[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Kein angenehmes Thema, das musste auch er zugeben, aber es brannte ihm auf der Seele und in der Brust zu wissen, ob sie es auch so meinte. Sie war betrunken gewesen. Im Gegensatz zu ihm. Er hatte nicht genug getrunken, um überhaupt so ein Thema anzusprechen und selbst jetzt fühlte er sich nicht gerade gut, wenn er versuchte etwas aus ihr rauszubekommen. Victor bekam ein schlechtes Gewissen. Sie waren doch beide nicht gerade mental gesund, um sich auch jetzt, wo sie eigentlich "frei" hatten, den Kopf über solche Dinge zu zerbrechen. Victor nahm einen Schluck, während sie versuchte ihm zu Antworten. Doch es blieb bei dem Versuch. Viel konnte sie ihm nicht geben. Sie war eben betrunken gewesen und ihre Aussage in diesem Moment war so viel Wert wie die Tonnen an Schnee da draußen für ihn. "Versteh mich nicht falsch...", fing er wieder an ohne sich im Klaren zu sein, ob das nun überhaupt notwendig war dieses Gespräch weiter zu führen. Aber er wollte...er wollte Klarheit. Und doch war die Art wie er anfing, nicht die beste.
      "Es war nicht das erste Mal, dass wir nun...na ja...", er hatte Schwierigkeiten es zu sagen. Sie hatten Sex, was war denn daran so schwer. Sie waren Erwachsene und ... Victor räusperte sich und massierte sich die Schläfe mit der freien Hand.
      "Nein, schon okay. Vielleicht bilde ich mir das nur ein....Wir sind ja erwachsene...es ist lediglich...physisch gemeint...so wie beim ersten Mal.", das Ende seines Satzes verschluckte er unzufrieden, sah noch eine Weile lang aus dem Fenster und stand schließlich auf, um sich auf das Sofa zu begeben. "Ich sollte noch etwas Schlafen...sonst stehe ich die nächsten Tage nicht mehr auf...", setzte er noch an, um sich überhaupt dafür zu entschuldigen, dass er gehen wollte.
    • Naira O’Connor

      Sie seufzte schwer und tief in ihrem Innern fühlte es sich gar nicht gut an. Victor hatte es versucht, es hatte jedenfalls so ausgesehen, als hätte er es versucht ihr mitzuteilen, was in ihm los war. Es ging um den Sex, dessen war sich Naira sofort klar, aber sie konnte nicht ganz verstehen, was für ein Problem Victor hatte. Er stand auf und ging auf das Sofa, die Frau grübelte noch einen Moment, bis es ihr auffiel. Es sollte ihr eigentlich von Anfang an klar gewesen sein, was der Mann für ein Problem hatte. Es war nicht der Sex das Problem, sondern Nairas vermittelte Einstellung dazu. Eine Frau konnte gut zwischen den Zeilen lesen und sicherlich hätte die Dunkelhaarige noch viel mehr aus dem letzten Satz zu dem Thema rausholen können, aber sie beließ es erst einmal und sah Victor einfach nur an,wie er sich auf das Sofa legte. Ein Schmunzeln bildete sich auf ihren Lippen, ihr wurde es auch langsam klar, was sie wohl gestern zu ihm gesagt hatte.
      Auch sie erhob sich letztendlich und schaltete das kleine Licht aus, bevor sie den Stuhl zurückstellte und ins Wohnzimmer ging. Sie wollte etwas sagen, der erste Schrott von Victor war ja eigentlich getan, nun war Naira dran.
      „Es war nie nur physisch gemeint, Victor“, kam es aus ihrem Mund und die Frau blieb noch einen Moment stehen, während sie den Kopf ein wenig schüttelte. „Aber wie hätte ich ausgesehen, wenn ich es nicht so bezeichnet hätte? Einer musste schließlich die Situation entschärfen“. Einen Moment lang zögerte sie noch, doch letztendlich nahm sie den Weg ins Schlafzimmer.
      „Gute Nacht, Victor“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor fühlte einen unbeschreiblichen Schmerz in der Brust. Diesen kannte er kaum. Er hatte sich festgesetzt in seiner Brust und ließ ihn zwar atmen, aber das auch nur gerade so mal. Naira half ihm nicht an die Oberfläche des dunklen Sees zu kommen in dem er steckte und nach und nach erstickte. Nur manchmal brach er durch die Decke, weil sie ihn immer mal wieder zu sich rief. Er hatte Hoffnung gehabt und jedes Mal wenn er länger über sich und sie nachdachte, dann war es ein Hin und Her. Nie konnte er sich sicher, was die frau dachte, nie sich sicher sein, ob sie es auch wollte. Und gerade als er glaubte, dass er sie fragen konnte über dieses Thema, weil ihre Worte ihm Mut gegeben haben, zog er sich wieder zurück. Er hatte zu viel Angst davor abgewiesen zu werden. Die liebsten Personen hatten sich einfach so von ihm abgewandt und wirklich an jemanden wenden, konnte er sich seit seiner Ausbildung nicht. Nur sein verstorbener Ex-Partner hatte damals hin gehalten und nun Naira...Aber von ihr konnte er so vieles nicht verlangen.
