[2er RPG] Killer Instinct

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    • Es war eine Schande, wie sehr sich John beeilen musste. Selbst, als die Frau bereits bewusstlos war, arbeitete er noch ein bisschen weiter. Seine Arbeit war wie immer präzise. Er hatte nichts verlernt.
      Selbstverständlich war er noch nicht fertig mit ihr, aber er hatte große Fortschritte gemacht. Er verzichtete auf zusätzliche Mittel zur Betäubung, sie konnte sich sowie so kaum noch wehren, nachdem er ihr essentielle Sehnen in Armen und Beinen durchtrennt hatte. Die Fesseln waren überflüssig und nur zu ihrem Martyrium entfernte er sie. Die Verzweiflung, die sie empfinden würde, wäre ein wahrer Schatz.

      Pünktlich um acht war er wieder im Penthouse, nur um festzustellen, dass sich Vincent doch von seiner kleinen Show hatte befreien können. Kopfschüttelnd ging er zum Fernseher und schloss ihn wieder an.
      "Da mache ich mir all die Mühe mit der ganzen Technik und du ziehst einfach den Stecker. Oder vielmehr alle Stecker. Das ist nicht sehr nett, weißt du?", tadelte er den Polizisten.
      "Wie immer vereitete er das Betäubungsmittel für den Polizisten vor. Diesmal jedoch brachte er auch eines seiner geliebten Messer mit. Er schubste Vincent in eine liegende Position auf dem Boden und setzte sich rittlings auf ihn. Seine Knie drückten Vincents Hände auf den Boden.
      "Du weißt, dass ich Unhöflichkeit nicht schätze."
      Er zeigte Vincent deutlich das Messer.
      "Ich werde dir jetzt einen Schnitt über dem Sternum zufügen. Diesee Schnitt wird eine kleine Kurve über deinem Schlüsselbein beschreiben. Dort liegt eine Vene, in die ich jetzt deine Medikamente spritzen werde. An dieser Stelle liegen viele Nerven, es wird also weh tun."
      John setzte die Klinge an und schnitt durch Vincents Haut wie durch Butter. Am Schlüsselbein machte er dann den kleinen Knick, in den er danach die Spritze einführte. Als er fertig war, stützte er sich neben Vincens Schultern ab und kam ihm ganz nahe. Ihre Nasen berührten sich beinahe.
      "Du weißt, dass ich dir unendliche Schmerzen zufügen und dich so lange am Leben halten kann, wie ich möchte. Glaube ja nicht, dass ich dir nicht weh tue, nur weil du etwas Besonderes für mich bist. Ich bin der Meister deines Schmerzes, merk dir das."
      Er stand auf, richtete sein schwarzes Langarm-Shirt und ging in die Küche, als sei eben nichts passiert. Stattdessen machte er Abendessen für sie beide und brachte ein extra Glas Wasser für Vincent mit.
      "Du musst viel trinken. Die Medikamente dehydrieren dein Körper über längere Zeit."


    • Nachdem Vincent es geschafft hatte die 'Show' zu unterbrechen blieb er den restlichen Tag an Ort und Stelle vor dem Fernseher sitzen. Die Schreie der jungen Frau gingen ihm nicht mehr aus dem Kopf und erinnerten in schmerzlich an seinen Partner, dessen ganzes Martyrium er aus dem Nebenraum ebenfalls hören konnte. Es war nicht wirklich ein Trost, dass er damals nicht mit ansehen musste, was John ihm angetan hatte.
      Wer dachte, dass Schreie in Film und Fernsehen, egal ob Horrorfilm oder Arztserie vergleichbar waren, mit dem echten Geschrei, dass Vincent gerade gehört hatte, der lag falsch. Obwohl auch sein Partner damals entsetzlich geschrien hatte waren er und auch Vincent selbst in gewisser Weise darauf vorbereitet gewesen. Natürlich hätten sie nie gedacht von dem Killer geschnappt zu werden, aber sie hatten die Möglichkeit zumindest im Hinterkopf gehabt und kannten ihn. Sie waren auf jeden Fall besser darauf vorbereitet, als diese Frau. Vincent wusste natürlich nichts über sie, aber es lag Nahe, dass sie ein ganz normales Leben geführt hatte und womöglich noch gar nicht wirklich mitbekommen hatte, dass John wieder auf freiem Fuß war. Vor Allem, da die Polizei und das FBI wohl davon ausgingen, er befände sich außerhalb der Stadt, wenn nicht sogar außerhalb des Staates.
      Sie war vermutlich gerade auf dem Weg in die Arbeit gewesen, nur damit ihr Leben jetzt so endete. Vincent konnte immer noch hören wie viel Angst sie hatte und er war froh, dass er das Gerät zeitnah ausgesteckt hatte. Das Schlimmste war, dass John sie heute vermutlich noch am Leben ließ, alleine unter höllischen Schmerzen. Und sie konnte nicht wissen was weiter passierte, wann er zurück kam... Unwissenheit war ebenfalls eine Folter.
      Sein Herz pochte wie wild, es fühlte sich an, als würde es jederzeit aus seiner Brust springen und er vergrub seinen Kopf in seinen Händen. Er wurde die Geräusche und die Bilder einfach nicht los, dabei hatte er das Schlimmste vermutlich gar nicht mitbekommen. Wenn er die Augen schloss sah er alles wieder vor sich, wenn er sie öffnete wurde er daran erinnert wie hilflos er war und dass er dieser Frau nicht helfen konnte. Hätte er sich nur nicht so von John beeinflussen lassen, oder von Simon Dwayne, wenn er schon dabei war. Er hätte niemals auch nur in die Nähe dieses Gefängnisses gehen sollen, er kannte John, er wusste wie beeinflussend er sein konnte. Wenn er nur besser aufgepasst hätte, dann wäre das alles nicht passiert, dann würde das alles nicht passieren.

