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Lewis war nur einen weiteren Moment von Rosas Gespräch mit Jay abgelenkt, nämlich genau so lange wie Santiago brauchte, um sein Hemd aufzuknüpfen. Neugierig geworden sah er hinüber und beobachtete dann mit einiger Befriedigung, wie der Mann zur Axt griff und begann Holz zu hacken. Der Anblick war absolut absurd bei dem Mann, der Menschen mit seinen bloßen Händen erwürgte, aber zur gleichen Zeit hätte Lewis niemals etwas gegen einen muskulösen, heißen Mann, der in seinem Garten Holz hackte, einzu…
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Stanis' Augen wurden so groß und darüber musste Ranea noch viel mehr kichern. Die Aufregung über den kurzen Kuss machte sie ganz hibbelig und unruhig und sie konnte kaum richtig weitertanzen, so sehr schlug ihr das Herz in der Brust. Sie hatte ihn auf die Wange geküsst, sie hatte es wirklich getan! Und Stanis... Stanis zögerte nur ein paar Sekunden lang, dann trat er plötzlich so dicht zu ihr, dass er sie vom Tanzen abhielt. Ranea stolperte etwas unsicher gegen seine Brust, aber da legte er scho…
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Chester folgte Tessas Rat und klopfte direkt im Anschluss an Liams Wagen, der ihn mit einem Brummen einließ. Liam war ganz bleich um die Nase, hatte rote Augen und verkroch sich sofort unter der Bettdecke, kaum als Chester die Vorhänge beiseite zog. Der Kater hatte ihn wirklich erwischt und das mit voller Wucht. Tessas Unwohlsein schien wie ein leichter Schnupfen dagegen. Auch Liam versorgte er und als er im Anschluss auf dem Weg zu seinem Zelt war, um sich endlich frisch zu machen, hörte er aus…
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„Ja, sicher? Oder siehst du noch jemanden hier an meinem Zipfel hängen?“ Die freche Antwort wäre sonst ganz reizend gewesen, doch jetzt suchte Ranea unmittelbar nach einem Anzeichen, dass es doch so war. Genauer gesagt suchte sie nach Imalia und ob sie sich in der Nähe aufhielt. Sie wusste nicht, was sie getan hätte, wenn sie sie gefunden hätte. Vermutlich angefangen zu weinen, schließlich hätte Stanis sie angelogen und bloßgestellt. Aber Imalia war nicht da und so erlaubte sie sich ein zögerlic…
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Chester lief zuerst eine ganze Kanne Wasser holen, dann schaute er auch noch bei der zirkuseigenen Ärztin vorbei, ob sie irgendwelche Medikamente gegen Kopfschmerzen dahatte. Das hatte sie und ohne sich darum zu kümmern, welche es genau waren - Chester hätte sie ja so oder so nicht verstanden - lief er auch schon wieder zurück. Dabei war es ihm ganz egal, dass er herumlief wie aus der Erde gekrochen. Tessa hatte für ihn einfach Priorität. Er überreichte ihr feierlich das Wasser und sah dann sehr…
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Mittlerweile war der Platz schon ziemlich voll von den ganzen Leuten, die jetzt so wie Ranea auch schon früh Schluss machten und sich dem ersten Met hingaben. Ranea klapperte die üblichen Plätze ab; die Stände, die Wassertröge, der Scheiterhaufen, wo später das Feuer entzündet wurde, selbst bei den Wägen schaute sie vorbei, wohl darum bewusst, dass ihre Mutter sie jederzeit erwischen und zurück zu irgendwelchen Arbeiten schicken könnte. Aber sie fand keinen Stanis. Überall war kein Stanis. Er wü…
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Jay sah vom einen Mann zum anderen und ließ sich mit ehrlichem Interesse erklären, wie der Smoker funktionierte. Dabei war er noch deutlich verunsichert, was er von dem großen Santiago und seinem schmächtigen Vater halten sollte, aber zumindest gewöhnte er sich langsam an die Umgebung. Ein Ghetto wäre für den Mann wahrscheinlich viel erträglicher gewesen. Das hier musste so weit von seinem Leben entfernt sein, wie es nur möglich war. "So. Essen gibt's in sechs Stunden." Jay stieß einen Atem aus.…
