[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Victor sah nicht auf, sondern behielt den Kopf weiter unten. Er hatte es geschafft, mal wieder. In dem einen Jahr, dass er erfolgreich alleine verbracht hatte, vergraulte er ohne Probleme, die einzige Frau, die etwas mit ihm anfangen konnte. Großartig. Er stöhnte auf und sah ihr noch nach, wie sie aus dem Wohnzimmer verschwand und ins nächste Zimmer ging, um bloß nicht weiter sich über das Thema unterhalten zu müssen.
      Victor selbst hatte Schwierigkeiten sich ruhig zu halten. Letztlich war es der Fernseher, der den letzten Tropfen ins Fass dazu gab und Victor aus reiner Wut die Fernbedienung vom Sofa schmiss und diese laut gegen den Schrank weiter vorne knallte. Er hatte sie nicht stark genug dorthin befördert, so dass sie kaputt ging. Aber stark genug, dass es ihm half ein wenig von dem Dampf abzulassen. "Ist es denn so schwer einfach nur die Füße still zu halten...", knurrte er leise, um die Diskussion nicht weiter führen zu müssen.
      Spike war natürlich seinem Frauchen gefolgt und mit ihr im Zimmer verschwunden. Somit war Victor alleine und kümmerte sich um das Essen das zurückgeblieben war. Doch mehr als es von A nach B zu bringen, vollbrachte er auch nicht. Einen Moment gab er sich in der Küche und füllte sich ein Glas Wasser. Ein Bier oder Scotch wäre ihm lieber gewesen, doch er riss sich zusammen. Für diesen Moment. Er konnte jedoch nicht versprechen, dass es besser wurde oder der nächste Fehltritt von Naira von ihm einfach ignoriert wurde. Das konnte sie nicht von ihm verlangen.

      Da er nicht mehr erwartete, dass Naira ihr Zimmer verließ, setzte sich Victor wieder auf das Sofa und legte sich halbwegs so hin, dass er trotz der kleinen Größe drauf passte und halbwegs etwas machen konnte, dass wie ein Nickerchen klassifiziert werden konnte. Für heute war es genug Drama und Stress. Sie würden morgen mit halbwegs ausgeschlafenen Gedanken auf der Arbeit auftauchen müssen. Da half der Gedanke aber auch überhaupt nicht, dass Ramirez ihn möglicherweise raus schickt auf die Straße und Naira da alleine im Büro die starke Frau spielt, weil sie nicht anders konnte. Und dieser Alex war höchstens so hilfreich wie ein Schneeball im Sommer. Er wird ihr nachgeben, weil er glaubt, dass sie es besser wusste. Grummelnd wie ein Bär zog Victor die Arme vor der Brust in die Verschränkung und schob grimmig die Augenbrauen beim Dösen zusammen.
    • Naira O'Connor

      Lange hatte sie im Bett gelegen und die Decke angestarrt, als Naira sich endlich dazu entschloss aufzustehen. Es war mitten in der Nacht und sie hatte bisher kein Auge zugedrückt, der kleine Streit von ihr und Victor lag ihr schwer im Magen. Sie war schon so dünn geworden, deshalb wollte die Dunkelhaarige ihr Essen von vorhin lieber im Magen behalten.
      Ganz leise und vorsichtig betrat Naira das Wohnzimmer und blickte zu der Couch, auf der Victor lag. Er schlief scheinbar, auch wenn es nicht wirklich gemütlich aussah. Sie seufzte innerlich und drehte sich noch einmal um, um aus dem Schlafzimmer eine Decke zu holen und sie über ihrem Partner auszubreiten. Er sollte es wenigstens warm haben, auch wenn die Heizung an und das Wohnzimmer warm war. Er sollte ein wenig mehr Schlaf bekommen, als es Naira tat, sie sorgte sich einfach um ihn. Wieder einmal ein Anzeichen dafür, wie tief die beiden in der Kriese steckten.
      Nachdem die Dunkelhaarige ihren Partner kurz betrachtet hatte, lief sie zu ihrer Kommode, um aus dem obersten Schrank etwas rauszuholen, was sie nur selten tat: Zigaretten. Naira rauchte normalerweise nicht, anders war es bei Dingen, die sie nicht mehr los lassen wollten, davon hatte sie in letzter Zeit genug gehabt. Leise schlich sie sich auch wieder in das Schlafzimmer und zog sich einen Bademantel an, um am offenen Fenster zu sitzen, ohne auszukühlen. Die Zigarette war auch schnell rausgeholt und angezündet, auch wenn ihr Hund skeptisch zu seiner Besitzerin aufschaute. Er deckte sich aber noch meh mit seiner Kuscheldecke zu und betrachtete Naira, wie sie an dem giftigen Zeug zog und ihre Lungen damit schädigte. Es war eine Droge, deren sie noch nicht verfallen war, aber die einfach nur nötig war, um einen freien Kopf zu kriegen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor machte es sich natürlich einfacher, als er es eigentlich sollte. Er hätte sich nochmal mit ihr hinsetzten sollen und reden, aber wer war er schon. Niemand, der dergleichen wirklich machen wollte. Er legte sich lieber hin und versuchte ein wenig Schlaf nachzuholen nach diesem Tag. Es war anstrengend gewesen und nicht einmal, weil sie viel unternahmen, sondern mehr, weil es anstrengend wurde über alles hinweg zu sehen was Naira machen wollte.
