[2er RPG] Burning Desire

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    • "Das würde ich niemals sagen." Julia kicherte. "Du weißt, dass du immer gut aussiehst, aber ich sage es dir gerne so oft, wie du es hören willst." Sie fand es amüsant, wie eitel Carson sein konnte, auch wenn er jeden Grund dazu hatte. Deshalb störte es sie auch nicht. Ihr Kichern endete jäh, als Carson die empfindliche Haut unter ihrem Schlüsselbein küsste und dafür sorgte, dass Julia kurz der Atem stockte.
      "Das sind wirklich schlagende Argumente.", gab sie zu und ließ ihre Finger durch sein Haar gleiten. "Und da wir heute keine Termine haben, kann ich mir damit sogar Zeit lassen. Beim Ausziehen... oder beim wieder anziehen." Sie grinste leicht, während sie ihre Hände an Carsons Nacken hinunter zu seinem Rücken wandern ließ. "Aber nur, wenn ich nicht die einzige bin, die sich auszieht." Ein leises Lachen entwich ihren Lippen, als ihr bewusst wurde, was sie gerade gesagt hatte. "Mr. Davis, Sie haben mich verdorben."
    • "Ich würde es nicht verdorben nennen", antwortete Carson, richtete sich auf und zog sich das Shirt wieder über den Kopf.
      Er warf es achtlos neben das Bett und lächelte selbstbewusst. Er wusste, wie gut er aussah und er wusste, dass Julia den Anblick genoss. Wegen der ganzen Arbeit war er weniger zum Trainieren gekommen, weswegen seine Muskeln momentan nur sanfte Andeutungen, aber immer noch deutlich sichtbar waren. Nach dem Fressfest der Feiertage würde er wie jedes Jahr eine Woche durchtrainieren, um wieder in Form zu kommen. Für gewöhnlich war Januar die Zeit, in der er aussah wie ein Action-Movie Star.
      "Jetzt bist du dran", schnurrte er, als er sich wieder vorlehnte, um sie zu küssen.
      Seine Hände schoben sich unter das locker sitzende Shirt, das Julia vielleicht sogar von ihm geklaut hatte. Während er ihre wundervoll weiche Haut betastete, schob er ihr das Shirt über den Kopf. Sie trug nichts drunter. Carson entkam ein vorfreudiges Knurren.
      "Ich liebe es, wenn du nichts drunter hast", schnurrte er, kurz bevor sich seine Lippen um eine der prächtigen Wölbungen schloss. Sein Daumen umspielte die rosa Knospe der anderen, bis sich ihm diese hart entgegenstreckte.








      @Enija


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    • Julia grinste leicht. Wieder einmal wurde ihr bewusst, dass Carson wirklich jeden Grund dazu hatte, um eitel zu sein. Manchmal fragte sie sich, wie sie es fertig gebracht hatte, dass ein so gut aussehender Mann sich für sie interessierte, aber gleichzeitig war sie so glücklich darüber, dass der Geschäftsmann sich für sie entschieden hatte, dass sie nicht weiter darüber nachdachte.
      Und das denken fiel ihr auf einmal sowieso sehr schwer, als Carson ihr das Shirt über den Kopf schob und sie kurz darauf seine Lippen auf ihrer Haut fühlen konnte. Kurz stockte ihr der Atmen und sie lehnte automatisch den Kopf zurück. Gleichzeitig strichen ihre Hände wie von allein über Carsons Rücken und seine harten Muskeln. "Du bist einfach zu sexy.", letztendlich sprach sie die Wahrheit doch laut aus, obwohl sie dabei klang wie ein unzufriedenes Kind.
    • Ein Grinsen schlich sich auf Carsons Gesicht. Julia wusste eben, wie man ihn glücklich machte.

      "Warum noch gleich habe ich mich vorhin angezogen?", fragte Carson einige Zeit später.
      Der Gedanke, seine Hosen wieder anzuziehen, lag so fern, wo er hier doch gemütlich im Bett lag, den Kopf auf den zarten Oberschenkel einer wundervollen Frau gebettet. Sie hatten nichts vor, keine Pläne, nur sich selbst. Sie konnten tun und lassen, was sie wollten. Irgendwann im Laufe des Tages sollten sie vielleicht duschen, ja, aber gerade jetzt war Carson das egal. Er trieb immer noch auf dem hormonellen Hoch multipler Orgasmen. So plump das auch klang, er hatte den Sex mit Julia vermisst. Sie wusste es vielleicht nicht, aber sie war eine Göttin der Horizontalen. Und Carson mochte diese Position.
      "Ich hab dich vermisst", flüsterte er und küsste die Innenseite Julias Oberschenkels.
      Seine Finger glitten ihr Schienbein auf und ab. Während der Dienstreisen hatte er viel nachgedacht, nicht nur über die Arbeit. Er hatte auch wieder weniger geschlafen. Heute Nacht hatte er das erste Mal seit er gegangen war wieder fünf Stunden und das auch noch am Stück geschlafen.


    • Julia hatte sich am Kopfteil des Bettes angelehnt, damit sie eine halbwegs sitzende Position einnehmen konnte. Sie war sich nicht sicher, ob sie im Moment genug Kraft in den Glieder hatte, um ohne fremde Hilfe aufrecht sitzen zu können. Ihr Körper fühlte sich noch immer ausgelaugt an, aber gleichzeitig genoss sie die wohlige Wärme, die sie nach dem Sex mit Carson immer in sich fühlte. Vermutlich würde sie morgen Muskelkater haben, aber das war es definitiv wert gewesen.
      "Ich habe dich auch schrecklich vermisst.", gab sie zurück und streckte eine Hand aus, um ihrem Freund durch das dunkle Haar streichen zu können. Sie liebte es, wie weich es sich unter ihren Fingern anfühlte.
      Während Carsons Geschäftsreise hatte sie sich sehr einsam gefühlt, auch wenn sie das niemals laut ausgesprochen hatte. Sie wusste, dass sie sich an diesen Zustand gewöhnen musste, trotzdem fühlte das Appartement sich ohne ihren Geliebten leer und leblos an. Julias Leben war einfach nicht komplett, so lange er nicht bei ihr war.

