[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

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    • Etwas unschlüssig standen die Polizisten im Raum. Sie hatten jeden Winkel durchsucht nach einem Hinweis. Aber alle Räume waren leer, bis auf ein Schlafzimmer. In diesem befand sich aber auch nicht mehr als ein alter, zerschlissener Schlafsack, der nach Nässe und Fäule roch. Ansonsten waren sie alle mit den typischen und nur notwendigen Möbeln bestückt. Nichts davon ließ einen glauben, dass sich hier ein Mörder herumtrieb. trotzdem hämmerten ihre Herzen lauter denn je, wenn sie um die Ecke sagen. Ihre Waffen hielten sie im Anschlag und waren jederzeit bereit. Alex derweil wuselte durch das Zimmer, sah sich alles an und kämpfte darum alles was er an Unregelmäßigkeit fand, als ein Indiz zu werten. er markierte es, doch wenn er ehrlich war, dann war das alles umsonst. Hier war kein einziger Hinweise. Wie machte ihr Mörder das nur? Wie kam es dazu, dass man nicht finden konnte und wenn, dann nur, weil dieser es auch so haben wollte.

      Victor nahm Naira das Handy aus der Hand. Er konnte ihr ansehen, dass sie damit nicht gänzlich einverstanden war, aber er hatte einfach keine Lust mehr auf das Spiel und sollte sich Thomas noch einmal bei ihr melden wollen, dann war es Victor den er am Handy haben würde. Während er in die Kamera starrte, erhoffte er sich nicht, dass Thomas sofort anrief. Doch das Handy klingelte und vibrierte gleichzeitig in seiner Hand, während er noch versuchte sich zu überlegen, wie er Thomas dazu bekam.
      Er ging ran, sagte aber nichts, überließ die ersten Worte dem anderen. Wer sagt, dass ich nur töten will...
      Victor verzog das Gesicht, senkte den Blick und dachte einen Moment nach. Er war nicht dafür ausgebildet worden, um mit einem Psychopaten zu sprechen, er musste sie nur finden und einsperren.
      Victor schauderte es. Der Gedanke allein mit jemandem zu reden, der Menschen auf dem Gewissen hatte, war absurd.
      "Ihr seid alle gleich, oder nicht? Töten ist eure Nahrung für die Seele. Balsam.", er hob den Blick auf die Kamera und fixierte sie mit ernstem Blick. Um ihn herum war jeder stil geworden und horchte, versuchte die Worte mitzubekommen, genau so sehr, wie sie es davor bei Naira versuchten.
      Thomas gab ein hörbares Lachen von sich. Das Grinsen war deutlich in seiner Tonlage zu vernehmen: "Sind wir das? Und was ist mit dir, Parker."
      "Was soll das heißen?"
      "...", Thomas lachte wieder, als wolle er Victors Unwissenheit verspotten.
      Victor biss die Zähne zusammen. Er konnte sich nicht denken worauf der andere anspielen, wollte, doch gleich darauf sprach er nur den Namen seines ehemaligen Partners aus.
      "Und dann...Ein Jahr lang hast du nichts gemacht, als dich Betrunken, nicht wahr? Mhhmm...", Thomas fühlte sich im Vorteil und das war er auch. Victor war irritiert darüber, woher Thomas überhaupt wusste, dass das in Victors Leben geschehen ist.
      "Es war nicht meine Schuld..."
      "War es das nicht?", die Frage klang simpel, doch sie bohrte tiefer als notwendig in seine Brust und zog das Verlangen nach einem Ende wieder hervor.
      "...", Victor blieb stumm einen Moment stehen. 2 Minuten war es still zwischen ihnen und er sah nur auf den Boden, versuchte sich wieder zu beruhigen und einen klaren Kopf bewahren. Doch die Bilder seines toten Kameraden schossen ihm wieder vor die Augen. "Fuck...", zischte er dann durch die Zähne gepresst. Das konnte es doch nicht sein.
      "Du kannst wohl nichts anderes, als in der Vergangenheit anderer Menschen zu schnüffeln, wie?"
      "Oh, ich kann noch viel mehr..."
      "Dann komm und beweise es. Ich weiß du willst dich uns zeigen, sonst würdest du nicht alles daraufhin bauen."
      "...", es wurde still am anderen Ende. Dann legte er auf und das Telefonat war beendet. Victor hätte das Telefon gerne an die Wand geschleudert, aber es war nicht seins.
    • Naira O’Connor

      Ihr Herz blieb für einen Moment stehen, als das Telefon klingelte. Alle schienen den Atem anzuhalten, als würde es falsch sein, seinen normalen Bedürfnissen nachzugehen. Nairas Augen waren nur auf Victor fokussiert und beobachteten jeden kleinen Winkel in seinem Gesicht. Sie bekam nur mit, was Victor sagte, Thomas sprach dafür zu leise und zu ruhig, aber scheinbar hatte er auch etwas, um Victor in seine Krallen zu fangen. Naira hatte nie bezweifelt,dass der Rothaarige etwas dunkles in seiner Vergangenheit hatte, wer hätte es schon nicht? Immerhin wurde er hier hin verlegt, nachdem er freigestellt war.. ihre Neugierde war da, am liebsten hätte die Dunkelhaarige Victor selbst gefragt, was der Psychopath gegen ihn in der Hand hatte, aber das war hier nicht der richtige Ort dafür und vielleicht auch nicht die richtige Zeit.
      Naira sank ihren Kopf und gleichzeitig auch ihren Blick, um zu dem Mädchen zu sehen, aber es bewegte sich noch immer nicht wirklich, nur der Brustkorb ganz wenig, sie atmete noch. Die Frau wollte schon genervt in die Runde werfen, wo doch der Krankenwagen blieb, da waren schon mehrere Schritte von draußen zu hören und die Gestalten auch zu sehen. Mit den Herrschaften aus dem Krankenhaus war auch Ramirez mitgekommen, sie wollte alle ihre Leute sehen, ob auch wirklich keiner verletzt war. Naira war noch immer sehr aufgeregt, weil sie das Mädchen in der Hand hielt, aber sie hatte auch das Bedürfnis einfach wegzulaufen. Die Probleme waren viel zu groß, die Vergangenheit holte sie ein und irgendwie hatte der Psychopath etwas gegen sie. Ihr wurde es langsam immer kälter, auch wenn die Weste ziemlich dick war, dennoch bestand sie darauf, das Mädchen in der Jacke zu lassen,bis sie im Krankenwagen war und gewärmt werden konnte. Sie wurde ihr auch abgenommen, einer der Sanitäter trug sie raus, sie musste schnell behandelt werden, um keine bleibenden Schäden zu haben.
      Währenddessen sah Thomas noch einmal durch die Kamera, er beobachtete den Versuch seines Lieblingsopfers wieder auf die Beine zu treten. Alles war bereit für die nächste Stufe, damit würde der Spaß erst beginnen!
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor sah das schwarze Display an. Sein hals kratzte und seine Nase juckte, so dass er Niesen musste. Er hatte nicht das Gefühl etwas mit dem Anruf geschafft zu haben. Er spürte nur, wie ihm schlecht wurde und sich alles in seinem kopf ein wenig drehte. Das Handy sah er noch ein wenig an, bevor er es wegsteckte und aufsehen musste. Sanitäter übernahmen das Kind schnell und ließen Naira zurück. Alex war der erste dann, der sich zu ihr gesellte und schnell seine Jacke auszog, um sie ihr in die Hand zu drücken. Er wollte sie auch nicht zurück, zwang sie ihr auf und verschwand noch im selben Moment, um sich um den Ort noch einmal zu kümmern.
      Ramirez trat an die beiden heran.
      Victor sah wieder zu der Kamera hoch und hatte immer noch das Gefühl, dass ihr Täter sich irgendwo verschanzt hatte um sie zu beobachten. Er wiegte sich immer in Sicherheit. Er konnte sich gut genug abschotten, um zu wissen, wie er zu reagieren hatte ohne dabei Gefahr zu laufen alles zu vermasseln.
      Ramirez reichte Naira die Hand, um ihr beim Aufstehen zu helfen, da sie merkte, wie sie damit zu kämpfen hatte, aber sicherlich nicht einen der Männer fragen wird. Sie bot ihr ihre Hilfe einfach an, ohne zu warten.
      "Was ist passiert?"
      "Er hat uns hier her gelotst aus irgendeinem Grund...Das Kind würde es nicht sein. Sie scheint...okay.", erklärte Victor und mischte sich ein, auch wenn sein Blick noch immer auf die Kamera oben in der Ecke fixiert war und er somit mit dem Rücken zu den beiden stand.
      "Naira...", er wandte sich wieder an sie und sein Blick wurde weicher, "Du...warst hier. Es ging um dich diesmal. Gibt es ein...Versteck oder etwas ähnliches?".
      Victor wusste nicht wonach er suchen musste, aber etwas musste es sein, er konnte nur nicht den Finger drauflegen und mit Gewissheit sagen, dass es das war.
    • Naira O‘Connor

