[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Victor war ihr in das Schlafzimmer gefolgt, welches mindestens genau so durcheinander war, wie der andere Teil der Wohnung. Er identifizierte manche Hefter, die auf dem Boden lagen, etwas Kleidung, die verriet, dass Naira nicht ganz unschuldiger Cop war, sondern sich auch darin verstand als hübsche Frau zu fühlen. Er ließ keinen Kommentar ab, sondern nahm einfach ergeben einen Platz auf dem Bett ein und seufzte noch einmal. Naira machte sich derweil Bettfertig, während ihr Partner das Schlafzimmer analysierte und versuchte herauszufinden, was der Mörder hier gesucht hatte. Definitiv nicht nach seinen Akten, denn diese befanden sich nur selten im privaten Besitz eines Detectives und er hätte wohl eher das Präsidium dafür abfackeln müssen, als die Wohnung einer Frau auf den Kopf zu stellen. Doch was auch immer er gesucht hatte, eine Taktik das zu finden, schien der Mann nicht gehabt zu haben. Thomas wollte er ihn nicht nennen. Das war nicht sein Name und es würde lang genug brauchen, bis sie herausfinden werden, wie er wirklich hieß.
      Sobald Naira wieder da war und sich unter ihre Decke legte, erlaubte es sich auch Victor. Abgesehen von seiner dünnen Decke daheim konnte er sich unter dieser direkt vergraben. Victor mimte immer den starken und unzufriedenen, doch war er auch nur jemand, der in seinen letzten Jahren etwas Liebe gesucht hatte. Zufrieden schnaufte er unter der Decke unter der er sich, unpassend seines gezeigten Charakter, vergraben hatte: "Gute Nacht...".
      Den Blick hatte er kaum auf Naira gelegt, ihm war jetzt nicht danach seine Triebe wieder zu wecken und allein der Gedanke neben ihm im Bett zu liegen, machte ihn unruhig. Und genau deswegen konnte er auch kaum einschlafen. Neben all den anderen Dingen, die ihm im Kopf kursierten, wollte sein Kopf wissen, wie Naira sich im Schlaf verhielt. Nach gut zwei Stunden, die er versuchte einzuschlafen und auf die Wand gegenüber von sich gestarrt hatte, drehte er sich um. Nur vorsichtig, weil sie beide unter einer einzigen Decke lagen und er sie nicht versehentlich weckte oder berührte.
    • Naira O‘Connor

      Oh,wie lange hatte sie gebraucht, um den Gedanken über den fast nackten Herren in ihrem Wohnzimmer zu verdrängen. Naira hatte es wahnsinnig schwer gehabt und immer, wenn sie ihre Augen schloss stand Victor wieder vor ihr. So sehr sie sich auch anstrengte, umso schwerer wurde es letztendlich auch, nichts zu tun. Sie wusste doch, wie abgeneigt Victor von ihr war und trotzdem wollte ihr Kopf nicht Ruhe geben.

      Unruhig war die Dunkelhaarige während ihres Schlafs, denn Alpträume plagten sie. Naira befand sich immer und immer wieder in der selben Situation: Sie schloss die Haustür auf und als sie in die Wohnung eintrat, begrüßte sie ein größeres Chaos, als sie vorhin gesehen hatte. Ein Schatten war im Schlafzimmer zu sehen, ein Schuss zu hören und sie sah sich selber blutend auf dem Boden ihres Schlafzimmers liegen. Vier mal durchlebte sie es immer wieder, ehe sie ruckartig wach wurde und sich aufsetzte. Ihr Herz schlug so laut, dass sie keinen klaren Gedanken fassen konnte, während das Ziehen im Bein immer stärker wurde. Nicht nur die Wunde hatte er ihr hinterlassen, nun besuchte sie der Mistkerl selbst in Alpträumen.
      Noch vollkommen benommen setzte sich Naira auf die Bettkante und fuhr sich mit ihrer Hand übers Gesicht, während die andere Hand über den Verband ihres rechten Beines fuhr. Die Uhr auf ihrem Nachttisch zeigte gerade mal ein Uhr an, sie hatte noch genug Zeit um fit zu werden für die Verhörung.. vielleicht würde er sie dann endlich in Ruhe lassen?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Hin und wieder schaffte es Victor in einen kurzen Schlaf zu verfallen, doch mehr als ein kurzes Schlummern wurde es nicht. Er wachte immer wieder auf, geplagt von den üblichen Gedanken, die ihn alle Nächte wach hielten und geplagt von der Nähe zu einer Person, die er zu beschützen versuchte. Zu viele Gedanken waren es, als dass er sich wieder von ihr wenden konnte, um ruhig einzuschlafen. Nein, stattdessen beobachtete er Naira Minutenlang, wie sie im Schlaf, ihr Gesicht verzog, die Lippen zusammenpresste und versuchte ihre Alpträume zu mildern. Er konnte sich nicht vorstellen was sie gesehen hatte und was das für Auswirkungen auf ihre Psyche hatte, höchstens ausmalen und glauben er wusste es. Es gab Momente in denen er eine Hand an ihre Wange legen wollte, um ihr ruhig zu zu flüstern, dass sie keine Angst zu haben brauchte, doch er tat es nicht. Sie waren kein Paar. Er war nicht gewillt sich auf eine Beziehung mit einer Partnerin zuzulassen, die ihn abschieben konnte ohne mit der Wimper zu zucken.
      Als sie jedoch urplötzlich sich aufsetzte, schloss Victor die Augen instinktiv und wollte sich schlafend stellen. Er konnte aber nicht. Er war wach, wieso sollte er so tun, als ob er wirklich ruhig schlafen konnte. Das war gelogen.
      Vorsichtig setzte er sich auf und sah zu Naira, betrachtete ihren ihm zu gewandten Rücken, bevor er sanft eine Hand auf ihre Schulter legte, nicht darauf aus sie zu erschrecken.
      "Alles okay?...Es war nur ein Traum...", flüsterte er mit rauer Stimme. Dass dabei Parallelen aufkamen zu "Thomas", er genau so gut in diesem Zimmer neben ihr im Bett hätte liegen können und das wann auch immer er es für richtig hielt, kam Victor vorerst nicht in den Kopf. Er machte sich einfach nur Sorgen und wollte dies so unterschwellig wie möglich mitteilen.
    • Naira O‘Connor

