Silent Professionals [Etoile & Alea]

    • Silent Professionals [Etoile & Alea]

      Silent Professionals
      Dark Crime | Neo-Noir | Slow Burn Romance | Slice of Life | Action | +16

      [X] @'Alea CroniX
      [Y] @'Etoile.errante'
      Vorstellung

      Die Sonne war gerade am Aufgehen und warf fahles Licht in das Schlafzimmer des jungen Mannes, der sich in diesem Moment erst auf die Bettkante setzte und erschöpft den Kopf hängen ließ. Jesse hatte gerade noch einen Job hinter sich bringen müssen. Nichts Gefährliches und auch mit eher wenig Aufwand verbunden. Dennoch fuhr er sich erschöpft mit der Hand übers Gesicht und ließ sich auf die Matratze fallen.
      „Zumindest konnte ich ein paar interessante Informationen sammeln“, dachte er sich und kickte seine Schuhe von den Füßen. Da gab sein Smartphone auch schon ein leises „Ping“ von sich, woraufhin er auf das Display sah.
      „Einzahlung: 1000 $“
      Das klang doch nach einem vernünftigen Stundenlohn.

      Gegen zwei Uhr nachts hatte der Clubbesitzer des „Black Velvet“ ihn angerufen. Oder besser gesagt: ihn aus dem Schlaf geklingelt. Der gute Mann war ganz aufgeregt am Telefon gewesen, sodass Jesse ihn zunächst gar nicht richtig verstanden hatte.
      „Ganz ruhig, Mister. Was soll ich jetzt machen?“, hatte er ihn gefragt und dabei ein Gähnen unterdrückt, während er in seine Hose schlüpfte. Dabei klemmte er sein Handy zwischen Schulter und Ohr, sodass er seine beiden Hände nutzen konnte, um auch den Gürtel zu schließen.
      „Das VIP-Séparée muss so schnell wie möglich wieder vorzeigbar sein“, wurde ihm erklärt. „Viele Scherben, ein Riss in dem tiefen Mahagonitisch und Blut auf dem Ledersofa“, wurde ihm aufgezählt. Eine Leiche wurde nicht erwähnt. Das war auch besser so, denn das hätte mehr Zeit in Anspruch genommen.
      „Ich bin in 15 Minuten da. Lass so lange niemanden in das Zimmer“, wies er den Clubbesitzer daraufhin an. Die erwähnten Spuren reichten ihm, mehr brauchte man nicht durch Dummheit hinzuzufügen.
      Jesse zog noch rasch seine Arbeitsstiefel an und schnappte sich seinen Schlüsselbund, ehe er den Wohnbereich über die Treppe verließ und runter in die Werkstatt eilte. In dem separaten Raum, in dem er seine Cleanerausrüstung aufbewahrte, griff er nach zwei Motorradtaschen, die schon mit allem bestückt waren, was er benötigte. Dann schob er sein dunkles Motorrad zum Werkstatttor, öffnete dieses nur so weit, dass er gerade so mit der Maschine hindurchpasste, schloss das Tor wieder und startete den Motor. Seinen Helm trug er bereits.
      Um die Uhrzeit gab es weniger Verkehr in L. A. als gewöhnlich. Leer war die Stadt nie. Die hellen Neonlichter huschten über sein Visier, während er auf dem kürzesten Weg zum „Black Velvet“ fuhr.
      Dort angekommen, erwartete ihn auch schon der Clubbesitzer. Seine Krawatte saß leicht schief und seine Frisur sah etwas durcheinander aus.
      „Danke, dass du so schnell kommen konntest, Jess“, wurde Jesse erleichtert von dem Mann begrüßt. Er wurde direkt durch den Club geführt, der weitestgehend leer war. Nur ein paar Türsteher und Tänzerinnen standen vereinzelt herum, wobei die jungen Frauen ihm einen neugierigen Blick hinterherwarfen. Mit seinen knapp zwei Metern Körpergröße machte er immer schnell Eindruck. Dazu kam auch noch sein recht breites Kreuz. Seinen Helm hatte Jesse bei der Maschine gelassen und durch das Abziehen sah sein Haar noch wilder aus als sonst.
      „Hi, Jesse. Lust auf einen Drink?“, wurde er von einer der Tänzerinnen angesprochen.
      „Vielleicht später. Die Arbeit ruft“, entschuldigte er sich bei der Rothaarigen mit einem koketten Zwinkern und folgte dem Clubbesitzer zu den Séparées.
      Vor dem besagten Raum stand ein Türsteher, der wohl die ganze Zeit dafür gesorgt hatte, dass niemand den Raum betrat. Zufrieden nickte Jesse dem Mann zu und war froh, dass man sich an seine Anweisung gehalten hatte. Der Mann trat dann zur Seite und öffnete Jesse die Tür.
