The Northern Flower & The Southern Sun [Royal&Yumi]

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    • Vielleicht wollte Kreos doch keine Kinder haben. Für einen Moment starrte auch er Azrael an, als müsse er sich verhört haben. Oder als wäre er im falschen parallel Universum gelandet. Waren alle Kinder so? Oder war ausgerechnet ihr Thronprinz etwas... ganz besonders.
      Wieder seufzte er tief und schlug sich den Kppf gegen die Stirn, als ihm bewusst wurde, dass es diese Worte wirklich gehört hatte.
      "... was solltest du auch damit zu tun haben?", starrte er Anwar mit einem Blick an, der deutlich machte, dass er gerade nicht in der Stimmung für Scherze war.
      "Will ich überhaupt wissen, wie der Käfer da rein gekommen ist? Komm schon, einmal kräftig schnäuzen.", hielt er das Stofftaschentuch an Azraels Nase.
      Die Arbeit mit Kinder war wirklich keine saubere.
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    • "Ich habe ihn selbst reingesteckt!", gestand Azrael sofort ohne den kleinsten Anflug von Scharm. Wie konnte ein Thronprinz, der normalerweise immer für sein Alter sehr intelligent war, manchmal nur so unfassbar dumm sein?!

      Anwar wäre am liebsten im Erdboden versunken. Der ganze Tag hatte so gut angefangen... aber gut, durch die ganzen Ereignisse konnte er mehr Zeit mit dem hübschen Nanny verbringen...
      Aber warum dachte sein Neffe nur, dass es eine gute Idee ist, sich einen Käfer in die Nase zu stecken?
      "Er kitzelt so witzig in der Nase!"
      Wie als hätte die Wache es beschworen, hatte Azrael ihm auch schon die Antwort gegeben. Er schüttelte seinen Kopf und fuhr mit seiner Hand langsam über sein Gesicht.
      "Bei den Göttern...", murmelte er und schüttelte leicht seinen Kopf. "Azrael, bitte... tue, was Kreos dir sagt.", er versuchte streng zu klingen - wirklich, er versuchte es! - doch klang es bei seinem Neffen eher wie ein flehen.

      Azrael verzog leicht sein Gesicht während er mit einem leichten schmollen zu seinem Nanny herauf blickte.
      Aber selbst er wusste, das dies nicht der richtige Zeitpunkt war, weiter zu diskutieren.
      "Na gut...", murmelte er leise und schnäuzte fest ins Stofftaschentuch - sogleich schoss ein kleiner - noch lebendiger - grüner Käfer aus der Nase des Prinzen und summte wütend, als würde es seinen Unmut Luft machen wollen.
    • Er hatte... er hatte WAS?! Kreos wünschte Azrael hätte einfach nichts gesagt und ihn im Glauben gelassen, dass der Käfer versehentlich in seine Nase gekommen war. Das arme kleine Ding. Der Schwarzhaarige mochte keine Käfer, hasste die Dinger sogar, aber selbst ihm tat das Tierchen leid.
      Also blickte er dem brummenden Käfer mit einem entschuldigenden Blick nach bis er nicht mehr zu sehen war.
      Trotzdem musste er noch etwas dazu sagen. Erziehung und so. In diesen wenigen Morgenstunden hatte er bereits so viel, was er Azraels Eltern sagen musste. Ob er das mit dem Käfer für sich behielt, musste er sich nicht überlegen.
      "Nun hör mal, Azrael. Thronprinzen stecken sich keine Käfer in die Nase, hörst du? Was wenn er da fest steckt und nicht mehr raus kommt? Wenn wir deine Nase ab machen müssen, damit es raus kann? Was soll nur dein Zukünftiger von dir halten, wenn du vor ihm am Altar ohne Nase stehst?", war Kreos nicht mal mehr nach schimpfen zu Mute und er seufzte nur und schüttelte den Kopf. Auch wenn er bereits seit zwei Jahren auf das Kind aufpasste, konnte er noch immer schlecht einschätzen, was bei ihm hängen blieb und was nicht.
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    • Mit jedem Wort, das Kreos sprach, wurden die Augen des Thronprinzen ein klein wenig größer. Purer Schrecken breitete sich auf seinem Gesicht aus, als sein Nanny davon sprach, wie man ihm die Nase abmachen würde.
      Sofort sah er zu seinem Onkel, um dessen Reaktion zu beobachten.
      Anwar – die reine Seele – wusste sofort, dass er nun besser mitspielen sollte. Auch wenn es ihm nicht gefiel, seinen kleinen Neffen so verängstigt zu sehen.
      Er verschränkte die Arme vor seiner breiten Brust und nickte mit einem ernsten Gesichtsausdruck, um Kreos' Aussage zu bestätigen. „Kreos hat recht, Azrael. Oder was ist, wenn du das nächste Mal einen Käfer erwischst, der dich von innen beißt? Dann hast du ganz viele Löcher in der Nase.“
      Azraels Augen wurden noch größer und er hielt sich hastig beide Hände vor die Nase. Die Vorstellung, eine löchrige Nase – oder gar keine Nase mehr – zu haben, zeigte offensichtlich sofort ihre Wirkung.
      „O-okay, okay, i-ich mach es nie wieder!“, quietschte er und schüttelte hastig den Kopf.