      Tief durchatmen... sagte sich Naira immer wieder in ihrem Kopf und versuchte es wirklich tief Luft zu holen. Es rauschte in ihren Ohren, während sich das Herz noch immer nicht beruhigen konnte. Am liebsten wollte sie etwas werfen oder schlagen, um diese Wut in ihr loszuwerden, aber ihr waren ihre Sachen zu schade.
      Als eine Hand auf ihre Schulter gelegt hatte, fuhr Naira innerlich zusammen. Sie bekam eine Panik, die ihre Gedanken auf mögliche Erinnerungen an diese Hand durchforschte bis ihr auffiel, dass Victor neben ihr im Bett lag. Ihr Kopf drehte sich kurz rum, um dem sicher zu sein und als sie seine Umrisse erkannte und auch den Bart, konnte die Dunkelhaarige beruhigt durchatmen. „Ich hasse diesen Mistkerl..“,murmelte sie, während ihr Kopf wieder nach vorne ging und sie seufzte kurz, ehe sie sich lagsam wieder in das Bett legte. Ihre Augen blieben offen, Naira war viel zu aufgeregt um jetzt sofort einschlafen zu können. Warum ihr Partner nicht geschlafen hatte interessierte sie in dem Moment nur wenig, wahrscheinlich war er ihrer Meinung nach aufgewacht, nachdem sie sich erhoben hatte. Wecken wollte sie ihn ganz sicher nicht, aber in diesem Moment dachte sie eher egoistisch und kümmerte sich weniger um Victor, er wollte es schließlich auch gar nicht, aber vielleicht war sie ihm noch immer wegen der Zurückweisung böse.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie bestätigte ihm, aus welchem Grund sie aufgewacht war und er nickte leicht, sah zu wie sie sich zurück legte und an die Decke starrte. Er wird sie verfolgen, wie ihn der Tod seines Partners immer verfolgen wird. Solche Gefühle gingen nie und die Erinnerungen erst recht nicht. Es brauchte nur einen kurzen, knappen Moment und urplötzlich waren sie wieder da, noch stärker als zuvor. Victor setzte sich zurück, um sich anzulehnen und fuhr sich mehrmals durchs Gesicht, um richtig wach zu werden. Viel Schlaf brauchte das Gehirn nicht, wenn man die letzten Tage lange geschlafen hatte.Er war wach und das war nicht ihr Fehler.
      "...", einige Minuten saß er einfach neben ihr und beachtete nicht, dass es still und seltsam wurde. Doch in dieser Zeit hatten seine Gedanken angefangen sich im Kreis zu drehen, Dinge zu bedenken, die er vielleicht nicht einmal bedenken musste.
      Trotzdem war er der erste, der die angefangene Stille wieder brach: "Weißt du...ich wünschte mir...dass ich an dem Tag bei Bewusstsein wäre. Nur um das Leid zu teilen...", seine Stimme war leise, ein wenig kratzig und man hörte sein bedauern heraus.
      Er wünschte es sich, denn es war alles einfacher, wenn man dabei war und wusste was geschehen war. Das hatte er sich damals zu mindestens gewünscht. Immer und immer wieder, hatte er versucht die Leute anfangs dazu zu motivieren ihn zu verstehen, doch ihre Worte blieben leere Floskeln.
      Victor zog die Beine an um sich mit einem Arm auf dem Knie anzulehnen.
      "Es ist immer einfacher, wenn Worte wie: Ich weiß wie du dich fühlst, auch begründet sind. Ich...habe nichts dergleichen erlebt, nie. Und das in Brooklyn...", er redete und wollte sich ihr mitteilen in der Hoffnung, dass es Naira wieder ein wenig beruhigte.
      Dass, er etwas vergleichbar schmerzvolles erlebt hatte, wollte er ihr nicht mitteilen. Es war sein Problem, sein Leben und etwas, dass sein Leben komplett zerstörte.
    • Naira O‘Connor