      Die erste Stunde konnte er ruhig schlafen, doch danach fing es an. Er wachte auf, bewegte sich einen Millimeter und versuchte wieder einzuschlafen. Doch es half einfach nichts. Deswegen bekam er sehr wohl mit, wie Naira wach wurde, kurz im Wohnzimmer umher lief und ihn sogar mit einer Decke zudeckte. Das war nett. Es freute ihn sogar und ließ ihn sich ein wenig schuldig fühlen für das, war er ihr vorhin gesagt hatte. So stur wie er war, blieb er noch eine Weile liegen. Nachdem er sicher war, dass sie wieder verschwunden ist, wachte er auf und sah sich um.
      Ein leichtes Kopfschütteln, er roch den Zigarettenrauch aus ihrem Schlafzimmer sofort. Er hing auch mal an dieser. Es beruhigte ihn in den meisten Fällen, ließ ihn vergessen, dass er etwas trinken wollte. Manchmal rauchte er sogar nur dann, wenn er etwas getrunken hatte. Da waren genug Abhängigkeiten.
      Ohne groß zu überlegen stand Victor auf und schob die Decke von sich. Er versuchte leise zu sein, als er an ihre Schlafzimmertür heran trat, doch er machte sie nicht auf, trat nicht herein. Was hätte er denn sagen sollen? Dabei hätte er so gerne mit ihr über sich und sie geredet. Das hätte ihnen so viel erleichtert. Warum hatte er nur so Schwierigkeiten damit...Kurz war er vor ihrem Zimmer stehen geblieben und zurück gewichen, doch dann klopfte er doch an und trat ein. Er lehnte sich in die Türschwelle und sah sie an ihrem Fenster im Bademantel sitzen. Das Licht fiel ihr sanft ins Gesicht. Eine schöne Frau.
      "Rauchen hilft beim Einschlafen aber nicht gerade...", er musste natürlich klugscheißen und konnte nicht etwas nettes in diesem Moment sagen.
    • Naira O‘Connor

      Ihre Gedanken kreisten um all die Probleme, die sie in letzter Zeit beschäftigten. Es ging dabei nicht nur um Thomas und das Geschehen in der Hütte, es waren auch die tief verborgenen Gefühle, die Victor in ihr weckte, aber auch ihr Vater, denn nachdem sie es Victor erzählt hatte, waren auch die alten Wunden wieder offen. Naira hatte sich schon gedacht,was das mit ihr machen würde, aber so schlimm hatte sie es sich nicht vorgestellt.
      Sie merkte gar nicht, wie sie zu der zweiten Zigarette griff und sie ebenfalls anzündete. Dadurch fühlte sich alles irgendwie.. einfacher an, auch wenn das Klopfen an ihrer Zimmertür die Dunkelhaarige wieder zurück zu sich brachte. Natürlich was es ihr Partner gewesen, jemanden anderen hätte sie gar nicht erwartet. Dennoch, sie bewegte sich kein Stück, hielt den Kopf noch immer an dem offenen Fenster gelehnt und sah nach draußen,in die verschneite Landschaft. Ein kühler Wind zog immer wieder rein, aber irgendwie war es Naira gar nicht kalt.
      „Zieh dir was an, damit du nicht erfrierst..“,sagte sie und musste natürlich genauso klugscheißen, wie er es tat. Aber dadurch bildete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht. „Auch eine?“,fragte sie dann und drehte ihren Kopf doch noch zu ihrem Partner um, hielt ihm mit der freien Hand die Packung hin, auch wenn er immer noch an der Tür stand. Sie hatte ja keine Ahnung, ob er überhaupt rauchte, aber es war mehr eine Geste, die ihm deutlich machen sollte, dass alles zwischen ihnen wieder in Ordnung war. Jedenfalls so gut es ging..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor blieb noch einen Moment an der Tür stehen und schnaufte belustigt auf, als sie ihm entgegnete er solle etwas anziehen. In seinem Shirt wurde es ihm schon nicht kalt. Sagte er jetzt noch. Er trat ran, als man ihm die Zigarette anbot und nahm sich eine aus der Packung. Er klopfte sie leicht ab, mehr eine Bewegung aus Gewohnheit, als dass es einem wirklichen Zweck diente. Dann nahm er auch das Feuerzeug an sich und nahm den ersten Zug. Seine Lungen hatten schon lange keinen Rauch geschmeckt und so war seine erste Reaktion nach dem Schlafen ein kurzes irritiertes Husten, das er versuchte zu unterdrücken.
      "Hmpf...Widerliches Zeug...", Victor verzog das Gesicht. Es schmeckte ihm nicht, trotzdem nahm er einen weitere Zug und gewöhnte sich schnell an den beißenden Geschmack des kalten Rauchs.
      Ihr Angebot gemeinsam zu Rauchen war ein Zeichen der Versöhnung, der Victor aufatmen ließ. Entspannter lehnte er sich nun an das Fenster gegenüber von ihr und sah hinauf die verschneite Straße. Der kalte Wind von draußen hinterließ eine Gänsehaut auf den freien Armen des Detectives, doch er gab nicht preis, ob es ihn störte oder nicht.
