[2er RPG] Burning Desire

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • "Nicht viel. Die Vorsitzenden und einige der Autoren kommen vorbei. Es geht eigentlich nur darum, sich ein bisschen Auszutauschen und so weiter. Stell es dir als Team bildende Übubg vor nur eben für reiche Leute, die dafür nicht in irgendein Camp fahren wollen. Keine große Action, nur gutes Essen. Ich komme gar nicht jedes Jahr. Diesmal habe ich es nur als Ausrede benutzt, um dich nach New York entführen zu können."
      Grinsend küsste Carson seine Angebetete auf die Schläfe. Dann stand er aber auch schon auf und schüttelte einem dunkelhaarigeb Mann, der etwa einen Kopf kleiner als er selbst war, freundlich die Hand, während er der weiblichen Begleitung vorgestellt wurde.
      "Dass ich Sie mal in weiblicher Begleitung sehe. Glückwunsch."
      Carson schüttelte auch der Frau die Hand, die sich hier ähnlich fehl am Platz zu fühlen schien, sie der schüchterne Autor.
      "Das ist meine Begleitung, Juliana Kinnley."


    • Es dauerte nicht lange, bis die nächsten Gäste an ihrem Tisch eintrafen. Während Carson die Neuankömmlinge in Empfang nahm, nutzte Julia die Gelegenheit, um die beiden kurz zu mustern. Im Gegensatz zu dem Geschäftsmann wirkten sie zurückhaltender und ein wenig eingeschüchtert, was Julia insgeheim etwas erleichtert. Es war tröstlich zu sehen, dass sie sich nicht als einzige überfordert fühlte. Einen Moment lang blieb ihr Blick an der jungen Frau hängen, die sich mit großen, ängstlichen Augen umsah und so wirkte, als ob sie sich am liebsten hinter ihrem Freund verstecken würde. Der Anblick erinnerte sie an einige der Frauen aus Safe Heaven, aber schnell stellte Julia fest, dass diese Frau keine Angst davor hatte, etwas falsch zu machen und damit ihren Begleiter zu blamieren, sondern vermutlich noch nie auf so einer Veranstaltung gewesen war. Sie hatte etwas kindlich-unschuldiges an sich, weshalb Julia beschloss, dass ihr bisher noch niemand geschadet hatte und sie hoffte sehr, dass ihr Begleiter dafür sorgen würde, dass dies so blieb.

      Julia lächelte den beiden freundlich zu, als sie sich vorstellte, bevor sie wieder an dem Tisch Platz nahm. Da sie nun wusste, dass es sich bei dem Mann um den bekannten Autoren Alexander Creek handelte, überlegte sie, ob sie ihm sagen sollte, wie gern sie seine Bücher mochte. Doch sie ahnte, dass es unhöflich wäre gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Der Mann fühlte sich eindeutig schon unwohl genug und würde sich vermutlich den ganzen Abend lang nichts anderes anhören müssen. Irgendwie tat er Julia leid, da er eindeutig kein Freund von solchen Veranstaltungen war und trotzdem im Mittelpunkt stehen musste.
      Deshalb beschloss sie, ihn vorerst in Ruhe zu lassen und Carson den Smaltalk zu überlassen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Enija ()

    • Carson hatte schon öfter mit Alexander Creek zu tun gehabt, daher wusste er, wie nervös der Mann war. Allerdings wusste Carson auch, wie man damit umgehen konnte.
      "Alexander, nun sagen Sie doch mal, wo haben Sie Ms. Harper kennengelernt. Ich verrate Ihnen auch meine Geschichte."
      Schmunzelnd lehnte sich Carson zurück und legte seinen Arm um Julia, während er unter dem Tisch die Beine überschlug. Wie von allein zeichnete er mit dem Zeigefinger das Unendlichkeitssymbol auf den zarten Spitzenstoff. Den Blick hielt er immer auf den Autoren gerichtet, der das alles beobachtete und in sich aufnahm wie ein Schwamm, den man in einen See warf. Alexander war - ob nun bewusst oder unbewusst - immer auf der Suche nach Inspiration und er liebte es, wenn man ihm Geschichten erzählte. Carson war wohl der einzige Mensch, der ein interessantes Interview mit ihm führen könnte.