      Für Naira waren es alles leere Worte, die sie aus Victors Mund hörte, aber dafür war sie ihm nicht böse, wahrscheinlich gab es keine Worte der Welt, die sie irgendwie beruhigen konnten und doch hatte Victor es versucht gehabt. Sie wusste, dass an ihm auch etwas klebte, aber sie wusste noch nicht was und die Worte des vermeidlichen ‚Thomas‘ schwirrten ihr immer wieder im Kopf. Aber um Victor zu fragen war sie zu feige, oder vielleicht auch zu stolz. Sie wusste, wie es enden könnte, wenn sie danach fragen würde.
      „Bitte, jetzt gebe dir nicht wieder die Schuld..“,sagte sie und schüttelte den Kopf. „Wir haben beide versagt.. ich habe von Anfang an das Gefühl gehabt, mit ihm ist was falsch..“. Sie fand es äußerst anstrengend Victor immer wieder dazu zu bewegen, sich. Ich die Schuld dafür zu geben, was passiert war. Niemand gab ihm die Schuld außer er sich selbst und das noch nicht einmal zurecht. Dennoch seufzte Naira innerlich, sie sollte gar nicht so streng mit Victor sein, aber leider hatte sie es nie anders gelernt. Sie musste die Situation irgendwie ein wenig entschärfen.
      „Mein Vater sagte mir immer,ich wäre nicht gut genug um bei der Polizei dabei zu sein..“,fing sie letztendlich an und schloss die Augen. „Er war der Chief der Stadt gewesen.. alle haben ihn immer bewundert.. aber was er wirklich für ein Arschloch sein konnte wusste keiner..also hatte mich der Ehrgeiz gepackt gehabt und ich hatte die besten Noten des Jahrgangs.. als ich die Stelle hier antrat, nachdem er gegangen war haben alle erwartet, dass ich vielleicht damit überfordert sein würde, er stellte mich oft als eine Art.. kleines hilfloses Mädchen dar.. und vielleicht hatte er von Anfang an recht... das war nämlich unter anderem das, was er mir vorgeworfen hat, als ich vor ihm gefesselt das arme kleine hilflose Mädchen war“. Sie hatte absichtlich nicht Thomas gesagt, beide waren sich sicher, dass das nicht der richtige Name war und mit ‚er‘ klang es gleich ganz anders.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Vielleicht gab es gar keinen Grund warum sich Victor schuldig fühlen musste. Es gab überhaupt keinen Beweis, dass er versagt hatte. Das mochte stimmen, jedoch war es einzig und allein sein Gefühl, dass ihn wieder tiefer als den Boden riss und ihm sagte, dass er nichts ins einem Leben richtig gemacht hatte. Eine Depression? Ganz sicher.
      Auch wenn Naira versuchte ihm das auszureden, so blieb dieses schwere und eiskalte Gefühl einer Klaue, die sich um seine Brust legte und ihn hielt. Alles Erinnerungen, die ihn nieder ziehen wollten.
      Aber für diesen Moment versuchte er nicht auf sich zu hören, sondern horchte auf die Story, die Naira ihm erzählte. VOn ihr und ihrem Vater. Sie klang nachvollziehbar und erklärte sogar warum Victor sie selbst als weiblichen Partner gut leiden konnte. Sie war ehrgeizig und genau so geschlagen wie er selbst es war.
      Als sie dann sagte, dass "er" sie als hilfloses Mädchen bezeichnet hatte, so musste er aufblicken und ihr ins Gesicht sehen. Der Schmerz war ihr anzusehen.
      "Das habe ich anfangs auch gedacht...", gab er leise zu. Es war nachts und wirklich laut wollte er in diesem Moment einfach nicht sein.
      Und auch wenn diese Worte nicht gerade die nettesten waren, erinnerte es Victor an die Anfangszeit, als er in Anchorage angekommen war. Verkatert und genervt und dann sollte er mit einer Frau zusammen arbeiten: "Ich hielt nichts von der Idee mit einer Frau zu arbeiten. Vor allem nicht, wenn diese auch noch gut aussieht. Meistens verwendeten diese Frauen dann eine Unmenge an Zeit daran, darüber nachzudenken, wie sie bei einer Aktion aussehen...Wir hatten eine im Revier in Brooklyn. Mehr als Streife fahren und Büro arbeit überließ man ihr nicht...", erzählte Victor und erinnerte sich in diesem Moment doch sehr gerne an die zeit damals, als noch alles gestimmt hatte.
      "Aber du hast mich eines besseren belehrt...Du hast was drauf. Hast mir sogar den Arsch gerettet..."
    • Naira O‘Connor

      Es tat verdammt weh diese Worte von Victor zu hören, aber es war nichts, was sie nicht schon öfter gehört hatte. Dennoch, Naira war froh, dass ihr Partner ehrlich zu ihr war, sie schätzte Ehrlichkeit sehr und seine letzten Worte zauberten ihr sogar ein sanftes Lächeln auf den Lippen. Ja, Naira hatte was drauf.. auch wenn es der Rest der Welt noch nicht ganz sah, ihr Partner sah es und das war sehr wichtig für sie.
      „Mein Vater sagte mir auch immer, ich sei schön und das wars.. er hatte mir nie die Möglichkeit gegeben ihm zu beweisen, dass ich mehr drauf habe.. als ich die Schule abgeschlossen hatte und hier anfangen wollte war er gegangen ohne irgend ein Wort zu sagen.. ich denke es hängt ziemlich mit meiner Mom zusammen, aber das ist ne andere Story..“, sie nachgeborne kurze Pause und seufzte leise. Sie schweifte einfach zu sehr ab.. „mein Problem mit Alex war auch immer, dass er auch nur das Schöne in mir sah und der Rest war nur noch komplett ausgeblendet.. warum ich es dir erzähle ist.. ich weiß wie du dich vielleicht fühlst.. nicht in der Lage zu sein etwas tun zu können.. auch wenn aus zwei unterschiedlichen Gründen.. und ich weiß, dass immer nur zu hören, man solle sich zusammenreißen blöd ist.. aber wir waren beide in diesem Moment ein kleines hilfloses Mädchen in den Klauen eine sehr bösen Mannes..und entweder wir fühlen uns beide schuldig, oder wir werden nach vorne sehen und aus dem Fehler lernen..“.
      Naira hatte sich mit dem Kopf zu Victor gedreht und sah seine Umrisse in der Dunkelheit an. Sie hatte sich noch Keinem zuvor so geöffnet, wie nun Victor und auch wenn ein kleiner Teil in ihr damit nicht ganz einverstanden war, sie fühlte sich erleichtert.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor grummelte mal wieder, als er den Namen des ehemaligen Partners von Naira hörte. Alex. Dieser Mann war der erste, der mit seinem Auftreten ihn einfach an seinen alten Kameraden erinnert hat und derjenige, der sich zwischen ihm und Naira aufbaute. Er buhlte noch immer um ihre Aufmerksamkeit und auch wenn Victor sagte, er wollte und konnte nichts mit ihr anfangen, so war er dennoch eifersüchtig.