      "Kannst nicht schlafen, mh?", er sah zu ihr für eine Sekunde, wandte sich aber wieder der kalten Nacht zu. Wie konnte man in diesem Nichts arbeiten wollen? Dabei war Anchorage gar nicht einmal so klein. Die Mentalität der Menschen hier war nur so anders, dass sie ihre Unstimmigkeiten nicht gerade mit dem nächstbesten Küchenmesser oder einer geladenen Automatik lösen wollten.
    • Naira O'Connor

      Sie beobachtete, wie Victor sich zu ihr gesellte und nach einer Zigarette aus ihrer Packung griff. Ein wenig musste sie blöd grinsen, als sie seine Versuche sah. Sie war selbst keine Raucherin und gelegentlich kam auch bei ihr der Husten durch, den man ein wenig unterdrücken wollte, dafür verurteilte sie ihren Partner ganz sicher nicht. Sie verurteilte ihn generell nicht wirklich für das, was er tat, auch wenn ihr nicht alles passte, was er sagte.
      Naira lehnte sich wieder gegen das Fenster und nahm einen tiefen Zug des Gifts, bevor ihr Husten ebenfalls wieder durch kam. Der Wind kam immer wieder hindurch und auch wenn die Dunkelhaarige ihren flauschigen Bademantel an hatte, die Kälte kam trotzdem hindurch und hinterließ eine Gänsehaut auf ihrem Körper. Ihre Augen suchten nach einer Möglichkeit sich ein wenig Wärme zu besorgen, während sie auf Victors Frage einen kurzen Laut von sich gab, der diese bejahte. Schnell entdeckte Naira die Tagesdecke, die an der Ecke ihres Bettes zerknüllt da lag und sie ergriff diese kurzer Hand, um sich darin so gut es mit einer Hand ging einzuwickeln, die andere hielt immer noch die Zigarette fest.
      "Du auch?",fragte sie ganz unschuldig und hielt ein Stück der Decke Victor hin, um ihre Frage zu verdeutlichen. Dass er sich damit ein wenig näher zu ihr stellen musste ließ sie außen vor, immerhin hatte sie selbst nicht wirklich dran gedacht.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es waren die kurzen Momente Nacht zwischen ihnen, die ihn wieder beruhigten und ihm die Kraft gaben aufatmen zu können. Es war wie eine dicke Schicht Eis, die einen unter dem Wasser hielt und nicht auftauchen ließ. Wie sie gemeinsam am Fenster standen nach einem kurzen Streit, den sie versuchten durch Schlaf zu vergessen. Problem, keiner von ihnen konnte wirklich schlafen gehen. Lächerlich wie sie sich aufführen konnten. Wie ein Paar, dass Meinungsverschiedenheiten hatte und sie nicht klären konnte.
      Victor bließ den Rauch hinaus in die Nacht und lehnte die Kopf nach hinten an den Fensterrahmen. Hier könnte er bleiben,, trotz der Kälte, die nach und nach unter seine Haut kroch und bereit war ihn zum Zittern zu bringen.
      Als sie ihre Tagesdecke holte und ihm anbot sich zu ihr zu stellen, sah er sie an und schüttelte dann den Kopf.
      Er rauchte zu Ende, schmiss den fertigen Stummel hinaus aus dem Fenster und verschränkte die Arme vor der Brust, um sich ein wenig warm halten zu können.
      "Sollen wir nicht lieber das Fenster zu machen und...uns hinlegen...", er senkte den Kopf, als ihm klar wurde, was er in diesem Moment zugeben und sagen wollte. Aber waren sie nicht erwachsene Menschen und war es auch nicht Nairas Sagen, sie seien erwachsen und konnten damit wie welche umgehen?
      "Zugegeben...Wenn du angepisst auf mich bist, kommt nichts zustande." er schnaufte wieder und schüttelte den Kopf. Er fand den Gedanken lächerlich, als er ihn aussprach, aber so war es nun einmal. Zwei Mal schon, die er nüchtern an ihrer Seite verbracht hatte, haben ihm den Schlaf geschenkt. Schlaf von erholenden mehreren Stunden.
    • Naira O'Connor

      Auch Naira nahm den letzen Zug ihrer Zigarette und behielt den Rauch besonders lange in den Lungen, bevor der Rauch wieder durch ihre Lippen den Weg nach draußen suchte. Auch sie warf den Stummel aus dem Fenster und genoss die kalte Luft noch einmal, bevor ihre Augen ihren partner fokussierten. Victor hatte recht mit dem, was er sagte, sie sollten sich lieber ins Bett hinlegen, am besten noch zusammen um einschlafen zu können. Er war ihre Droge, nicht die Zigaretten..
      Ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen, welches anschließend mehr zum Schmunzeln wurde. "Ich war nicht wirklich angepisst auf dich..",sagte die Dunkelhaarige und zog sich die Decke ein wenig mehr über die Schultern. Es war wahnsinnig kalt und deshalb tat sie das einzige, was in diesem Moment richtig war: Naira trat vom Fenster zurück, damit dieses von Victor wieder zu gemacht werden konnte. Sie setzte sich auf ihre Seite des Bettes und mit einem Lächeln auf ihren Lippen wartete sie auf ihren Partner.
