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  • Vincent betrachtete Thomas. Es brach ihm das Herz, den Mann so zu sehen. Er sah genauso aus, wie Vincent sie fühlte: verwirrt, hin und her gerissen, gefangen in einem Strudel aus den verschiedensten Emotionen. "So werde ich ihn doch überhaupt erst in den Keller kriegen. Ich kann ihn nicht einfach losschicken, um eine Flasche Wein oder sowas aus dem Keller zu holen. Er kennt sich hier aus. Immerhin hat er hier..." Vincent stockte. Das hatte er Thomas noch gar nicht gesagt. War es eine gute Entsch…

  • Vincent hob beschwichtigend eine Hand. "Ich weiß. Deshalb habe ich dir ja überhaupt erst die Möglichkeit gegeben, sie hier oben zu lassen. Deswegen habe ich Nora auf sie aufmerksam gemacht." Vincent deutete auf die Runen auf seinem Türrahmen. Sie waren neu, noch ganz frisch. So frisch, dass sie bei Sonnenuntergang noch gar nicht da gewesen waren. Nora hatte gute Arbeit geleistet. "Er kann uns hier drin nicht hören." Vincent ging hinüber zu der Sitzecke und ließ sich kraftlos in einen der Sessel …

  • Vincent lachte kurz auf, als Thomas ihn so an sich riss. Doch dann lehnte er sich in den Kuss hinein und das war nicht nur wegen seiner kleinen Show für seinen alten Meister. Er behielt die Hände an Thomas Brust und ließ sich einen langen Augenblick von dem Mann mitreißen. Dem Mann, dem er wirklich gehören wollte. Doch alles Gute musste einmal ein Ende haben und so drückte er Thomas dann doch von sich und tätschelte ihm die Wange. "Nicht zu gierig, mein Guter. Den Rest kriegst du später. Setz di…

  • Vlad starrte die Tür noch lange, nachdem Thomas und Darcy gegangen waren, an. Ohne Zweifel um zu hören, wo die beiden Menschen waren. Erst, als er sich sicher war, dass sie aus dem Weg waren, wandte er seine Aufmerksamkeit wieder Vincent zu, der brav darauf gewartet hatte, dass das passierte. Vlads Blick verlor sofort die Schärfe, mit der er Thomas bedacht hatte und Vincent spürte sofort, wie er darauf reagierte: er war stolz darauf, für diese Reaktion verantwortlich zu sein, und fühlte sich gle…

  • Sie hatten beinahe den Salon erreicht, bevor die Wut aus Thomas herauszubrechen drohte. Vlad blieb stehen und starrte den Mann an, doch Vincent wusste, dass er ihn nicht als Mann sah, nicht als Person. "Nimm deinen Jäger an die Leine, Steaua mea. Er wird unhöflich," meinte er, die Miene vollkommen neutral, den Blick weiterhin auf Thomas gerichtet. Vincent musste sich etwas überlegen und zwar schnell, sonst eskalierte das Ganze hier in die völlig falsche Richtung. Also legte er Thomas sanft eine …

  • Vincent erwachte nicht noch einmal so früh und voller Ruhe in den nächsten Nächten, aber das allgemeine Gefühl des Friedens blieb ihm doch irgendwie erhalten. Sein Alltag stellte sich wieder ein - der von vor der schicksalhaften Nacht von All Hallows' Eve in der er Thomas kennengelernt hatte - und er genoss diese Routine. Insbesondere genoss er es, wie einfach sich Thomas in diese Routine fügte. Er hatte Vincents versteckte Aussage scheinbar doch begriffen und angefangen, seine Tage in der Praxi…

  • Vincent musterte Thomas einen langen Augenblick. Er fragte sich, ob Thomas begriff, worauf Vincent hinaus wollte und es mit Absicht falschverstand, oder ob er wirklich nicht wusste, was Vincent meinte. Er ließ das Thema vorerst fallen. "Nein. Kein Zeichen von ihm. Wenn, dann würde ich dir Bescheid geben. Wahlweise findest du mich in der Ecke sitzend und alle meine Entscheidungen hinterfragend." Er nahm noch einen Bissen von seinem Apfel und ließ sich Zeit mit dem Kauen. Selbst jetzt, mit Vlad al…

