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"Komm her. Komm her." Ein leises Rascheln und Tessa hob den Blick. Das Gesicht halb in das Kissen gedrückt, musterte Chester sie träge mit halbgeschlossenen Augen. Die zurückgeschlagene Decke hätte seine Worte nicht besser unterstreichen können. Trotzdem zögerte Tessa. "Ich sterbe nicht und wenn doch, dann mach ich zumindest keine Sauerei. Also komm her." "Nicht witzig", murmelte Tessa. Vorsichtig schlüpfte sie unter Decke, das verletzte Handgelenk behutsam an seiner Brust gebettet. Tessa seufzt…
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Ein beklommenes Gefühl mache sich breit. Die Kälte erschien mit einem Mal unerträglich, denn Chester wandte sich ab ohne ein weiteres Wort in ihre Richtung zu verlieren. Die Decke rutschte aus ihren klammen Fingern. Tessa versuchte trotzdem zu lächeln. Besser das Pflaster mit einem schnellen Ruck abziehen, als langsam und schmerzhaft. Sie lebten alle noch. Was wollte sie also mehr? "Komm mit mir, für die heutige Nacht."Tessa spitzte sie Ohren. Von dem zertrampelten Gras zu ihren Füßen wanderte i…
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Die Tür öffnete sich mit einem kräftigen Stoß. Chester trat hinaus auf die Stufen und die Abenddämmerung tauchte sein Gesicht in warmes Licht. Tessa fiel ein Stein vom Herzen. Erschöpfung begleitete seine trägen Schritte und die Abendsonne, die ihre kühlen Wangen wärmte, zeichnete gleichzeitig tiefe Schatten auf seinem Gesicht ab. Tessa hielt den Atem an als er schwankte und rutschte von der Kiste, bevor sie richtig darüber nachdenken konnte. Sand knirschte und Gras raschelte unter ihren Stiefel…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
BeitragMalleus beobachtete das Lacerta-Mädchen. Mittlerweile hatte sie den Blick der roten Augen auf ihre große Schwester gelegt, die sich mühevoll im blutbesudelten Sand aufrichtete. Der Kultist wusste aus eigener, schmerzlicher Erfahrung welche Wucht und Gewalt in Devons Angriffen steckte – auch wenn der Lacerta ihn nur durch den Raum geschleudert hatte. Die kleinen Hände des Mädchens zuckten in der Luft, als wüsste das Kind nicht, ob sie ihrer Schwester zur Hilfe kommen sollte oder nicht. Ein befrem…
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Tessa starrte auf die Tür von Judes Wohnwagen, als könnte sie diese allein durch pure Willenskraft dazu bewegen, sich endlich zu öffnen. Die Sonne würde bald hinter dem großen Zirkuszelt untergehen und bisher fehlte von Chester jede Spur. Seit mehreren Stunden saß Tessa auf der Holzkiste in sicherem Abstand zum Wagen der Wahrsagerin und wartete vergeblich auf ein Lebenzeichen. Sie hatte versucht, sich an die Ereignisse der Nacht und des Tages zu erinnern, den roten Faden in ihren Erinnerungen zu…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
BeitragMalleus nickte mit versteinerter Miene. Der Weg zum Duellplatz, wie er die sandige Arena gedanklich betitelte, hatte ihn mehr Kraft gekostet, als er sich anmerken ließ. Nur, wer ganz genau hinsah, bemerkte wie schwer sich Malleus auf Tavas schmalen Schultern abstützte. Dank ihrem kleinen Abstecher zum Wasserfall fühlte er sich zwar wieder etwas mehr wie ein Mensch, aber die ständige Alarmbereitschaft quälte ihn mit stechenden Kopfschmerzen. Die Nachwehen des vergangenen Tages saßen ihm noch tief…
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"Chester?", flüsterte Tessa.Sie zitterte trotz der warmen und sanften Hände, die ihr Gesicht streichelten. Die Kälte des Nebels hatte sich bis tief in ihre Knochen gefressen. Das Gewicht verschwand von ihrem Brustkorb und Tessa nahm einen tiefen, zittrigen Atemzug. Der Sog des Schlafes klammerte sich an ihr Bewusstsein, doch Chesters liebevolles Flüstern zog sie behutsam aber eindringlich zurück in die Welt der Lebenden. Tessa wollte ihm wirklich den Wunsch erfüllen, die Augen zu öffnen. Mühevol…