    • Es war für Julia immer noch ein wenig ungewohnt, wenn Carson in der Öffentlichkeit seine Zuneigung zu ihr zeigte - vor allem auf Veranstaltungen, auf denen er bekannt war wie ein bunter Hund. Aber erstaunlicher Weise wurde sie diesmal nicht einmal rot, als ihr Freund seinen Arm um sie legte. Es war beinahe so, als würde die Nervosität der beiden anderen Gäste dafür sorgen, dass Julia ruhiger wurde.
      Julia lächelte leicht, als sie die Erzählung von Alexander hörte. Es wunderte sie ein wenig, dass der Autor solche Schwierigkeiten damit hatte etwas über sich zu erzählen, obwohl er eigentlich wortgewand sein sollte. Trotzdem war es irgendwie charmant und machte ihn sehr menschlich.

      "Auf die Geschichte bin ich auch gespannt.", sagte sie und lächelte Carson leicht zu, Sie wusste zwar nicht genau, was der Geschäftsmann den beiden anderen verraten würde, doch sie hoffte, dass er sie nicht ganz so schlecht darstellte. Obwohl er eigentlich allen Grund dafür hatte, da sie anfangs ziemlich zickig zu ihm gewesen war.
    • Carsom hörte aufmerksam zu. Neben seinem Tick mit der Pünktlichkeit hatte er noch einen weiteren: er hasste es, wenn man nicht zuhörte. Es war in seinen Augen eine Sache des Respekts und wenn er den wollte, musste er ihn sich verdienen. Also hörte er zu, konnte dann aber auch voraussetzen, das ihm zugehört wurde.
      "Das ist eine erstaunlich romantische Geschichte", erwiderte Carson, "Julia und meine könnte stattdessen aus einem Groschenroman stammen. Oder in einer polizeilichen akte vermerkt sein."
      Er lachte leise, als er Julias verdutztes Gesicht sah.
      "Wir trafen uns zufällig auf einer Vostandssitzung für eine Wohltätigkeitsorganisation, deren Hauptspender ich bin. Ihr Chef hat sie mitgenommen. Ich konnte meine Augen nicht von ihr lassen, nachdem sie mich am Abend zuclr hat abblitzen lassen. Der Jagdtrieb, Sie wissen schon."
      Er sah zu seiner Begleitung und küsste sie sanft auf die Schläfe.
      "Ich gebe zu, ich war ein bisschen aufdringlich. Im nachhinein betrachtet sl aufdringlich, dass es ein Wunder ist, dass Juli mich nicht wegen Stalkings angezeigt hat."
      Jetzt war dann auch geklärt, was er eben mit der Polizei gemeint hatte.
      "Tja, meine Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt und sie ging mit mir essen. Danach habe ich ein bisschen rumgeprotzt und jetzt zieht sie beu mir ein."
      Alexander hing an seinen Lippen notierte gedanklich jedes Wort, das er sagte.
      "Ich denke, Julia wäre mit einem unschuldigen Treffen kn einem Cafè glücklicher gewesen", scherzte der Geschäftsmann.
      "Was meinen Sie, Chloe?"


    • Julia konnte nur mit Mühe ein Kichern unterdrücken. Im Nachhinein fand sie die Geschichte wirklich amüsant und konnte Carson nur zustimmen, dass diese aus einem schlechten Liebesroman stammen könnte. "Du hast vergessen zu erzählen, dass du mir jeden Tag Blumen geschickt hast, bis meine Wohnung aussah wie ein Blumenladen.", fügte sie hinzu und lächelte Carson zu. Doch auch wenn ihre Worte scherzhaft klangen, lag in ihren Augen ein so liebevoller Ausdruck, dass eindeutig war, dass diese Aussage nicht als Vorwurf gemeint war.
      "Wie es letztendlich dazu gekommen ist, dass ich bei dir einziehe, weiß ich gar nicht genau. Das war wohl auch deine Hartnäckigkeit."

