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Embers Wohnung "Ich fürchte, ohne einen gewissen Optimismus kommt man in unserer Branche nicht wirklich weit." Der Optimismus, den Verbrecher zu fangen. Den Optimismus, den Opfern Gerechtigkeit zu verschaffen. Den Optimismus, jedes noch so ungeklärte Detail aufdecken zu können. Der Optimismus, nicht an den unendlich vielen traurigen Schicksalen zu zerbrechen. Aufmerksam lauschte sie seiner Erzählung, seinen Worten, seiner Versicherung, dass er sich nicht von ihr abwenden würde. Dass er einfach n…
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Natürlich hatte Kassandra nicht jedes Wort aufschnappen können, das Zoras Teal ins Ohr geflüstert hatte. Allerdings schien es nicht Besonderes gewesen zu sein wenn man den unveränderten Ausdruck im Gesicht des Jungen bemerkte. Stattdessen sah sie Erleichterung in dem Blick ihres Trägers aufblitzen, kaum legte sich seine Aufmerksamkeit auf die Phönixin. "Drastische Maßnahmen? Ich dachte, du wärst der impulsive von euch beiden und nicht er. Er sollte doch wissen, dass der Grad zwischen Restaris' E…
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Für einen winzigen Augenblick befürchtete Kassandra, dass sich Morpheus wehren würde. Dass er sie dazu nötigen würde, Gewalt anzuwenden als er ihren Arm ergriff und den offensichtlichen Grund für seinen Schmerz beseitigen wollte. Doch statt einer physischen Konfrontation sah sie sich lediglich mit einem Schauspiel an Emotionen im Gesicht des Gottes konfrontiert. Binnen Sekunden sah sie die Erkenntnis bildhaft in seinen Verstand tröpfeln und die Arroganz wich einem der niedersten Gefühle überhaup…
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Embers Wohnung Ember hatte nicht damit gerechnet, dass Ruairi wirklich etwas auf ihre Worte erwidern würde. Umso aufmerksamker lauschte sie ihm, gab ihm den Freiraum den er benötigte, um seine Wortwahl entsprechend zu treffen. Sie schob sich etwas höher als er sich auf seine Ellbogen aufstütze. Sie entdeckte die Nachdenklichkeit in seinem Ausdruck aber seine nicht mehr funkelnden Augen trugen noch mehr als das mit sich. Er wirkte müde, geschafft und nicht beseelt wie die letzten Male, die sie zu…
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Es war verlockend, einfach einmal die Zügel loszulassen und all der Magie, die wie ein Strudel in Kassandras Innerem wirbelte, Freilauf zu gewähren. Wie schnell konnte sie den Wagen samt Insassen niederbrennen? Wie lange dauerte es bis von den Körpern nichts als Asche übrig blieb, der sich in den Zügen des Windes mischte und von Dannen zog? All solche Gedanken waberten durch ihren Kopf während sie sich unaufhaltsam wie eine Naturgewalt dem Wagen näherte. "Was denn? Traut man uns denn gar nicht z…
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Ein winziges Fünkchen in Kassandra hatte gehofft, dass sie schnell genug reisten. Schnell genug die Grenzen zu Luor erreichten, überschritten und für einen Moment lang Ruhe vor dem leidigen Gott der Träume hätten. Doch ihre Hoffnungen wurden jäh enttäuscht. Der Grenzübertritt oder auch nur die weitere Reise hatte keinerlei Einfluss auf ihre Träume. Schlimmer noch; sämtliche Menschen, die sie von nun an trafen, sahen mindestens so mitgenommen aus wie ihr Kutscher. Demnach waren sie noch lange nic…
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Embers Wohnung Es dauerte eine geraume Weile bis Ember hören konnte, wie das Wasser im Bad aufgedreht wurde. Das Lächeln war mittlerweile aus ihrem Gesicht verschwunden als sie eher besorgt zur Tür blickte und spürte, wie eine gewisse altbekannte Verunsicherung in ihr emporkroch. Sie wollte sie nicht haben, schob sie barsch von sich und zog schließlich die Beine eng an den Körper. Je länger er fort war, desto einsamer und verletzlicher fühlte sie sich. Wie ein kühles Tuch legte sich die Einsamke…