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Nach dem Nebel kam die Dunkelheit. Tessa war allein, umgeben von schwarzem Nichts. Die Stimmen waren verstummt, der Schmerz verebbt, das Licht verblasst und die Angst eine ferne Erinnerung. Sie fühlte sich schwerelos, beinahe friedlich in der Schwärze, die alles verschluckte. Die Zeit hatte an Bedeutung verloren. Stunden, Tage, Wochen oder gar Monate; Es spielte keine Rolle mehr. Tessa wollte bleiben. In dieser allgegenwärtigen Dunkelheit, in der Nichts mehr von Bedeutung war. Weder ihre Lügen, …
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In dem Moment, in dem Tessa sich brüllend gegen die bleichen Nebelgeister warf, stürzte sich der flüsternde Nebel wie ein hungriges Wolfsrudel auf sie. Anstatt vor der schieren Wucht der Attacke zu weichen, prallte Tessa gegen eine unüberwindbare Mauer. Der Aufprall stahl ihr den Atem, ließ die verängstigte Diebin nach Luft schnappen und eine weitere Flut aus nebligen Schwaden füllte ihre Lungen. Ziellos schoss die blitzende Klinge in ihrer Hand gen Boden und versank darin, weil das Erdreich dem…
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Ohne Zögern holte Tessa mit dem Messer aus, zerschnitt Nebel und Geflüster. Eine Schlinge legte sich um ihr Handgelenk, deren Anblick der Nebel vor ihr verbarg. Eine unsichtbare und unheimliche Kraft, die ihr das Einzige entreißen wollte, was sie beschützte. Ihre einzige Waffe. Wild und knurrend schlug das Mädchen die Schatten zurück."Tessa - ich bin hier." Ein heftiger Ruck ging durch Tessa, die diese Stimme wohl unter Tausenden wiedererkannt hätte. Chester. Eine Welle der Erleichterung bemächt…
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Der Nebel verfolgte Tessa, war ihr dicht auf den Fersen. Blind stolperte sie voran und wagte keinen Blick zurück. Zu groß war die Angst, wieder eines der Gesichter im Nebel zu sehen. Tessa stolperte durch vertraute Pfade und vorbei am Lichtschein der Laternen, der vom dichten Nebel beinahe völlig verschluckt wurde. Sie stürzte an Zelten und Personen vorbei, ohne sich dabei umzusehen. Das Herz in ihrer Brust drohte zu explodieren, so schnell hämmerte es gegen die Rippenbögen. Tessa traute sich ni…
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Haunted [Winter & Alea]
Winterhauch - - 2er RPGs
BeitragÜber die Männer und Frauen vom Schwarzmarkt wusste Violet bestens Bescheid. Die schmutzigen Tricks beherrschte sie ebenfalls. Am Liebsten hätte sich Damerau mit einem dieser Tricks von den Füßen geholt Mit den Zähnen knirschend, ließ sie die Belehrungen brav über sich ergehen.Auch den zweiten Angriff wehrte Felix mit Leichtigkeit ab. Violet ahnte bereits, was er vorhatte. Etwas dagegen zu unternehmen, kam allerdings nicht in Frage. Es nagte an ihrem Stolz, dass sie es war, die am Boden landete. …
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"Tessa, kommt zurück."Ja, sie wollte zurückkommen. Nichts wollte Tessa in diesem Augenblick lieber. Sie kauerte irgendwo am Boden, umgeben von dichtem Nebel und dutzenden Gesichtern, die sie umrundeten wie ein Rudel hungriger Wölfe. Jedes Gesicht bot einen neuen Horrer, der ihr Furcht einflößte und Tessa einen Schauer nach dem Anderen über den Rücken jagte. So viele Gesichter, die auf ihre Art einzigartig waren. Verkehrtherum, gespiegelt, verzerrt, glasklar, freundlich, boshaft, stumm, laut, tra…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