      Gefangen in seinen Gedanken bemerkte Vincent gar nicht, wie schnell die Zeit vergangen war. Erst als er hörte wie die Tür sich öffnete und John eintrat schreckte er hoch. Etwas panisch blickte er zu dem Fernseher, dessen Kabel immer noch herausgerissen in der Gegend herum hingen, doch bevor Vincent sich auch nur richtig aufrichten konnte, war John schon neben ihm, um alles wieder einzustecken. Seine Stimme klang, als wäre Vincent ein Kind, das versehentlich eine Vase zerbrochen hatte, doch Vincent wusste es besser. Es war Wunschdenken zu glauben, das hätte kein Nachspiel.
      John stand schon wieder in der Küche, bis Vincent sich endlich aufgerichtet hatte und sich nun an das Sofa gelehnt in Richtung John schleppte.
      "John ich...", begann er, aber weiter kam er gar nicht, da lag er schon wieder auf dem Boden. Er hätte allerdings auch gar nicht gewusst, was er hätte sagen sollen. Sorry, ich hätte die Kabel schon wieder eingesteckt? Nein, Vincent hatte sowieso nichts sagen können, was John beruhigt hätte.
      Vincents Hände wurden prompt auf dem Boden fixiert und jeder Versuch sich zu befreien scheiterte, er hielt inne, als John ihm das Messer präsentierte.
      Wo war das Gefühl von damals hin? Der Wunsch in Johns blaue Augen zu sehen, der einzige Lichtblick in einer Welt voller Dunkelheit? Wo war das Gefühl hin, keine Angst vor dem Schmerz haben zu müssen? Das Gefühl von Geborgenheit, dass damals in ihm aufgekeimt war und ihn hatte überleben lassen? Er hatte sich in den Keller zurück gewünscht, er hatte sich die Kontrolllosigkeit gewünscht, nicht mehr denken, nicht mehr fühlen, das einzige was Wichtig war, war John, sein Peiniger und Retter zugleich. Vincent hatte was er wollte, doch nichts war wie damals, seine Pupillen weiteten sich, während er krampfhaft versuchte Johns Griff zu entgehen. Das Messer schnitt glatt durch seine Haut, ein Schmerz der anfangs auszuhalten war, doch John hatte nicht gelogen, als er gesagt hatte es würde wehtun. Sein ganzer Körper spannte sich an, als eine Welle des Schmerzes von dem Nervenbündel ausgehend durch seinen Körper fegte. Tränen schossen ihm in die Augen und ihm blieb sogar die Luft weg um zu schreien, lediglich ein kurzer erstickter Ton verließ seine Lippen.
      Vincent war sich sicher, dass John die Spritze ein paar Sekunden länger als nötig an Ort und Stelle hielt, während Vincents Muskeln sich immer noch enorm anspannten. Erst als die spitze Nadel seinen Körper wieder verließ, fiel die Anspannung von ihm ab und er schnappte nach Luft. Er biss die Zähne zusammen als John ihm so nahe kam, er wollte ihm nicht die Genugtuung lassen, ihm die Angst und die Schmerzen auch nur eine Sekunde länger anzusehen. Gerne hätte er etwas erwidert, aber hätte er den Mund aufgemacht, hätte er vermutlich nichts raus gebracht.
      Als John endlich wieder aufstand, rollte Vincent sich zur Seite und hielt instinktiv eine Hand auf die schmerzende Stelle. Die Luft die er bis eben angehalten hatte um Johns Blick etwas entgegen gesetzt zu haben, entwich mit einem unterdrückten, schmerzgeplagten Stöhnen. Vincents Finger und Zehen kribbelten unangenehm und er hatte das Gefühl, würde er sich bewegen, würde der Schmerz sich von der Wunde aus erneut ausbreiten. Er versuchte den Schmerz wegzuatmen, während er sich Johns entspanntes Gesicht in der Küche richtig vorstellen konnte.
      Als John wieder aus der Küche kam, lag Vincent immer noch am Boden und zerrte sich nun an der Couch nach oben, wieder auf die Beine. Er wollte nichts Essen - oder Trinken. Vor Allem hatte er keinen Appetit auf etwas, das John ihm vorsetzte, aber er hatte genug für heute und wollte keine erneute Strafe riskieren. Er ließ sich in eine sitzende Position plumpsen und griff gehorsamer als ihm lieb war nach dem Glas Wasser, um es auf einen Zug zu leeren.

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    • "Braver Junge."
      John überschlug die Beine und aß in aller Ruhe sein Abendessen. Dabei bemerkte er, dass er noch Blut am Handgelenk hatte. Das würde er später weg machen.
      Er wartete, bis auch Vincent fertig war, räumte auf und kam mit Verbandsmaterial wieder zurück. Er half dem Polizisten, sich un eine liegende Position zu bringen und kümmerte sich dann liebevoll um den Schnitt, den er ihm zugefügt hatte. Dabei wechselte er auch noch einmal den Verband auf Vincents linker Brust. Er war dabei vorsichtiger als eine Krankenschwester und achtete darauf, Vincent so wenig Schmerzen sie möglich zuzufügen.
      "So, das ist besser, nicht wahr? Wenn du deine Schulter für eine Weile nicht belastet, solltest du keine allzu großen Schmerzen haben. Wenn es trotzdem zu schlimm wird, sag Bescheid, dann gebe ich dir etwas dagegen."
      John legte ihm liebevoll die Hand an die Wange und lächelte sanft.
      "Du kannst immer mit mir reden, Vincent. Das weißt du doch."
      Er drückte ihm einen Kuss auf die Stirn und räumte dann auf.
      "Hat er schon zugeschlagen? Es ist ja doch schon recht spät und soweit ich weiß, wollte er heute Nummer drei auf der Liste holen, nicht wahr,"


    • Es war ihm zuwider von John gelobt zu werden, doch er schluckte seinen Ärger hinunter und begann zu essen. Ein wenig Blut quoll aus dem kleinen Schnitt, doch Vincent ignorierte das. Es würde John nur recht geschehen wenn etwas davon auf seinen teuren Teppich tropfte. Ein schwacher Trost, aber immerhin etwas.
      Nach dem Essen versorgte John feinsäuberlich Vincents Wunden. Da war er wieder, Johns Blick der Vincent vermittelte, dass alles gut werden würde und seine sanften Berührungen die ihn beruhigen sollten. Seine Haut war unnatürlich weich.
      Doch es stimmte Vincent in keinsterweise milde, denn in genau diesem Moment litt eine unschuldige junge Frau höllenqualen. Vincent erwiderte auch nichts auf den Hohn, er könne mit John reden. Worüber denn? Hey, ein psychopatischer Killer foltert mich, ach warte, das bist ja du.
      Vincent beschloss, dass er wenigstens irgendetwas sagen sollte und seufzte bevor er antwortete. "Der Bürgermeister ist angeblich in Sicherheit, aber Mandy blinzelt immer wenn sie lügt.", fasste Vincent den kurzen Bericht von heute Morgen zusammen, den er gesehen hatte bevor John umgeschalten hatte. Mandy war die Sprecherin des Police Departments und hatte am Morgen eine Stellungnahme verkündet.
      Vincent lehnte sich etwas mehr zurück und rief sich das Apartment vor Augen, er hatte es sich gut eingeprägt und er musste einfach etwas unternehmen. Ihm kamen einige Ideen und so stand er auf um sich für den restlichen Abend zurück zu ziehen. Er wollte etwas Kraft tanken und gleichzeitig etwas Ruhe von John haben. Er hoffte nur, dass dieser ihm die Ruhe gönnen würde und Morgen keine Überraschung auf Vincent wartete.
    • John ließ den Polizisten machen. Solange dieser sich nicht daneben benahm, würde er ihn nicht einschränken. Er war ja kein Unmensch.

      Die Nacht verbrachte John damit, sich die Bilder der Kameras anzusehen, wie hilflos Natasha wirkte. John ging immer sicher, dass er Namen seiner Werke kannte. Das war einfach höflicher. Was auch immer Vincent trieb, John wusste, dass es nicht mehr lange so friedlich sein würde. Zwar hatte er alles im Griff, aber er konnte sich keine größeren Auseinandersetzungen leisten, dafür hatte er keine Zeit. Da kam ihm eine Idee.