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Embers Wohnung Zeit besaß in ihrer Wahrnehmung kein Konzept mehr. Ember ließ den Kopf nach vorn fallen und hatte die Augen geschlossen während sie sich Ruairi praktisch ergab. Es war ihr egal, was für Geräusche er von ihr vernahm. Dass sie gar nicht so makellos war, wie er es ihr gerne weißmachte. Beweis genug waren dafür seine Finger, die sich in ihre Hüfte gruben und sie nicht gehen lassen wollten. Sie hätte einfach nur eine Hand lösen müssen, nur eine Hand mit der sich selbst anfassen konnte …
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Wenn Kassandra über die Jahrhunderte in einem meisterlich geworden war, dann unangenehme Erinnerungen in den Hintergrund zu schieben. Sicher, für den AUgenblick in dem Morpheus die vergangenen Tage beschrieb blitzten einzelne Bilder vor ihrem geistigen Auge auf. Aber das waren sie dann auch schon - Bilder, die sie sorgsam zurück in ihre Schachtel stecken konnte und nie wieder ansehen musste. "Wie willst du von einem Trägertraum sprechen wenn du doch der Ansicht bist, du seist gar nicht auf der E…
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Kassandra spürte nichts von Morpheus' Anwesenheit in ihrem Rücken. Einzig das schabende Geräusch, wie sich Stein auf Stein bewegte und malmte, nahm sie hinter sich wahr. Folglich sah sie auch nicht, wie sich ein diffuser Körper bildete, doch sie wusste, dass dies nicht Teil ihrer Erinnerungen waren. Er musste es sein. Kassandras Kopf, der unterdessen entspannt nach vor gehangen hatte, hob sich. An ihr vorbei bewegte sich ein nicht wirklich menschlicher anmutender Körper, sah man einmal von der S…
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Ein beinahe strafender Blick ereilte Zoras als er sich erdreistete, nach Kassandras Wange zu langen. Allein ihr Blick bedeutete bereits, dass er bloß seine Hand wieder senken und einfach nur daliegen sollte. Einfach genießen sollte, welche Zuwendung sie ihm zuteil werden ließ. Ohne hinzusehen fuhr sie mit ihrer Prozedur fort, verkniff sich allerdings nicht dass sich etwas Spott in ihren Gesichtsausdruck mischte. Ja, sie hatte ihn dumm genannt. Oder besser gesagt, seine Handlung. Ihre Lider senkt…
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Kassandra brauchte nur einen einzigen Blick um zu erkennen, dass ihr Schlag seine Wirkung nicht verfehlt hatte. Ein leichtes Zittern ging durch Zoras' dominanten Arm nachdem sie ihn entwaffnet hatte und er sich geschlagen gab. Hätte sie nur ein wenig mehr Kraft verwendet hätte sie ihm vermutlich den Arm gebrochen. Die Frage hierbei war: Hätte sie wirklich mehr Kraft verwenden können? "Bitte. Nimm dein Schwert und fühle dich nicht ganz so wehrlos", spottete sie indes und ließ die Flammen ersterbe…
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Auf Kassandras Gesicht erschien unweigerlich ein Grinsen. Wie schon beim letzten Mal wirkte Zoras unschlüssig, unsicher und nicht wirklich darauf erpicht sich ernsthaft gegen sie zu stellen. Dabei hatte sie nun noch weniger Kleidung am Leib, er kannte sie besser und die Umgebung war völligst ohne Zuschauer ausgestattet. Er korrigierte mehrmals seinen Stand, wog das Schwert öfter als notwendig in seiner Hand und stellte sich schließlich so auf, das man seine defensiven Ansichten erkennen konnte. …