      Victor hatte sich aus Sicherheit um seine Gedanken auf das Sofa verzogen. Er wollte heute Nacht alleine sein. Er brauchte sie nicht...Sie brauchte ihn nicht, dachte er sich, bis ihre leisen und unregelmäßigen Schritte wegen ihrer Beinverletzung zu hören waren. Sie trat wohl heran, beantwortete seine nicht zu Ende gestellte Frage mit einer Antwort, die er nie erwartet hätte. Aber eine auf die er gehofft hatte. Es war nie Physisch gemeint...Einer musste die Situation entschärfen. Einer von ihnen musste erwachsen sein für den anderen. Victor war damals ein Arsch gewesen. Nicht nur weil er sie nicht als Partnerin akzeptierte hatte, sondern auch, weil er sich nach ihrem ersten Mal so angestellt hatte. Er kroch unter der Decke hervor und sah ihr nur nach, wie sie im Schlafzimmer verschwand.
      Sie hörte es wahrscheinlich nicht, aber auch er schenkte ihr ein Gute Nacht, bevor er sich versuchte zu entspannen. Ihre Worte rasten durch seinen Kopf und wirbelten alle Theorien in die Luft. Liebte sie ihn? Oder war es nur eine Schwärmerei? ...Liebte er sie? Er war vor wenigen Stunden noch so sicher. Es lag ihm auf der Zunge, doch er sprach es nicht aus...
      Victor schlief letztlich auf dem Sofa nur ein, weil sein Fieber es von ihm forderte. Mit der laufenden Heizung war die Wohnung wieder warm geworden, so dass man sich ein wenig freier hinlegen konnte.
      Aber lange schlief der Detective nicht. Sofern er ausgeschlafen war, begab er sich in die Küche. Draußen war es finster. Der Schnee hatte sie wie es schien vom Fenster verabschiedet und ließ einem zumindest einmal den Ausblick nach draußen in die Nacht oder den Morgen. Victor gähnte und versuchte nicht zu laut zu sein. Die Decke sein treuer Begleiter, schleppte er über den Schultern mit in die Küche, um sich dort wieder einen Tee zu machen.
    • Naira O‘Connor

      Das Bett war viel zu groß für nur eine Person, aber bisher war es Naira nie so stark aufgefallen, wie in dieser Nacht. Sie lag allein mit ihrem Hund da, der sich an sie gekuschelt hatte, weil es so viel Platz gab, und starrte die Decke an, während sie durch das Fell ihres Hundes fuhr. Er hatte nicht einmal auf ihre Worte reagiert, vielleicht hatte er auch gar nichts gehört, sondern sie nur ignoriert? Vielleicht war ihr Mut umsonst und sie hatte sich gerade wirklich lächerlich gemacht? Doch die Frau war sich sicher, dass sie auch das überstehen würde. Selbst wenn Victor ihre Gefühle nicht teilte, bisher kam sie auch immer alleine klar, wer brauchte da schon einen Mann? Der letzte hatte genug Probleme gemacht, vielleicht sollte Naira es einfach aufgeben..? Es ruhen lassen und genauso kalt und desinteressiert reagieren, wie er es tat.. doch selbst wenn sie es versuchte, das war nicht sie. Und die Dunkelhaarige musste sich selbst eingestehen, dass sie das auch nicht konnte.

      Bei ihren ganzen Überlegungen war Naira wirklich eingeschlafen. Zu ihrer Verwunderung öffnete sie ihre Augen kurz vor dem Wecker, der wie zur Arbeit rufen sollte. Sie sah raus, es sah schon besser aus, aber solange Ramirez nicht das OK gab bewegte sich sowieso niemand aus der Wohnung. Vielleicht war es auch besser so? Naira wusste auch nicht, wie es Victor erging, ob er noch immer ziemlich schlapp und krank war.
      Sie entschloss sich aufzustehen und in die Küche zu gehen, um Spike essen zu geben. Er war ebenfalls wach und die Frau konnte sich auch gleich einen Kaffee machen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • So früh wach zu sein in einer Wohnung, die definitiv mehr als nur einen Bewohner hatte, machte ihn nicht nervös. Es fühlte sich lediglich seltsam an, weil man sich entgegen der Vergangenheit versuchte leise zu bewegen und die andere nicht zu wecken. Damals war es ihm egal gewesen. Na und dass sie aufwachte? Es hatte ihn nicht gestört. Jetzt aber machte er sich Gedanken darum, ob sie genug Schlaf hatte und ob er nicht zu laut wäre so kurz vor dem Aufstehen, dass sie nicht ausschlafen konnte, bevor der Wecker klingelte.
      Victor war aber noch lange nicht richtig wach, als er ihren Handywecker hörte und nach einiger Zeit Naira ebenfalls aus dem Schlafzimmer in die Küche kam. Er fühlte sich sehr unbehaglich, weil er gestern nicht auf sie reagiert hatte. Wirklich nett und höflich war das ja auch nicht gewesen und noch dazu, hatte sie es ihm gegenüber doch mehr oder minder zu gegeben. Er saß am Esstisch und hatte sich weit über seine Tasse Tee gebeugt, die ihm half die Nase ein wenig frei zu bekommen. Deswegen schniefte er auch oft laut und deutlich. Doch es ging ihm besser als gestern. Es war nicht mehr so heiß und er hatte auch wieder das Gefühl lang genug auf den Beinen sein zu können, ohne umzufallen.
      "Morgen...", brummte er typischerweise in seinen Bart. Wie hätte er anders reagieren sollen als so. Doch es lag ihm auf der Zunge ihr gegenüber die selbe Versicherung abzulegen, dass da Gefühle waren. Er hatte es doch nur nicht zu gegeben, weil er sich nicht sicher war. Sie hatten gestern einen so schönen Morgen...Sie waren so gut drauf trotz der Kopfschmerzen und er hatte es wieder vermasselt.
      Angestrengt fuhr er sich mehrmals durch das gesicht, um wacher zu werden und zu reagieren. Irgendwie, hauptsache er sagte etwas.