      Und Anwar? Anwar grinste Kreos mit einem wissenden Funkeln in den Augen an. Das hatte wohl gewirkt.
    • "Gut.", nickte Kreos mit einem Lächeln auf dem Lippen, einem echten, erleichterten dieses Mal, denn er hoffte dass die Sache damit erledigt war und der Junge eine solche Dummheit nicht nochmal tat. Kamen alle Kinder auf solche dämlichen Ideen?
      Und im Gegensatz zu Anwar hatte Kreos keine Gewissensbisse dem Jungen ein wenig Angst zu machen. Wenn es nun Mal nicht anders ging.
      "Nun denn, dann verabschieden wir uns mal, werter Onkel. Der Junge hat eine Menge an Schreibarbeit vor sich, am besten fangen wir gleich damit an, damit er bis zum Abendessen fertig ist.", nickte er Anwar zum Abschied zu und nahm Azraels Hand in seine. Nicht dass er wieder einen Baum hoch kletterte.

      "Du wirst nicht glauben, was der Junge heute wieder angestellt hat.", begrüßte Kreos seinen besten Freund - und Arbeitgeber - Samir mit einem Seufzen, als er sich zu ihm an den Tisch setzte. Sogleich goss er sich einen Tee ein, den konnte er gerade gebrauchen.
      "Erstmal musste er - natürlich, wie sollte es auch anders sein - mal wieder auf einen Baum klettern. Aber nicht irgendeinem... Nein! Er musste sich unbedingt diesen alten Baum aussuchen!", berichtete er Samie vom heutigen Morgen ohne Punkt und Komma, "Und dann hat sich der Junge auch noch absichtlich... absichtlich! Einen Käfer in die Nase geschoben."
      Kreos konnte es einfach noch immer nicht glauben.
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    • Zunächst hörte der Omegakönig seinem besten Freund nur schweigend zu - sein Gesicht verriet seine Gedanken nicht.
      Doch nachdem Kreos seinen Satz beendet hatte, setzte er seine Teetasse mit einem Klicken auf seinen Unterteller.
      "Er hat sich... einen Käfer absichtlich in seine Nase geschoben?", frage er noch einmal nach, um sicher zu gehen, dass er sich nicht verhört hatte.
      Bei dem Gesichtsausdruck des anderen Omegas war er sich jedoch sicher, dass er sich nicht verhört hätte.
      Er schloss seine Augen und atmete tief ein. Als er die Augen wieder öffnete, schüttelte er leicht seinen Kopf. "Das ist Ashamads Schuld. Der Junge ist viel zu sehr wie sein idiotischer Alpha-Vater.. meine Gene hatten gar keine Chance.", seufzte er, doch in seiner Stimme lag deutliche Wärme und Liebe für seinen Ehemann und seinem jüngsten Sohn.
      "Wie hast du ihn bestraft?", fragte er nun und blickte sein Gegenüber wieder an.
    • "Wenigstens die Zwillinge haben mehr von deinen Genen abgekriegt, hoffen wir das bleibt so.", antwortete Kreos mit einem Seufzen uns klopfte dem Anderen auf die Schulter, fast schon tröstend.
      Er verstand immernoch nicht so recht, was Samir an seinem Alpha Ehemann so fand, am Tag seiner Hochzeit hatte er die Nase gerümpft. Kreos war sich so sicher gewesen, dass er Nein sagen würde, vor allem als der Alpha beim Anblick des Kronprinzen über seine eigenen Füße gestolpert war. Oder als er gezögert hatte und Samir nur angestarrt hatte, als Samir gelacht hatte. Aber nein. Sie heirateten. Und bekamen Kinder.
