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  • Cora starrte Freya aus stumpfen Augen an. Es war nicht abzulesen, ob sie ihr glaubte oder nicht, ob sie einen Verdacht hatte oder nur ihrem Geschäft nachging; ihrer Aura war nichts abzulesen. Nora war etwas nervös, entspannte sich aber wieder, als die Dämonin den Blick auf den Umschlag senkte. Sie musste Freya eingestehen, dass sie das wirklich gut machte. Die Jägerin war keineswegs aus der Fassung zu bringen, dafür, dass sie eine der wenigen Menschen im ganzen Raum war. Und sie verhielt sich au…

  • Es gab keine Widerworte, kein Grinsen und keine Hochnäsigkeit. Freya antwortete mit kühler Sachlichkeit: „Ich verstehe. Kein schweres Gerät. Eine verdeckte Kurzwaffe, Kalteisen. Ich werde mich an deinen Plan halten.“ Nora war ausnahmsweise einmal zufrieden damit. "Schön." Sie nahm forsch die Liste an sich und steckte sie wieder ein, bevor Freya sich noch mehr Details davon merken konnte. Letzten Endes hatte sie ihr nämlich noch nicht verraten, dass sie vorhatte, die Anker der Dämonen an sich zu …

  • „Ach, Süße. Böse Blicke und schwarze Augen? Wirklich? Ich dachte, du hättest ein bisschen mehr Fantasie, als mir mit den alten Höllennummern zu kommen.“ "Die habe ich, wenn der Handel mich nicht daran hindern würde, dich durch das nächste Tor zu stoßen und mir deine Seele samt Körper zu nehmen", knurrte Nora. Ihr gefiel nicht, wie hochnäsig die Jägerin auf einmal geworden war. Kein Respekt vor Nora, dabei war sie nicht irgendein dahergelaufener Dämon. Sie war Khaxhiu, länger auf dieser Erde als …

  • Anstatt zu antworten, hob Freya die Hand. Sie legte sie auf Noras Brust und fuhr dann nach oben, bis ihre warmen Finger sich an Noras Haut legten. Sie spürte ein Kribbeln freudiger Erwartung. Dann durchdrang sie plötzlich ein Schmerz, der viel schlimmer war als alle dämonischen Energien, die jemals gegen sie gewandt worden waren. Nora zuckte zurück, sie konnte sich nicht davon abhalten; ihre Knie knickten kurz ein. "Ah!" Ihr Blut brannte. Der Schmerz hörte auf, so schnell er gekommen war, aber e…

  • Ohne Vorwarnung ließ Freya ihr Handtuch fallen und Noras Blick zuckte nach unten auf weiche Haut und definierte Muskeln, auf ausgeprägte Kurven und süße, entblößte Lippen. Wenn sie ehrlich war, dann hatte Freya sie überrascht und das passierte nicht oft. Die Jägerin steckte voller attraktiver, verführerischer Geheimnisse. "Ah...", machte Nora und ließ ihre Zähne über ihre Lippe gleiten. Sie nahm Freyas ganzen, göttlichen Anblick in sich auf, jeder noch so kleine Flecken ungeschützter Haut, den s…

  • Während Freya ihren menschlichen Freunden berichten ging, was sich bei den Vampiren ereignet hatte, betrat Nora eine alte, abgestandene Fabrik. Der Putz an den Wänden hing schon herab und legte den Blick auf den Schimmel frei, der sich dahinter gesammelt hatte. Die Holzdielen auf dem Boden waren geplatzt und aufgesprungen und an vielen Ecken absichtlich eingeschlagen. Die Luft war dick von dem modrigen Gestank vergangener Zeiten. Nico lehnte an einer vom Einsturz bedrohten Säule und rauchte sein…

  • Nora grinste noch immer. Dann hatte sie die Jägerin also endlich dort, wo sie wollte, und sie zeigte keine Waffe mehr auf ihren Kopf. Es waren kleine Gewinne wie diese, die sie weiter voran bringen würden. Über Freyas Beschwerden wedelte Nora aber mit der Hand. "Ja ja, ich weiß schon, ich bin trotzdem noch ein Dämon und du wirst mir nicht vertrauen und außerdem wirst du mich trotzdem jagen, wenn das hier vorbei ist. Ich weiß. Aber bis dahin, lass uns doch einen Mord aufklären, hm?" Und da stimmt…

