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  • Cal verschlief den gesamten Morgen, ausgestreckt auf der moosigen Lichtung. Sonnenlicht glitt wie warme Finger durch die Blätter, malte helle Flecken auf sein dunkles Fell. Der Schmerz in seiner Flanke war dumpf geworden, hatte sich in ein rhythmisches Pochen verwandelt, das ihn nicht wirklich störte, aber stetig daran erinnerte, dass Wildschweine keine leichten Gegner waren. Doch es war nicht der Schmerz, der ihn wach hielt. Es war das, was in der Nacht davor geschehen war. Oder vielmehr: wer. …

  • Nach dem ersten Lied gab Santi seine mamá wieder frei und machte sich stattdessen daran, seinem papito mit dem Smoker zu helfen. Sie mussten regelmäßig Holz nachlegen, um den Teil mit dem Rauch auch richtig hinzubekommen. "Mach dich nützlich, Junge," brummte sein Vater und deutete auf einen dicken Holzblock, in dem eine Axt steckte. "Dafür hast du doch deine vielen Muskeln." Santi schüttelte lächelnd den Kopf und setzte seinem Vater seine Sonnenbrille auf den beinahe komplett kahlen Kopf. Im Hin…

  • Wie sie so vor ihm stand, war gefährlich. Wie sie ihn ansah, war gefährlich. Viel zu bereitwillig ließ er sich von ihr runterziehen. Viel zu bereitwillig lehnte er den Kopf zur Seite, damit sie mit seinem Hals anstellen konnte, was auch immer sie wollte. Er sog scharf die Luft ein, als er ihre Zähne spürte, wie sie durch seine Haut stachen. Cal ballte die Hände zu Fäusten, um sie bei sich zu behalten, anstatt die Arme um sie zu schlingen, denn wenn er da tat, glich das einem Todesurteil. Nein, e…

  • Fuck. "Dann leg mal los," meinte Cal mit einem - hoffentlich - nonchalant Schulterzucken. Er gab sich äußerste Mühe, sich von dem, was gleich passieren würde, zu distanzieren, denn er wusste ganz genau, dass ihm der Biss bis in die Lenden schießen würde. Er hatte keine Zeit, sich jetzt noch einmal in Ilya zu verlieren, egal wie sehr er es vielleicht wollte. Er musste nach Hause, er musste letzte Nacht vergessen. Ihren Duft, das Gefühl ihrer Haare in seinen Händen, die Wärme ihrer... Nope! Nein! …

  • Cal stand viel zu lange unter der Dusche. Oder nicht lange genug. Hier unter dem konstanten Wasserstrahl konnte er so tun, als sei er nicht hier, im Apartment einer reinblütigen Vampirprinzessin, die er vor ein paar Stunden noch durchgenommen hatte, als hinge sein Leben davon ab. Hier konnte er aber auch so tun, als sei er nicht der Führer eines der stärksten Rudel im Land, das in einem wackeligen Frieden mit einem Haufen Vampiren stand. Mit einem Seufzen machte er sich dann aber doch fertig. Se…

  • "Scheiße nein," gab Cal ungebremst zu. "Aber das ist nicht der Punkt. Du hast vielleicht keine Probleme damit, deinesgleichen anzulügen, aber ich kann mir meinen Weg nicht einfach aus einer Diskussion raushypnotisieren. Mein Arsch ist dran, wenn das jemand rauskriegt. Ich bin vielleicht Rudelführer weil ich der Sohn meiner Mutter bin, aber Rangfolgen werden ausgefochten. Wenn das zwischen uns rauskommt, dann haben mindestens sechs Wölfe ein Anrecht auf meinen Titel. Und noch mehr haben die Eier …

  • Cal brummte. Eigentlich gefiel es ihm, ihre Bissspuren zu tragen. Unter Wölfen war beißen mitunter eine Bekundung von Freundschaft und Vertrauen. Man vertraute darauf, dass der andere einen nicht ernsthaft verletzte. Er hatte gestern Ilya vertraut. "Wäre wohl besser, wenn das keiner sieht. Den Geruch kann ich damit erklären, dass ich in deinem Apartment geschlafen habe." Ihm gefiel der Gedanke nicht. Weder der daran, ihre Spuren zu verlieren, noch der daran, sein Rudel anlügen zu müssen. Technis…