      Als Carson begann von dem Garten zu sprechen, weiteten Julias Augen sich ein wenig. "Die Idee stammt von Ihnen?" zwar erinnerte sie sich daran, dass der Geschäftsmann einmal erwähnt hatte, dass er nicht selbst auf diese Idee gekommen war, aber erst jetzt fügte sich für Julia alles zusammen. "Dann muss ich mich wohl bei Ihnen bedanken. Ich liebe es dort." Auch wenn Carson dem Autoren gerade das 'Du' angeboten hatte, war Julia sich nicht sicher, ob das selbe für sie galt. Deshalb blieb sie erst einmal vorsichtig und wartete die Antwort des anderen Mannes ab.
    • Wieder lachte Carson. Ms. Harper war ja noch eingeschüchterter als Alexander!
      "Ein Verkaufsargument dafür, bei mir einzuziehen war es sicherlich", schmunzelte er, "aber genug mit den peinlichen Fragen, die uns in Verlegenheit bringen. Was halten Sie davon, mal nach San Francisco zu kommen? Ich weiß, Sie mögen den Strand und die Sonne und die Architektur is wundervoll. Ich kenne da ein großartiges Restaurant! Super Essen, nicht viel los, angenehme Atmosphäre."
      Carson konnte es nicht lassen, sein Lieblingsrestaurant zu promoten.
      "Überlegen Sie es sich. Ihre reizende Freundin können Sie natürlich mitbringen."
      Der Geschäftsmann hob sein Champagnerglas und nicktekaum merklich in eine Richtung. Es war eine Warnung für den Autor, dass die Peréz-Brüder auf dem Vormarsch waren. Kurz darauf tauchten die Zwillinge auch schon auf und mit ihnen kam eine Welle an Enthusiasmus.
      "Meine Herren!", grüßten sie zeitgleich und setzten sich auf die beiden noch freien Stühle.
      Sie stellten sich nacheinander den beiden Frauen vor, dann wollten sie über das Geschäft quatschen. Carson tat nur so, als höre er zu. Eigentlich lag sein Interesse viel mehr bei der zarten Haut seiner Begleitung, als er seine Hand über ihren freien Rücken gleiten ließ. Sie würde dieses Kleid nicht selbst ausziehen, so viel stand fest.


    • Julia bewunderte Carson ein wenig dafür, mit welcher Leichtigkeit er die Unterhaltung steuerte und dabei immer noch freundlich blieb. Man merkte, dass er oft auf solchen Veranstaltungen war, da er eindeutig der einzige an ihrem Tisch war, der sich hier entspannen konnte. Obwohl auch ihre beiden Tischnachbarn langsam ein wenig aufzutauen schienen.
      Leicht amüsiert beobachtete Julia, wie der Autor sich zu seiner Begleiterin lehnte und ihr etwas zuflüsterte. Dann wurde er rot und wandte eilig den Blick ab. Leider verpasste er dadurch den Blick, den seine Freundin ihm zuwarf. In ihren Augen lag eine Mischung aus Überraschung und Hoffnung, was sie wie einen Hundewelpen wirken ließ.
      "Die beiden sind wirklich niedlich zusammen.", flüsterte Julia Carson zu und unterdrückte ein Kichern, da sie nicht unhöflich wirken wollte.