      Das Séparée war in einem dunklen Violett gehalten, mit dicken Teppichen und LED-Leuchtröhren an den Seiten, die ein sanftes Blau auf das schwarze Ledersofa warfen. Am Boden lagen einige Scherben und Jesse konnte schnell einordnen, dass diese von einer Champagnerflasche und Sektgläsern stammten. Sein geschultes Auge erkannte direkt, dass der teure Holztisch verschoben worden war, und der Duft von Alkohol lag in der Luft.
      „Wer hat sich denn hier geprügelt?“, fragte er und stellte seine Taschen an den Rand des Raumes.
      „Was? Wer hat behauptet, dass sich hier jemand geprügelt hat?“, wich der Clubbesitzer nervös aus. Jesse warf ihm nur einen wissenden Blick zu.
      „Das erkennt doch ein Blinder mit Krückstock“, meinte er nur und fing an, die Hinweise aufzuzählen.
      „Die Flasche wurde auf den Tisch geschlagen, daher die Kratzspuren im Holz. Jemand hat sich an den Scherben geschnitten, deswegen sind einige Blutflecken auf dem Sofa. Die Flasche war auch nicht leer und der Inhalt wurde vom Teppich aufgesaugt.“
      Jesse schritt durch den Raum und sah sich weiter um.
      „Einer hat seinen Manschettenknopf verloren. Und der sieht ganz so aus, als hätte man ihn abgerissen“, fügte Jesse an und deutete auf das glänzende Metall, das unter dem Sofa lag, sodass man es gerade noch so sehen konnte. Sobald er seine Arbeitshandschuhe angezogen hatte, ging er in die Hocke und hob den Knopf auf. Er war golden und besaß eine markante Verzierung: einen Tigerkopf.
      „Scheiße, sag bloß, einer der Longs war hier?“, fragte er den Clubbesitzer, der bei der Erwähnung des Namens etwas blasser um die Nase wurde.
      „Pscht! Das soll keiner wissen“, wurde Jesse sofort angezischt. Jesse hob daraufhin seine beiden Hände und deutete dann mit einer Geste seiner Finger an, dass seine Lippen versiegelt waren.
      „Ich weiß von nichts“, fügte er an und blickte sich noch einmal in dem Raum um. „Gib mir zwei Stunden, dann wirkt der Raum so, als hätte man hier nicht eine halbe Flasche Schampus auf dem Teppich verteilt“, ließ er seinen Auftraggeber wissen, der daraufhin erleichtert nickte und ihn dann mit seiner Arbeit alleine ließ.
      Jesse wurde vor Ablauf der angekündigten Zeit fertig und als der Clubbesitzer das Séparée in Augenschein nahm, fand er keine Spur von der Auseinandersetzung. Selbst die Kratzer im Mahagonitisch waren wie verschwunden und der Teppich war trocken und roch nicht mehr so penetrant nach Champagner.
      „Danke, Jesse. Ich lasse dir deinen Lohn so schnell wie möglich zukommen“, wurde ihm versichert, während er sein Equipment wieder in seine Taschen packte.
      „Kein Problem. Den Müll darfst du entsorgen“, entgegnete er dem Clubbesitzer und drückte ihm eine schwarze Mülltüte in die Hand, in der sich Scherben, Tücher und anderes Verbrauchsmaterial befanden.
      „Ich mache mich dann wieder auf den Weg. Du weißt ja, wie du mich erreichst“, verabschiedete sich Jesse und schulterte seine Taschen.
      Auf dem Weg aus dem Club musste er mit Bedauern feststellen, dass die süße Rothaarige nicht auf ihn gewartet hatte. Aber er konnte es ihr auch nicht verübeln, war es zu diesem Zeitpunkt doch fast schon fünf Uhr morgens. Und als Jesse sich wieder auf sein Motorrad schwang, wurde der Himmel gen Osten schon etwas heller.

      Jetzt lag Jesse wieder in seinem Bett, 1000 $ reicher und hundemüde. Bevor er sich eine Mütze Schlaf genehmigte, stellte er seinen Handywecker.
      „Ich kann nicht wieder verschlafen und zu spät kommen“, dachte er und aktivierte vorsichtshalber mehrere Alarme. Denn heute Mittag traf er sich mit Lilly. Vor ein paar Wochen war diese Frau in sein Leben getreten, und zwar nicht so, wie er es von hübschen Frauen gewohnt war. Sie waren Partner, wobei er es momentan eher noch als Zweckgemeinschaft bezeichnete. Jesse war ein hervorragender Cleaner, doch wenn es um Software und den ganzen Hightechkram ging, hatte er keinen blassen Schimmer. Und gerade die interessanten Jobs waren immer mit einer Überwachungskamera verbunden. Angesichts dessen hatte er sich mit der Pinkhaarigen zusammengetan. Und bis jetzt klappte die Arbeit mit ihr relativ gut. Anscheinend hatte sie einen neuen Job, bei dem sie Jesses Unterstützung brauchte.
      „Später“, murmelte Jesse, dem auch bald die Augen zufielen.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