      Am nächsten Morgen betrachtete er zwei schlafende Menschen, die ihm am Herzen lagen. Die Frau, sein nächstes Werk, lag noch immer auf dem Tisch. Vincent hatte er betäubt, als er geschlafen hatte. Der Polizist saß nun in einem Rollstuhl, an dem ein Teoof befestigt war. John verabreichte ohm ein Mittel, dass seinen Körper vollständig lähmte.
      "Vincent, mein Hübscher. Wach auf."
      Die Brünette wurde auch gerade wach.
      Als er die Aufmerksamkeit seines Freundes hatte, lächelte er. Er schob ihn an den Tisch heran.
      "Natasha, das hier ist mein Freund Vincent. Er ist Polizist, weißt du?"
      Er ging rüber zu der kleinen Küche hier drin, ließ die beiden für einen Augenblick allein.
      Vincent durfte in der ersten Reihe sitzen, als John sich nun wieder an die Arbeit machte. Er setzte die nackte Schönheit auf, die konnte sich selbst halten. Noch.
      "Heute lanmst du keinen Stecker ziehen, mein Hübscher."
      Als Anekdote an den Pippenspieler bastelte John gerade eine. Gestern hatte er einen dünnen Streifen Haut entfernt und zwar über und unter den Knien, an den Fußgelenken, den Hamgelenken, über und unter den Ellenbogen und den Schultern. Dabei hatte er die Sehnen in den Schultern und den Kniekehlen durchtrennt, damit sie sich nicht weiter bewegen konnte. Hier machte er heure weiter. Jetzt, wo Natasha saß, begann er damit, einen langen, geraden Schnitt über ihren Rücken zu ziehen, genau über ihrer Hüfte. Er zog ihn einmalnum sie jerum und setzte etwa einen Zentimeter weiter unten einen zweiten an. Dann begann er damit, die Haut zwischen den Schnitten zu entfernen. Es war ein schmerzhafter Prozess, ging aber relativ schnell, wenn man wusste, was man tat. Als schäle man eine Banane. Als er damit fertig war, gab er Natasha eine Minute zum Atmen. Dann schob er sein Messer durch den Schnitt in ihren Rücken hinein. Er verletzte ihre Nerven nur so weit, dass sie sich nicht mehr bewegen konnte. Schmerzen empfand sie dennoch unterhalb des Schnittes. Sie schrie.
      Danach legte er sie wieder auf den Tisch und wiederholte den Vorgang an ihrem Schlüsselbein und direkt unter ihrem Kinn. Man konnte die Halsschlagader richtig pumpen sehen, wo er die Haut entfernt hatte.
      "Jetzt probiere ich mal etwas Neues", verkündete John, als er eine kleine Flasche herausholte.
      "Säure habe ich ja schon oft verwendet, aber ich frage mich was passiert, wenn ich schnell trocknendes Harz verwende."
      Natasha konnte noch ihr Gesicht bewegen. Aber das war kein Problem. Er entfernte ihr voraichrig die Augenlieder, bevor er weiter machte. Dann träufelte er das Harz in ihre Augen. Er musste mehr nehmen, als gedacht, weil Natasha so viel heulte. Aber schlussendlich war sie blind, während ihre Augen gruselig leuchteten. Perfekt.
      "Du wirst ihm sicher gefallen, Natasha. Du siehst gut aus! Aber jetzt müssen wir fertig werden, Vincent ist schon ganz blass."
      Er nahm wieder sein liebstes Messer zur Hand und öffnete Natashas Mund. Sie wehrte sich schon gar nicht mehr. Er schob das Messer in einem bestimmten Winkel in ihren Mund und stieß zu. Er zerstörte damit ihr Stammhirn. Sie war sofort tot. Ab jetzt war es nur noch Konstruktionsarbeit, aber das war der Plan für morgen. Jetzt musste er Vincent erstmal nach Hause bringen, wo er den Polizisten in sein Bett legte und den Zugang entfernte.
      "Ich weiß, das heute war viel für dich. Ruh dich ein bisschen aus. Du wirst noch ein paar Stunden gelähmt sein, also schlaf einfach ein bisschen, ja? Wenn du aufwachst, wird es dir besser gehen."
      Er gab Vincent sogar einen gute Nacht Kuss.
      "Ich würde gern bleiben, aber ich weiß, dass du das nicht möchtest. Du wirst es bald hinter dir haben, versprochen. Sobald du es verstehst."


    • "Vincent, mein Hübscher. Wach auf." Vincent blinzelte einige Male und merkte schnell, dass er nicht in seinem Bett lag. Kurz darauf merkte er, dass er weder seine Arme, noch seine Beine bewegen konnte, gar nicht. Es war ein furchtbares Gefühl absolut nichts machen zu können, aber das war noch das Geringste was er heute erleben würde. Er sah auf, in die Richtung aus der die Stimme gekommen war, die ihn geweckt hatte. Er sah in Johns Gesicht, erst dann betrachtete er die Umgebung und merkte wo er war.
      Nein. Nein John, bitte., wollte er flehen, doch es geschah nichts, er konnte ihn nur flehend und bittend ansehen, als er ihn an den Tisch heran schob, an den die junge Frau von gestern gefesselt war. John ließ sie Beide für einen Augenblick alleine und Vincent sah die Frau vor sich an. Sie flüsterte leise Stoßgebete und auch Hilfegesuche in seine Richtung, doch Vincent konnte nicht einmal etwas erwidern. Er konnte ihr geschwollenes Gesicht, das davon zeugte wie sehr sie schon gelitten und geweint hatte nicht ertragen und wandte den Blick zur Seite.
      Ständig wiederholte sich in seinem Kopf, dass er hier weg wollte, dass er das nicht überstehen, nicht überleben würde, aber er wusste, dass er nichts tun konnte. Er konnte nur hoffen, dass es bald vorbei war und John nichts allzu grauenhaftes geplant hatte. Aber da lag er natürlich falsch, John verlor nicht viel Zeit und fing bald an. Schweiß, Blut und Tränen suchten sich über ihren Körper einen Weg nach unten, ihre Schreie waren noch schlimmer, als gestern über den Fernseher, sie waren um einiges realer. Vincent fühlte sich, als hätte er ein schon fast übernatürlich gutes Gehör und verfluchte, dass er jede Faser und jeden Nerv der von der Klinge durchtrennt wurde fast schon hören konnte. Nicht einmal ihr Geschrei übertönte dieses grauenhafte Geräusch. Selbst wenn er nicht hinsah war es schlimm, ab und zu sah er trotzdem hinüber. Dass Vincent schon ganz bleich wurde war nicht gelogen, sein Herz raste, ihm war schlecht und er hatte alle Hände voll zu tun, sich nicht zu übergeben. Solange die junge Frau noch konnte, sah sie immer wieder flehend zu Vincent hinüber, ihr Blick durchbohrte ihn förmlich und es brach ihm das Herz nichts tun zu können. Tränen flossen in Strömen auch über sein Gesicht und er machte sich nicht die Mühe, das verbergen zu wollen. Vincent war fast schon erleichtert, als John die junge Frau endlich tötete.

      Auf dem Weg zurück in Johns Apartment fühlte Vincent sich als wäre er tot und etwas in ihm war mit Sicherheit heute mit der jungen Frau zusammen gestorben. Selbst wenn er etwas sagen hätte können, sein Kopf war leer und er ließ einfach geschehen was auch immer John jetzt vor hatte. Als er in seinem Bett lag, sehnte er sich schon förmlich nach Schlaf um diesem Albtraum, der nun seine Realität war, zu entfliehen. Doch gleichzeitig fürchtete er sich davor, wo er das nächste Mal aufwachen würde. Er schlief dennoch ein.

      Als Vincent wieder aufwachte, schreckte er aus dem Bett, als hätte er einen seiner Albträume gehabt. Er saß kerzengrade und schweißgebadet auf der weichen Matratze und atmete erst einmal tief durch. Nur langsam wurde ihm klar, dass das dieses Mal kein Traum war, es war wirklich passiert und all die Bilder schossen in seinen Kopf. Sofort war er wieder leichenblass und war erleichtert, dass er sich wieder bewegen konnte. Er stürzte ins Badezimmer, gerade rechtzeitig um seinen Kopf noch über die Kloschüssel zu halten, während er sich übergab. Das gute daran war, dass er von John die letzten Stunden nichts zu Essen bekommen hatte und sein Magen relativ leer war.
      Jedes Mal wenn er dachte er hätte sich beruhigt, fegte eine neue Welle über ihn, die ihn daran erinnerte was er gesehen, gehört und gerochen hatte. Er bekam den Geruch nicht mehr aus der Nase der dort geherrscht hatte und die Bilder nicht mehr aus seinem Kopf. Vincent wusste nicht ob seine Tränen daher kamen, dass diese Frau tot war und er alles mit ansehen musste, oder daher dass er inzwischen so lange über der Kloschüssel hing, dass seine Magensäure seine Speiseröhre schon ziemlich verätzt haben dürfte. Seine aussichtslose Lage wurde ihm erneut schmerzlich bewusst und er begann zu schluchzen, während er erst einmal die Spülung betätigte.