Beitrag"...aber was tun wir mit humpelnden Drachen, Schirasa?"Oh, die Frage war leicht. Die Antwort lag Schirasa auf der Zunge, bevor Schalessa ihren Namen vollständig ausgesprochen hatte. Erwartungsvoll, aber brav, wartete das Mädchen auf die Lücke, die sie mit ihren eigenen Worten füllen konnte. Schirasa war begierig darauf, ihrer Schwester die richtige Antwort zu liefern. Es war selten genug, dass die Erwachsenen ihr Gehör schenkten. "Wir geben ihnen den Gnadenstoß. Eine Speerspitze direkt ins Genic…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
BeitragSchirasa sah ihre große Schwester mit großen Augen voller Bewunderung an. So, wie es nur jüngere Geschwister konnten. Obwohl das Mädchen vor Aufregung kaum still stehen konnte, folgte sie der stummen Aufforderung und gesellte sich gehorsam an die Seite von Schalessa. Die Kinder hatten den Erwachsenen zu gehorchen. Das war sehr wichtig; Ihnen Respekt zu erweisen. Selbst ein Wirbelwind wie Schirasa hatte die Rangordnung von klein auf verinnerlicht. Sie würde sich den Platz als respektierte Jägerin…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
BeitragMit gespitzten Ohren lauschte Malleus dem hitzigen Gespräch. Es war durchaus möglich, dass er sich täuschte. In der Sprache der Lacerta, die auf Fremde harsch und aggressiv wirkte, hätte sich auch die Frage nach dem Wetter wie ein Streitgespräch anhören können. Devon verlor langsam die Geduld, so viel konnte Malleus aus den mahlenden Kiefern und den angespannten Gesichtszügen ablesen. Als der Lacerta seiner, wie er den verblüfften Blicken aller Beteiligten entnahm, ungewöhnlichen Bitte nachkam, …
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"Ich werde mir die größte Mühe geben", kicherte Tessa, die bereits auf ihrem neuen Stammplatz saß.Der guten Ella ein Backrezept zu entlocken, machte ihre Lügen zwar nicht ungeschehen, aber es war eine Kleinigkeit, die sie gerne für Jude machte. Die Herzlichkeit, mit der Jude sie überschüttete, hatte sie ebenso wenig verdient, wie Chesters Trost und Verständnis. Tessa würde sie zwangläufig alle enttäuschen. Es war nur eine Frage der Zeit. Ertappt senkte Tessa den Blick und fühlte sich sofort wied…
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Maledictio Draconis [CodAsuWin]
BeitragMalleus sah Devon mit ernster Miene nach. Der Appetit war ihm vergangen, doch er nahm es als gutes Zeichen, dass wenigstens Tava noch Gedanken für eine längst überfällige Mahlzeit übrig hatte. Kaum fiel der dürftige Fetzen, der als Vorhang diente, zurück, stieß der Kultist ein gedehntes Seufzen aus. Der Mann sackte ein Stückchen in sich zusammen und zog Trost aus Tavas Nähe, obwohl sie es kaum wagte, ihn zu berühren. Die Stille, die lediglich von den Geräuschen des Dorfes vor der Hütte unterbroc…
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Das schlechte Gewissen fraß Tessa auf. Als Chester unsagbar sanft ihr Gesicht umfasste, wäre die junge Frau am liebsten in Tränen ausgebrochen. Der betroffene Blick war kaum zu ertragen. Für einen Sekundenbruchteil wollte sie nichts sehnlicher, als ihm alles zu gestehen. Sie wollte diesen Abgrund, der sich langsam aber gnadenlos zwischen ihnen auftat, aufhalten bevor es zu spät war. Dabei war es das doch längst. Zu spät. “Das wirst du nicht. Ich verspreche es dir, das wirst du nicht. Denk gar ni…
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Für einen Augenblick schien die Zeit still zu stehen, wäre nicht das allgegenwärtige Ticken der goldenen Taschenuhr gewesen. Tessa musste sich zwingen, zu atmen. Unter dem wachsamen Blick von Chester war das keine leichten Angelegenheit. Jede Sekunde befürchtete sie, das Lächeln könnte ihr entgleiten. Ein falsches Zucken der Augenwinkel, einmal zu hektisch geblinzelt und Chester würde augenblicklich die Lüge, den schrecklichen Betrug, in der Wahrheit entdecken. Als er sein Urteil fällte, bekam i…