      Quelle
    • Der Wecker hatte bereits zum dritten Mal geklingelt, als Lilly mit einem genervten Grummeln die Hand unter ihrer Decke hervorschob und blind über den Nachttisch tastete. Ihr Smartphone vibrierte unaufhörlich gegen das Holz, während das grelle Display ihr selbst durch die halb geschlossenen Augenlider verriet, dass es allmählich Zeit wurde, sich mit der Realität auseinanderzusetzen. Einer Realität, die sie nach einer viel zu kurzen Nacht ausgesprochen ungern begrüßte.
      „Fünf Minuten“, murmelte sie heiser und zog sich die Decke wieder über den Kopf.
      Natürlich wurden daraus keine fünf Minuten. Es wurden zwölf. Und die vergingen auch nur deshalb so schnell, weil Lilly irgendwann einfiel, dass sie am Vorabend nicht nur gezockt, sondern sich nebenbei auch noch mit einem ausgesprochen skrupellosen Finanzinstitut beschäftigt hatte. Genau genommen hatte sie sich weniger mit der Bank selbst als mit den Menschen auseinandergesetzt, die dort ihre Geschäfte abwickelten. Menschen, die offenbar glaubten, ihre sorgfältig versteckten Machenschaften würden niemals ans Tageslicht kommen, solange sie ihre Konten mit ausreichend vielen Nullen ausstatteten und ihre Spuren hinter verschachtelten Firmenkonstrukten verbargen.
      Ein Irrtum, wie Lilly fand.

      Während auf ihrem zweiten Bildschirm ein Spiel gelaufen war, hatte sie sich durch die digitale Infrastruktur des Instituts gearbeitet, Unregelmäßigkeiten dokumentiert und Informationen zusammengetragen, für die sich gewisse Leute im Darknet erstaunlich großzügig bezahlen ließen. Nicht, dass sie sich dabei irgendwelche moralischen Illusionen machte. Sie war schließlich nicht die Wohlfahrt. Wenn jemand bereit war, einen ordentlichen Betrag für Informationen auszugeben, dann durfte er das gerne tun. Lilly stellte lediglich sicher, dass ihre Arbeit angemessen vergütet wurde. Was ihre Kunden anschließend mit den Informationen anstellten, war eine andere Geschichte.
      Zumindest redete sie sich das ein.
      Mit einem letzten, wenig überzeugten Blick auf ihr Smartphone schwang sie die Beine aus dem Bett. Ihr pinkes Haar stand in alle Richtungen ab, und ihre Augen fühlten sich an, als hätte sie die Nacht damit verbracht, Sandkörner zu zählen. Was, wenn man bedachte, dass sie tatsächlich mehrere Stunden auf einen Bildschirm gestarrt hatte, vermutlich nicht allzu weit von der Wahrheit entfernt war.

      „Kaffee. Dringend. Und vielleicht ein neues Gehirn.“ Sie schlurfte ins Badezimmer, stellte die Dusche an und ließ das Wasser zunächst so heiß über ihre Schultern laufen, dass sie beinahe vergaß, warum sie überhaupt aufgestanden war. Erst als sie sich die Haare wusch und das kräftige Pink zwischen ihren Fingern hindurchglitt, kam ihr langsam wieder in den Sinn, was der Tag für sie bereithielt.

      Zuerst die Armenspeisung.
      Danach Jesse.

      Allein bei dem Gedanken an ihren Geschäftspartner stellte sich ein merkwürdiges Gefühl in ihrer Magengegend ein. Keine unangenehme Nervosität, zumindest nicht ausschließlich. Es war komplizierter als das.
      Jesse hatte sie für ihre Fähigkeiten ausgewählt. Nicht, weil sie hübsch war, nicht, weil sie ihm schöne Augen machte, und hoffentlich auch nicht, weil er glaubte, in ihr eine leicht zu beeindruckende junge Frau gefunden zu haben, der man ein paar Komplimente hinwerfen musste, damit sie einem bereitwillig aus der Hand fraß. Er hatte erkannt, was sie konnte, und schien ihre Arbeit ernst zu nehmen. Allein das war in einer Branche, in der ihr fehlender akademischer Abschluss gern als Einladung verstanden wurde, sie auszunutzen, durchaus etwas wert. Es tat gut, gebraucht zu werden, weil man etwas beherrschte. Weil man verdammt gut in seinem Job war.

