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Der beißende Tonfall in Lhoris' Stimme ließ Viola aufhorchen. Augenblicklich verhärteten sich die Eingeweide in ihrem Körper zu einem bleischweren Knoten und der Atem stockte. Die unterschwellige Befürchtung, dass Pompidou erneut ein falsches Spiel wagte, schob sich überdeutlich in das Bewusstsein. Würde das Ratsmitglied tatsächlich versuchen sie erneut an der Nase herumzuführen und dafür ihre Gefühle auszunutzen? Mit einem zustimmenden Nicken trat Viola an die Seite des Elfen und blickte aus de…
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Das Lächeln des Elfen spiegelte sich auf Violas Gesicht wieder. Es war gut, den stolzen Krieger endlich wieder auf eigenen Füßen ohne eine stützende Holzkrücke oder kränklich an ein Bett gefesselt. Die Heilern schob das Notizbuch in die Rocktasche ehe sie sich von dem angestammten Platz auf der steinernen Bank erhob und an die unsichere Seite des Elfen trat. Sie streckte nicht die zarte Hand aus um ihn zu stützen, sondern verblieb als stummes Angebot der Hilfe sollte ihn sein Bein oder das Gleic…
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Eine tröstliche Wärme legte sich langsam um die zitternden Schultern. Das Gefühl allein ließ beinahe sämtliche Dämme brechen und doch begriff sie erst nach wenigen Sekunden, dass Lhoris tatsächlich den Arm um sich gelegt hatte. Ihre Gedanken quollen vor Dankbarkeit über und ebenso ließen sich die Tränen nicht aufhalten. Viola drehte sich langsam auf die Seite und folgte der natürlichen Beugung des Armes, bis sie ihr tränenfeuchtes Gesicht gegen eine wärmende Schulter drückte. Stumm nickte die He…
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"Wir haben alle Blut an unseren Händen, Lhoris.", flüsterte sie in die Nacht. "Wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen." Viola war Heilerin. Die zierlichen Hände hatte in mehr blutigen und tödlichen Wunden gesteckt, als sie zählen konnte. Ihre Hände waren sprichwörtlich mit Blut besudelt, weil sie versuchte Leben zu retten. Andvari und Lhoris kämpften in schrecklichen Schlachten um ihr Leben. Das Blut an ihren Händen zeugte nicht nur von Grausamkeit sondern auch von Überlebenswillen. Und so…
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Obgleich der Traurigkeit der Familiengeschichte und aller verübten Taten, erzeugte das Bild einer kleineren Version von Lhoris eine wärmendes Gefühl tief in ihrem Brustkorb. Ebenso wie der Gedanke, dass alle Soldaten und Krieger einmal ein anderes Leben geführt hatten, vergaß Viola auch, dass Lhoris und Andvarie, alle Gefährten der letzten Wochen und Monate, einmal Kinder gewesen waren. Elfen besaßen ein langes Leben, dass einem gewöhnlichen Menschen wie eine Ewigkeit vorkam und die Heilerin zwi…
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[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]
Winterhauch - - RPGs
BeitragEine flüchtige Welle der Irritations schwappte über das Seelenband in Cains Bewusstsein. Das Ende auf seiner Seite fühlte sich dermaßen fasrig an, strapaziert durch Ascans perfides Spielchen, dass die Emotion den Seeker lediglich abgeschwächt und dumpf erreichte. Die zerfledderten Fasern knüpften sich bereits neu, aber bis die Aurenverschmelzung zur alter Form zurückkehrte, würde es noch ein paar Tage dauern. Eine Zeit, in der Cain und auch Sylea sich langsam von den Strapazen erholen mussten be…
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Ein vorsichtiges Lächeln umspielte die Lippen, als Lhoris der geäußerten Bitte nachkam. Vermutlich würde Viola nie genug von den Geschichten der Elfen bekommen, denn wenn sie nicht gerade vom Krieg und grausamen Herrschern handelten, besaßen sie genug Potenzial um zahlreiche Märchenbücher damit zu füllen. Legenden und Mythen gefüllt mit zauberhafter Magie. Erzählungen von Nymphen, Zwergen und allerlei magischer Kreaturen. Die Heilerin beschloss am Ende, wenn alle Hürden überwunden und der Krieg …
