The Northern Flower & The Southern Sun [Royal&Yumi]

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    • "... was...?", starrte Papillion Naveen einfach nur an, blinzelte ein paar Mal, während er einen Moment brauchte um diese Information zu verdauen.
      Naveen. War das Biest.
      Das machte fast noch weniger Sinn, als dass Omegas Berge waren.
      "A-aber... wie...?", er hatte noch nie davon gehört, dass Biester eigentlich Menschen waren.
      "... liegt es an dem Feuer in deinen Adern...?", flüsterte er verschwörerisch. Vielleicht waren ja alle Menschen von Nashara so?
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    • Nun konnte Naveen nicht mehr an sich halten und er brach im lauten, amüsierten Gelächter aus. Er lachte so stark, dass er sich bereits seinen Bauch halten musste und sich Tränen in seinen Augenwinkeln sammelten.
      "A-an... dem F-feuer...in meinen Adern?", fragte er lachend und wischte sich die ersten Lachtränen mit seinem Zeigefinger fort.

      Als er sich wieder ein wenig beruhigt hatte, schüttelte er seinen Kopf. "Nein, nein, es liegt nicht an dem Feuer in meinen Adern... auch wenn das wirklich eine sehr interessante Theorie ist, Eure Hoheit.", sagte und grinste Papillion an.
      "Alle in meiner Familie können das... es ist ein Famlilienfluch.", fuhr er fort und damit der Prinz seinen Worten noch mehr glauben schenkte, verwandelte er sich direkt wieder zurück in einen Geparden.
    • Aber er sagte nicht, dass er kein Feuer in den Adern hatte, stellte Papillion fest. Er zuckte zusammen, als Naveen sich wieder in das wilde Tier verwandelte. Ein Tier, das er noch nie zuvor gesehen hatte, nicht einmal davon gehört.
      Er wirkte wie eine viel zu große Katze mit scharfen Zähnen und den Zügen eines Raubtiers.
      "... ein Fluch? Tut es weh?"
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    • Naveen streckte sich genüsslich und schüttelte sich einmal, bevor er seinen Blick wieder auf Papillion richtete.
      Natürlich konnte er ihm in dieser Gestalt nicht mit Worten antworten, weshalb er lediglich den Kopf schüttelte. Anschließend umrundete er den jungen Prinzen, um ihn sich von allen Seiten genau anzusehen.
      Schließlich trat er wieder vor ihn und stupste mit seiner feuchten Nase sanft gegen Papillions Handrücken. Fast so, als wollte er ihn stumm zu etwas auffordern.
    • Nachdem die anfängliche Angst verflogen war, beobachtete Papillion den Geparden mit Staunen in den Augen.
      Er zuckte überrascht zusammen, als Naveen seine Nase gegen seinen Handrücken stupste. Er blinzelte verwirrt, bevor er langsam seine Hand hob und ein erfreutes Kichern von sich gab, als das Tier seinen Kopf gegen seine Hand drückte.
      Er wurde mutiger, lehnte sich nach vorne und begann durch sein Fell zu streicheln.
      Er mochte Katzen wirklich. Auch in seiner Heimat waren sie die einzigen, die im Aufmerksamkeit schenkten. Auch wenn er oftmals dafür gescholten wurde, die Katzen an ihrer Arbeit zu hindern. Wenigstens hielten sie die Ratten und das Ungeziefer fern und waren damit nützlicher als er.
      Kurzerhand schüttelte Papillion den Kopf, um die negativen Gedanken zu vertreiben und gab einen erschrockenen Laut von sich, als er ein Gesicht am Fenster erblickte.
      "D-da...", hob er die Hand und zeigte nach draußen, doch das Gesicht war wieder so schnell verschwunden, dass sich Papillion nicht mehr sicher war, ob er es wirklich gesehen hatte.
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    • Ein zufriedenes Schnurren brummte in Naveens Kehle, als Papillion mit seiner Hand durch sein Fell streichelte.
      Er liebte es als Gepard gestreichelt zu werden. Für einen Moment schloss er seine goldenen Augen und drückte sich mit seinen Kopf immer wieder gegen die Hand des Prinzen, um nach noch mehr Streicheleinheiten zu bitten.

      Doch in dem Moment, in dem Papillion einen erschrockenen Laut von sich gab und in die Richtung des Fensters zeigte, stellte sich sein Fell auf und ein gefährliches Knurren folgte.
      Er wirbelte zum Fenster herum. Krallen ausgefahren und Reißzähne gefletscht, aber... am Fenster war nichts zu sehen.
      Langsam verengte er seine Augen, nahm erneut seine menschliche Form an und ging mit schnellen Schritten auf das Fenster zu.