      Gleichzeitig wäre Lilly nicht Lilly gewesen, hätte sie sich deshalb gleich in Sicherheit gewogen.
      Sie kannte Jesse noch nicht lange genug, um zu wissen, was hinter seiner ruhigen Art steckte. Sie wusste, dass er ein hervorragender Cleaner war, dass er in der Unterwelt offenbar über ausreichend Kontakte verfügte und dass ihre Zusammenarbeit beruflich Sinn ergab. Doch das bedeutete nicht, dass sie ihm vertraute. Nicht wirklich. Menschen konnten professionell sein und trotzdem eigene Interessen verfolgen. Sie konnten einen respektieren und gleichzeitig darauf warten, dass man ihnen irgendwann einen Vorteil verschaffte. Und manchmal bemerkte man erst, dass man jemandem zu viel erzählt hatte, wenn es bereits zu spät war.
      Lilly hatte früh gelernt, dass Vertrauen kein Geschenk war, das man jedem in die Hand drückte, der freundlich genug lächelte.
      Also würde sie mit Jesse zusammenarbeiten. Sie würde ihre Fähigkeiten einbringen, gute Arbeit leisten und sich ihren Anteil verdienen. Aber sie würde aufpassen. Keine unnötigen Details über ihr Privatleben, keine Geschichten über ihre Vergangenheit und schon gar keine Informationen, die jemand gegen sie verwenden könnte.

      Ein vernünftiger Plan. Einer, an den sie sich hoffentlich auch halten würde.
      Nach einer ausgiebigen Dusche, einer halbwegs erfolgreichen Begegnung mit ihrer Haarbürste und einer Tasse Kaffee, die sie beinahe in einem Zug leerte, fühlte Lilly sich zumindest wieder wie ein Mensch. Sie schlüpfte in eine schwarze Jeans, ein locker sitzendes Shirt und eine dunkle Jacke, deren Ärmel sie bis zu den Unterarmen hochschob. Die Tattoos auf ihrer Haut kamen dabei wie selbstverständlich zum Vorschein. Ihre Haare band sie zu einem lockeren Zopf zusammen, wobei einige pinke Strähnen hartnäckig beschlossen, sich nicht an die allgemeinen Regeln der Schwerkraft oder an ihre Frisur zu halten.
      Sie warf einen prüfenden Blick in den Spiegel.
      „Geht schlimmer“, befand sie und griff nach ihrem Rucksack.

      Auf dem Weg zur Armenspeisung hielt sie noch bei einem kleinen Café an, um sich einen zweiten Kaffee zu besorgen. Der erste hatte seine Aufgabe zwar erfüllt, aber Lilly war sich ziemlich sicher, dass ihr Kreislauf noch immer einen schriftlichen Antrag auf eine Verlängerung der Nacht stellte. Mit dem Pappbecher in der Hand machte sie sich schließlich auf den Weg.
      Die Armenspeisung lag in einem unscheinbaren Gebäude, das von außen schon bessere Zeiten gesehen hatte. Für Lilly gehörte der Besuch dort inzwischen fest zu ihrer Woche. Zwei- bis dreimal half sie aus, wann immer ihre Aufträge es zuließen. Sie schnitt Gemüse, füllte Teller, verteilte Getränke und hörte den Menschen zu, die sich während der Mahlzeiten zu ihr an den Tisch setzten. Manchmal erzählten sie von ihren Sorgen, manchmal von Dingen, die sie glücklich machten, und manchmal wollten sie einfach nur für einen Augenblick mit jemandem reden, der sie nicht behandelte, als wären sie unsichtbar.
      Lilly wusste, wie es sich anfühlte, wenn andere Menschen über das eigene Leben bestimmten. Sie wusste auch, wie schnell man in eine Situation geraten konnte, aus der es scheinbar keinen Ausweg gab. Vielleicht war es genau das, was sie hierher zurückbrachte. Nicht Mitleid. Das hätte sie vermutlich selbst als Beleidigung empfunden. Sondern die Überzeugung, dass niemand es verdiente, auf seine schlechtesten Tage reduziert zu werden.

      Und vielleicht war da auch noch etwas anderes. Ihr Glaube war nie ganz aus ihrem Leben verschwunden, ganz gleich, wie sehr sie sich von den Vorstellungen ihrer Kindheit gelöst hatte. Sie glaubte noch immer an Gott. Nur eben nicht daran, dass irgendein Mensch das Recht besaß, ihr vorzuschreiben, wie sie diesen Glauben auszuleben hatte.
      „Lilly, kannst du noch ein paar Portionen nach vorne bringen?“
      „Natürlich.“
      Sie nahm den Stapel Teller entgegen und brachte ihn nach draußen, wo bereits einige Menschen warteten. Dabei schenkte sie einem älteren Mann ein aufmunterndes Lächeln, wechselte ein paar Worte mit einer jungen Frau, die sie inzwischen kannte, und ließ sich von einem der Helfer dazu überreden, wenigstens eine Kleinigkeit zu essen, bevor sie wieder verschwand.