  • Als Jay zu ihnen trat zeigte sich der weiche, klebrige Kern von Ignacio Di Natale. Er zog Jay zwischen sich und Santi und zeigte dem Geschäftsmann, wie ein Smoker funktionierte. Hier und da hakte sich Santi ein, um seinem Vater mit Übersetzungen zu helfen. "Lass dich von ihm nicht verarschen, Jay," meinte Santi. "Das ist mein Smoker, den hab ich vor ein paar Jahren angeschafft. Papito ist ein Grillmeister, aber der Smoker ist mein Baby. Für sowas braucht man Geduld." Er öffnete den Smoker und ze…

  • "Fünf? Shiiit." Mit einem leisen Lachen setzte sich Cal auf. Er rieb sich die Augen, fuhr sich mit einer Hand durch die langen Haare. Er berührte seine Halsbeuge, da, wo Ilya ihn gebissen hatte. Jup, da waren zwei kleine Punkte mit verkrustetem Blut. Shit. Er sah sich kurz um, dann angelte er nach seinem Smartphone, das noch in seinen verdreckten Cargohosen von letzter Nacht steckte. Das Kleidungsstück hatte er achtlos zu Boden geworfen, bevor er im Badezimmer verschwunden war. Als er den Bildsc…

  • Wölfe waren alle gute Schläfer. Sie konnten schnell einschlafen, schnell tief schlafen, aber auch schnell aufwachen, wenn sie mussten. Cal war ein herausragender Schläfer. Wenn man ihn ließ, dann konnte er den ganzen Tag damit verbringen, sich von Nickerchen zu Nickerchen zu hangeln, ohne ein schlechtes Gewissen zu kriegen. Er kam langsam zu sich. Aber ein paar Sachen stimmten nicht ganz. Als erstes war da der Geruch. Hier roch es nicht nach dem Rudel, nach seinen Cousins, dem Haus seines Onkels…

  • Cal sollte eigentlich einhundert verschiedene Gedanken daran haben, was für einen kolossalen Fehler er hier gerade begangen hatte. Darüber, wie viele ungeschriebene Regeln er gebrochen hatte. Aber Gedanken zu haben war gerade zu anstrengend, also lag er einfach nur da, genoss das Gewicht von Ilyas zierlich aussehendem Körper auf seinem, und lauschte ihrer beider Atem. "Scheiße, Calder. Kann ich einfach hier liegen bleiben? Warum bist du so warm?" Als Antwort schlang er seine Arme um Ilyas Oberkö…

  • "Mamá ya lo ha sacado de su camino," erklärte Santi seinem papito, der nur belustigt schnaufte. "No están acostumbrados a esto ¿verdad? ¿Tener unos padres decentes?" Santi schüttelte den Kopf. "Und jetzt kein Spanisch mehr, sonst holt mamá die chancleta raus." Sein Vater nickte und im nächsten Moment kam die Brigade auch schon angewatschelt. Lewis brachte ein Tablett mit einer Kanne selbstgemachter Limonade und einige gefüllte Gläser mit raus. Santi zeigte ihm, wo er die abstellen konnte. Kurz d…

  • Dane stayed awake for a while longer, just watching Ro and desperately trying not to think. At all. There was no direction for his thoughts that wouldn't make him angry, so he tried to just not think. Easier said than done but Dane managed. It certainly helped to see the love of his life so relaxed in his arms. And his cute little snorrs helped too. The next morning, Dane woke with the sun like he usually did. But he didn't get up because of the very same face. When he slept, Ro was at peace lik…