      Es war Ramirez die ihr letztendlich beim Aufstehen half und es war auch sie,die ihr Alex Jacke um die Schultern legte, denn Naira war es wirklich kalt. Vielleicht waren der Rücken und die Brust gewärmt und in Ordnung, aber die beide und die Arme frorren wie verrückt.
      „Sie ist unverletzt“,kommentierte die Drau, als ihr Partner das Wort ergriff und blickte kurz zu ihm, bevor sie zu ihrer Cheffin blickte. Sie war scheinbar zufrieden, dass nichts noch schlimmeres passiert ist. Es waren alle unverletzt, keiner hatte etwas abbekommen, war‘s das also? Oder hatte er noch etwas geplant.
      Als sich Victor an die Dunkelhaarige widmete blieb ihr das Herz stehen, denn sofort sah sie die Erinnerungsfetzen vor ihrem geistigen Auge. Sie stand wieder vor dem Fenster und sah raus, jemand grub mitten in der Nacht etwas und sah sie an. Sein Blick war weich, aber das Grinsen so breit, es kam ihr doch bekannt vor. Sie kniff ihre Augen für einen Moment zusammen, irgendetwas passte in ihrer Erinnerung nicht.
      „Wenn du ein kleines Mädchen bist, gibt es hier etliche Verstecke“,antwortete die Dunkelhaarige letztendlich und sah wieder zu ihrem Partner. „Es gab mal einen Keller hier unten, aber der wurde zugeschüttet, nach einem der Einsätze meines Dads.. sonst nichts, glaube ich“. Die Frau war sich unsicher,was ihr Partner von ihr erwartete, aber mehr gab es nicht wirklich, was sie ihm hätte sagen können. Sie kannte die Hütte so gut wie Inn und auswendig.. aber Moment mal..?
      „Im Schlafzimmer hinter dem großen Wandschrank ist eine Tür.. ich weiß aber nicht, wohin sie führt..“. Als sie es ein Mal versuchte war ihr Vater kurz davor, ihr die Finger abzuhacken. Sie hatte da nichts zu suchen, hieß es damals. Was viele nicht wussten, es war eine Treppe hinter der Tür, die in den Keller führte. So wirklich war er nicht zugeschüttet worden, wie es alle dachten.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er mochte zu viel fordern, zu viel wagen mit ihr. Als guter Partner hätte er sie zu Hause eingeschlossen. Ein guter Captain hätte sie keinesfalls zurück in den Dienst geholt und dann auch noch an den gleichen Fall gelassen, wohl wissend, dass sie irgendwie damit in Verbindung stand. Victor musterte sie und die kleinste Reaktion, die sie von sich gab. Sie hatte den Wandschrank nur einmal erwähnen müssen, noch im selben Moment hob er den Arm und winkte einen heran von den Officern.
      "Kann ich helfen?", fragte dieser. Parker stellte sich auf und sah sich den Officer an und nickte: "Nimm dir 5 Leute...durchsucht das Schlafzimmer nach einer versteckten Tür. Und wir müssen einen Weg in den Keller finden. Notfalls graben wir den Scheiß aus."
      Der Officer war überrumpelt bei dem neuen Auftrag, doch er nickte und ging sofort los, um sich sein Team zusammen zu suchen. letztendlich war das auch ein großer Auftrag für ihn und eine gute Möglichkeit zu zeigen, dass er ein kleines Team führen konnte. Vor allem wenn der Captain auch da war.
      Victor wandte sich wieder an Naira und Ramirez, die zusammen standen. Ramirez versuchte Naira über den Rücken zu streichen und sie so ein wenig aufzuwärmen, doch die Kälte schien sie bis in die Knochen erreicht zu haben. Kein angenehmer Anblick.
      Victor nickte seiner Partnerin zu: "Gute Arbeit...", kam noch über seine Lippen, bevor er das Handy wieder heraus nahm und es ansah. Er wägte ab, ob er es nicht einfach zerstören sollte, damit sie ihre Ruhe hatte, aber andererseits war es doch auch der einzige Schnittpunkt und Verbindungspunkt zu Thomas.
      "Selbst wenn wir dein Handy los werden...Der Kerl wird sich immer melden können, wenn er das will...Er bleibt nicht lang genug dran...Ist klug, lässt das Netz für sich arbeiten...Er wird auch nicht hier sein. Er will das wir hier etwas finden.", Victor sprach mit sich selbst und kratzte sich dabei mit einem ernsten Blick zu Boden am Kinn. Als er wieder aufsah, presste er die Lippen zusammen: "Du kannst bleiben Naira oder du lässt dich von den Sani's aufpäppeln. Ich schaff das hier schon."
    • Naira O’Connor