      "Du hast recht..", kam es kurz darauf über ihre Lippen. Naira krabbelte unter ihre Bettdecke und ließ Victor genug Platz, damit er sich zu ihr legen konnte. Sie hatten beide gefroren und konnten sich vielleicht so ein wenig wärmen. Immerhin waren beide erwachsen und wie sie es schon einmal gesagt hatte: sie konnten damit auch umgehen, wie Erwachsene. Dass beide damit nicht umzugehen wussten, war schon etwas anderes, immerhin hatte Naira nie zuvor eine richtige Beziehung geführt, in der sie so etwas fühlte, wie sie es bei Victor empfand. Sich selbst würde sie es trotzdem nie zugeben. Das würde alles nur noch schwieriger machen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Eigentlich hätte eine Aussprache den beiden gut getan. Sie hätten über ihre Gefühle reden müssen und erklären, dass die füreinander Gefühle hatten. Doch weder Naira noch Victor und erst recht Victor, konnten damit umgehen oder es gar benennen, als das was es letztlich auch war.
      Victor schloss das Fenster ab, nachdem er ein letztes Mal tief einatmete. Sobald aber das Fenster zu war, konnte er spüren, dass er nicht länger ausgehalten hätte. Um seine Manneskraft aber zu behalten, sagte er natürlich nichts, überspielte sogar den kurzen Schauer, den er bekam, weil ihm wieder warm wurde. Auch wurde es ihm warm, weil sie meinte, sie sei nicht wütend gewesen auf ihn und nicht genervt von seiner Aktion von vorhin beim Abendessen. Das war natürlich eine gewisse Erleichterung.
      Als sie sich dann in Richtung Bett bewegte, blieb Victor noch kurz stehen und dachte darüber nach, inwiefern es klug sei sich nun zu ihr zulegen. Damit war die Grenze zur Freundschaft und zu "bloßen Kollegen" definitiv überschritten, aber andererseits war es das auch nicht das erste Mal. Victor zuckte leicht mit der Schulter. Er musste sich selbst überreden, dass es schon in Ordnung sei.
      Spike lag am Fuß des Bettes und hatte die beiden vorerst ignoriert. Er machte erst die Augen auf, als Victor an ihr Bett heran trat und sich dazu bewegte sich zu ihr zu legen. Der Hund sah aus, als würde er ihn dafür richten.
      Er sah zu ihr runter, kletterte dann mit aufs Bett und nahm seinen Platz neben ihr ein.
      "Wir müssen schlafen. Sonst sind wir beide morgen tot...", er deutete ein kurzes Lächeln an, nahm nicht zu viel von der Decke auf ihrem bett ein und rutschte soweit runter, dass er halbwegs angenehm liegen konnte.
    • Naira O'Connor

      Er legte sich zu ihr und in dem Moment, in dem sie seinen Duft roch fing ihr Herz an seine Arbeit wieder zu beschleunigen. Es war nicht richtig, dass wussten beide definitiv, aber was sollten sie sonst anders machen? Ihre Gefühle ignorieren und das 'Richtige' tun? Was war denn nun das Richtige? Wer wusste denn schon ,was das 'Richtige' war? Wer konnte es ihnen sagen?
      Auch wenn Victor nicht viel Decke und nicht viel Platz einnehmen wollte, Naira war es kalt und ihr Körper frierte wie verrückt. Ja, sie überschritten mit dem was sie taten ihre Grenzen, aber was war es schon? Deshalb fasste sie den Mut zusammen und richtete die Decke auf Victor, bevor ihr Körper ein wenig näher an seinen rutschte. Ihre Haut brannte an den Stellen, an denen ihre Haut seine berührte und das Kribbeln unter ihrer Haut breitete sich immer weiter aus. Die Dunkelhaarige rutschte noch ein wenig näher zu ihrem Partner, bevor sie den Kopf neben ihm gemütlich hinlegte und ihre Augen schloss. Sie lag auf der linken Seite, ihr Bein tat ihr durch die Kälte nicht mehr weh, auch wenn es sicherlich bald wieder wehtun würde, aber Victor ließ sie einiges vergessen.
      "Wir müssen wirklich schlafen..",murmelte Naira und schloss ihre Augen. So dicht an Victor dran konnte sie sicherlich gut schlafen, es reicht einfach nur seine Nähe zu spüren. "Wir werden aber morgen trotzdem beide tot sein.. Ich denke nicht....dass diese wenigen Stunden... ausreichen werden..". Sie gähnte kurz und kuschelte ihren Kopf ein wenig mehr an Victor. Sie war so müde und deshalb auch so unterwürfig und kuschelbedürftig. Das würde sich schon bald ändern.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor war nicht der Typ der nüchtern seinen Platz neben der Frau einnahm. Er hatte lange genug gar kein Interesse am anderen Geschlecht gezeigt, geschweige denn überhaupt ein Gefühl in der Brust gehabt, das dem ähnlich war. Jetzt wo er neben ihr lag und spürte, wie sie wieder den Abstand zueinander verkleinerte, war er sich nicht mehr sicher, wie gut er eigentlich noch schlafen wird heute Nacht. Die restlichen Stunden waren jedoch weniger schlimm als erwartet. Trotz der anfänglichen Hitze, die sich in ihm breit machte und den Gedanken, die ihn heimsuchten, konnte er schnell wieder dem Schlaf verfallen und sich dem zuwenden, was er am meisten im Leben brauchte. Ruhe und Schlaf.