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Allesamt prosteten sie sich zu und Lewis nahm einen Schluck von der wahrscheinlich besten Limonade, die er je in seinem Leben gekostet hatte. Dazu noch der Anblick von Jays überfordertem Gesicht war diesen Ausflug Gold wert. Jay schaffte es nach dem ersten unbeholfenen Smalltalk-Versuch mit Ignacio, sich einen Moment lang allein mit seinem Bruder zurückzufinden, als Rosa geschäftig abzog, um noch etwas für das BBQ zu holen. Sie standen beide etwas abseits und sahen dem viel zu großen Santiago zu…
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Jay fiel die Kinnlade herab, als Rosa ihn anfiel. Er wurde für einen Moment stocksteif und starrte perplex auf die kleine Frau hinab, die ihn wie einen lang vermissten, guten Freund umarmte. Lewis, der das Gefühl nur allzu gut nachvollziehen konnte, grinste schadenfroh. Was für ein toller Anblick. Jay war ganz und gar überwältigt. "Das wird noch lustig", raunte Santiago neben ihm Lewis zu und Lewis nickte. "Wart nur ab, bis er deinen Dad sieht. Man, ich wünschte er würde uns nicht sehen. Das wär…
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Der Tag verging wie im Flug und der nächste ebenso. Gute Ablenkung, ja, durchaus. Lewis konnte kaum blinzeln, da stand er schon mit Santiago in der Einfahrt seines hübschen kleinen Elternhauses. Auch dieses Mal war Lewis nervös, aber es war nicht mehr dieselbe Nervosität wie beim letzten Mal. Stattdessen war er nervös, eben genau weil er dasselbe wie beim letzten Mal erwartete. Und das war doch etwas gewöhnungsbedürftig. Schon wie beim letzten Mal nahm Santiagos Mutter ihn so herzlich in die Arm…
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"Chester... Aufwachen." Die Stimme drang ganz sanft zu ihm durch und Chester merkte, dass er ihr intuitiv folgte. Wie könnte er auch nicht? Sein Unterbewusstsein schien zu wissen, dass diese Stimme gutes bedeutete und als er die Augen blinzelnd öffnete, konnte er das bestätigen. Er lag mit Tessa in ihrem Bett in ihrem Wagen. Er musste wohl wieder eingeschlafen sein. Gähnend lächelte er sie kurz an, dann streckte er sich. Auch die letzten Kopfschmerzen waren verflogen und er fühlte sich schon wie…
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"Wir sollten ihm auf keinen Fall verraten, was ihn erwartet. Ich will sein Gesicht sehen", sagte Santiago und Lewis fing an zu grinsen. "Oh ja. Super Idee." Er konnte sich schon sehr gut vorstellen, wie Jay einen Kurzschluss bekam, wenn er Santiagos Eltern kennenlernte. Denn Santiago war eben... Santiago, aber seine Eltern waren so gar nicht Santiago, wie es nur ging. Wahrscheinlich erwartete Jay, dass seine Eltern entweder genauso Schlägertypen waren wie er, dass sie im Ghetto wohnten oder dass…
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Santiago zog ihn an sich heran und Lewis teilte die Lippen für einen Kuss, der ihm einen Schauer durchs Rückgrat jagte und sich in seinen Lenden sammelte. Ihm wurde heiß und gerade, als sein Verlangen dazu drohte umzuschlagen, löste sich Santiago wieder mit einem obszönen Geräusch. Als wäre nichts gewesen, lehnte der Mann sich wieder zurück und trank von seinem Kaffee, in seinen Augen ein freches Glitzern. "Fuck", sagte Lewis und leckte sich die Lippen. Wieso nicht immer so? Man, das war wirklic…