      "Wird die Weihnachtsfeier mit deiner Familie so ähnlich wie der Geburtstag seines Onkels?", fragte sie nach einigen Minuten des Schweigens. Ihre Finger waren inzwischen etwas tiefer gewandert und kraulten Carson im Nacken. "Ich versuche mich moralisch darauf vorbereiten, aber vermutlich werde ich wieder völlig erschlagen sein." Sie kicherte verlegen. Es machte sie immer noch nervös auf den gesamten Davis-Clan auf einmal zu treffen. "Du passt auf mich auf und verhinderst, dass ich etwas peinliches mache, nicht wahr?" fügte sie hinzu, es war jedoch weniger eine Frage, als eine Bitte.
    • "Du brauchst doch keine Angst vor meiner Familie zu haben. Bei dem Geburtstag von meinem Onkel waren auch Freunde, Freunde von Freunden, Geschäftspartner und Arschkriecher dabei. Weihnachten ist für die Familie. Da kommt auch nur die Familie. Mit Anhang, natürlich, aber das wäre bloß diese mysteriöse Freundin von Chloe, von der sie ständig schwärmt. Sie soll Fotografin sein."
      Carson schloss die Augen und genoss das Kraulen. Als wüsste Julia über seinen Hang zur Körperlichkeit. Er brauchte das einfach, die fühlbare Sicherheit, dass jemand da war, es jemandem gut ging.
      "Die größte Gefahr wird es sein, dass du platzt. Glaub mir, so viel Essen hast du noch nie gesehen."
      Er hob den Kopf kurz und lächelte Julia an.
      "Ich werde immer auf dich aufpassen", versprach er ihr und küsste sie auf den Oberschenkel.


    • "Chloe bringt auch ihre Freundin mit? Dann bin ich also nicht der einzige Neuling auf der Weihnachtsfeier?" Julia lächelte ein wenig. Diese Erkenntnis beruhigte sie mehr, als sie es vermutlich sollte. Vielleicht stammte diese Freundin auch nicht aus den gehobenen Kreisen und Julia hätte eine Leidensgenossin...
      Noch während Julia darüber nachdachte, hatte sie bereits ein schlechtes Gewissen. Auf einmal kam sie sich undankbar vor. Es war schließlich ein großer Vertrauensbeweis, dass Carson sie zu der Feier mitnahm. "Es tut mir etwas leid, dass ich nicht mit meinen Eltern feiere. Aber sie fahren anscheinend über die Feiertage weg." Julia zuckte leicht mit den Schultern. Sie hatte lange überlegt, wie sie ihren Eltern erklären sollte, dass sie an Weihnachten zu Carsons Familie eingeladen worden war und deshalb nicht zu ihnen kommen konnte. Doch noch bevor sie dazu kam, hatte ihre Mutter sich bei ihr dafür entschuldigt, dass sie Weihnachten schon verplant hatten und nicht zu hause sein würden. Es war seltsam. Beinahe so, als hätten sie gewusst, dass ihre Tochter in diesen Gewissenskonflikt geraten würde...

      "Wir sollten bei Gelegenheit ein Bild von uns beiden machen und ihnen schenken. Da sie dich quasi adoptiert haben, würde es sie bestimmt freuen.", sagte sie sanft und sah zu Carson hinab. "Es wäre ein schönes Weihnachtsgeschenk, denkst du nicht?" Sie beugte sich etwas nach vorne, um Carson auf den Scheitel zu küssen. "Ich bin so erleichtert, dass sie dich mögen. Auch wenn ich natürlich nichts anderes erwartet hatte." Den letzten Satz fügte sie mit einem Lachen hinzu.
    • "Das klingt nach einer guten Idee, ja."
      Lächelnd ließ Carson seinen Kopf wieder auf den Oberschenkel seiner Freundin sinken. Wenn sie nur wüsste, dachte er sich.

      Die nächsten drei Tage channelte Carson sein Pokerface für geschäftliche Verhandlungen, um nicht auszuplaudern, dass Julia sehr wohl Weihnachten mit der Familie verbringen würde. Er entführte Julia außerdem auf einen Trip in ein Einkaufszentrum, um Charlettes Geschenk zu finden. Es lief auf einen Teddybären hinaus, der größer war als sie selbst und eine kitschige Schneekugel von San Francisco.

