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Amartius übersetzte zwar das meiste Gesagte sofort und ohne Probleme, aber sein Hauptaugenmerk lag darauf, die Umgebung im Blick zu behalten. Dabei entging ihm nicht das Misstrauen der kompletten Gruppe, außer von Golm selbst. Entweder war er wirklich tiefenentspannt und die Leute hier waren generell weniger misstrauisch oder er war einfach nur naiv. Oder... Einen Wyrm wollte der Halbphönix sicherlich einmal gesehen haben. Allerdings war ihm genauso sehr bewusst, dass sie mit ihren derzeitigen M…
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Amartius hatte sich recht weit im Inneren des Wagens verschanzt. Er hatte es nicht sein lassen können und untersuchte die Kisten sporadisch, wenn Golm nicht hinsah. Größtenteils waren es wirklich nur Stoffe und Lebensmittel, die die Kälte gut überstanden, die der scheinbare Kutscher transportierte. Das gemächliche Tempo sprach darüber hinaus noch weitere Bände. Wenn man genauer hinter die Kisten sah, waren dort Gerüstteile und Planen aufgewickelt und extra Kisten beschriftet worden, wo sich sein…
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In einem Punkt war sich Sylea absolut und vollkommen sicher. Als sie ihre Auren das letzte Mal verbunden hatten, war es nicht so stark gewesen. Jetzt konnte sie sehen, wie sich ihre Farben nahezu vermischten und begannen, in einer Einheit zu existieren. So wie Cain spürte sie ebenfalls einen weiteren Puls neben ihrem eigenen und Atemzüge, die nicht ihr gehörten. Eine Erkenntnis, die ihnen eigentlich Angst einjagen sollte. In ihrer speziellen Situation jedoch beflügelte es nur das Gefühl der Zusa…
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Die sich deutlich abkühlende Luft war das erste Indiz, dass sich das Schiff Asvoß näherte. Noch immer segelten Vögel über ihren Köpfen hinweg und kleinere Schiffe und Fischerboote kamen ihnen entgegen, aber die leichte und teils luftige Kleidung sah man immer weniger. Als das Handelsschiff in den Hafen von Runalf einlief, wurde das Bild komplett einheitlich. Die Menschen hier, egal welcher Arbeit sie nachgingen, waren bis zum Anschlag in Fellen eingehüllt. Einige von ihnen hatten selbst ihr Gesi…
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[…] Du sagst, du beugst deine Knie vor niemand Du sagst, dass dich niemand bestimmt Du sagst, du bewegst deinen Arsch für niemand Und dass niemand dir was nimmt […] Erst in dieser Umarmung stellte Sylea fest, wie blank ihre Nervenenden eigentlich gelegen hatten. Der goldene Schimmer, der sich um sie schmiegte wie eine zweite Haut, ließ ihre eigene prickeln und sie erschaudern. Zeitgleich war da diese unfassbare Wärme, die sie einhüllte und ihr leise versprach, dass ihr nie wieder etwas widerfah…
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Es dauerte nicht lange bis Amartius fand, wonach er suchte. Die Küstenstadt war bei Weitem nicht so riesig wie die, die sie bereits besucht hatten und hier hatte er weniger das Gefühl verloren zu gehen. Was nur einige Tage zurücklag, mutete in seiner Wahrnehmung beinahe Ewigkeiten an. So gut erinnerte sich der Junge daran zurück, wie überwältigt er damals gewesen war. Nun trugen ihn seine Schritte deutlich ruhiger und bedachter über den steinernen Boden. Der künstlich angelegte Brunnen, der mit …
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Je näher sie der Küste kamen, umso spezifischer wurde Zoras' Training. Bis es irgendwann klar ersichtlich war, dass Amartius, was zumindest die Technik betraf, nicht mehr viel von seinem Vater würde lernen können. Stattdessen fokussierte er sich auf das, bei dem sein Vater ihm ohnehin nicht helfen konnte; Seine göttliche Seite. Es dauerte gerade einmal vier Tage, da bemerkte Amartius weitere Anzeichen des Verfalles. Immer wieder verlor er das Gefühl über seine Extremitäten im Verlauf des Tages, …