      "Tut mir leid...wegen gestern Abend...", kam es endlich hervor, "Ich...", mit der Hand deckte er sich den Mund ab, als würde er nachdenken müssen, ob er diese Worte überhaupt in den Mund nehmen sollte, "Bin einfach eingeschlafen...". Das War gelogen. Elendig gelogen und es schmerzte ihm selbst zu wissen, dass er das gerade sagte und Naira damit wahrscheinlich das Herz brach. Sie...stand auf ihn. Victor wach auf. Er schüttelte den Kopf: "Bullshit...", zischte er schließlich und sah in seine Tasse Tee die schon fast leer war. Unsicher kratzte er an der Seite: "ich mag dich okay...Und das..wahrscheinlich mehr, als es gesund ist in unserem Fall...", es war die beste Art und Weise wie er es ausdrücken konnte.
    • Naira O’Connor

      Die Stimmung war angespannt, als Naira die Küche betrat und das Wasser für einen Kaffee kochen ließ. Sie hatte den Rothaarigen bemerkt, war sich aber unsicher, was sie sagen sollte und schwieg deshalb. Das war vermutlich das Beste, was sie tun konnte und er tat es auch immer so, er schwieg wenn es ihm passte, da konnte sich Naira nur zu gut dran anpassen. Sie war gerade dabei Spike eine Dose aufzumachen und sein Frühstück hinzustellen, als sich Victor tatsächlich regte.. nun ganz schön traurig, wenn eine solche Kleinigkeit sie überraschte.
      „Morgen..“,antwortete sie, schwieg aber danach noch immer und machte sich ihren Kaffee. Sie brauchte ihn eigentlich nicht, die Frau war ausgeschlafen und wirklich gut drauf, abgesehen von der Sache mit Victor, aber die Tasse in den Händen zu halten tat gut. Naira lehnte sich auch gegen die Arbeitsplatte und pustete leicht, bevor sie einen Schluck des Kaffees nahm. Zu ihrer weiteren Verwunderung sprach Victor mit ihr, da hob sie sogar die Augenbraue. Er hätte sich seine Worte jedoch auch sparen können, es bewirkte nämlich nichts anderes, als ihr den Tag zu vermiesen. Er schlief nicht, nie und nimmer, aber wenn ihre Beziehung absofort auf Lügen basieren sollte, konnte er es gerne haben. Jedenfalls redete sich Naira ein, dass es eine Lüge war und behielt recht damit. Er verneinte seine eigene Aussage, da sah die Dunkelhaarige ein wenig verwirrt nach oben zu ihm. Ihr Kopf fühlte sich so leer an, vor allem als er das aussprach, was sie sich schon ein wenig länger erhoffte. Er mochte sie also wirklich, wahrscheinlich auch genauso wie sie ihn mochte, das war doch eine gute Basis.
      „Wir müssen auf Ramirez Anweisungen warten, ich weiß nämlich nicht, wie es auf dem Weg zum Revier aussieht.. falls du überhaupt die Kraft hast du arbeiten“,sprach die Frau und nahm einen Schluck ihres Kaffees, bevor sie die Tasse auf der Theke stehen ließ. Sie war nun wirklich nicht in der Laune über Gefühle zu sprechen, dies hatte sie in der Nacht versucht,Victors Einsicht kam ein wenig spät. Dennoch, sie konnte ihn da nicht einfach so sitzen lassen, dafür war ihr Herz viel zu weich..
      Naira legte Victor ihre Hand auf die Schulter, während sie zu ihm runter sah. „Danke..“,sagte sie sanft und lächelte sogar ein wenig, bevor sie aus der Küche ging. Sie musste ja schon zugeben, dass es ein wirklich schwerer Schritt für Victor war, den sie schätzen musste.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Das hatte er verdient. Ihre Reaktion auf sein Geständnis war nüchterner als erwartet und ließ ihn allein zurück in diesem See aus dunkler Vergangenheit, Depression und Verzweiflung. Sie ging nicht einmal wirklich darauf ein, sondern fing an von der Arbeit zu reden. Victor war erschöpft von diesem Gespräch, dabei hatte es kaum 5 Minuten gedauert. Der Tee in seiner Tasse wirkte nicht mehr so warm und er musste unweigerlich wegen seiner Erkältung schniefen, was womöglich ein noch traurigeres Bild abgab, als jetzt schon.
      "Muss nicht sein...solange Ramirez nicht ruft und...Thomas still ist...wir springen eh nach ihrer Pfeife...", nuschelte Victor in sich hinein, womit er nicht unrecht hatte. Sie mussten abwarten, denn ihnen waren die Hände größtenteils gefesselt.
      Er hatte den Kopf tief gesenkt, selbst als sie zu ihm kam. Er wollte nicht arbeiten. Ihm war eher nach einer Flasche Scotch. Hatte Naira nicht einen Schrank voller Alkohol? Instinktiv hob er bei dem Gedanken den Kopf und sah in die Küche und bemerkte erst dann die sachte Berührung und ihr Danke. Doch sie blieb nicht bei ihm sondern ging weiter.
      Er wollte was Trinken...Er musste etwas trinken...
      An diesem Morgen schlug sein Herz schnell und ließ die schlechte Laune von gestern Abend überhand nehmen. Er sah ihr noch nach, bevor er den Kopf wieder senkte und sich die Nase rieb.

