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  • Santiago ging sicher, Lewis nicht mehr aus den Augen zu lassen, nachdem dieser seine zweite Line gezogen hatte. Der Streuner ließ sich wirklich gehen. Santi hatte nicht direkt was dagegen, sie hatten ja schließlich einen Grund zu feiern, aber er wusste auch, wann jemand vielleicht einen Gang runterschalten sollte. Er selbst passte seinen Alkoholkonsum an, um noch genug bei Verstand zu sein, um sie beide sicher in ein Bett verfrachten zu können. Oder zumindest mal zurück zu ihrem Sitzplatz. Er re…

  • Es war nicht das erste Mal, dass Santiago jemandem erlaubte, seine Tattoos auszumalen. Deswegen hatte er die kleine Box ja überhaupt erst. Er war mal mit einer Flugbegleiterin auf einen Rave gegangen. Sie war schon eingedeckt gewesen in die bunten Neonfarben und dann, auf dem Rave, hatte sie die Entscheidung getroffen, dass Santiago zu langweilig aussah. Also hatte sie ihn einfach angemalt. Er hatte irgendwie Gefallen daran gefunden, wie er im Dunkeln unter dem Schwarzlicht leuchtete. Wenn er al…

  • "Oh, wir gehen direkt auf die Vollen, hm? Kein Vorspiel?" scherzte Dane. Er drehte den Kopf, um Ro einen Kuss auf den Scheitel zu drücken, dann richtete er seine Aufmerksamkeit auf die Schmetterlinge. So hübsch sie auch anzusehen waren, sie alle folgten gerade nur zwei sehr simplen Instinkten: fressen und fortpflanzen. In nur ein paar Tagen würde jeder einzelne dieser Schmetterlinge tot auf dem Boden liegen, egal ob sie es geschafft hatten oder nicht, beide dieser Instinkte zu befriedigen. Sie h…

  • Lewis schien genauso viel Spaß an diesem Ort zu haben, wie Santi. Diese Tatsache beflügelte ihn auf eine ganz neue Weise. Er tanzte mit Lewis, tanzte mit den Leuten in ihrer direkten Umgebung. Aber schlussendlich zog es ihn immer wieder zurück zu dem Streuner, der ihn zwischenzeitlich beinahe schon als Stripperpole benutzte. Santiago beschwerte sich nicht. Er wehrte sich auch nicht, als der Streuner ihn an sich zog und ihn mit genug Schwung küsste, als seien sie zwei Planeten, die aufeinandertra…

  • Santi hatte die Antwort bereits erwartet. Er ergriff Lewis' Hand und warf sich in das Meer aus feiernden Menschen. Wie ein Hai suchte er sich seinen Weg; zielgerichtet schob er die erhitzten Körper aus seinem Weg und zog Lewis dicht hinter sich her, um ihn nicht zu verlieren. Er wusste nicht genau wann, aber irgendwann ergriff ihn der Beat der Musik und er wippte im Takt einfach mit, während er sich seinen Weg suchte. Schließlich erreichten sie die kleine Treppe, die in die VIP Lounge führte. Sa…

  • "Job ist Job," antwortete Santi und zuckte mit den Schultern. "Apollo hat mir viel Geld angeboten, um mitzumachen - mehr als meine üblichen Preise - das hat mich neugierig gemacht. Er sagte, er kann mir nicht mehr verraten bis zu unserem ersten Meeting. Den Rest kennst du. Und wer kann schon bei so einem Preisschild Nein sagen? Und dann ist da noch der Ruf, den man sich mit so einer Sache aufbauen kann. Ich bin kein unbeschriebenes Blatt, die Leute kennen mich und meine Arbeit, aber sobald wir d…

  • Santiago verzog kurz das Gesicht, als sich Lewis eine extra Portion Kaviar bestellte. Seiner Meinung nach schmeckte das Zeug einfach nur furchtbar. Die Superreichen konnte das gern behalten. Aber er war ja jetzt ein Superreicher... Dann würde er sich wohl für den Schutz von Stören einsetzen müssen. "Klingt ja fast so, als verstehst du dich nicht besonders mit deinem Bruder? Warum arbeitest du dann mit ihm? Korrigier mich ruhig, ich hab keine Ahnung, wie die Beziehung zwischen Brüdern auszusehen …