      Leider konnte sie sich nicht lange mit ihrem Geliebten unterhalten, da die angenehme Atmosphäre von den beiden letzten Tischgästen gestört wurde, die sich vor einigen Minuten endlich zu ihnen gesetzt hatten. Julia war von dem Enthusiasmus der beiden Männer ein wenig überfordert und deshalb war es ihr ganz recht, dass sie nicht Teil der Unterhaltung sein musste. Vor allem da Carsons Finger, die ihren Rücken entlang strichen, sie noch zusätzlich ablenkten. Die Blondine warf ihrem Begleiter einen kurzen Blick zu, doch dieser wirkte nach Außen hin völlig gelassen und konzentrierte sich ganz auf sein Gespräch mit den Zwillingen.
      "Chloe, Sie kennen sicher die meisten Bücher von Alexander. Können Sie mir vielleicht eines empfehlen? Ich kenne zwar einige, aber weil ich seinen Schreibstil wirklich mag, bin ich immer für neue Vorschläge offen.", wandte Julia sich irgendwann an ihre Sitznachbarin, die bisher so still auf ihrem Stuhl gesessen hatte, als wäre sie eine Porzellanpuppe. Ihre unsichere Art erinnerte Julia an die Frauen aus dem Frauenhaus, was unbewusst ihren Beschützerinstinkt weckte.
      Während sie sprach legte Julia ihre Hände auf ihrem Schoß. Allerdings blieb nur eine dort liegen, die andere fand ihren Platz auf Carsons Oberschenkel.
    • Äußerlich ließ er sich nichts anmerken, aber inmerlich brannte Carson. Diese einfache Geste, die sanfte, eigentlich unschuldige Berührung seines Oberschenkels machte ihn heiß.
      "Meine Herren, bitte. Ich habe keine Lust, heute über das Geschäft zu reden", grätschte er in den Vortrag der Brüder, der ihn zu langweilen begann, kaum dass er angefangen hatte, "außer uns dreien interessiert das sowie so niemanden an diesem Tisch. Ich würde meine Begleitung njr ungern zu Tode langweilen, wenn ich ihr einen angenehmen Abend versprochen habe."
      Carson wechselte für diesen Moment zum strengen Geschäftsmann, der keine Widerrede zuließ. Die Brüder pressten beide für einen Augenblick die Kiefer aufeinander. Dann lächelten sie höflich und wechselten das Thema zu belangloseren Themen, bei denen Alexander aber genauso wenig zuzuhören schien, wie es Carson interessierte, was sie sagten.
      Er lehnte sich zu Julia rüber, ließ seine Hand über ihre Flanke wandern und küsste sie auf die schläfe, ehe er flüsterte: "Ignorier die beiden, die sind gleich wieder weg."
      Lächelnd lehnte er sich wieder zurück
      Und tatsächlich: die Brüder standen keine Minute später auf, um andere Gäste zu nerven.
      "Aufatmen, Alexander, die Nervensägen sind weg und schweigen beim Essen."
      Die Männer lachten, auch wenn der Autor wesentlich verhaltener war als Carson.
      "Es muss ziemlich interessant sein, die Bücher ketztbaus erster Hand lesen zu dürfen, oder?", fragte er dann in Richtung von Chloe.


    • Julia lächelte Chloe zu, es freute sie sehr, dass die andere Frau endlich ein wenig aufzutauen schien. Gleichzeitig versuchte sie sich die Buchtitel zu merken und sich später nach ihnen umzusehen. Wenn sie von jemandem empfohlen wurden, der sich so gut mit den Büchern des Autoren auskannte, mussten sie gut sein. Sie sah die Dunkelhaarige dankbar an, wurde dann jedoch abgelenkt, als Carson die Unterhaltung mit den Zwillingen beendete. Unbewusst zog sie die Schultern nach oben, da sie den strengen Unterton in seiner Stimme nicht mochte. Doch noch bevor sie sich an Dinge aus ihrer Vergangenheit erinnern konnte, die sie lieber vergessen würde, war der Moment schon wieder vorbei und Carson war wieder der charmante Mann, der mit Leichtigkeit die Unterhaltung aufrecht erhielt.

