein Dummer Kopf ihn nicht sagen ließ.
      "Tu mir das nicht an... Entschuldige dich nicht...nein...", fast schon ängstlich bettelte Victor darum, dass sie es nicht tat und sich damit schon halber verabschiedete. Seine Angst sie zu verlieren stieg. Und sie stieg noch mehr, als er aus dem Wagen stolperte und keine Minuten später man sie ihm aus dem Arm nahm.
      "Naira!", rief Victor noch ihren Namen, doch sie antwortete nicht mehr, war zu weit weg. Kaum war sie und die Schwester verschwunden, die sie mitgenommen haben, drehte sich Victor ruckartig zur Seite und spie alles was sich noch in seinem Magen befand direkt auf den Parkplatz. Das war zu viel...Was ist aus ihm geworden...
      Spike sprang aus dem offenen Wagen über den Beifahrersitz und stellte sich nah an Victor heran. Sie war nicht mehr da. Nicht für den Hund und nicht für Victor...
    • Naira O’Connor

      Es hatte alles keinen Sinn, egal wie sehr Naira sich gegen wehrte, sie verlor ihr Bewusstsein und wachte erst auf einer liege in einem der Behandlungszimmer auf. Eine Infusion war an ihrem rechten Arm angehangen, der Arzt versorgte gerade ihr Bein, sie Hose war an diesem Bein auch komplett aufgeschnitten. Die Frau war nicht ganz klar im Kopf, sie versuchte sich zu erinnern, aber es war kaum möglich. Die Schmerzmittel dämpften ihre Gedanken und hinterließen eine Leere, die sich gar nicht so schön anfühlte.
      „Muss das Bein ab?“,fragte die Dunkelhaarige seufzend und versuchte nach unten zum Arzt zu sehen, der versuchte die Wunde steril zu versorgen. Er sah auf, als er ihre Stimme hörte, und seufzte selbst. „Sie hatten wirklich viel Glück“, antwortete der Arzt und machte sich weiter daran, die Wunde zu nähen. „Ich habe ihnen doch heute früh erklärt, dass sie mehr aufpassen müssen, was war überhaupt passiert?“.
      Jetzt war es wieder Naira, die seufzte und die Augen wieder schloss. Sie fuhr sich durch das Gesicht und öffnete kurz darauf die Augen wieder, um die Decke anzustarren. „Ich bin gefallen“, antwortete sie. „Gestolpert.. mein Hund lässt gerne vieles rumfliegen“. Es war nur eine halbe Lüge, aber sie musste dem Arzt doch nicht erzählen, was ihr auf dem Herzen lag. Er warf die Sachen, die er in der Hand hielt in ein metallisches Schälchen und griff zu einem Pflaster, um die Wunde zu bekleben. Die Schwester hob das Bein von Naira an, damit der Arzt es fest verbinden konnte. Es tat wirklich nicht weh. „Ich würde sie gerne hier behalten“,sprach der Arzt. „Vergessen sie es“. Es kam wie aus der Pistole geschossen.
      „Dann brauchen sie wenigstens eine Aufsicht“.
      „Meine Aufsicht ist draußen und wartet auf mich..“.