  • "Du bist eine Ablenkung. Eine ziemlich große sogar," meinte Dane. "Aber kein einfacher Zeitvertreib. Du bist sehr viel mehr als das für mich. Du musst dir den Kopf nicht darüber zerbrechen, dass ich dich einfach fallen lassen könnte. Sollte ich dir jemals dieses Gefühl vermittelt haben, tut mir das. Sollte es in Zukunft passieren, dann sag mir das. Du bist kein Spielzeug oder ein neues Buch, Ro. Und meine Arbeit kannst du ruhig meine Sorge sein lassen. Ich bin ziemlich gut darin, Pläne zu machen…

  • Es freute Dane ungemein, dass sowohl Ro als auch seine Mutter Spaß hatten in all dem Chaos, das seine Patchwork-Familie, wie Ro sie nannte, war. Er zeigte es zwar nicht sonderlich, aber Dane war dieser Familie mehr als dankbar für alles was sie taten. Hauptsächlich weil er sie Familie nennen durfte. Als Dämon hatte er sowas nicht. Selbst Asa konnte er nur als Bruder bezeichnen, weil ihre Kerne das gewesen waren und weil sie zur gleichen Zeit geschaffen worden waren. Eigentlich bestand die Verbin…

  • Santiago hatte sich irgendeine arme Sau in einer Notaufnahme gesucht. Das machte er oft, weil man direkt mit so gut wie jeder Reaktion auf ihn und die Angst, die er auslöste, umgehen konnte. Selbst wenn er aus Versehen jemanden mit schwachem Herzen erwischte und einen Herzinfarkt verursachte (mittlerweile war er aber eigentlich ziemlich gut darin, die Zeichen eines solch schwachen Herzens zu erkennen, um sowas zu vermeiden), konnte hier gleich geholfen und das Schlimmste vermieden werden. Er hat…

  • "Wenn deine Magie nicht so drauf ist." Santiago nickte stumm, das kannte er schon. Meistens hieß es "Wenn du besser drauf bist" oder "Wenn's dir besser passt". Unangenehmes Frühstück, unangenehmer Mitternachtssnack. So lief es jedes Mal. "Versprich mir das nicht, sonst ruf ich dich jede Nacht an," gab Santiago gespielt scherzhaft zurück, um diese Situation nicht noch unangenehmer zu machen, als sie sowieso schon war. Er setzte sich auf sein Bike, den Helm in der Hand, den er die ganze Zeit mitge…

  • Sah er wirklich so schlimm aus? Hatte er sich wirklich so gehen lassen? Normalerweise war er recht gut darin, seine Müdigkeit zu verstecken. Normalerweise schenkte ihm aber auch niemand so direkt Aufmerksamkeit wie Lewis es gerade tat. Santiago wusste, dass er letztes Wochenende wirklich - wirklich - beschissen geschlafen hatte, dank der Soldaten und deren Ängste in seinem Kopf. Aber er hatte eigentlich gedacht, dass er sich in der Woche danach wieder einigermaßen erholt hatte. Je paranoider er …

  • Santiago grunzte. "Wenn ich mich in Drogen verlieren wollen würde, dann hätte ich genug Dealer mit nur einem Anruf an der Strippe, mach dir mal um meine Gesundheit keine Sorgen. Und so toll seine Ware auch sein mag, wenn er dir nicht mal einen gescheiten Blowjob geben kann, dann will ich mit dem gar nichts zu tun haben. Nichts für ungut, man." Er prostete Lewis spielerisch mit seinem überzuckerten Kaffee zu, bevor er einen Schluck nahm. Nein, der Zucker machte es nicht besser. Immerhin machte es…