  • Vincent schmunzelte. Die Beziehung zwischen Nora und Thomas war wirklich eine interessante. Er würde sich da nicht einmischen, solange es nicht handgreiflich zwischen den beiden wurde. "Die Menschen auf dem Land sind widerstandsfähig, als du annimmst. Aber ja, hier und da wird es ein bisschen eng. Ein, zwei Familien sind mutig genug, um uns um Hilfe zu bitten, wenn der alte Dr. Clark mal nicht zur Verfügung steht. Sie haben mitbekommen, wie manche Leute hier ankommen wie gut wir uns um sie kümme…

  • Vincent lehnte sich nach hinten gegen Thomas, genoss dessen Nähe. Er konnte riechen, dass der Mann erst vor kurzem noch draußen gewesen war. "Ja," antwortete er auf Thomas' Frage. "Alles ist in bester Ordnung und aus irgendeinem Grund irritiert mich das ungemein." Er drehte sich in Thomas' Griff um und musterte den Mann. Er zeigte eindeutige Zeichen von jemandem, der vor noch nicht allzu langer Zeit in der Kälte des Winters herumgestapft war: seine Wangen und Nasenspitze waren noch ein wenig ger…

  • Vincent sah Thomas nach, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. "Das ist doch ganz gut gelaufen," meinte er zu sich selbst und hob die Bücher wieder vom Boden auf, bevor er die Leider nach oben kletterte und seine Arbeit wieder aufnahm. Vincent würde lügen, wenn er sagte, dass er sich nicht schon mehr als einmal den Kopf darüber zerbrochen hatte, wie Thomas seinen Haushalt erklären sollte. Aber jetzt hatte er es ja hinter sich. Außer Nora und Esther gab es keine weiteren Überraschungen. Gut, man k…

  • "Ich hätte dich vorwarnen können, ja, aber dann hättest du deine Lektion ja gar nicht gelernt. Ich dachte, du bist Akademiker?" neckte Vincent. Ein Teil von ihm wollte lauthals loslachen angesichts der Tatsache, wie Thomas da gerade vor seinen Augen im Boden zu versinken versuchte. Ein anderer Teil fühlte sich durchaus schuldig dafür, ihn nicht vorgewarnt zu haben. Keine dieser beiden Teile gewann schlussendlich die Überhand. Thomas wusste, was Vincent von der Hinterhältigkeit der High Society h…

  • Vincent legte Thomas nun beide Hände an die Wangen und brachte dessen Gesicht ganz nahe an sein eigenes. "Glaubst du wirklich, dass ich Nora irgendetwas vorschreiben könnte? Sie kann jederzeit Nein sagen, wenn ich sie um etwas bitte, aber sie hat sich dazu entschieden, meine Haushälterin zu sein. Und nur, weil du der Meinung bist, sie wäre hervorragend für die Vernichtung von Vampiren geeignet: meinst du nicht, dass das auch ihre Entscheidung ist? Du hast selbst gesagt, dass du keine Ahnung von …

  • Vincent nahm Thomas Hand von seinem Mund und drückte einen Kuss auf die Innenfläche, bevor er sie losließ. "Was willst du denn mit der Information anfangen, dass ich vor zweihundert Jahren mal eine Hexe war?" neckte er. Dann küsste er Thomas' Kiefer, um dessen Gedanken wieder ein bisschen zu bremsen und vielleicht sogar zu fokussieren. Der würde sich sonst noch in den Hintern beißen, wenn sich Vincent wiederholen musste. "Magie ist wie die Elemente: Ein Teil der Natur. Zumindest hat mir meine Mu…