      Er wartete tatsächlich ab bis Naira ins Bad ging und stand dann erst auf, um zu dem Schrank zu gehen in dem Naira die Flaschen versteckte. Scheiß Alkoholismus. Aber er half. Er half ihm zu vergessen, half ihm den Problemen aus dem Weg zu gehen. Aber klug war es nicht. Es war alles andere. Er nahm eine Flasche heraus, sie war angebrochen, aber die dunkelbraune Flüssigkeit darin würde ausreichen. Wenigstens bis er wieder schlafen gehen konnte. Victor wusste, dass das nicht klug war, aber er horchte, ob Naira es mitbekam, öffnete die Flasche und nahm einen großen Schluck. Dabei verzog er das Gesicht. Bevor er die Flasche wegstellte, nahm er noch einmal einen großen Schluck. Er versteckte sie hinter den anderen Flaschen, schloss den Schrank und begab sich wieder auf das Sofa, wo er sich hinlegte, während der Alkohol von Innen wärmte.
      "Idiot..."
    • Naira O’Connor

      Sie würde ihn ja auffangen, aber wenn sie nicht einmal sich selbst auffangen konnte, wie sollte sie ihm Halt geben? Naira war nicht einmal bereit dafür,so weit runter gezogen zu werden, aber es würde auch nichts bringen, wenn sie es ihm sagen würde, deshalb sprach sie es auch gar nicht an. Sie ging einfach aus der Küche und lief ins Schlafzimmer, um letztendlich ins Bad zu gehen. Ihr Bein schmerzte schon seit Tagen, aber es wurde noch schlimmer, vielleicht weil sie jetzt nicht die Möglichkeit hatte sich mit etwas abzulenken. Sie war auf sich alleine gestellt und dessen war sie sich bewusst, immerhin hatte es die Frau selbst beschlossen. Victor würde abgestellt werden, jedenfalls bis sie sich sicher war, was sie tun sollte.
      Naira zog sich aus und warf die Sachen in die Wäsche, da traf sie der Schlag. Ihre Narbe nässte und das nicht ohne. Warum hatte sie es nur vorher nicht bemerkt? War es der Stress und die Anstrengung? Die wenige Ruhe die sie hatte? Sie seufzte halblaut und begutachtete die Narbe. Das musste sich definitiv ein Arzt ansehen, aber auf Victor konnte sie nicht zählen, er würde ihr nur ein Vortrag darüber halten, wie dumm sie war. Naira wusste es, aber sie wollte es sicherlich nicht hören und schon gar nicht von ihm selbst.
      Sie beschloss sich etwas leichtes anzuziehen, bevor die Frau ihre Haare zu einem Dutt bund und aus dem Bad raus kam. Sie hatte sich noch immer nicht überlegt, wie sie es anstellen sollte zum Arzt zu fahren, aber Victor würde sie sicherlich nicht alleine lassen.. sie seufzte.
      „Ich fahre mal ins Revier ein paar Sachen besorgen.. du ruhst dich am besten aus, ich brauche nicht lange..“,murmelte die Frau und schnappte sich die Autoschlüssel, es war nicht die beste Idee, die sie hatte. Sie konnte ihm doch einfach nur sagen, was los war, aber ihr Stolz..
      „Dann kann ich noch Essen besorgen und ein Rezept abholen..“,fügte sie noch hinzu, bevor sie sich die Schuhe anziehen wollte. Ganz miese Idee..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Der Alkohol floß ihm die Kehle hinab und brannte innerlich alles nieder. Das Gefühl tat gut, es fühlte sich an, als würde es alles in ihm reinigen. Niederbrennen und es konnte sich wieder von alleine, vom Neuen und frisch aufbauen. Schade, dass sein Leben nicht so handhaben konnte. Victor hatte es versucht, es klappte nicht, denn seine Vergangenheit folgte ihm auf Schritt und Tritt.
      Er fühlte sich elendig, dass er wieder getrunken hat, weil er mit der Situation nicht zurecht kam. Mit Naira zu trinken hatte andere Gründe und war okay, aber von sich aus zu trinken, weil man sich wieder schlecht fühlte, riss ihn zurück.
      So lag er da, bis Naira zurück aus dem Bad kam, er hörte sie nur, versteckte sich dabei halber unter der Decke mit dem Gesicht und sah auf, als sie bereits auf dem halben Weg nach draußen war.
      Sie wollte zum Revier und das jetzt schon? Er wollte ihr sagen Fahr vorsichtig, weil er sie nicht verleiren wollte. Dann erinenrte er sich an ihr Bein und wurde skeptisch. Konnte sie denn Fahren? Er hätte sie gefahren, doch in dem Moment, merkte er auch, dass das mit dem Alkohol nicht das klügste wäre. Obwohl ihm das herzlichst egal wäre. Er war erwachsen, alt genug und es wäre nicht das erste Mal betrunken Fahren. "übernimm dich nicht...", sagte er ihr noch nach ohne wirklich Druck dahinter zu legen. Er hate keine Kraft heute, ihm war alles egal. Und wenn sie weg war. Eigentlich könnte er noch etwas trinken. Damit schlief es sich länger. Nicht besser, aber länger.
    • Naira O’Connor

      Es war erstaunlich, eigentlich dachte die Frau eher daran, gleich einen Vortrag zu hören zu bekommen, wie sie mit ihrem Bein fahren wollte, aber es kam nichts. Ein wenig verwundert sah sie zu dem Rothaarigen, er bat sie nur darum, sich nicht zu übernehmen.. das war‘s? Würde nun nichts mehr kommen? Sie seufzte leise.
      „Ich hole nur ein paar Akten, ich kann auch zuhause gut arbeiten..“,erklärte sie, damit könnte man sich nicht wirklich übernehmen, was sie mit andeuten wollte. Sie stieg in ihre Schuhe und verzog das Gesicht ein wenig, sie war zu schnell mit ihrem Bein. Die Wunde fühlte sich nicht gut unter der Hose an, aber sie konnte auch nicht nichts anziehen und raus gehen, dumm war die Frau sicherlich nicht.