  • "Netzwerke laufen über Strom," steuerte Santiago mit all seiner Weisheit bei. Er hatte keine Ahnung von Technik. Er wusste gerade so, wie er sich in den weniger bekannten Teilen des Internets herumtreiben konnte, ohne aufzufallen - was wahrscheinlich schon mehr war, als die meisten Menschen konnten - aber da hörte es dann auch schon auf. Jericho schien das exakte Gegenteil zu sein, so wie dey mit Technik um sich geschmissen hatte. Santiago war sich ziemlich sicher, dass der Knirps nicht nur mit …

  • Cool war nicht unbedingt das Wort, das Santiago benutzen würde, um seine Magie zu beschreiben. Sie konnte beeindruckend sein, auf beängstigende Weise, aber cool? Vielleicht für jemanden, der sich alles nur durch eine Kamera ansehen musste, anstatt auf einer der beiden Seiten zu stehen, wenn er seine Magie nutzte. Santiago beobachtete, wie sich Lewis umsah, als suche er nach etwas. Er fand es wohl recht schnell. Santi fragte sich, was es war. Gab er dem Undercover-Kellner ein Zeichen? Arbeitete e…

  • "Ich kann dir versichern, dass du weniger Ahnung hast als du glaubst..." murmelte Santiago. Er biss die Zähne zusammen. Normalweise mochte er es nicht, den Zirkusaffen zu geben. Er wusste, dass es keine gute Idee war, seine Sonnenbrille abzunehmen und Lewis' Wunsch damit zu folgen. Er wusste ganz genau, wie er Streuner reagieren würde und auch wenn er diese Reaktionen schon sein Leben lang verursacht hatte, auch wenn er diese Reaktionen oft zu seinem Vorteil nutzte, es war trotzdem kein angenehm…

  • Santiago zuckte mit den Schultern. Sein Tagesrhythmus war so wie so ein absoluter Autounfall, also machte es ihm nichts aus, mitten in der Nacht in einem Diner zu sitzen und etwas zu essen. Das war für ihn ja nichts neues. Er bestellte sich den größten Kaffee, den sie hier hatten, als der Kellner seinen halb-komatösen Hintern zu ihnen bewegte und ihre Bestellungen mit dem Elan eines Faultieres entgegen nahm. Der Service hier war hervorragend. Santiago lächelte, aber es war kein fröhliches. Ihm w…

  • Santiago fuhr als erstes den Mietwagen zu dem Parkplatz, den er sich gestern dafür ausgesucht hatte. Er stellte ihn dort ab, schrieb dem Mietservice die Adresse, damit sie ihren Besitz wieder einsammeln konnten, und lief den Block, der ihn von seinem geliebten Motorrad trennte. Unterwegs überlegte er, womit er seinen Tag füllen sollte, um erfolgreich vor seiner Müdigkeit davonrennen zu können. Nach einem kurzen Stop bei seinem Apartment, um sich umzuziehen, ein neues Päckchen Kippen und seinen L…

  • Für dieses verschlafene Grinsen würde Santiago töten. Er hatte keine Ahnung, wo dieser Gedanke herkam, und er sollte ihn wahrscheinlich gleich wieder vergessen, aber es war die Wahrheit. Schlafender Lewis, verschlafener Lewis, mitgeschlafener Lewis... er mochte sie alle. Gefährliche Gedanken. Lewis war nicht einfach irgendjemand. Apollo hatte durchaus Recht gehabt mit den Regeln, die er aufgestellt hatte und sie beide hatten gestern ordentlich dagegen verstoßen. Sie sollten jetzt ihrer beider We…

  • Santiago brummte zufrieden hinter Lewis. Genau das hatte er hören wollen. Er drückte einen sanften Kuss in Lewis' Nacken. "Ich nehme das als Kompliment auf," raunte er mit einem Lächeln. Er ließ seine Hände weiterhin über Lewis' Körper wandern, zeichnete unbedeutende Muster auf seine bleiche Haut. Er spürte, wie der Mann sich immer weiter entspannte, während sein zentrales Nervensystem sich langsam wieder beruhigte. Es dauerte nicht lange, da war Lewis eingeschlafen. Santiago beneidete ihn ein w…