      Sie war müde, sehr müde sogar, am liebsten hätte sie sich genauso hingelegt, wie das Mädchen auch und wäre einem sehr sehr langen Schlaf verfallen. Womöglich würde Naira vielleicht auch nie wieder aufwachen und so bis ans Ende ihres Lebens bleiben.. wer weiß.
      Die Frau beobachtete ihren Partner, er gab den Herrschaften die Befehle, nach der Tür zu suchen, während sie selbst mit Ramirez noch da stand. Ihr Hund stand ihr ebenfalls zur Seite und so langsam nagten die Gedanken an ihr. Sollte sie lieber aufgeben und den Mann das alles machen lassen, oder sollte sie die Zähne zusammenbeißen und einfach weiter machen? Schnell war es entschieden und sie lachte nach Victors Worten kurz auf. „Du glaubst doch wohl nicht, dass ich jetzt kneife“,sprach sie und nahm das Handy, welches sie kurzer Hand in die Jackentasche steckte. „Immerhin leite ich hier die Ermittlungen“. Ihr Lächeln war sanft, aber bestimmt, es war mehr Spaß, als ernst. Ihr war es nicht wichtig, etwas zu leiten, aber die Befehle würde sie sicherlich nicht annehmen.

      „W-Wir haben nichts gefunden“, hieß es plötzlich hinter Naira und sie drehte sich entsetzt um. „Nichts gefunden?“,wiederholte sie, hob auch die Augenbraue hoch. Das konnte sie nicht glauben, so etwas war nicht möglich, sie erinnerte sich noch gut an die Tür.
      „Nimm das Werkzeug mit“,sagte sie noch kurz zu Victor, bevor sie selbst auf dem Weg nach oben war. Die Treppe war in ihrem Zustand wirklich gut zu meistern, ihre Knochen und Muskeln waren so eingefrorren, dass sie den Schmerz gar nicht mehr spürte, jedenfalls den Schmerz im Bein nicht.
      Oben stand noch alles so, wie es damals stand, als sie vor etlichen Jahren hier war. Erinnerungen wollten an die Oberfläche, sie wollten ihr die Schmerzen zuzubereiten, die sie sonst immer getan haben. Noch einmal überlegte Naira scharf, wo ihr Vater damals hin war.
      „Zieht den Schrank da weg“, gab sie an und die Herren zögerten ein Moment, bevor sie es taten. „Da war nichts“, hörte die Dunkelhaarige und hob den Finger, um den Herren zum schweigen zu bringen. Irgendetwas passte ihr nicht an der Wand.
      „Die Tapete ist nicht die selbe“,murmelte sie über die Schulter nach hinten und schüttelte sanft den Kopf. Sie nahm sich selbst vor, vorzugehen und nach einer Ecke zu greifen, um sie abzureißen. So langsam kam das dunkle Holz der Tür zum Vorschein. „Von wegen,hier ist nichts“,murmelte sie und drehte sich zu den Herrschaften um. Ihre Erinnerungen waren scheinbar noch in takt.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor war kurz davor ihr zu widersprechen und sah bereits bei Ramirez nach Hilfe von ihrer Seite aus nach. Doch die Frauen waren wohl eine Wand. Naira war bereit sich für ihren Job zu opfern und auch für all die anderen Menschen, die unter Thomas litten und leiden werden. Sie übernahm, ohne es ihm übel zu nehmen, wieder die Leitung. Er konnte sie zwar haben, aber letztendlich war sie der leitende Detective in diesem Fall und selbst Victor unterlag ihr in seiner Position, egal ob sie theoretischerweise Gleichauf waren mit ihrer Erfahrung. Sie kannte sich in der Gegend und mit den Menschen hier besser aus.
      Victor seufzte und ließ den Mund zu, versuchte sich nicht aufzuspielen und sie rüber in den Wagen zu hieven, wo sie sich hätte in ruhe versorgen lassen können. Stattdessen folgte er ihr nun zum oberen Geschoss, wo sie in einem Schlafzimmer sich umsehen konnten. Victor, der nicht mit den anderen gegangen war, um sich das Zimmer anzusehen, sah es sich jetzt an und grummelte leise. Das Team hatte nichts gefunden und war sogar recht schnell wieder zurück gekommen, um ihnen das mitzuteilen. Unzufrieden musterte er den Raum und dann den Officer, der mit aller Kraft und einem Kollegen den Schrank bei Seite schob, wie Naira es von ihnen wollte. Als erstes fiel einem nichts auf, doch dann fing Naira an die Tapete weg zu reißen und darunter offenbarte sich eine dunkle Holzverkleidung. Sofort machten sich die anderen daran und zogen die Tapete vollends runter hinter dem Schrank. Victor sah dem ganzen mit schniefender Nase zu und verschränkte die Arme vor der Brust. Das was dahinter hervor kam, war eine sehr flache in die Wand eingearbeitete Tür. Sie war gerade mal an der schmalen Kerbe wahrzunehmen. Hätte Naira nicht von der Tür gewusst, wäre niemand von ihnen darauf gestoßen.
      Er trat an Naira heran und nickte in die Richtung der Türe: "Und du weißt nicht was dahinter steckt?", fragte er sie. Sie hatte zwar vorhin bereits gesagt, dass sie es nicht wissen konnte. Aber er wollte noch einmal nachfragen, zur Sicherheit ihr die Möglichkeit geben hier noch einmal zurück zu gehen und nicht als erste voran zu gehen.
      Zwei Officer machten sich daran die Tür aufzuhebeln und aus der Fassung zu brechen.
    • Naira O’Connor

      Ich starrte diese Tür schon seit Tagen an, immer wieder, wenn ich hier oben saß. Mein Dad verschwand immer wieder hinter ihr und kam erst später wieder. Er dachte, ich würde ganz brav schlafen, aber das konnte er vergessen, ich wollte wissen, was sich dahinter verbarg.
      ‚Ich glaube, ich gehe mich hinlegen..‘,murmelte ich und erhob mich. Mein Plan ging ganz gut auf: den ganzen Tag habe ich so getan, als würde ich krank werden und nun durfte ich mich hinlegen gehen. Dad blieb sitzen und war noch mit den Fellen beschäftigt, die er verarbeiten wollte. Ich machte mich Bettfertig und lief sofort hoch, wartete einen Moment, bevor ich mich erhob und ganz langsam auf die Tür sah. Der Schrank stand schon seit Tagen nicht vor der Tür, aber ich wusste nicht warum. Langsam ging meine Hand immer näher, ich war kurz davor die Klinke in die Hand zu nehmen und sie runter zu drücken, da spürte ich ihn hinter mir. Ich schloss nur noch meine Augen, weil ich wusste.. es wird wehtun.