      „Komm Spike..“,sprach sie laut, aber der Hund sah zu Victor, als würde er wollen, dass er mitkommt. Darauf hatte Naira wirklich keine Lust. „Wenn du nicht mitkommst, lass ich dich hier“. Der Hund seufzte und sah noch einmal zu Victor, bevor er durch die Tür ging und sein Frauchen ihm folgte. Die Tür fiel ins Schloss, damit waren ihre Probleme eigentlich gelöst, aber sie konnte nicht einfach so gehen. Deshalb nahm die Frau die Schlüssel aus der Jacke und schloss die Tür auf.
      „Ruh dich bitte etwas aus.. damit du gesund wirst“, sprach Naira sanft und blickte ins Wohnzimmer, bevor die Tür wieder ins Schloss fiel und sie die Treppe runter nahm. Es war ein merkwürdiges ziehen in ihrem Bein, sie hatte das Gefühl als würde die Hose an der Stelle der Narbe kleben, aber was das anging war sie definitiv nicht zu stur um zum Arzt zu fahren. Auch wenn er ihr sicherlich eine Standpauke halten würde.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ihm war klar, dass er hinterher musste. Aber er wollte nicht. Nicht heute, vielleicht gar nicht mehr. Das Hoch, dass er in den letzten Tagen erleben durfte, zerrte ihn nur noch tiefer in den Abgrund hinab, der ihm entgegen sah. Victor tat sich schwer damit zu reagieren. Er hielt einfach lieber den Mund und fühlte sich schlecht. Es war zu viel gewesen. Seine Gefühle nach Außen zu kehren war ein Akt, den er lange nicht betrieben hatte und lange nicht dafür bereit war wieder aufzunehmen. Nairas Worte hatten ihn dazu gezwungen. Ihre Art, ihr Dasein...Er wollte sie behalten, bei sich halten. Aber nicht so. Nicht wenn sie es nicht konnte. Die Gedanken kreisten umher. Er glaubte sich sogar einreden zu können,d ass er nur hier bei ihr war, weil er sich nur um ihre Gesundheit sorgte. Es ging um ihr Bein, ihren Kopf. Wobei letzteres bei ihr wohl immer noch besser war, als bei ihm. Da konnte er wohl nicht ausrichten. Der Hund ging auch seinem Frauchen nach, besser als hier mit ihm zu versauern. Besser so, denn selbst der Blick des Hundes hätte Victors Schuldgefühle erhöht. Als würde der Hund dann aufspringen und gleich Naira beichten was er gesehen hatte. Niemand würde ihn verstehen.
      Victor verzog das Gesicht und setzte sich auf, nachdem Naira noch einmal kam und sich wünschte er würde sich ausruhen. Natürlich. Auf die beste Art, die er sich angewöhnt hatte. Nachdem sie das zweite Mal ging, saß Victor noch da und starrte auf den Boden. Sein Kopf fühlte sich wieder heiß an, die Brust weniger. Er brauchte etwas das die Enge löste. Er brauchte Ablenkung, ein Mittel, dass ihm oft half. Temporär, aber es war einfacher, als es auszuhalten. Also trat er wieder an den Schrank, als er sich sicher war, dass sie weg war und holte die angebrochene Flasche heraus. Mit ihr setzte er sich auf das Sofa, zog die Decke weg und nahm einen großen Schluck. Scheiß drauf. Was machte es schon. Er verlor den Verstand, verlor die Arbeit, verlor alles bis auf ein Fünkchen Selbstbewusstsein alles und er verlor eine...Nein, er hatte nicht einmal eine Beziehung. Naira war nicht seine Freundin. Sie war eine Freundin. Eine Bekannte. zweiter Schluck. Er ließ sich nicht mehr stoppen und nicht einmal die Tränen, die ihm in diesem Moment über die Wange liefen. Er kam mit dem Druck, den Emotionen und allem auf einmal nicht zurecht. Wie lange würden sie dieses Spiel spielen? Dieses...Hin und her? Wie lange brauchte es noch bis einer zerbrach. Es war ein kurzer Ausrutscher. Die Tränen versiegten so schnell wie sie kamen und er fing an schniefend in der Wohnung umher zu laufen, bis er auf dem Stuhl vor dem Fenster sitzen blieb. Die Flasche war bis zu ihrer Rückkehr leer.
    • Naira O’Connor

      Sie setzte sich tatsächlich ans Steuer, nachdem sie den Hund hinten reinließ und musste tief durchatmen. Erinnerungen flogen vor dem inneren Auge, sie hatte ihren Unfall im Kopf. Thomas hatte auf der Straße gestanden, er hatte sie dreckig angegrinst, wie auch bisher immer. Warum kam es ihr so verdammt bekannt vor? Was wollten ihr vor allem ihre Erinnerungen aus ihrer Kindheit sagen?

      Naira hatte die Zähne zusammengebissen und war ins Krankenhaus gefahren, um ihren Arzt aufzusuchen. Das Wartezimmer war groß, aber die Frau hatte nur wirklich wenig Lust stundenlang im Wartezimmer zu warten. Sie stellte sich trotzdem an die Anmeldung, da kam auch schon der Arzt, um sich den nächsten Patienten zu holen. „Oh, Miss O‘Connor.. wir haben uns lange nicht mehr gesehen,wie geht es Ihnen?“,fragte er und reichte Naira die Hand. „Es geht. Ich hätte aber ein kleines Problem, bezüglich des Beins“. Er sah sie einen Moment lang an, bevor er runter zu dem Bein sah. Es war ein dunkler Fleck auf der Jeans zu sehen.