      Am 24. schlüpfte Carson in ein ordentliches Paar Jeans und ein braunes Hemd. Entgegen des ganzen Geldes, dass diese Familie für Anzüge ausgab, war Weihnachten schlicht gehalten. Bei einem Fressfest wollte man es eben bequem haben. Das Outfit wurde miz einer Weste und einem leichten Schal abgerundet.
      Gegen Abend fuhr Carson sie beide zum Anwesen seines Onkels; Austin hatte frei.
      Das Anwesen leuchtete in der Nacht wie ein Stern. Cardon parkte neben den anderen drei Wagen direkt vor der Tür und führte Julia hinein. Im inneren des Hauses schrie alles Weihnachten. Überall Girlanden, Grünzeug, Sterne, Glitzer und alles andere, was so dazu gehörte. Aber es wirkte nicht überladen. Alles war perfekt aufeinander abgestimmt.
      "Juliiii", hörten sie eine quietschende Stimme, kaum dass sie die Mäntel abgelegt hatten.
      Chloe kam aus der Küche geschossen, einen dunkelgrauen, ärmellosen Jumpsuit tragend. Sie stürmte auf Julia zu und schloss sie in ihre zierlichen Arme. Selbst Carson war ein bisschen überrascht.
      "Und was ist mit mir?", fragte er scherzhaft und schon warf sich Chloe in seine Arme.
      "Hey BuBu", grüßte er sie, als sie ihm einen Kuss auf die Wange gab.
      "Ihr müsst Max kennenlernen!"
      Chloe ergriff sie beide an den Händen und zog sie in den kleinen Salon, wo die ganze Familie versammelt war.
      "Max! Das ist mein Cousin Carson und seine Freundin Julia."
      Max war eine schlanke, großgewachsene Blondine mit einem Sidecut. Sie trug eine Jeans und eine hübsche Bluse. Sie wirkte sehr selbstbewusst...

      Nach einer allgemeinen Begrüßungsrunde mit Küsschen und Umarmungen scheuchte Onkel Charles alle in den großen Salon, der ausschließlich für Festigkeiten genutzt wurde. Auch hier war alles festlich dekoriert.
      "Ich bin gleich wieder da", flüsterte Carson irgendwann in Julias Ohr und entschuldigte sich kurz.
      Sein Telefon hatte vibriert. Er ging raus und rief zurück.
      "Wir sind vor dem riesigen Tor...", sagte Julias Mutter etwas ratlos.
      "Alles klar. Ich mach's auf. Folgt einfach dem weg und parkt neben den anderen Autos, ich warte dort auf euch."
      Nach dem kleinen Gespräch schrieb Carson seinem Onkel. Julia sollte den Salon nicht verlassen.
      Während er wartete, räumte er die Geschenke aus seinem Wagen rein und übergab sie dem Hauspersonal, die sie später diskret mit den anderen unter den gigantischen Baum legen würden, der den großen Salon dominierte.
      Als Julias Eltern ankamen, führte er sie kurz nach oben in deren Gästezimmer, damit sie sich frisch machen konnten.
      "Sie hat keine Ahnung. Sie glaubt, ihr seid im Urlaub", erklärte Carson, als er die beiden mit runter zum Salon nahm.
      "Julia? Ich glaube, ich hab da was für dich", sagte er grinsend und fühete ihre Eltern in den Saal, "fröhliche Weihnachten."


    • Obwohl Carson ihr gut zugeredet hatte, war Julia am 24. so aufgeregt wie ein kleines Kind vor seinem ersten Schultag. Inzwischen wusste sie nicht mehr, wie oft sie Carson schon nach seiner Meinung gefragt hatte und sie bewunderte ihn für die Geduld, mit der er so alberne Fragen wie "Kann ich meine Haare so tragen?" beantwortete. Dank Danas Hilfe trug sie heute ein dunkelblaues Kleid, das ihr bis zu den Knien reichte. Es war zwar schlicht, doch man konnte sehen, dass es nicht aus einem Kaufhaus stammte. Bevor sie das Haus verließen, sah Julia sich noch einmal im Spiegel an und schickte ein stummes Stoßgebet in den Himmel, dass sie ihren Freund heute nicht in Verlegenheit bringen würde.

      Das Anwesen war dank der weihnachtlichen Dekoration noch beeindruckend als bei Julias letztem Besuch. Mit großen Augen sah sich die junge Frau um, während sie sich von Carson an der Hand ins Innere führen ließ. Jedoch musste sie ihn loslassen, als sie stürmisch von seiner Schwester begrüßt wurde. Sie hatte nicht mit einer Umarmung gerechnet, weshalb sie ihrem Freund einen erschrockenen Blick zuwarf, bevor sie sich entspannte und es schaffte die Umarmung zu erwidern. "Es ist schön dich zu sehen, Chloe.", antwortete sie ehrlich. Nachdem die andere Frau von ihr abgelassen hatte, kam Julia dazu, auch deren Freundin zu begrüßen. Kurz betrachtete sie Max und stellte - ein wenig enttäuscht - fest, dass diese nicht einmal halb so verunsichert von der edlen Umgebung zu sein schien. Trotzdem lächelte Julia ihr zu, bevor sie wieder etwas näher an Carson heran trat.

      Julias Nervosität legte sich etwas, als sie schließlich auf den Rest der Familie trafen und diese sie ebenfalls freundlich begrüßten. Ihre Befürchtungen, dass man sie mit abweisenden Blicken ansehen oder gar scherzen würde, wieso Carson nicht immer mit so jemandem wie ihr zusammen war, bewahrheiteten sich zu ihrer großen Erleichterung nicht.
      Deshalb war es auch nicht ganz so schlimm, als Carson sich kurz entschuldigte. Sie blieb auch nicht lange allein, da sich schon kurz darauf Charles zu ihr gesellte, um sich zu vergewissern, dass es Julia gut ging und sich zu erkundigen, ob ihr die Dekoration gefiel.