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    • John war ein geschäftiger Mann. Da Natasha bereits tot war, hatte er nichts zu beobachten und ging früh zu Bett. Er wachte dementsprechend früh auf. Die Nachrichten hatten mittlerweile herausbekommen, dass der Bürgermeister alles andere als sicher war. Man sah es Vincent vielleicht nicht immer an, aber war ein Menschenkenner. Er konnte sie gut lesen. Vielleicht sogar am besten.
      Er hörte dem Gekotze seines Freundes zu und seufzte. John hatte von Anfang an gewusst, dass es schwer für den Polizisten werden würde. John wusste auch, dass er sich jetzt schlecht fühlen sollte, weil er ihm das antat, ihn da durchzwang. Aber er empfand nichts. Absolut gar nichts.
      Er füllte ein Glas mit Wasser und ging ins Badezimmer. Das Glas reichte er Vincent, dann feuchtete er ein Handtuch an. Damit setzte er sich hinter den Polizisten und drückte er ihm sanft in den Nacken.
      "Es geht vorüber. Das erste Mal ist immer das Schlimmste", sagte er sanft und begann, Vincent zu massieren.
      Eine ganze Weile saßen sie so da. John sagte nichts, tat nichts, außer Vincents verspannten Rücken zu bearbeiten.
      "Sie haben zugegeben, dass er den Bürgermeister erwischt hat. Ich habe dir ein kleines Geschenk zu den Akten gelegt. Es wird dir in dem Fall weiterhelfen. Ich habe dir auch die aktuellen Akten besorgt. Sie haben das letzte Opfer im Park verteilt gefunden. DienDetails sind in der Akte. Möchtest du etwas frühstücken? Ich kann dir was magenschonendes machen."


    • Vincent hörte wie sich hinter ihm die Tür öffnete, doch drehte er nicht einmal seinen Kopf in die Richtung. Wenn John ihn wieder mit irgendetwas vollpumpen wollte, dann sollte er das ruhig machen, Vincent hatte gerade keine Kraft dagegen anzukämpfen. Stattdessen aber brachte er ihm ein Glas Wasser und Vincent nahm es entgegen, während er Augenkontakt aber tunlichst vermied. Er spuckte noch einmal aus, bevor er das Glas in einem Zug leerte, um den sauren Geschmack in seinem Mund los zu werden. Sein Magen fühlte sich komplett leer an, selbst wenn sein Körper entschied, dass er noch nicht genug hatte, kam wohl nicht wirklich viel mehr hoch.
      Er hörte wie der Killer zum Waschbecken ging und das Wasser kurz rinnen ließ, anschließend hörte er ebenfalls, wie John zu ihm zurück kam und sich hinter ihn auf den Boden kniete. Das kühle Handtuch war angenehm und er schloss die Augen, als John anfing seinen Rücken zu massieren. Ab und zu spürte Vincent die Wunde vom vorgestrigen Tag, doch er sagte nichts. Mit Schmerzen umzugehen hatte er jedenfalls von John gelernt und die warmen Hände auf seinem Rücken waren gerade wesentlich angenehmer.
      Halb verfluchte er sich selbst, dass er sich von John berühren ließ und seine Massage genoss, aber er hatte gerade auch keine Kraft sich über sich selbst oder seine Situation zu beschweren. Die Ruhe war entspannend und Vincent hatte das gerade bitter nötig, irgendwann jedoch brach John doch wieder die Stille. Er klang so, als hätte Vincent nur etwas schlechtes gegessen, diese Ruhe in Johns Stimme war immer wieder unheimlich.
      "Wieso tust du das John?", entgegnete Vincent mit kratziger Stimme, ohne auf etwas davon einzugehen, was John eben gesagt hatte. Er räusperte sich ein wenig bevor er weiter sprach. "Was erhoffst du dir davon? Meine Anerkennung? Mein Verständnis? Oder wurde es dir einfach nur zu langweilig mich aufzuschneiden...?" Vincent wusste einfach nicht mehr was er denken sollte, er dachte einmal er kannte und verstand John, aber genau genommen war dies ja auch sein erster und größter Fehler gewesen.

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    • John legte die Arme locker um Vincents Hüfte und lehnte seinen Kopf mit der Stirn zwischen die Schulterblätter des Polizisten.
      "Du hast mich nie wirklich verstanden. Dein Profil...du hast die richtigen Treffer gelandet, um mich zu finden, aber du hast nicht mich beschrieben. In meinem Keller hast du es verstanden. Nur für den Bruchteil einer Sekunde. Dann hat dein Herz versagt."
      John lachte freudlos. Tatsächlich klang es beinahe wie ein Schluchzen und er spürte, dass ihm eine einzelne Träne über die Wange kroch, etwas was er nicht erwartet hätte.
      "Ich erhoffe mir gar nichts davon, Vincent. Ich will weder Anerkennung, noch Verständnis. Ich will einfach nur den Hunger stillen, damit ich weitermachen kann."
      Seine Stimme wurde zu einem Flüstern, gegen Ende des Satzes und für einen Augenblick blieb es still.
      "Bei den Ureinwohnern gibt es diesen Glaubensgrundsatz. In jedem Menschen leben zwei Wölfe. Ein weißer und ein schwarzer. Ein guter und ein böser. Sie sind gleich stark, wenn wir geboren werden. Während unseres Lebens füttern wir sie mit unseren Taten und Gedanken. Ob du ein guter oder schlechter Mensch bist, hängt von den Wölfen ab. Der, den du fütterst, bestimmt dein Verhalten, dein Leben. Mein böser Wolf ernährt sich von anderen Menschen."
      Er hob den Kopf und löste seinen sanften griff. Er strich Vincent über den Rücken, dann stand er auf.
      "Ich tue das, damit er dich nicht auffrisst", sagte er, als er das Badezimmer verließ.


    • "Das war nicht...", fing Vincent an, aber John hatte das Zimmer schon verlassen. Er wollte wissen warum er Vincent zusehen hatte lassen, wieso war ihm das so wichtig? Der junge Ermittler nutzte die Gelegenheit alleine zu sein dafür, erst einmal unter die Dusche zu hüpfen. Das warme Wasser beruhigte ihn und er konnte ein wenig nachdenken. Obwohl sich John direkt nebenan befand, fühlte Vincent sich hier irgendwie sicherer und ihm wurde klar, dass er sich heute besser fühlte als sonst.
      Trotzdem wurde er daran erinnert was John ihn mit ansehen hat lassen. Und er würde es wieder tun, solange er konnte. Vincent musste John aufhalten und das schnell.
      Er malte sich aus wie er es anstellen konnte, er bezweifelte, dass er John überwältigen konnte, aber trotzdem musste er etwas unternehmen. Damals war er sicher stärker gewesen als John, aber er wurde überrascht, dieses Mal konnte er vielleicht genau dasselbe tun. Wenn er in die Küche gehen konnte und unauffällig ein Messer bekam, vielleicht wenn John kurz das Zimmer verlassen würde oder abgelenkt war.
      Sollte John ihm dieses komische Mittel spritzen wollen, dann konnte er womöglich die Spritze ergattern und John damit attackieren. Wnn John selbst gerade in der Küche war, konnte er das Messer auch schnappen und sofort zum Angriff übergehen.
      Vincent glaubte nicht daran, dass er John töten konnte, aber wenn er ihn davon abhalten konnte weiter zu morden... er würde seine Hände ins Visier nehmen. Wenn er bleibende Schäden hinterlassen konnte, vielleicht einige Sehnen durchtrennen konnte... John würde nicht mehr so genau arbeiten können und allein das war es wert. Vincent würde sich dann vermutlich wünschen tot zu sein, wenn er es wirklich schaffte, aber im Moment war ihm sein eigenes Leben egal.
      John würde vermutlich auf Vincents Schulter zielen, wenn er sich verteidigen musste, vielleicht wenn er seine Hand zu fassen bekam, dann zu stach, oder ihm das Handgelenk brechen konnte. Er versuchte sich alle Möglichkeiten auszumahlen, auf alles vorbereitet zu sein. Aber John war immer für eine Überraschung gut.