      Natürlich freute er sich für seinen besten Freund, Samir wirkte glücklich. Er war glücklich, dass konnte Kreos deutlich in seiner Stimme hören.
      Und auch wenn er es noch immer nicht ganz verstand, freute er sich für Samir. Und hatte sich mit Ashamad abgegeben. Eine stumme Allianz gebildet, als ihnen beide bewusst wurde, wie Samir ihnen Beiden war.
      Und nun? Kümmerte sich Kreos um Samirs Sohn, den Kronprinzen persönlich. Anfangs hatte er sich gefragt, wieso ein fünfjähriger so früh zum Kronprinzen ernannt worden war. Doch sobald er mit dem Unterricht begonnen hatte, wurde ihm schnell klar, warum.
      Auch wenn er sich in solchen Momenten fragte, ob es wirklich die richtige Entscheidung war.
      "Natürlich hab ihm in schreiben lassen, bis ihm seine Hand weh tat. Spätestens jetzt dürfte er unsere Verfassung auswendig können.", gab er mit einer Selbstverständlichkeit von sich und nahm einen Schluck von dem Tee.
      "Außerdem... hat der Junge sich heute früh raus geschlichen, um einen Blick aus dem Jungen aus dem Norden zu bekommen.", blickte er auf und war offensichtlich gespannt auf die Reaktion des Königs.
      Kreos hatte ihn gewarnt. Wenn er nicht sofort runter kam, würde er es seinen Eltern erzählen. Und alles was er Samir erzählte bekam Ashamad früher oder später mit. Dieses Mal war es wohl früher.

      "Oh. Das hab ich in seinem Alter auch gemacht.", nickte Ashamad der Kreos wohl gehört hatte und näherte sich den Beiden mit einem Blumenstrauß in den Händen. Er war offensichtlich stolz auf seinen jüngsten Sohn. Auch wenn er das eigentlich nicht sein sollte.
      "... ich will euch nicht stören, aber bei diesen Blumen musste ich einfach an dich denken. Frisch aus dem Garten.", kniete Ashamad und präsentierte Samir die strahlend blauen Blumen.
      Und Kreos? Der rollte die Augen bei dem Anblick.
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    • Ein tiefes Seufzen entwich Samirs Lippen. Sein bester Freund hatte recht: Wenigstens hatten die Zwillinge mehr von seinen Genen abbekommen als Azrael.
      Azrael war nicht nur ein Abbild seines idiotischen, liebenswerten Alpha-Vaters, sondern hatte auch dessen Charakter eins zu eins geerbt.
      Der Omegakönig konnte nicht anders, als sich an den Tag seiner Hochzeit zurückzuerinnern. An Ashamad und daran, wie dieser vor lauter Nervosität über seine eigenen Füße gestolpert ist.
      Samir war sich sicher, dass genau das der Moment gewesen war, in dem er gewusst hatte, dass er diesen Mann an seiner Seite haben wollte. Nicht nur wegen seiner tollpatschigen Art, sondern auch wegen des Ausdrucks in seinen Augen.
      Diese ehrliche, reine Liebe, wie er sie noch nie zuvor bei jemandem gesehen hatte...