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Verwirrt sah Viola den Elf an, der offensichtlich ihre Frage für überaus belustigend hielt. Im sanften Kerzenlicht bemerkte das bloße Auge kaum wie eine peinlich berührte Röte den schlanken Hals herauf kroch. Sie widerstand mit Mühe dem dringenden Bedürfnis das Gesicht in den Händen zu vergraben. Die Verlegenheit über die geäußerte Bitte und die Sorge etwas gänzlich Falsches damit zu implizieren, kamen ihr urplötzlich ziemlich lächerlich vor. Was mochte Lhoris sehen, wenn er sie anblickte? Die G…
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Mit einem gedehnten Seufzer gefüllt mit einer schier unendlichen Frustration ließ Viola das Kinn auf die Brust fallen. Die Situation stellte sich als ausgesprochen verzwickt heraus und brachte die junge Frau dazu ihren gesunden Menschenverstand in Frage zu stellen. Der tröstliche Versuch des Elfen ihre Bedenken fortzuwischen, ließ sie eine tiefe Dankbarkeit empfinden, aber Lhoris war nicht Andvari. Möglicherweise hätte es der Heilerin eher geholfen die Versicherung aus dem Mund des Lichtrufers z…
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Die Hände des Elfen waren eiskalt und die Kraft in den schwieligen Fingern gering. Besorgt nahm Viola die kühle Hand zwischen die Ihren um ein wenig Wärme zurückzugeben und gleichwohl mit sanften Druck stumm die unendliche Dankbarkeit auszudrücken, die sie beim Klang seiner Worte empfand. Tröstlich besänftigte das Gesagte die wirren und lauten Stimmen in ihrem Kopf, die den Zweifel und die Hilflosigkeit schürten. Die Überforderung spiegelte sich in dem Winkel des ihre Gesichts und leuchtete im K…
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"Ja...", durchbrach ein sanftes Flüstern die dämmrige Dunkelheit des Zimmers. "Und ich wünschte, wir wären nie her gekommen." Mit einem unruhigen Zittern in den Händen stellte Viola die flackernde Kerze zur Seite und sah mit einem schlechten Gewissen, das zweifellos Seinesgleichen suchte, auf die leere Stelle in Lhoris' Bett. Sie ermahnte sich ein zweite Mal im Stillen, dass es zu spät dafür war, da sie ihm bereits des dringend benötigten Schlafes beraubt hatte. Das gequälte Ächzen wenige Sekund…
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Die Höflichkeit gebot, dass Viola sich respektvoll zum Abschied verbeugte. Eigentlich wäre ein damenhafter Knicks wie in die Frauen am Hofe vollführten sicherlich angebrachter gewesen, aber die Heilerin weigerte sich strikt, sich wie eines dieser stolzierenden Hühner zugebärden. Angesichts all den Grausamkeiten, die Viola erduldet hatte, vergaßen die Meisten schnell, dass die junge Frau eben genau das war: furchtbar jung. Der Trotz sei ihr deshalb verziehen. Dazu gesellte sich die Tatsache, dass…
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[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]
Winterhauch - - RPGs
Beitrag"Dann ist Ascan der Ursprung allen Übels.", wiederholte Cain knurrend und mehr zu sich selbst. Die Vorstellung der abscheulichen Gräueltaten erschütterte ihn bis ins Mark. Zweifellos brachte die Menschheitsgeschichte in ihrem düsteren Schatten stets neue und brillante Persönlichkeiten hervor die ohne Rücksicht und angetrieben von einem unstillbaren Wissensdurst zu den grausamsten Handlungen fähig waren. Die Erkenntnis, dass sich all die Erinnerungen nun fest verankert in Syleas Verstand befanden…