      Die Schwester wurde rausgeschickt, nachdem das Bein versorgt war und der Arzt sah Naira ein wenig bemitleidend an. Er musterte ihre Wange vor allem. „Sie wissen, dass sie mir nur etwas sagen müssen.. ich habe sie noch nicht untersucht, aber im Falle von häuslicher Gewalt kann man ihnen helfen“. Die Frau wollte fast schon lachen, aber sie hielt sich zurück. Erinnerungen waren vor ihrem geistigen Auge zu sehen, sie sah die ganzen Szenen vor sich.
      „Ich bin ein Cop.. sie müssen mir meine Möglichkeiten nicht aufzählen, Doktor.. ich bin gefallen, nicht mehr und nicht weniger..“. Ihre Stimme war ein wenig genervt, aber Naira konnte ihm nicht jetzt einfach erzählen, was los war. Der Arzt ließ auch ab, er merkte an, dass Naira warten musste, bis die Infusion durch war, er wollte noch ein oder zwei Untersuchungen machen. Widerwillig blieb sie liegen.
      „Holen sie den rothaarigen Mann mit dem Hund rein,bitte“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Das Rauschen eines Fernsehers war alles. Ein stetes graues Rauschen und das wuseln von trillionen von Ameisen in seinem Kopf. Man hatte ihn im Flur des Krankenhauses noch abgefangen, sah ihn aber kaum mit Mitleid an. Die rote Wange, das blutende Bein, der Geruch von Alkohol, der noch an ihm klebte...Sie hatten und konnten kein Mitleid für ihn empfinden. Aber er war der einzige, der immer da gewesen ist, wenn Naira im Krankenhaus gelandet war. Sie hielten ihn für den Freund, einen Lebenspartner.
      Man reichte ihm ein Glas Wasser und setzte ihn in den Gang vor dem Saal. Man würde ihn Aufrufen, wenn es neues gab.
      Apathisch blieb Victor an Ort und Stelle sitzen, wie man ihm befahl. Er sah nur zwischen seinen Beinen auf den Boden. Immer wieder spürte er die anspülende Welle von Tränen, die über ihm ausbrechen wollte. Ein einziger Atemzug würde helfen, doch er kam nicht dazu, wie gehofft.
      Er protestierte auch nicht, dass man ihn nicht rein ließ, sondern wartete ab. Spike legte sich derweil neben ihn unter einen der Stühle und fiepste. Victor konnte nicht einmal ihm Aufmerksamkeit schenken, doch er dankte dem Hund für seine Anwesenheit.

      "Ehm...Entschuldigung...", eine junge Ärztin trat an Victor heran und beugte sich ein wenig runter, um ihm ins Gesicht schauen zu können.
      "Miss O'Connor ist wach und stabil...Sie können zu ihr, wenn Sie wollen." Die junge Schwester war nett, im Gegensatz zu den anderen und wollte ihm nichts vorwerfen. Ein Fehler. Er hatte es verdient.
      Aber er ließ es sich nicht zwei Mal sagen, dass er zu Naira konnte und folgte schleichend. Der Alkohol war verschwunden und er war fast wieder nüchtern. Als er durch das Zimmer kam, übermannten ihn wieder die Gefühle und er stürzte zu Naira. Der Arzt rief ihm noch zu er solle vorsichtig sein, doch darauf achtete er nicht mehr. Stattdessen kniete sich Victor hin und ergriff ihre Hand, um sie sich an die Stirn zu legen und sich laut und deutlich bei ihr zu entschuldigen: "Ich bin ein Idiot...Es tut mir leid...es tut mir so leid..."
    • Naira O’Connor

      Ja okay, es sah alles danach aus, als würde sie von Victor geschlagen werden, vor allem als er so ins Zimmer stürzte und sich laut bei der Frau entschuldige. Er roch noch immer nach Alkohol, Naira hatte nicht nur eine rote Wange, sondern auch eine Beule auf dem Kopf und zu alldem bezeichnete sich Victor selbst als einen Idioten. Die Frau hatte viele Szenen der Gewalt in der Familie gesehen, leider musste sie sagen, dass das so einer Szene ziemlich ähnelte und sie sich benahm wie eine der Frauen, die es immer verweigerten mit Naira darüber zu sprechen, was ihnen passiert ist.
      Sie würde aber lügen wenn sie nicht zugeben würde, dass es sie freute den Rothaarigen und ihren Hund zu sehen. Der Arzt nickte seiner Patientin noch kurz zu, dann blieben die drei alleine im Raum, das fühlte sich deutlich besser an. „Victor..“,entgegnete Naira und rutschte vorsichtig zur Seite, um Victor Platz zu machen, damit er sich setzen konnte. Sie klopfte mit der anderen Hand auch wirklich auf den leeren Platz, um es zu verdeutlichen. „Du brauchst jetzt nicht zu knien und dich zu entschuldigen.. ich bin genauso Schuld wie du es bist.. ich habe dich ganz schön provoziert“. Ja, sie sprach genau wie die Frauen, die misshandelt wurden, aber der Unterschied darin war, dass es wirklich eine einmalige Sache war. Ihre freie Hand strich Victor sanft über die Wange, während sie leicht lächelte. „Wir sind echt idioten..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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