      Er blickte hinaus, doch sah er nichts und niemanden.
      Langsam drehte er sich wieder zu Papillion um und blickte ihn mit einem verwirrten Gesichtsausdruck an.
      "Was ist das denn eben gewesen, Eure Hoheit? Was habt ihr gesehen?", fragte er, schritt auf ihn zu und hielt ihm seine Hand entgegen, um ihm beim aufstehen zu helfen.
    • "Da... da war jemand... glaube ich...", war sich Papillion da plötzlich selber nicht mehr ganz sicher.
      "Ich glaub ich hab da ein Gesicht gesehen... vielleicht... vielleicht hab ich es mir aber auch nur eingebildet...", murmelte er und ließ sich von Naveen aufhelfen.
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    • Währenddessen...

      Azrael rannte so schnell, wie seine Beine ihn tragen konnten.
      Er hatte ihn gesehen! Er hatte ihn gesehen!!! – Den Omega, den seine Eltern für ihn ausgewählt hatten! Und das, obwohl er ihn doch eigentlich erst am Tag der Hochzeit zum ersten Mal hätte sehen sollen!

      Er biss sich auf die Unterlippe und rannte noch schneller, um in sein Gemach zurückzukommen, bevor irgendjemand – im schlimmsten Fall sein Nanny – seine Abwesenheit bemerkte.
      Durch eine Seitentür gelangte er zurück ins Innere des Palastes. Geschickt passte er die Patrouillen der Wachen ab und öffnete im nächsten Moment auch schon mit einem leisen Knarren die Tür zu seinem Gemach.

      Vorsichtig spähte er hinein, ehe er hineinhuschte und zu seinem verlassenen Bett eilte, um sich wieder hineinzulegen.
    • Auf der anderen Seite des Palasts betrat ein erwachsener Omega das Zimmer des Kronprinzen mit einem Lächeln, dass nicht so recht seine Augen erreichen wollte.
      Kreos war für den Jungen verantwortlich, passte auf ihn auf und war sein Lehrer in einigen Fächern. Und er sorgte dafür, dass Azrael aufstand.
      "... junger Prinz? Dürfte ich wohl erfahren wo ihr so früh wart?", entging dem erwachsenen Mann nicht, dass der Junge schon seit einer Weile nicht schlief. Und das geschah nicht oft.
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    • Azrael erstarrte, als er die ihm so bekannte Stimme hörte.
      Ein kalter Schauer lief über den Rücken des Prinzen, während er seine Augen langsam auf seinen Nanny richtete.
      "I-ich?", fragte mit einer Stimme, die leider nicht so mutig klang, wie er es gehofft hatte.
      "Ich bin die ganze Zeit hier gewesen und habe geschlafen, Meister Kreos.", murmelte er unverständlich und vergaß dabei vollkommen den Fakt, dass er noch immer seine Schuhe trug, die man normalerweise natürlich nicht im Bett anhatte... und an denen zudem auch noch frische Erde klebte.
    • Kreos Lächeln wurde ein bisschen breiter und er trat langsam an den jungen Prinzen heran. Er hatte keine Eile darin die Fehler des Jungen offen zu legen. So offensichtlich wie sie waren.
      "Und woher mag dann das hier kommen?", pflücke er ein Blatt aus seinem Haar, "Und ich kann mich nicht daran erinnern, dass ihr mit Schuhen ins Bett gegen wärt...", legte er nachdenklich die Hand an die Wange.
      Vor allem dreckigen Schuhen.
      "... wollt ihr es mir sagen oder sollen wir die Schreibübungen verdoppeln?"
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    • Azraels Augen weiteten sich erschrocken und er schüttelte hastig seinen Kopf.
      Schreibübungen... er hasste Schreibübungen... mehr als alles andere auf dieser Welt.
      Er biss auf seine Unterlippe, während er einen Moment auf das Blatt blickte und dann zurück in das Gesicht seines Nannys.
      "I-ich...", begann er, überlegte, ob er nicht doch noch nach einer Ausrede suchen sollte. Aber er wusste, dass Kreos es durchschauen würde.

      "I-ich... wollte mir nur den anderen Prinzen anschauen...", murmelte er schließlich leise unter seinen Atem und sah beschämt auf seine schmutzigen Schuhe.
    • Sogleich hielt Kreos Inne und das Lächeln auf seinen Lippen erlosch. Er legte den Kopf schief und schien für einige Momente recht nachdenklich zu sein, bevor er ein tiefes Seufzen von sich.
      "Ihr wisst doch, dass ihr ihn nicht vor der Hochzeit sehen dürft.", setzte er sich an die Bettkante und half dem jungen Prinzen aus seinen Schuhen.
      Das auch sein Vater, König Ashamad, versucht hatte einen Blick auf seinen Verlobten vor der Hochzeit zu werfen, als er jung war, verschwieg er dabei. Vielleicht wusste es Azrael aber auch schon.
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    • Azrael biss ein wenig fester auf seine Unterlippe und wich den Blick von Kreos aus.
      "J-ja, aber... alle sprechen darüber, wie schön er ist... und ich... ich wollte das auch einfach sehen...", gab er mit kleinlauter Stimme zu und spielte dann in einer nervösen Geste mit dem Saum seines Gewandes.