      Keine fünf Minuten später saß sie dann in einem der Behandlungsräume und wartete. Die Hose war schon ausgezogen, die Narbe sah nicht gut aus. Der Arzt kam rein, er begutachtete die Wunde und schüttelte seufzend den Kopf. „Sie haben sich übernommen“, erklärte ihr der Arzt und rief eine der Schwestern. „Ich hatte Ihnen doch gesagt, dass sie langsam machen müssen.. machen sie ihre Reha?“. Naira verneinte die Frage, sah den Arzt aber nicht an. „Ich habe keine Zeit für so etwas ..“. Das stimmte allerdings nicht ganz. „Sie können das Bein verlieren..“.
      Letztendlich wurde die Wunde versorgt und Naira ein paar Medikamente verschrieben. Sie sollte das Bein schonen, dafür bekam sie wieder eine Krücke als Hilfe. Sie fuhr zurück, ohne einkaufen gewesen zu sein und ganz sicher ohne sich auf dem Revier blicken zu lassen. Ramirez würde sie nach diesen Neuigkeiten aus der Arbeit verbannen. Das wollte Naira definitiv nicht.
      Sie ließ ihren Hund ein wenig draußen rumlaufen, besorgte sich Zigaretten und lehnte sich draußen an, während sie ihre Lungen mit dem giftigen Rauch füllte. Sie fehlte schon sicherlich mindestens zwei Stunden, aber es war ihr egal.

      Ganz in Ruhe lief sie irgendwann die Treppen hoch und öffnete die Haustür. Natürlich hatte sie die Krücke mit sich, die Angst das Bein zu verlieren war groß. Viel sagte Naira nicht, versuchte sich langsam auszuziehen. Das Bein schmerzte, aber sie machte sich eher auf das Gespräch mit Victor bereit. Er würde die Krücke sehen und sicherlich fragen.. sie erwartete es nur nicht, dass er ihren Alkoholvorrat geplündert hatte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor hatte sich sogar Zeit damit gelassen. Er trank nicht schnell, aber er trank stetig. Er ließ im Nachhinein sogar von den großen Schlücken ab und nahm kleine Schlücke, ließ nach einer Weile den Alkohol im Mund, um ihn zu schmecken. Doch dieser Zug war abgefahren. Seine Geschmackknospen waren tot. Nach der Hälfte des Restes spürte er die Hitze im Kopf wieder aufsteigen, doch diese dämmte sein Denken, dämmte alles was wichtig wäre in diesem Moment und ließ ihn einfach nur ruhig alles betrachten. Sich, die Arbeit, Thomas...und Naira. Nach dem letzten Schluck stellte er die Flasche auf den Fenstersims. Er saß nur in den Shorts da, die er seit dem letzten Mal nicht abgenommen hatte, aber auch nicht den Anschein hatte, dass er etwas drüber ziehen wollte. Alkohol wärmte verdammt gut von Innen. Er saß da, bis er die Tür aufgehen hörte. Der Schlüssel, der sich im Schloss umdrehte. Er hatte keine Lust sich umzudrehen, zu sehen, wer da wieder zurück war. Nur langsam drehte er sich um, schnaufte und sah Naira im Flur. Was er sah erfreute ihn nicht. Sie trug eine Krücke bei sich. Logischerweise fiel sein Blick auf ihr bein und er konnte damit direkt den dunklen Fleck sehen. Bei so viel Schnee auf den Straßen hätte es daher kommen können, doch das glaubte selbst sein betrunkenes Bewusstsein nicht.
      "Was soll das?", fragte er schließlich und rutschte vom Stuhl, schob sich auf die Beine und bemerkte nun wie sehr es doch keine gute Idee war sich zu betrinken wenn ,an krank war. Aber...wen interessierte das. Der Boden rutschte ihm unter den Füßen, weg doch von Außen hielt er sich verdammt gut. Seine Schritte waren einfach nur schwerfälliger, was bereits von der Erkältung her rührte.
      "Was...ist passiert?", er deutete auf ihr Bein. Das gefiel ihm überhaupt nicht und dummerweise war er gerade in einer Position in der er sehr wohl sein Missfallen an allem an einer Person auslassen konnte. Das hatte Naira bereits erleben dürfen.
    • Naira O’Connor

      Sie seufzte,als sie die Stimme hörte und wusste sofort, warum sie sich Zeit gelassen hatte. Seine Stimme war sofort vorwurfsvoll,aber auf Streit hatte die Frau keine Lust. Sie war müde und wollte sich etwas gegen Schmerzen einwerfen. „Ich war beim Arzt“, sprach sie und nahm das Handtuch, welches für den Hund gedacht war und versuchte den Hund ein wenig abzutrocknen. „Meine Narbe nässt, deshalb habe ich es checken lassen“. Naira sah nicht auf, sie wollte sich den halbnackten Victor nicht angucken, sie war nicht in der Laune dazu.