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Ember schürzte die Lippen. Sie war ein Kopfmensch – das wussten alle, die mit ihr zu tun hatten – und da sagte es sich leicht, nicht zu viele Gedanken zu machen. Es war eine Sache zu sehen, wie es jemanden ging, doch eine völlig andere, auch zu fühlen, dass etwas nicht stimmte. Lediglich die zurückkehrende Wärme in Ruairis Lächeln, das endlich etwas weniger gezwungen wirkte, beruhigte sie minimal. „Soll das heißen, du siehst mich als gefährdet an? Ich bin entrüstet, Ruairi.“ Sie gab sich gespiel…
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„Hä? Pferde züchten? Wo ist das denn ein Talent, was du vererben kannst? Die pflanzen sich auch ohne dein Zutun fort“, erwiderte Amartius nachdem er für sich entschieden hatte, dass Geschwindigkeit wohl wirklich nicht unbedingt zu seinen Sternstunden zählte. Aber wenn er sich doch richtig entsann, gab es da doch einmal diesen Moment, wo er... Nicht wirklich begeistert von seiner Tat hatte der Junge die Hände in die Seiten gestemmt. Irgendetwas war hier faul, nur konnte er seinen Finger nicht gen…
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"Deine Schwester", entkam es Ember, kaum hatte sie daran gedacht. Wer sollte es sonst gewesen sein? Wenn niemand sonst großartig in Kontakt mit Ruairi gestanden hatte, dann war die Auswahl an mächtigen Zauberern ziemlich begrenzt. Es gab nur eine Handvoll Caster in Großbritannien auf seinem Level, dafür aber einen Haufen an Arkana in letzter Zeit in London. Oder es rangierte eine noch größere Größe ungesehen unter ihnen. Was deutlich fataler wäre. "Ich weiß nicht... fühlt sich immer noch seltsam…
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Amartius war ein genügsamer Junge. In der Eisfeste von Asvoß hatte er nur Liebe seitens Kassandra erfahren und wie er nun gelernt hatte, war diese äußerst spärlich ausgefallen. Sie hatte von Anbeginn ihn darauf trainiert, selbstständig zu sein. Wehrhaft zu sein, so gut es für seine Begriffe eben nur ging. Und alles, damit er am Ende in einer Welt strandete, die ihm fremder nicht hätte sein können. In dieser fremden Welt hatte er seinen Vater durch eine Fügung getroffen und bekam nun zu spüren, w…
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Mit Ruairi an der Hand sah sich Ember nicht ein einziges Mal um. Sie ging langsam, beinahe gemächlich, während sie darauf achtete, dass er Schritt halten konnte. Sonst musste sie immer neben ihm leicht joggen, wenn er nicht auf sie Acht gab und sein volles Schrittmaß ausnutzte. Nun jedoch war es andersherum und sie spürte, dass irgendetwas nicht stimmte. Die Sorge konnte sie nie gänzlich von ihrem Gesicht bannen. Als sie ihre Wohnung betraten, die mittlerweile wieder so klinisch aussah wie zuvor…
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Ember hatte den Vorteil gehabt, dass sie vor Ruairi den Wagen verlassen hatte. So konnte sie ganz genau sehen, dass er minimal wankte, als er selbst ausstieg. Ihre Augen verschmälerten sich etwas während sie dabei zusah, wie er ihre Haltung nachahmte. Man sah ihm zwar nur vor den Kopf, aber es war nicht zu leugnen, dass etwas in seinem Oberstübchen vor sich ging. Und das fand nicht unbedingt Embers Gefallen. „Ich sage das jetzt ganz unverblümt. Ich mache das nur aus Selbstschutz. Ich muss wissen…