      Es war erstaunlich, wie schnell sich die Atmosphäre am Tisch auflockerte, sobald die beiden Zwillinge wieder verschwunden waren. Beinahe so, als hätten sie die ganze angespannte Stimmung mit sich genommen. Julia lehnte sich ein wenig auf ihrem Stuhl zurück und versuchte Carsons Hand auf ihrer Hüfte zu ignorieren, während sie sich auf die Unterhaltung der anderen konzentrierte.
    • "Das kann ich mir vorstellen", amtwortete Carson mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen.
      Diese Chloe Harper war wie ein scheues Rehkidz... Er musste sich ganz schön zusammenreißen, um sie nicht aus Versehen zu verschrecken.
      "Liebe hat ihre eigene Zeitrechnung, Alexander. Juli und ich kennen uns erst seit knapp vier Monaten."
      Und doch fühlte es sich sie ein ganzes Leben an. Betrachtete man es aus diesem nüchternen Blickwinkel, dann war klar, warum Julia Nein gesagt hatte. Aber Carson würde nicht aufgeben, niemals. Irgendwann würde sie schon noch annehmen.
      Die Augen des Autors weiteten sich für einen kleinen Augenblick, sichtlich erstaunt über diese Aussage, wahlweise die Ehrlichkeit Carsons.
      "Nun tun Sie mal nicht so überrascht, Alexander. Soe wissen doch: ich bekomme immer, was ich will."
      Während er schelmisch grinste, sank seine Hand an Julias Hüfte weiter hinunter und nach hinten, sodass sie dicht über ihren Hintern lag.


    • Ein leichtes Lächeln legte sich auf Julias Lippen, als sie Chloes schüchterne Antwort hörte. Sie fragte sich, ob der anderen Frau bewusst war, wie widersprüchlich ihre Aussage war. Denn obwohl sie angab, dass sie lediglich mit dem Autoren befreundet war, hielt sie doch unter dem Tisch seine Hand. Einen Moment lang überlegte Julia, ob Chloe wirklich so unschuldig war und nicht bemerkte, wie sie sich Alex gegenüber benahm, oder ob sie sich einfach nicht traute zuzugeben, dass sie mit ihm ausging. Beides kam Julia plausibel vor. Vor ein paar Wochen hätte auch sie in der Öffentlichkeit niemals zugegeben, dass sie mit Carson ausging, weil sie sich vor der Reaktion fürchtete und auch jetzt war es noch ein seltsames Gefühl, wie selbstverständlich der Geschäftsmann sie als seine Freundin vorstellte.

      "Schatz, rede bitte nicht von mir, als wäre ich eine deiner Firmen, die du unbedingt aufkaufen wolltest.", sagte sie scherzhaft zu Carson, nachdem er offen gestanden hatte, dass er immer das bekam, was er wollte. Obwohl er in gewisser Weise Recht hatte, mochte Julia es nicht, dass er sie wie eine Eroberung vorstellte. Denn das zeigte gleichzeitig, wie käuflich sie war.
      Während sie Carson zulächelte, ließ sie ihre Finger einige Millimeter an seinem Oberschenkel hinauf wandern. Ein kleiner Teil von ihr wusste, dass sie sich gerade auf gefährliches Terrain begab und Carson in der Öffentlichkeit nicht provozieren wollte, aber ein anderer Teil von ihr wollte sich nur zu gerne ein wenig dafür rächen, das seine Hand die ganze Zeit ihren Rücken berührte und sie dadurch ungemein ablenkte.
    • Carson lehnte sich zu Julia rüber. Er strich ihr über den Kiefer und zwang sie sanft dazu, ihn anzusehen.
      "Wie könnte ich?", raunte er und küsste sie liebevoll.
      Und vielleicht eine Sekunde zu lang. Als er sie wieder losließ, lächelte er vielsagen. Er wollte diese Frau, aber er hielt sich zurück. Für den Augenblick zumindest.
      Völlig entspannt lehnte er sichbauf seinem Stuhl zurück und überschlug die Beine. Seine Hand blieb genau, wo sie gerade war.