      Ihr erster Arbeitstag verlief wie erwartet ein wenig holprig und angespannt genug, dass die Stunden einfach an einem vorbeirasselten. Victor hatte genug mit den Papieren auf dem Schreibtisch zu kämpfen und auch Naira schien mehr als genug Fallakten bekommen zu haben, die sie zu bearbeiten hatte. Und die Mitarbeiter und Kollegen waren nach den ersten Fragen auch schon wieder von ihnen gegangen und widmeten sich ihren eigenen aufgaben. Wie abgesprochen fuhr Victor Naira auch an diesem Tag zu ihrer Reha und dann wieder zurück zur Arbeit. Trotz ihrer Versöhnung und ihres kurzen aneinander rasseln, behielt er sie und ihr Bein im Auge. Er ließ es immer noch nicht ganz so einfach an sich vorbei kommen, wenn sie Schmerzen hatte. Immer wieder erinnerte er sie daran, dass sie ruhiger machen sollte. Abends fuhr er sie beider wieder nach Hause und sie machten sich einen halbwegs angenehmen Abend an dessen Ende sie sich wieder gemeinsam zum Schlafen legten.
      Auch an ihrem zweiten Arbeitstag erschien es Victor so als seien sie bereit nach und nach wenige Schritte in Richtung ihrer Verbesserung zu tun. Mit Kaffee in beiden Händen kam er morgens zu Naira an den Tisch. Das erste was er glaubte, was sie beide halbwegs aufwecken konnte. "Hier...", er rieb sich die Augen, nachdem er ihre Tasse abgestellt hatte.
      Alex huschte an ihrem Zimmer vorbei und begrüßte sie. Dabei fiel sein fragender Blick auf Victor, der wie nun meistens in der Nähe von Naira zu finden war. Sie waren nicht mehr zu trennen und das schien nicht allen zu gefallen...
    • Naira O'Connor

      Es war gut wieder bei der Arbeit zu sein, auch wenn die beiden erst einmal am Schreibtisch saßen und die Stapel der Akten durch sahen. Für Naira war es deutlich angenehmer, als nur Zuhause zu sitzen und nichts zu tun, hier fühlte sie sich deutlich wohler was vielleicht auch an Victors Anwesenheit lag, sicher konnte sich Naira jedoch nicht sein.
      Ihre Kollegen hatten eine Menge der Akten nicht richtig abgeschlossen gehabt, damit gab es eine Menge Arbeit für die beiden, aber es war immer noch besser als nichts. So konnte sie wenigstens ein wenig in ihrer Arbeit versinken, wie sie es vor dem Vorfall auch immer gerne getan hatte. Natürlich waren die meisten der Delikte eher etwas kleineres, Anchorage war die größte Stadt von Alaska, aber die meisten Verbrechen hier waren Lärmbelästigungen, Diebstähle oder Beleidigungen.. Das einzig richtige war nur Victor und Naira unter die Hände geraten..
      Auch der zweite Tag verlief ganz ruhig und Naira war ihrem Partner ganz dankbar, dass er ihr den Kaffee brachte. Sie wollte ihn bei der Arbeit nicht verärgern und hielt sich an ihr eigenes Versprechen: Ihn bei der Arbeit nicht weiter zu verärgern. Es passte uihr einiges nicht und die Dunkelhaarige wollte gerne vieles selber machen, doch sie stand nur auf, wenn sie auf die Toilette musste, den Rest erledigte Victor für sie. Dass es gerne Alex war, der an seiner Stelle stehen wollte verstand sie selbst nicht, beachtete es auch deutlich weniger, als Victor es vielleicht tat. Sie verstand auch nicht ganz, was sein Problem war, immerhin konnte sie nicht riechen, dass der Mann Gefühle für sie hatte. Sie hatte jedenfalls keine, die positiv waren.

      Am Nachmittag war Naira fix und fertig. Die Reha war für sie eine Herausforderung, denn die Frau war sehr eifrig dabei und wollte immer mehr erreichen, auch wenn ihre Therapeutin einer anderen Meinung war. Victor war nicht der einzige, der genervt von der Selbstständigkeit Nairas war, aber sie selbst war zu stur um da irgendetwas gegen zu machen.