      Victors Worte brachten sie wieder zurück und Naira sah von der Tür zu ihm hoch. „Nicht wirklich..“,antwortete sie ihm kurz und schloss für einen Moment die Augen. Ihr Herz raste und die Erinnerungen taten wirklich weh, vor allem im Herzen. Als sie ihre Augen wieder öffnete hatten die Herren die Tür ausgehebelt die Taschenlampen rein gehalten. „Da ist eine Treppe!“,rief der eine, der andere war noch immer am gucken. Beide sahen für einen Moment zu der Dunkelhaarigen und zu ihrem Partner. „Ladys First“,murmelte die Frau und machte ihrem Partner den Weg frei. Sie würde deutlich länger bleiben und um ehrlich zu sein, es wurde ihr nur mulmig bei dem Gedanken zu erfahren, was es dahinter gab. Der Keller war voll. Voll mit Zeitungen an den Wänden und mit anderen Schriften, die sich unten versteckten.. da war aber noch deutlich ner.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor schnaufte und ließ die Hände aus der Verschränkung, um sie noch im selben Moment wieder in die Hosentaschen zu stecken. Er konnte nicht entscheiden wohin mit ihnen und jede Art von Bewegung erinnerte ihn daran, dass er doch womöglich krank wurde. Zwar half die Aspirin, die Naira ihm vorhin noch in die Hand gedrückt hatte, um ein wenig freier zu atmen, aber wirklich ganz vermochte sie nicht das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten.
      "Nur nicht die Fassung verlieren...", nuschelte er noch leise in sich hinein, nicht wissend ob er es ihr sagte oder sich selbst. Die Spannung und der Druck wuchsen in dem Raum schlagartig, als die eingelassene Tür in die Wand aufgehebelt und zur Seite gelegt wurde. Victor beobachtete die Männer und Frauen, die sich um das schwarze Loch tummelten und dann zwei Taschenlampen die Dunkelheit lichteten. Er trat einen Schritt näher, um mehr zu erkennen. Sah die Treppe hinunter in einen anderen Bereich des Hauses, der einem magisch vorkam. Man glaubte die Hütte sei riesig genug, aber das versteckte Zimmer schien noch mehr zu offenbaren.
      Victor warf einen Blick zu Naira, die mit einem "Lady's First", ihm den Vortritt lassen wollte. Er schnaubte belustigt, erwiderte aber nichts und ging darauf los, nahm die Taschenlampe vom Gurt und lenkte den Schein selbst auf die hölzernen Treppen. Spinnenweben, Staub und Dreck sammelten sich an. Unten angekommen, versuchte er an einer Leine zu ziehen, die für ihn aussah, als würde sie das Licht anmachen. Kurz darauf wurde der Raum durch einen flackernden warmen Lichtschein offenbart. Die Wände waren voller Papier, Zeitungsausschnitte, Pläne und Spickzettel. Alles war beschrieben, irgendwie miteinander verbunden. Victor war sich noch in diesem Moment sicher, dass dieser Ort definitiv einem Detective gehören musste oder Thomas...
      "Er wäre klug genug das ganze genau so aufzubereiten...", kommentierte Victor für sich seine Gedanken und trat weiter. Hinter ihm kamen zwei Officer, die zur Sicherheit auch ihre Waffe in der Hand hielten. Naira half man dahinter ebenfalls.
      Victor ließ die Taschenlampe brennen und schien mit ihr in einige Ecken, die von der Deckenlampe nicht erreicht wurden. Doch dort versteckten sich meist nur Kisten. Hölzerne Kisten, dessen Deckel fehlte. In einer Ecke stand eine Schaufenster-Puppe und auf ihr hing eine alte Jacke, dessen Tarnmuster für die Jagd geeignet war, darauf lag eine ebenso gemusterte Mütze mit Ohren.
      "Dein Vater war...wohl sehr leidenschaftlich...", er wandte sich um zu den anderen und rief hoch: "Alex! Sperrt das Gebiet komplett ab!"
      Man hörte nur von oben ein Jawohl und Schritte, die sich aus dem Haus entfernten.
    • Naira O'Connor

      So ganz war sich die Frau nicht einig, was sie über die Bemerkung, sie solle nur nicht die Fassung verlieren denken. Immerhin hatte sie nur ein einziges Mal vor ihrem Partner die Fassung verloren und das war aufgrund der Briefe, die Alex mitgenommen hatte. Sonst war die Frau meist nur die Ruhe in Person, selbst als sie angeschossen wurde und mit Victor abhauen sollte. Naira beobachtete den Rotschopf für einen Moment, war auch mehr der Meinung, er wolle sich und nicht sie beruhigen.
      Die Tür ging auf und Victor stieg tatsächlich als erster in den langen Gang ein. Die Dunkelhaarige ließ zwei Polizisten den Vortritt und stieg selbst in diese DUnkelheit ein. Ein wenig hatte sie doch gezögert, meinte vielleicht die Stimme ihres Vaters hören zu können, der sie ermahhnte, nicht reinzusehen, aber die Frau war nun erwachsen und konnte das tun, was sie wollte. Mit vorsichtigen Schritten, denn die Treppe war sehr alt, stieg sie runter und ließ sich eine Hand anreichen, um runter zu steigen. Der Raum war definitiv nicht das, was sie erwartet hatte. Er war nicht gerade klein, war voll mit Zeitungsausschnitten und anderen Notizen, während sich in der Ecke die Jagdsachen ihres Vaters befanden. Naira konnte mit einer steigenden Sicherheit sagen, dass Thomas eine Verbindung zu ihrem Vater hatte. Warum hatte er sie sonst in diese Hütte gelockt.
      Sie trat zu der Ecke, in der sich die Sachen ihres Vater befanden und betrachtete die Jacke genau. Kurz eugte sie sich rüber und roch an ihr. SIe erwartete den typischen Geruch ihres Vaters, eine Mischung aus After Shave und einem strengen Waldgeruch, aber sie wurde enttäuscht. "Die gehört nicht meinem Vater..", stellte sie fest und schnappte sich die Handschuhe, die sie vorhin ausgezogen hatte, um sich die Jacke genauer anzusehen. Nach mehreren Betrachtungen fand sie eine Gravierung an der Innenseite der Jacke. "T.T.T." murmelte die Frau und runzelte ihre Stirn ein wenig. Sie grub in der Erinnerungkiste, die tief in ihrem Gehrin vergraben war, aber sie fand nichts, was darauf hinschließen konnte. Wer war es?
      Naira ließ von der Jacke ab und sah sich die Wände genauer an. Es waren Zeitungsausschnitte von verschiedenen Zeitungen in ganz USA. Die meisten handelten von einem Mörder, der nicht gefasst werden konnte und von den neuen Indizien. "Victor?",fragte Naira konzentiert. Sie sah sich einen der Zeitungsauschnitte mit einem Bild an, auf welchem jemand einen roten Kreis um eines der Gesichter gemalt hatte. Es war eher im Hintergrund, sah aber bewusst in die Kamera, wie auf dem Bild, welches NAira gefunden hatte.. "Kommt dir dieser jemand bekannt vor?". Sie zeigte mit dem Finger auf genau dieses widerwertige Grinsen, welches sich tief in ihren Kopf gebrannt hatte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ein unbehagliches Gefühl machte sich in der Magengrube breit, je länger er sich in dem Raum umsah. Es war nicht die Kleidung, die scheinbar genutzt wurde. Nicht einmal, dass Naira ihm sagte, es sei nicht die ihres Vaters. Es war noch nicht einmal die Tatsache, dass sie noch immer auf dem selben Platz wie vor Monaten zu vor traten und nicht ein wenig vorwärts kamen. Zumindest nicht aus eigener Kraft. Noch immer lenkte Thomas sie herum und hatte die Oberhand. Sie machten etwas von Grund auf falsch und er konnte nicht die Hand darauf legen wieso. Wo machten sie einen Fehler und wieso konnten sie nicht sehen, wie es voran gehen sollte...
      Victor wandte sich einmal um die eigene Achse, sah an die Decke und entdeckte die verheißungsvolle Kamera wieder in der Ecke. Er folgte ihnen und er wusste immer wo sie waren. Ein kalter Schauer fuhr ihm den Rücken nieder, wenn er bloß daran dachte, dass sie rein gar nichts an dieser Situation hätten ändern können. Langsam trat er an eine der Wände heran, die kaum noch sichtbar war. Sie war wie alle anderen voll mit Zeitungsartikeln. Diese sah er sich etwas genauer an, kam kaum einen Gedanken weiter, als Naira ihn ansprach und auf ein Foto verwies. Er trat neben sie, den Blick konzentriert auf das Foto gerichtet.
      Mit einem Mal wurde ihm für einen Moment schwarz vor Augen. Er verstummte in jeglichen Geräuschen, die er hätte von sich geben können und starrte das grinsende Gesicht an. Er hätte es merken können...
      Nicht nur, dass es das Gesicht ihres gesuchten Mannes war...Die Straße und die Menschenmenge war ihm mehr als bekannt gewesen.
      "Ich...", Victor räusperte sich unsicher und fuhr sich durch die Haare, versuchte irgendwie die Fassung wieder an sich zu reißen, um nicht ganz so neben der Spur zu wirken.
      "Es ist mir rätselhaft, wie er es immer schafft in genau die Kamera zu so dumm zu grinsen, so dass die Journalisten auch noch das Foto auswählen...Er scheint überall zu sein...", er verschränkte die Arme wieder vor der Brust und hob eine Hand ans Kinn. Legte eine nachdenkliche Pose ein und schloss die Augen für diesen Moment. Vor seinen Augen rasten die Bilder der Vergangenheit vorbei und suchten ihn wieder heim. Seine linke Hand zitterte unwillkürlich. Zu seinem Glück hatte er sie sich unter den Arm geklemmt, so dass es nicht auffallen konnte.
      "Das ist ein Zimmer, dass dein Vater benutzt hat?", fragte er wieder an seine Partnerin gewandt, "Es muss also etwas von deinem Vater hier geben nicht wahr?"
    • Naira O’Connor

