The Northern Flower & The Southern Sun [Royal&Yumi]

    • „Mango...“, murmelte Papillion, während er voller Konzentration das Stück an Fruch in seiner Hand betrachtete, als müsse er sich dessen Aussehen einprägen, bevor er einen weiteren Bissen nahm. Süß und erfrischend... sowas hatte er noch nie zuvor geschmeckt.
      Den Kopf schief legend betrachtete er die neue Frucht, die Naveen ihm entgegen hielt.
      „... Drachen...? Diese Frucht... stammt von Drachen...?“, murmelte er voller Ehrfurcht, doch bevor er das Stück nehmen konnte, war Ben näher gekommen und hatte es aus der Hand des Anderen genommen um es selber zu essen. Woraufhin er das Gesicht verzog.
      „Das ist ja nur Zucker und Wasser. Kein Wunder, dass hier alle so verweichlicht aussehen. Habt ihr hier überhaupt Krieger?“, beschwerte sich Ben und griff stattdessen nach einem weiteren Fleischspieß. Für einen Moment beäugte er die Teigtaschen... ehe nach einer Griff.
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    • Naveen blinzelte und konnte dann nicht anders, als leise zu lachen. "Aber nicht doch, Eure Hoheit! Diese Frucht stammt nicht von Drachen. Sie wurde nur so benannt, weil...", er hielt inne und legte nachdenklich seine freie Hand an sein Kinn.
      "Nun, ich schätze, weil die ungeschnittene Frucht sehr an ein Drachenei erinnert.", fuhr er seinen Satz fort.

      Doch als ihm im nächsten Moment die Frucht von dem Begleiter aus der Hand genommen wurde, verdunkelten sich seine Augen auf ein Neues.
      Wie konnte es dieser Tölpel nur wagen, dem Prinzen das Obst wegzuessen? Sich dann noch zu beschweren und die Krieger in Nashara in Frage zu stellen?
      Bevor irgendeiner reagieren konnte, blitzte eine versteckte Klinge unter dem Ärmel des Dieners hervor und legte sich im nächsten Augenblick an die Kehle des Kriegers.
      "Vorsicht.", schnurrte Naveen mit einem gefährlichen Schnurren und legte mit einem verspielten Lächeln seinen Kopf zur Seite.
      „Ihr vergesst wohl, dass selbst ein Diener Zähne zeigen kann, wenn man seinen Herrn bedroht. Zudem ist es nicht Weise, die Menschen in Nashara zu unterschätzen. Ihr tätet gut daran, besser auf Eure Zunge aufzupassen."
    • Instinktiv wich Ben einen Schritt zurück und hätte dabei fast die Teigtasche fallen lassen. Seine Augen weiteten sich, als er die Klinge an seinem Hals spürte. Er hatte Naveens Angriff nicht kommen sehen. Hatte nicht einmal bemerkt, dass der Junge eine Waffe bei sich trug.
      Er errötete. Schämte sich. Welch Blamage für einen Krieger.
      "... schon gut. Schon gut. Ich sag ja nichts mehr.", wandte Ben seinen Blick ab und konzentrierte sich lieber auf sein Essen.
      Dieser verdammte Diener hatte sein Ego verletzt. Damit musste er erstmal klar kommen.

      Papillion Währenddessen starrte die Szene mit großen Augen an.
      Naveen, welcher in seinen Augen nicht wie ein Krieger wirkte, hatte einen Jungen aus seiner Heimat, der seinen Speer die ganze Zeit bei sich trug, in Verlegenheit gebracht.
      Seine Augen leuchteten. Sein Respekt vor dem älteren Jungen wuchs nur.
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    • Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen, ließ Naveen die Klinge wieder unter seinen Gewändern verschwinden und wandte sich Papillion zu, als wäre nichts gewesen.
      "Wo waren wir?", fragte er und hielt dem Prinzen ein neues Stück Drachenfrucht entgegen.
      Als er das leuchten in den Augen des Jüngeren bemerkte, legte er jedoch leicht seinen Kopf schief. "Hm?"

