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  • Ezra Es war auf den ersten Blick klar, dass in dem Haus nichts mehr zu holen war. Es waren kaum noch Möbel übrig und die, die noch in den leeren, heruntergekommenen Zimmern standen, sahen aus, als ob sie jeden Moment in sich zusammenbrechen würden. Ezra war fast so, als wäre er versehentlich über das Set eines Horrorfilms gestolpert, während er sich dazu hinreißen ließ, mit seinem Finger seinen Namen in den Staub auf einer Kommode zu schreiben. Nicht sonderlich klug, aber wenigstens weitaus deze…

  • Steve Steve blinzelte irritiert, bevor er ein kleines Lachen nicht unterdrücken konnte. Er konnte sich zugegebenermaßen nicht im Detail an die Silvesternacht erinnern, aber Andrew war wohl wirklich nicht sonderlich gut darin gewesen, das alles zu überspielen. Er hatte es damals wohl einfach auf seine Art geschoben. Andrew schien sozial generell nicht ganz so offen eingestellt zu sein, wie Ezra. Eigentlich war Steve das fast lieber. "Nein, ich denke nicht, dass er ein Rassismus-Problem hat", best…

  • Steve Für einen schrecklichen Moment war Steve sich sicher, gerade alles verloren zu haben. Thomas sah absolut nicht so aus, als ob er ihm auch nur ein einziges Wort glauben würde, was...fair war. Immerhin musste er vollkommen irre klingen. Er hatte noch nie jemandem erzählt, dass er bei MLO arbeitete. Er hatte keine Ahnung, wie man es am besten erklären sollte. Im Moment hatte er das vollkommen irrationale Gefühl, dass er besser bei seinen Eltern angefangen hätte, um abschätzen zu können, wie T…

  • Steve Ah. Scheiße. Steve wollte gerade ansetzen, um das Sofa herum zu gehen, um Thomas einen Kuss aufs Haar zu drücken und erstarrte, als sein Freund ohne jegliche Zurückhaltung genau das Thema ansprach, was er am liebsten bis ans Ende ihres Lebens vermieden hätte. Einen Moment lang blieb er einfach stehen, während ein absolut hilfreichen "Ähm" über seine Lippen rutschte. Das hier fühlte sich wie eine dieser Entscheidungen in einem Video spiel an, die sich darauf auswirkten, wie das Spiel endete…

  • Steve "Ich denke es ist gut, dass wir noch nichts neues gehört haben. Es ist noch niemand gestorben und Nadia scheint von ihrem größeren Attentat vorerst abgesehen zu haben." Mikhail machte eine kurze Pause. Steve konnte durch sein Handy hindurch hören, wie sein russischer Kollege an seiner Zigarette zog. Er selbst hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, in den nächsten Supermarkt zu springen, um sich eine Flasche Gin, oder Wodka zu besorgen. Das einzige, was ihn davon abgehalten hatte war, dass e…

  • Caleb Ja, das war wahrscheinlich wirklich ein passendes Ende für sie. Wenigstens waren sie genau so beschissen und zerstritten auseinandergegangen, wie sie zusammengekommen waren. Weh tat es trotzdem und das ärgerte Caleb fast am meisten. Er biss sich auf die Unterlippe, um seine Tränen zurück zu halten, während er sich langsam auf einen der zwei Stühle in dem Zimmer sinken ließ. Vollkommen bizarr, dass er vor einer halben Stunde noch davon ausgegangen war, dass er sich heute Nacht irgendwie in …

  • Caleb Was machte er hier überhaupt? Hatte er sich nicht schon viel zu oft selbst bewiesen, dass es überhaupt nichts brachte, wenn er versuchte, irgendwie mit schwierigen Situationen klarzukommen? Am Ende richtete er immer mehr Schaden an, als dass er irgendwie half und war dann vollkommen überfordert, so wie jetzt gerade. Caleb trank einen weiteren Schluck von Niamhs viel zu süßem Kaffee, während er verzweifelt versuchte, sich selbst irgendwie aus seinen negativen Gedanken zu reißen. Das alles w…