      Ihr Blick wurde weicher, je länger sie sich das Foto ansah. Ihr Partner reagierte genauso entsetzt wie sie, es konnte nur wenige Erklärungen dafür geben.
      „Das Foto ist vor zehn Jahren gemacht worden“,entgegnete Naira und betrachtete den Artikel genau. „Es ist aber die selbe Straße, wie auf unserem Foto.. ich verstehe das nicht“. Die Dunkelhaarige achtete kaum noch auf ihren Partner, sie war dabei die Zeitungsartikel durchzulesen, die an der Wand hingen. Immer mehr Entsetzung bildete sich bei der Frau, so langsam verstand sie den Raum hier. Es war ihr ein Rätsel, warum ihr Vater hier her kam, anstatt so etwas ganz öffentlich zu machen. Es war doch klar, dass er hinter dem Mann her war und nun ergab so langsam alles seinen Sinn.
      Naira drehte sich um, als ihr Partner sie wieder ansprach und musterte ihn für einen Moment. „Das alles.. ist von meinem Vater“, erklärte sie mit ein wenig Nachdruck, und deutete auf die Zeitungsartikeln. „Er ist hier vor fünfzehn Jahren Jahren runter gekommen.. genau dann, als die meisten Zeitungsartikel erschien sind! Die Zeitspanne dieser Artikel reicht von vor fünfzehn bis vor sechs Jahre, genau dann, als mein Vater verschwunden ist.. sie handeln alle von dem selben Quatsch.. und guck dir das Foto an! Es sind die selben Leute, die selbe Straße nur vor zehn Jahren.. und auch da ging es schon um die Morde hier“.
      Sie fuhr sich durch das Gesicht und blickte zu den Jagdsachen, die in der Ecke standen. „Nur die passen nicht ganz dazu.. es sind nicht die Sachen meines Vaters, dass kann ich bezeugen.. aber sie sehen nicht so aus, als hätte sie jemand erst vor kurzem hier hingestellt“.

      Wieder einmal sah sie Erinnerungsfetzen vor ihrem geistigen Auge. Es war der Mann, der draußen vor der Hütte grub, er sah sie wieder einmal an, aber das Licht der Lampe war so hell. Sie konnte sich nicht an sein Gesicht erinnern. Vielleicht war diese Person T.T.T.?
      „Ich denke nicht, dass wir hier irgendwelche Abdrücke finden..“,murmelte Naira und sah sich noch einmal um, bis ihr Handy klingelte. Es riss sie aus ihren Gedanken raus, aber sie sah trotzdem aufs Handy. ‚Sieh im Schrank nach‘, las sie vor und blickte zu Victor, der näher am Schrank stand.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es schauderte Victor allein bei dem Gedanken, wie gut alles durchdacht war. Solche Menschen, die ihr Leben lang nur einer Sache hinterherrannten und genau wussten, wann sie was zu erledigen hatten und wann sie welchen Knopf zu drücken hatten. Das war ihr Mörder...Thomas...Das war nicht sein Name.
      "Vielleicht war er sich auch so sicher, dass er uns tatsächlich seinen echten Namen gesagt hat...", er nuschelte nur vor sich hin, doch die Gedanken warne berechtigt und je länger sie hier standen und das Bild an sehen konnten vom grinsenden Thomas vor 10 Jahren, dann konnte er sich das immer mehr vorstellen. Victor kam der Gedanke, dass sie hier alle in Gefahr waren. Sie sind rein gerannt, weil sie ein Mädchen retten wollten und nun tummelten sich hier 80% des Polizeireviers aus Anchorage und Thomas hätte ein leichtes Spiel einfach alles in die Luft zu jagen.
      Das hörbare Vibrieren des Handys, ließ ihn aufblicken. Die Nachricht war klar und deutlich, er konnte sie ebenfalls lesen, weil er nah genug an ihr stand. "Wenn uns die Scheiße hier um die Ohren fliegt, dann ist es wenigstens vorbei...", grummelte Victor müde und holte erst einmal tief Luft, bevor er seine Dienstwaffe wieder anhob und entsicherte. Er glaubte zwar nicht, dass sich in dem Schrank Thomas versteckte, denn das wäre zu lächerlich für diesen Mann, aber man konnte nicht wissen, wie viele Komplizen der Typ hatte.
      "Wir müssen das alles hier direkt mitnehmen...Auch die Jacke...Alles einfach. Jede kleinste Hautschuppe könnte uns endlich zu ihm führen und...", Victor legte eine Hand auf die Schranktür, "Und das was dein Vater begonnen hat, beenden."
      Langsam öffnete er die Tür, die Waffe ruhte auf dem Unterarm, um sie zu stabilisieren.
    • Naira O'Connor