      "E-es war wirklich nur ganz kurz!...", versicherte er, obwohl er jetzt bereits wusste, dass er jede Gelegenheit nutzen wird, um erneut einen Blick auf die Blume des Nordens zu werfen.
      Aber natürlich sagte er es Kreos nicht. Auch wenn der Thronprinz noch jung ist... er war nicht lebensmüde und wusste, dass er seinen Nanny nicht unterschätzen durfte.
    • "Mhmmm... nun gut. Ausnahmsweise werde ich deinen Eltern nichts davon erzählen.", zwinkerte Kreos ihm zu und stellte die Schuhe neben das Bett.
      "Und keine doppelten Schreibübungen.", fügte er mit einem zwinkern hinzu.
      "Nun denn, erhebt euch, junge Hoheit. Es wird Zeit für das Frühstück. Und danach beginnt der Unterricht."
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    • Azrael wagte es kaum erleichtert auszuatmen - wusste er doch, dass Kreos immer mit Vorsicht zu genießen war.
      "O-okay, vielen Dank Meister Kreos.", antwortete er und ein müdes Gähnen entwich seinen Lippen.
      Am liebsten hätte sich der junge Thronprinz direkt wieder ins Bett gelegt und weiter geschlafen. Doch war dies vermutlich alles andere als eine gute Idee.

      Also stand er auf und rieb sich in seinen Augen. Sein Haar noch immer leicht zersaust von seiner morgenlichen Unternehmung.
      "Warum seid Ihr eigentlich noch nicht versprochen, Meister Kreos?", fragte er plötzlich mit der Unschuld eines Kindes - welches er immerhin noch war - und blickte zu ihm auf.
    • Mit einem Lächeln bedeutete die männliche Nanny dem jungen Prinzen sich an den Frisiertisch zu setzen, als er die zerzausten Haare bemerkte.
      Während er nach der Bürste griff, dachte er über Azraels Frage nach. Wie teilte man einem Kind möglichst schonend mit, dass man noch kein Interesse an einer festen Beziehung hatte? Das man lieber etwas... Spaß hatte.
      "Ich habe den Richtigen einfach noch nicht gefunden, junger Prinz.", lächelte er, während er ihm das Haar kämmte.
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    • Azrael setzte sich an den Frisiertisch, ganz so, wie es ihm angedeutet worden war. Als Kreos begann, ihm die Haare zu kämmen, verzog er leicht das Gesicht. Er mochte es nicht, wenn man seine Haare anfasste, doch seine Eltern, seine Brüder und Kreos gehörten zu den wenigen Ausnahmen, bei denen er es zuließ.

      Er runzelte die Stirn und blickte seine Nanny durch den Spiegel an. „Aber...“, begann er, ehe er kurz innehielt. „Aber ich habe dich schon voll oft mit Onkel Anwar gesehen!"

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    • "... wie bitte?", hielt er mitten der Bewegung Inne und starrte den Jungen durch den Spiegel verwirrt an. Onkel Anwar? Hatte dieser Freigeist von einer Wache ihm etwa gesagt, dass er ihn so nennen soll? Denn es kann doch nicht sein, dass er wirklich Azraels Onkel war... oder? Nein, nein, nein... sowas müsste er doch wissen!
      "Ihr meint doch sicher diese Wache, die euch letztens ein paar gebrannte Nüsse geschenkt hat, oder? Wieso nennt ihr ihn denn Onkel?", setzte er das kämmen fort und versuchte sich zu beeilen.
      Immerhin wusste er zu gut, wie ungerne es der Junge mochte, dass man sein Haar anfasste. Er hatte drei Monate gebraucht, bis er Azrael dazu bringen konnte es über such ergehen zu lassen, als er mit der Stelle angefangen hatte.
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    • Bei dem Gedanken an gebrannten Nüssen, lief Azrael beinahe das Wasser im Mund zusammen.
      Sein Magen knurrte und der junge Thronprinz erinnerte sich daran, dass er heute noch kein Frühstück gehabt hatte.
      Er hatte kaum bemerkt, wie Kreos mitten in der Bewegung inne gehalten hatte. Aber dann blickte er seinen Nanny durch den Spiegel verwirrt an, als er dessen Frage hörte.

      Er nickte, um die Aussage mit den gebrannten Nüssen zu bestätigen. Onkel Anwar schenkte ihm häufig Süßigkeiten oder brachte ihm andere Geschenke (ganz zum Leidwesen seiner Väter) von den Reisen mit, die er ab und an antrat.
      "Na, weil er mein Onkel ist!", sagte er nun, als wäre dies das offensichtliche auf der Welt. "Papa und er sind doch Brüder!", fügte er hinzu und meinte damit offensichtlich Ashamad, da er nur ihn als "Papa" bezeichnete.

      "Bei Onkel Anwar lächelst du immer voll nett! Ich hab das gesehen, als du mich nicht gesehen hast!"