      Als sie schließlich ihre Jacke überzog und sich verabschiedete, war der Vormittag bereits weiter fortgeschritten, als ihr lieb war. Ihre Füße schmerzten ein wenig, ihr Magen war zumindest nicht mehr vollkommen leer, und ihr Smartphone erinnerte sie mit mehreren Benachrichtigungen daran, dass die Welt außerhalb der Armenspeisung keineswegs stillgestanden hatte.
      Lilly warf einen Blick auf die Uhr.
      Es wurde Zeit, zu Jesse zu fahren.

      Sie nahm einen Schluck Kaffee und blieb einen Moment vor dem Gebäude stehen, während sie ihre Gedanken ordnete. Der Auftrag, wegen dem sie ihn treffen wollte, war nicht der eigentliche Grund für ihre gemischten Gefühle. Sie hatte schließlich schon mit ganz anderen Leuten gearbeitet. Manche davon waren gefährlicher gewesen, andere wesentlich unangenehmer. Jesse war bislang weder das eine noch das andere gewesen. Trotzdem ließ sie die Frage nicht los, wie viel von dem Mann sie eigentlich kannte, mit dem sie sich inzwischen auf gemeinsame Jobs einließ. Sie wusste, was er beruflich machte. Sie wusste, dass er seine Arbeit beherrschte. Sie wusste, dass er sich auf sie verließ, wenn es um digitale Spuren und technische Probleme ging, bei denen seine eigenen Fähigkeiten an Grenzen stießen.
      Aber wer war Jesse, wenn gerade kein Auftrag anstand?

      Und was würde passieren, wenn ihre Interessen irgendwann nicht mehr übereinstimmten?
      Lilly schüttelte leicht den Kopf. Sie musste nicht jedes mögliche Problem lösen, bevor es überhaupt existierte. Das hatte sie in ihrem bisherigen Leben schließlich oft genug versucht, ohne dadurch glücklicher geworden zu sein.
      Sie ging zu ihrem Motorrad, das ein paar Straßen weiter auf sie wartete. Die Maschine war für sie weit mehr als ein Fortbewegungsmittel. Sie bedeutete Freiheit. Keine engen Räume, keine Fahrpläne, keine fremden Hände am Lenkrad und keine Menschen, die glaubten, sie könnten über ihre Route bestimmen. Nur sie, der Motor und die Straße vor ihr.

      Sie setzte den Helm auf, zog die Riemen fest und schwang sich auf den Sitz. Ein Dreh am Schlüssel, ein kurzer Druck auf den Starter, und der Motor erwachte mit einem vertrauten Grollen zum Leben. Lilly ließ ihn einen Moment laufen, bevor sie sich in den Verkehr einfädelte.
      Die Fahrt durch Los Angeles verlief zäh. Die Stadt war bereits in vollem Gange. An jeder Ampel schien jemand es besonders eilig zu haben, auf den Straßen wurde gehupt, und irgendwo hinter ihr schien ein Fahrer sein gesamtes Repertoire an Schimpfwörtern zum Besten zu geben. Lilly drehte die Musik in ihrem Helm etwas lauter und trommelte mit den Fingern gegen den Lenker.

      Sie mochte diese Fahrten. Besonders dann, wenn sie nachts durch die Stadt fuhr und die Lichter der Hochhäuser an ihr vorbeizogen. Tagsüber hatte Los Angeles etwas Rastloses, beinahe Aggressives. Nachts hingegen konnte man sich für ein paar Minuten einbilden, die Stadt würde einem gehören. Schließlich bog sie in die Straße ein, in der Jesse seine Werkstatt hatte. Sie kannte den Weg inzwischen gut genug, um nicht mehr auf ihr Navigationssystem angewiesen zu sein. Sie nahm etwas Geschwindigkeit heraus, steuerte auf einen freien Platz in der Nähe der Werkstatt und stellte die Maschine ab.

      Einen Moment blieb sie sitzen, die Hände noch am Lenker, während der Motor verstummte und die Geräusche der Straße wieder in den Vordergrund traten. Sie könnte einfach wieder fahren, dachte sie flüchtig. Sich einen anderen Auftrag suchen, allein arbeiten und niemanden in ihre Angelegenheiten hineinlassen.

      Der Gedanke war verlockend, aber nicht besonders vernünftig. Jesse war gut in dem, was er tat, und sie selbst war gut in ihrem. Zusammen konnten sie Aufträge übernehmen, die sie allein nur schwer oder gar nicht bewältigt hätte. Das war eine Tatsache, die sich nicht einfach wegdiskutieren ließ, nur weil ihr Vertrauen in andere Menschen begrenzt war.
      Lilly nahm den Helm ab und schüttelte ihr pinkes Haar aus. Sie zog die Jacke zurecht, strich sich eine Strähne hinters Ohr und warf einen kurzen Blick auf ihr Spiegelbild im dunklen Visier. „Professionell bleiben“, murmelte sie zu sich selbst.