      Die Blondine hatte gerade zum zweiten Mal einen Kellner freundlich abgewiesen, der ihr Champagner anbieten wollte, als Carson endlich in den Saal zurück kehrte. Doch er war nicht allein. Julias Augen weiteten sich, als sie das Pärchen erkannte, dass ihrem Freund folgte. Ihre Lippen öffneten sich ein wenig vor Staunen, während sie überlegte, ob sie sich das alles gerade nur einbildete. Aber das freudige Lächeln auf dem Gesicht ihres Partners verriet ihr, dass dies nicht der Fall war.
      Mit eiligen Schritten ging sie auf die kleine Gruppe zu und ließ sich von ihren Eltern in die Arme schließen. "Wie kommt ihr denn hierher?" Es war eine alberne Frage, doch es war das erste, was Julia in diesem Moment einfiel. Morgan lachte, während er seiner Tochter einen liebevollen Blick zuwarf. "Du glaubst doch nicht, dass wir Weihnachten ohne dich feiern, Schatz." Neben ihm nickte seine Frau. "Es war Carsons Vorschlag. Vielen Dank noch einmal für die Einladung.", fügte Julias Mutter hinzu. Sie lächelte Carson an, bevor sie ihre Augen durch den Raum wandern ließ. "Wirklich beeindruckend.", murmelte sie und klang dabei beinahe schon ehrfürchtig.

      Nachdem sie sich wieder von ihren Eltern gelöst hatte, drehte Julia sich zu Carson herum. Einen Moment lang sah sie ihn still an, während sie überlegte, womit sie einen so wundervollen Menschen verdient hatte. Sie spürte, dass ihre Augen zu brennen begannen, doch sie zwang sich die Tränen zu unterdrücken. Stattdessen trat sie auf den Mann zu und schlang ihre Arme um seine Hüfte. "Danke.", war alles, was sie heraus brachte, während sie ihren Kopf gegen seine Schulter lehnte. "Vielen Dank."
    • "Ich kann dich Weihnachten doch nicht ohne deine Familie verbringen lassen", antwortete Carson und drückte Julia einen Kuss auf den Scheitel.
      Dann ging er dazu über, Julias Eltern seiner eigenen Sippe vorzustellen. Das Ehepaar wurde sofort herzlich aufgenommen, auch wenn sie immer noch von allem überwältigt waren. Das hier war eine gänzlich andere Welt für die beiden.
      Wie immer hielt sich Carson von seinem jüngsten Cousin fern, aber immerhin waren beide nicht daran interessiert, einen neuen Streit vom Zaun zu brechen.

      Gegen acht riss Charles das Wort auf sich. Er bat alle zu Tisch und hielt seine alljährliche Weihnachtsansprache, die sich eigentlich nie änderte. Und dann wurde aufgetischt. Insgesamt gab es fünf Gänge, alles in passenden Mengen, damit auch der Kaffee nach dem Essen noch passte. Die Stimmung war entspannt, peinliche Geschichten wurden ausgetauscht. Schließlich versammelten sich alle wieder im bequemen Teil des großen Salons und verteilten ihre Geschenke.
      "Erina, Morgan, das ist für euch. Juli hat mir auf die Finger gehauen, es nicht zu pompös zu machen."
      Carson überreichte dem Ehepaar eine kleine, königsblaue Schachtel. Bloß ein Wellnessurlaub in der Karibik, mehr nicht.
      "Und das ist für dich", sagte er, als er Julia eine noch kleinere Schachtel überreichte.
      Darin befand sich das letzte Teil der Schmuck-Kollektion. Ein Armband mit dem Unendlichkeitszeichen, besetzt mit schwarzen Edelsteinen. Genau nach Julias Vorgaben: nicht pompös, nicht zu teuer, und eine emotionale Bedeutung hatte es auch noch.


    • Während des Essens Schaffte Julia es, ihre Eltern davon abzuhalten, irgendwelche peinlichen Details aus ihrer Kindheit zu verraten. Auch wenn sie Morgan nicht davon abhalten konnte die eine oder andere Geschichte zum Besten zu geben. Doch er hielt sich zurück, anscheinend schüchterten die vielen reichen Leute ihn doch ein. Seine Frau war zwar von Natur aus stiller als er und lieber nur eine Beobachterin, leider hatte sie jedoch die Aufmerksamkeit von Chloe auf sich gezogen, die es sich nicht nehmen ließ der hübschen Russin einige Modetips zu geben.
      Es war seltsam ihre Familie zwischen dem Davis-Clan zu sehen, doch gleichzeitig freute es Julia, wie gut alle miteinander auskamen und es niemanden zu stören schien, dass ihre Sippe aus einer ganz anderen Schicht stammte.

      Die Bescherung war etwas, wovor Julia sich sehr gefürchtet hatte. Insgeheim hatte sie gehofft, dass sie Carson ihr Geschenk geben könnte, wenn sie beide ungestört waren, da ihr Geschenk mir denen der anderen sicherlich nicht mithalten konnte. Deshalb hielt sie sich auch etwas im Hintergrund und beobachtete lieber die anderen Gäste. Mit einem Lächeln beobachtete sie, wie ihre Mutter leicht rot im Gesicht wurde, als sie die Reisetickets von Carson entgegen nahm. Es schien ihr ein wenig unangenehm zu sein, doch als sie Carson dann in die Arme schloss, um sich bei ihm zu bedanken, bestand kein Zweifel mehr, dass sie sich doch freute.
      Natürlich hatten auch Julias Eltern ein Geschenk mitgebracht. Diesmal war es Morgan, der Carson eine Holzkiste in die Hände drückte, die etwa so groß wie ein Schuhkarton war. Im Inneren befanden sich einige Delikatessen, die in Julias Heimatdorf hergestellt wurden. Selbstgemachte Marmelade, Honig, Wein, den einer ihrer Nachbarn herstellte, einige Äpfel aus ihrem Garten und noch einiges mehr. "Es ist nichts besonderes, aber vielleicht denkt ihr an uns, wenn ihr es esst." Irina lächelte ein wenig schüchtern.