      Victor ließ sie ausreden und sah immer wieder mal zu ihr, während er versuchte ruhig zu bleiben und es einfach so hinzunehmen wie es nun einmal war. Sie hatte recht, sie war hübsch und viele werden sie nur für genau das sehen. Er sah sie ja auch dafür, aber aus anderen Gründen.
      "Uns bleibt nichts anderes übrig oder? Wir müssen weiter gucken und weiter atmen.", stimmte er mit ihr ein und bemerkte, dass sie ihren Blick ebenfalls auf ihn warf. Victor war gewillt sie in den Arm zunehmen, seine Lippen auf ihre zulegen und doch schrie der rationale Teil seines Gehirns, dass er das nicht durfte. Nicht jetzt.
      "Morgen ist die Anhörung...du solltest noch ein wenig Schlaf abbekommen..." Das sagte er auch nur noch, weil er irgendwie von seinem Verlangen ablenken mochte. "Und...danke für deine Offenheit.", setzte Victor noch leise hinzu.
    • Naira O‘Connor

      Sie wusste nicht recht, was sie wirklich erwartete, oder erwarten sollte. Naira hatte sich ihrem Partner geöffnet, offen mit ihm geredet und er nahm es so hin. An sich war es vollkommen in Ordnung, aber irgendetwas tief in ihr wollte mehr haben, es jedoch nicht bekommen.

      Die Nacht war sehr kurz gewesen, doch irgendwann war auch Naira eingeschlafen und konnte sich so noch ein wenig Schlaf holen. Die Stimmung schien wirklich bedrückt zu sein und während Naira sich versuchte nicht darauf zu konzentrieren, bald aussagen zu müssen waren ihre Erinnerungen so frisch, als wäre es erst gestern passiert.
      Seufzend fuhr sie sich übers Bein und sah sich das Revier an, der eigentlich als ihr Arbeitsplatz dient. Sie wollte noch nicht aus dem Wagen steigen, vielleicht war sie ja gar nicht bereit dafür? Konnte man jemals bereit dafür sein, den anderen das erzählen zu müssen, was einen psychisch kaputt machte? Tief holte Naira Luft, bevor sie aus dem Wagen stieg und langsam mit ihren Krücken auf den Eingang zulief. Sie würde nie bereit dafür sein, weshalb sie es so schnell wie möglich hinter sich bringen wollte. Ihre Kollegen warteten alle schon wie die Geier und am liebsten wollten alle mithören und dabei sein. Naira musste nur in den Raum sehen und schon war für einige klar, dass sie raus sollten. Vielleicht war es nur Marias bedrückende Miene, oder es war ihr Zustand, aber gut sah sie sicherlich nicht aus. „Wir können es auch wann anders machen..“,hieß es vom Captain, aber Naira wunk es nur ab. Sie hatte seit heute morgen den Vorfall gute zwanzig mal in ihrem Kopf abgespielt und zugesehen, wie sie starb, es reicht ihr.
      „Ich kann es..“,murmelte sie und setzte sich an den großen viereckigen Tisch, während ihr Hund sich zu ihrer linken Seite hinlegte. Einen Moment wartete sie darauf, dass sowohl Captain als auch Victor und die Protokolantin bereit waren, um die Wahrheit zu hören. Dann fing sie an. Sie hatte die Augen geschlossen und erzählte alles von dem Schneesturm über die Gastfreundlichkeit bis hin zu dem Fliehen. Sie sprach ruhig, auch wenn Naira innerlich gar nicht so ruhig war und gab alle Details, die tief in ihrem Kopf verankert waren. Wie er mit ihr gesprochen hatte, was er vorhatte und vor allem wie Naira mithilfe ihres Hundes den Kerl ausschalten konnte. Selbst das, was er gesagt hatte konnte sie fast Wort zu Wort wiedergeben.
      „Das wars..“, hieß es am Ende und nachdem ihre Augen offen waren fielen sie direkt auf Victor.