      Vincent drehte das Wasser ab und trocknete sich ab. Dann zog er sich wieder an und fuhr sich kurz durch die Haare. Eine Weile lang schaute er sein Spiegelbild an und versuchte sich zu beruhigen, damit John nicht merkte was los war. Er sollte nciht merken, dass Vincent etwas vor hatte, bevor es zu spät. Als Vincents Herzschlag ruhiger wurde ging er aus dem Badezimmer und steuerte direkt die Küche an. Er schaute wo John war und plante seinen Angriff. Er würde nicht einfach zusehen wie mehr Menschen starben.
    • John wusste, was sein Freund so lange im Badezimmer trieb. Er stand in der Küche, die Hände auf die Arbeitsplatre gestützt, den Kopf ließ er hängen. Es war, als könne er Vincents Gedanken hören. Er würde versuchen, ihn aufzuhalten, aber er konnte ihn nicht töten... er wollte das Überraschungsmoment nutzen und John verletzen, und das so, dass er seine Arbeir nicht mehr machen konnte. Vincemt hatte sich nicht verändert. Wie war es John wohl damals gelungen, zwei Polizisten auszuschalten, die gekommen waren, um ihn zu verhaften? Die wussten, dass er ein gefährlicher Killer war? Vincent war berechenbar. Er dachte nicht außerhalb der Linien und deswegen konnte John seine Gedanken erkennen, bevor der Polizist sie überhaupt dachte. Nicht einmal der Puppenspieler war so gut...
      John drehte sich zu Vincent um. Er schob den Messerblock zur Seite und schubste ihn in die Spüle, sodass die Messer herausrutschten. Seine Miene war ausdruckslos, als er hineingriff und das größte heraus holte. Er beugte sich vor und scjob es dem Polizisten über den Boden hinweg zu. Er trug kein Oberteil. Die Schnitte auf seinem Oberkörper verheilten gut, hoben sich aber noch immer deutlich sichtbar von seiner blassen Haut ab. Im Gefängnis bekam man nicht unbedingt den besten Teint.
      "Nur zu. Versuch dein Glück. Aber ich bin hier oben drin. Ich weiß, was du tun wirst, bevor du es tust. Ich gebe dir eine ehrliche Chance. Ich bin unbewaffnet."
      Er hob die Hände, um seine Aussage zu betonen.
      "Aber lebe mit den Konsequenzen deines Handelns, wenn du fertig bist."
      Seine Stimme war eiskalt. Sein Gesichtsausdruck eine steinerne Maske. Poetisch formuliert sprach hier gerade der böse Wolf aus John.


    • Vincent blickte auf und alle Muskeln in seinem Körper spannten sich sofort an, als John den Messerblock in die Spüle warf. Noch schlimmer wurde es, als er eines davon hervor holte. Zu Vincents Überraschung schob er es Vincent zu, dieser blickte John nur an, als wäre er ein wildes Tier, das jederzeit durchdrehen konnte.
      Langsam beugte Vincent sich nach unten um das Messer aufzuheben, seine Finger umklammerten den Griff förmlich und langsam stand er wieder auf, während er John weiter fixierte. Es war als konnte er Gedanken lesen und das beunruhigte Vincent, auch wenn er wusste, dass das genau das war, was John erreichen wollte. Er zwang Vincent dazu, alles was er sich in seinem Kopf zurecht gelegt hatte zu überdenken, andererseits würde John vielleicht genau das erwarten. So oder so, Vincent konnte sich nicht sicher sein was John erwartete. Eine Finte zu Anfang, oder vielleicht nicht? Konnte er überhaupt vorhersehen was Vincent tun würde oder bluffte er nur?
      Dass John unbewaffnet war, war natürlich auch nur jetzt richtig, er konnte ebenso in die Spüle greifen und sich ein Messer schnappen. Aber Vincent musste es einfach versuchen, er konnte nicht einfach abwarten und hoffen, dass John mit dem Morden aufhörte. Das würde nicht passieren, niemals. Und Vincent würde so eine Chance vermutlich nicht wieder erhalten.
      Vincent vermutete, dass John es darauf anlegte, Vincent das Messer so schnell wie möglich wieder abzunehmen. Während er über seine Vorgehensweise nachdachte, sah er John einfach in seine raubtierhaften Augen, er fixierte ihn förmlich um nicht versehentlich zu verraten, was er vorhatte. Er würde seine linke Seite angreifen, wenn er ausweichen, oder seine Bewegung aufhalten würde, dann würde Vincent in die Spüle greifen um sich mit seiner linken Hand ein weiteres Messer zu holen. Er hoffte John damit überraschen zu können, vielleicht konnte er einen Treffer landen. Jedenfalls hatte er nicht vor kampflos unterzugehen und es war ihm egal wie sehr der Schnitt noch schmerzte, der Vincents letzte Strafe gewesen war.
    • John trat einen Schritt vor. Dann noch einen. Er bewegte sie wie ein Raubtier, ließ seine Beute nicht aus den Augen, egal was er tat. Er entfernte sich mit Absicht von den anderen Messern und auch allem anderen, was er hier drin vielleicht als Waffe gebrauchen könnte. Als Antiquitätenhändler hatten ihn alle unterschätzt. Er war nur groß und breitschultrig gebaut, das waren niebim Leben Muskeln. Der ließt doch nur Bücher, der weiß gar nicht, was er machen soll, wenn er angegriffen wird. Falsch.
      John wartete den ersten Angriff des Polizisten ab. Der kam von links. Doch anstatt zurückzuweichen, blieb John stehen, blockte den Angriff mit seinem Unterarm und drehte sich in die Bewegung hinein, sodass er nun Vincents bewaffneten Arm festhielt, mit dem Rpcken zu ihm stand und ihm noch in der gleichen Bewegung den Ellenbogen gezielt gegen die Rippen rammte. Dann duckte er sich unter dem ausgestreckten Arm hindurch, ohne ihn loszulassen, drehte ihn herum und zwang Vincent mit einem Tritt in die Kniekehle zu Bode. Er verdrehte ihm den Arm und drückte auf den Duckpunkt am Handgelenk, sodass Vincent nichts anderes tun konnte, als das Messer fallen zu lassen. Das war schmerzhaft, aber aus Erfahrung wusste John, dass der Polizist das aushalten konnte. Deswegen drückte er seine freie Hand auf dessen Schulter, während er den verdrehten Arm weiter in die Höhe hielt. Er kam dem Polizisten jetzt ganz nahe.
      "Hast du wirklich geglaubt, du könntest mich in diesem Zustand aufhalten? Du bist völlig dehydriert, nährstoffarm und so wütend. Immer bist du so wütend, wenn du dich mir entgegenstellst."
      Er schüttelte den Kopf, richtete sich wieder auf. Dann kugelte er Vincent mit einer schnellen Bewegung die Schulter aus und ließ ihn liegen. Er musste die Schulter nachher wieder einrenken, aber jetzt sollte Vincent erstmal die Konsequenzen spüren.
      Johns Uhr piepte, es war acht Uhr. Routiniert zog er eine Spritze auf und verabreichte das Mittel. In zwölf Stunden, beschloss John. Dann ging er ins Bad und machte sich fertig, er hatte ein Kunstwerk zu bauen.