      Als Carson ihr die kleine Schachtel in die Hände drückte, betrachtete Julia diese einen kurzen Moment lang wie einen wertvollen Schatz. Doch dann konnte sie ihre Neugierde nicht mehr zurück halten. Ihre Augen weiteten sich voller Staunen, als sie das Armand sah und erkannte, dass ihr Schmuck-Set nun komplett war. Nun bereute sie, dass sie an diesem Abend das Armband trug, dass Carson ihr vor ein paar Monaten geschenkt hatte, aber das ließ sich leicht ändern. Dank der Hilfe ihres Freundes trug sie schon wenige Minuten später ihren neuen Besitz. Das andere Armband wurde sorgsam in der Geschenkschachtel verstaut. "Es ist wunderschön.", flüsterte die blonde Frau während sie ihren Arm vor sich hielt und beobachtete, wie die Lichter sich in den kleinen Edelsteinen brachen und sie zum funkeln brachten. Als sie es schließlich schaffte ihren Blick abzuwenden, sah sie zu Carson hinauf und lächelte ihn sanft an. "Vielen Dank, es ist perfekt." Sie lehnte sich zu ihm hinauf und küsste ihn kurz. "Ich liebe dich."

      Kurz zögerte die Blondine, bevor vorsichtig in ihre Handtasche griff und ihr Geschenk heraus zog. "Es tut mir leid, dass mein Geschenk nicht so besonders ist wie deins...", setzte sie an. Sie hatte sehr lange überlegt, bevor sie etwas für Carson ausgesucht hatte, trotzdem war sie bis zu diesem Moment nicht sicher, ob sie eine gute Wahl getroffen hatte. Sie hoffte inständig, dass er sich freuen würde. Wenigstens ein bisschen.
      Ihre Hände zitterten kaum merklich, als sie ihm eine kleine, dunkelgraue Schachtel entgegen streckte. "Ich weiß nicht, ob du damit etwas anfangen kannst, aber du könntest es vielleicht zu den kitschigen Souvenirs legen." In der Schachtel lag auf dunkelgrünem Samt eine silberne Taschenuhr. Sie war schlicht, doch im inneren konnte man hinter dem Zifferblatt all die vielen, kleinen Zahnräder sehen, die diese zum laufen brachten. Auf der Rückseite war in geschwungenen Buchstaben eine Gravur angebracht.


      I will love you until the end of time
      - Juliana
    • Carson bewunderte die Taschenuhr von allen Seiten. Als Julia einmal mehr die Macht ihrer Taten ihm gegenüber unterschätzte, nahm er demonstrativ seine Armbanduhr ab und befestigte die Taschenuhr an seineer Weste, bevor er sie in der Brusttasche verschwinden ließ.
      "Sie ist wundervoll. Was zu erwarten war, da sie von einer wundervollen Frau kommt."
      Er nahm Julia in die Arme und küsste sie liebevoll. Vielleicht dauerte der Kuss ein kleines bisschen zu lange, aber das war ihm egal.

      Die restlichen Geschenke im Clan waren alle kleiner als erwartet. Im Grunde war es nur Schmuck oder dergleichen, wobei es ein Insider war, Chloe bunte Socken zu schenken. Sie sammelte sie und plante, ein Kleid daraus zu machen.
      Der Abend tröpfelte vor sich hin, während es sich alle immer bequemer machten. Am Ende saß Carson mit einem Glas Cognac auf der Couch vor dem Kamin, Julias wundervolle Beine auf dem Schoß. Charles saß in seinem chefigen Sessel daneben. Chase und Ange hatten sich verzogen, um wenigstens ein paar Stunden Schlaf abzubekommen. Chloe saß auf dem Boden zwischen Carsons Beinen und trank einen Wein. Carsons Muttter hatte immer ihren eigenen Sitzplatz dabei und flankierte die Couch auf der ihr Sohn saß. Die zweite und letzte Couch war für Julias Eltern über geblieben, Cooper war eine rauchen.
      Carsons freie Hand strich langsam über Julias Beine. Er war schon immer ein Familienmensch gewesen, gerade an Weihnachten. Aber er hatte noch nie ein so perfektes Fest gehabt. Er war glücklich. Durch und durch glücklich.
      "Fröhliche Weihnachten", murmelte er, als er sich zur Seite beugte und Julia liebevoll küsste.


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    • Julia sah zu Carson hinauf und lächelte sanft. Für einen kurzen Moment vergaß sie, dass sie zwischen all seinen Familienmitgliedern saß und sich benehmen sollte. Obwohl sie schon mehrere Monate zusammen waren, reichte doch ein Lächeln ihres Partners - oder ein kleiner Kuss - aus, damit sie alles um sich herum vergaß. "Frohe Weihnachten", antwortete sie, während sie sich fragte, ob Carson bewusst war, was für eine Macht er über sie hatte.

      Die nächsten Stunden verliefen erstaunlich friedlich. Julia betrachtete die Flammen im Kamin und nippte gelegentlich an dem Rotwein, den Chloe ihr eingeschenkt hatte, während sie die Gespräche im Raum an sich vorbei plätschern ließ. Immer wieder sah sie zu ihren Eltern und stellte erleichtert fest, dass diese sich gut zu amüsieren schienen.
      Doch auch der schönste Abend musste einmal enden und da Julias Eltern lieber zu hause übernachten wollten, weil sie am ersten Weihnachtsfeiertag bereits zur nächsten Weihnachtsfeier eingeladen waren, verabschiedeten sie sich schließlich von der gemütlichen Runde. Doch sie gingen nicht, bevor sie Julia und Carson das Versprechen abgenommen hatten, dass diese möglichst bald wieder zu besuch kommen würden.