      Ein wenig unruhig wurde die Dunkelhaarige schon, war aber froh, dass ihr Partner es übernahm und zum Schrank ging. Naira griff zu ihrer Dienstwaffe und entsicherte sie, damit sie ihrem Partner Rückendeckung geben konnte. Sie war bereit fast alles zu erschießen, was aus dem Schrank rauskommen würde. Alle hielten den Atem an und es herrschte eine enorme Spannung,während alle darauf warteten, dass die Tür geöffnet wurde. Ganz lansam und mit einem Quietschen öffnete Victor diese und ein wenig Licht kam in die dunkle Kammer. Der Schrank war voll mit Waffen aller Art, aber das war nicht das, was die Dunkelhaarige die Luft anhalten ließ und auch sicherlich nicht das, was Thomas sie finden lassen wollte. In mitten der Waffen befand sich ein brauner Teddybär, der alle im Raum anstarrte. Seine Augen waren schwarz und glasig wie man es von den Kuscheltieren kannte, doch selbst wenn es normal war, er jagte Naira Angst ein.Ihre Muskeln spannten sich an, auch wenn sie die Verbindung zu dem Teddy nicht auf anhieb drauf hatte. Es grenzte schon fast an Panik.
      "Du weiß was passiert, wenn du nicht artig bist?",hörte sie eine Stimme in ihrem Kopf. "Er wird hier solange sitzen, bis du darüber nachgedacht hast, was du getan hast". Erinnerungen blitzen vor ihrem geistigen Auge auf, keine gerade schönen, aber sie waren da.
      Unter dem Teddy war ein kleiner Zettel, auf dem mit einer schönen Handschrift eine kleine Botschaft geschrieben stand: "Erinnerst du Dich?". Naira fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht und entsicherte ihre Waffe. "Ich habe keine Ahnung, was er mir damit sagen will..",murmelte die Frau und schüttelte den Kopf. Sie fühlte sich beobachtet, nicht nur durch die Kamera in der Ecke.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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    • Die Luft war dick und gespannt bis zum Zerreißen, als Victor sich daran machte die Schranktür zu öffnen. Was er dahinter jedoch fand, war alles andere als gefährlich. Die Jagdgewehre war das eine. Sie lagen alle friedlich und nach kurzer Inspektion war auch keine davon geladen. Victor seufzte und ließ die Spannung wieder aus den Muskeln. Er versuchte sich zu lockern. Angesichts ihrer Lage war das zwar kaum möglich, doch er musste sich auf das Wesentliche konzentrieren. Das Wesentliche war in diesem Fall ein Stofftier. Ein Teddybär, der bereits sehr alt war und als sich Victor hinhockte, konnte er schwören, dass der Bär auch einen unangenehmen Geruch hatte. Doch das konnte auch gut möglich nur an seiner Vorstellung und Fantasie liegen. Denn seine Nase roch in diesem Moment rein gar nichts. Sie wollte weder mitmachen noch ihn 100% geben lassen bei dieser Arbeit.
      Als er so vor dem Bären saß, legte er die Waffe bei Seite, holte die Handschuhe aus der Tasche und nahm den Bären dann in die Hand. Darunter befand sich der Zettel, den er nur argwöhnisch ansehen konnte. Doch er verlor keine Zeit und reichte ihn Naira, die aber ebenfalls nicht wusste, was sie damit anfangen sollten. Victor legte den Bären und den Zettel wieder in den Schrank wo sie gelegen haben. "Ich verstehe nichts davon...", grummelte Victor erschöpft und kniff sich ins Nasenbein.
      Ramirez hat die Szene beobachtet und fühlte sich wohl ebenfalls unwohl. Doch sie konnten sich kaum dazu entscheiden einfach aufzuhören und zu gehen. Andererseits gab es wohl nicht mehr als diesen Raum und einen verschütteten Keller, den sie erst die Tage überhaupt aufdecken konnten.
      Victor stand auf, zog die Handschuhe wieder ab und markierte mit einem Nieser das Ende ihrer Suche. Ramirez sah ihn skeptisch an und dann Naira: "Ich schlage vor ihr lasst es für heute gut sein...wir machen hier alles dicht und ihr kommt am nächsten Tag wieder. Er scheint sich nicht zu rühren solange ihr dran bleibt...Und dem Mädchen geht es gut."
      Victor nickte. Ein wenig war er doch froh darüber zu hören, dass er nun nach hause gehen konnte, "Er will etwas anderes...Es geht ihm nicht ums wahllose Töten. Das waren zuvor nur Lockrufe...Jetzt geht es wohl ans eingemachte...", Victor fuhr sich durch die Haare und sah wieder zu Naira, um ihre Reaktion abzuwarten und ob sie denn ebenfalls gehen oder noch bleiben wollte.
    • Naira O’Connor