    • Vincent hatte versucht das Messer mit seiner linken Hand wieder aufzunehmen, doch es lag außer Reichweite und als John ihm die Schulter auskugelte, blieb Vincent am Boden liegen. Er hatte seine Chance vertan und er hätte wissen müssen, dass es keinen Sinn gehabt hatte.
      John kam mit der Spritze zurück und Vincents versuche sich zu wehren, endeten nur in einem blauen Fleck in einer Armbeuge. Dann ging John und Vincent wusste genau was er jetzt tun würde. Er würde die junge Frau präsentieren wollen und das bald.
      Nachdem John schon eine Weile weg war, rappelte Vincent sich auf. Er suchte sich etwas schweres als Gegengewicht um seine Schulter am Küchentresen wieder einzurenken. Ein kurzer Schrei entwich ihm, als das Gelenk wieder in seine Position sprang und testhalber drehte er seine Schulter ein wenig um zu sehen ob alles in Ordnung war. Das würde bestimmt blau werden und auf seiner linken Seite, tat der Schnitt den John ihm zugefügt hatte und der Diamant den er ihm reingeritzt hatte nicht weniger weh. Aber diese Schmerzen waren kaum etwas gegen das, was Vincent schon erlebt hatte und womöglich hatte er heute Abend noch eine Chance. Er beschloss sich außerdem nicht davon verrückt zu machen, dass John ihn lesen konnte wie ein offenes Buch, das würde dem Killer auch nur in die Karten spielen.
      Erst einmal beschloss Vincent eine ganze Menge zu trinken, um wieder etwas Kraft zu tanken. John hatte sogar etwas Orangensaft ihm Kühlschrank stehen und der war schnell ausgetrunken. Anschließend machte er sich eine vernünftige Mahlzeit und zwang sich sie herunter zu würgen. Nach dem gestrigen Tag hatte er eigentlich gar keinen Appetit, aber er musste essen um zu Kräften zu kommen.
      John war ein Gewohnheitstier, Vincent war sich sicher, dass er nicht hoffen brauchte er käme ein wenig später, das war ausgeschlossen. Vermutlich würde er um Punkt 8 Uhr Abends wieder da sein, Vincent hatte also noch knapp sechseinhalb Stunden sich etwas zu überlegen.
      Es fiel ihm schwer auch nur eine gerade Linie zu gehen, aber er hatte immerhin die Kraft dazu. Vincent überlegte ob er Johns Ankunft irgendwie verzögern konnte, vielleicht indem er die Tür verbarrikadierte, aber dann hätte er das Überraschungsmoment nicht auf seiner Seite und er glaubte daran, dass er gerade das brauchen würde.
      Der Ermittler beschloss trotzdem die Couch von ihrer Position aus, vor die Eingangstür zu schieben. Dafür brauchte er geschlagene zwei Stunden, weil er immer wieder Pausen machen musste. Sein ganzer Oberkörper fühlte sich taub an als er fertig war und der Schweiß tropfte von seiner Stirn.
      Als nächstes holte Vincent noch einmal etwas zu Essen und setzte sich anschließend mit zwei Messer bewaffnet neben die Eingangstür. Er versuchte ein wenig mit den Messer zielen zu üben und war erfreut, dass er die selbe Stelle wieder und wieder treffen konnte. John würde sich zumindest über ein Loch in seinem schönen Parkett ärgern können.
      Dann wartete Vincent. Wenn John die Tür öffnen würde und von der Couch aufgehalten würde, würde Vincent ihm erst einmal durch den Spalt der geöffneten Tür ein Messer in den Fuß rammen. Anschließend konnte er womöglich auf seine Kniekehle oder seine Oberschenkelarterie zielen. Den Rest musste er improvisieren.
      Als die Tür sich schließlich pünktlich öffnete, setzte Vincent seinen Plan in die Tat um und stach zu.
    • John war unzufrieden mit seinem Werk, hatte aber keine Zeit für Details. Also beschränkte er sich auf das wesentliche. Er füllte die Stellen, an denen er Natasche gehäutet hatte, sowie den Schnitt auf ihrer Brust und ihre Augen mit einem Farbstoff, der nur bei Schwarzlicht sichtbar wurde. Dann drapierte er sie auf den Stahlseilen, die er im hunteren Teil des Lagerhauses gespannt hatte. Es sah aus wie ein schlechtes Spinnenetz und Natasha hing perfekt in den Seilen. Es wirkte, als säße sie, die Arme erhoben, die Hände baumelten nach unten, ihr Kopf lag leicht zur Seite geneigt. Er machte das Licht aus und schaltete die Schwarzlichröhren am Boden ekn. Es sah gut aus. Ein brutales Meisterwerk, aber John sah nur die Fehler und die Details für die er keine Zeit gehabt hatte.

      Als er die Tür zu seinem Penthouse öffnete fiel ihm gleich auf, dass etwas nicht stimmte. Dann sah er das Blitzen eines Messers und zog seinen Fuß instinktiv zurück.
      "Clever", lachte er, warf sich gegen die Tür und hechtete durch den Spalt über die Couch hinweg.
      Um Vincent keine Möglichkeut zur Fluchtzu gestatten, drehte er gleich wieder um und rammte ihm das Knie gegen die bereits verletzte Schulter. Er spürte das Messer in seiner Hüfte. Damit hatte er aber gerechnet, weswegen Vincent nichts von ihm bekam. Es war, als spüre er den Schmerz gar nicht. Dennoch spielte er mit und sackte auf das Knie des vermeidlich verletzten Beines. So war er Vincent aber nur näher als zuvor. Und dann küsste er ihn. Dieser Kampfgeist war etwas besonderes. Das musst belohnt werden. Aber John durfte sein Ziel nicht aus den Augen lassen. Daher schlug er im nächsten Augenblick Vincents Kopf gegen die Wand, nutzte dessen Benommenheit und verabreichte ihm sein Mittel.
      "Du glaubst doch wohl nicht, dass ich unvorbereitet bin, oder?", sagte er, als er aufstand.
      Er betrachtete das Messer in seinem Körper und seufzte.
      "Steh auf", befahl er und holte den übergroßen Verbandskasten aus dem Schrank in der Küche.
      Damit ging er ins Esszimmer und er legte alles bereit, was er brauchte, um sich selbst und Vincent wieder zusammenzuflicken.
      "Ich nehme an, dass du die Messer vorher nicht desinfiziert hast", tadelte John, sobald es der Polizist geschafft hatte, zu ihm zu kommen.
      Er packte ihn am Hals und warf ihn auf den gläsernen Tisch. Dann riss er sich das Messer aus dem Leib und stach es Vincent in die Schulter, die er heute morgen ausgekugelt hatte. Sein eigener Schnitt blutete und er beobachtete, wie das Blut seine schwarzen Klamotten tränkte. Es war faszinierend...
      Er schwang sich auf Vincents Hüften und drückte wieder dessen Hände mit seinen Knien auf die Tischplatte.
      "Was willst du, das ich tue? Soll ich es einfach bluten lassen? Willst du, dass ich verblute?", fragte er und zog sein Shirt aus, um dem Polizisten zu zeigen, was er getan hatte.
      Er presste seine Hand dagegen und hielt sie hoch, betrachtete das Glitzern der untergehenden Sonne in seinem Blut.
      "Unheimlich, nicht wahr? Aber aufregend..."
      Er steich Vincent mit der Blutigen Hand über das Gesicht, dann küsste er ihn erneut.
      "Mein Krieger", wisperte er und griff nach dem Griff des Messers, "mein wunderschöner Krieger..."
      Er drehte den Griff des Messers, riss durch Muskeln und Sehnen in der Schulter des Polizisten. Normalerweise war das viel zu grob für John, aber er musste den Polizisten bestrafen.