      Dann griff sie nach ihrem Rucksack, klemmte den Helm unter den Arm und trat näher an das Werkstatttor. Für einen Moment zögerte sie, bevor sie mit den Knöcheln dagegen klopfte.
      Es war lächerlich, sich wegen eines geschäftlichen Treffens Gedanken zu machen. Sie war schließlich nicht hier, um Freundschaften zu schließen. Sie war hier, weil Jesse einen Auftrag hatte, für den er ihre Fähigkeiten brauchte, oder weil sie selbst etwas mit ihm besprechen wollte. Das war alles.
      Und trotzdem war da dieses kleine, widersprüchliche Gefühl. Ein Teil von ihr freute sich darauf, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der sie nicht ständig auf ihre ungewöhnliche Erscheinung oder ihren fehlenden Abschluss reduzierte. Ein anderer Teil erinnerte sie daran, dass Anerkennung nicht zwangsläufig Ehrlichkeit bedeutete.
      Lilly atmete leise aus und setzte ein unverbindliches Lächeln auf, als sie die Werkstatt betrat.

      „Morgen, Jesse.“ Ihre Stimme klang munterer, als sie sich fühlte.
    • Erst beim dritten Weckerklingeln schaffte es Jesse, sich aufzuraffen und aus seinem viel zu gemütlichen Bett zu quälen. Als Erstes deaktivierte er die weiteren Alarme, die ihn andernfalls in den nächsten Minuten aus dem Bett gescheucht hätten. Für einen Augenblick blieb er auf der Bettkante sitzen und starrte mit zusammengekniffenen Augen auf die Uhrzeit.
      Immerhin noch nicht zu spät.
      Gähnend fuhr er sich mit der Hand übers Gesicht und schlurfte ins angrenzende Badezimmer. Um richtig wach zu werden, brauchte er jetzt eine kalte Dusche. Begeistert war er von dieser Aussicht zwar nicht, aber sein Bett sollte für die nächsten Stunden keine ernst zu nehmende Alternative mehr darstellen.
      Wenig später lag seine Kleidung auf dem Boden vor der Duschkabine, während er unter die Brause trat und das Wasser aufdrehte. Sobald ihn das kalte Nass traf, fluchte der Blonde leise und zog unwillkürlich die Schultern hoch. Mit einem Schlag war er deutlich wacher als noch wenige Sekunden zuvor.
      „Jetzt bin ich wach“, brummte er und strich sich das nasse Haar aus der Stirn.
      Nach ein paar Minuten stellte er eine angenehmere Wassertemperatur ein und wusch sich gründlich Körper und Haare. Als er schließlich aus der Dusche stieg, wickelte er sich ein Handtuch um die Hüfte und rubbelte sein Haar mit einem zweiten so gut wie möglich trocken. Ein kurzer Blick in den Spiegel verriet ihm, dass es danach in alle Richtungen abstand. Jesse fuhr einmal mit den Fingern hindurch und ließ es dabei bewenden.
      Auf dem Weg in die Küche legte er sich das kleinere Handtuch um den Nacken und schaltete die Kaffeemaschine ein. Das Koffein würde er brauchen. Während die Maschine lief, konnte er sich anziehen. Oder zumindest schon mal in eine Hose schlüpfen.
      Seine Wahl fiel auf eine verwaschene Jeans mit aufgerissenen Stellen an den Knien. Sobald er sie angezogen hatte, folgten Socken und Schuhe. Das feuchte Handtuch warf er über den Wäscheständer im Badezimmer, dann schnappte er sich sein schwarzes T-Shirt und legte es sich über die Schulter. Weiter kam er vorerst nicht, denn der Duft des Kaffees lockte ihn zurück in die Küche.
      Jesse goss sich eine große Tasse ein und lehnte sich locker gegen die Arbeitsplatte. Er trank seinen Kaffee am liebsten schwarz, und der erste vorsichtige Schluck weckte allmählich auch seine restlichen Lebensgeister. Dabei bemerkte er, dass er noch nichts gegessen hatte. Sein Blick wanderte zur Obstschale, ehe er sich eine Banane nahm und sie neben die Tasse legte.
      Während der Kaffee etwas abkühlte, holte der Blonde sein Handy hervor und scrollte durch seine Mails und Nachrichten. Wieder waren ein paar Anfragen eingetrudelt. Die meisten betrafen kleinere Aufträge, die er aber durchaus annehmen würde. Geld stank nicht, und ein einfacher, überschaubarer Job, den er zuverlässig erledigen konnte und für den er pünktlich bezahlt wurde, war ihm ganz recht. Im Vergleich zu anderen Aufträgen fiel das Honorar eher bescheiden aus, aber Kleinvieh machte auch Mist, und die Miete bezahlte sich nicht von allein.
      Bei einer der Nachrichten hob er allerdings eine Augenbraue.
      „Dauert bestimmt nur eine halbe Stunde.“ Klar. Deswegen schreibst du auch um vier Uhr morgens.
      Er markierte die Anfrage, um später darauf zurückzukommen, und öffnete die nächste.
      Daneben gab es noch die aufwendigeren Jobs. Einer der überschaubareren, aber dennoch interessanten Aufträge bestand darin, ein ehemaliges Versteck einer Straßengang aufzuräumen. Zurückgeblieben waren Möbel, allerlei Gerümpel und mehrere alte Rechner, um die er sich ebenfalls kümmern sollte. Was genau der Auftraggeber dabei unter „Plattmachen“ verstand, ging aus der Nachricht allerdings nicht eindeutig hervor.
      Hier brauchte er Lillys Unterstützung. Bevor er etwas zusagte, wollte er wissen, worauf sie sich einließen und welchen Aufwand die Technik bedeutete. Bei Kunden, unter denen sich durchaus üble Schläger befanden, verließ er sich lieber nicht auf Vermutungen. Schon gar nicht, wenn deren Beschreibung eines Auftrags aus drei knappen Sätzen und der Versicherung bestand, dass alles ganz unkompliziert sei.
      Er konnte Lilly die Nachricht später zeigen. Vielleicht hatte sie bei ihrem Treffen ohnehin etwas Interessanteres für ihn.
      Jesse hatte die Banane gegessen und leerte gerade seine Tasse, als er unten ein Klopfen am Werkstatttor hörte. Kurz darauf drang Lillys Stimme zu ihm herauf. Trotzdem öffnete er die App, die mit der Türkamera verbunden war, und warf einen Blick auf das Display.
      Sie kannten sich inzwischen seit ein paar Wochen, aber für blindes Vertrauen war es noch zu früh. Außerdem konnte ein kurzer Blick vor die Tür kaum schaden.
      Er tippte auf die Gegensprechfunktion.
      „Bin gleich da.“
      Seine Stimme ertönte etwas blechern aus dem Lautsprecher neben der Kamera. Jesse stellte die leere Tasse in die Spüle, steckte sein Handy ein und machte sich auf den Weg. Während er die Treppe von seinem Wohnbereich in die Werkstatt hinunterstieg, strich er sich noch einmal durch das mittlerweile nur noch leicht feuchte Haar.
      Unten angekommen, entriegelte er die Schlösser der Eingangstür neben dem großen Tor. Erst als er die Klinke hinunterdrückte, fiel sein Blick auf das schwarze T-Shirt, das immer noch über seiner Schulter hing.
      Na, das wird sie schon nicht stören. dachte er sich dabei und zuckte mit den Schultern.
      Er zog die Tür auf und stand Lilly mit freiem Oberkörper gegenüber.
      „Hey, grüß dich. Freut mich, dass es geklappt hat“, begrüßte er die Pinkhaarige.
      Ein leichtes Grinsen zuckte um seinen Mund, dann deutete er auf die Treppe hinter sich.
      „Komm rein und geh schon mal hoch zur Wohnung. Ich schließe nur kurz wieder ab.“
      Damit trat Jesse zur Seite und hielt ihr die Tür auf. Während er wieder abschloss, rief er noch hoch: „In der Küche steht Kaffee, falls du welchen willst. Tassen findest du in der Spülmaschine, die sind sauber.“
      Einen Augenblick später erklomm er die Treppe und stand dann wieder in seiner Wohnung. Erste jetzt nahm er auch sein T‑Shirt von der Schulter und zog es endlich mal an.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