      Ihre kleine Smalltalk-Runde wurde nach einigen Minuten erneut durch die Zwillinge unterbrochen. Diesmal jedoch nicht auf unangenehme Weise. Sie hatten sich eindeutig gemerkt, was ihr Geldgeber voehin gesagt hatte. Die Brüder kehrten zurück, um das Essen zu eröffnen. Beide sagten ein paar Worte, synchron gelegentlich, hin und wieder beendeten sie den Satz des anderen. Als sie fertig waren, über ein weiteres erfolgreiches Jahr zu reden und sich alle an ihren Plätzen eingefunden hatten, schwärmte eine Armee an Kellnern aus, jeder bewaffnet mit einer silbernen Servierglocke. Das Essen war von bester Qualität, wie zu erwarten war. Und wie vorausgesagt schwiegen die Zwillinge beim Essen.


    • Auch wenn das Essen wirklich gut aussah, war Julia ein wenig traurig darüber, dass es dafür sorgte, dass ihre kleine Gesprächsrunde unterbrochen wurde. Außerdem musste sie nun ihre Hand von Carsons Schenkel nehmen, was ein zusätzlicher Minuspunkt war. Doch die junge Frau schaffte es nicht sich darüber zu ärgern, da der köstliche Duft, der von ihrem Gericht aufstieg, sie sofort wieder versöhnte.
      Einige Minuten lang aßen sie schweigend, die Ruhe zwischen ihnen wurde nur gelegentlich von einzelnen Sätzen unterbrochen, meistens wenn jemand das Essen lobte.

      Es wunderte Julia ein wenig, dass das andere Pärchen den Tisch verließ, sobald sie ihr Essen beendet hatten, obwohl sie das gut nachvollziehen konnte. Auch ihr wurde das Stimmengewirr langsam ein wenig zuviel und einen kurzen Moment überlegte sie, ob sie Carson vielleicht zu einem kleinen Spaziergang außerhalb des Gebäudes überreden konnte. Aber schnell wurde ihr bewusst, dass ihr Freund natürlich nicht einfach so verschwinden konnte - und schon gar nicht unbemerkt.
      "Meinst du, die beiden kommen wieder zurück? Sie schienen wirklich etwas überfordert zu sein. Irgendwie tun sie mir leid.", flüsterte sie Carson zu, nachdem sie sich etwas in seine Richtung gelehnt hatte.
    • Carson lehnte sich zurück und ließ seine Hand wieder auf Julias Rücken sinken.
      "Natürlich kommen sie wieder. Alexander verschwindet jedes Jahr nach oben un den zweiten Stock und ließt ein bisschen. Es sind die Nerven. Er ist nicht für sowas gemacht", erklärte Carson, "Autoren sind immer seltsam."
      Unauffällig deutete er durch den Raum. Interessanterweise konnte man gut erkennen, wer hier arbeitete und wer Autor war. Letztere standen zumeist, sammelten sich in kleinen Gruppen, ließen auf sich einreden, anstatt selbst Teil der Gespräche zu sein. Die Angestellten des Verlages lehnten sich über die Tische, lachten und quatschen das Blaue vom Himmel. Was die Peréz-Brüder nun auch vorhatten, als sie sich vorlehnten. Carson tat es ihnen gleich, redete mit ihnen, ließ seine Hand aber nicht von Julia. Es war, als wolle er diese besondere Verbindung aufrecht halten.
      "Und Sie, Miss Kinnley? Wie stehen Sie zu E-books?", wurde schließlich auch die Blondine ins Gespräch gezogen.