      "Ich habe noch nie mit so vielen Leuten zusammen gefeiert, aber es ist schön.", gab Julia zu, nachdem sie wieder ihren angestammten Platz neben Carson eingenommen hatte. Sie angelte nach der freien Hand des Geschäftsmannes und verschränkte ihre Finger miteinander. "Danke für diesen wundervollen Abend."
    • Carson lehnte sich zurück und zog Julia zwischen seine Beine, halb auf sich drauf, sodass ihr Rücken nun an seiner Brust lehnte.
      "Du weißt doch", hauchte er an ihrem Hals, "klein gibt es für einen Davis nicht."
      Er schlang seine Arme um sie, ohne ihre Finger voneinander zu lösen und küsste die empfindliche Stelle gleich über Julias Schlagader.
      Niemand würde heute Abend nach Hause fahren. Chase war mit seinem Anhang in seinem alten Zimmer, Chloe und Cooper hatten ihre, Julia und Carson schliefen in seinem alten Zimmer. Selbst mit Julias Eltern in einem Gästezimmer war genug Platz für zwei Footballteams.
      Im Laufe des Abends verabschiedeten sich dann auch Charles und Claire, Cooper war nach seiner Raucherpause nicht mehr aufgetaucht. Gegen Mitternacht stand Chloe auf, streckte sich und tänzelte barfuß aus dem Salon, ihre Schuhe an einem Finger baumelnd. Carson und Julia blieben allein mit dem kleiner werdenden Feuer im Kamin zurück. Es war so friedlich hier draußen in der Stille. Der Geschäftsmann hielt einfach nur die Frau seiner Träume in den Armen und starrte in den Kamin.
      Als das Feuer darin schließlich erstarb, küsste Carson Julia auf die Wange und schlug vor, den Abend zu beenden. Auf dem Weg nach oben und in die endlosen Weiten des Hauses ließ er sie nicht los. Entweder hattr er eine Hand an ihrer Hüfte, oder hielt die ihre. Kaum ein lüftchen hätte zwischen ihnen Platz gefunden.

      Das Frühstück am nächsten Morgen war üppig, auch wenn niemand wirkliches Interesse daran zu zeigen schien. Allgemein schien der Davis-Clan recht... normale Frühstücksgewohnheiten zu haben: Charles futterte einen Stapel Pancakes, Chloe eine Schüssel Froot Loops. Chase, dessen Augenringe schlimmer aussahen als gestern, jonglierte eine unidentifizierbare Pampe für seine Tochter mit einem PBJ-Sandwich,, während seine Frau an Teilen eines Obstsalates nuckelte. Cooper war mit seinen Muffins der exotischste Vertreter, Claire - wir auch ihr Sohn Carson, tunkte Chocolatechip Cookies in ein Milchglas. Wenigstens etwas, was sie gemeinsam hatten.
      Die Gesprächsthemen variierten und Clair musste dreimal farauf aufmerksam machen, dass bei Tisch nicht über die Arbeit gesprochen wurde. Charles vergaß das gern, Chloe war zu enthusiastisch in Sachen Mode und Carson hatte sich einfach daran gewöhnt, beinahe ausschließlich über die Arbeit zu reden. Wobei er heute nicht derjenige war, der damit anfing. Tatsächlich redete er sogar weniger über die Arbeit - Julias guter Einfluss. Es war Cooper, der sich damit brüstete, eine neue Band unter Vertrag genommen zu haben, die bald die Charts erklimmen würde. Das hatte er schon bei den letzten vier gesagt und Carson komnte sich ein Augemverdrehen nicht verkneifen. Er war keine Koryphäe in Sachen Musik, aber er wusste mit einer Firma umzugehen. Es war leicht zu erkennen, dass Cooper drauf und dran war, auch seine sechste Geschäftsidee in den Sand zu setzen. Immerhin hatte er beinahe drei Jahre durchgehalten.
      "Glaub nicht, dass ich das nicht gesehen hätte, Sunnyboy", fauchte Coooer in Carsons Richtung.
      "Tu ich doch gar nicht. Hätte ich gewollt, dass du es nicht siehst, hättest du es auch nicht."
      Chloe seufzte, Chase schob sich abwesend die Babypampe in den Mund, Claire senkte den Blick auf ihren Keks.
      "Jungs. Noch ist Feiertagszeit. Außerdem haben wir Besuch, also benehmt euch", beendete Charles das Debakel, bevor es eskalieren konnte.
      Carson schob sich demonstrativ seinen Keks in den Mund und ergriff Julianas Hand. Cooper schnaufte und widmete sich wieder dem Muffin, den er langsam auseinandernahm.










      @Enija


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    • Es war das erste Mal, dass Julia mit der gesamten Davis-Familie beim Frühstück saß und es erstaunte sie ein wenig, wie 'normal' alles hier zuging. Vermutlich sollte sie sich das nicht wundern, doch im Gegensatz zu den anderen Treffen, zu denen Carson sie mitgenommen hatte, war das hier ein kleiner Kulturschock.
      Die Blondine wollte sich gerade ihrem Obstsalat widmen, während sie Chloe dafür bewunderte, wie wach und gesprächig sie schon so früh am Morgen sein konnte, als Cooper sich zu Wort meldete. Julia legte leicht den Kopf zur Seite. Sie verstand nichts von den Geschäften des anderen Mannes, aber sie hatte das Gefühl, dass sie die einzige am Tisch war, die die Erzählung des Mannes für beeindruckend hielt. Und als wollte Carson sie in ihrer Vermutung bestätigen, verdrehte er schon kurz darauf genervt die Augen.