      //ich fand es schwachsinnig alles noch einmal zu erzählen.. wir waren ja beide dabei :D //
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Viele Menschen konnten von Glück reden, wenn ihr Gehirn die schlimmsten Erlebnisse einfach löschte oder ganz tief in einem Winkel des Gehirns vergrub, dass man sich nicht mehr daran erinnern konnte. Naira zählte aber alles auf. Sie erzählte von jedem Moment genau das auf, was passiert war. Victor hatte sich dazu gestellt und die Arme vor der Brust verschränkt, den Blick fest auf ihr fixiert. In seinem Kopf lebte er mit ihr noch einmal die Momente und dann, als sie auf dem Stuhl aufgewacht war, ganz alleine, wurde es vor seinen inneren Augen dunkel. Pechschwarz. Er erinnerte sich nichts mehr und etwas davon kratzte an seinem männlichen Ego. Die Frau, die für sie kämpfte war stark und er mochte sie. Trotzdem wäre es sein Instinkt gewesen dem Mann den Vortritt für diese Aktionen zu lassen. Warum der Mörder aber sie ausgewählt hatte, erschien einem einleuchtend. Sie war schneller weg vom Fenster, sie war eine Frau. Der Mörder mochte es, wenn man hilflos war. Hier und da überfiel Victor ein kalter Schauder, der ihn unruhig das Gewicht von einem Fuß auf den anderen wechseln ließ.
      Alles was er mir ihr erlebt hatte fügte sich in seine Version zusammen. Auch der Captain war keiner anderer Meinung, wenn man ihrem Ausdruck trauen konnte. Sie hatte mit einem Mal beide Detectives verloren, die etwas in Anchorage hätten ändern können oder sei es einfach nur auf dem Hintern zu sitzen und dem Gras beim Wachsen zuzusehen. So hatte Alaska gewirkt. Langweilig.
      Victor fing ihren Blick auf, als sie fertig war und nickte ihr zuversichtlich zu. Sie hatte es gut gemacht. Sie hatten es nun hinter sich.
      Ramirez folgte noch wenigen Formalitäten der Anhörung und sah zu Victor, der klar und deutlich sagte, dass er nichts hinzuzufügen hatte. Dann wurden sie entlassen.
      Victor wartete auf Naira, um mit ihr den Raum zu verlassen und zu den anderen zu stoßen, die wohl kaum Arbeit erledigt hatten, weil sie wissen wollten was hinter der Tür vor sich ging.
      "Alles gut...Es ist vorbei...", sagte er noch leise, als er sie als erste durch die Tür gehen ließ und dann hinterher kam.
      Befürchtungen stauten sich an. Er war sich sicher, dass sie wohl kaum länger eigentlich an dem Fall arbeiten dürften. Aber die Akten bei ihm daheim und auch hier in ihrem Büro würden die zwei wohl kaum abhalten da weiter zu machen, woher sie kamen. Sofern natürlich beide wieder auf den Beinen waren und Victor hoffte stark, dass der Mörder ihnen Zeit verschaffte. Er hoffte, dass er nun eine Verschnaufpause machte und sein Besuch bei Naira daheim hauptsächlich als Abschreckung fungieren sollte oder gar als kleiner Spaß seinerseits.
    • Naira O‘Connor


      Das Herz schlug ihr bis zum Hals und ließ zunächst alle Geräusche um sie herum ausblenden. Die Erinnerungen waren so präsent, es machte ihr schon Angst und das Bein schmerzte besonders. Naira atmete mehrmals tief durch und unterdrückte ihr Zittern unter dem Tisch. Victor klärte den Rest für sie ab und letztendlich durfte sie gehen. Ein wenig benommen stand die Dunkelhaarige auf und ergriff sich ihre Krücken, um in Richtung der Tür zu laufen. An dieser machte sie halt und erblickte kurz ihren Partner. Er wollte scheinbar für sie da sein und ihr Halt geben, auch wenn Naira es in diesem Moment nicht wirklich schätzen konnte. Irgendwann würde sie es schon zu schätzen wissen..
      Kurze Zeit darauf lief sie auch aus der Tür und wurde von einigen ihrer Kollegen begrüßt. Sie waren alle darauf gespannt was Naira zu erzählen hatte und was wirklich passiert war, aber sie würde ihnen nichts erzählen. „ihr könnt euch den Bericht durchlesen..“,murmelte sie bloß beim rausgehen und steuerte auf den Ausgang zu. Auf ihre Arbeitskollegen hatte sie nun wirklich keine Lust und noch weniger auf irgendwelche Gespräche. Dafür war sie einfach nicht bereit.. ob sie es jemals sein würde? Könnte sie jemals wieder normal leben?

      Die Dunkelhaarige hatte das Gefühl keine Luft mehr zu kriegen, weshalb sie den Ausgang noch schneller ansteuerte, als es ihrem Bein lieb war.. es würde sich später deutlicher bedanken,aber darum würde sie sich später kümmern... Draußen stürzte sie sich schon in den Schnee und übergab sich. Es musste einfach alles mal raus und es tat ihr wirklich gut. Kurz darauf stützte sie sich an der Hauswand ab und atmete mehrmals tief durch. Sie hatte eigentlich gehofft, durch die Anhörung würde alles besser werden, aber bisher spürte sie kaum eine Erleichterung. „Bringst du mich bitte weg von hier?“.