      Bevor er jedoch etwas sagen konnte, klopfte es und die Tür öffnete sich einen Spalt. Eine Bedienstete blickte hinein und bei dem Anblick von Papillion, weiteten sich ihre Augen.
      Sie zögerte, brauchte einen Moment, bevor sie ihre Augen löste und auf Naveen richtete. "Naveen.", begrüßte sie und sprach dann wieder in fremder Zunge für Papillions und Bens Ohren.

      Naveen nickte langsam und sah dann wieder zurück zum Prinzen und seinen Begleiter. "Die Majestäten erwarten uns im Thronraum.", verkündete er und hielt Papillion bereits die Hand entgegen. Ben hingegen warf Naveen nur einen warnenden Blick zu.
    • Mit einem dankbaren Nicken nahm Papillion die Frucht entgegen, bevor die Bedienstete herein traf und der Junge etwas errötete, als er wieder so angestarrt wurde. So viel Aufmerksamkeit war er nicht gewohnt. Normalerweise ignorierte die Leute ihn eher, als ihn unverhohlen anzustarren. Und wenn sie es doch taten... dann sicherlich nicht mit dieser Bewunderung in den Augen.
      Er war froh, als sie sich wieder von ihm abwandte und stattdessen mit Naveen sprach.
      Er fragte sich, was das für eine Sprache war und ob er sie auch lernen müsse. Doch bisher schienen alle ihn verstehen können.

      "Oh... o-okay.", schluckte Papillion nervös, bevor er sich erhob und wie selbstverständlich die Hand des Anderen nahm. Währenddessen prüfte Ben sein Aussehen in einem Spiegel, ehe er den Beiden folgte.

      Papillion staunte, als sie vor den großen, schweren mit Gold und Edelsteinen verzierten Toren standen, die in den Thronraum führten. Die wurden angekündigt und die Tore öffneten sich für die kleinen Gruppe, während die Torwachen nicht aufhören konnten den Blonden Jungen anzustarren.

      Naveen führte die beiden vor das Königspaar und... Ben konnte nicht anders, als die Beiden zunächst einfach nur anzustarren. Er war sich schon beim ersten Blick bewusst, dass der Mann der auf dem Schoß des anderen saß ein Omega war, aber wieso war es der offensichtliche Alpha, der den Anderen fest an sich drückte und den Kopf gegen seine Seite gelegt hatte, während der Omega wenigstens noch versuchte in dieser Position königlich auszusehen?!
      Dann erinnerte sich Ben daran, dass er dem Königspaar dieses Landes gegenüber stand und beeilte sich auf ein Knie herunter zu sinken und seinen Kopf gesenkt zu lassen.
      Auch wenn er bisher nicht viel Respekt für dieses Land gezeigt hatte: vor den Majestäten hatte er ihn... noch.

      Währenddessen verbeugte sich auch Papillion. Doch statt wie Ben auf ein Knie zu gehen, kniete er sich vollständig hin und legte sich bei seiner Verbeugung fast schon auf den Boden, wie er es gelernt hatte.
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    • Samir blickte auf, als sich die Tore zum Thronsaal öffneten und der langersehnte Prinz aus dem Norden gemeinsam mit Naveen und einem weiteren, ihm unbekannten Gesicht eintrat.
      Zunächst sagte er nichts. Stattdessen richtete er sich auf dem Schoß seines Ehemanns ein wenig auf, um wenigstens eine gewisse Autorität auszustrahlen.

      Naveen trat an die Seite und verbeugte sich mit einer knappen Geste vor dem Alpha und dem Omega, ohne dabei auf die Knie zu gehen.
      „Eure Majestäten... darf ich vorstellen? Prinz Papillion und sein Begleiter, Sir Ben, aus dem Norden.“
      Samir nickte freundlich. „Willkommen in Nasha-“, - doch mitten im Satz weiteten sich seine Augen leicht, als er sah, auf welche Weise sich der Prinz vor ihm und seinem Ehemann verbeugte.
      Für einen Augenblick hätte man meinen können, er hätte einen Geist gesehen – so weit waren seine Augen vor Schreck aufgerissen.