      Quelle
    • Lilly hatte gerade den Helm unter den Arm geklemmt und sich eine pinke Haarsträhne aus dem Gesicht gestrichen, als die Gegensprechanlage neben der Tür zum Leben erwachte. Ein kurzes Knacken, dann drang Jesses Stimme etwas blechern aus dem Lautsprecher. „Bin gleich da.“

      „Lass dir Zeit. Ich laufe nicht weg“, erwiderte sie mit einem leichten Schmunzeln, obwohl sie nicht sicher war, ob er sie überhaupt hören konnte. Während sie wartete, ließ sie den Blick über das Werkstattgelände schweifen. Sie war inzwischen einige Male hier gewesen, trotzdem nahm sie jedes Mal neue Kleinigkeiten wahr. Jesse schien ein Mensch zu sein, der seine Arbeitsumgebung ganz nach seinen eigenen Vorstellungen gestaltete. Praktisch musste es sein, funktional und vermutlich möglichst frei von Dingen, die er nicht gebrauchen konnte. Lilly konnte das durchaus nachvollziehen. Auch ihr eigener Arbeitsplatz war alles andere als repräsentativ. Zwischen mehreren Bildschirmen, Kabeln, technischen Bauteilen und gelegentlich einer leeren Kaffeetasse herrschte ein kreatives Chaos, das für Außenstehende vermutlich eher nach einem Elektronikschrottplatz aussah.