    • Nun, da das andere Pächten vom Tisch verschwunden war, fühlte Julia sich wieder wie ein Außenseiter. Sie hatte in den beiden so etwas wie Verbündete gesehen, die sich hier genau so fehl am Platz fühlten, wie sie selbst. Unbewusst rückte sie ein wenig näher zu Carson, der nun so etwas wie ihr Schutzschild war. So lange er bei ihr war, konnte ihr nichts geschehen. Davon war Julia fest überzeugt.
      "Und Sie, Miss Kinnley? Wie stehen Sie zu E-books?", wandte sich schließlich einer der Peréz-Brüder an sie. Julia lächelte etwas, während sie in ihrem Kopf nach einer passenden Antwort suchte. "Ich finde sie praktisch, aber es fühlt sich für mich immer noch angenehmer an, ein richtiges Buch in der Hand zu halten.", sagte sie schließlich und zuckte leicht mit den Schultern.
      "Trotzdem sehe ich die Vorteile darin. Nicht einmal in der größten Frauenhandtasche ist genug Platz für all die Bücher, die man auf einem einfachen E-Book-Reader speichern kann." Das Lachen der Zwillinge zeigte Julia, dass sie mir ihrem kleinen Scherz das richtige gesagt hatte. Zwar wusste sie nicht, welche Seite die beiden Männer in dieser Diskussion vertraten, doch ihre Antwort war neutral genug, um niemanden zu verärgern oder eine unnütze Diskussion zu entfachen. Zumindest hoffte Julia das.
    • Julia konnte sagen, was sie wollte, aber sie fand sich hier doch ganz gut zurecht. Ihre Welt mochte es nicht sein, aber ein paar Stunden auf Stippvisite funktionierten. Carson lehnte sich nicht nur körperlich wieder zurück, sondern auch geistig. Er würde darauf achten, dass niemand seiner Freundin zu nahe trat, aber musste sie nicht durch dieses Gespräch ziehen. Sie schaffte das allein. Außerdem konnte er sich dadurch auf die warme, weiche Haut ihres unteren Rückens konzentrieren, die viel interessanter als die Diskussion über analoge und digitale Medien war. Carson investierte in beides, egal was gewinnen sollte, er machte Profit.

      Die Minuten verstrichen, das Gespräch mit den Zwillingen war ganz nett, Carson konnte die Finger nicht von Julia lassen. Der Abend lief doch ganz gut.
      "Wo bleibt er denn?", fragte Thomás nach einer Weile und meinte damit sicherlich Alex und Chloe.
      Er wollte gerade aufstehen, als Carson ihm beschwichtigend eine Hand auf den Unterarm legte. Sein Blick sprach allerdings eine weniger freundliche Sprache. Der strenge Geschäftsmann war zurückgekehrt.
      "Setzen, Thomás", befahl Carson auf Spanisch, "Sie kommen, wenn sie kommen. Nicht alle haben einen ganzen Bienenstock im Hintern wie Sie."
      Das Spiegelbild des Verlagchefs kicherte in sich hinein, als sich sein Bruder geschlagen gab und zurück auf den Stuhl sank. Carson warf ihm noch einen tödlichen Blick zu, dann lehnte er sich wieder nach hinten und überschlug die Beine. Würde man den runden Tisch vor ihm in einen Konferenztisch verwandeln, würde er genauso gut daran passen.
      "Zum Dessert werden sie sicherlich wieder da sein. Lassen wir die Leseratten doch ein bisschen stromern", sagte Carson nun wieder auf Englisch.


    • Julia warf Carson einen kurzen Blick zu, doch der Geschäftsmann hatte seine undurchsichtige Fassade aufgesetzt. Nach außen hin wirkte er, als würde er die Unterhaltung verfolgen, aber Julia war sich sicher, dass er es genoss sie zu quälen. "Du machst das mit Absicht, oder?" flüsterte sie ihm zu. Im Grunde hätte sie sich nur weit genug auf ihrem Stuhl zurück lehnen müssen, damit Carson seine Hand zurück ziehen musste, aber ein Teil von Julia sträubte sich dagegen. Denn auch wenn es sie enorm ablenkte, fühlte seine Berührung sich nicht unangenehm an.
      "Ich hoffe sehr, dass sie zum Dessert wieder da sind. Wenn es so gut ist wie die Hauptspeise, sollten sie es nicht verpassen.", sagte sie höflich an die Zwillinge gewandt. Augenblicklich hatten die beiden Männer wieder ein Thema gefunden, über das sie sprechen konnten und schnell merkte man ihnen nicht mehr an, ob sie noch von Carsons Rüge eingeschüchtert waren. "Du hast alle am Tisch hier fest im Griff, nicht wahr?", wandte sich Julia an ihren Geliebten, als die Zwillinge gerade eine intensive Diskussion miteinander begonnen hatten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Enija ()