      "Ich habe Hunger..",murmelte Naira, als sie durch die Tür kam und Spike auf sie zu lief. Mit einem breiten Lächeln strich die Dunkelhaarige kurz über sein Fell, bewegte sich aber dann in die Küche, damit ihr Hund auch etwas zu essen bekommen würde. "Denkst du nicht, ich könnte uns etwas kochen?",fragte die Frau und suchte in der Küche die Schränke ab, um etwas essbares zu finden. Als sie eine ihr unbekannte Dose ganz hinten im Regal erblickte guckte sie skeptisch und griff schnell zu einem Hocker, um sich hinzustellen. Sie war nicht die kleinste, aber trotzdem brauchte auch Naira mal einen Hocker. Kaum hatte sie die Dose ergriffen schon merkte sie, wie ihr Gleichgewicht nachgab und sie ausrutschte. Sie fiel und ihre Gedanken waren schon dabei, wie sehr ihr Steißbein im Nachhinein wehtun würde. Warum konnte sie nicht einfach nach Hilfe fragen?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor und Alex waren wie zwei Alpha-Männchen die sich nicht verstanden. Wobei Victor sich eher als das Alpha sah und Alex...Wenn man ihn fragte, dann gehörte er zu Omega. Realistischer gesehen durfte er vielleicht sogar ein Beta sein. Aber nichts was Victor in so vielen Fällen hätte das Wasser reichen können. Worte, die er gegenüber dem Kerl nicht aussprach. Ihr erstes Treffen war nicht unbedingt gut verlaufen und damit war ihre Geschichte auch schon besiegelt. Die Tatsache, dass er Kerl etwas von Naira auch wollte, passte Victor auf eine unbewusste Art und Weise nicht. Sie mochte es nicht merken, doch er hatte sich immer wieder genug Zeit freigeschaufelt, um mindestens einmal am Tag vorbei zu kommen und mal nach dem Rechten zu sehen. Eine Sache die eigentlich Victor bereits erledigte.
      Die zu bearbeitenden Akten waren eine Hölle. Wenn er dergleichen auch in Brooklyn mal hätte tun müssen, wäre es ein doppelt so großer Berg an Arbeit. Mobbing, Vermisstenanzeigen, Kleindelikte, alles wofür er eigentlich nicht zuständig sein sollte. Morddezernat hieß es doch letztlich. Aber hier kümmerte er sich um alles was anfiel und wo man die Arbeit eines Detectives einsetzen konnte. Was auch immer das Brot im Haus bezahlte...Nach den ersten 4, manchmal 5 Stunden, brachen die beiden zu der Reha-Stunde auf, damit sich Naira um die Gesundheit ihres Beins kümmern konnte. Wie immer wartete Victor dabei draußen und drehte die ein oder andere Runde. Er war zwar hin und wieder bei ihr drin gewesen und hatte zu gesehen, doch es war längst nicht so interessant, wie man glaubte.
      Wieder zu Hause angekommen, ließ er Naira vorausgehen. Spike war bereit sie beide freudig zu begrüßen und wie immer an ihnen zu schnüffeln, um zu erfahren, wo die beiden waren. Dann folgte er Naira in die Küche, denn er war mindestens so hungrig wie sie.
      Victor schüttelte den Kopf und ging erst ins Bad, um sich die Hände zu waschen: "Wenn du einen Moment wartest, kann ich gleich helfen..."
      Doch seine Worte waren wohl egal gewesen, denn kaum war er mit Händewaschen fertig, hörte er ein lautes und dumpfes Krachen aus der Küche. Schnell und nur mit wenigen Schritten war er sofort in der Küche und entdeckte Naira am Boden. Neben ihr der Hocker, mit dem sie versuchte an einen Schrank zu kommen und gleich neben dran eine Dose mit Essen. "Das darf wohl nicht wahr sein!"
      Victor kam zu ihr und versuchte ihr aufzuhelfen, um sie auf den nächstbesten Stuhl zu setzen: "Du kannst keine Sekunde warten, oder? Nein, es ist besser du stellst dich auf einen Hocker mit nur einem funktionierenden Bein. Klar...Was kann da bloß schief gehen.", zufrieden war Victor nicht und das hörte und sah man ihm deutlich an.
    • Naira O‘Connor

      Sie hatte sich zum Glück ein wenig umgedreht, als sie gefallen war und beim Aufprall landete die Dunkelhaarige tatsächlich nur auf dem Steißbein. Sie musste die Zähne zusammenbeißen, um nicht vor Schmerz lauter zu werden, hoffte dabei vor allem, dass es keiner mitbekommen hatte. Leider betrat Spike kurz darauf die Küche und mit ihm auch Victor, der so gar nicht amüsiert aussah. Um ehrlich zu sein hatte Naira keine Ahnung ob sie nun lachen, oder weinen sollte.. Victors Gesicht sah aber nicht so aus, als würde er gleich wirklich lachen..
      „Reg dich ab, Victor..“,murmelte sie und verdrehte innerlich die Augen. „Mein Steißbein hat alles abgekriegt.. das wird sicherlich die Tage echt wehtun..“. Sie überprüfte diese These, indem ihre rechte Hand über das Steißbein strich, dabei verzog sie jedoch ein wenig das Gesicht. „Das wird höllisch weh tun..“, murmelte Naira und seufzte, während sie einen Blick zu Victor riskierte.
      „Ja, vielleicht war es nicht die schlauste Aktion.. aber mein Gott.. ich habe vergessen, dass ich ein Krüppel bin.. es ist ja nichts passiert!“. Ob das weise Worte waren bezweifelte Naira, nachdem sie diese ausgesprochen hatte. Sie hätte vielleicht mehr Reue zeigen sollen, um Victor zufrieden zu stellen, aber gleichzeitig konnte sie doch nicht immer gegen sich selber arbeiten!