      Es war eine unerklärliche Panik, die in Naira entstand, als würde sie diese vor irgendetwas warnen, was mit den Teddy zu tun hatte. Ihre Erinnerungen waren ziemlich verschwommen, aber sie sah den Teddy vor sich sitzen. Er sprach zu ihr, das musste sie sich doch eingebildet haben.. damals war sie ja noch ein Kind, ganz klein und schutzlos.
      Der Dunkelhaarigen wurde es wirklich übel und obwohl sie nichts gegessen hatte wollte der Kaffee von heute früh weg. Er saß ihr wirklich schwer auf dem Magen, ob sie es noch solange zurückhalten konnte? Immerhin war das hier ein Tatort, da musste sie erst einmal durch.
      Sie sah auf, als Victor ihr den Zettel reichte und musterte die Handschrift. Es sollte die von ihrem Vater sein, war es aber nicht zu hundert Prozent. Sie wurde nachgemacht, wahrscheinlich von Thomas persönlich. Naira sah ebenfalls auf, als Ramirez mit ihr sprach und musterte ihren Partner. Sie hätte ihn schon längst nach Hause geschickt, aber er würde nicht auf sie hören und war bei den Ermittlungen ein wichtiger Part, immerhin waren sie Partner.. da wollte Naira ihm nichts vorenthalten. Es war wohl besser,wenn alle Beteiligten nach Hause gehen und sich ausruhen würden. Morgen war ein neuer Tag und eine neue Möglichkeit den Raum zu durchsuchen, wobei es die Dunkelhaarige erschauderte, als sie wieder zu dem Teddy sah. Es würde vermutlich viel zu entdecken geben, in diesem kleinen Raum.. „Er will uns was sagen und ich habe Angst, dass wir etwas verpasst haben, was vermutlich zu etwas größeren führen könnte..“. Sie sah zu der Kamera und schüttelte den Kopf, es hatte heute alles keinen Sinn mehr.
      „Lasst uns alle nach Hause gehen“,sagte Naira und lächelte letztendlich warm, um nicht den Eindruck zu machen, als würde sie erleichtert sein. „Es ist wohl das beste, wenn wir uns alle ein wenig ausruhen“. Ramirez musterte die Dunkelhaarige einen Moment, bevor sie nickte und mit den anderen Herren als erstes die Treppe hoch ging. Naira ließ Victor den Vortritt, mit ihrem Bein brauchte sie einen Augenblick länger, doch als sie die Treppe hoch gehen wollte hörte sie diese Stimme wieder, wie damals.
      „Hab keine Angst, Prinzessin“, sprach sie und die Frau drehte sich unwillkürlich um. Bis auf den Teddy gab es nichts in dem Raum, was irgendwie den Anschein erweckte, sprechen zu können. Kopfschütteln nahm die dann die Treppe hoch und sah ein letztes Mal runter, bevor die Tür zu ging. „Wenigstens eines der Geheimnisse in meinem Leben wurde gelüftet..“,murmelte sie und hielt sich nicht lange damit auf, oben zu bleiben. Viel eher drückte sie Alex seine Jacke in die Hände wieder zurück und marschierte runter, zu ihrem Hund. Sie wollte so schnell wie möglich nach Hause, bevor sie noch tatsächlich übergeben würde.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Oben wieder angekommen, ließ Victor es sich nicht nehmen, den Kopf noch einmal in den Nacken zu legen und durchzuatmen. Er wollte nicht zu sehr rumjammern, aber die Tablette hörte auf zu wirken und unheimliche Kopfschmerzen bahnten sich an. Gut, dass sie nun wieder nach Hause konnten. Er war nicht krank, das würde er gegenüber niemanden wirklich zu geben wollen, aber es fühlte sich nicht mehr gut an und er zerrte an seinen Kräften wachbleiben zu können.
      "Das spielt dem Perversen bestimmt noch in die Karten...", knurrte Victor und wurde dabei schief von einem Kollegen angesehen, der nicht verstand, worum es dem Detective ging. Doch er schüttelte nur den Kopf und winkte dann direkt ab.
      Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass sie bereits Stunden unterwegs waren und die Eindrücke, die sich heute in ihre Netzhaut eingebrannt haben war zu groß, um wirklich alles auf einmal verarbeiten zu können.
      Alex sah etwas verdutzt drein und ein wenig verletzt, als Naira ihm wieder die Jacke in die Hände drückte. Er wollte nicht zu geben, dass ihm kalt war, aber er hätte das schon überlebt, wenn es um das wohl seiner Ex-Partnerin ging. Plus...Er mochte sie zu sehr, als dass er nicht alles hergeben mochte, hauptsache ihr ging es dann gut. Aber bevor er noch etwas sagen konnte, trat Victor an ihn heran und musterte ihn argwöhnisch: "Fährst du mit oder bleibst du noch?", fragte er ihn höflichkeitshalber, weil er schließlich mit ihnen angefahren war. Doch Alex presste nur die Lippen aufeinander. Er fand Victor seltsam, bereits von der ersten Sekunde an, war der Mann ihm suspekt gewesen und das würde sich wohl vorerst auch nicht ändern.
      Victor hatte nichts dagegen und nickte nur ab, lief dabei bereits nach draußen folgte Naira, die sich ohne große Umschweife dorthin begeben hatte. Sie sah blass aus. Blasser als er selbst. Und das mochte gut möglich an all den Umständen liegen.
      "Sicher dass du morgen wieder dabei sein willst...Du weißt, dass du dich nicht überanstrengen musst für irgendetwas davon..."
      Sie beide waren erschöpft gewesen und es blieb kaum eine Wahl als weiter zu machen. Victor hatte nicht das Gefühl, dass er sie zu sehr in diesem Moment bemutterte. Er wollte lediglich von seinem eigenen Zustand ablenken und sich mit ihr einfach nur in den Wagen setzen und davon fahren. Endlich nach Hause...in ein Bett und schlafen.
      Spike schenkte dem Rothaarigen dabei kaum seine Aufmerksamkeit, sondern saß beschützend neben seinem Frauchen und wartete darauf dass sie sich bewegte. Bei jeder kleinsten Bewegung war der Hund dabei und spürte wohl die Unruhe der jungen Frau.
    • Naira O‘Connor

      Mit zittrigen Händen suchte Naira nach ihren Zigaretten am Körper, aber ihr fiel auf, dass sie ihre Jacke ja nicht dabei hatte. Sie hatte es dem Mädchen gelassen, um sie warm zu halten. Seufzend sah sie sich um, aber es gab nur sehr wenige Raucher, die ihr bekannt waren und keines der Gesichter konnte sie erkennen. Seufzend gab sie es letztendlich auf und sah zu ihrem Hund, der bei ihr war. „Du bist ein toller Hund..“,entgegnete die Dunkelhaarige und beugte sich ein wenig, um ihren Husky zu streicheln. Er hatte ein wenig zu wenig Aufmerksamkeit gekriegt, das würde sie aber noch ändern.
      Victor trat an die Frau heran und sie erhob sich wieder, um den Rothaarigen anzusehen. Er sah fertig und krank aus, es war ihm deutlich anzusehen. Ob er morgen überhaupt in der Lage dazu wäre, mitzukommen? „Ich habe von nichts eine Ahnung gerade..“,antwortete sie ihm und nahm den Blick von ihm runter, um zu der Hütte zu sehen. „Nur davon, dass ich dringend eine warmes Bad brauche, um meine Knochen wieder zu schmelzen.. über den Rest kannst du mich morgen fragen“. Es wäre nicht klug, jetzt noch Entscheidungen zu treffen und es war auch bestimmt nicht besonders klug, ohne Jacke rumzulaufen, aber die Kälte war ihr nicht mehr so schlimm. Scheinbar hatte sich die Frau schon daran gewöhnt.