      //irgendwie ist der Post so.. naja geworden.. Mhmm.. ich hoffe mein nächster wird besser!!!!//
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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    • // Nur kein stress ... hab in letzter Zeit auch einfach ne Flaute / kaum Zeit mal wieder -.- u know

      Victor sah Naira an, wie es ihr zunehmend in jeder Sekunde schlechter ging und wie sie einfach voraus ging und das hastig. Er ließ sie gehen für den Moment und hielt die Kollegen auf. Ein einziger fieser Blick hatte gereicht und auch ihr Captain hielt die neugierigen Neuen davon ab Naira hinterher zu kommen. Sie alle wollen etwas in Erfahrung bringen, weil es hier noch nie geschehen war. Sie war nicht bereit, um ihren Kollegen davon zu erzählen, wie von einer schrecklichen Urlaubsreise, die man verplant hatte und deswegen seine Zeit verschwendet hatte. Hier ging es nicht darum, sondern um das knappe Entkommen vor dem Tod und der Verfolgung, die nun stattfand. Victor bedankte sich noch kurz beim Captain und sagte, dass er sich bei ihr melden würde, wenn die beiden bereit waren, ihren Dienst wieder anzutreten. Victor früher als Naira, aber vorerst war er an ihrer Seite. Sobald sie alleine klar käme, würde er auch wieder in seinem eigenen Haus schlafen.

      Eine Minute später kam er ebenfalls raus und sah sich nach ihr um, entdeckte sie an der Wand, wie sie sich den Mund mit dem Handrücken abwischte. Die Aufregung hatte ihr wohl den Magen umgedreht. Vollkommen verständlich.
      "Alles gut...", flüsterte er kaum hörbar, als wäre es mehr für ihn und seinen Kopf, als für Naira selbst.
      Er trat an sie heran und führte sie rüber zu dem Wagen, damit er ihr rein helfen konnte. Sie würden nun wieder zu ihr nach Hause fahren und sie würde sich ausruhen müssen. Er selbst...nun, er durfte wohl noch immer einhalten und abwarten. "Du hast das gut gemacht...", sagte er ihr noch und schloss die Beifahrertür, bevor er selbst hinter das Lenkrad stieg und den Motor anließ. Bevor er jedoch losfahren konnte, blieb sein Blick an einem Mann im schwarzen Mantel hängen, der einen Schal tief ins Gesicht gezogen hatte und einen modischen grauen Hut trug. Er stand nur da an der Ecke des Präsidiums und beobachtete scheinbar die Straßen. Doch weswegen, wenn es hier weder Bushaltestellen gab noch es einen anderen Grund geben konnte, in der Nähe des Präsidiums stehen zu wollen. Victor erwähnte es nicht und fuhr langsam aus der Parklücke ohne den Mann aus den Augen zu verlieren.
      Erst als sie auf der Straße wendeten, um nach Hause zu fahren, regte sich der Mann und trat an die Straße ran, um ihnen nach zu sehen. Wer war das?, fragte sich Victor in Gedanken. Die Vorahnung schmeckte daraufhin sehr bitter.
    • //ich kenne das leider... aber du weiß, ich hetze nicht :) //

      Naira O’Connor

      Naira hatte ihn nicht bemerkt, wie er da stand und auf die beiden wartete. Man konnte es sich schon vorstellen wer sich hinter dem Schal verbarg.. Sie hätte es sich denken können, dass es nicht das Ende der Geschichte werden würde, aber ihr Zustand ließ es kaum noch zu. Sie bemerkte nur nebenbei, wie das Auto losfuhr, war aber wieder hellwach, nachdem Victor vor ihrer Wohnung geparkt hatte.
      Keine zehn Minuten später hatte sich die Dunkelhaarige in ihrem Badezimmer verbarrikadiert und nicht einmal ihren Hund mit reingelassen. Sie war mit den Nerven am Ende und wollte es nicht der ganzen Welt preis geben. Die Krücken lagen irgendwo im Wohnzimmer auf dem Boden verstreut, aber ihre Sachen zog sie erst in dem Badezimmer aus. Natürlich weinte Naira nicht, sie hatte es sich schon damals versprochen nie wieder zu weinen und sonderlich Lust darauf hatte sie auch nicht, aber auf den Boden sitzend und abgelehnt an die wand hatte sie wenigstens keine Angst mehr zusammen zu brechen. Wobei ihre Hoffnung dann groß wäre, mit dem Kopf irgendwo aufzukommen und damit all das vergessen, was sie in Erinnerung hatte.

      Ihr Handy vibrierte und gab einen laut von sich. Eigentlich hatte Naira keine Lust sich damit zu beschäftigen, aber die Neugierde packte sie und so nahm sie das Handy doch raus. Eine unbekannte und unterdrückte Nummer hatte ihr ein Bild gesendet, gleich daraufhin eine SMS. Ein wenig skeptisch war die Dunkelhaarige schon, aber sie öffnete es trotzdem und da traf sie der Schlag. Auf dem Foto war sie deutlich zu sehen, wie sie auf Krücken aus dem Revier gelaufen war.
      „Wie ich sehe, heilt das Bein.. wir sind noch nicht quitt, meine Liebe. Spar dir deine Kräfte gut auf.“
      Ihre Hände fingen an zu zittern, während sich im Kopf alles mögliche nur dadrum drehte. Sie wusste, von wem die SMS sein konnte, sicherlich der gleichen Person, die sich in ihrer Wohnung zu schaffen gemacht hatte. Er wollte also Krieg, den würde er dann auch bekommen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie waren noch gemeinsam mit hochgegangen, doch sobald sie drin waren, war Naira vorgegangen und hatte sich im Badezimmer eingeschlossen. Victor konnte nichts anderes tun, als mitten in der Wohnung stehen zu bleiben und die Arme in die Hüfte zu stoßen. Sie tat ihm leid, aber er konnte ihr nicht helfen. Sie musste selbst durch die Gefühlsachterbahn und sie musste versuchen auf andere Leute zuzugehen, wenn sie Hilfe brauchte. Natürlich, Victor wusste, dass sie es nicht tun würde, aber er hoffte, dass sie irgendwo das Verständnis bekäme irgendwann danach fragen zu müssen.
      Schwerfällig ließ sich Victor ins Sofa fallen und rief Spike zu sich rüber, der genau so verdutzt vor der Tür stehen geblieben war und nach einem Weg suchte zu verstehen was gerade vor sich ging. Er verstand sie wahrscheinlich besser, als Victor es jemals würde. Überraschenderweise kam der Husky zu ihm rüber, als suche er Gesellschaft und Antworten. Victor nutzte dies, um den Hund ein wenig zu streicheln und ihn zu beruhigen. Auch sich selbst beruhigte er damit um einiges.