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Eigentlich war es kaum zu fassen. Victor trat von ihr ab, ließ sie am Boden sitzen und versuchte es nicht noch einmal sie vom Boden wenigstens auf einen Stuhl zu bringen oder gar aufzuhelfen, um ihr irgendwie behilflich zu sein. All die Tage hatte er ihre Selbstständigkeit verflucht, aber dennoch nichts gesagt. Erst seit kurzem versuchte er ihr zu zeigen, dass das so nicht weiterging und ihre Helfer im Krankenhaus waren sicherlich der selben Meinung. Wenn sie das Bein weiterhin überstrapazierte, war es das mit ihrer Karriere. Victor ballte eine Hand zur Faust: "Nichts passiert? Oh ja, Glückwunsch. Es hat dein Steißbein erwischt. Beim nächsten kann es hoffentlich dein Bein sein, weil dann verstehst du endlich, dass du diese verfluchte Scheiße sein zu lassen hast, weil du sonst tatsächlich zu einem Krüppel degradierst."
      Um sich zu beruhigen wandte er den Kopf zur Seite und schloss die Augen, doch selbst das durchatmen fiel ihm angesichts der gehäuften Situationen schwer. "Dir ist das vielleicht nicht klar, aber alle anderen sehen es! Und statt die große starke zu spielen, solltest du kapieren, dass ein wenig Hilfe für dich gerade sehr wohl angesagt ist."
    • Naira O’Connor

      Sie seufzte laut, als Victor seine Worte ausgesprochen hatte. „Du brauchst nicht so beleidigend zu werden“,sagte sie ruhig und winkelte ihr gesundes Bein an, um sich langsam zu erheben. Ihr Steißbein tat höllisch weh, aber sie versuchte sich zusammen zu reißen. Immerhin war die Situation schlimm genug, da wollte sie nicht noch weiter rumjammern.
      „Wollen wir mal sehen, wie es dir ergehen würde, wenn du so etwas haben wirst.. ah, es geht ja nicht, weil ich der Krüppel bin!“. Sie setzte sich auf einen der Stühle und schüttelte den Kopf. „Hat mich mal jemand gefragt, wie es mir geht?! Oder was ich dazu zu sagen habe?! Ihr denkt alle, dass es so einfach ist damit.. soll ich mich etwa in die Ecke setzen und über mich selbst beklagen?! In Selbstmitleid versinken?!“, sie wurde ein wenig lauter, aber hatte sich schnell gefasst und schüttelte bloß den Kopf. „Können wir einfach etwas essen und das alles zur Seite schieben? Ich habe Hunger..“,schlug sie dann vor und seufzte wieder einmal leise.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor war jetzt nicht danach einfach kleinbei zugeben. Es gab Tage und Situationen über die wollte er nicht mehr hinweg sehen und nun war so eine Zeit angeschlagen. Unzufrieden schnaubte er über ihre Erwiderungen und er erkannte darin, dass sie keinerlei Interesse hatte weiter zu reden, doch er gab nicht nach: "Solange du nicht normal auf zwei Beinen laufen kannst ohne dich jedes Mal mit Schmerzmitteln vollpumpen zu müssen, dann reden wir darüber wie stolz du sein darfst. Aber solange du mit den Krücken herum läufst, solange du angewiesen bist auf eine Reha und auf andere Menschen, die dich umher fahren und auch auf dich Acht geben...", Victor stoppte sich in der Rede bei der er sich in Rage sprechen konnte und legte die Hände über dem Kopf zusammen, um nicht noch einmal zu fluchen oder jemanden zu beleidigen.
      "Scheiße verdammt...", er schaffte es nicht, "Du bist doch der Meinung, dass du alles alleine hinbekommst und überhaupt keine Hilfe brauchst. Na los, dann mach dir eben dein Essen selber!", er hob dabei die Dose auf, nach der Naira versuchte mit dem zu kommen und knallte sie dabei auf die Theke neben sich, "Aber ich werde nicht mit ansehen, wie du dich endgültig zu diesem Krüppel machst, der du glaubst zu sein!", damit das Gespräch endgültig vorbei war ließ er alles stehen und liegen, packte auch die Autoschlüssel und ihre Hausschlüssel aus, um sie auf dem Tisch liegen zu lassen, "Ich habe es versucht darüber hinweg zu sehen, Naira. Aber es kotzt mich an, dass du nicht ein wenig mehr auf dich Acht gibst. Du magst mich damals gerettet haben...Und dich selbst. Aber manchmal ist es besser, wenn man sich mal ruhig auf den Arsch setzt und anderen zuhört."
      Es waren seine letzten Worte, bevor er aufbrach und zu mindestens vorerst aus der Küche verschwand.
    • Naira O’Connor

      Sie seufzte, als ihr Partner anfing sich noch weiter auszukotzen. Seine Worte hatten sie verletzt und tief getroffen, aber ihr Stolz ließ nichts davon zeigen. Naira hatte schon viele kommen und gehen sehen, da war ihr Victors Abgabg auch nicht wirklich wichtig, jedenfalls versuchte sie es sich einzureden.