      Im nächsten Moment erhob er sich bereits entschlossen vom Schoß seines Liebsten und stieg die wenigen Stufen hinab, die den erhöhten Bereich mit den Thronen vom restlichen Thronsaal trennten.
      Erst als er direkt vor Papillion zum Stehen kam, hielt er inne und blickte noch immer fassungslos zu ihm hinab.
      „Steh sofort auf.“, befahl er, doch in seiner Stimme lag keine Bosheit, sondern ehrliche Erschrockenheit.
    • Ben warf Naveen einen kurzen, genervten Seitenblick zu, als er ihn wieder als Sir ansprach, doch vor einem König wollte er nicht unerlaubt das Wort ergreifen.
      Er wunderte sich noch für einen Moment, wieso der Blonde sich nicht hinkniete, bevor er den Blick wieder auf den Boden richtete.
      Dann wurde er davon überrascht, dass ausgerechnet der Omega zuerst das Wort ergriff. Sicherlich war doch der Alpha der König der hier das sagen hatte, nicht wahr?

      Papillion zuckte zusammen, als er den Befehl des Königs hörte und zitterte leicht, als er aufblickte. Hatte... hatte er etwas falsch gemacht...?
      Zögerlich stand er auf. Verunsichert wollte er sich entschuldigen und fragen, ob er etwas falsch gemacht hatte, doch er bekam kein Wort heraus vor lauter Nervosität.
      Dabei halt es sicherlich nicht, dass Ashamad für einen Moment schmollte, nachdem sich sein Ehemann erhoben hatte, er ebenfalls aufstand und sich wieder hinter Samir stellte, um seine Arme um seine Taille zu legen und den Kopf auf dem seinen zu betten.
      Obwohl er es nicht wollte, wirkte er unfreundlich. Streng. Autoritär. Dabei sah sein Gesicht einfach so aus.
      "Omegas knien nicht.", fügte er mit dunkler, monotoner Stimme hinzu.

      Nun war es an Ben geschockt aufzublicken. Was soll das heißen, Omegas knien nicht?!
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    • Samir verengte für einen Moment die Augen und warf seinem Ehemann über die Schulter hinweg diesen einen Blick zu. Den Blick, bei dem ihre Söhne für gewöhnlich schnell das Weite suchten.
      „Ashamad.“, sagte er ernst und klopfte ihm mit der Hand auf den Handrücken. „Das ist nicht der richtige Zeitpunkt! Siehst du denn nicht? Das arme Ding scheint gar nicht zu verstehen, was hier vor sich geht!“, sprach er eindringlich, ehe er seinen Blick wieder auf den Prinzen richtete.
      Seine Miene wurde weicher, ebenso wie seine Stimme. „Aber mein Ehemann hat recht. Omegas knien in diesem Königreich nicht. Vor niemandem.“
      Für einen Moment wanderte sein Blick zu dem jungen Diener, der ihn aufmerksam erwiderte.
      „Sicherlich hat dir Naveen schon ein wenig über unser Königreich erzählt?“, fragte er, bevor sein Blick schließlich auf Papillions Begleiter fiel.

      „Erhebt Euch.“, forderte er ihn auf. Noch immer verstand er nicht so recht, weshalb das Schneekönigreich dem Prinzen überhaupt einen Begleiter mitgeschickt hatte.
      Naveen schien seinen fragenden Blick zu bemerken. „Sir Ben soll sicherstellen, dass Prinz Papillion seine Aufgabe erfüllt.“
      Samir erwiderte zunächst nichts. Stattdessen betrachtete er Ben einen langen Moment, ehe er schließlich das Wort ergriff.

      „Euch ist bewusst, dass diese Hochzeit erst stattfinden wird, wenn Papillion und unser Sohn volljährig sind? Also erst in vielen Jahren?"
    • Ashamad bemerkte den Blick und zuckte zusammen, schmollte, als sein Mann ihm gegen den Handrücken schlug und zog widerwillig die Hände zurück. Dabei wollte er ihm doch nur nahe sein, wenn sollte das schon stören?
      Ben war sich nicht sicher, ob es ihn störte. In erster Linie... verwirrte es ihn gewaltig.
      Und auch Papillion schien diese Stimmung nicht gewohnt zu sein.
      Er blinzelte das Königspaar an.
      "Hat... hat er...", murmelte er mit ein wenig Mut, "Ihr... ihr seid nett..."
      Schien der Junge vollkommen überrascht wegen dieser Tatsache zu sein.