  • Cal stöhnte auf, als er den scharfen Stich von Ilyas Zähnen in seiner Halsbeuge spürte. Seine Hüften zuckten, begegneten den ihren. Er packte ihren Hintern, jede Zurückhaltung vergessen. Sie mochte vielleicht über ihm aufragen, sie ritt ihn, aber jetzt war er es, der sie nahm. Geradezu gnadenlos hämmerte er in sie hinein. Da war keine Eleganz, kein Teasing, nichts. Cal jagte seiner eigenen Ekstase hinterher wie ein Wolf einem Hasen. Die Geräusche, die Ilya an seinem Hals von sich gab, ließen ihn…

  • Santi und sein Vater unterhielten sich gerade über die Beilagen, die seine mamá alle machen wollte, als sie beide ein Auto hörten. Santi grinste. "Ese será Jay. El hermano de Luis," erklärte er seinem papito. "¿Al menos habla español?" "No, papito. Hasta donde yo sé, sólo habla inglés." Sein Vater grunzte: "Dann Englisch. Pero si los conservas a ambos, será mejor que aprendan algunas palabras." "Ich werd' ihnen welche beibringen." Sein Vater nickte, dann scheuchte er Santi aus der Küche, um Jay …

  • "Ich habe dich lange nicht mehr trainieren gesehen. Wieso machst du nicht ein paar Übungen und ich passe auf, dass die Form stimmt? Und danach kannst du mir ein paar davon zeigen. Ich dachte da an das Sofa. Oder vielleicht sogar der Sofatisch? Oder ganz klassisch in der Dusche?" Santi lachte leise. dann rollte er sich etwas umständlich auf die Seite und schlang einen Arm über Lewis. "Dusche gibt's erst nach dem Training. Aber ich könnte ein bisschen Hilfe beim Dehnen gebrauchen," raunte er. Der …

  • Santi konnte von seiner Position aus den Nachrichtenverlauf zwischen Lewis und seinem Bruder mitverfolgen. Meerschweinchen... wow. Er hatte schon erwartet, dass Jay so reagieren würde - weder Lewis noch Jay wirkten auf ihn wie Leute, die oft zu jemandes Eltern eigenladen wurden. "Wir sollten ihm auf keinen Fall verraten, was ihn erwartet. Ich will sein Gesicht sehen," scherzte Santi. Er leerte seine Kaffeetasse und stellte sie neben der Hängematte auf den Boden. Dann schnappte er sich Lewis' Han…

  • "Übermorgen," korrigierte Santi und nahm einen Schluck von seinem eigenen Kaffee. "Alles ganz entspannt." Sich zu hetzen führte nur dazu, dass man Fehler machte. Zumal Apollo keinerlei Anzeichen dafür gab, dass das hier ein Wettrennen war. Der Sack glaubte einfach nur, dass Santi etwas hatte, was er nicht hatte, was ihnen wiederum alle Zeit der Welt verschaffte, den besagten Gegenstand tatsächlich zu besorgen. Santi lachte, als Lewis die gar fürchterliche Erkenntnis hatte, wie lang er schon nich…

  • Die Dusche war weniger, weil er sich saubermachen musste und mehr, weil er die Ereignisse der letzten Nacht wegspülen wollte. Lewis hatte auf ihn aufgepasst und sich um ihn gekümmert, also hatte er sauber in einem sauberen Bett geschlafen, aber die letzten Nachwehen - die Erinnerungen an die eigentliche Panikattacke, die jetzt erst hochkochten - konnte er zusammen mit dem Wasser im Abfluss versenken. Dementsprechend schnell war Santi fertig. Lewis war noch nicht einmal fertig mit seinem Joint, d…

  • Also hatte Lewis die halbe Nacht wachgelegen, bis ihm die Augen zugefallen waren. Na toll. Richtig gut gemacht, Santi. Und das nachdem er dir durch eine Panikattacke geholfen hat. Er würde sich irgendwas überlegen müssen, um das wiedergutzumachen. Santi schaufelte sein Frühstück in sich hinein, jetzt wo er merkte, wie hungrig er eigentlich war. Er hatte gestern wahrscheinlich nicht genug gegessen und darauf dann noch alles, was in der Nacht passiert war... kein Wunder, dass er so hungrig war. Er…