  • Niamh Der Tag war wirklich deutlich chaotischer, als Niamh lieb war. In der naiven Annahme, vielleicht genug Zeit zu sparen, um morgen früh wieder zurück nach Dublin fliegen zu können, war sie auf ein kleines Privatflugzeug umgestiegen, nur, um sämtlichen Zeitvorteil in Andrews Hotel wieder zu verlieren. Der junge Mann hinter dem Empfang war von Niamhs Erklärung, warum sie in Andrews Zimmer musste, nicht sonderlich begeistert, was bedeutete, dass sie warten musste, bis er abgelenkt war und sie s…

  • Caleb Die kleine metaphorische Kiste - Caleb stellte sie sich meist in einem dunklen grün vor, was beunruhigend war, also weniger die Farbe und mehr die Tatsache, dass er sich die Kiste überhaupt so genau vorstellte - war nicht mehr so stabil, wie sie sonst immer gewesen war. Für gewöhnlich war es ihm deutlich einfacher gefallen, einfach die Gefühle auszuschalten und nur noch zu handeln, ohne zu denken. Er hatte jahrelang nichts anderes gemacht. Ohne diese Taktik hätte er sich schon längst die K…

  • Caleb Oh. Andrew hatte offenbar Niamh schon informiert und Caleb damit zumindest eine unliebsame Aufgabe erspart. Jetzt müsste er ihm nur noch schonend beibringen, dass er weder erwarten könnte, dass Niamh mit irgendeiner Art von Feingefühl aufschlagen würde, noch, dass sie sich mit seinem Hotel zufrieden gab. Sie war immer schon ziemlich penibel gewesen, was ihre Unterkunft anging. Gerade bei dem Thema Sauberkeit waren Ezra und sie sich unglaublich ähnlich, was irgendwie seltsam war. Wie konnte…

  • Caleb Er war wirklich verdammt froh darüber, dass Richard überraschend still war. Caleb war sich immer noch nicht ganz sicher, ob es richtig gewesen war, ihn darum zu bitten, mit zu kommen. Es half irgendwie, auf schräge Art und Weise. Jetzt durfte nur kein Streit ausbrechen. “Ich kann nach einem Hotel in der Nähe schauen und wir tauschen dann einfach”, schlug Caleb nach kurzem Zögern vor. Es war klar, dass Andrew irgendwie in der Nähe bleiben wollte, so vollkommen aufgelöst, wie er aussah. Cale…

  • Caleb Zum Glück war Andrew ein wenig organisierter in seinen Fragen, als Caleb. In seinem Kopf schien sich alles irgendwie zu überschlagen, während er versuchte abzuschätzen, welche Fragen die richtigen und welche vollkommen belanglos waren. Vielleicht hätte er vorher bei dem Krankenhaus anrufen und irgendwie versuchen sollen es hinzubekommen, dass der Arzt früher mit Andrew redete. Dann hätte er wenigstens vor vollendeten Tatsachen gestanden. Dr. Seponov ließ den kleinen Schwall an Fragen mit e…

  • Caleb Richards Sprachkenntnisse hätte er lieber bei irgendeinem netten Ausflug entdeckt, wenn er den Kopf frei dafür gehabt hätte, es irgendwie attraktiv zu finden, ohne dabei die Panik über Ezra ignorieren zu müssen, die sich immer noch alle paar Sekunden lauthals bemerkbar machte. Selbst die Vorstellung davon, Richard mal irgendwo als Reiseführer zu erleben, konnte ihn nicht ablenken. Die Fahrt zum Krankenhaus schien sich ewig zu ziehen, während die kleine 'Du bist zu dramatisch' und 'Es geht …

  • The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    Caleb “Ich hatte die Hoffnung, dass ich bemitleidenswert genug aussehen würde, um bei dir unter zu kommen”, kommentierte Caleb flach. So viel zu seinem Plan. Er würde so lange es ging im Krankenhaus bleiben, aber ihm war klar, dass er irgendwann irgendwo schlafen müsste. Auch, wenn er das in den nächsten Stunden nicht vorhatte. Er würde eh nicht in den Schlaf kommen. “Ich bin nicht davon ausgegangen, dass du mit ins Krankenhaus kommen würdest”, fuhr er überrascht fort. Richard hatte immerhin meh…