    • Der erste Angriff ging daneben und als John in die Wohnung sprang, machte Vincent den Fehler zu versuchen durch die Tür zu kommen. Er bereute es schnell, als John sein Knie gegen seine Schulter rammte. Der Schmerz breitete sich von dort über Vincents gesamten Oberkörper aus und er keuchte ein wenig. Doch das gab ihm Gelegenheit selbst endlich einmal einen Treffer zu landen. Das Messer steckte ihn Johns Bein und dieser fiel auf ein Knie. Dann küsste er ihn.
      Vincent war so verwirrt und überrascht von dieser Aktion, dass er für einige Momente wie paralysiert war. Er hatte aber keine Zeit sich darüber zu ärgern, als sein Kopf gegen die Wand donnerte. Er spürte einen Nadelstich und brauchte trotzdem eine Weile wieder einen klaren Kopf zu haben. Er wusste, dass der Kampf für heute vorbei war, er verbuchte ihn aber nicht als Misserfolg, immerhin hatte er John ein Messer ins Bein gerammt.
      Langsam stand er an die Wand gestützt auf und stolperte in Johns Richtung. Seine Hand drückte ihm im nächsten Moment die Luftröhre zu und er schnappte nach Luft, als er rücklings auf dem gläsernen Esstisch landete. "Wenn du durch eine Blutvergiftung stirbst, ist mir das auch recht...", keuchte er als Antwort. Natürlich hatte er die Messer nicht desinfiziert. Vincent schrie auf, als John ihm das Messer in die ohnehin schmerzende Schulter rammte. Offenbar hatte er ihn auch nicht lebensgefährlich verletzt, sonst hätte er das Messer nicht einfach so aus seinem Bein gezogen. John war nicht dumm und kannte sich mit der menschlichen Anatomie bestens aus.
      Gerade wollte Vincent mit seiner linken Hand nach dem Messer greifen , um es aus seiner Schulter zu entfernen, da saß John schon wieder auf ihm und fixierte Vincent auf dem Tisch. Er fragte sich wie lange der Tisch das mitmachen würde.
      "Dass du verblutest war meine Intention, ja", antwortete Vincent frech, aber durch zusammengebissene Zähne, sein gesamter Oberkörper tat weh und sein Kopf pochte wie wild.
      Erneut presste John seine Lippen auf Vincents und etwas von seinem Blut landete in seinem Mund. Er hatte irgendwie das Gefühl John freute sich darüber, dass Vincent so hartnäckig war und das gefiel dem Ermittler überhaupt nicht. Es hinterließ einen bitteren Nachgeschmack, doch konnte er nicht lange darüber nachdenken. Er konnte seinen Schrei nicht unterdrücken, als John das Messer in der Wunde drehte. Er hörte das reißen von Sehnen und Muskelfasern und es fühlte sich an, als hätte John ihm gerade den Arm abgehackt.
      Sein Atem beschleunigte sich und auch sein Herz schlug schneller, was nur dazu führte, dass noch mehr Blut aus der Wunde quoll. Vincent merkte wie sein Körper auf den Schmerz und den Blutverlust reagierte, wenigsten hatte er etwas im Magen, sonst wäre es ihm vermutlich schwerer gefallen John einen finsteren Blick zu zuwerfen.
      "Du bist feige John...", knurrte er, "Pumpst mich mit diesem Zeug voll, sperrst mich hier ein und lobst dich selbst dafür, dass du mich in meinem Zustand in Schach halten kannst. Ich werde aber nicht hier rum sitzen und weiter zusehen wie du unschuldige Menschen quälst und ermordest. Du solltest mich töten, wenn du deine 'Arbeit' richtig machen willst. Wie lange hattest du heute Zeit? Vermutlich weniger als sieben Stunden, wenn man an- und abfahrt mit einberechnet und eine Leiche hört nicht einfach auf zu verwesen nur weil du mehr Zeit brauchst. Warst du zufrieden mit deinem Werk? Der Perfektionist der du früher warst, hätte mehr Zeit gebraucht, der hätte diese Frau nicht so bald umgebracht, der wäre erst nach Hause gefahren, wenn alles perfekt gewesen wäre. War es heute so John? Kannst du stolz auf dein neuestes Werk sein?"
    • Er lachte. Es war ein leises Kichern, das beinahe auf dem Weg durch seinen Hals verloren ging. Er richtete sich wieder auf und musterte die neuste Verletzung seines Polizisten.
      "Feige, hm? Ich würde es nicht so bezeichnen, wenn ein Serienkiller, der gerade aus dem Gewahrsam geflüchtet ist, einen Polizisten bei sich zu Hause hält."
      Er griff nach der Kiste mit dem medizinschen Materialien. Zuerst versorgte er liebevoll die kleine Platzwunde an Vincents Augenbraue.
      "Du hast recht, ich habe aufgrund des Zeitdrucks schlampig gearbeitet und es wurmt mich, dass ich auf all die wundervollen Details verzichten musste, die ich Kopf hatte. Aber das ist nicht schlimm, denn Natasha ist kein Geschenk für dich oder für Simon oder überhaupt jemanden von der Polizei. Es ist ein Geschenk für meinen neuen Freund, den Puppenspieler. Du hast doch gesehen, was ich mit Natasha gemacht habe. Eine Puppe für einen Puppenspieler. Außerdem ist sie eine Nachricht. Die Welt soll ruhig erfahren, dass wir uns kennen. Das wird jetzt wehtun."
      Mit einem Ruck zog John das Messer aus der Schulter. Sofort drückte er drauf, um den Blutverlust zu minimieren. Als er das Griff hatte, machte er sich daran die Verletzung zu vernähen. Dabei ging er mit intrakutanen Nähten vor, sodass später kaum bis gar keine Narbe übrigbleiben würde. Er wollte ja nicht, dass sein Meisterwerk ruiniert wurde. Danach setzte er ein Lokalanästhetikum, damit Vincent nicht das Gefühl hatte, bei jeder Bewegung seinen Arm auszureißen.
      "Jetzt du", sagte er und stand auf. Er entledigte sich seiner blutbefleckten Kleidung, bis er nur noch in engen, schwarzen Boxershorts vor Vincent stand.
      "Du hast mich verletzt, also muast du dich jetzt auch drum kümmern."