      Er nickte, als Kreos ihm von den Schreibübungen erzählte, die er Azrael hatte machen lassen. Gerade wollte er etwas dazu sagen, als ihn die nächsten Worte seines besten Freundes innehalten ließen.
      Azrael... hatte was gemacht? Hatte er das gerade richtig verstanden?
      Natürlich stieß genau in diesem Moment Ashamad dazu, der auch noch voller Stolz verkündete, dass er dasselbe im gleichen Alter getan hatte.
      Samir unterdrückte ein weiteres tiefes Seufzen. „Die Geschichte wiederholt sich...“, murmelte er leise, mehr zu sich selbst als zu den anderen.

      Er betrachtete seinen Ehemann, welcher nun vor ihm kniete und ihm einen Strauß strahlend blauer Blumen präsentierte.
      Die Mundwinkel des Omegas zuckten leicht, ehe er sich vorbeugte und seine Lippen sanft auf die Stirn seines Alphas drückte.
      "Sie sind wunderschön... ich danke dir vom ganzen Herzen.", flüsterte er ihm zu und nahm den Blumenstrauß entgegen.
      "Aber dennoch... ist Azraels verhalten nicht in Ordnung. Und du - als sein Alpha-Vater - solltest mit ihm sprechen, findest du nicht auch?", fragte er, obwohl es eher eine nachdrückliche Anweisung war.
    • Ashamad strahlte aus tiefstem Herzen als er das Lob seines Ehemanns erhielt und seine Wangen färbten sich leicht rötlich, als Samirs Lippen seine Stirn berührten. Zu gerne hätte er ihn nun in seine Arme geschlossen, aber Ashamad wusste, dass Samir das in diesem Moment nicht wollen würde. Immerhin störte er ihn beim Tee mit Kreos. Nun gut, wahrscheinlich wäre Kreos wütender auf ihn als Samir.
      Lächeln erhob er sich und nickte eifrig.
      "Natürlich, natürlich. Das werde ich sofort tun.", hätte er auch ohne den nachdrücklichen Ton in der Stimme seines Ehemanns zugestimmt und beugte sich kurz vor, um Samir einen Abschiedskuss auf die Wange zu geben.
      Dann nickte er Kreos zu und hob die Hand zum Abschied, ehe er sich auf den Weg zu seinem Sohn machte.

      "Ich verstehe immer noch nicht, was du an dem findest.", gab Kreos mit einem tiefen Seufzen von, nachdem Ashamad gegangen war. Als ob es keine anderen Alphas gab, die einem Blumen schenkten.
      Nun gut, er musste es ja nicht verstehen.
      "... wusste gar nicht, dass er dich schon vor der Hochzeitszeremonie gesehen hat."
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    • Samir hatte seinem Ehemann noch einen langen Moment nachgeblickt. Die Blumen, die er von ihm geschenkt bekommen hatte, drückte er noch immer sanft an sich.
      Er liebte diesen Mann und ihre gemeinsamen Kinder mehr als alles andere auf dieser Welt. Nichtsdestotrotz musste Ashamad mit Azrael sprechen. Der Junge war seinem Vater einfach viel zu ähnlich...

      Langsam wandte er sich wieder seinem besten Freund zu. Er kannte dessen Geschichte – natürlich kannte er sie. Immerhin war er dabei gewesen. Das sein bester Freund keine eigenen Kinder bekommen konnte... dass ihre Kinder niemals beste Freunde werden würden, so wie sie es sich damals immer gewünscht hatten...

      „Ich wusste einfach, dass Ashamad derjenige ist. Es ist ein Gefühl, das schwer zu beschreiben ist, wenn man es nicht selbst erlebt hat.“, erklärte er vorsichtig.
      Seine Mundwinkel zogen sich zu einem leichten Lächeln, ehe er einen Schluck von seinem Tee nahm.
      „Nun... er hat eher meine Stimme gehört, als dass er mich gesehen hat.“, gestand er und fügte unschuldig hinzu: "Habe ich das nie erzählt? Er hat mich genauso aufgesucht wie Azrael den jungen Prinzen Papillion.“
      Samir schüttelte leicht den Kopf. „Alphas...“, seufzte er und stellte seine Teetasse wieder ab, ehe er das Thema wechselte:
      „Ich habe dich heute mit Anwar gesehen... vom Balkon aus.“