      "Thomas" atmete die kühle Luft von Anchorage ein. Sein Bein zog er dabei nach, als er an der Brüstung des Hafens vorbei lief. Er hätte nie in seinem Leben gedacht, dass er mal so viele Emotionen auf einmal in sich spüren würde. Das und noch viel mehr. Er hatte Lust. Lust, die weit über die stupiden Triebe eines Menschen hinaus gingen. Er wollte sie erledigen. Sie war sein krönender Abschluss und das hatte sie sich selbst zu verdanken...
    • Naira O‘Connor

      Eine halbe Stunde hatte Naira in ihrem Badezimmer verbracht, bevor sie sich endlich erhob und ins Wohnzimmer ging. Sie hatte die Zeit über viel nachgedacht gehabt und einen Entschluss gefasst: sie würde sich Victor mehr öffnen. Deshalb ließ sich die Dunkelhaarige neben Victor auf die Couch fallen und seufzte leise aus. „Ich finde es zum kotzen..“,murmelte sie und rutschte noch ein wenig zu Victor, damit sie gar nicht so laut reden musste. „Es überfordert mich alles..“. Sie musste gar nicht zu Victor hoch sehen, es war auch nicht wirklich möglich in der Verfassung, in der sie sich zur Zeit befand. Naira hatte Angst bei seinem Anblick zusammen zu brechen, denn sie wollte sich nur ungern öffnen und nur ungern von Victor gelesen werden. Er tat es natürlich immer aus einem gewissen Grund: es war sein Job. Auch Naira hatte das Problem, dass sie ihren Job häufig in ihrem persönlichen Leben auslebte, aber es war eine Berufskrankheit, mehr auch nicht.
      „Ich habe das Gefühl,nie wieder ich sein zu können..“,murmelte sie dann und lehnte ihren Kopf ein wenig nach hinten, um es sich gemütlicher zu machen. Wenn sie ehrlich war brauchte sie gerade die menschliche Nähe und irgendwie brauchte sie auch Victors Nähe, auch wenn sie es nie aussprechen würde. Damit würde sie die Grenze zwischen den beiden deutlich überschreiten.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Die ganze halbe Stunde saß Victor auf dem Sofa im Wohnzimmer und ging wie sonst auch immer, wenn er alleine rumsaß, seinen Gedanken nach. Gedanken, die wirr und unverständlich in seinem Kopf herum gingen. Die freie Zeit tat ihm in manchen Fällen nicht gut, doch nun, wenn seine Gedanken beschäftigt waren damit über Naira nachzudenken, war es sogar ein ganz angenehmes Gefühl, dass er dadurch bekam. Spike entließ er nach Minuten von Kraulen wieder und er legte sich neben das Sofa hin. Mit einem Auge beobachtete der Hund weiterhin die Badezimmertür und wartete auf sein Frauchen, das erst nach der langen halben Stunde erst herauskam. Sie sah nicht besser aus, bemerkte Victor, doch er sprach es nicht aus, sondern behielt es für sich. Sein Blick folgte ihr aufmerksam, bis sie sich neben ihn setzte. Ihre Nähe war ihm nicht unangenehm. Er hätte sie sogar in den Arm geschlossen, wenn er glaubte, es würde ihr helfen. Naira sprach sich aus. Sie wollte von sich aus mit ihm reden und Victor gab leise zu, dass er überrascht war. Ihre Gefühle waren verständlich und gerade zwei Sekunden zuvor, hätte er automatisch einen Arm um sie gelegt und doch abgelehnt. Jetzt tat er es doch. "...Ich kenn das Gefühl nicht...", er legte den Arm um ihre Schulter und zog sie sanft zu sich, um sie festzuhalten, "aber ich würde gerne helfen...irgendwie."
      Victor war eigentlich nicht derjenige, der gerne Gefühle zeigte. Er tat sich schwer damit. Das Leben konnte sich aber im nächsten Moment ändern und alles wieder auf den Kopf stellen, sowie vor einem Monat. Selbst sein eigens geschworenes Wort Naira nicht näher zu kommen, musste er brechen, um seinen Instinkten nachzugehen und sie zu schützen.
    • Naira O‘Connor