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Lewis wachte auf von den Erschütterungen, die durch die Hängematte gingen, als Santiago seinen großen Hintern zu ihm hinein zwängte. Er konnte sich aber kaum über die Invasion beschweren, denn der Mann hatte Kaffee mitgebracht, küsste seine Schulter und machte es sich dann auf der anderen Seite gemütlich, sodass sie sich gänzlich ineinander verschlungen. So war es dann eigentlich auch sehr viel bequemer, fand Lewis, als er seine Tasse nahm und sich wieder zurücklehnte, sobald die Hängematte aufg…
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“Eine Hängematte?” Lewis war sofort hellauf begeistert. Er hatte noch nie eine Hängematte gehabt, weil er auch noch nie unbedingt Platz dafür gehabt hatte. Jetzt konnte er nicht nur eine Hängematte genießen, sondern auch gleich eine gigantische Aussicht auf die Dächer von New York. Gerade fühlte sich das an wie ein Hauptgewinn. “Man, cool. Hättest du das doch eher gesagt, wieso schlafen wir noch im Bett?” Er grinste breit und sah dabei zu, wie die Rolläden hochfuhren. Einen Augenblick lang hatte…
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Lewis grinste ein bisschen in sich hinein bei dem unterschwelligen Kompliment. Wie ein Baby hatte er geschlafen, oh ja. Und das, obwohl Lewis bei ihm gewesen war. Besser ging es doch eigentlich nicht. "Und du? Ich hoffe du hast nicht die ganze Nacht Wache gehalten..." "Quatsch. So müde war ich dann aber auch nicht." Was eine glatte Lüge war, aber Lewis würde die doppelten Rückenschmerzen und eine schlaflose Nacht noch einmal annehmen, wenn Santiago dann auf ihm einschlief, wie er es diesmal geta…
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Santiago erwachte mit einer Welle aus Spannung, die ihm durch den Körper glitt, dann beruhigte er sich wieder und wälzte sich herum. Lewis sah ihn an ohne zu blinzeln auf der Suche nach Anzeichen, dass es ihm wieder schlechter ging, aber er fand keine - weder in seinem Gesicht, noch in Lewis' Magie. Das machte es ihm wesentlich leichter, sich von ihm an die Brust ziehen zu lassen. "Buenos días, callejero", brummte er und Lewis nahm sich vor, mal spanisch zu lernen. Aber nicht jetzt, denn jetzt r…
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Stanis setzte sie mit einer Leichtigkeit zurück auf den Wagen, die Ranea sonst so beeindruckt hätte, die sie jetzt aber kaum bemerkte. Zu sehr musste sie an den riesigen Vogel denken und je mehr sie ihn sich zurück ins Gedächtnis holte, desto mehr furchtbare Dinge fielen ihr ein, wie scharf die Krallen zugelaufen waren und wie boshaft die Augen gewesen waren und wie gewaltig der Schnabel. Es gefiel ihr ganz und gar nicht. Sie erschauderte dabei und wünschte sich, dass der Ochse auf dem Heimweg s…
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Santiago antwortete nicht sofort und als Lewis hinab sah, bemerkte er, dass der Mann die Augen geschlossen hatte. Er wirkte jetzt aber nicht mehr so ausgezehrt wie vorhin und so beruhigte der Anblick Lewis. Er bekam es eh viel zu selten zu sehen, wie Santiago einmal richtig die Augen geschlossen hatte. Immerhin schlief er kaum und wenn er ein kurzes Nickerchen machte, konnte man ihm das ansehen. Schließlich sagte er aber leise: "Es war nicht deine Schuld. Du hast nichts falsch gemacht." Seine St…
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Während die beiden die Wolke beobachteten, staunte Ranea schon nicht schlecht. Sie kam wirklich schnell näher, und das bei einem fast windstillen Tag, und außerdem wurde sie auch noch größer. Ranea hatte vermutlich noch nie eine Wolke gesehen, die sowas anstellen konnte. „Ranea, komm vom Wagen runter“, sagte Stanis neben ihr und sein ernster Tonfall ließ Raneas Nackenhaare aufstellen. Sie sah zu ihm hinab und dann folgte sie seiner Aufforderung, wenn auch nur, um näher bei ihm zu sein. Plötzlich…