      "... Ben. Nur Ben, eure... eure Majestät.", verbesserte er den Diener und verbeugte sich leicht. Er konnte es selber nicht glauben. Er verbeugte sich... vor einem Omega. Ein Omega sprach offen... ohne die Erlaubnis seines Alphas. Verdammt, ein Alpha sollte immer zuerst das Wort ergreifen! Er verstand nicht so recht, was hier vor sich ging. Als wäre er in einer komischen parallel Welt gelandet.
      "... wie... wie bitte...?", blickte Ben sprachlos auf.
      "Wie... wie viele Jahre denn genau wenn ich fragen darf... Majestät...?"
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    • Samir blickte den Prinzen einen Moment lang überrascht an, als dieser sie als nett bezeichnete.
      Er blinzelte ein paar Mal, ehe er schließlich zu lachen begann. Sanft und harmonisch, genauso wie sein Gesang.
      „Natürlich, mein Junge. Aber warum sollten wir denn nicht nett sein?“, fragte er lächelnd und strich ihm mit einer Hand zärtlich ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht. Fast so, als wäre Papillion sein eigener Sohn.

      Dann fiel sein Blick wieder auf Ben. „Nun gut, dann nur Ben.“, sagte er mit einem Nicken.
      Für einen Moment war er sich nicht sicher, ob er sich verhört hatte... aber hatte Naveen gerade gekichert? Hm.
      „Nun...“, begann er beinahe schon geheimnisvoll. „Volljährig ist man in Nashara mit 21 Jahren.“

      Dabei überließ er es seinem Gegenüber, selbst die Rechnung anzustellen. Dass Ashamad und sein eigener jüngster Sohn gerade einmal sieben Jahre alt waren, ließ er dabei ganz bewusst unerwähnt.
    • Papillion errötete, als ihm die Haarsträhnen aus dem Gesicht gewischt wurden. Gute... gute Frage. Warum sollte er auch nicht nett sein...? Er war sicherlich seine Schuld anzunehmen, dass es keine netten Könige gab, zumindest hatte er nie einen getroffen.
      Ihm fiel auf, dass das strenge Gesicht des anderen Königs sich in ein verliebtes Lächeln verwandelte, als er das Lachen seines Ehemanns sah. Wie verliebt er ihn ansah... Papillion hatte noch nie jemanden jemanden so ansehen gesehen.
      Schüchtern verschränkte er die Hände hinter dem Rücken, doch was der König als nächstes eröffnete, erschreckte auch ihn ein bisschen.
      Schnell zog er seine Hände hervor und versuchte an den Fingern abzuzählen was genau das für ihn bedeutete.

      Und Ben? Ben wurde kreidebleich, als er das hörte.
      "Ein... einundzwanzig...", wiederholte er und schien die Zahl bereits vor Augen zu haben. Was bedeutete, dass er neun ganze Jahre in diesem fremden Land verbringen müsste.
      Als ihm diese Aufgabe übertragen wurde, hatte er damit gerechnet vielleicht ein Jahr hier bleiben zu müssen, wenn überhaupt. Höchstens zwei. Aber neun?!
      Er hatte früher auf den heiligen Berg steigen wollen. Und nun würde er nicht einmal rechtzeitig zum Erwachsenen Alter wieder in seiner Heimat sein.
      Nein. Moment.
      "... gilt das auch für Omegas?", erkundigte er sich vorsichtiger, als er eigentlich wollte. Doch obwohl sein Gegenüber ein Omega war, konnte er nicht anders, als etwas Ehrfurcht vor diesem zu haben.
      Doch dann stand plötzlich der Alpha König hinter seinem Ehemann und sein Blick zwang Ben sofort auf die Knie.
      "Das gilt vor allem für Omegas, einfach nur Ben.", hallte seine strenge Stimme durch den Raum und Ben konnte kaum aufhören zu zittern.
      "V... v... Verzeihung...", brachte er mit Mühe heraus.
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    • Naveen musste sich eine Hand vor den Mund halten, um zu verhindern, dass jemand bemerkte, wie seine Mundwinkel amüsiert zuckten.
      Seiner Meinung nach hatte er Ben bereits zuvor deutlich genug zu verstehen gegeben, dass dieser besser auf seine Zunge aufpassen sollte. Und nun war genau das passiert, was Naveen eigentlich hatte verhindern wollen.