  • The Art of Survival [Codren feat. Pumi]

    Codren - - 2er RPGs

    Beitrag

    Isaac hob die Augenbrauen. "Du verkaufst deine Gemälde für zwei Monatsmieten? Wow. Ich bin neidisch." War er wirklich, denn Kai schien so leicht zeichnen zu können wie Isaac ein Buch las. Wenn er auch so schnell Geld machen könnte, würde er es auch dem Schlaf vorziehen, ganz sicher. "Hm..." Kai rutschte von der Platte und ging zu den leeren Leinwänden hinüber. Isaac beobachtete ihn dabei, wie er eine davon auswählte, sich dann drei auf einmal schnappte und auf den Boden fallen ließ. "Ich kann da…

  • Freya analysierte die Situation, dann sah sie auf das Buch hinab. Nora konnte sich glücklich schätzen, dass der Titel nicht sichtbar war. Dennoch hätte sie am liebsten das Gesicht verzogen, als Freya fragte: „Was ist das für ein Buch?“ "Meine Abendlektüre", sagte Nora, ohne einen Augenblick zu zögern. "Ich habe mir vorgenommen, einen Gott umzubringen. Das wäre doch was, nicht? Eine kleine Dämonin, die einen Gott umbringt?" Sie grinste, aber Freya sah das Grinsen gar nicht. Sie zog das Buch heran…

  • Freyas Wunden heilten schnell. Noch am nächsten Morgen musste Nora die Verbände nicht mehr wechseln; sie waren bereits nicht mehr blutig. Auch die Farbe war über Nacht in Freyas Gesicht zurückgekehrt, als läge sie nicht eine Nacht lang dort, sondern bereits eine Woche. Es war verdammt gruselig, wie Nora fand. Verdammt gruselig von jemandem, der eine menschliche Aura hatte. Nora selbst schlief auf dem Sofa und überließ Freya das Bett. Sie fragte sich, ob sie der Frau etwas zu trinken einflößen so…

  • Freyas Handschuhe blitzten kurz auf und Nora hob die Augenbrauen. Die Jägerin hatte ihre Kräfte den ganzen Abend schon nicht genutzt, aber jetzt? Verdammt, sie hätte dieses Buch schon lesen müssen. Sie musste sich das merken. Bei ihrem Anblick kehrte der Kampfwille in die Jägerin zurück. Sie spannte sich an und ging in eine Kampfhaltung über, die sonst wohl recht effektiv gewesen wäre; das Gewicht auf den hinteren Fuß gelegt, die Arme erhoben, den Körper leicht gedreht. Nora konnte sich gut vors…

  • Freya sprang auf die Spur an. Nora hielt sich in den Schatten und folgte ihr. Sie fand die Vampirin und das an einem abgedeckten Ort. Nico hatte nicht nur dafür gesorgt, dass sie angegriffen aussah, sondern sich regelrecht nicht mehr vom Fleck bewegen konnte. Zumindest konnte sie dafür noch reden und daher wollte Nora mal nicht so sein. Wofür Nico aber nicht gesorgt hatte, waren ihre Geschwister. Denn Nora konnte bald ihre Auren nicht nur spüren, sie konnte sie kurz darauf auch noch sehen, wie s…

  • Clockwork Curse [Codren & Winterhauch]

    Codren - - 2er RPGs

    Beitrag

    "Richtig." Ilias lächelte sanftmütig. An diesem Tag trug er ein grünes Gewand, das in seiner Form jedoch genau wie alle anderen war. Die Kugeln saßen auch alle an ihren angestammten Plätzen. "Und du bist Tessa? Wir können uns gerne duzen. Chesters Freunde sollen auch meine sein." Er wechselte den Stab von einer Hand in die andere und sah sich beim Stand um. Sein Blick glitt über die Messer, ohne auf einem von ihnen hängen zu bleiben, ehe er wieder Tessa ansah. "Ich würde mich gerne mit dir unter…