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Deine Mutter wird so stolz auf dich sein. Amartius' glänzenden Augen bekamen einen kaum sichtbaren dunklen Schatten als er daran dachte, dass er es ihr womöglich nie zeigen können würde. Dann musste sein Vater ihr das Wort weitertragen, wenn er irgendwann nicht mehr war. Was ihm am Anfang keine Sorgen bereitet hatte, wurde mit zunehmenden Alter immer bitterer. Nachdem er gesehen hatte, wie Menschen aussahen, wenn sie gestorben waren, fragte er sich, ob das auch für ihn galt. Wie starben Halbgött…
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Amartius hatte mit allem gerechnet. Aber ganz bestimmt nicht mit einem Lob seitens Zoras. Den er im Übrigen immer noch anstarrte wie ein Esel. Es dauerte folglich auch einen Moment eher er den Wechsel in Zoras' Stimmlage richtig einordnete. Er versuchte das Geschehe noch immer zu kaschieren. Also zog Amartius den Kopf ein wenig ein, die Schultern hoch und setzte einen möglichst betroffenen Blick auf. Dann machte er sich auf den Weg in die Richtung, die man ihm gewiesen hatte. Er sollte es nochma…
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Amartius bekam genau den Zeitpunkt mit, in dem Zoras dem Schlaf verfiel und seiner Erschöpfung nachgab. Fast augenblicklich fiel eine ungeahnte Spannung von den Schultern des Jungen ab ehe er sich etwas angenehmer hinstellte und sich für den Rest der Nacht wappnete. Nach einer guten Stunde fiel ihm eine Katze an der Ecke der Gasse auf. Sie war schon mehrmals hin und her gelaufen und hatte sich nun neben einem Haufen Abfall gesetzt. Irgendwann war ihm aufgefallen, dass sich die leuchtenden Augen …
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Für wie viel Telandir tatsächlich verantwortlich war, entzog sich Amartius' Kenntnis. Er hatte keine Ahnung was geschehen war, bevor Kassandra in die Feste entführt worden war. Er kannte kein anderes Leben, keinen anderen Umstand. Es war nur eine kurze Momentaufnahme gewesen, die zuerst in Scherben zerbrochen und schließlich über den gesamten Kontinent verstreut worden waren. Das Wissen, was er bisher angesammelt hatte zusammen mit dem, welches Kassandra besaß würde einige Lücken schließen. Dess…
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„Mir gefällt es einfach nicht, dass meine irrwitzigen Aktionen dein Leben und deine Karriere beeinflussen, weißt du? Ich bin bereits die Konsequenzen für meine eigenen Vergehen zu tragen, aber ich will das niemanden sonst aufbürden. Niemanden, und erst recht nicht dir.“ Tief in ihrem Inneren war Ember davon ausgegangen, dass Ruairi zumindest melden würde, wo sich Noland befand. Dass er die Fährte direkt zu ihr geführt hätte, schrieb sie ihm nicht zu. Eher würde er in Schweigen verfallen und ihre…
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Zoras' Hände auf den deutlich kleineren von Amartius wirkten schwer auf den Jungen. Noch immer hatte er seinen Blick nicht heben können, den Ausdruck verbissen und stur geradeaus gerichtet. Wäre es vor Tagen oder vielleicht ein, zwei Wochen zu diesem Vorfall gekommen hätte er den Worten seines Vaters geglaubt und sich demnach entspannt. Doch jetzt, wo er vom Geiste her schon mindestens das Teenageralter erreicht hatte, hörte er nur noch heraus, dass man ihn wie einen kleinen Jungen behandelte, d…
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Amartius war zu einem Schatten verkommen. Einem Schatten, angeheftet an den großen Schemen eines Mannes, der sich und seinen Sohn mit der urtümlichen Macht verteidigt hatte. Er sprach kein Wort, zu keiner Sekunde, sondern hörte nur dabei zu, wie schwer Zoras' Atem ging als er nach einem unauffälligen Weg aus der Gaststätte suchte. Auch ohne seine Fähigkeiten war nicht zu verkennen, dass sein Vater Schmerzen litt und sich nur mit seiner Entschlossenheit durchschlug. Es brauchte keine großen Leben…