      Währenddessen …

      Azrael befand sich in seinem Gemach. Seine Hand schmerzte noch immer von den vielen Schreibübungen, die seine Nanny ihn zur Strafe hatte machen lassen, weil er auf den Baum geklettert war.
      Doch das war dem jungen Thronprinzen in diesem Moment egal. Er war ganz auf das Pergament vor sich und die Feder in seiner Hand konzentriert. Immer wieder tunkte er die Spitze in die schwarze Tinte und ließ sie mit vorsichtigen Bewegungen über das Pergament gleiten.
    • Kreos seufzte nur und lehnte sich mit vor der Brust verschränkten Armen in seinem Sitz zurück. Immer das selbe. Man muss es selbst erleben hier, man wird es wissen, wenn es der Richtige ist da. Und hier war Kreos und verstand es nicht. Er war aber auch nicht bereit es noch einmal zu versuchen. Nicht jetzt.
      "Nein... ich glaube nicht.", runzelte der Omega die Stirn und versuchte sich daran zu erinnern. Zu seiner Verteidigung: er erinnert sich an eine Menge aus den Jahren als junger Erwachsener nicht.
      "Aber ich glaube bei mir hat das niemand versucht.", zumindest hatte er nichts davon gehört. Wie oft war er verlobt gewesen? Vier oder fünf Mal? Vielleicht waren es auch sechs. Oder nur drei.
      "... und? Wenn du mich darüber informieren willst, dass er der Bruder deines Ehemanns ist: Azrael hat mich freundlicherweise heute früh eingeweiht. Jemand hätte es mir ruhig früher verraten sollen. Dann hätte ich nur halb so sehr mit ihm geschimpft, dass er Azrael ständig mit Süßkram versorgt.", seufzte Kreos und griff wieder nach seinem Tee. Der einen Schuss vertragen könnte.

      Währenddessen klopfte Ashamad an die Tür seines Sohnes, wartete nur wenige Sekunde und betrat den Raum, als er keine Widerworte hörte.
      "Azrael. Wir müssen reden. Du... was machst du da?", wurde er recht schnell abgelenkt und versuchte seinem Sohn über die Schulter zu blicken.
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    • Samir erstarrte und für einen Moment weiteten sich seine Augen.
      „Azrael hat... was?“, begann er, doch schon wieder entwich seinen Lippen nur ein tiefes Seufzen. Jap... der Junge war definitiv wie sein Alpha-Vater.
      „Es tut mir leid, Kreos. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich dich von Anfang an in das Geheimnis eingeweiht. Doch Anwar wollte selbst, dass es geheim bleibt, damit er nicht anders behandelt wird und einfach nur als königliche Wache angesehen wird.“
      Seine Mundwinkel zuckten leicht, ehe er... zu lachen begann. Offen, laut und ehrlich.
      „Und außerdem... darfst du ruhig weiterhin mit ihm schimpfen, wenn er Azrael mit zu vielen Süßigkeiten versorgt. Auch ein Prinz sollte solche Dinge nur in Maßen genießen.“
      Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und musterte seinen besten Freund, der ihm gegenübersaß.
      „Übrigens... habe ich gesehen, wie er dich angesehen hat, als du ihm den Rücken gekehrt hast. Und dein Lächeln ist mir auch nicht entgangen."