    • John sprach von Vincent als wäre er sein Hund und es regte ihn nur noch mehr auf. Er zischte leise als John die Wunde an seiner Stirn desinfizierte und sah ihn an. Meinte er das etwa ernst? Bevor Vincent allerdings etwas erwidern konnte, drang ein leiser Aufschrei aus seiner Kehle als John das Messer mit einem Ruck heraus zog. Er brauchte kurz um sich wieder einzukriegen. "Was anderes als Perfektion war noch nie genug für dich. Warum sollte sich das geändert haben, nur weil sie für den Puppenspieler ist?", fragte er John während dieser die Wunde vernähte. Vincent hätte gerne gewusst wie schlimm der Schaden war, aber er fragte John nicht.
      Stattdessen schaute Vincent zu wie John sich seiner Kleidung entledigte und richtete sich langsam auf. Er bezweifelte dass er die Wunde richtig versorgen konnte, abgesehen davon dass er es nicht wollte. Er fragte sich ob er einen dritten Angriff starten sollte, aber er bezweifelte, dass er das Messer, das neben ihm auf dem Tisch lag überhaupt halten konnte. Seine Finger zu bewegen war kein Problem, aber sobald er den Arm anheben wollte fühlte er einen dumpfen Schmerz, trotz des Anästhetikums. Er war Schmerzen gewohnt, aber er glaubte einfach nicht, dass sein Arm der Belastung standhalte konnte.
      Deshalb stand er langsam auf und deutete John sich nun auf den Tisch zu legen. Vincent sah die auf dem Boden verteilten Stühle an. Einen davon nahm er mit seinem linken Arm hoch - den er auch nicht belasten sollte - und brachte ihn zum Tisch zurück. Er stellte ihn an den Tisch, sodass er beim versorgen der Wunde sitzen konnte, er musste sonst Angst haben einfach umzukippen. John lag bereits und Vincent setzte sich um sich die Wunde anzusehen. Er fing damit an sie zu desinfizieren und stützte dabei sein Handgelenk auf den Tisch. Mit seiner linken Hand war er ohnehin nicht so geschickt, da half es nicht gerade, dass seine Koordination fast nicht mehr vorhanden war und sein Kopf brummte.
      "Glaub nicht, dass ich das deinetwegen mache. Ich weiß einfach, dass ich dir vorerst nichts entgegen setzen kann...", murmelte Vincent ein wenig frustriert und John würde seine Wunde notfalls selbst flicken.
      Nachdem die Wunde desinfiziert war, folgte Vincent Johns Anweisungen. Seine Wundversorgung würde vermutlich besser ausfallen, würde er es selbst machen. Nicht dass Vincent sich keine Mühe geben würde.
      "Ich bin nicht geübt in sowas John...", entschuldigte er sich als er fertig war und lehnte sich etwas erschöpft zurück.
    • "Schon in Ordnung, ich werde das nachher selbst nähen", erwiderte John, als er das Werk betrachtete.
      Dafür, dass Vincent nur seine linke Hand wirklich hatte benutzen können, war es gar nicht so schlecht.
      John machte sich daran, alles aufzuräumen, dann machte er einen kleinen Snack für sie beide, den er ins Wohnzimmer auf den Tisch stellte. Er machte sich nichts aus diesen Fluchtversuchen. Sie waren erfolgreicher als jeder andere bisher, aber John hatte genug Übung in sowas. Nicht jedes seiner Opfer gab sich so bereitwillig geschlage wie Natasha und gerade zu Beginn seiner Karriere hatte John zu kämpfen gehabt.
      Er schaltete die Nachrichten ein, die gerade eine Sondersendung zu dem neusten Leichenfund des Diamon-Killers ausstrahlten.
      "Scheinbar hat Jonathan Crichton, besser bekannt als der Diamond-Killer, die Polizei selbst über diesen Tatort informiert. Er hat einen Brief abgeben lassen, in den darauf hingewiesen wurde. In einem weiteren Brief an unseren Sender steht folgendes."
      Sie las Johns Brief vor und der Killer freute sich innerlich. Zugegeben, dieser Zodiac-Move war etwas ausgefallen, aber er war ja jetzt auch kein einfacher Serienkiller mehr. Ein bisschen mehr Show würde sicher zur allgemeinen Panik beitragen.
      Sein Blick glitt hinüber zu Vincent. Wenn er doch nur wüsste, wie sehr er ihm damit half. All das war nur für ihn. Natasha war ein notwendiges Übel gewesen. John durfte nicht auffallen, da musste er sowas leider machen. Und er würde nicht leugnen, dass es ihn erfüllt hatte, sie zu töten.
      "Hier", sagte er und reichte Vincent eine handvoll weißer Tabletten, "gegen die Schmerzen, wenn die Betäubung nachlässt."
      Er stand auf und küsste ihn liebevoll auf die Stirn.
      "Bals wirst du es verstehen", murmelte er und verschwand in seinem Schlafzimmer.
      Er nähte den Schnitt und legte sich hin. In seinem Kopf war aber zu viel los, als dass er hätte Ruhe finden können. Er hatte so viel zu tun, dabei wollte er doch nur eins: Vincent.


    • Vincent blieb eine Weile lang auf dem Esszimmerstuhl sitzen und ruhte sich aus. Er hatte das Gefühl, dass er sich gar nicht bewegen konnte, selbst wenn er wollte. Doch er schaffte es entgegen seiner Erwartung sich auf die Beine zu stellen und den Snack zu essen, den John vorbereitet hatte. Die Nachrichten wollte er eigentlich gar nicht hören, aber er sagte nichts und hörte der Berichterstattung zu. Immerhin wussten sie jetzt, dass John noch in der Stadt war.
      Die Tabletten sah Vincent eine Weile lang an als John schon gegangen war. Es war ein Wunder, dass er nicht schon längst abhängig von irgendwelchen Mitteln war und er wollte es vermeiden das zu ändern. Er hatte also nicht vor eine davon zu nehmen und legte sie dann ins Badezimmer als er sich die Zähne putzen ging.
      Was meinte John nur die ganze Zeit damit, er würde es verstehen? Vincent glaubte, dass John ihn vielleicht wirklich zu einer Art Gefährte machen wollte, war sich aufgrund seiner Bezeichnung von ihm als sein Kunstwerk, nicht mehr allzu sicher, ob er nicht doch vor hatte ihn über kurz oder lang zu töten. Es brachte jedenfalls nichts sich den Kopf darüber zu zerbrechen, John war einfach ein Rätsel.
      Vincent ging ebenfalls ins Bett und war sehr schnell eingeschlafen. Sein Körper brauchte den Schlaf.

      Am nächsten Morgen wachte Vincent vor 8 Uhr auf. Seine Schulter tat höllisch weh und nachdem er sich ein wenig aufgesetzt hatte und nun mit dem Rücken an die Wand gelehnt in seinem Bett saß, beschloss er darauf zu verzichten sich auch nur einen Millimeter weiter zu bewegen. Auch die linke Schulter und Brust taten ihm weh, John hatte noch gesagt er sollte die Seite nicht belasten. Wenigstens sein Kopf hatte sich einigermaßen beruhigt und Vincent tastete kurz an die Platzwunde an seiner Stirn. Sofort zuckte er zurück und seufzte tief. Er war nicht so erledigt wie damals in Johns Keller, aber er war trotzdem ziemlich hinüber.
      Als John pünktlich um 7:55 das Zimmer betrat, sah Vincent auf.
      "John, können wir das Zeug heute auslassen? Ich fühle mich schon beschissen genug...", bat er ihn und hatte tatsächlich keine bösen Hintergedanken dabei. Er wollte einfach nur im Bett liegen bleiben, vielleicht später vor den Fernseher wandern, aber er wollte keine erneute Auseinandersetzung mit John. Er hatte einfach nicht die Kraft dazu und war froh, wenn er einen Kaffee trinken konnte, ohne dass ihm die Tasse dabei aus der Hand flog. "Ich schwöre, dass ich nichts versuchen werde..."