      Inzwischen sollte Julia daran gewöhnt sein, trotzdem zuckte sie erschrocken zusammen, als Cooper auf einmal die Stimme erhob. Automatisch schloss sich ihre Hand ein wenig fester um ihren Löffel und sie zog die Schulter nach oben. Sie mochte streit nicht.
      Erst als Carson ihre andere Hand ergriff, entspannte die junge Frau sich wieder. "Danke.", sagte sie leise und lächelte zu ihrem Partner hinauf. Es machte sie sehr glücklich, dass Carson sich diesmal nicht von Cooper provozieren gelassen hatte. "Sollten wir Chase sagen, dass er seiner Tochter das Essen wegisst?", fragte sie dann und lächelte ein wenig. Chase tat ihr ein wenig leid. Doch obwohl er übernächtigt wirkte, wirkte er glücklich. Es war schon erstaunlich, was ein so kleines Wesen mit einem Menschen anstellen konnte.
    • "Hey Chase."
      Als der Angesprochene den Blick hob, schnickte Carson ihm ein Stück Schokolade gegen die Stirn.
      "Schmeckt's?", fragte Carson grinsend.
      Chase bemerkte seinen Fehler und beeilte sich, der kleinen Charlette einen weiteren Löffel zu präsentieren, bevor sie sich beschwerte.
      Carson beugte sich zu Julia und drückte ihr einen Kuss auf die Schläfe.
      "Wer geht auf welche Charity-Veranstaltung?", fragte er dann in den Raum.
      Die Weihnachtszeit war Spendenzeit, das wusste jeder und jedes Jahr teilte sich die Familie Davis auf möglichst viele Events auf, um zu helfen.
      Chloe ging gleich auf fünf Stück in den nächsten zwei Tagen, Chase war auf zwei, Claire und Charles auf drei. Inbegriffen war dabei bei allen natürlich die von Carsons Childcare Foundation, die am zweiten Weihnachtsfeiertag mittellose Kinder mit Geschenken beglückte. Carson war mit seiner Firma wirklich der König der Wohltätigkeit.
      "Und wo gehst du dieses Jahr hin?", fragte Chloe den Geschäftsmann.
      "Nirgendwohin", antwortete Carson und plötzlich wurde es still.
      Normalerweise war Carson von Weihnachten bis Silvester keinen Abend zu Hause. Charles verschluckte sich sogar an einem Pancake.
      "Ich spende natürlich, aber ich werde nicht anwesend sein. Ich habe Julia versprochen 'Weihnachtsferien' zu machen und daran halte ich mich. In zwei Tagen bin ich auf meiner Gala, danach nehme ich mir frei bis ins neue Jahr."
      Stille. Chloe starrte ihren Cousin mit offenem Mund an.
      "Wer sind Sie und was haben Sie mit Caraon gemacht?", fragte sie, "Du nimmst dir nie frei!"
      Carson lächelte, sagte aber nichts weiter. Sollten sie sich ihre eigenen Gedanken um Bulias Einfluss auf ihn machen. Er würde sein Verprechen halten. Stellvertreter, die an seiner statt die Schecks unterschrieben, waren bereits ausgewählt worden.


    • Es war seltsam wie still es in dem Raum auf einmal war. Julia bemerkte, dass Charles von Carson zu ihr blickte und sie einen Moment lang musterte. Sie bemühte sich um ein schmales Lächeln. Unterm Tisch drückte sie Carsons Hand leicht, in der Hoffnung dass etwas von seinem Selbstbewusstsein auf sie überspringen würde.
      Natürlich hatte Carson ihr von seinen Plänen erzählt. Doch so sehr Julia sich auch über jede freie Minute, die sie gemeinsam mit ihrem Freund verbringen konnte, freute, hatte sie sich trotzdem Sorgen gemacht, ob er wegen ihr seine Pflichten vernachlässigte und deshalb Probleme bekommen könnte. Sie wusste inzwischen nicht mehr, wie oft Carson ihr beruhigend zugeredet hatte, bevor sie seine Entscheidung akzeptierte und kein schlechtes Gewissen mehr hatte.

      Am Ende war es Chloe, die sich als erste wieder fing. "Das wurde auch mal Zeit, dass du dir frei nimmst. Ich war mir nicht mal sicher, ob du weißt, was das Wort 'Ferien', bedeutet." Sie kicherte und lehnte sich ein wenig auf ihrem Stuhl zurück, so dass sie Julia ansehen konnte. "Zu der Gala geht ihr aber zusammen, oder? Hast du schon ein Kleid, Julia?", fragte sie und lenkte damit die Unterhaltung zurück auf ihr Lieblingsthema.
    • Carsom schüttelte nur lächelnd den Kopf und widmete sich wieder seinen Keksen. Kleider waren ein Thema für die Damen, weniger für ihn. Allerdings würde er sofort eins besorgen lassen, sollte Julia noch nichts passendes haben - und vorausgesetzt, dass seine wundervolle Cousine nicht spontan etwas zusammenbastelte. In der Zwischenzeit unterhielt er sich ein bisschen mit seiner Mutter über Steve, ihren 'Haushaltsassisstenten'. Sie verweigerte den Begriff 'Pfleger'. Steve war das egal, er kümmerte sich gern. Und da Claire hier bei Charles lebte, hatte er überraschend wenig zu tun. Reiche Leute und ihre Angestellten...