      Azrael erschrak, als sein Vater plötzlich sein Gemach betrat. Er hatte damit gerechnet, dass Kreos bereits vom Teetrinken mit seinem anderen Vater zurückgekehrt sein würde.
      Seine Wangen färbten sich rot und hastig versuchte er, das Pergament umzudrehen. In seiner Eile stieß er dabei versehentlich das kleine Tintenfass um.
      Er quietschte erschrocken auf und hielt das Pergament gerade noch rechtzeitig hoch, damit es nicht von der schwarzen Flüssigkeit durchtränkt wurde.
      „V-Vater! W-was machst du denn hier?“, fragte er und sah mit riesigen Augen zu ihm auf.
    • "Mhmmmm... denkst du wirklich, dass ich ihn dann anders behandelt hätte?", gab Kreos mit einem Blick von sich, der deutlich machte, dass er das nicht getan hätte, ehe er sich mit einem Seufzen und vor der Brust verschränkten Armen zurück lehnte.
      "Hast du eine Ahnung, wie peinlich es im Nachhinein ist, wie oft ich ihm gesagt habe, dass er den Jungen nicht daran gewöhnen soll von Fremden Süßigkeiten anzunehmen? Und dann war er die ganze Zeit über nicht mal ein Fremder.", seufzte er tief, doch es war deutlich, dass es ihm überhaupt nicht peinlich war. Wenn dann war er etwas sauer und beleidigt darüber, dass Anwar es ihm nicht selbst gesagt hatte. Ein bisschen.
      Als er jedoch Samirs Wort vernahm, kniff er die Augen zusammen und lehnte sich etwas vor, betrachtete seinen besten Freund als wüsste er nicht so recht, ob das ernst gemeint oder doch nur ein Scherz war.
      Als deutlich wurde, dass es kein Scherz war, verzog er das Gesicht.
      "Vielleicht hat Azrael doch mehr von dir. Das mit dem Lächeln sagt er auch. Als würde ich sonst nie normal Lächeln.", seufzte der Schwarzhaarige und fuhr sich durchs Haar.
      "... Du weißt doch, dass ich nicht bereit für sowas bin. Noch nicht.", und er war sich nicht sicher ob er das jemals sein würde.

      "... Vater?", hob Ashamad eine Augenbraue. So nannte ihn Azrael nur, wenn er etwas falsch gemacht hatte. Also schnappte er sich kurzerhand das Pergament aus der Hand seines Sohnes und... "... nicht schlecht.", nickte er anerkennend.
      "Ich glaube aber sein Kinn war ein bisschen mehr...", wollte er seinem Sohn gerade konstruktive Kritik mitgeben, ehe er sich daran erinnerte, wieso er überhaupt hier.
      Also räusperte er sich kurz.
      "Ich meine du solltest es doch besser wissen, Azrael. Du weißt doch, dass du ihn nicht aufsuchen sollst.", dabei hatte er damals genau das selbe getan.
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    • Samir konnte in diesem Moment nicht anders, als ein weiteres Mal amüsiert zu kichern. Er hielt sich eine Hand vor den Mund und versuchte, sein Lachen – mehr schlecht als recht – mit einem leichten Husten zu verbergen.
      „Nun gut.“, brachte er schließlich hervor, als er sich wieder etwas beruhigt hatte. „Nichtsdestotrotz hast du dem Jungen etwas Wichtiges beigebracht. Ganz davon abgesehen scheint sich Anwar nicht daran gestört zu haben. Sonst hätte er dich sicherlich selbst in das Geheimnis eingeweiht. Ich kann mir vorstellen... das er selbst es auch immer recht witzig fand.“
      Er lehnte sich zurück und sein Verhalten wurde wieder ein wenig ernster. Nachdenklich legte er eine Hand an sein Kinn, während er über die Worte seines besten Freundes nachdachte.
      „Ja, ich weiß...“, antwortete er schließlich. „Und du solltest dich auf nichts einlassen, was du nicht selbst von ganzem Herzen möchtest. Aber dennoch...“
      Er suchte den Blick seines besten Freundes, griff über den Tisch und nahm dessen Hand in seine.
      „Lass mich dir eines mitgeben: Wenn du dich immer nur verschließt und niemanden an dein Herz lässt, ist dein Leben irgendwann vorbei. Und vielleicht war der Richtige schon die ganze Zeit Teil deines Lebens.“


      Azrael quietschte ein weiteres Mal auf, als sein Vater ihm das Pergament aus der Hand nahm. Sofort stieg Panik in ihm auf und er wedelte hektisch mit seinen tintenbeschmierten Händen.
      „N-nicht gucken!“, flehte er, aber es war bereits zu spät.
      "S-sein Kinn?", fragte er un blinzelte mehrfach. Als wäre er sich nicht sicher, ob er seinen Vater gerade richtig verstanden hatte.
      Nachdem sein Vater sich aber geräuspert hatte, setzte der junge Prinz allerdings seine besten Hundeaugen auf. Als wüsste er nicht, wovon gerade gesprochen wurde.
      "Wem aufsuchen?", fragte er unschudlig.