      Ausgerechnet vor dem Königspaar hatte Ben etwas gesagt - oder eher gefragt -, das Omegas benachteiligte.
      Aber gut... hoffentlich hatte er spätestens jetzt verstanden, dass es in Nashara kein leeres Gerede war, wenn man sagte, dass Omegas wie Gottheiten behandelt wurden.

      Samir starrte auf Ben herab. Seine Augen waren verengt, doch dann entwich ein tiefes Seufzen seinen Lippen und er legte eine sanfte Hand auf den Oberarm seines Liebsten.
      "Vergib ihm... er ist jung und sein Kopf wurde mit falschen Werten gefüllt... er wird lernen.", sagte er und wand sich dann wieder Papillion zu.

      „Auch wenn die Hochzeit erst in vielen Jahren stattfinden wird, bist du von nun an ein Teil des Königshauses und unserer Familie. Und deshalb...“, sagte er und holte eine fein verzierten Schatulle, die er vorsichtig öffnete.
      Darin lag eine goldene Kette, die als Anhänger das Siegel des Königshauses von Nashara trug – einen Phönix mit ausgebreiteten Flügeln.
      "Das ist unser Willkommensgeschenk an dich. Keine Pflichten, aber eine Wahl.", sagte er bedeutsam und mit einem glitzern in den Augen: hier sind Omegas frei.
    • Ashamad verengte die Augen und begutachtete den Jungen weiterhin streng trotz der Worte seines Ehemanns.
      Ben spürte den Druck des Alphas deutlich. Er war sich sicher, dass er nicht mal aufstehen könnte, wenn er es denn wollte.
      Doch dann schien sich der König zu entspannen und gab ebenfalls ein tiefes Seufzen von sich.
      "Nun gut. Dir sei verziehen.", und damit wandte sich Ashamad ebenfalls Papillion zu und Ben konnte endlich wieder richtig atmen.

      Die Augen des Jungen glänzten, als er das Schmuckstück in der Schatulle betrachtete. Er hatte noch nie ein solch feines Schmuckstück gesehen und dann wurde es ihm auch noch geschenkt?
      Vorsichtig entnahm er die Kette der Schatulle, fuhr mit den Finger die Kante entlang, spürte die kühle unter seiner Haut. Auch wenn er fast glaubte, dass eine innere Wärme von dem Phoenix ausging, so gut hatte der Künstler sein Werk getroffen.
      "... darf ich?", kniete sich Ashamad vor Papillion um auf Augenhöhe zu sein und trotz seines ausdruckslosen Gesichtsausdrucks hatte er keine Angst vor ihm. Er wusste, wie wütende Menschen aussahen. Wie Menschen aussahen, die ihn hassten oder verachteten. Und das war keines dieser Ausdrücke.
      Also nickte der Junge und mit einem kaum wahrnehmbaren, sanften Lächeln zog er ihm die Kette an.
      "Willkommen in der Familie, Papillion."

      Und Ben? War womöglich kurz vor einer Panikattacke.
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    • Und so verging der erste Tag für den Omega am Königspalast...

      Die früh aufgehende Sonne kündigte den nächsten Morgen an.
      Die Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg durch die Vorhänge und erhellten den Raum in goldenen Farben, während die Vögel ihre ersten Lieder zwitscherten.
      Der gestrige Tag ist gewesen - gerade für den Prinzen und seinen Begleiter - einfach nur Ben.

      Doch auch nachdem Papillion endlich eingeschlafen war, hatte Naveen gar nicht erst daran gedacht, ihn aus den Augen zu lassen. Als persönlicher Diener fühlte er sich für den Jüngeren verantwortlich und dachte gar nicht daran, seine Aufgabe auch nur für einen Moment zu vernachlässigen.