      Nachdem der Hund halbwegs trocken war legte sie alles zur Seite und nahm sich die Krücke, um an Victor vorbei in die Küche zu laufen. Sie roch den Alkohol, sah auch die leere Flasche auf der Fensterbank, er hatte sich an ihrem Vorrat vergriffen und das, obwohl er ihr gesagt hatte, dass er nichts mehr trinken durfte. Naira seufzte, nahm die leere Flasche und warf sie in den Müll, bevor sie das Wasser kochen ließ. Sie sagte nichts, es war ihr wirklich egal, es wurde ihr egal, seit sie heute aus dem Haus gegangen war. „Es wird schon wieder, ich soll es nur entlasten“, sprach sie und lehnte sich an der Theke an, um sich einen Kaffee zu machen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er hatte es zwar zu ihr geschafft, aber sie bewegte sich trotz der Verletzung um einiges schneller. Er wollte gerade so ihren Arm ergreifen, um sie festhalten zu können, doch sie ging an ihm vorbei mit der bloßen Ausrede es sei nichts. Ihre Art über die Wunde zu reden und wie diese anscheinend nicht ganz so heil erschien, wie sie sein sollte, machte ihn wütend. Nicht, dass sie es ihm nicht gesagt hatte, darüber würden sie wohl noch einmal reden müssen. Es machte ihn wütend, wie sie einfach damit umging. Mit sich, mit ihm...Alles schien ihr egal zu sein und genau das veranlasste ihn auch dazu wieder an den Arbeitstisch zu treten und sich dort abzustützen. Dass er betrunken war - er würde es hauptsächlich als gut angetrunken bezeichnen, weil er wusste, dass er diese Szene hier morgen sicher noch im Kopf haben würde- überspielte er noch. Nur seine emotionale Art und Weise an das Problem heran zu treten, gab einem ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmen konnte. Ganz zu schweigen von der Flasche, die Naira wortlos in den Müll schmiss.
      "Warum hast du mir nichts gesagt!", es war ein Vorwurf, weniger eine Frage, genau so wie die folgenden Worte, die er in den Mund nahm und für seine Verhältnisse gut artikulieren konnte: "Du bist einfach so mit deinem verletzten Bein losgefahren! Ich hatte dir gesagt, dass du dich auf andere mehr verlassen sollst! Ich bin nicht umsonst hier!"
      Je mehr er sprach, desto lauter wurde er, gleichzeitig hielt er seinen Blick auf ihr und wollte ihr bereits damit sagen, dass sie keinesfalls einen Fluchtweg finden würde.
      Als sie sich den Kaffee nahm und an die Theke lehnte, nahm er die Chance und trat an sie heran: "Warum...hast du nichts gesagt...", auch beim zweiten Mal formulierte er es nicht als Frage, erwartete aber dennoch eine Antwort.
    • Naira O’Connor

      Sie hätte von drei runter zählen können, bis Victor anfing ihr die Vorwürfe zu machen. Es war ihm schon anzusehen, dass es ihm nicht gefiel, aber was sollte sie tun. Sie war nun einmal wie sie war, warum konnte es keiner akzeptieren? Naira gab ein Lachen von sich, als Victor ihr sagte, dass er nicht umsonst bei ihr war. Um ehrlich zu sein war er das, aber sie konnte jetzt nicht mehr Rücksicht auf ihn und auf seine Gefühle nehmen. Die Schmerzen reizten die Dunkelhaarige einfach noch mehr und die Wut musste letztendlich auf die Welt.
      „Ich sollte einen Alkoholiker darum bitten, dass er mich noch am besten nach dem Intus einer ganzen Flasche zum Arzt fährt weil mich mein verficktes Bein fast umbringt?!“. Ihr Herz schlug ihr so laut.. das war kaum auszuhalten, aber sie war noch immer nicht fertig. „Ich hatte dir gesagt, dass ich fahre.. und ich kann hervorragend mit dem kaputten Bein fahren, aber wenn es dich stört hättest du deinen verdammten Arsch bewegen können, um mich zu fahren!“. Sie holte tief Lust und schloss für einen Moment die Augen, aber es brachte nichts. Die Frau beruhige sich noch immer nicht, der Fass war schon offen und so einfach ging er nicht zu. Sie hob die Hand und deutete mit dem Finger auf ihn, während dieser an seine Brust gedrückt wurde. „Du solltest dir mal lieber an deine eigene Nase fassen, bevor du mir was vorwirfst..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Kleidung zu tragen während man jemandem etwas vorwirft, half einem dabei einen besseren Standpunkt zu haben und auch vor allem einen in dem einen das gegenüber auch ernst nehmen konnte. Aber diesen Punkt konnte und würde Victor sowieso gerade nicht sehen. Ihm war warm genug und seine Jeans, als auch seine Shirts befanden sich nicht auf dem Weg. er wollte sie regelrecht nicht anziehen und nun stand er hier und musste sich damit abfinden.
      Dass Naira nun auf Gegenfeuer schaltete war natürlich nicht zu erwarten gewesen, aber es war nicht ihr erster Streit und Victor war bereit dazu noch einmal einen ordentlichen Schlag ins Gesicht zu kassieren. Das geschah nur unbewusst, währenddessen schrie sein Gehirn förmlich, dass er lauter werden musste: "Ich bin kein Alkoholiker und es war nur die halbe Flasche!", natürlich war er keiner. Je lauter er wurde, wenn er diesen Satz sagte, desto weniger wahr konnte er sein. Es schmerzte zu hören, dass Naira ihn so nannte, denn er wusste es ja doch selbst. Es war die Wahrheit. Er konnte nur nicht mit ihr umgehen.
      "Ich hätte dich locker fahren können, aber Miss "Ich möchte alles alleine machen, weil ich so unglaublich stark bin" meint, dass sie nicht fragen muss! Und was nun? Was hat der Arzt gesagt!?", er wich nicht zurück, als sie den Finger in seine Richtung ausstreckte. Stattdessen kam er sogar näher und ließ ihn in die Brust bohren. Seine Augen fixierten ihre.
      "Du bist einfach gegangen! Ich habe keine Lust dir ständig wie einem Kleinkind hinterher zu rennen und etwas aus der Hand zu reißen!"
