Before the Crown [Royal&Yumi]

    • Before the Crown [Royal&Yumi]

      Before the Crown
      by @RoyalMilkTea & @yuyuumyn

      Die Vorgeschichte von Callisto und Zerathyn aus Bound by Fire and Fate.
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      Vorstellung/Steckbriefe
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    • Callisto war sich so sicher gewesen, dass er seinen Vater dieses Mal überzeugen würde. In seinen Augen war der amtierende König von Eryndor ein gerechter Mann. Jemand dem sein Volk am Herzen lag. Genau so, wie ein König nun einmal sein musste. Wie er sich vorgenommen hatte zu werden, als er alt genug war zu verstehen, was eine Thronfolge überhaupt war. Was es bedeutete ein Reich zu regieren.
      All die Jahre hatte er sich angestrengt. Angestrengt besser zu sein als sein Bruder, in allem. Im Schwertkampf, in Strategien, in Geschichte, in jedem einzelnen Fach den seine Lehrer ihm beizubringen versuchten und auch dieses Mal hatte er es geschafft eine bessere Note als sein Bruder zu ergattern.
      Obwohl dieser älter war. Obwohl er mehr Zeit hatte sich auf diese Position vorzubereiten.
      Aber im Gegensatz zu seinem Bruder verbrachte Callisto jede wache Minute damit sich auf das Dasein als König vorzubereiten. Manchmal hatte er das Gefühl, dass Therion es nicht ernst genug nahm. Ihn nicht als ebenbürtig ansah. Aber das waren flüchtige Gefühle, Momente.
      Denn auch wenn er ihn als Rivalen ansah, so liebte er seinen großen Bruder doch. Sie hatten sich immer gut verstanden.

      „Vater.“, verbeugte sich Callisto mit einem Lächeln, dass er kaum zurückhalten konnte, vor seinem Vater, der auf dem Thron saß und auf seinen jüngeren Sohn hinab blickte.
      „Sprich.“, gab er ihm mit einer wegwerfenden Handbewegung zu verstehen, dass er sich wieder erheben konnte. Der König wirkte genervt. Müde. Wahrscheinlich hatte er nur wieder viel zu tun gehabt.
      „Vater, seht nur! Ich habe meinen Bruder ein weiteres Mal übertrumpft!“, schritt er überglücklich mit den Pergamente als Beweis auf seinen Vater zu, „Strategie, Geschichte, Weltkunde... selbst im Schwertkampf habe ich ihn letztens besiegt!“, letzteres war noch nie zuvor geschehen. Umso mehr freute sich Callisto darüber.
      „Würdest du es vielleicht nun in Betracht ziehen, nicht meinen Bruder, sondern mich-“, doch weiter kam der Rothaarige nicht. Der Schock war schlimmer, als der Schmerz, den er plötzlich an seiner Wange spürte. Seine Augen waren geweitete, der Kopf zur Seite geschnellt... er hob die Hand, um die gerötete Stelle zu berühren. Hatte sein Vater ihn gerade...? Das... das war ebenfalls ein erstes Mal.
      „Wie oft muss man es dir nochmal sagen, damit du es endlich verstehst?! Therion ist der Erstgeborene! Weder deine Noten, noch dein Sieg über deinen Bruder wird etwas an dieser Tatsache ändern können! Erist zum herrschen bestimmt, nicht du!“, hatte Callisto seinen Vater noch nie so aufgeregt gesehen.
      Genervt, ja. Wütend, das auch. Aber nicht... nicht so.
      „Aber Vater...“
      „Kein Aber!“, zuckte Callisto zusammen, als sein Vater ein weiteres Mal die Hand hob, sie dann aber mit einem Seufzen wieder sinken ließ.
      „... verschwinde. Wie oft muss ich dir noch sagen, dass du mit solchen Hirngespinsten nicht zu mir kommen sollst?“, massierte er sich die Augenbrauen und sank in seinem Thron zurück.
      Callisto ließ sich das kein zweites Mal sagen. Die Pergamente, auf die er gerade noch so stolz gewesen war, flogen einfach zu Boden. Zurückgelassen, während er aus dem Raum floh.

      Er hielt den Arm vor die Augen, um seine Tränen am fließen zu hindern. Er hatte sich so angestrengt. Alles getan, was sein Vater von ihm verlangte, sich mehr und mehr aufgehalst um die paar Jahrzehnte, die ihn von seinem Bruder trennten, aufzuholen.
      Und doch... hatte es nichts gebracht. Er war der Zweitgeborene. Er war zu spät zur Welt gekommen. Mehr Grund brauchte sein Vater wohl nicht, um ihm den Thron zu verweigern.
      Es war frustrierend. So... so ungerecht!
      Callisto wusste nicht recht, wo er hinwollte. Er wollte einfach nur weg von dort. Letztendlich fand er sich im Wald wieder und blieb stehen, als er eine liebliche Stimme hörte. Ein Lachen, dass sein Innerstes mehr aufwühlte, als die Wut seines Vaters.
      „Aelyra ist hier...?“, wieso hatte ihm niemand davon berichtet? Er mochte die Elbin. Wahrscheinlich mehr, als er sollte. Wie oft hatte er davon geträumt mit ihr an seiner Seite König zu werden?
      Vielleicht würde sie ihm ja zuhören... ihn trösten.
      Also folgte er der Stimme. Ging auf einen Weidenbaum zu, dessen Blätter so lang und dicht waren, dass sie vor ungewollten Blicken schützten. Ein beliebter Ort für Pärchen um ein wenig alleine zu sein.
      Der Rotschopf dachte nicht länger darüber nach, er wollte einfach nur Aelyras Lächeln sehen, sich ein bisschen besser fühlen, doch sobald er ein paar Blätter zur Seite schob, um in das Innere zu blicken... stockte ihm das Herz.
      Er blieb wie angewurzelt stehen. Er hatte nicht bemerkt, dass das Lachen verstummt war. Verschlungen von... dem Kuss seines Bruders. Seit wann... seit wann waren die Beiden... seit wann waren sie sich so nahe...?
      „... muss er mir wirklich alles wegnehmen...?“, murmelte er zu sich selbst und machte sogleich kehrt, ohne sich darum zu scheren, ob er bemerkt wurde oder nicht.

      Mehr hielt der junge Prinz nicht aus. Vom Vater geschlagen, seines Traumes beraubt und nun war auch noch sein Herz gebrochen... er musste hier weg. Ohne viel darüber nachzudenken, stürmte er in sein Zimmer, packte seine sieben Sachen und holte sein Pferd aus den Ställen.
      Man würde ihn doch sowieso nicht vermissen. Er war nur der Zweitgeborene. Wofür war er da? Um seinen Bruder zu unterstützen? Das war nicht das Leben, was er führen wollte.
      Vielleicht würde er da draußen ja ein besseres Leben finden. Also bestieg er sein Pferd und verließ Eryndor.
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