    • Carson schien die Aussage seiner Freundin zu ignorieren, doch das schelmische Grinsen in seinem Gesicht sagte etwas anderes.
      "Ich habe den Tisch nicht im Griff", erklärte er dann auf die zweite Frage hin, "ich verlange bloß Respekt. In diesem Fall Respekt für Alexander. Dieser Mann hört stets zu, ob man ihm nun etwas interessantes erzählt oder sich über die Großmutter beschwert. Im Gegenzug verlangt er - wenn auch stumm - nach etwas Freiraum. Ich bin gewillt, ihm diesen zu geben. Gewisse andere vergessen häufig, wie unhöflich es ist, das nicht zu tun."
      Carsons führte dies in gedämpften Ton aus und nickte nun kaum merklich zu den beiden zappeligen Zwillingen hinüber.
      "Das Gleiche passiert übrigens auch, wenn ich auf Pünktlichkeit bestehe. Ich bin pünktlich, weil es die angesetzte Zeit so verlangt. Da ist es respektlos, wenn man sich nicht an die Vereinbarung hält. Zumal ich gern einen engen Zeitplan habe, der keine Puffer für derlei Nichtigkeiten bietet. Es ist ein feiner Grad zwischen respektvoller Strenge und unfairen Gemeinheiten."
      Er sah Julia an und der Geschäftsmann verschwand wieder. Seine harten, undurchdringlichen Züge wurden weich, als er sanft lächelte.
      "Wenn ich etwas fest im Griff habe, sieht das ganz anders aus", raunte er und leckte sich die Lippen.
      Plötzlich wirde sein Blick dunkel und begierig. Seine Hand landete auf Julias Hintern - sofern das in ihrer Position möglich war - und drückte sanft zu, ehe sie wieder auf gesellschaftsfähiges Niveau hinauf wanderte.


    • Julia sah Carson liebevoll an. "Das ist eine gute Einstellung, leider fehlt sie heutzutage vielen Leuten.", sagte sie, wurde dann jedoch von dem Blick ihres Freundes und der Berührung seiner Hand so aus dem Konzept gebracht, dass sie alles vergaß, was sie noch hatte sagen wollen. Ihre Augen weiteten sich, dann konnte sie jedoch ein leises Kichern nicht unterdrücken.
      Auch wenn sie es nicht zugeben konnte, so mochte sie es, wenn Carson sie mit diesem intensiven Blick ansah, weil sie wusste, dass sie als Einzige diesen Ausdruck hervorrufen konnte. Kurz sah sie zu den Zwillingen, doch diese waren immer noch mit sich selbst beschäftigt und interessierten sich im Moment nicht für ihre beiden Tischnachbarn.

      "Ich muss zugeben, dass ich ein wenig neidisch auf die anderen bin, weil sie sich einfach so davon stehlen konnten und sie keiner vermisst.", sagte sie leise zu Carson und ihre Lippen hoben sich leicht zu einem schmalen Grinsen. "Was sie jetzt alles tun könnten...", sie bemühte sich unschuldig zu klingen, doch vermutlich wusste Carson, dass sie im Grunde nicht von dem anderen Pärchen sprach.
      Kurz erinnerte Julia sich daran, wie solche Veranstaltungen früher für sie gewesen waren. Damals war sie immer angespannt gewesen und hatte Angst davor gehabt, einen Fehler zu machen. Niemals hätte sie geglaubt, dass sie eines Tages so unbeschwert herumscherzen könnte.
      Kurz hob Julia die Hand und strich Carson über die Wange. "Ich liebe dich.", flüsterte sie, hatte aber gleichzeitig das Gefühl, dass diese Worte nicht im Geringsten ausdrücken konnten, was sie für diesen wunderbaren Mann empfand. Aber noch bevor sie jemand bemerken und unangenehme Fragen stellen konnte, ließ Julia ihre Hand wieder sinken. Diesmal landete sie jedoch wieder auf Carsons Oberschenkel.