      Jedoch war am Morgen nichts von Naveen zu sehen. Stattdessen lag ein junger Gepard am Fußende des großen Bettes. Zusammengerollt und leise schnarchend, hob und senkte sich der Bauch des Tieres sanft mit jedem Atemzug.
    • Mit einem Gähnen erwachte Papillion am nächsten Tag durch den Schein der Sonne, die ihn sanft weckte. Es war eine Ewigkeit her, dass er nicht vor dem Sonnenaufgang wach sein musste. In der Kutsche hatte er auch nicht besonders gut geschlafen, umso ausgeruhter fühlte er sich jetzt.
      Bei dem Gedanken an den gestrigen Tag lächelte er. Er hatte so viele nette Menschen getroffen. Ohne groß darüber nachzudenken griff er nach der Kette um seinen Hals, doch als er sah wie sich etwas am Fußende des Bettes bewegte, erstarrte er.
      Etwas Mut fassend kniff er die Augen zusammen und beugte sich nach vorne, nur um es schon bald zu bereuen.
      Was er zunächst für ein Kissen gehalten hatte, stellte sich als wildes Tier heraus.
      Als Biest.
      Sogleich wich er mit einem erschrockenen Schrei zurück und fiel dabei aus dem Bett. Er zitterte vor Angst. Denn in seiner Heimat war man nicht müde geworden immer wieder zu betonen, dass er als Omega sterben würde, wenn er einem Biest begegnen sollte.
      "Na... naveen...?", wimmerte der Junge und krabbelte rückwärts über den Boden, während er die Augen nach dem Diener offen hielt.
      War er... gegangen als er schlief...?
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    • Als Papillions Schrei durch das Gemach hallte, öffnete das Raubtier langsam die Augen.
      Es war noch lange kein ausgewachsener Gepard. Das bedeutete jedoch nicht, dass es deshalb weniger gefährlich – weniger tödlich – war.
      Dann richtete das Tier seine goldenen Augen auf Papillion, der sich inzwischen auf dem Boden befand, und starrte ihn einen langen Moment lang einfach nur an. Erst als der junge Prinz nach seinen Diener rief, zuckten die Ohren des Geparden leicht.

      Im nächsten Augenblick sprang er mit einem Satz vom Bett und schritt gemächlich auf Papillion zu. Seine goldenen Augen waren dabei ununterbrochen auf dem jungen Prinzen gerichtet.
      Als er schließlich vor ihm zum Stehen kam, senkte er den Kopf und schnüffelte vorsichtig an seinem Gesicht, ehe er ihm mit seiner rauen Zunge einmal quer über das ganze Gesicht leckte.
    • Papillion gab ein Kreischen von sich und wedelte mit den Armen, um das Tier irgendwie zu vertreiben.
      "Nein! Friss mich nicht! Naveen! Naveen! Irgendjemand, Hilfe!", schrie er panisch mit Tränen in den Augen und suchte verzweifelt nach irgendetwas in der Nähe, womit er sich verteidigen könnte.
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    • Der Gepard hielt inne, als Papillion zu Kreischen begann. Das Tier blinzelte und legte dann verwundert den Kopf schief, als würde es die Panik des Prinzen nicht verstehen.
      Im nächsten Moment war der Gepard verschwunden und an dessen Stelle saß... Naveen.

      Noch immer hatte er seinen Kopf zur Seite gelegt und blickte Papillion erschrocken an. "Aber Eure Hoheit, so beruhigt Euch doch!", sagte er und hob seine Hände an, um zu zeigen, dass er keine Bedrohung darstellte.
      "Warum sollte ich Euch denn fressen? Nichts lege mir Ferner!", versuchte er ihn zu beruhigen, führte eine Hand an dessen Gesicht und wischte die Tränen sanft fort.
    • "... eh...?", hielt Papillion verwirrt Inne, als er die Stimme seines Dieners hörte. Dort wo gerade noch das wilde Tier gesessen hatte... saß nun Naveen.
      Er schniefte und zitterte noch etwas vor Angst, doch er beruhigte sich langsam wieder und die Verwunderung tat sein übriges.
      "Na... Naveen...? Wo ist... wo ist das Biest hin?", blickte er sich verwundert um, "... hast du es vertrieben?"
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    • Naveen starrte den Prinzen erneut für einen langen Moment einfach nur schweigend an, bevor ihm ein leises Seufzen entwich und sich danach ein sanftes Lächeln über seine Lippen zog.
      "Nein, Eure Hoheit.", antwortete er, während er die letzten Tränen von Papillions Wangen strich.
      "Das Biest sitzt genau vor Euch.", sprach er, leicht amüsiert.
      In dem Moment war er wirklich froh, dass der Prinz bereits auf dem Boden saß und nun nicht vor Schreck einfach umfallen würde.
      "Ich bin das Biest."