      „Denkst du, es ist einfach mit dir auszuhalten?!“,fragte sie laut, als Victor aus der Küche raus marschierte. Sie wollte sich schon auf die Zunge beißen und nicht weiter sprechen, aber sie war viel zu wütend und aufgebracht, da konnte sie nicht einfach so aufhören. „Du hast es natürlich immer einfach zu reden! Hast du versucht das Gespräch mit mir zu suchen?!“. Sie atmete noch einmal durch und hörte, wie Victor die Schlüssel auf den Tisch packte. Sie wusste, was er tun würde, aber so sehr sie es versuchte, es war ihr definitiv nicht egal..
      „Weiß du was?! Geh doch! Ich brauche dich nicht, genauso wenig wie ich alle anderen brauche! Ich komme auch prächtig alleine zurecht! Habe ich bisher auch immer!“. Sie war kurz davor selbst etwas zu nehmen und gegen die Wand zu werfen, ihre Wut musste einfach mal raus. Es war nur ein Streit, hoffte sie jedenfalls..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Man musste es ihm nicht ein zweites Mal sagen. Naira hatte sich entschieden und war ebenfalls gegen ihn gewettert. Sie erlaubte ihm sogar zu gehen, einfach zu verschwinden. Es schmeckte bitter in diesem Moment, doch Victor biss die Zähne zusammen: "Schön. Ich verschwinde!", rief er noch aufgebracht und zog sich die Schuhe über, um letztlich die Tür hinter isch zu zu knallen.
      Nein, er hatte nicht das Gespräch mit ihr gesucht, weil er nie davon ausging, dass er ein Gespräch führen konnte, welches den anderen auch nur ansatzweise etwas brachte. Er konnte sich nicht gut ausdrücken, wenn es um persönliche Indifferenzen ging oder um Beziehungen. Das was er gut konnte, war nun einmal ein Dritter zu sein. Jemand der mit einem Opfer sprach oder gar mit dem Täter, der nicht persönlich in eine Sache involviert war. Es war nicht einfach mit ihm auszuhalten. Lange nicht mehr und es war überraschend, dass sie überhaupt mit ihm einen Moment aushielt. Dass sie überhaupt neben einander schliefen. Victor spuckte genervt aus, als er auf der Straße war, um den widerlichen Geschmack im Mund loszuwerden. Nein, er wollte nicht wieder hoch und sich entschuldigen, nicht wieder helfen. Er wollte nur noch zu sich nach Hause und da störte ihn noch nicht einmal die Kälte um ihn herum. Er lief die Straßen hinab, erinnerte sich kurz wohin er musste und brach dann auf, um zu der Straße zu kommen auf der sein verlassenes, einsames Haus zu finden war.
      "Großartig gemacht, du Stück Sch...", er grummelte weiter vor sich hin, als er die Tür zu sich aufmachte und diese dann wieder laut ins Schloss knallte, um seiner Wut Platz zu machen.
    • Naira O’Connor

      Ihr ganzer Körper zuckte zusammen, als Victor die Tür hinter sich zuknallte. Sie hatte ihm nicht wirklich zugetraut, dass es tatsächlich gehen würde und noch viel weniger hätte sie sich zugetraut, dass sie ihn rausschmeißen würde. Sie blieb dennoch sitzen und wartete einige Momente darauf, dass Victor wieder zurück kommen und damit das alles vorbei sein würde, aber er kam nicht. Er ließ sich nicht blicken.
      „Dämliches Arschloch..“,murmelte sie und stand dann auf, um zu der Eingangstür zu marschieren. Ihr Steißbein tat weh, genauso wie ihr Bein, aber die Wut in ihr ließ es einfach ignorieren. Naira schloss die Tür doppelt ab, denn nun war sie alleine in der Wohnung und alle Erinnerungen holten sie wieder ein. Thomas war hier gewesen, er hatte alles durchsucht und sich alles genau angesehen.. vielleicht würde er ja sichtlichen und..
      Schnell blendete sie die Gedanken aus und durchsuchte ihre Kommode nach den Zigaretten, die sie wieder versteckt hatte. Drei waren noch drinnen, eine steckte sich die Dunkelhaarige in den Mund und zündete sie sich an dem offenen Fenster an. Sie brauchte diesen tiefen Zug um wieder runter zu kommen, aber selbst nach einer Stunde kam Victor noch immer nicht zurück. Die Wut war langsam verschwunden und Naira war sich sicher, dass es nun deutlich schwieriger werden würde, vor allem was deren Beziehung anging.

      Gegen Abend war sie dann mit ihrem Hund raus gelaufen, um Spike ein wenig laufen zu lassen. Sie hatte sich die letzte Zigarette mitgenommen, um draußen ihre Lungen weiterhin zu vergiften, während ihr Hund im Schnee tobte. Er hatte sich auch nach dem Spaziergang zu seinem Frauchen ins Bett gelegt und mit ihr gekuschelt, weil es ja keinen mehr gab, der für sie da war.
      Langsam bemerkte sie ihren Fehler, aber es war sowieso schon zu spät und da blieb ihr nichts anderes übrig, als die Nacht wach im Bett zu verbringen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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