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Pompidou erschien um Jahrzehnte gealtert. Die stolze Haltung machte dem Anblick eines alternden Mannes Platz, dessen Gewissen schwer auf der Seele lastete. Obgleich Viola schier unendliches Mitgefühl im Herzen trug, empfand sie bei dem Anblick eine bedrückende Leere. Eine Geschichte über Verrat, Furcht und Mord erfüllte die ehrwürdige Bibliothek und lediglich verstaubte Bücher verblieben als stumme Zeugen einer grausamen Tat. Die Heilerin sah mit dem leeren Blick einer Erblindeten zu Pompidou au…
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Entsetzten zeichnete sich auf dem bleichen Gesicht der Heilerin ab. Für eine Sekunde glaubte sie den Boden unter den Füßen zu verlieren, als hätte sich das spiralförmige Archiv in Bewegung gesetzt. Mit geweiteten Augen blickte sie Pompidou an um sich letztendlich mit einem Ausdruck von reinstem Schock in einen der Stühle fallen zulassen. Die Wahrheit traf sie trotz bereits angestellter Spekulationen wie ein unerwarteter Schlag. Mit zittrigen Fingern befühlte Viola die Narbe über ihrem Schlüsselb…
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Die Erzählung Pompidous ergab zunächst keinerlei Sinn für die Heilerin. Die Worte ließen sich bestenfalls als kryptisch bezeichnen, doch je mehr Silben das Gewölbe erfüllten umso einfacher war es den wirren Knoten aus Schicksal und Tatsache zu lösen. Sekündlich wanderte Violas Augenbraue ein wenig weiter und verwirrte nach oben. Bis Pompidou die entscheidende Frage stellte und damit einen Lehrzweig der Elfen zur Sprache brachte, über den selbst im Refugium nur widerstrebend gesprochen wurde. Mit…
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Im Verborgenen, ungesehen von der abgelenkten Viola, die nur noch Augen für die schieren Unmengen an Wissen besaß, zuckte der unverschämte Wachposten unter dem Blick Pompidous zusammen. Ein Schleier der Angst zog sich über seine Augen, als wüsste, dass er gerade einem Löwen auf den Schwanz getreten war. Geflüsterte Gerüchte beschrieben einen anderen Pompidou, der eine durchaus gefährliche Seite hinter einem charmanten Lächeln und klugen Worten verbarg. Eilig verschwand er aus dem Sichtfeld des b…
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[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]
Winterhauch - - RPGs
BeitragMit geschlossenen Augen jedoch nicht weniger aufmerksam lauschte Cain der Erzählung über den Ursprung von Ascans Existenz. Der aufgewühlten Neugierde folgte ein tiefer Fall in die Ernüchterung, als der Einblick in die Erinnerungen der alten Seele keinerlei Lösung des eigentlichen Problems lieferte. Trotz des gewonnenen Wissens standen sie quasi wieder ganz am Anfang. Cain drückte Sylea an sich und reckte träge das Kinn bis er einen hauchzarten Kuss auf ihrem Scheitel platzieren konnte. Die Ersch…
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Ein wenig fassungslos beobachtete Viola den älteren Mann, der sich ganz offenbar köstlich auf ihre Kosten amüsierte. In jenem Augenblick überdauerte das Gefühl wieder im Körper eines kleines Mädchen zu stecken, dass von der Welt der Erwachsenen nicht die geringste Vorstellung hatte. Dazu gesellte sich die unleidliche Tatsache, dass sie aus Pompidou einfach nicht schlau wurde. Der Mann besaß mehr Facetten als ein kunstvoll geschliffener Diamant und die Heilerin konnte sich nie wirklich sicher sei…
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[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]
Winterhauch - - RPGs
Beitrag"Hey...", antwortete Cain mit gedämpfter Stimme. Wenige Herzschläge verstrichen zwischen Syleas ersten, zaghaften Silben und der geflüsterten Antwort des Seekers. Die Stimme glich dem Wispern des Windes über ihren Köpfen und transportierte in einer Silbe eine schier unendliche Farbpalette der unterschiedlichsten Emotionen. Eine gefühlsreiche Komposition aus tiefgreifender Schuld, schmerzlicher Traurigkeit und letztendlich der unendlichen Erleichterung die als Echo alle anderen Töne überwog. Letz…