      Als sich schließlich die Tür öffnete, wandte sie sich wieder ihrem Gastgeber zu. Ihr Blick wanderte zunächst in sein Gesicht, dann allerdings unweigerlich ein Stück tiefer. Jesse stand mit freiem Oberkörper vor ihr, das blonde Haar noch leicht feucht und ziemlich zerzaust. Offenbar hatte sie ihn tatsächlich aus dem Bett beziehungsweise aus seiner morgendlichen Routine geholt. Das Bild, das sich ihr bot, würde sie als angenehm bis hübsch bezeichnen. Jesse war wahrlich kein Mann, der sich verstecken musste, doch die Pinkhaarige hatte wirklich genug von Männern. So hob sie für kurzen Moment amüsiert eine Augenbraue. „Na, das nenne ich mal einen herzlichen Empfang.“

      Ein freches Grinsen legte sich auf ihre Lippen. Sie war schließlich nicht blind, und Jesse war nun wirklich kein Mann, dessen Erscheinung man einfach übersehen konnte. Trotzdem ließ sie es bei dem kurzen Kommentar bewenden. Sie war nicht hier, um ihn aus dem Konzept zu bringen, und hatte auch wenig Interesse daran, irgendwelche falschen Erwartungen zu wecken. Sie trat an ihm vorbei, nachdem er ihr die Tür geöffnet hatte, und warf ihm über die Schulter noch einen kurzen Blick zu. „Und keine Sorge, ich werde dir nicht die Wohnung auseinandernehmen, während du abschließt.“

      Mit dem Helm unter dem Arm und ihrem Rucksack auf der Schulter stieg sie die Treppe hinauf. Oben angekommen, blieb sie zunächst einen Augenblick stehen und ließ den Blick durch den Wohnbereich schweifen. Es war das erste Mal, dass sie seine privaten Räumlichkeiten betrat. Bisher hatte sich ihre Bekanntschaft hauptsächlich auf die Werkstatt und berufliche Angelegenheiten beschränkt. Ein kleiner Einblick in sein Leben abseits der Arbeit war das also durchaus. Nicht, dass sie daraus gleich irgendwelche Schlüsse ziehen wollte. „Kaffee klingt übrigens hervorragend“, rief sie ihm entgegen, als sie seine Stimme von unten hörte. „Ich glaube, ich brauche heute mindestens intravenöses Koffein.“ Sie stellte ihren Rucksack neben einem freien Platz ab und legte den Motorradhelm daneben. Anschließend steuerte sie die Küche an und öffnete die Spülmaschine, um nach den angekündigten Tassen zu suchen. Tatsächlich fand sie dort einige saubere Exemplare, nahm eine heraus und schenkte sich Kaffee ein. Während sie darauf wartete, dass die Tasse voll wurde, fiel ihr Blick auf die Kaffeemaschine und anschließend auf die Küche.

      „Du hast also tatsächlich Kaffee im Haus. Ich hatte schon befürchtet, ich müsste unsere geschäftliche Beziehung direkt wieder überdenken.“ Mit einem zufriedenen Seufzen nahm sie die Tasse und lehnte sich locker gegen die Arbeitsplatte. Erst jetzt wurde ihr bewusst, wie müde sie eigentlich war. Die Nacht am Rechner hatte länger gedauert als geplant, und auch die anschließende Zeit in der Armenspeisung hatte ihren Teil dazu beigetragen, dass ihre Energiereserven inzwischen ziemlich überschaubar waren. Sie nahm einen vorsichtigen Schluck und verzog kurz das Gesicht. Der Kaffee war heiß, aber genau richtig kräftig. Als Jesse schließlich ebenfalls wieder oben auftauchte, fiel ihr Blick kurz auf sein inzwischen angezogenes T-Shirt. Sie grinste. „Schade. Ich hatte mich gerade an den Empfang gewöhnt.“ Der Kommentar kam locker über ihre Lippen, bevor sie die Tasse wieder anhob. Dann wurde ihr Ausdruck ein wenig ernster. Nicht vollkommen, aber zumindest so weit, dass Jesse erkennen konnte, dass sie nicht nur zum Kaffeetrinken hier war.

      „Aber gut, genug davon. Ich hoffe, ich habe dich nicht allzu unsanft aus dem Bett geholt. Du siehst jedenfalls nicht gerade aus, als hättest du heute Morgen schon einen Marathon hinter dir.“ Sie stellte ihre Tasse auf der Arbeitsfläche ab und verschränkte locker die Arme vor der Brust. "Wenn ich mich recht erinnere, wolltest du über einen möglichen Auftrag reden?" Sie sah den großen Blonden fragend an, während sie weiter an die Küchentheke gelehnt war.