      "Hey Chase. Lass dich mal von mir entführen, deine Mädels überleven zehn Minuten ohne dich."
      Nach dem Frühstück verschwanden Carson und sein Cousin nach draußen. Er wollte dem Anwalt mal ein paar Minuten Luft geben. Außerdem hatten sie was zu besprechen.
      "Was machen die Ermittlungen?", fragte Carson, während sie über das Grundstück schlenderten.
      "Wir machen nur langsame Fortschritte. Bisher gibt es keine Hinweise auf einen Täter, außer dass es einen geben muss. Tut mir leid, Mann, aber mehr haben wir nicht."
      "Schon gut, ist ja nicht dein Fehler. Momentan ist es ja auch ruhig, obwohl ich es jetzt wahrscheinlich gejinxed habe."
      Sie gingen noch ein Weilchen, eine Stunde um genau zu sein. Sie redeten über die Ermittlungen, aber auch über das Leben mit Baby.
      Als sie wieder zurückkamen, sprang Carson unter die Dusche, um aufzutauen und sich in ein paar ordentliche Klamotten zu werfen.


    • Julia sah Carson noch einen Moment lang hinterher, als er gemeinsam mit Chase den Raum verließ. "Keine Sorge, er kommt ja wieder.", scherzte Chloe neben ihr und sorgte damit dafür, dass Julia ihren Kopf zu der anderen Frau drehte und verlegen lächelte.
      Die nächsten Minuten versuchte Chloe Julia Modetipps zu geben und überlegte bereits, was für ein Kleid diese auf der Gala anziehen sollte. Julia verkniff sich den Hinweis, dass am Ende vermutlich Dana das Kleid aussuchen würde, da sie selbst sich nicht entscheiden konnte. Sie wollte Chloe nicht den Spaß verderben.
      Nach einigen Minuten mischte sich dann auch Angelica in das Gespräch mit ein, nachdem Charlette ihr Essen beendet hatte. Das Thema wechselte dann schnell auf Kindererziehung und das neue Leben des Pärchens mit ihrem Nachwuchs. "Möchtest du sie mal halten?", wandte sich die frischgebackene Mutter irgendwann an Julia. Diese riss erschrocken die Augen auf. "Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist..", setzte sie vorsichtig an. Sie hatte noch nie mit Säuglingen zu tun gehabt und hatte großen Respekt vor diesen kleinen, zerbrechlichen Wesen. Aber noch bevor sie sich weiter wehren konnte, war Angelica bereits aufgestanden und drückte der erschrockenen Frau das Kind in die Arme. Kurz richtete sie Julias Halt, damit es die Kleine gemütlich hatte.
      Einen Moment lang hielt Julia vor Nervosität die Luft an, ein Teil von ihr wartete nur darauf, dass Charlette nun zu weinen anfangen würde und zurück zu ihrer Mutter wollte. Doch das Kind wirkte völlig zufrieden, was wohl auch daran lag, dass sie gerade gegessen und ihr Bäuerchen gemacht hatte. Es gab keinen Grund sich zu beklagen.

      "Ein Baby steht dir.", kommentierte Chloe, man konnte das Lächeln in ihrer Stimme hören. Doch diesmal sah Julia nicht zu ihr. Stattdessen blickte sie hinab zu Charlette, die gerade mit einer Hand nach dem blonden Haar der Frau griff und einen zufriedenen Laut von sich gab. "Ich weiß nicht, ob das stimmt. Aber sie ist niedlich.", war alles, was Julia dazu sagte.
    • Ungesehen von den Damen stand Carson im Türrahmen und beobachtete die ganze Szene mit einem sanften Lächeln. Chloe hatte Recht: Julia sah hinreißend aus mit dem Baby in den Armen. Er kam nicht umhin sich vorzustellen, wie sie ihr gemeinsames Baby in den Armen hielt.
      Er ließ den Haufen allein und ging in den kleinen Salon zu seiner Mutter. Sie saß in ihrem Stuhl am Fenster, eine Tasse Tee in den Händen, und sah hinaus. Mit den Händen in den Hosentaschen gesellte sich Carson zu ihr.
      "Ihre Eltern sind nett", durchbrach Claire die Stille mach einer Weile.
      "Du sagst das so, als würdest du sie nicht mögen."
      "Nein, das ist es nicht. Aber sie waren so... verängstigt. Wie Rehe vor den Scheinwerfern eines Autos."
      "Für ist unser Leben eben eine ganz andere Welt, Mom. Sie leben in einem zweistöckigen Haus in einem kleinen Dörfchen, das sie noch nie verlassen haben. Morgan macht die meisten Reperaturen im Haus selbst und Erina benutzt ihre Küche ganz allein. Die Stadt ist ein Kulturschock für sie, das hier", er deutete auf den Raum, "ist ein anderer Planet."
      "Weiß ich doch, Schatz. Aber sie waren so verstört, dass sie sich kaum entspannt haben. Sie waren nett, wirklich. Aber ich würde gern wissen, wie sie wirklich sind."
      "Warum? Hast du Angst, sie würden meine Beziehung zu Julia beeinflussen?"
      "Vielleicht."
      Wieder herrschte Schweigen. Schließlich beugte sich Carson zu seiner Mutter und küsste sie liebevoll auf den Scheitel.
      "Danke, dass du auf mich aufpasst."
      "Ich bin deine Mutter, das ist mein Job. Und Juliana tut dir gut. Ich habe dich schon seit Jahren nicht mehr so entspannt und ausgeschlafen erlebt."
      "Dass ihr da alle drauf rumreiten müsst. Mittlerweile sollte es doch normal sein, dass ich besser schlafe."
      "Wir freuen uns für dich, Schatz! Lass uns doch", lachte Claire.
      Es war schön, mal wieder ein solches Gespräch zu führen, nur er und seine Mutter, ganz privat und ohne Geheimnisse. Sie mussten schließlich zusammenhalten.


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