      Victor biss die Zähne zusammen und schob ihre Hand schließlich weg, es schmerzte, dass sie ihm nicht zutraute ihr zu helfen. Sie wollte es nicht...
    • Naira O’Connor

      „Du bist ein verfickter Alkoholiker mit einem verfickten Alkohlproblem!“, schrie sie fast schon und ließ den Blick noch immer nicht von Victor. Spike verzog sich in das Schlafzimmer, er wollte es nicht mitbekommen, jedenfalls bekam er ein schlechtes Gefühl dabei.
      Naira fiel es kaum auf, sie war viel zu sehr auf Victor fixiert. „ Miss ‚Ich möchte alles alleine machen, weil ich so unglaublich stark bin‘ muss auch stark sein! Und das für zwei Menschen, weil du es scheinbar nicht einmal auf die Reihe kriegst, Sex mit mir zu haben ohne gleich am nächsten Tag in Depressionen zu verfallen!“. Okay, das war hart und sicherlich unter der Gürtellinie, aber jetzt war ihr alles egal. „Ich habe keine Lust dich wie ein rohes Ei behandeln zu müssen! Du kannst über nichts sprechen! Gar nichts und wenn man Dir dann nichts sagt, dann kriegt man nur Vorwürfe zu hören! Ich rauche zu viel, ich übernehme mich, ich übertreibe.. ich habe Gefühle für dich.. Hast du dir mal überlegt, wie du mit mir redest?!“.
      Sie seufzte und schüttelte den Kopf, während sie sich mit der von Victor weggeschobenen Hand die Tränendrüsen drückte. Naira wollte die Fassung zurück bekommen, fast unmöglich. „Der Arzt sagte, dass ich mein Bein verlieren werde, wenn es so weiter geht“, erklärte sie dann und blickte zu Victor auf, bevor sie sich ihren Kaffee wieder nahm. Die nächste Welle würde gleich kommen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Die Wahrheit direkt vor die Nase geschmissen zu bekommen, schmerzte ungemein. Dagegen konnte sich Victor nicht wehren. Wieso musste man es denn auch aussprechen. Er wusste ja, dass er ein Alkoholiker war... er wusste es. Wieso sagte sie es dann! Er wollte sich doch ändern. Victor biss die Zähne fester zusammen, Hauptsache er fasste sie nicht an. Er durfte und konnte ihr nicht weh tun. Nichts heute und auch sonst nie. Niemand sollte das tun und doch war sie diejenige, die das Blut zum Kochen brachte.
      "Oh, was denn? Wäre es besser ich fick dich und lass dich einfach hier liegen? Bye auf nimmer Wiedersehen? Wäre dir das denn lieber?!", bellte er zurück. Nicht das ihre Worte wirklich seine Männlichkeit angriff, aber sie setzten ihm stark genug zu, dass er schwer schlucken musste dabei.!
      "Wie soll ich denn mit dir reden? Mehr als mir was vorgeben kannst du ja nicht! Würde mich nicht wundern, wenn du auch noch all den Sex vorgespielt hast!", jetzt war er wütend genug, um falsche Anschuldigungen von sich zu geben. Und er war fast bereit sie zurückzunehmen, als sie sagte, dass sie möglicherweise ihr Bein verliert. Victor dachte nicht darüber nach, sondern schnappte sich die Tasse Kaffee und schleuderte diese auf den Boden. Die Tasse zerschellte und der Kaffee spritzte überall hin.
      "Verfickte Scheiße, was?!", es musste die Tasse sein, wenn nicht sie, dann hätte er wohl Hand an Naira angelegt, "Das ! genau das hast du nun davon von dem Scheiß, dass du nicht ablassen kannst!"
    • Naira O’Connor

      „Mir wäre es verdammt noch mal lieber, wenn du dich endlich zusammenreißen und zu den Gefühlen stehen könntest, die du hast!“,entgegnete die Dunkelhaarige und biss sich wütend die Zähne zusammen. Sie war bereit ihm noch mehr an den Kopf zu werfen, es schlummerte noch so viel in ihr, was sie ihm sagen wollte. Aber ein Lachen kam aus ihr heraus, als Victor sie dazu noch beschuldigte. „Mich würde es nicht wundern, wenn du mich nur benutzt um nicht elendig auszusehen! Du spielst mit mir und das weiß du ganz genau!“. Sie wollte ihm noch gerne vorschlagen, dass sie ihm auch zeigen konnte, wie ernst der Sex war,aber in seinem und ihrem Zustand war sie sich nicht ganz sicher, in was es wirklich enden würde.
      Es wunderte sie, dass Victor seine Aggressivität los wurd, in dem er die Tasse auf den Boden schleuderte. Sie zerbrach in bestimmt tausende von Stücken, während der Kaffee überall hinspritzte, es wird sicherlich echt angenehm sein, das alles wegzukriegen, aber darum konnte sie sich später kümmern. Naira schüttelte ihren Kopf fassungslos und sah für einen Moment weg, bevor sie wieder zu Victor sah. Sie wurde laut. „Ich habe es?! Denkst du nicht, dass ich es versucht habe alles zu verdrängen, weil ich nicht mehr kann?! Ich hatte versucht meine Probleme in den Griff zu bekommen, aber dann kamst du ja noch mit deinen verfickten Problemen und dem, dass du dir nicht endlich die Gefühle eingestehen kannst sondern mit mir und meinem Herzen spielst! Ich träume jede verdammte Nacht davon, was in der Scheiß Hütte passiert war, ich werde belästigt wochenlang und du kriegst es nicht einmal hin, mich zu unterstützen sondern wirfst mir immer wieder nur alles vor!“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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