  • Vincent bekämpfte den Drang, Thomas zu unterbrechen, während dieser all die Gründe aufzählte, warum Hexen nicht existieren konnten. Er war so davon überzeugt, es war wirklich eine Komödie in drei Akten, die sich da vor Vincents Augen abspielte. Lächelnd nahm er Thomas ein weiteres Buch ab und schob es ins Regal zurück, während er darauf wartete, dass der Mann sich endlich so sehr um Kopf und Kragen geredet hatte, dass er den Punkt selbst fand. Was er dankenderweise auch gleich darauf tat. Vincen…

  • Vincent gefiel sein neuer Alltag. Früher war er allein durch die schier endlosen Hallen seines Anwesens gewandelt, hier und da unterbrochen von einem kurzen Gespräch mit dieser oder jenem Angestellten. Ja, das Haus war in gewisser Weise immer voll gewesen, aber Vincent war trotzdem immer einsam geblieben. Mit Thomas hatte sich das geändert. Vincent erwischte sich immer öfter dabei, wie er seine eigene Arbeit unterbrach und einfach nur dabei zusah, wie Thomas die Stirn in Falten legte, am Ende ei…

  • Vincent schnurrte, als er Thomas' warme Lippen auf seiner Brust spürte. "Himmel, bist du attraktiv, wenn du den Akademiker raushängen lässt," sagte er, packte Thomas am Kragen und küsste ihn erneut, diesmal ein wenig energischer, ungezügelter. Er hatte schon viele Seiten an Thomas kennengelernt - den schüchternen Mann, den Arzt, den Jäger, den talentierten Liebhaber - aber wann immer er selbstbewusst auftrat, schickte es einen wohligen Schauer Vincents Rückgrat hinunter. Und dieser Thomas, der s…

  • Vincent stellte die Öllampe auf dem Schreibtisch ab, damit Thomas etwas sehen konnte, und überließ ihn seinen Studien. Er machte das Feuer im Kamin noch an - er konnte Thomas ja nicht einfach erfrieren lassen - dann überließ er ihn für eine Weile sich selbst. Thomas reagierte kaum, als Vincent ihm zum Abschied einen Kuss auf den Scheite drückte, was er nur belächeln konnte. Vincent kam später noch einmal wieder, um Thomas etwas vom Abendessen und eine Kanne Tee zu bringen. Einen Moment lang beob…

  • Vincent lehnte sich gegenüber der Tür an die kalte Steinwand des Ganges und beobachtete Thomas, wie der sich umsah. Er wirkte wie ein kleines Kind, dem man gerade etwas wundervolles geschenkt hatte. Er machte sich eine geistige Notiz: wenn er mal nicht wusste, was er Thomas schenken sollte, kaufte er ihm einfach ein Schwert oder ein Messer. Er lächelte Thomas an und stahl sich einen Kuss. "Oh nein. Mein Freund will ein Buch lesen. Wie furchtbar," scherzte er, drehte sich aber wieder um und führt…

  • Vincent nahm den Schlüssel entgegen und nahm Thomas mit zu der versteckten Tür zum Keller. Mit jedem Schritt weiter nach unten wurde es kälter. "Deine Sorge ist durchaus berechtig," meinte Vincent auf ihrem Weg nach unten. "Aber du musst dir wirklich keine Sorgen um meine Belegschaft machen. Das ist nicht das erste Mal, dass wir einem alten Vampire gegenübertreten. Du erinnerst dich doch bestimmt daran, wie ich dir sagte, dass dieses Haus Geister hat, als du das erste Mal hier warst, oder? Ich m…

  • Vincent kippte das Blut in seiner gewohnten Geschwindigkeit herunter und stellte das Glas weg. "Das hast du also den ganzen Tag über in der Kutsche gemacht. Meine Frisur ruiniert und einen ganzen Schlachtplan entworfen," kommentierte er und lehnte sich gegen die Arbeitsfläche. Aber eigentlich machte sich Vincent gar nicht darüber lustig. Es war gut, dass Thomas die Sache so ernst nahm. Es beruhigte ihn ein wenig. "Simon musst du dir mit Nora hier teilen. Er ist derjenige, der sich für uns im Dor…