  • Der Mensch, der so gezielt auf Nora zukam, war zwar nur ein Mensch, aber seine Aura war dennoch merkwürdig. Nora schloss ihre Finger um das Messer, das sie zur Vorsicht bei sich trug, aber zum Schluss brauchte sie es gar nicht. Der Fremde rempelte sie an, übergab einen Umschlag und ging dann wieder weiter. Nora war zu überrascht von dem Treffen, dass sie Freya für einen Moment ganz vergaß. Sie öffnete den Brief und ließ einen alten Messingschlüssel in ihre Handfläche fallen. Dein neues Eigentum …

  • Im einen Moment starrte Reese noch in den dunklen Lauf der Waffe, im anderen Moment explodierte ihre Welt in gleißendes Licht. Reese starb. Und schlug ihre Augen auf zu einem Körper, der noch existierte, und einem Geist, der ihn bewohnte. Reese schnappte nach Luft, ein unfassbar lautes Geräusch in dem sonst totenstillen Raum, und hustete einen Schwall Rauch und Staub aus. Sie krümmte sich; ihr Körper schien in Flammen zu stehen, als säße sie in einem Feuer, und ihr Kopf schmerzte unter einem Dru…

  • Der Schuss knallte und Reese zuckte zurück, keinen Bruchteil zu spät. Sie hatte die Waffe nicht einmal gesehen, aber sie hatte mit ihrer Anwesenheit gerechnet; die Jägerin war wohl kaum unvorbereitet hereingekommen. Jetzt sorgten ihre Reflexe dafür, dass sie ihre Hand nicht verlor. Anstelle von Reeses Hand zerbarst das Messer in tausend Einzelteile, die in alle Richtungen davon rasten. Reese spürte sie an ihrem Gesicht und ihren Armen, winzige Scherben, die sich in ihre Haut bohrten. Der Schmerz…

  • Die Aura der Jägerin verdichtete sich zu einer Masse, die schwer zu ertragen war. Wie undurchdringbarer Schleim schien sie mit jedem Atemzug in Reeses Lunge zu gelangen und sie von innen heraus zu verkleben, ihr das Atmen zu erschweren. Reese hätte gerne gehustet, obwohl sie wusste, dass das nichts bringen würde. Ihr Leiden war ausschließlich Aura-Natur. Die Frau trat einen großen Schritt nach vorne und Reese musste all ihre Selbstbeherrschung, ihre Disziplin und ihre Kraft aufbringen, um keinen…

  • Ein Schatten kam durch das Fenster herein und Reese sah auf. Kundschaft, die sich hierher verirrt hatte, zu einer unüblichen Tageszeit. Einer der ihren womöglich, gekommen für einen neuen Handel? Sie hoffte nicht. So früh am Morgen hatte sie keine Muße für Diskussionen. Sie sah zurück auf ihre Zeitung. Dann blickte sie doch wieder auf. Kniff die Augen zusammen. Versuchte, zwischen den Schaufenstergegenständen einen Blick auf die Aura des Besuchers zu erhaschen. Riss die Augen wieder auf, als sie…

  • Reese sperrte auf und trat in die Dunkelheit ihres Ladens hinein. Die Luft drinnen war abgestanden, gefüttert von dem Staub uralter Schätze, die darauf warteten, mit ihren Eigentümern wieder vereint zu werden. Nicht wenige davon waren dämonischen Ursprungs; Reese verzeichnete momentan 12 Dämonen, die ihre Anker bei ihr gelagert hatten, einige sogar freiwillig. Es wäre töricht, in einer Zeit wie dieser seinen eigenen Anker bei sich zu tragen, als würde man nur darauf warten, ihm dem nächsten Jäge…

  • "Nein! Nein! Bitte - ich habe es mir anders überlegt! Bitte nicht!" "Aber, aber", gurrte Khaxhiu, ein hübsches Lächeln im Gesicht. "Du wolltest es doch so. Du hast es mit eigenen Worten gesagt. Ich will meine Frau wiedersehen, egal was es kostet. Das hast du zu mir gesagt." "Aber doch nicht - doch nicht so!" "Papa! Papa, ich hab' Angst!" Khaxhiu lächelte breiter. Die Luft war erfüllt von dem dicken Angstschweiß der Menschen, von der ungebändigten Angst, die sie beide trieb; von der Verlustangst.…