      Er nahm sie tatsächlich in den Arm und drückte sie an sich, weshalb Naira den Mut zusammen nahm und den Kopf auf seine Schulter ablegte. Es war ein Moment, der einfach diese Nähe brauchte und das würde sicherlich keiner übel nehmen, dass die beiden sich einfach brauchten. Oder nur Naira brauchte Victor, aber er brauchte sicherlich ich ihre Nähe,um darüber weg zu kommen. „Ich brauche nur die Augen zu schließen und ich sehe alles wieder..“,murmelte sie und schloss ihre Augen. Sie seufzte innerlich wieder, zu viel wollte sie ihm nicht verraten, aber genug damit er sie verstehen konnte.
      Mehrmals atmete sie durch und atmete dabei Victors Parfüm ein, welches noch stark präsent war. Sie mochte es wirklich, ihrer Meinung nach passte es zu seinem Äußerem, aber es war nur etwas, um sich von der eigentlichen Situation abzulenken.
      „Die haben heute alle wie die Geier gegafft..“,murmelte sie und öffnete ihre Augen wieder. „Haben sie denn noch irgendetwas gesagt? Ich war zu sehr drauf konzentriert mich nicht im Revier zu übergeben“. Ihre Arbeitskollegen waren natürlich gemeint, aber Victor würde schon sicherlich wissen, was sie gemeint hatte. Er war schließlich nicht blöd.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor fühlte sich gut, als er sie in den Arm nahm und sie ihren Kopf auf seine Schulter legte. Es fühlte sich an, als ob es auch so sein sollte. Diese Situation war vorherbestimmt und sie mussten sie ausleben, bevor das Gefühl einen der beiden wieder übermannte, den anderen zu hassen oder von sich fort zu schieben. Langsam lehnte sich Victor zurück und nahm sie dabei mit sich, so dass sie eine gemütlichere Position hatten und dennoch Arm in Arm im dunkler werdenden Zimmer saßen. Der Tag war schneller vergangen, als es ihnen lieb war wahrscheinlich, aber sie hatten einen wichtigen Schritt getan mit Naira. Nämlich, dass sie endlich aussagte und einen Teil der Last von sich nahm. Diese fiel zwar nicht sofort ab, sie ließ sich Zeit, krallte sich noch an ihr fest. Nachdenklich streichelte Victor durch ihre Haare, ließ die Strähnen zwischen die Finger gleiten. Nach all dem was geschehen war, waren sie noch am Leben und gemeinsam am Trauern. „Ich denke das wird nie vergehen…Man wird sich immer daran erinnern…“, sagte er leise. Er hätte ihr fast erzählt, was vor seiner Verlegung geschehen war, doch dafür war er noch nicht bereit. Sie musste es nicht wissen, niemand sollte es tun. Er war der einzige und diejenigen, die ihn noch kannten.
      Victor atmete hörbar aus, fixierte im Raum einen Punkt vor ihnen und ging den Gedanken nach. Was ihnen wiederfahren war, klang so unglaublich. Wie aus einem Buch, eins das scheinbar kein Happy End hatte. Zumindest sah Victor keins und er würde es auch nie tun. Dafür hatte er die Charaktereigenschaften nicht.
      „Ignorier sie…Anchorage ist ein Dorf…Hier geschieht nichts und wenn etwas passiert, wie das jetzt…Dann können sie es nicht glauben. Die wenigen werden es…Selbst diejenigen, die zur Hütte fuhren und das Blut gesehen haben…Sie hatten Glück, dass sie ihm nicht begegnet sind.“, Victor biss am Ende des Satzes die Zähne fest zusammen.
      „Da ist Gaffen schon fast natürlich…Du hattest so einen Fall auch noch nie, oder?“, er sah zu ihr runter, wie sie an ihm lehnte, auch wenn es mehr aus Gewohnheit war, statt um sie ansehen zu können. Es gefiel ihm fast schon wie sie bei ihm lag. Ein Wunder eigentlich…Er hatte lange gebraucht, um jemanden an sich ran zu lassen und dann war es nur eine unbedeutende volltrunkene Nacht mit ihr zusammen.
    • Naira O‘Connor

      Ja, es war ein sehr besonderer Moment und ein noch besonderes Gefühl, während Victor die Dunkelhaarige im Arm hielt. Mag sein, dass sich beide eher als gute Freunde sahen, aber tief im Innern gefiel es beiden deutlich, die nächste Stufe ihrer Liebesgeschichte zu überwinden, auch wenn natürlich keiner der beiden es jemals so nennen würde. Naira erklärte sich das alles ganz simpel: sie freuten sich, dass sie jeweils den anderen hatten, denn es hätte genauso anders enden können. Nun gut, ihr rasendes Herz sagte eigentlich etwas anderes, aber das war eine andere Geschichte.
      Sie hörte seine Stimme ganz deutlich, während ihr Kopf schon auf seiner Brust lag, nachdem sich Victor bewegt hatte. „Ich denke, du hast recht..“,sagte sie leise und schloss die Augen wieder. Als er ihr jedoch die Frage stellte öffneten sich die Augen wieder und sie sah zu ihm nach oben. Naira musste schwer schlucken, als sie direkt in seine Augen sah und einen Moment lang konnte sie wirklich nichts sagen. Sie riss sich dann mit einem Lächeln aus dem Bann seiner Augen und legte den Kopf wieder auf Victors Brust, während ihre Hand auf seinem Bauch ruhte. „Ich habe in meiner Ausbildung mal einen Kerl geschnappt, der Frauen immer wieder entführt, vergewaltigt und dann getötet hat.. aber der letzte große Fall in Anchorage endete kurz vor dem verschwinden meines Vaters..“. Innerlich seufzte sie deutlich, als sie die Worte aussprach. Wie viele Theorien sie darüber schon gehört hatte und wie wenig wollte sie darüber wissen..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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