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Die Zeit wurde zu einem seltsamen Konstrukt. Der einzige Hinweis darauf, dass sie vorankamen, war die sich abwechselnde Umgebung. Alles andere, die Personen, die Gerätschaften, ja sogar die Abläufe waren wie aus einem Guss. Eine Monotonie, die man vielleicht zu schätzen wusste wenn man sich nach etwas Ruhe sehnte. In ihrem Fall wurde die Monotonie allerdings ein gefährliches Glied in der Kette er Ereignisse. Selbst als Kassandra während ihres Rittes den Blick in den verhangenen Himmel richtete u…
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"Nachdem ich aufgewacht war - ja. Ab da war ich die gesamte Zeit über wach." In ihrem Gesicht zeichnete sich nichts dergleichen ab. "Abwechseln klingt nicht verkehrt. Wir finden schon einen Mittelweg bis wir wieder in Luor sind..." Kassandras Worte verloren sich als sie sich noch enger in Zoras' Umarmung schmiegte. Sie wollte nicht darüber nachdenken, wie ein Fremder ihr Unterbewusstsein durchwühlte und all das ans Tageslicht förderte, was sie so tunlichst zu kaschieren suchte. Dass Zoras die De…
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Es waren viele Faktoren, deren sich Kassandra ungewiss war. Wie genau war Morpheus auf die Erde gekommen? Wie exakt wirkten seine Fähigkeiten, waren sie wirklich nur im Traum aktiv? Inwiefern würde sie sich gegen ihn wehren können? Der genaue Wirkungskreis war auch noch eine offene Frage. Zu viele Fragen, um genau zu sein. Allerdings gab es da ja noch ein wenig Strecke zu bewältigen und demnach genug Versuche, diverse Anhaltspunkte auszuprobieren. Ob sie ihre Aura um das Lager spannen konnte? Ga…
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"Ich habe in meinen Träumen alles gespürt. Alles gesehen, alles wahrgenommen, was damals war. Ich habe Morpheus' Einfluss gebrochen indem ich ihm meine Erinnerungen aufgezwängt hatte. Es musste also etwas Mächtiges, etwas Einschneidendes sein. Er kennt keinen Schmerz, keine Verlustängste, keine Demütigung. Folglich hatte ich ihm eine Erinnerung an eine öffentliche Folter und Hinrichtung gezeigt." Was genau es bedeutete wollte Kassandra Zoras nicht bis ind Detail erklären. Selbst als die Pause en…
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Einfach zu erreichen, dass ein Gott seinen Einfluss einstellt, war in den meisten Hinsichten die beste Wahl. Sie wollten sowieso nicht auf Erden sein und überhaupt irgendeinen Einfluss auswirken können. Es brachte die Balance der Welt, das Schicksal wenn man es so nennen mochte, durcheinander. Menschen waren seit je her darauf aus, sich gegenseitig zu bekriegen, diese Rasse verstand den wahren Frieden oder die Koexistenz nicht. Wenn man ihnen Waffen in die Hand gab, die ihre eigene Macht übersti…
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"Es gibt im Endeffekt zwei Optionen, die ich versuchen kann. Erstens, ich versuche ihn dahingehend zu manipulieren, dass er einen Einfluss nicht mehr auf die Menschen in Theriss auswirkt. Das wäre schlauer als wenn wir davon ausgehen, dass er gezielt eine Menschengruppe auswählen kann. Gerade als gebannter Gott verfügt er nicht über seine vollkommene Macht. Zweitens gäbe es die Möglichkeit, ihm begreiflich zu machen, dass er sich wirklich auf Erden befindet. Ihm klar zu machen, dass er seiner Fä…
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Als Kassandra schlussendlich die Augen aufschlug stahlen sich die ersten Sonnenstrahlen gerade über die Lande und tauchten das Zeltinnere in dämmriges Licht. An ihrer Seite lag noch immer Zoras, der nur so leicht schlief, dass er bei ihrem Aufsetzen ebenfalls erwachte. Die Phönixin atemte einmal tief durch, ihr kompletter Körper war klamm vom Nachtschweiß. Sie hatte sich erfolgreich mit Morpheus angelegt und ihn in seinem eigenen Spiel ein Stück weit geschlagen. Also fielen Götter ebenso wie myt…