      Mit ruhigen Schritten ging Naira den Weg durch den Wald los und sah kurz hinter sich, ob ihr Partner auch wirklich mitkam. Sie lief an dem erhängten Wolf und an den Blutspuren vorbei, als wäre es gar nicht richtig da, konzentrierte sich eher darauf, den Ausgang zu finden.
      Auf dem Parkplatz war der Rettungswagen nicht mehr da, lediglich die Autos standen noch geparkt. Ihres erkannte sie sofort, lief darauf zu und wartete, dass es ihr Partner öffnen würde. Das erste, was sie zuhause tun würde, war ins Bad zu marschieren und sich zu übergeben, bevor es dann in die Badewanne ging.
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    • Es war ein wenig wie in Trance. Er lief raus, unterhielt sich mit Naira und hoffte gleichzeitig, dass er ihr helfen konnte, während das andere Gefühl an seiner Vernunft riss ein wenig egoistischer zu sein und an Ort und Stelle ein Nickerchen zu nehmen. Nicht, dass er an so wenigen Schlaf nicht gewöhnt war. Es war einfach diese Nase und diese unglaublich nervigen Kopfschmerzen, die sich in seinen Schädel bohrten, als gäbe es kein Morgen mehr.
      Ein sanftes Schmunzeln kam über seine Lippen, als sie sagte, sie wisse nur, dass sie ein Bad brauchte. Ja, wer bräuchte es heute nicht. Alles heute hätte ein Grund sein können, um ein langes und intensives Bad mit Schrubben zu nehmen. Victor warf noch einen letzten Blick zurück zu der Hütte, als es auch Naira tat und musterte die Lampen die angingen. Sie waren hell und gleißend. Ein weiterer Tatort, den sie zwar markieren konnten, aber keiner wirklich wissen würde, wie es weiter gehen sollte. Er schnaubte unzufrieden, fuhr sich durch den Bart und das Gesicht, um ein wenig wacher zu werden. Er musste nur noch nach Hause fahren. Das brauchte er jetzt.

      Den ganzen Weg durch den Wald zurück sprachen sie nicht miteinander, sondern gingen still nebeneinander her. Bis sie den Parkplatz erreichten. Victor kramte nach dem Autoschlüssel, um den SUV zu öffnen.
      "Das Bad können jetzt alle von unseren Leuten gebrauchen...", grummelnd stieg er ein und ließ den Motor anspringen, der sogleich anfing zu rattern und nach und nach auch die Klimaanlange die Luft innerhalb erwärmen ließ. Victor freute sich über die Wärme, aber nicht so sehr darüber, dass er die Jacke aufmachen wollte. Dummerweise musste er es, weil sie wie es sich für eine Winterjacke gehörte, verdammt unangenehm zum Sitzen war.

      Auch der Weg mit dem Wagen zurück zu Naira war nicht gerade gespickt mit vielen Reden. Victor versuchte derweil nicht groß zu niesen oder anderweitig die Krankheit zu zeigen, während er sich wünschte nur daheim anzukommen und nicht hinter dem Lenkrad einzuschlafen. Umso mehr Freude empfand er, als sie endlich da waren und der Wagen an Ort und Stelle geparkt. Victor ließ sich zwar weiterhin Zeit und wollte Naira nicht gänzlich alleine lassen, er war aber der erste, der selbst mit der Winterjacke des Departments sich auf das Sofa warf. "Geh du zuerst ins Bad...", nuschelte er noch in das Sitzkissen in das er sein Gesicht drückte.
    • Naira O’Connor

      Die Frau war still, nicht nur den ganzen Weg über zum Auto auch während er Fahrt sagte sie kein einziges Wort. Ihr kam es mehr so vor, als würde sie etwas falsch machen, wenn Worte aus ihrem Mund kommen würden. Das alles war viel zu viel für ihren kleinen und zierlichen Körper, am besten war ein wenig Ruhe und noch ein wenig Zuneigung, aber letzteres könnte vielleicht nicht gut enden. Naira wollte ganz sicher nicht emotional werden, dies hatte sie sich lang genug abtrainiert und war sich nicht sicher, ob sie sich mit einem Schwächemoment alles wieder ruinieren würde, deshalb versuchte die Frau es auch gar nicht. Sie starrte einfach aus dem Fenster und versuchte jegliche Gedanken aus ihrem Kopf zu verbannen, um die Leere im Kopf zu genießen.
      Lange brauchten beide nicht, bevor Victor den Wagen vor dem Haus parkte und Naira aussteigen konnte. Sie ließ ihren Hund ebenfalls raus und suchte schon die Schlüssel zu ihrer Wohnung raus, um die Türen aufzuschließen. Sie brauchte natürlich einen Augenblick, bis sie oben ankam, aber es störte die Dunkelhaarige auch nicht, dass ihr Partner vorgegangen war, sie hatte die Zeit und die Geduld. Noch immer sagte sie kein Wort, zog sich lieber die Jacke und die Schuhe in stillen aus, während sich der Rotschopf auf das Sofa warf. Es war wohl besser für ihn, wenn er ein wenig zu Ruhe kommen würde, immerhin plagte ihn die Erkältung, oder war es schon Grippe? Naira befürchtete das schlimmere..
      Sie blieb einen Moment in der Tür stehen und musterte den Herren auf ihrem Sofa. Sie wäre auch so als erste ins Bad gegangen, ohne irgendwelche Erlaubnis von ihm zu bekommen, aber es war nicht das, was sie stoppte. Viel mehr war es der perfekte Augenblick ihm nun zu sagen, was in ihr vorging. Einfach zusammenzubrechen in seinen Armen und sich die Seele aus dem Leib heulen, aber auch selbst wenn sie den Mund öffnete kam nichts aus ihr. Kein einziges Wort durchbrach den Knoten in ihrem Hals, der sich in der Hütte gebildet hatte. Sie ließ es einfach sein und ging in das Bad, bevor sie sich einschloss und an der Tür zu Boden sank. Er hatte ihren wunden Punkt getroffen, mehr sogar als das.. er spielte mit dem wunden Punkt. Er stocherte darin mit einem stumpfen Messer herum, aber wofür? Wollte er sie etwa brechen?

      Naira ließ Wasser in die Badewanne ein und überlegte es sich gut, bevor sie letztendlich ihre Haare mit einem Haargummi zusammen packte und sich die Seele aus dem Leib kotzte. Es war ihre Reaktion auf Stress, aber die Reaktion brachte sie weiter, denn nachdem alles raus war fühlte sie sich besser.. sie fühlte sich frei, jedenfalls wenn es um ihren Magen ging.
      Eine Stunde lag sie in der Badewanne und wartete darauf, dass entweder ein Wunder passieren würde, oder ihre Knochen endlich auftauen würden. Beides passierte nicht, aber sie fühlte sich deutlich besser, nachdem sie aus dem Bad raus ging und in einen ihrer Pyjamas steigen konnte. Ihr war es so kalt, dass sie sich warme Socken und sogar einen Bademantel drüber warf, es war wohl keine gute Idee gewesen ohne Jacke rumzulaufen.. vielleicht würde sie dadurch ein wenig schlauer werden?
      Im Wohnzimmer bemerkte sie den schlafenden Victor, ihn hatte es wirklich schlimm getroffen. Sie seufzte leise, dann begab sie sich in die Küche und bereitete ihm einen Tee mit Zitrone und einem Schuss Rum vor, er würde ihn aufwärmen, für sich machte sich die Frau gleich einen mit.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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