  • The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    Caleb Der Flug war furchtbar. Auf rationaler Ebene wusste Caleb, dass er aktuell nichts tun konnte. Er war auf dem Weg, er hatte keine Kontakte in Russland, die irgendwas ausrichten konnten, er hätte wahrscheinlich Niamh anrufen sollen, aber dafür war es jetzt eh zu spät. Er tat momentan alles, was er tun konnte. Und trotzdem wollte eine irrationale Stimme in seinem Kopf nicht aufhören ihm zu sagen, dass er irgendwas tun musste, um das Flugzeug schneller zu bewegen. Der Fakt, dass er sich darübe…

  • The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    Niamh Die armen Kinder. Hoffentlich waren die Ärzte und Assistenten wenigstens nett genug, um sich um sie zu kümmern, wenn Andrew und Ezra dazu offenbar nicht in der Lage waren. Die gedrückte Stimmung würde ihnen auf jeden Fall nicht helfen zu verarbeiten, was auch immer genau am Morgen passiert war. Ganz schlau wurde Niamh aus der ganzen Geschichte immer noch nicht, aber manchmal war es besser, erst zu handeln und dann Fragen zu stellen. Vor allem, wenn es um ihre Geschwister ging. "Schreib mir…

  • The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    Niamh Bildete sie es sich ein, oder klang er schon ein bisschen ruhiger? Die Taktik schien zumindest etwas aufzugehen. “Karma”, antwortete Niamh flach, während sie Pullover einpackte. “Wenn er mit jedem seiner dämlichen Stunts durchkommen würde, ohne sich zu verletzen, wäre er unerträglich.” Ezra kam sowieso schon mit weitaus mehr davon, als er sollte. Er hatte es geschafft, die komplette Familie hinter sich zu lassen, ohne jegliche Konsequenzen, was Niamh nach wie vor nicht gefiel. Wenn Caleb n…

  • The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    Niamh Die Anspannung in Andrews Stimme war spürbar. Niamh merkte, wie sie sich automatisch etwas gerader hinsetzen, bevor der Grund des Anrufes ihr ein unfreiwilliges Lachen entlockte. “Andrew, reiß dich zusammen. Ich habe ihn mehr als einmal von einem Dach fallen sehen, Knochenbrüche inklusive. Der kommt wieder auf die Beine”, begann sie, während sie aufstand, um zu ihrem Laptop rüber zu gehen. “Ich meine es ernst. Den Atomkrieg überleben nur Kakerlaken und Ezra. Er ist ein Chaot, aber ein abso…

  • The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    Niamh Wer auch immer ihr von den ‘Freuden des Mutterseins’ erzählt hatte, war ein verdammter Lügner. Niamh stieß ein frustriertes Seufzen aus, während sie versuchte, die Rundbürste aus Seans dunklen Haaren zu lösen. Wie auch immer der Junge es überhaupt geschafft hatte, sie in die Finger zu bekommen. Sie hatte ihre Wohnung schon weitestgehend kindersicher gestaltet, aber ihr Ältester schien immer wieder neue Wege zu finden, um trotzdem absolutes Chaos anzurichten. “Bist du sicher, dass ihm keine…

  • The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    Caleb Caleb blieb verblüfft zurück, zu überrascht von Richards Ansage, um sich zu bewegen, während seine Wangen langsam wieder einen leichten Rotton annahmen. Er hatte bisher immer nur ein ‘reiß dich zusammen’ zu hören bekommen, wenn er es nicht geschafft hatte, einen mentalen Tiefpunkt irgendwie zu unterdrücken. Niemand hatte ihm bisher je gesagt, dass es okay war. Richard hatte so viele nervige, schlechte Angewohnheiten und das war der Punkt, an dem er brillierte? Absurd. Caleb entwischte ein …